
Reisen und Expeditionen
Gut vorbereitet in abgelegene Regionen
Vorbereitung, Kommunikation und Vorsorge für Touren und Reisen fernab der Infrastruktur.
Vorbereitung

Reisedokumente prüfen und Kopien sichern
Ein verlorener oder abgelaufener Pass kann eine Reise beenden, bevor sie beginnt – oder im Ausland viel Zeit kosten. Wer Gültigkeit und Einreisebestimmungen rechtzeitig prüft, Kopien getrennt von den Originalen aufbewahrt und wichtige Nummern auf Papier dabeihat, kann Verlust oder Diebstahl deutlich schneller klären.

Reiseversicherung prüfen: Was ist wirklich abgedeckt?
Eine Behandlung oder ein Rücktransport im Ausland kann sehr teuer werden. Vor der Reise lohnt ein gezielter Blick in die Bedingungen: Gilt der Schutz im Zielland, für die geplanten Aktivitäten und für bestehende Erkrankungen? Ist Rücktransport enthalten? Wie lautet die Notfallnummer der Versicherung?

Naturgefahren am Reiseziel recherchieren
Hurrikane, Monsunregen, Erdbeben, Waldbrände, Hitze oder Tsunamis sind an vielen Reisezielen möglich, oft saisonal. Wer vor der Reise die offiziellen Reisehinweise und die regionalen Warnsysteme kennt und weiß, wie man sich vor Ort verhält, kann im Ernstfall schneller richtig reagieren.

Plan für Flugausfall und gestrandet am Flughafen
Streiks, Unwetter, Vulkanasche oder technische Probleme können Flüge kurzfristig streichen. Wer Medikamente, Ladegerät und Wechselkleidung im Handgepäck hat, Buchungsdaten offline speichert und weiß, wo Umbuchung und Passagierrechte geregelt sind, bleibt handlungsfähig.

Mietwagen vor der Abfahrt prüfen
Ein fremdes Auto in einem fremden Land: Reifen, Licht, Ersatzrad, Warnausrüstung und die Bedienung von Warnblinker, Licht und Scheibenwischern sollten vor der Abfahrt klar sein. Ebenso wichtig: Pannennummer des Vermieters, Tankart und die örtlichen Pflichtausstattungen.

Wandern und Bergtouren im Ausland: Rettung, Notruf und Versicherung klären
Im Ausland gelten andere Notrufnummern, Rettungsorganisationen, Wegmarkierungen und manchmal Kostenregeln für Bergungen. Vor der Tour klären: Wie erreiche ich die örtliche Rettung, deckt meine Versicherung Suche und Hubschrauberbergung, wo ist die nächste Hütte oder Siedlung, und wer weiß, wann ich zurück sein will?
Geplante Themen (5)
- Tourenvorbereitung
- Routenplanung
- Ausrüstungsauswahl
- Offline-Karten
- Dokumentensicherung
Sicherheit unterwegs

Reisehinweise lesen und beim Außenministerium registrieren
Viele Länder bieten ihren Staatsangehörigen an, sich vor oder während einer Auslandsreise freiwillig zu registrieren. Bei Naturkatastrophen, Unruhen oder Evakuierungen kann die Auslandsvertretung Registrierte dann gezielt informieren und erreichen. Zusammen mit den offiziellen Reise- und Sicherheitshinweisen ist das eine der einfachsten Vorsorgemaßnahmen.

Notfallausstattung im Auto und Grundlagen für Winterfahrten
Eine Panne, ein Stau im Schneesturm oder eine gesperrte Straße können Stunden kosten. Eine kleine Grundausstattung im Fahrzeug – Warnmittel, Licht, warme Kleidung, Wasser, Proviant, Ladegerät – und ein Fahrzeug, das für den Winter vorbereitet ist, machen solche Situationen deutlich sicherer.

Im Fahrzeug festsitzen: Schnee, Kälte, Kohlenmonoxid
Wer im Schnee oder Stau festsitzt, ist im Fahrzeug meist sicherer als zu Fuß im Schneesturm. Die größte versteckte Gefahr ist Kohlenmonoxid: Ist der Auspuff zugeschneit, können Abgase in den Innenraum gelangen. Auspuff freihalten, Motor nur kurz laufen lassen, leicht lüften, warm anziehen und sichtbar bleiben.

Mit dem Auto evakuieren: Route, Tank, Gefahren unterwegs
Bei einer Evakuierung sind viele Menschen gleichzeitig unterwegs, Straßen können gesperrt, überflutet oder verstopft sein, und Tankstellen fallen aus. Wer früh fährt, die von den Behörden genannten Routen nutzt, einen vollen Tank hat und nie durch überflutete Straßen fährt, kommt sicherer an.

Brandschutz in Hotel und Unterkunft: Fluchtweg kennen
In einer fremden Unterkunft kennt man die Fluchtwege nicht – nachts und bei Rauch findet man sie kaum. Zwei Minuten nach dem Einchecken genügen: zwei Ausgänge suchen, Türen bis zum Treppenhaus zählen, Schlüssel und Taschenlampe ans Bett legen. Im Brandfall nie den Aufzug benutzen.

Pass im Ausland verloren oder gestohlen: was jetzt
Ein verlorener Pass ist ärgerlich, aber lösbar. Meist sind die Schritte: Verlust bei der örtlichen Polizei anzeigen, die Botschaft oder das Konsulat des eigenen Landes kontaktieren, einen Ersatz- oder Notreiseausweis beantragen und gestohlene Karten sperren. Kopien und Notfallnummern beschleunigen alles.

Panne auf der Autobahn: sicher anhalten und aussteigen
Auf schnellen Straßen ist nicht die Panne selbst das größte Risiko, sondern der vorbeifahrende Verkehr. So weit rechts wie möglich (bzw. auf der Seite des Seitenstreifens) anhalten, Warnblinker an, Warnweste schon im Auto anziehen, auf der verkehrsabgewandten Seite aussteigen und hinter der Schutzplanke warten. Warndreieck und Details nach örtlichen Regeln.

Mit Kindern unterwegs: Notfallkarte und Plan bei Trennung
An Bahnhöfen, Flughäfen, Stränden oder auf Festen gehen Kinder leicht verloren. Eine Notfallkarte mit Kontaktnummer in der Tasche, ein aktuelles Foto auf dem Handy der Eltern, ein vereinbarter Treffpunkt und eine einfache Regel („Bleib stehen und frag eine Frau mit Kind oder jemanden in Uniform/an der Kasse“) helfen, schnell wieder zusammenzufinden.

Notfallkarte für die Reise erstellen
Ist das Handy leer, gestohlen oder gesperrt, fehlen plötzlich alle Nummern. Eine kleine Karte auf Papier mit Notfallkontakten (mit Ländervorwahl), lokaler Notrufnummer, Botschaft, Versicherung, Unterkunft sowie Allergien und wichtigen Medikamenten hilft einem selbst und Helfenden.

Nachts und auf abgelegenen Straßen fahren
Nachts sind Sicht und Reaktionszeit eingeschränkt, Müdigkeit nimmt zu und auf einsamen Straßen ist Hilfe weit. Ausgeruht starten, regelmäßig Pausen machen, voll tanken, Route und Funklöcher kennen und jemandem die geplante Ankunft mitteilen – oder die Fahrt auf den Tag verschieben.

Sicher auf Fähren und Booten: Einweisung, Rettungswesten, Sammelstelle
Auf Fähren, Ausflugsbooten und kleinen Booten entscheiden die ersten Minuten nach dem Ablegen: Sicherheitseinweisung anhören, Rettungswesten und Sammelstelle finden und bei kleinen Booten die Weste tragen. Überladene oder offensichtlich unsichere Boote besser nicht besteigen.

Zug steht still oder wird evakuiert: richtig verhalten
Bleibt ein Zug auf freier Strecke oder im Tunnel stehen, ist der Zug in aller Regel der sicherste Ort. Gleise sind lebensgefährlich: andere Züge, Stromschienen und Oberleitungen. Aussteigen nur auf Anweisung des Personals oder bei unmittelbarer Gefahr im Zug (Feuer, Rauch). Wasser, Snack, warme Kleidung und geladenes Handy machen lange Wartezeiten erträglich.

Notfall auf dem Kreuzfahrtschiff: Musterübung ernst nehmen, Crew folgen
Auf großen Schiffen hängt im Notfall alles an Ordnung: Jeder Passagier hat eine Sammelstation, die bei der Sicherheitsübung (Musterung) gezeigt wird. Wer sie kennt, den Weg einmal gegangen ist und beim Generalalarm ruhig mit warmer Kleidung, Medikamenten und Schwimmweste (falls angewiesen) dorthin geht, macht der Crew die Arbeit leichter. Kabinen nicht nach Angehörigen absuchen, sondern Treffpunkt vorher vereinbaren.

Diebstahl und Betrug auf Reisen vorbeugen – gelassen statt misstrauisch
Die meisten Reisedelikte sind Taschendiebstahl und Tricks, keine Gewalt. Wenige Gewohnheiten genügen: Geld und Karten aufteilen, Wertsachen körpernah und unauffällig tragen, bei Ablenkung (Gedränge, „Hilfe“, verschüttete Getränke) die Hand an die Tasche, ungefragte Angebote freundlich ablehnen. Bei einem Raub: Wertsachen hergeben, nicht wehren.

Naturkatastrophe im Ausland: örtlichen Behörden folgen, Lebenszeichen geben
Erdbeben, Wirbelsturm, Überschwemmung oder Waldbrand am Urlaubsort: Zuerst gelten die Anweisungen der örtlichen Behörden, des Hotels oder Reiseveranstalters – Warnungen, Evakuierungen, Schutzräume. Dann ein kurzes Lebenszeichen an Angehörige, Kontakt mit der eigenen Auslandsvertretung, wenn Hilfe gebraucht wird, und Versicherer informieren. Nicht auf eigene Faust zu Katastrophenorten fahren.
Geplante Themen (5)
- Notfallkontakte
- Internationale Notrufsysteme
- Notfallkommunikation
- Sicherheit beim Camping
- Fahrzeugpannen
Gesundheit

Gesundheitliche Reisevorbereitung und Reiseapotheke
Gesundheitliche Vorbereitung beginnt Wochen vor der Abreise: ärztliche oder reisemedizinische Beratung zu Impfungen und Risiken am Reiseziel, ausreichend eigene Medikamente im Handgepäck, eine passende Krankenversicherung für das Ausland und eine kleine Reiseapotheke, deren Inhalt mit Ärztin oder Apotheker abgestimmt ist.

Sicher essen und trinken auf Reisen
Wo Trinkwasser und Lebensmittelhygiene unsicher sind, ist Reisedurchfall häufig. Gut durchgegarte, heiß servierte Speisen, Wasser aus verschlossenen Flaschen oder selbst aufbereitetes Wasser und konsequente Handhygiene senken das Risiko. Kein Verfahren bietet vollständige Sicherheit.

Hitze und Kälte am Reiseziel: die ersten Tage vorsichtig angehen
Wer aus dem Winter in die Tropen fliegt oder umgekehrt, ist an das neue Klima nicht gewöhnt. Der Körper braucht Tage, um sich an Hitze anzupassen; vor Kälte schützt vor allem passende Kleidung. Die ersten Tage mit kurzen Etappen, viel Trinken, Schatten und Pausen planen und Warnzeichen von Hitze- oder Kälteschäden kennen.

Jetlag und Reisemüdigkeit: keine wichtigen Entscheidungen übermüdet treffen
Nach langen Flügen und Zeitverschiebung sind Aufmerksamkeit, Reaktion und Urteilsvermögen oft tagelang eingeschränkt. Darum: am Ankunftstag möglichst nicht Auto fahren, keine riskanten Touren, keine wichtigen Verträge. Tageslicht, Mahlzeiten und Schlaf nach Ortszeit helfen der inneren Uhr; Medikamente gegen Jetlag nur nach ärztlicher Beratung.

Mit Medikamenten reisen: Dokumente, Handgepäck, Zoll
Dauermedikamente gehören ins Handgepäck, in Originalverpackung, mit Reserve für Verspätungen und einer ärztlichen Bescheinigung (am besten auch auf Englisch) mit Wirkstoffnamen. Manche Medikamente – etwa bestimmte Schmerz-, Schlaf- oder ADHS-Mittel – sind in einigen Ländern streng geregelt oder verboten. Darum vor der Reise die Regeln des Ziel- und Transitlandes bei offiziellen Stellen prüfen.
Geplante Themen (2)
- Medizinische Vorsorge
- Reiseapotheke