Zum Inhalt springen
Im NotfallÖsterreichNotrufnummern →
SurviveBetter
Fähre auf ruhiger See, Menschen in Schwimmwesten sammeln sich ruhig an Deck bei den Rettungsbooten

Auf der Fähre ertönt der Alarm

Sieben kurze Töne, ein langer – und überall Menschen, die nicht wissen, wohin. Wer die Sicherheitseinweisung ernst genommen hat, weiß es.

Zuerst

  1. Ruhig bleiben und auf Durchsagen der Besatzung hören. Der allgemeine Notalarm auf Schiffen besteht meist aus sieben oder mehr kurzen und einem langen Ton.
  2. Warme Kleidung, feste Schuhe und Medikamente nehmen, nicht packen.
  3. Zum Sammelplatz gehen – über Treppen, nicht mit dem Aufzug. Kinder an die Hand.
  4. Rettungsweste anlegen, wie die Besatzung es sagt, und nur ihren Anweisungen folgen.

Notruf wählen bei

  • Feuer oder Rauch, das die Besatzung noch nicht bemerkt hat: sofort Besatzung oder nächsten Feuermelder alarmieren
  • Jemand ist über Bord gegangen: laut „Mensch über Bord“ rufen, die Person im Blick behalten, Besatzung alarmieren
  • Jemand ist verletzt oder nicht ansprechbar
  • Nach dem Verlassen des Schiffes: Unterkühlung

Was gerade passiert

Auf Fähren und Passagierschiffen gibt es feste Abläufe für Notfälle: Alarmsignale, Durchsagen, Sammelplätze, Rettungswesten und eine Besatzung, die diese Abläufe übt. Die internationalen Regeln für die Sicherheit auf See (SOLAS) schreiben unter anderem einen allgemeinen Notalarm vor, der meist aus sieben oder mehr kurzen und einem langen Ton besteht. Was genau zu tun ist, sagt die Besatzung über Lautsprecher.

Die meisten Alarme enden ohne Evakuierung – mit einer Kontrolle, einem kleinen Brand, der schnell gelöscht ist, oder einer Übung. Gerade deshalb neigen Menschen dazu, Alarme zu ignorieren, erst noch zu packen oder Angehörige im ganzen Schiff zu suchen. Das kostet Zeit und verstopft Treppen und Gänge.

Wenn ein Schiff tatsächlich verlassen werden muss, entscheidet allein die Schiffsführung darüber, und die Besatzung leitet die Passagiere zu Rettungsbooten oder -inseln. Wer auf eigene Faust springt oder zu Rettungsbooten läuft, gefährdet sich und andere.

Für Reisende heißt das: Einweisung ernst nehmen, Sammelplatz und Westen kennen, im Alarmfall warm anziehen, zum Sammelplatz gehen und dort den Anweisungen folgen.

Schritt für Schritt

Auf der Fähre ertönt der Alarm – Phase 1 von 4Beim Einsteigen. Die Sicherheitseinweisung oder das Video aufmerksam verfolgen. Schilder zum Sammelplatz und zu den Rettungswesten suchen, auch für Kinder. Den Weg von Sitzplatz oder Kabine zum Sammelplatz einmal gehen, am besten zwei verschiedene Wege. Mit der Familie vereinbaren: Bei Alarm geht jeder direkt zum Sammelplatz.
Phase 1 von 4

Phase 1 von 4

Beim Einsteigen

Die Sicherheitseinweisung oder das Video aufmerksam verfolgen. Schilder zum Sammelplatz und zu den Rettungswesten suchen, auch für Kinder. Den Weg von Sitzplatz oder Kabine zum Sammelplatz einmal gehen, am besten zwei verschiedene Wege. Mit der Familie vereinbaren: Bei Alarm geht jeder direkt zum Sammelplatz.

Die Animation zeigt schematisch die wichtigsten Handlungen jeder Phase; maßgeblich ist der Text darunter.

  1. Phase 1

    Beim Einsteigen

    • Die Sicherheitseinweisung oder das Video aufmerksam verfolgen.
    • Schilder zum Sammelplatz und zu den Rettungswesten suchen, auch für Kinder.
    • Den Weg von Sitzplatz oder Kabine zum Sammelplatz einmal gehen, am besten zwei verschiedene Wege.
    • Mit der Familie vereinbaren: Bei Alarm geht jeder direkt zum Sammelplatz.
  2. Phase 2

    Alarm: anziehen und hingehen

    • Durchsagen zuhören. Bei allgemeinem Notalarm nicht abwarten, ob es ernst ist.
    • Warme Kleidung, feste Schuhe, Medikamente und Ausweis nehmen – nicht packen.
    • Über Treppen zum Sammelplatz gehen, zügig, aber ohne Rennen. Keine Aufzüge.
    • Das Autodeck sofort verlassen. Nicht in Fahrzeugen bleiben oder etwas holen.
  3. Phase 3

    Am Sammelplatz

    • Rettungsweste anlegen, wenn die Besatzung es sagt, und richtig schließen – Kindern zuerst helfen.
    • Bei der Besatzung melden. Fehlende Angehörige der Besatzung melden, statt selbst zu suchen.
    • Zusammenbleiben, Kinder an der Hand, ruhig erklären, was passiert.
    • Nur den Anweisungen der Besatzung folgen. Nicht auf eigene Faust zu Rettungsbooten gehen und nicht springen.
  4. Phase 4

    Wenn das Schiff verlassen wird – und danach

    • Der Besatzung zu den Rettungsmitteln folgen und ihre Anweisungen zum Einsteigen genau befolgen.
    • Wer ins Wasser gerät: auf den Rücken legen, Atmung beruhigen, nahe bei anderen bleiben und sichtbar sein.
    • An Land oder auf dem Rettungsschiff: warm halten, bei der Besatzung oder den Behörden registrieren lassen.
    • Angehörigen ein Lebenszeichen schicken und die Reiseversicherung bzw. das Konsulat kontaktieren, wenn nötig.

★ Profi-Tipps

Was Erfahrene anders machen: bewährtes Wissen aus Bergrettung, Feuerwehr, Wasserrettung und Zivilschutz, das Anfänger selten kennen.

  1. Türen bis zur Treppe zählen

    Zähl beim Einchecken, wie viele Kabinentüren zwischen deiner Tür und dem nächsten Treppenhaus liegen, und auf welcher Seite. Bei Rauch oder Stromausfall findest du den Weg dann auch tastend an der Wand.

  2. Leuchtstreifen am Boden folgen

    Passagierschiffe haben in Gängen und Treppen niedrig angebrachte Leucht- oder Lichtstreifen, die zu den Ausgängen führen. Rauch steigt nach oben, diese Markierungen bleiben am längsten sichtbar. Schau bei der ersten Runde übers Schiff bewusst nach unten.

  3. Auf Nachtfähren alles bereitlegen

    Leg vor dem Schlafen Schuhe, warme Jacke, Brille, Medikamente, Ausweis und Handy so hin, dass du sie im Dunkeln mit einem Griff findest. Bei einem Alarm um drei Uhr nachts hast du dann alles in Sekunden.

  4. Nur auf Anweisung springen – dann richtig

    Ordnet die Crew einen Sprung ins Wasser an: vorher nach unten schauen, ob frei ist. Eine Hand hält die Schwimmweste am Kragen nach unten, die andere hält Mund und Nase zu. Beine zusammen, Füße voran, geradeaus schauen.

Worauf du achten musst

  • Aufzüge

    Bei Alarm keine Aufzüge benutzen. Sie können stehen bleiben, und Treppen sind der vorgesehene Weg.

  • Kleine Boote ohne Westen

    Offensichtlich überladene Boote, Boote ohne Rettungswesten oder Fahrten bei Sturm besser nicht antreten – auch wenn es die einzige Verbindung des Tages ist.

  • Suchen im ganzen Schiff

    Wer Angehörige auf eigene Faust sucht, läuft gegen den Strom und blockiert Wege. Die Besatzung zählt an den Sammelplätzen und sucht gezielt.

  • Kaltes Wasser

    Auch im Sommer ist das Meer oft kühl. Warme Kleidung unter der Weste hilft, im Wasser oder im Rettungsboot länger warm zu bleiben.

Häufige Fehler

  • Den Alarm für eine Übung halten und sitzen bleiben.
  • Erst Koffer packen oder zum Auto gehen.
  • Mit dem Aufzug fahren.
  • Angehörige im Schiff suchen, statt zum Sammelplatz zu gehen.
  • Auf eigene Faust zu den Rettungsbooten laufen oder springen.

Vorher vorbereiten

  • Medikamente, Ausweis und eine warme Schicht im Handgepäck, nicht im Auto.
  • Kindern vor der Fahrt den Sammelplatz zeigen und eine Abmachung für Alarm treffen.
  • Bei kleinen Booten nach Westen fragen und sie auf offenen Booten tragen.
  • Notfallkontakte und Reiseversicherung griffbereit haben.
  • Wetterbericht prüfen und bei Sturmwarnung eine spätere Fahrt wählen, wenn möglich.

Besondere Rücksicht

Menschen mit eingeschränkter Mobilität
Beim Einchecken angeben, dass im Notfall Hilfe gebraucht wird. Bei Alarm sofort der Besatzung sagen, wo die Person ist.
Haustiere
Haustiere bleiben meist in Zwingern oder im Auto. Bei Alarm nicht zu ihnen gehen; die Besatzung informieren.

Quellen

  • International Convention for the Safety of Life at Sea (SOLAS), 1974, as amended · International Maritime Organization (IMO), 1974
  • Respect the Water – Float to Live · Royal National Lifeboat Institution (RNLI), UK
  • 112 – the European emergency number · European Commission

Deine Lage

Wo bist du gerade?
Mit dabei

Passende Einträge

0 Regeln treffen zu

Hier entscheidet keine KI. Jede Empfehlung beruht auf einer sichtbaren Regel.

Wähle oben Angaben zu deiner Lage, um gezieltere Hinweise zu erhalten.

Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (5)
  1. [nicht aktiv] Wenn Wo bist du gerade? = Auf dem Autodeck

    Das Autodeck sofort verlassen und über die Treppen zum Sammelplatz gehen. Nicht im Auto bleiben und nichts mehr aus dem Auto holen.

  2. [nicht aktiv] Wenn Wo bist du gerade? = In der Kabine

    Warme Kleidung, Schuhe, Medikamente, Ausweis – dann hinaus. Bei Rauch im Gang tief bleiben und den nächsten Ausgang nehmen.

  3. [nicht aktiv] Wenn Mit dabei = Familie ist an verschiedenen Orten

    Jeder geht direkt zu seinem Sammelplatz. Vermisste Angehörige der Besatzung melden, statt selbst durchs Schiff zu suchen.

  4. [nicht aktiv] Wenn Mit dabei = Kinder

    Kinder an die Hand, Kinderwesten von der Besatzung geben lassen. Ruhig erklären, was passiert.

  5. [nicht aktiv] Wenn Mit dabei = Jemand mit eingeschränkter Mobilität

    Sofort der Besatzung sagen, wo die Person ist und welche Hilfe sie braucht. Nicht allein auf Treppen tragen, wenn die Crew übernehmen kann.