
Selbstversorgung
Garten, Vorrat, Energie, Haushalt
Krisenvorsorge im Alltag: vorausschauend planen, lagern, anbauen und reparieren.
Methodenvergleich
Auf welche Wasserreserven kann ich mich verlassen, wenn das Leitungswasser ausfällt?
Garten

Gemüse und Kräuter in Töpfen und auf dem Balkon
Auch ohne Garten lassen sich auf Balkon, Terrasse oder Fensterbank Kräuter, Salat, Radieschen, Tomaten oder Chili ziehen. Entscheidend sind ausreichend große Gefäße mit Abzugsloch, gute Pflanzerde, ein sonniger Platz und regelmäßiges Gießen. Eine Selbstversorgung ist damit nicht möglich – aber frisches Grün, Übung und Freude.

Ein kleines Gemüsebeet anlegen
Ein sonniges Beet von wenigen Quadratmetern liefert bei guter Planung über die Saison frisches Gemüse. Wichtig sind ein heller Standort, gelockerter, mit Kompost verbesserter Boden, eine einfache Pflanzplanung mit Fruchtwechsel und regelmäßiges Gießen und Jäten. Realistisch bleiben: Ein kleiner Garten ergänzt den Vorrat, ersetzt ihn aber nicht.

Kompostieren im Garten
Aus Küchen- und Gartenabfällen entsteht in einigen Monaten nährstoffreicher Kompost. Das gelingt mit einer Mischung aus feuchten, stickstoffreichen („grünen“) und trockenen, kohlenstoffreichen („braunen“) Materialien, ausreichend Luft und Feuchtigkeit. Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Gekochtes gehören nicht auf einen offenen Hauskompost – sie locken Ratten an.

Saatgut aus dem eigenen Garten gewinnen
Von samenfesten Sorten lässt sich eigenes Saatgut gewinnen, das im nächsten Jahr wieder ähnliche Pflanzen hervorbringt. Am einfachsten gelingt das bei Selbstbefruchtern wie Bohnen, Erbsen, Tomaten und Salat. Samen aus F1-Hybriden fallen dagegen uneinheitlich aus. Gut getrocknet, beschriftet und kühl gelagert bleibt Saatgut einige Jahre keimfähig.

Gartengeräte schärfen und pflegen: Spaten, Hacke, Gartenschere
Ein scharfer Spaten sticht leichter, eine scharfe Hacke schneidet Unkraut statt es zu reißen, eine scharfe Gartenschere quetscht keine Triebe. Schärfen mit Feile oder Stein, Reinigen, Ölen und ein fester Stiel verlängern die Lebensdauer der Geräte erheblich – ohne Maschinen und mit wenig Werkzeug.
Geplante Themen (3)
- Gartenbau
- Saatgut
- Kompostierung
Vorräte

Einfacher Wasservorrat zu Hause
Ein Wasservorrat ist die Grundlage jeder Haushaltsvorsorge: Ohne Wasser lassen sich auch die besten Lebensmittelvorräte kaum nutzen. Am einfachsten sind gekaufte, verschlossene Wasserflaschen, die nach Haltbarkeitsdatum verbraucht und ersetzt werden. Wer selbst abfüllt, braucht saubere, lebensmittelechte Behälter, ein Datum und einen festen Tauschrhythmus.

Ernte einlagern: Kartoffeln, Wurzelgemüse, Äpfel
Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Kohl, Zwiebeln und Lageräpfel halten sich ohne Kühlschrank über Wochen bis Monate, wenn sie unbeschädigt, kühl, dunkel und mit passender Luftfeuchte gelagert werden. Regelmäßige Kontrolle verhindert, dass ein fauliges Stück den ganzen Vorrat verdirbt. Grüne Stellen an Kartoffeln großzügig entfernen, stark ergrünte Knollen nicht essen.
Geplante Themen (4)
- Wasserbevorratung
- Vorratsplanung
- Lebensmittelkonservierung
- Lebensmittellagerung
Energie und Wärme

Regenwasser für Garten und Haushalt nutzen
Eine abgedeckte Regentonne am Fallrohr liefert Gießwasser und im Notfall Wasser für Toilettenspülung und Putzen. Regenwasser vom Dach ist allerdings kein Trinkwasser: Es kann Vogelkot, Staub und Stoffe aus dem Dachmaterial enthalten. Wer es trinken will, muss es wie jedes Oberflächenwasser aufbereiten.

Notheizung planen – sicher statt improvisiert
Wer für einen längeren Heizungsausfall vorsorgen will, plant vorher: Welche Wärmequelle ist für Innenräume zugelassen, fachgerecht installiert und geprüft? Kaminöfen brauchen einen geprüften Schornstein, Heizgeräte einen Kohlenmonoxidmelder und Abstand zu Brennbarem. Grills, Campingkocher, Terrassenheizer und Generatoren gehören nie in Innenräume.

Brennholz trocknen und lagern
Frisch geschlagenes Holz enthält viel Wasser. Es brennt schlecht, raucht stark und verrußt Ofen und Schornstein. Gespalten, luftig gestapelt, von oben abgedeckt und vom Boden abgehoben trocknet es über viele Monate. Ein Holzfeuchtemessgerät zeigt, wann es bereit ist – gängige Empfehlungen nennen Werte unter etwa 20 Prozent.

Zugluft abdichten und Wärme im Haus halten
Undichte Fenster, Türen, Briefschlitze und Durchführungen lassen warme Luft entweichen. Dichtbänder, Zugluftstopper, schwere Vorhänge und das Schließen ungenutzter Räume sind einfache, günstige Maßnahmen – im Alltag und besonders bei einem Heizungsausfall. Wichtig: Lüftungsöffnungen für Öfen und Gasgeräte nie verschließen und weiterhin regelmäßig lüften.

Kleine Solaranlagen für Balkon und Garten: was sie können und was zu klären ist
Steckersolargeräte („Balkonkraftwerke“) speisen Strom in das Hausnetz ein und senken den Bezug aus dem Netz. Bei einem Stromausfall liefern netzgekoppelte Geräte aus Sicherheitsgründen in der Regel keinen Strom. Für Notstrom braucht es eine Inselanlage oder eine tragbare Powerstation mit Solarmodul. Erlaubnis, Anmeldung, Befestigung und Anschluss sind regional geregelt – lokale Regeln prüfen und im Zweifel Fachleute fragen.
Geplante Themen (3)
- Autarke Energie
- Regenwassernutzung
- Wärmekonzepte
Haushalt

Absperrungen für Wasser, Strom und Gas kennen
Bei einem Rohrbruch, einem Wasserschaden in der Nähe von Elektrik oder nach einem Unwetter zählt jede Minute. Wer vorher weiß, wo Hauptwasserhahn und Sicherungskasten sind und wie sie bedient werden, verhindert Folgeschäden. Für Gas gilt eine andere Regel: Bei Gasgeruch nichts bedienen, das Gebäude verlassen und von draußen den Gasnotdienst oder den Notruf anrufen.

Eine Übungsroutine für Notfall-Fertigkeiten
Vorräte allein reichen nicht: Unter Stress greift man auf das zurück, was man geübt hat. Eine einfache Routine – wenige Minuten, regelmäßig, mit dem ganzen Haushalt – hält Wissen frisch: Treffpunkt kennen, Lampe im Dunkeln finden, Radio bedienen, einen Knoten binden, eine Karte lesen. Kleine, wiederholte Übungen wirken mehr als ein einmaliger großer Kurs.

Reparaturen im Haushalt: Was du selbst machen kannst – und was nicht
Kleine Reparaturen selbst zu erledigen, spart Zeit und hält den Haushalt in einer Krise funktionsfähig: ein verstopfter Abfluss, eine lose Schraube, ein undichtes Fenster, ein gerissener Riemen. Arbeiten an Gas, Elektroinstallation, Heizungsanlagen, Abgasanlagen und tragenden Bauteilen gehören dagegen in Fachhände – auch im Notfall. Der wichtigste Teil der Selbsthilfe ist, diese Grenze zu kennen.

Kleidung flicken: Flicken, Säume, Reißverschlüsse
Ein Loch im Knie, ein ausgerissener Saum oder ein hakender Reißverschluss sind meist kein Grund, ein Kleidungsstück wegzuwerfen. Mit Flicken, ein paar Grundstichen und etwas Geduld halten Hosen, Jacken und Taschen deutlich länger – im Alltag nachhaltig, in einer Versorgungskrise wertvoll.

Fahrrad: Platten flicken und Grundcheck
Ein Fahrrad bleibt mobil, wenn Kraftstoff knapp ist oder Bahnen ausfallen. Mit Flickzeug, Reifenhebern und Pumpe lässt sich ein Platten am Straßenrand beheben, und ein kurzer Check von Luftdruck, Bremsen und Kette vor jeder Fahrt verhindert viele Pannen. Bremsen, die nicht sicher funktionieren, gehören in eine Werkstatt.

Brandschutz zu Hause: Rauchmelder, Löscher, Fluchtweg
Rauchwarnmelder wecken rechtzeitig, ein freier Fluchtweg bringt alle hinaus, und Feuerlöscher oder Löschdecke helfen nur bei einem kleinen Entstehungsbrand. In Krisen mit Kerzen, Notheizungen und Improvisation steigt das Brandrisiko. Grundregel: Menschen retten geht vor Löschen – raus, Tür schließen, Notruf wählen.

Ein Grundwerkzeugkasten für den Haushalt
Ein überschaubarer Werkzeugkasten deckt die meisten kleinen Reparaturen ab: Hammer, Schraubendreher, Zangen, Maulschlüssel oder Rollgabelschlüssel, Cuttermesser, Maßband, Klebeband, Taschenlampe und Schutzbrille. Wichtiger als viel Werkzeug ist, dass es an einem festen Platz liegt, funktioniert und man es bedienen kann.

Abfluss frei machen und tropfenden Hahn eingrenzen – ohne Chemie
Ein verstopfter Waschbecken- oder Duschabfluss lässt sich meist mechanisch lösen: Sieb reinigen, Saugglocke, Siphon abschrauben und ausspülen. Ein tropfender Hahn hat oft eine verschlissene Dichtung oder Kartusche. Vor jedem Eingriff das Wasser absperren. Chemische Abflussreiniger sind ätzend und unnötig riskant. Alles an Gas, Warmwasserbereitern und hinter der Wand gehört zu Fachleuten.

Sicherung ausgelöst: sicher wieder einschalten – und wann nicht
Was Laien an der Elektrik tun dürfen und sollten, ist eng begrenzt: einen ausgelösten Leitungsschutz- oder Fehlerstromschalter wieder einschalten, eine Schraubsicherung durch eine gleichwertige ersetzen und die Ursache – meist ein defektes Gerät oder Überlast – eingrenzen. Löst die Sicherung wiederholt aus, riecht es verbrannt oder ist etwas nass geworden, bleibt sie aus und eine Elektrofachkraft wird gerufen.

Wäsche von Hand waschen und trocknen
Ohne Strom oder Waschmaschine lässt sich Wäsche in einer Wanne oder einem großen Eimer waschen: einweichen, durchkneten oder mit einem Stampfer bewegen, spülen, auswringen, luftig trocknen. Mit wenig Waschmittel und mehreren Spülgängen in derselben Wasserreihenfolge kommt man mit überraschend wenig Wasser aus. Unterwäsche, Socken und Kinderkleidung haben Vorrang.

Fähigkeiten lernen und teilen: Kurse, Reparaturcafés, Tausch
Niemand kann alles. Selbstversorgung funktioniert besser in einer Nachbarschaft, in der Menschen ihre Fähigkeiten teilen: einmachen, nähen, reparieren, gärtnern, Erste Hilfe. Kurse von Volkshochschulen, Vereinen und Hilfsorganisationen, Reparaturcafés, Tauschringe und Werkzeugbibliotheken sind gute Wege, Fähigkeiten zu lernen und Ausrüstung zu teilen – vor einer Krise.
Geplante Themen (3)
- Reparaturfähigkeiten
- Haushaltsorganisation
- Krisenvorsorge im Alltag