
Signale und Kommunikation
Gefunden werden, in Kontakt bleiben
Notrufsysteme, Signalmittel und Kommunikationsplanung – damit Hilfe Sie erreicht.
Methodenvergleich
Wie mache ich Rettungskräfte auf mich aufmerksam?
Methodenvergleich
Welches Notrufmittel passt für Touren ohne Mobilfunkabdeckung?
Methodenvergleich
Wie mache ich nachts Suchende oder Helfer auf mich aufmerksam?
Notruf

Notruf absetzen: was sagen, wie erreichbar bleiben
Ein guter Notruf ist kurz, ruhig und strukturiert: Wo ist es passiert, was ist passiert, wie viele Betroffene, welche Verletzungen oder Gefahren – und dann auf Rückfragen warten. Die lokale Notrufnummer ist in der EU die 112. Nach dem Anruf erreichbar bleiben und Akku schonen.

Warnungen aufs Handy: Cell Broadcast und Warn-Apps einrichten
Viele Länder warnen die Bevölkerung per Cell Broadcast: Eine Nachricht geht an alle Telefone in einer Funkzelle, ohne Anmeldung und ohne App. Ergänzend gibt es behördliche Warn-Apps. Wer die Einstellungen kennt, Testwarnungen ernst nimmt und weitere Kanäle (Radio, Sirenen) nutzt, erfährt Gefahren früher.

Das Handy als Signalmittel: Licht, Bildschirm, Ton, Notruffunktion
Auch ohne Netz kann ein Smartphone helfen, gefunden zu werden: Taschenlampe für SOS-Lichtzeichen, heller Bildschirm, laute Töne oder Alarme, Displayreflexion als behelfsmäßiger Spiegel. Mit Netz bieten viele Telefone eine Notruffunktion, die anruft und den Standort teilt. Akku sparen ist dabei entscheidend.
Geplante Themen (3)
- Notrufsysteme
- Internationale Notrufnummern
- Standortübermittlung
Signalmittel

Alpines Notsignal
Das alpine Notsignal ist eine in den europäischen Alpen verbreitete Konvention: sechs Zeichen pro Minute (etwa alle zehn Sekunden), dann eine Minute Pause, wiederholen. Die Antwort lautet drei Zeichen pro Minute. Zeichen können Rufe, Pfiffe oder Lichtblitze sein. Es ergänzt den Notruf, ersetzt ihn aber nicht.

Signale an Hubschrauber (Y/N) und Verhalten bei der Landung
In Europa werden für Rettungshubschrauber verbreitet zwei Körperzeichen genutzt: beide Arme schräg nach oben (Form eines „Y“) bedeutet „Ja, wir brauchen Hilfe“; ein Arm schräg nach oben, einer schräg nach unten (Form eines „N“) bedeutet „Nein, wir brauchen keine Hilfe“. Bei der Landung gilt: Abstand halten, lose Gegenstände sichern und nur auf Zeichen der Crew nähern.

Signalpfeife und Signalspiegel: Grundlagen
Eine Pfeife ist weiter hörbar als die Stimme und kostet kaum Kraft; ein Spiegel kann bei Sonne über große Entfernungen sichtbare Lichtblitze erzeugen. Beide sind leicht, billig und ohne Akku – sie wirken aber nur, wenn jemand in Hör- oder Sichtweite ist.

Bodenzeichen für Luftfahrzeuge
Große, kontrastreiche Zeichen am Boden – etwa „SOS“ – können von Suchflugzeugen und Hubschraubern erkannt werden, auch wenn man selbst gerade nicht signalisieren kann. Entscheidend sind Größe, Kontrast, gerade Linien und ein offener Standort.

Signalfeuer und Rauchzeichen
Feuer ist nachts, Rauch am Tag ein weithin sichtbares Signal – besonders für Luftfahrzeuge. Ein Signalfeuer wird vorbereitet, aber erst angezündet, wenn Retter in Hör- oder Sichtweite sind. Drei Feuer gelten verbreitet als Notzeichen. Die Brandgefahr ist erheblich: nur wo es sicher und erlaubt ist.

Lichtsignale bei Nacht: SOS und Blinkzeichen
Eine Taschen- oder Stirnlampe ist nachts eines der besten Signalmittel. Das international bekannte SOS wird als drei kurze, drei lange, drei kurze Zeichen gegeben (··· ––– ···) und wiederholt. Wichtig: Licht gezielt in Richtung möglicher Retter, Akku sparen und Luftfahrzeugbesatzungen nicht blenden.

Pfeifsignale vereinbaren: drei Pfiffe für Hilfe und Gruppencodes
Drei Pfiffe gelten vielerorts als Hilferuf, in den Alpen ist das alpine Notsignal üblich. Für Gruppen – Familien, Schulklassen, Wanderteams – lohnt es sich, vor der Tour wenige, einfache Pfeifsignale zu vereinbaren und zu üben. Wer pfeift, spart Stimme und wird weiter gehört.

Auffallen mit Farbe: Signaltuch, Flagge, Kleidung
Leuchtende Farben und Bewegung machen Menschen aus der Luft und von weitem sichtbar. Ein orangefarbenes Tuch, eine Rettungsdecke, eine Jacke an einem Stock geschwenkt oder flach ausgelegt – alles, was mit der Umgebung kontrastiert, erhöht die Chance, gefunden zu werden.

Eingeschlossen oder verschüttet: auf sich aufmerksam machen
Wer nach einem Erdbeben, Einsturz oder Unwetter eingeschlossen ist, sollte Kraft und Atemluft sparen und so signalisieren, dass Helfer den Ort finden: Nachricht oder Anruf, wenn möglich, sonst gleichmäßiges Klopfen an Rohre oder Wände oder eine Pfeife – Rufen erst, wenn Helfer in der Nähe sind.

Aus Haus oder Wohnung auf Not aufmerksam machen (z. B. bei Hochwasser)
Wer bei Hochwasser, Sturm oder nach einem Unglück im Gebäude festsitzt und das Telefon nicht durchkommt, kann sich von Fenster, Balkon oder – nur wenn nötig – vom Dach bemerkbar machen: helles Tuch, große Schrift, Licht bei Nacht, Pfeife. Wichtig ist, sich dabei nicht selbst zu gefährden.

Internationale Notsignale auf See: Überblick
Die internationalen Kollisionsverhütungsregeln (COLREGs, Anlage IV) listen Signale, die auf dem Wasser „Ich bin in Not und brauche Hilfe“ bedeuten – darunter MAYDAY über Funk, SOS, rote Leuchtsignale, orangefarbener Rauch, langsames Heben und Senken der ausgestreckten Arme und Notfunkbaken. Wer auf dem Wasser unterwegs ist, sollte sie erkennen und die mitgeführten Signalmittel bedienen können.

Auf Suchende reagieren: antworten, bleiben, sichtbar sein
Wird nach dir gesucht, rufen Suchtrupps oft deinen Namen, pfeifen oder leuchten. Antworte mit Pfeife, Rufen oder Licht, bleib an einem gut sichtbaren Platz und geh nicht den Geräuschen hinterher, wenn du sie nicht sicher zuordnen kannst. Kinder sollten wissen: Suchende sind Helfer, niemand ist böse – nicht verstecken.

Von oben gefunden werden: Hubschrauber, Flugzeuge, Drohnen
Luftgestützte Suche sieht viel Gelände, aber kleine, unbewegte, getarnte Menschen leicht nicht. Wer gefunden werden will, geht an einen offenen Platz in der Nähe, legt kontrastreiche Farben aus und bewegt sich, wenn ein Luftfahrzeug oder eine Drohne in Sicht ist. Drohnen nicht berühren oder bewerfen, Hubschraubern nicht entgegenlaufen.

Im Dunkeln gesehen werden: Reflektoren, Warnweste, Licht
Zu Fuß oder mit dem Rad auf Landstraßen, bei einer Panne oder auf dem Weg durch eine dunkle Stadt im Stromausfall: Wer nicht gesehen wird, ist in Gefahr. Fluoreszierende Farben wirken bei Tageslicht und Dämmerung, Reflektoren nur, wenn Licht auf sie fällt (z. B. Scheinwerfer), eigene Lampen immer. Am besten kombiniert man alles.
Geplante Themen (3)
- Notfallpfeifen
- Signallampen
- Reflektierende Signale
Funk und Satellit

Notfallinformationen per Radio bei Katastrophen
Fallen Strom, Internet oder Mobilfunk aus, bleibt ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio oft die verlässlichste Informationsquelle: Behörden geben Warnungen und Verhaltenshinweise über den Rundfunk heraus. Selbst funken darf man nur im Rahmen der jeweils geltenden Regeln – diese unterscheiden sich je nach Land.

Persönliche Notfunkbake (PLB): Funktion, Registrierung, Auslösen
Eine PLB sendet im Notfall ein Signal an ein internationales Satellitensystem für Such- und Rettungsdienste, meist mit GNSS-Position. Sie funktioniert weltweit ohne Mobilfunknetz und in der Regel ohne Abonnement, ist aber eine Einbahnstraße: Man kann nur Alarm geben, nicht kommunizieren. Registrierung und richtige Handhabung sind entscheidend.

Satelliten-Messenger und Satelliten-SOS am Telefon
Satelliten-Messenger senden über kommerzielle Satellitennetze Textnachrichten, Positionsdaten und – im Notfall – einen SOS-Alarm an eine Notrufzentrale. Anders als eine PLB ermöglichen sie meist Zwei-Wege-Kommunikation, brauchen aber ein Abonnement. Manche Smartphones bieten in bestimmten Ländern ebenfalls Notruf über Satellit.

Seefunk (UKW): Notruf mit MAYDAY – Grundlagen
Auf dem Wasser ist UKW-Seefunk das Standardmittel, um Hilfe zu rufen: Kanal 16 ist international für Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr reserviert, Geräte mit DSC senden auf Knopfdruck einen digitalen Notalarm. MAYDAY nur bei ernster, unmittelbarer Gefahr. Für Betrieb und Gerät sind in vielen Ländern Zeugnis und Lizenz nötig.

Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS): Grundlagen – nur mit Ausbildung
Ein LVS-Gerät sendet im Normalbetrieb ein Signal und kann im Suchmodus andere Geräte orten. Es hilft nur, wenn alle in der Gruppe eines tragen, es eingeschaltet und geprüft ist, Schaufel und Sonde dabei sind – und die Gruppe die Kameradenrettung regelmäßig geübt hat. Dieser Eintrag erklärt das Prinzip; die Suche selbst lernt man in einem Kurs.

Handfunkgeräte in Gruppe und Familie: Nutzung und Funkdisziplin
Einfache Handfunkgeräte (in Europa z. B. PMR446, anderswo andere Systeme) halten Gruppen und Familien auf kurze Distanz ohne Mobilfunknetz in Kontakt. Damit sie im Ernstfall funktionieren, braucht es erlaubte Geräte, einen vereinbarten Kanal mit Ausweichkanal, feste Rufzeiten und kurze, klare Funksprüche. Wer mithört, hört alles – Funk ist nicht privat.
Geplante Themen (3)
- Funkgrundlagen
- Satellitenkommunikation
- Offline-Kommunikation
Energie und Planung

Auffindbar bleiben: Tourenplan, an Ort bleiben, Spuren hinterlassen
Rettung beginnt, bevor man losgeht: Wer einen Tourenplan hinterlässt, wird früher vermisst und gezielter gesucht. Im Notfall hilft es meist, an einem gut sichtbaren Ort zu bleiben, Signale vorzubereiten und erreichbar zu sein. Muss man sich bewegen, Notizen und Markierungen hinterlassen.

Energieplan für Notfallkommunikation: Akkus, Kälte, Reserve
Telefon, Lampe, GPS und Satellitengerät helfen nur, solange sie Strom haben. Ein einfacher Energieplan – geladen starten, Reserve mitnehmen, Verbrauch senken, Akkus warm halten und eine feste Notreserve nicht anrühren – entscheidet oft darüber, ob ein Notruf noch möglich ist.

Wenn Netze überlastet sind: Nachrichten statt Anrufe
Nach großen Ereignissen versuchen alle gleichzeitig zu telefonieren, und Netze werden überlastet. Kurze Textnachrichten kommen dann oft eher durch als Anrufe. Mit einer vereinbarten Kontaktperson außerhalb des Gebiets, kurzen Statusmeldungen und freigehaltenen Leitungen für Notrufe erreicht man Angehörige zuverlässiger.
Geplante Themen (3)
- Batteriemanagement
- Energiesparen
- Kommunikationsplanung