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Abgedunkelte Wohnung an einem heißen Tag, ältere Person ruht mit einem Glas Wasser

Es ist Hitzewelle und zu Hause wird es sehr heiß

Die Hitze hält seit Tagen an, die Wohnung kühlt auch nachts nicht mehr ab – für Ältere, Kranke und kleine Kinder kann das gefährlich werden.

Zuerst

  1. Regelmäßig über den Tag verteilt trinken; wer eine ärztlich vorgegebene Trinkmenge hat, hält sich daran.
  2. Anstrengung in den heißesten Stunden vermeiden, Schatten und kühlere Räume nutzen.
  3. Tagsüber Sonne aus der Wohnung halten (Vorhänge, Rollläden) und lüften, wenn es draußen kühler ist.
  4. Ältere, kranke oder allein lebende Menschen regelmäßig anrufen oder besuchen.

Notruf wählen bei

  • Verwirrtheit, ungewöhnliches Verhalten oder Taumeln in der Hitze
  • Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit
  • Hitzeerschöpfung bessert sich nicht rasch oder verschlechtert sich

Was gerade passiert

Eine Hitzewelle ist selten an einem einzelnen Tag gefährlich, sondern durch ihre Dauer. Mauern, Dach und Möbel speichern Wärme. Nach einigen heißen Tagen kühlt die Wohnung auch nachts kaum noch ab, besonders unter dem Dach, in Wohnungen mit großen Fenstern nach Süden oder Westen und in dicht bebauten Stadtvierteln. Der Körper bekommt dann keine Erholungspause mehr, der Schlaf wird schlecht, Kreislauf und Herz arbeiten dauerhaft unter Last.

Der Körper kühlt sich vor allem durch Schwitzen. Das kostet Wasser und Salz und funktioniert schlechter, wenn die Luft feucht ist. Ältere Menschen spüren Durst und Hitze oft weniger, manche Medikamente beeinflussen den Wasser- und Wärmehaushalt, und Säuglinge und Kleinkinder überhitzen schneller. Viele Betroffene merken selbst nicht, wie schlecht es ihnen geht – Hitze macht müde und kann das Denken trüben, bevor sie bedrohlich wird.

Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend: zuerst Müdigkeit, Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit oder Muskelkrämpfe – Zeichen einer Hitzeerschöpfung. Werden sie übergangen, kann ein Hitzschlag folgen: Verwirrtheit, ungewöhnliches Verhalten, Taumeln, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit. Ein Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher Notfall.

Was realistisch hilft, ist unspektakulär, aber wirksam: die Wohnung tagsüber verschatten und nachts lüften, regelmäßig trinken, Anstrengung in die kühlen Stunden verlegen, den Körper mit Wasser kühlen und täglich nach gefährdeten Menschen sehen. Ein häufiger Irrtum ist, tagsüber die Fenster offen zu lassen, um „frische Luft“ hereinzulassen – damit holt man sich die heiße Luft ins Haus.

Schritt für Schritt

  1. Phase 1

    Wenn die Hitzewelle angekündigt ist

    • Hitzewarnungen des Wetterdienstes oder der Warn-App verfolgen.
    • Überlegen, welcher Raum am kühlsten bleibt (etwa Nordseite oder unteres Stockwerk), und dort Schlaf- und Aufenthaltsplatz einrichten.
    • Getränke, leichte Lebensmittel und nötige Medikamente besorgen, damit du nicht in der Mittagshitze losmusst.
    • Mit Angehörigen und Nachbarn absprechen, wer täglich nach wem sieht.
    • Wer Medikamente nimmt oder eine ärztlich vorgegebene Trinkmenge hat: Fragen zur Hitze vorher mit Arztpraxis oder Apotheke klären.
  2. Phase 2

    Tagsüber

    • Fenster geschlossen halten, solange es draußen wärmer ist als drinnen; Rollläden, Außenjalousien oder Vorhänge schließen.
    • Regelmäßig über den Tag verteilt trinken, nicht erst bei Durst; Wasser, verdünnte Säfte oder ungesüßter Tee eignen sich gut.
    • Leichte, wasserreiche Mahlzeiten statt schwerer Gerichte; Alkohol meiden.
    • Einkäufe, körperliche Arbeit und Sport in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen.
    • Den Körper kühlen: kühl duschen, feuchte Tücher auf Nacken und Arme legen, die Füße in kühles Wasser stellen.
    • Locker sitzende, helle Kleidung aus leichten Stoffen tragen.
  3. Phase 3

    Abends und nachts

    • Lüften, sobald es draußen kühler ist als drinnen – am besten mit Durchzug in der Nacht und am frühen Morgen.
    • Leichtes Bettzeug verwenden, eventuell nur ein Laken, und im kühlsten Raum schlafen.
    • Ein Ventilator kann angenehm sein, bringt bei sehr hoher Raumtemperatur aber wenig – dann helfen Wasser auf der Haut und kühlere Orte mehr.
    • Ein Glas Wasser griffbereit neben das Bett stellen.
  4. Phase 4

    Wenn jemand Beschwerden bekommt

    • Bei Schwäche, Schwindel, Kopfschmerz oder Übelkeit: Anstrengung beenden, an einen kühlen Ort bringen, hinlegen, Kleidung lockern, mit Wasser kühlen.
    • Nur wache Menschen, die sicher schlucken können, trinken lassen.
    • Bessert sich der Zustand nicht rasch oder wird er schlechter: Notruf wählen.
    • Bei Verwirrtheit, Taumeln, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) wählen und bis zum Eintreffen der Hilfe mit allen verfügbaren Mitteln kühlen – nasse Tücher, kühles Wasser, Luft zufächeln, Schatten.
    • Ist jemand bewusstlos, atmet aber normal: in die stabile Seitenlage bringen, wenn du das gelernt hast, und die Atmung beobachten.

Worauf du achten musst

  • Ältere und chronisch kranke Menschen

    Sie haben oft weniger Durstgefühl, schwitzen schlechter und nehmen Medikamente, die die Hitzeverträglichkeit beeinflussen können. Medikamente nicht eigenmächtig absetzen, sondern Fragen ärztlich klären.

  • Hitzschlag erkennen

    Warnzeichen sind Verwirrtheit, ungewöhnliches Verhalten, Taumeln, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit; die Haut kann heiß und trocken, aber auch noch feucht sein. Nicht abwarten – Notruf wählen und sofort kühlen.

  • Medikamente richtig lagern

    Viele Medikamente vertragen keine hohen Temperaturen. Lagerhinweise auf Packung oder Beipackzettel beachten und Medikamente am kühlsten Ort der Wohnung aufbewahren – nicht im Auto und nicht auf der Fensterbank.

  • Auto und Kinderwagen

    Ein geparktes Auto heizt sich in der Sonne schnell stark auf – niemals Kinder oder Tiere darin lassen, auch nicht kurz. Den Kinderwagen nicht mit einem Tuch abdecken, darunter staut sich die Hitze.

  • Trinken mit Augenmaß

    Regelmäßig zu trinken ist wichtig, große Mengen auf einmal sind aber nicht besser. Wer wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung eine vorgegebene Trinkmenge hat, hält sich daran und klärt Anpassungen mit der Arztpraxis.

  • Alleinlebende

    Wer allein lebt, kann sich bei Hitze unbemerkt verschlechtern. Tägliche Anrufe oder Besuche helfen, Probleme früh zu bemerken.

Häufige Fehler

  • Tagsüber die Fenster öffnen und so die heiße Luft hereinlassen.
  • Erst trinken, wenn der Durst kommt.
  • In der Mittagshitze einkaufen, Rasen mähen oder Sport treiben.
  • Alkohol als „Erfrischung“ trinken.
  • Verwirrtheit oder Taumeln für normale Müdigkeit halten und abwarten.
  • Sich darauf verlassen, dass ein Ventilator auch bei extremer Hitze ausreicht.

Vorher vorbereiten

  • Außenliegender Sonnenschutz wie Rollläden, Markisen oder Außenjalousien hält mehr Wärme draußen als Vorhänge innen.
  • Ein Thermometer in der Wohnung, um zu sehen, wann Lüften sinnvoll ist.
  • Kühle Orte in der Nähe kennen: klimatisierte öffentliche Gebäude, Bibliotheken, Kirchen oder von der Stadt ausgewiesene kühle Räume.
  • Mit Arztpraxis oder Apotheke klären, ob deine Medikamente bei Hitze besondere Aufmerksamkeit brauchen.
  • Eine Kontaktliste gefährdeter Angehöriger und Nachbarn anlegen und ein Netz gegenseitiger Hilfe verabreden.

Besondere Rücksicht

Säuglinge und Kleinkinder
Sie überhitzen schneller und können nicht sagen, dass ihnen zu heiß ist. Leicht anziehen, im Schatten halten, regelmäßig zu trinken anbieten bzw. stillen und bei Fragen die Kinderarztpraxis anrufen. Warnzeichen sind weniger nasse Windeln, ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Trinkschwäche.
Haustiere
Immer Wasser und Schatten bereitstellen, Spaziergänge früh morgens oder spät abends. Heißer Asphalt kann Pfoten verbrennen – kurz mit dem Handrücken testen.

Quellen

  • Heat and health (fact sheet) · World Health Organization
  • Extreme Heat · Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA)
  • European Resuscitation Council Guidelines 2021: First Aid · European Resuscitation Council – Resuscitation (journal), 2021

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Alle Regeln dieser Situation (6)
  1. [nicht aktiv] Wenn Beschwerden = Verwirrtheit, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit

    Verdacht auf Hitzschlag: sofort den Notruf wählen und mit allen verfügbaren Mitteln kühlen.

  2. [nicht aktiv] Wenn Beschwerden = Schwäche, Schwindel, Kopfschmerz, Übelkeit

    Anstrengung beenden, an einen kühlen Ort bringen, kühlen. Nur wache Personen, die sicher schlucken können, trinken lassen. Keine rasche Besserung: Notruf.

  3. [nicht aktiv] Wenn Beschwerden = Keine

    Jetzt vorbeugen: kühl bleiben, regelmäßig trinken, Anstrengung in die kühleren Tageszeiten verlegen.

  4. [nicht aktiv] Wenn Wer ist betroffen? = Ältere oder chronisch Kranke

    Ältere und chronisch Kranke sind besonders gefährdet. Täglich nach ihnen sehen; Fragen zu Medikamenten und Trinkmenge ärztlich klären.

  5. [nicht aktiv] Wenn Wer ist betroffen? = Kleinkinder, Schwangere oder Haustiere

    Kinder und Tiere niemals im geparkten Auto lassen – auch nicht kurz.

  6. [nicht aktiv] Wenn Wer ist betroffen? = Arbeit oder Sport im Freien

    Arbeit und Sport in kühlere Tageszeiten verlegen und Pausen im Schatten einplanen.