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Auto am Flussufer mit offenen Türen, eine Person steht in eine Decke gehüllt sicher am höheren Ufer

Mein Auto ist im Wasser

Ein Auto im Wasser lässt kaum Zeit zum Nachdenken. Wer die Reihenfolge vorher kennt – Gurt, Fenster, Kinder, raus –, muss im Ernstfall nicht überlegen.

Zuerst

  1. Ist das Auto ins Wasser gestürzt und sinkt: sofort handeln, nicht erst telefonieren. Gurt lösen, Fenster öffnen, Kinder zuerst hinaus, dann selbst durchs Fenster hinaus.
  2. Steckt das Auto in schnell fließendem Hochwasser fest: im Auto bleiben, solange kein Wasser eindringt. Steigt das Wasser im Innenraum, aufs Dach.
  3. Sobald du draußen und in Sicherheit bist: Notruf 112.
  4. Niemals zurück ins Wasser, um Gegenstände zu holen.

Notruf wählen bei

  • Immer, sobald du sicher draußen bist
  • Jemand ist noch im Fahrzeug oder im Wasser
  • Du sitzt auf dem Dach oder im Fahrzeug im Hochwasser fest
  • Unterkühlung oder Atemnot nach dem Wasser

Was gerade passiert

Es gibt zwei sehr verschiedene Lagen. In der ersten stürzt ein Auto von einer Straße, einer Rampe oder einem Ufer in einen See, Fluss oder Kanal. Es schwimmt meist nur kurz, dann dringt Wasser ein und es sinkt. Solange das Wasser außen am Fenster noch niedrig ist, lassen sich Fenster meist öffnen – später drückt das Wasser dagegen, und elektrische Fensterheber können ausfallen.

In der zweiten Lage fährt ein Auto in eine überflutete Straße oder Unterführung oder wird von Hochwasser erfasst. Hier empfehlen Behörden wie Ready.gov: Wird das Fahrzeug von schnell fließendem Wasser eingeschlossen, im Fahrzeug bleiben; steigt das Wasser im Innenraum, aufs Dach. Wer in reißendes Wasser aussteigt, kann mitgerissen werden.

Die beste Vorbeugung ist einfach und wird trotzdem oft missachtet: nie durch überflutete Straßen fahren. Wie tief das Wasser ist und ob die Straße darunter noch existiert, sieht man nicht, und schon wenig strömendes Wasser kann ein Auto anheben und mitnehmen.

Diese Seite fasst zusammen, was in öffentlichen Empfehlungen für beide Lagen steht. Sie kann nicht jede Situation abdecken – entscheidend ist, schnell zu handeln, Kinder zuerst zu befreien und den Notruf zu wählen, sobald du in Sicherheit bist.

Schritt für Schritt

Mein Auto ist im Wasser – Phase 1 von 4Auto sinkt: sofort raus. Nicht zuerst telefonieren. Jede Sekunde zählt. Gurt lösen – deinen und die der Kinder. Fenster öffnen, solange es noch geht. Die Tür lässt sich gegen das Wasser meist nicht öffnen. Kinder zuerst durchs Fenster hinaus, das älteste zuerst, damit es den Jüngeren helfen kann. Dann selbst hinaus.
Phase 1 von 4

Phase 1 von 4

Auto sinkt: sofort raus

Nicht zuerst telefonieren. Jede Sekunde zählt. Gurt lösen – deinen und die der Kinder. Fenster öffnen, solange es noch geht. Die Tür lässt sich gegen das Wasser meist nicht öffnen. Kinder zuerst durchs Fenster hinaus, das älteste zuerst, damit es den Jüngeren helfen kann. Dann selbst hinaus.

Die Animation zeigt schematisch die wichtigsten Handlungen jeder Phase; maßgeblich ist der Text darunter.

  1. Phase 1

    Auto sinkt: sofort raus

    • Nicht zuerst telefonieren. Jede Sekunde zählt.
    • Gurt lösen – deinen und die der Kinder.
    • Fenster öffnen, solange es noch geht. Die Tür lässt sich gegen das Wasser meist nicht öffnen.
    • Kinder zuerst durchs Fenster hinaus, das älteste zuerst, damit es den Jüngeren helfen kann. Dann selbst hinaus.
  2. Phase 2

    Draußen: Abstand und Notruf

    • Vom Fahrzeug wegschwimmen oder auf dem Dach festhalten, bis du sicher ans Ufer kommst.
    • Auf den Rücken legen und die Atmung beruhigen, wenn das Wasser kalt ist.
    • Sobald du in Sicherheit bist: Notruf 112. Sagen, ob noch jemand im Fahrzeug oder im Wasser ist.
    • Nicht zurück ins Wasser, um Taschen, Handys oder Papiere zu holen.
  3. Phase 3

    Im Hochwasser festgefahren

    • Sofort 112 wählen und den Ort beschreiben (Straße, Kilometer, Unterführung).
    • In schnell fließendem Wasser im Fahrzeug bleiben, solange kein Wasser eindringt. Gurt lösen, bereit sein.
    • Steigt das Wasser im Innenraum: durchs Fenster aufs Dach und dort bleiben.
    • Warnblinker an, Licht an, auf dich aufmerksam machen und auf Hilfe warten. Nicht ins strömende Wasser steigen.
  4. Phase 4

    Vorher und danach

    • Vor einer überfluteten Straße oder Unterführung: umdrehen, nicht durchfahren – auch wenn andere es tun. Absperrungen nie umfahren.
    • Nach dem Wasser: Raus aus nasser Kleidung, warm einpacken, aufeinander achten.
    • Wer Wasser eingeatmet hat oder danach hustet oder schwer atmet, braucht ärztliche Hilfe.
    • Die Erlebnisse ernst nehmen und darüber sprechen – auch mit den Kindern.

★ Profi-Tipps

Was Erfahrene anders machen: bewährtes Wissen aus Bergrettung, Feuerwehr, Wasserrettung und Zivilschutz, das Anfänger selten kennen.

  1. Schon 30 cm Strömung können ein Auto tragen

    Nach Angaben von US-Behörden kann dich schon etwa 15 cm fließendes Wasser umwerfen, und rund 30 cm können ein Auto wegschwemmen. Deshalb: nicht abschätzen, ob es „noch geht“, sondern umdrehen.

  2. Notfallhammer griffbereit befestigen

    Ein Werkzeug im Handschuhfach oder Kofferraum ist im Notfall unerreichbar. Befestige es am Schlüsselbund, in der Mittelkonsole oder an der Fahrertür – dort, wo du es auch angeschnallt und im Dunkeln findest.

  3. In der Strömung: Füße voran

    Treibst du nach dem Ausstieg in fließendem Wasser, leg dich auf den Rücken, Füße voraus flussabwärts. Mit den Füßen stößt du dich von Hindernissen ab und arbeitest dich schräg zum Ufer. Nicht aufstehen, solange das Wasser schnell fließt.

  4. Hochwasser ist schmutzig

    Hochwasser enthält oft Abwasser, Öl und Chemikalien. Wasch dich danach gründlich, reinige und desinfiziere Wunden und lass sie bei Rötung oder Schwellung ärztlich ansehen. Kontrolliere auch deinen Tetanusschutz.

Worauf du achten musst

  • Erst handeln, dann telefonieren

    In einem sinkenden Auto kostet ein Telefonat Zeit, in der sich Fenster noch öffnen lassen. Der Notruf folgt, sobald alle draußen sind.

  • Türen gegen den Wasserdruck

    Solange außen mehr Wasser steht als innen, lässt sich eine Tür kaum öffnen. Das Fenster ist meist der Weg hinaus.

  • Strömendes Wasser

    Wer im Hochwasser aussteigt, kann umgerissen und mitgenommen werden. In reißendem Wasser ist das Dach meist sicherer als die Straße.

  • Unterführungen und Furten

    Unterführungen laufen bei Starkregen sehr schnell voll, und Furten können nach Regen unerwartet tief und stark strömend sein.

Häufige Fehler

  • Im sinkenden Auto zuerst den Notruf wählen.
  • Versuchen, die Tür gegen das Wasser aufzudrücken.
  • Zurückgehen, um Gegenstände zu holen.
  • Im reißenden Hochwasser aus dem Auto steigen, obwohl kein Wasser eindringt.
  • Durch überflutete Straßen fahren, weil andere es auch tun.

Vorher vorbereiten

  • Die Reihenfolge mit allen im Auto besprechen: Gurt, Fenster, Kinder, raus.
  • Wissen, wie die eigenen Fenster öffnen und wie Kindersitze schnell gelöst werden.
  • Ein gut erreichbares Werkzeug zum Gurtschneiden und Scheibeneinschlagen kann helfen; es gibt Unterschiede zwischen Glasarten, deshalb die Herstellerangaben lesen.
  • Unwetterwarnungen ernst nehmen und bei Starkregen Fahrten verschieben.
  • Strecken mit Furten, Unterführungen und Uferstraßen kennen und bei Hochwasser meiden.

Besondere Rücksicht

Kinder
Kinder erst befreien, dann selbst hinaus. Ältere Kinder können vorher lernen, ihren Gurt selbst zu lösen und auf Ansage durchs Fenster zu klettern.
Menschen mit eingeschränkter Mobilität
Wer sich nicht selbst befreien kann, sollte Fahrten bei Hochwasser- oder Unwetterwarnung möglichst vermeiden und einen Plan mit Begleitpersonen haben.

Quellen

  • Floods · Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA)
  • Turn Around Don't Drown · NOAA National Weather Service (USA)
  • 112 – the European emergency number · European Commission

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Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (4)
  1. [nicht aktiv] Wenn Was ist passiert? = Ins Wasser gestürzt, sinkt

    Sekunden zählen: Gurt, Fenster, Kinder, raus. Das Fenster öffnen, solange es noch geht – der Notruf folgt, wenn alle draußen sind.

  2. [nicht aktiv] Wenn Was ist passiert? = In Hochwasser auf der Straße stecken geblieben

    In reißendem Wasser im Fahrzeug bleiben, solange kein Wasser eindringt; steigt es im Innenraum, aufs Dach. Sofort 112 wählen.

  3. [nicht aktiv] Wenn Was ist passiert? = Vor mir ist eine überflutete Straße

    Umdrehen, nicht durchfahren – auch wenn andere es tun. Tiefe, Strömung und den Zustand der Straße darunter sieht man nicht.

  4. [nicht aktiv] Wenn Mit im Auto = Kinder

    Kinder zuerst losschnallen und durchs Fenster hinausreichen, das älteste zuerst, damit es den Jüngeren helfen kann – so wird es öffentlich empfohlen.