Zum Inhalt springen
Im NotfallÖsterreichNotrufnummern →
SurviveBetter
Wohnzimmer bei Stromausfall, Familie im Licht einer Akku-Laterne

Bei uns ist der Strom ausgefallen

Plötzlich ist alles dunkel und still: Licht, Kühlschrank, Router und oft auch die Heizung sind aus – meist nur kurz, manchmal länger.

Zuerst

  1. Prüfen, ob nur die eigene Wohnung betroffen ist (Sicherungen) oder die Nachbarschaft.
  2. Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen halten.
  3. Batterie- oder Kurbelradio einschalten und Hinweise der Behörden verfolgen.
  4. Kerzen nur beaufsichtigt nutzen, besser Taschen- oder Batterielampen.

Notruf wählen bei

  • Strombetriebene lebenswichtige Geräte fallen aus
  • Verdacht auf Kohlenmonoxidvergiftung (Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit bei mehreren Personen)
  • Brand

Was gerade passiert

Ein Stromausfall beginnt fast immer ohne Vorwarnung: Das Licht geht aus, Geräte verstummen, der Router blinkt nicht mehr. Die meisten Ausfälle dauern nur Minuten bis wenige Stunden. Am Anfang ist deshalb vor allem wichtig herauszufinden, ob nur deine Wohnung betroffen ist – dann liegt es oft an einer ausgelösten Sicherung – oder ob die Straße, das Viertel oder eine größere Region dunkel ist.

Was viele unterschätzen: Erstaunlich viel hängt am Strom, auch Dinge, die gar nicht „elektrisch“ wirken. Die meisten Gas- und Ölheizungen brauchen Strom für Steuerung und Pumpen, das Festnetztelefon läuft heute meist über einen Router, elektrische Türöffner, Garagentore und Aufzüge stehen still. Kartenzahlung und Geldautomaten funktionieren oft nicht, Ampeln fallen aus. In höheren Gebäuden kann auch das Wasser ausbleiben, wenn die Pumpen stehen. Das Mobilfunknetz hält meist noch eine Weile durch, kann aber überlastet sein oder nach einiger Zeit ausfallen.

Gefährlich wird ein Stromausfall selten durch die Dunkelheit selbst, sondern durch das, was Menschen improvisieren: Kerzen, die unbeaufsichtigt brennen, Grills oder Gaskocher, die in der Wohnung betrieben werden, Stromerzeuger in Garage oder Keller. Kohlenmonoxid ist unsichtbar und geruchlos und macht zuerst nur Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit – Beschwerden, die man leicht für etwas anderes hält. Ein zweites ernstes Risiko betrifft Menschen, die auf strombetriebene Medizingeräte angewiesen sind.

Realistisch zählt in den ersten Stunden wenig Spektakuläres: Ruhe bewahren, sichere Lichtquellen nutzen, Kühlschrank und Gefriergerät geschlossen halten, Akkus sparen und über ein Batterie- oder Kurbelradio die Hinweise der Behörden verfolgen. Wer merkt, dass es länger dauert, hat dann noch genug Zeit, sich auf einen längeren Ausfall einzustellen.

Schritt für Schritt

  1. Phase 1

    Sofort / in den ersten Minuten

    • Taschen- oder Stirnlampe holen, statt im Dunkeln nach Kerzen und Streichhölzern zu suchen.
    • Nachsehen, ob Nachbarn und Straßenbeleuchtung ebenfalls betroffen sind. Ist nur deine Wohnung dunkel, im Sicherungskasten prüfen, ob eine Sicherung oder der Fehlerstromschutzschalter ausgelöst hat.
    • Löst eine Sicherung nach dem Wiedereinschalten sofort wieder aus, nicht weiter probieren: Das deutet auf einen Defekt hin – das verdächtige Gerät ausstecken oder eine Elektrofachkraft rufen.
    • Herd, Backofen, Bügeleisen, Heizlüfter und andere Wärmegeräte, die gerade liefen, ausschalten – sonst laufen sie unbemerkt wieder an, wenn der Strom zurückkommt.
    • Steckt jemand im Aufzug fest, löst er dessen Alarm aus; von außen kannst du zusätzlich die Hausverwaltung oder den Aufzugsnotdienst verständigen.
  2. Phase 2

    In der ersten Stunde

    • Batterie- oder Kurbelradio einschalten oder die Warn-App prüfen: Wie groß ist das betroffene Gebiet, gibt es eine Prognose?
    • Den Notruf nicht wählen, nur um nach dem Stromausfall zu fragen – die Leitungen werden für echte Notfälle gebraucht. Informationen gibt es über Radio, Netzbetreiber oder Gemeinde.
    • Kühlschrank und Gefriergerät geschlossen halten. Vorher überlegen, was du brauchst, und die Tür nur kurz öffnen.
    • Empfindliche Geräte wie Computer und Fernseher ausstecken, um sie vor Spannungsspitzen bei der Rückkehr des Stroms zu schützen. Eine Lampe eingeschaltet lassen, damit du merkst, wenn der Strom wieder da ist.
    • Handy in den Stromsparmodus schalten, Helligkeit reduzieren, unnötige Apps schließen.
    • Wer auf ein strombetriebenes Medizingerät angewiesen ist: Akkustand prüfen und abschätzen, wie lange er reicht.
  3. Phase 3

    Wenn es länger als ein paar Stunden dauert

    • Nach Nachbarn sehen, besonders nach Älteren, Alleinlebenden und Familien mit Babys.
    • Bei Kälte einen Raum zum Wärmeraum machen, Türen schließen, Schichten anziehen; bei Hitze die Sonne aus der Wohnung halten.
    • Zuerst Lebensmittel aus dem Kühlschrank essen und das Gefriergerät möglichst lange geschlossen lassen.
    • Kochen nur mit sicheren Mitteln: Gaskocher und Grills ausschließlich im Freien. Stromerzeuger nur draußen mit Abstand zu Fenstern und Türen betreiben und niemals selbst an die Hausinstallation anschließen.
    • Bargeld, Akkus und Batterien einteilen und sich auf einen längeren Ausfall einstellen.
  4. Phase 4

    Wenn der Strom zurückkommt

    • Geräte nach und nach wieder einschalten, nicht alle gleichzeitig.
    • Kühl- und Gefriergut prüfen: Was zu lange zu warm war, im Zweifel wegwerfen. Geruch und Aussehen sind kein verlässlicher Test, und probieren sollte man nicht.
    • Uhren, Heizungssteuerung, Router und Alarmanlage prüfen und bei Bedarf neu einstellen.
    • Verbrauchte Batterien, Kerzen und Vorräte notieren und ersetzen.

Worauf du achten musst

  • Kohlenmonoxid

    Grills, Gaskocher für draußen, Heizstrahler für den Außenbereich und Stromerzeuger erzeugen Kohlenmonoxid. Das Gas ist unsichtbar und geruchlos; ein gekipptes Fenster schützt nicht. Bekommen mehrere Personen Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit: sofort an die frische Luft und den Notruf wählen.

  • Kerzen und offene Flammen

    Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen lassen, nicht neben Vorhängen und nicht in Kinderzimmern aufstellen. Batterie- oder Akkuleuchten sind sicherer und lassen sich gefahrlos durch die Wohnung tragen.

  • Stromerzeuger und Hausinstallation

    Ein Generator, der über eine Steckdose oder improvisiert ins Hausnetz einspeist, kann das Stromnetz unter Spannung setzen – lebensgefährlich für Monteure, Nachbarn und dich. Geräte nur direkt am Generator anschließen; eine feste Einspeisung darf nur eine Elektrofachkraft einrichten.

  • Lebensmittel im Kühlschrank

    Nach Angaben der US-Lebensmittelbehörde USDA hält ein geschlossener Kühlschrank etwa vier Stunden kühl, ein volles, geschlossenes Gefriergerät rund 48 Stunden (halb voll etwa 24). Jedes Öffnen verkürzt diese Zeit.

  • Medizingeräte

    Beatmungsgeräte, Sauerstoffkonzentratoren und andere Geräte laufen nur so lange wie ihr Akku. Rechtzeitig Arzt, Pflegedienst oder Gerätelieferanten kontaktieren; droht ein lebenswichtiges Gerät auszufallen, sofort den Notruf wählen.

  • Straßenverkehr ohne Ampeln

    Ampeln und Straßenbeleuchtung fallen aus. Wer unterwegs sein muss, fährt langsam, rechnet mit Fehlern anderer und beachtet die Vorfahrtsregeln, die ohne Ampel gelten (lokale Regeln beachten).

Häufige Fehler

  • Den Notruf wählen, nur um nach der Ursache des Ausfalls zu fragen.
  • Kerzen unbeaufsichtigt brennen lassen oder im Dunkeln mit Streichhölzern hantieren.
  • Immer wieder den Kühlschrank öffnen, „um nachzusehen“.
  • Grill, Campingkocher oder Generator drinnen, in der Garage oder direkt vor einem Fenster betreiben.
  • Den Handy-Akku für Videos und Spiele verbrauchen, statt ihn für Informationen und Anrufe aufzusparen.
  • Eine Sicherung immer wieder einschalten, obwohl sie sofort wieder auslöst.

Vorher vorbereiten

  • Taschen- oder Stirnlampen an festen, bekannten Plätzen und Ersatzbatterien.
  • Ein Batterie- oder Kurbelradio, um Durchsagen der Behörden zu empfangen.
  • Geladene Powerbanks und ein Ladekabel für das Auto.
  • Etwas Bargeld in kleinen Scheinen, weil Kartenzahlung und Geldautomaten ausfallen können.
  • Wissen, wo der Sicherungskasten, die Notentriegelung von Garagentor oder Rollläden und ein mechanischer Schlüssel für die Haustür sind.
  • Bei strombetriebenen Medizingeräten: Akkulaufzeit kennen und einen Notfallplan mit Arzt oder Lieferanten absprechen.

Besondere Rücksicht

Kinder
Kinder haben im Dunkeln weniger Angst, wenn sie eine eigene Taschenlampe haben und erklärt bekommen, was passiert. Kerzen, Feuerzeuge und Kocher außer Reichweite halten.
Ältere und pflegebedürftige Menschen
Hausnotrufgeräte und Telefone können ausfallen, wenn ihr Akku leer ist oder der Anschluss über einen Router läuft. Kurz vorbeischauen oder anrufen, solange das Mobilfunknetz funktioniert.
Haustiere
Pumpen und Heizungen von Aquarien sowie Wärmelampen für Terrarien fallen aus. Den Bedarf der Tiere bei der Vorsorge mitdenken.

Quellen

  • Power Outages · Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA)
  • Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen · Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland
  • Keeping Food Safe During an Emergency · United States Department of Agriculture – Food Safety and Inspection Service (USDA FSIS)
  • Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance · Centers for Disease Control and Prevention

Deine Lage

Dauer bisher
Wetter
Haushalt

Passende Einträge

0 Regeln treffen zu

Hier entscheidet keine KI. Jede Empfehlung beruht auf einer sichtbaren Regel.

Wähle oben Angaben zu deiner Lage, um gezieltere Hinweise zu erhalten.

Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (6)
  1. [nicht aktiv] Wenn Dauer bisher = Länger / unklar

    Bei längerem Ausfall Vorräte, Wasser und Akkus einteilen.

  2. [nicht aktiv] Wenn Haushalt = Stromerzeuger vorhanden

    Stromerzeuger nur im Freien und mit Abstand zu Fenstern betreiben – Kohlenmonoxid ist tödlich.

  3. [nicht aktiv] Wenn Haushalt = Strombetriebene Medizingeräte

    Akkulaufzeit der Geräte kennen. Droht ein lebenswichtiges Gerät auszufallen, sofort den Notruf wählen.

  4. [nicht aktiv] Wenn Haushalt = Kinder oder Haustiere

    Kinder einbeziehen und Kerzen außer Reichweite halten.

  5. [nicht aktiv] Wenn Wetter = Heiß

    Ohne Kühlung steigt das Hitzerisiko, besonders für Ältere, Kleinkinder und Kranke.

  6. [nicht aktiv] Wenn Wetter = Kalt / Frost

    Einen Raum warm halten, keine Grills oder Gasgeräte für draußen drinnen nutzen.