Gesundheitliche Reisevorbereitung und Reiseapotheke
Gesundheitliche Vorbereitung beginnt Wochen vor der Abreise: ärztliche oder reisemedizinische Beratung zu Impfungen und Risiken am Reiseziel, ausreichend eigene Medikamente im Handgepäck, eine passende Krankenversicherung für das Ausland und eine kleine Reiseapotheke, deren Inhalt mit Ärztin oder Apotheker abgestimmt ist.
- Beratung mehrere Wochen vor der Reise einplanen (manche Impfungen brauchen Zeit); Packen ca. 30 Minuten

Einfach erklärt
In einem anderen Land ist vieles anders: das Wetter, das Essen, manchmal auch die Krankheiten, die es dort gibt, und die Ärzte und Krankenhäuser. Damit du gesund bleibst, bereitest du dich vor – so wie du vor einer Wanderung die Schuhe prüfst und eine Jacke einpackst.
Ein paar Wochen vor der Reise gehst du zu einer Ärztin, einem Arzt oder einer reisemedizinischen Beratung. Dort erfährst du, welche Impfungen und welcher Schutz für dein Reiseziel sinnvoll sind. Manche Impfungen brauchen mehrere Termine, darum rechtzeitig anfangen. Deine eigenen Medikamente nimmst du ins Handgepäck mit, damit sie nicht mit dem Koffer verloren gehen.
Das Wichtigste: Was du einnimmst und welche Impfungen du brauchst, entscheidet die ärztliche oder reisemedizinische Beratung – nicht eine Liste im Internet. Und wenn du unterwegs hohes Fieber, Atemnot oder starke Schmerzen hast, suchst du sofort ärztliche Hilfe oder wählst die örtliche Notrufnummer (in der EU 112).
Wie es funktioniert
Am Reiseziel können andere Krankheitserreger vorkommen als zu Hause, das Klima kann den Körper stärker fordern, und die medizinische Versorgung kann anders organisiert sein oder weiter entfernt liegen. Gesundheitliche Vorbereitung setzt an drei Stellen an: vermeidbare Risiken verringern, die Versorgung mit eigenen Medikamenten sichern und vorab klären, wie Behandlung und Rücktransport im Ernstfall organisiert und bezahlt werden.
Welche Impfungen, Vorbeugemaßnahmen und Medikamente sinnvoll sind, hängt von vielen Dingen ab: vom Reiseziel, von der Jahreszeit, von der Art der Reise und von deiner eigenen Gesundheit. Darum gibt es dafür keine allgemeine Packliste. Das gehört in eine persönliche Beratung bei einer Ärztin, einem Arzt oder einer reisemedizinischen Stelle. Diese Seite nennt deshalb bewusst keine Impf- oder Medikamentenempfehlungen.
In vielen Ländern bieten Gesundheitsbehörden, Tropeninstitute und reisemedizinische Praxen länderspezifische Informationen an. Das CDC Yellow Book der US-Gesundheitsbehörde ist ein bekanntes Nachschlagewerk, das unter anderem Reisevorbereitung und Reiseapotheken behandelt.
Worauf es ankommt
Zeit ist der wichtigste Faktor. Plane die Beratung einige Wochen vor der Abreise ein, denn manche Impfungen brauchen mehrere Termine oder etwas Zeit, bis der Schutz aufgebaut ist. Wer erst wenige Tage vorher kommt, hat oft weniger Möglichkeiten. Bring zur Beratung deine Reiseroute, die Reisedauer und die Art der Unterkünfte mit, und erzähl von Vorerkrankungen und Allergien.
Deine Dauermedikamente nimmst du in ausreichender Menge plus einer Reserve mit, und zwar im Handgepäck und in der Originalverpackung. Aufgegebenes Gepäck kann verloren gehen oder Tage später ankommen. Eine Liste mit den Wirkstoffnamen hilft, weil Medikamente im Ausland oft unter anderen Handelsnamen verkauft werden.
Für manche Medikamente gelten bei der Einreise besondere Regeln oder sogar Verbote. Frag deshalb vorab beim Zielland oder dessen Botschaft nach und nimm eine ärztliche Bescheinigung mit. Den Inhalt deiner Reiseapotheke stimmst du mit Ärztin, Arzt oder Apotheke ab, passend zu Reiseziel, Dauer und Mitreisenden wie Kindern. Verbandmaterial und Pflaster gehören fast immer dazu.
Vorbeugung unterwegs
Vieles, was dich unterwegs krank machen kann, lässt sich mit einfachen Gewohnheiten verringern. Dazu gehören Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene (siehe den Eintrag zu Essen und Trinken auf Reisen), Schutz vor Sonne und Hitze und – wenn die Beratung dazu rät – Schutz vor Mückenstichen, zum Beispiel mit langer Kleidung.
Schreib deine Blutgruppe (falls bekannt), Allergien, Vorerkrankungen und Notfallkontakte auf eine Karte und trag sie bei deinen Dokumenten. Wenn du einmal nicht selbst sprechen kannst, wissen Helfer so trotzdem das Wichtigste. Prüfe außerdem vor der Reise, ob Behandlung im Ausland und Rücktransport versichert sind, und notiere die Notrufnummer deiner Versicherung.
Sicherheit: darauf musst du achten
Eine Reiseapotheke ist für Kleinigkeiten gedacht, nicht für die Selbstbehandlung ernster Erkrankungen. Bei hohem Fieber, Atemnot, starken Schmerzen oder Bewusstseinsstörungen suchst du sofort ärztliche Hilfe oder wählst die örtliche Notrufnummer (in der EU 112). Danach informierst du die Notrufnummer deiner Versicherung, die oft bei der Suche nach einer geeigneten Klinik helfen kann.
Auch Beschwerden, die erst nach der Rückkehr auftreten, können mit der Reise zusammenhängen. Erzähl der Ärztin oder dem Arzt dann, wo du warst. Das hilft, an die richtigen Ursachen zu denken.
Typische Situationen
Bei einer Fernreise in ein tropisches Land ist die Beratung meist ausführlicher, weil dort andere Krankheitsrisiken bestehen. Wer chronisch krank ist oder regelmäßig Medikamente braucht, sollte zusätzlich mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt über die Reise sprechen, etwa über Zeitverschiebung oder Hitze.
Für Expeditionen und Reisen fernab medizinischer Versorgung braucht es mehr: einen Erste-Hilfe-Kurs, eine umfangreichere, ärztlich abgestimmte Ausrüstung und einen Plan, wie im Notfall Hilfe gerufen und eine Rettung organisiert wird. Je weiter das nächste Krankenhaus entfernt ist, desto wichtiger wird diese Planung.
Schritt für Schritt
Beratung einholen
Einige Wochen vor der Reise ärztliche oder reisemedizinische Beratung einholen: Impfungen, Vorbeugung, Risiken am Reiseziel. Manche Impfungen brauchen mehrere Termine.
- 1
Beratung einholen
Einige Wochen vor der Reise ärztliche oder reisemedizinische Beratung einholen: Impfungen, Vorbeugung, Risiken am Reiseziel. Manche Impfungen brauchen mehrere Termine.
- 2
Versicherung prüfen
Klären, ob Behandlung im Ausland und Rücktransport versichert sind. Versicherungsnummer und Notrufnummer der Versicherung notieren.
- 3
Eigene Medikamente
Dauermedikamente in ausreichender Menge plus Reserve in Originalverpackung im Handgepäck mitnehmen, dazu eine Liste mit Wirkstoffnamen und gegebenenfalls eine ärztliche Bescheinigung.
- 4
Reiseapotheke abstimmen
Inhalt der Reiseapotheke mit Ärztin oder Apotheke abstimmen, passend zu Reiseziel, Dauer und Mitreisenden (z. B. Kinder). Verbandmaterial und Pflaster gehören fast immer dazu.
- 5
Vorbeugung unterwegs
Auf Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene, Sonnen- und Hitzeschutz sowie Mückenschutz achten, wenn die Beratung dazu rät.
- 6
Informationen dabeihaben
Blutgruppe (falls bekannt), Allergien, Vorerkrankungen und Notfallkontakte auf einer Karte notieren und bei den Dokumenten tragen.
Häufige Fehler
- Beratung erst wenige Tage vor der Abreise
- Medikamente nur im aufgegebenen Gepäck
- Keine Bescheinigung für Medikamente mit Einfuhrbeschränkungen
- Auslandskrankenversicherung nicht geprüft
- Reiseapotheke ohne Abstimmung auf Reisende und Ziel
Kurzüberblick
Material
Medikamentenvorrat
Eigene Dauermedikamente mit Reserve
Vorratshaltung verschreibungspflichtiger Medikamente mit Arzt oder Apotheke absprechen; Lagerhinweise und Verfallsdaten beachten.
Erste-Hilfe-Set (Haushalt)
Kompakte Reiseversion
Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs; Inhalt regelmäßig auf Vollständigkeit und Ablaufdaten prüfen.
Kopien der Reisedokumente
Inklusive Versicherungsnachweis und Medikamentenliste
Getrennt von den Originalen aufbewahren; digitale Kopien nur geschützt speichern.
Geeignet für
- Fernreisen und Reisen in Regionen mit anderen Krankheitsrisiken
- Reisende mit Dauermedikation oder chronischen Erkrankungen
- Expeditionen fernab medizinischer Versorgung
Ungeeignet für
- Selbstbehandlung ernster Erkrankungen unterwegs
- Ersatz für ärztliche Beratung
Voraussetzungen
- Rechtzeitiger Termin bei Hausarzt, Reisemedizin oder Apotheke
- Kenntnis eigener Vorerkrankungen und Allergien
Sicherheit
- Welche Impfungen, Vorbeugemaßnahmen und Medikamente sinnvoll sind, hängt vom Reiseziel, der Jahreszeit und der eigenen Gesundheit ab. Das gehört in eine ärztliche oder reisemedizinische Beratung, nicht in eine allgemeine Packliste.
- Für manche Medikamente gelten bei der Einreise besondere Regeln oder Verbote. Vorab beim Zielland bzw. dessen Vertretung nachfragen und eine ärztliche Bescheinigung mitführen.
So funktioniert es
Am Reiseziel können andere Krankheitserreger, Klimabedingungen und eine andere medizinische Versorgung herrschen. Vorbereitung verringert vermeidbare Risiken (z. B. durch Impfungen und Mückenschutz), sichert die Versorgung mit eigenen Medikamenten und sorgt dafür, dass im Ernstfall Behandlung und Rücktransport organisiert und bezahlt werden können.
Vorteile
- Vermeidet viele vorhersehbare Gesundheitsprobleme
- Sichert die eigene Medikation
- Klärt Kosten im Ernstfall vorab
Nachteile
- Erfordert Vorlaufzeit
- Beratung und Impfungen können Kosten verursachen
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Das CDC Yellow Book der US-Gesundheitsbehörde ist ein bekanntes Nachschlagewerk zur Reisemedizin und behandelt unter anderem Reisevorbereitung, Impfungen und Reiseapotheken. In vielen Ländern bieten Gesundheitsbehörden, Tropeninstitute und reisemedizinische Praxen länderspezifische Empfehlungen.
Dieser Eintrag gibt bewusst keine Medikamenten- oder Impfempfehlungen: Sie hängen von Person, Ziel und aktueller Lage ab und gehören in eine individuelle Beratung.
Varianten
- Expeditionen und abgelegene Regionen
- Fernab medizinischer Versorgung sind ein Erste-Hilfe-Kurs, eine umfangreichere, ärztlich abgestimmte Ausrüstung und ein Plan für Notrufe und Rettung notwendig.
Häufige Fehler
- Beratung erst wenige Tage vor der Abreise
- Medikamente nur im aufgegebenen Gepäck
- Keine Bescheinigung für Medikamente mit Einfuhrbeschränkungen
- Auslandskrankenversicherung nicht geprüft
- Reiseapotheke ohne Abstimmung auf Reisende und Ziel
Grenzen und Risiken
- Keine Impf- oder Medikamentenempfehlungen
- Keine Behandlungsanleitungen
Quellen
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel
Reisemedizinische Vorbereitung, Impfberatung, Reiseapotheke
European Commission: 112 – the European emergency number
Europäische Notrufnummer 112