Zum Inhalt springen
Im NotfallÖsterreichNotrufnummern →
SurviveBetter
Sturm biegt die Bäume einer Wohnstraße, Fensterläden geschlossen

Es gibt eine Sturmwarnung

Der Wetterdienst warnt vor Orkanböen – jetzt sichern, was wegfliegen kann, und den Sturm drinnen abwarten.

Zuerst

  1. Unwetterwarnungen des Wetterdienstes und Hinweise der Behörden über Radio und Warn-App verfolgen.
  2. Lose Gegenstände im Garten und auf dem Balkon sichern oder hereinholen, Fenster und Türen schließen.
  3. Während des Sturms in einem festen Gebäude bleiben, abseits von Fenstern; Wälder und Fahrten meiden.
  4. Nach dem Sturm Abstand zu heruntergefallenen Leitungen halten; bei Gefahr lokale Notrufnummer (in der EU 112).

Notruf wählen bei

  • Jemand wurde von Ästen, Bäumen oder Trümmern getroffen
  • Heruntergefallene Stromleitung in der Nähe von Menschen
  • Dach oder Gebäude stark beschädigt
  • Brand oder Gasgeruch

Was gerade passiert

Sturmwarnungen kommen meist mit einigen Stunden bis Tagen Vorlauf. Der Wind frischt auf, dann kommen Böen, die deutlich stärker sind als der mittlere Wind – oft ruckartig und aus wechselnder Richtung. Bei schweren Stürmen fliegen Dachziegel, Äste, Mülltonnen, Trampoline und Gartenmöbel durch die Luft, Bäume brechen oder werden entwurzelt, Gerüste und Baukräne sind gefährdet.

Die meisten Verletzungen entstehen draußen: durch umstürzende Bäume, herabfallende Äste und umherfliegende Gegenstände, im Auto durch Bäume auf der Fahrbahn oder Seitenwind auf Brücken und freien Strecken. Gefährlich ist auch, während des Sturms noch schnell etwas auf dem Dach, Balkon oder im Garten sichern zu wollen.

Nach dem Sturm ist es nicht sofort sicher. Im Wald hängen abgebrochene Äste in den Kronen, umgestürzte Bäume stehen unter Spannung, und ein zweites Sturmtief kann folgen. Stromleitungen liegen auf Straßen, Strom und Mobilfunk können länger ausfallen. Wer dann mit Notstromaggregaten, Gasgrills oder Heizgeräten drinnen hantiert, riskiert eine Kohlenmonoxidvergiftung.

Realistisch zählt am meisten: vor dem Sturm sichern und vorbereiten, während des Sturms in einem festen Gebäude bleiben und Fahrten und Wälder meiden, danach Abstand zu Leitungen und beschädigten Bäumen halten.

Schritt für Schritt

  1. Phase 1

    Wenn die Warnung kommt

    • Warnstufe und Zeitraum beim Wetterdienst bzw. in der Warn-App nachlesen; Hinweise der Behörden verfolgen.
    • Gartenmöbel, Sonnenschirme, Trampoline, Mülltonnen und Blumenkästen sichern oder hereinholen.
    • Fenster, Türen, Dachfenster und Rollläden schließen; Auto nicht unter Bäumen oder neben Gerüsten parken.
    • Handy und Powerbanks laden, Taschenlampen und batteriebetriebenes Radio bereitlegen – mit Stromausfall rechnen.
    • Fahrten und Wanderungen für die Sturmzeit absagen oder verschieben.
  2. Phase 2

    Während des Sturms

    • In einem festen Gebäude bleiben, abseits von Fenstern und Glastüren.
    • Nicht auf Dächer, Balkone oder in den Garten gehen, um etwas zu sichern.
    • Bist du draußen: Wald sofort verlassen, Abstand zu Bäumen, Gerüsten, Mauern und Freileitungen halten und ein festes Gebäude aufsuchen.
    • Musst du fahren: langsam, beide Hände am Lenkrad, besonders auf Brücken und freien Strecken; mit Ästen und Bäumen auf der Fahrbahn rechnen und nicht unter Bäumen anhalten.
    • An der Küste Promenaden, Molen und Strände meiden und auf Sturmflutwarnungen achten.
  3. Phase 3

    Nach dem Sturm

    • Erst hinausgehen, wenn die Warnung aufgehoben ist – oft folgen weitere Böen.
    • Heruntergefallene Leitungen nicht berühren, großen Abstand halten – auch zu Pfützen oder Zäunen in ihrer Nähe – und dem Netzbetreiber bzw. Notruf melden.
    • Wälder und Parks einige Tage meiden; auf hängende Äste und schräg stehende Bäume achten.
    • Arbeiten an Sturmholz und Sägearbeiten Fachleuten überlassen.
    • Schäden am Haus von unten ansehen und fotografieren, nicht aufs Dach steigen.
  4. Phase 4

    Wenn der Strom länger ausfällt

    • Taschenlampen statt Kerzen nutzen; Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen.
    • Grills, Gasheizer und Notstromaggregate nie in Innenräumen, Garagen oder Kellern betreiben.
    • Ein Aggregat nie selbst ans Hausnetz anschließen – nur Geräte direkt mit geeigneten Kabeln versorgen.
    • Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen halten; Hinweise zur Lebensmittelsicherheit beachten.
    • Nach Nachbarn sehen, die auf Strom für medizinische Geräte angewiesen sind.

Worauf du achten musst

  • Wald und Bäume

    Im Sturm ist der Wald einer der gefährlichsten Orte. Auch Tage danach können hängende Äste herabfallen und umgestürzte Bäume beim Betreten oder Zersägen plötzlich zurückschnellen.

  • Fliegende Gegenstände

    Dachziegel, Blech, Äste und Gartenmöbel werden zu Geschossen. Fenster sind die Schwachstelle drinnen – darum Abstand halten und Vorhänge oder Rollläden schließen.

  • Heruntergefallene Stromleitungen

    Jede Leitung kann unter Spannung stehen, auch wenn sie still daliegt. Nicht berühren, nicht darüberfahren und nichts damit in Kontakt bringen; sofort melden.

  • Seitenwind und Hindernisse im Verkehr

    Böen können Autos, besonders mit Anhänger, Dachbox oder hohem Aufbau, plötzlich versetzen. Hinter Kurven und in Waldstücken können Bäume auf der Fahrbahn liegen.

  • Kohlenmonoxid

    Bei Stromausfall steigt das Risiko durch Aggregate, Grills und Heizgeräte in Innenräumen. Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit bei mehreren Personen sind ein Warnsignal – sofort an die frische Luft und Notruf wählen.

  • Die Ruhe zwischen zwei Böen

    Eine kurze Windstille bedeutet nicht, dass der Sturm vorbei ist. Erst die offizielle Aufhebung der Warnung ist das Signal, wieder hinauszugehen.

Häufige Fehler

  • Während des Sturms aufs Dach oder in den Garten gehen, um etwas zu retten.
  • Trotz Warnung durch Waldgebiete fahren oder wandern.
  • Das Auto unter Bäumen oder neben Gerüsten parken.
  • Direkt nach dem Sturm zum Spazierengehen in den Wald gehen.
  • Sturmholz ohne Ausbildung und Schutzausrüstung selbst zersägen.
  • Notstromaggregat oder Grill im Haus oder in der Garage betreiben.

Vorher vorbereiten

  • Warn-App installieren und Unwetterwarnungen für deinen Ort aktivieren.
  • Dach, Dachrinnen und Bäume auf dem Grundstück regelmäßig prüfen lassen; morsche Äste rechtzeitig entfernen lassen.
  • Einen festen Platz für Gartenmöbel und lose Gegenstände festlegen, an dem sie schnell verstaut werden können.
  • Taschenlampen, Batterien, Powerbanks und ein batteriebetriebenes Radio bereithalten.
  • Vorrat an Wasser und Lebensmitteln für einige Tage ohne Strom anlegen.

Besondere Rücksicht

Menschen mit strombetriebenen Medizingeräten
Wer auf Beatmung, Sauerstoffkonzentrator oder andere Geräte angewiesen ist, braucht einen Plan für längere Stromausfälle: Ersatzakkus, Absprache mit Pflegedienst oder Gerätehersteller und einen Ort, an den man notfalls ausweichen kann.
Haustiere
Tiere vor dem Sturm hereinholen. Viele Tiere reagieren auf Sturm mit Angst und laufen weg, wenn Türen aufgehen – auf Halsband mit Kontaktdaten achten.

Quellen

  • Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen · Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland
  • Power Outages · Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA)
  • Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance · Centers for Disease Control and Prevention
  • Wetter- und Klimalexikon · Deutscher Wetterdienst (DWD)

Deine Lage

Lage
Aufenthaltsort

Passende Einträge

0 Regeln treffen zu

Hier entscheidet keine KI. Jede Empfehlung beruht auf einer sichtbaren Regel.

Wähle oben Angaben zu deiner Lage, um gezieltere Hinweise zu erhalten.

Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (6)
  1. [nicht aktiv] Wenn Lage = Warnung, Sturm kommt

    Vorher sichern und vorbereiten: Geräte laden, Lampen bereitlegen, mit einem Stromausfall rechnen.

  2. [nicht aktiv] Wenn Lage = Sturm ist da

    Drinnen bleiben, nicht auf Dächer oder in den Garten, um etwas zu sichern. Abstand zu Fenstern und Glastüren.

  3. [nicht aktiv] Wenn Lage = Sturm vorbei

    Erst hinaus, wenn die Warnung aufgehoben ist. Wälder meiden, Leitungen nicht berühren, Sägearbeiten an Sturmholz Fachleuten überlassen.

  4. [nicht aktiv] Wenn Aufenthaltsort = Draußen, Wald oder Gelände

    Wald sofort verlassen oder meiden, schnell ein festes Gebäude aufsuchen; Abstand zu Bäumen, Gerüsten und Freileitungen.

  5. [nicht aktiv] Wenn Aufenthaltsort = Mit dem Auto unterwegs

    Fahrten möglichst verschieben. Wer fährt: langsam, besonders auf Brücken und freien Strecken, nicht unter Bäumen anhalten.

  6. [nicht aktiv] Wenn Aufenthaltsort = An der Küste

    Bei Sturm an der Küste Uferpromenaden, Molen und Strände meiden; Warnungen vor Sturmflut beachten.