Zecke entfernen und die Stelle beobachten
Eine Zecke wird möglichst bald nach dem Entdecken entfernt: mit Zeckenzange, Zeckenkarte oder feiner Pinzette nah an der Haut fassen und langsam, gleichmäßig herausziehen – ohne Öl, Klebstoff oder Nagellack. Danach die Stelle desinfizieren, das Datum notieren und die Haut einige Wochen beobachten. Eine sich ausbreitende Rötung (Wanderröte) oder grippeähnliche Beschwerden gehören zum Arzt. Gegen FSME schützt eine Impfung, die man beim Arzt bekommt. Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
- Wenige Minuten; danach einige Wochen beobachten
Einfach erklärt
Zecken sind winzige Tiere, die im Gras und im Gebüsch warten. Streifst du vorbei, krabbeln sie auf dich und suchen sich eine warme, dünne Hautstelle – zum Beispiel in der Kniekehle oder hinter dem Ohr. Dort stechen sie und trinken Blut. Das tut meistens nicht weh, deshalb merkt man es oft gar nicht.
Findest du eine Zecke, wird sie bald entfernt: mit einer Zeckenzange, einer Zeckenkarte oder einer feinen Pinzette ganz nah an der Haut fassen und langsam herausziehen. Kein Öl, kein Klebstoff, kein Nagellack. Danach die Stelle desinfizieren und aufschreiben, wann es war.
Zecken können Krankheiten übertragen. Darum schaust du dir die Stelle noch ein paar Wochen lang an. Wird sie zu einem roten Fleck, der immer größer wird, oder fühlst du dich krank wie bei einer Grippe, gehst du zum Arzt. Gegen die Krankheit FSME gibt es eine Impfung beim Arzt. Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
Wie es funktioniert
Eine Zecke hält sich mit ihren Mundwerkzeugen in der Haut fest und saugt über Stunden bis Tage Blut. Dabei können Krankheitserreger in die Haut gelangen. In Mitteleuropa sind das vor allem Borrelien, die eine Lyme-Borreliose auslösen können, und das FSME-Virus, das eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten verursachen kann.
Borrelien werden umso eher übertragen, je länger die Zecke saugt. Deshalb lohnt es sich, sie schnell zu entfernen. Das FSME-Virus kann dagegen schon kurz nach dem Stich übertragen werden – davor schützt nicht das schnelle Entfernen, sondern die Impfung.
Beim Herausziehen ist entscheidend, die Zecke nah an der Haut zu fassen und ihren Körper nicht zu quetschen. Öl, Klebstoff oder Nagellack sollen sie angeblich „ersticken“, reizen sie aber nur und verzögern das Entfernen.
Worauf es ankommt
Nach jedem Aufenthalt im Wald, auf Wiesen oder im Garten den ganzen Körper absuchen – auch Stellen, die man nicht gleich sieht: Kniekehlen, Leisten, Achseln, Bauchnabel, hinter den Ohren und bei Kindern Kopf und Haaransatz. Junge Zecken sind so klein wie ein Mohnkorn.
Das Datum und die Körperstelle aufzuschreiben, klingt unwichtig, hilft aber später sehr: Zeigt sich Wochen danach eine Rötung oder Fieber, kann die Ärztin oder der Arzt den Zusammenhang besser einschätzen.
Bleibt nach dem Entfernen ein kleiner Rest in der Haut, ist das meist kein Grund zur Sorge. Nicht mit Nadeln herumstochern. Wird die Stelle stark rot, warm und schmerzhaft, ärztlich ansehen lassen.
Sicherheit und Grenzen
Die Wanderröte ist ein typisches Zeichen einer Borreliose: eine Rötung um die Einstichstelle, die sich über Tage bis Wochen ausbreitet und oft in der Mitte blasser ist. Sie tritt aber nicht bei allen auf. Auch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen nach einem Zeckenstich sind ein Grund für den Arztbesuch. Die Behandlung entscheidet der Arzt.
Starke Kopfschmerzen mit Fieber und steifem Nacken, Verwirrtheit oder Lähmungen sind ein Notfall: Notruf wählen (in der EU 112, in Österreich auch 144). Zecken im Auge oder Gehörgang entfernt ärztliches Personal.
Vorbeugen
Lange, helle Kleidung, Socken über den Hosenbeinen, auf Wegen bleiben und hohes Gras meiden – das macht es Zecken schwerer. Mittel gegen Zecken auf Haut oder Kleidung helfen zusätzlich, schützen aber nicht vollständig.
Österreich gilt als FSME-Gebiet, in Deutschland liegen die Risikogebiete vor allem im Süden; das Robert Koch-Institut veröffentlicht sie regelmäßig. Ob eine FSME-Impfung für dich sinnvoll ist, besprichst du mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Eine Zeckenzange gehört in jedes Erste-Hilfe-Set für Wanderungen.
Schritt für Schritt
- 1
Zecke finden
Nach dem Aufenthalt im Freien den ganzen Körper absuchen, besonders Kniekehlen, Leisten, Achseln, Bauchnabel, hinter den Ohren und – bei Kindern – Kopf und Haaransatz.
- 2
Nah an der Haut fassen
Zeckenzange, Zeckenkarte oder feine Pinzette so nah wie möglich an der Haut ansetzen, also am Kopf der Zecke, nicht am Körper.
- 3
Langsam herausziehen
Die Zecke langsam und gleichmäßig aus der Haut ziehen, ohne zu reißen und ohne den Körper zu quetschen. Bei manchen Werkzeugen gehört leichtes Drehen dazu – nach Anleitung des Herstellers.
- 4
Desinfizieren
Die Stichstelle mit einem Hautdesinfektionsmittel behandeln und Hände waschen. Bleibt ein kleiner Rest in der Haut, nicht mit Nadeln herumstochern; entzündet sich die Stelle, ärztlich ansehen lassen.
- 5
Datum notieren
Datum und Körperstelle notieren, gegebenenfalls ein Foto machen. Die Zecke nicht mit bloßen Fingern zerdrücken, sondern zum Beispiel in Klebeband einwickeln und entsorgen.
- 6
Wochenlang beobachten
Die Stelle mehrere Wochen lang immer wieder ansehen. Eine Rötung, die sich ausbreitet, oder Fieber und grippeähnliche Beschwerden sind ein Grund, zum Arzt zu gehen.
Häufige Fehler
- Die Zecke mit Öl, Klebstoff oder Nagellack „ersticken“
- Am vollgesogenen Körper quetschen oder ruckartig reißen
- Die Zecke stundenlang sitzen lassen, bis ein Werkzeug da ist, statt eine feine Pinzette zu nehmen
- Den Stich vergessen und eine spätere Rötung nicht zuordnen
- Annehmen, die FSME-Impfung schütze auch vor Borreliose
Kurzüberblick
Material
Zeckenzange oder Zeckenkarte
Ersatzweise eine feine, spitze Pinzette
Die Zecke nah an der Haut fassen und nicht am vollgesogenen Körper quetschen.
Erste-Hilfe-Set (Haushalt)
Desinfektionsmittel für die Haut
Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs; Inhalt regelmäßig auf Vollständigkeit und Ablaufdaten prüfen.
Mobiltelefon
Foto der Stelle und Datum festhalten
Akku leert sich bei Kälte und bei Dauernutzung von Display und GPS schnell.
Nicht als einziges Navigations- oder Notrufmittel einplanen.
Geeignet für
- Zecken an Haut von Erwachsenen und Kindern nach Wald, Wiese oder Garten
- Unterwegs und zu Hause
Ungeeignet für
- Zecken im Auge, im Gehörgang oder an anderen heiklen Stellen – dann ärztliche Hilfe
- Selbstbehandlung einer Wanderröte oder von Fieber nach einem Zeckenstich
Voraussetzungen
- Gutes Licht, bei schwer erreichbaren Stellen eine zweite Person
- Ein geeignetes Werkzeug im Erste-Hilfe-Set
Sicherheit
- Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
- Zum Arzt, wenn sich Tage bis Wochen nach dem Stich eine größer werdende Rötung zeigt (oft ringförmig, in der Mitte blasser), wenn Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten oder wenn sich die Stichstelle stark entzündet. Den Zeckenstich und das Datum erwähnen.
- Kein Öl, Klebstoff, Nagellack, Alkohol oder Feuer auf die Zecke – das kann sie reizen und bringt nichts. Den vollgesogenen Körper nicht quetschen.
So funktioniert es
Zecken sitzen in Gräsern, Büschen und Laub und halten sich beim Vorbeistreifen fest. Sie suchen eine dünne, warme Hautstelle und stechen dort zu. Dabei können Krankheitserreger übertragen werden, in Mitteleuropa vor allem Borrelien (Lyme-Borreliose) und das FSME-Virus. Borrelien werden umso eher übertragen, je länger die Zecke saugt – deshalb lohnt sich das schnelle Entfernen. Das FSME-Virus kann schon kurz nach dem Stich übertragen werden; davor schützt nur die Impfung. Die FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose; eine Borreliose wird ärztlich behandelt.
Vorteile
- Einfach, schnell und mit kleinem Werkzeug machbar
- Frühes Entfernen senkt das Borreliose-Risiko
- Das Datum hilft dem Arzt später bei der Einschätzung
Nachteile
- Kleine Zecken (Nymphen) werden leicht übersehen
- Schützt nicht vor FSME – dafür braucht es die Impfung
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Das Robert Koch-Institut beschreibt in seinen Ratgebern zu FSME und Lyme-Borreliose, dass Zecken vor allem in der warmen Jahreszeit aktiv sind, aber bei milder Witterung auch früher oder später im Jahr stechen können. Die Lyme-Borreliose kommt in ganz Deutschland und Österreich vor, FSME vor allem in bestimmten Risikogebieten. Typisches Frühzeichen der Borreliose ist die Wanderröte, die sich Tage bis Wochen nach dem Stich um die Einstichstelle ausbreitet – sie tritt aber nicht bei allen Erkrankten auf.
Gegen FSME gibt es keine ursächliche Behandlung, wohl aber eine wirksame Impfung. Die FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose; diese wird ärztlich behandelt und ist umso besser behandelbar, je früher sie erkannt wird.
Varianten
- Vorbeugen
- Lange, helle Kleidung tragen, Socken über die Hosenbeine ziehen, auf Wegen bleiben und hohes Gras meiden. Insektenschutzmittel mit Wirkung gegen Zecken können helfen, schützen aber nicht vollständig. Nach jedem Aufenthalt im Freien den Körper absuchen – auch bei Kindern und Haustieren.
- FSME-Impfung
- Österreich gilt als FSME-Gebiet; in Deutschland liegen die Risikogebiete vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in anderen Regionen – das Robert Koch-Institut veröffentlicht sie regelmäßig. Die Impfung besteht aus mehreren Teilimpfungen mit späteren Auffrischungen. Ob und wann sie sinnvoll ist, mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprechen.
Häufige Fehler
- Die Zecke mit Öl, Klebstoff oder Nagellack „ersticken“
- Am vollgesogenen Körper quetschen oder ruckartig reißen
- Die Zecke stundenlang sitzen lassen, bis ein Werkzeug da ist, statt eine feine Pinzette zu nehmen
- Den Stich vergessen und eine spätere Rötung nicht zuordnen
- Annehmen, die FSME-Impfung schütze auch vor Borreliose
Grenzen und Risiken
- Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs und keine ärztliche Beratung
- Keine Angaben zu Impfschema oder Antibiotika – das entscheidet der Arzt
- Risikogebiete ändern sich; aktuelle Angaben der Gesundheitsbehörden prüfen
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Mobiltelefon
- Stirnlampe / Taschenlampe, Batterie-Laterne / LED-Leuchte
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Lyme-Borreliose
Übertragung von Borrelien, Wanderröte, frühes Entfernen der Zecke
Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
FSME-Übertragung, Risikogebiete, Impfung als Schutz
Österreichisches Rotes Kreuz: Erste Hilfe – Informationen und Kurse
Zecke entfernen als Erste-Hilfe-Maßnahme