Signalfeuer und Rauchzeichen
Feuer ist nachts, Rauch am Tag ein weithin sichtbares Signal – besonders für Luftfahrzeuge. Ein Signalfeuer wird vorbereitet, aber erst angezündet, wenn Retter in Hör- oder Sichtweite sind. Drei Feuer gelten verbreitet als Notzeichen. Die Brandgefahr ist erheblich: nur wo es sicher und erlaubt ist.
- Vorbereitung 30–60 Minuten; Anzünden in Sekunden

Einfach erklärt
Ein Feuer kann ein Signal sein: Nachts sieht man die Flammen weit, am Tag die Rauchsäule. Besonders aus einem Flugzeug oder Hubschrauber fällt so etwas auf. Drei Feuer im Dreieck oder in einer Reihe bedeuten an vielen Orten „Wir brauchen Hilfe“, weil ein normales Lagerfeuer nur eines ist.
Der Trick ist: Du baust das Signalfeuer vorher fertig auf, zündest es aber erst an, wenn du ein Flugzeug hörst oder Retter siehst. So sparst du Holz und Kraft. Grüne Blätter oder feuchte Zweige, die du dann auflegst, machen viel hellen Rauch.
Das Allerwichtigste: Feuer ist gefährlich. Ein Signalfeuer darf nur dort brennen, wo es sicher und erlaubt ist – nicht bei Trockenheit, nicht bei starkem Wind, nicht nahe an Bäumen oder trockenem Gras. Ein Waldbrand würde dich und andere in große Gefahr bringen.
Wie es funktioniert
Ein Signal fällt auf, wenn es sich von der Umgebung abhebt. Nachts sind Flammen in der Dunkelheit sehr auffällig. Am Tag sieht man Flammen dagegen schlecht, aber eine Rauchsäule, die über die Bäume steigt, kann weithin sichtbar sein. Wie weit genau, hängt stark von Wetter, Wind und Gelände ab und lässt sich nicht pauschal sagen.
Die Farbe des Rauchs sollte zum Hintergrund kontrastieren. Heller Rauch hebt sich vor dunklem Wald ab. Er entsteht, wenn du feuchtes, grünes Material – frische Blätter, Gras, Moos – auf ein bereits gut brennendes Feuer legst: Das Wasser darin verdampft und bildet zusammen mit unvollständig verbranntem Material dichten, hellen Rauch. Vor Schnee oder hellem Himmel wäre dunkler Rauch auffälliger.
Drei Feuer in einem Dreieck oder einer Linie, mit deutlichem Abstand zueinander, sind verbreitet als Notzeichen bekannt. Sie unterscheiden ein Notsignal von einem gewöhnlichen Lagerfeuer. Wenn Material, Gelände oder Kraft dafür nicht reichen, ist ein einziges gut vorbereitetes Feuer besser als drei halbe.
Sicherheit: darauf musst du achten
Die Brandgefahr ist das größte Risiko. Ein Signalfeuer kann einen Flächenbrand auslösen, der dich selbst einschließt und andere gefährdet. Mach es nur auf offenem, nicht brennbarem Untergrund – etwa Kies, Sand oder nacktem Fels – mit Abstand zu Bäumen, überhängenden Ästen und trockenem Bewuchs. Bei Trockenheit, Waldbrandgefahr oder starkem Wind kein Feuer. Beachte Feuerverbote und prüfe die lokalen Regeln.
Torf- und Moorboden sind ungeeignet: Dort kann sich Glut unbemerkt im Boden ausbreiten und noch lange später wieder aufflammen. Lass ein Feuer nie unbeaufsichtigt, halte Wasser oder Erde zum Löschen bereit und lösche es vollständig, wenn du es nicht mehr brauchst. Benutze keine Brandbeschleuniger wie Benzin oder Spiritus – die Dämpfe können explosionsartig aufflammen.
Kunststoff, Reifen oder Öl erzeugen zwar dunklen Rauch, aber auch giftige Dämpfe. Atme Rauch nicht ein und beobachte das Feuer von der Seite, aus der der Wind kommt. Manche Handbücher beschreiben, einen ganzen Baum anzuzünden; wegen des hohen Waldbrandrisikos wird das hier ausdrücklich nicht empfohlen.
Worauf es ankommt: Vorbereitung
Ein Signalfeuer muss in Sekunden brennen, wenn ein Flugzeug zu hören ist – denn es ist oft schnell wieder weg. Darum baust du es vorher komplett auf: unten trockener Zunder, darüber dünnes Anmachholz, dann dickeres Holz. Decke den Aufbau gegen Regen und Tau ab, etwa mit Rinde, einer Plane oder dichten Zweigen. Feuerzeug oder Streichhölzer bewahrst du trocken und griffbereit auf.
Leg das Material für den Rauch daneben bereit: grüne Zweige, frisches Laub, feuchtes Moos. Es kommt erst auf das Feuer, wenn es gut brennt, sonst erstickt es die Flammen. Wähle für das Feuer eine offene, von oben gut sichtbare Stelle – eine Lichtung, eine Kuppe, eine Kiesbank. Im dichten Wald bleibt der Rauch oft unter den Baumkronen hängen und wird nicht gesehen.
Wann es sinnvoll ist – und wann nicht
Ein Signalfeuer ist meist das letzte Mittel, wenn kein Telefon und kein Notsender zur Verfügung stehen, und vor allem dort sinnvoll, wo eine Suche aus der Luft zu erwarten ist und längeres Warten droht. Es wärmt nebenbei, kostet aber viel Material und Arbeit. Wind verweht den Rauch, Regen macht das Anzünden schwer.
In Zeiten zunehmender Trockenheit ist die Brandgefahr vielerorts größer geworden. Wenn du nicht sicher bist, dass ein Feuer an diesem Ort kontrollierbar und erlaubt ist, verzichte darauf und setze auf andere Signale: Spiegel, Lampe, farbige Tücher, Bodenzeichen und Pfeife.
Gut zu wissen
Feuer und Rauch gehören zu den ältesten Signalmitteln der Menschheit. Überlebenshandbücher beschreiben vorbereitete Signalfeuer, die Wahl der Rauchfarbe und drei Feuer als Notzeichen. Auf See ist orangefarbener Rauch ein international anerkanntes Notsignal; dafür gibt es spezielle Rauchsignale für Boote.
Ein Signalfeuer ist kein Spiel. Wer ohne Not ein Feuer als Notzeichen entzündet, riskiert einen Fehlalarm, der Rettungskräfte bindet – und dazu die Gefahr eines Brandes. Nach der Rettung muss jedes Feuer vollständig gelöscht sein.
Schritt für Schritt
Platz wählen
Suche eine offene, von oben gut sichtbare Stelle (Lichtung, Kuppe, Kiesbank) mit mineralischem Boden, fern von überhängenden Ästen und trockenem Gras.
- 1
Platz wählen
Suche eine offene, von oben gut sichtbare Stelle (Lichtung, Kuppe, Kiesbank) mit mineralischem Boden, fern von überhängenden Ästen und trockenem Gras.
- 2
Feuer vorbereiten
Baue Zunder, Anmachholz und Brennholz fertig auf und decke es gegen Regen ab. Lege grünes Laub oder feuchtes Material für Rauch daneben bereit.
- 3
Drei Feuer (wenn möglich)
Bei genug Material und sicherem Gelände drei Feuerstellen im Dreieck mit deutlichem Abstand vorbereiten.
- 4
Erst bei Bedarf anzünden
Zünde an, sobald du ein Flugzeug oder Retter hörst oder siehst. Am Tag dann rauchendes Material auflegen.
- 5
Beaufsichtigen und löschen
Feuer nie unbeaufsichtigt lassen. Wasser oder Erde zum Löschen bereithalten und das Feuer vollständig löschen, wenn es nicht mehr gebraucht wird.
Häufige Fehler
- Feuer erst vorbereiten, wenn das Flugzeug schon da ist
- Im dichten Wald, wo Rauch unter den Kronen bleibt
- Zu nahe an Bewuchs
- Material nicht trocken gehalten
- Feuer unbeaufsichtigt
Kurzüberblick
Material
Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl
Lokale Feuerverbote beachten.
Trockenes Brennholz
Nur dort sammeln, wo es erlaubt ist.
Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige
Zunder und Anmachholz trocken und griffbereit lagern
Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.
Geeignet für
- Abgelegene Gebiete mit Suche aus der Luft
- Nacht (Flamme) und Tag (Rauch)
- Längeres Warten auf Rettung
Ungeeignet für
- Trockenheit, Waldbrandgefahr, Feuerverbote
- Dichter Wald ohne Lichtung
- Torf- und Moorboden
Voraussetzungen
- Sicheres Feuermachen
- Offene, gut sichtbare Stelle ohne Brandgefahr
Sicherheit
- Kunststoffe, Reifen oder Öl erzeugen zwar dunklen Rauch, aber giftige Dämpfe. Nicht einatmen; Rauch von der Windseite aus beobachten.
- Notsignale nur in echter Not verwenden. Fehlalarme binden Rettungskräfte und können in vielen Ländern Kosten oder Strafen nach sich ziehen. Versehentliche Alarme sofort melden.
So funktioniert es
Licht und Rauch heben sich von der Umgebung ab, wenn sie mit ihr kontrastieren: Flammen in der Dunkelheit, heller Rauch vor dunklem Wald, dunkler Rauch vor Schnee oder hellem Himmel. Feuchtes, grünes Material auf einem gut brennenden Feuer erzeugt viel hellen Rauch. Drei Feuer in Dreieck- oder Linienform unterscheiden ein Notsignal von einem Lagerfeuer.
Vorteile
- Nachts weithin sichtbar
- Rauch auch am Tag auffällig
- Wärmt zugleich
Nachteile
- Hohe Brandgefahr
- Viel Material und Arbeit
- Wind verweht Rauch, Regen erschwert das Anzünden
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Feuer und Rauch gehören zu den ältesten Signalmitteln. Überlebenshandbücher wie FM 3-05.70 beschreiben vorbereitete Signalfeuer, Rauchfarbe und drei Feuer als Notzeichen. Im Seeverkehr ist orangefarbener Rauch ein international anerkanntes Notsignal.
Heute ist ein Feuer meist das letzte Mittel, wenn Telefon und Notsender fehlen. Die Brandgefahr hat in Zeiten zunehmender Trockenheit an Bedeutung gewonnen.
Varianten
- Einzelner Baum als Fackel – nicht empfohlen
- Manche Handbücher beschreiben das Anzünden eines einzelnen Baumes. Wegen des hohen Waldbrandrisikos wird das hier nicht empfohlen.
Häufige Fehler
- Feuer erst vorbereiten, wenn das Flugzeug schon da ist
- Im dichten Wald, wo Rauch unter den Kronen bleibt
- Zu nahe an Bewuchs
- Material nicht trocken gehalten
- Feuer unbeaufsichtigt
Grenzen und Risiken
- Keine Sichtweitenangaben – stark wetterabhängig
- Keine Rechtsauskunft zu Feuerverboten
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl
- Feuerstahl (Vor dem Ernstfall üben.), Schlagstahl und harter Stein (Kohlenstoffstahl, kein Edelstahl.), Feuerbohr-Set (Bogen, Spindel, Brett, Druckstück) (Nur trockenes Holz verwenden.), Brennglas / Lupe (Nie in der Sonne liegen lassen – Brandgefahr.), Feuerkolben (Dichtung pflegen.)
- Trockenes Brennholz
- Zunder (Wasserdicht verpackt mitführen.), Zunderstoff (verkohlte Baumwolle) (Trocken in einer Dose lagern.), Feinste Stahlwolle (Getrennt von Batterien lagern – Brandgefahr.), Kienspan (harzreiches Holz) (Nur totes Holz sammeln, wo erlaubt.), Kocherbrennstoff (Kartusche, Benzin, Spiritus) (Brennstoffe getrennt von Lebensmitteln und in Originalbehältern bzw. dafür vorgesehenen Flaschen lagern.), Watte mit Vaseline (Nur reine Baumwolle verwenden.)
- Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige
- Isomatte, Rucksack, Trockene Wechselkleidung (Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.), Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Signalfeuer, Rauch und drei Feuer als Notzeichen
International Maritime Organization (IMO) (1972): Convention on the International Regulations for Preventing Collisions at Sea, 1972 (COLREGs) – Annex IV: Distress signals
Orangefarbener Rauch und Flammen als Seenotsignale
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Sicherer Umgang mit Feuer und Löschen