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Selbstversorgung

Garten, Vorrat, Energie, Haushalt

SurviveBetter · Stand 2026-10-12 · 23 Einträge

Krisenvorsorge im Alltag: vorausschauend planen, lagern, anbauen und reparieren.

01 · Garten · Fachliche Prüfung folgt

Gemüse und Kräuter in Töpfen und auf dem Balkon

Auch ohne Garten lassen sich auf Balkon, Terrasse oder Fensterbank Kräuter, Salat, Radieschen, Tomaten oder Chili ziehen. Entscheidend sind ausreichend große Gefäße mit Abzugsloch, gute Pflanzerde, ein sonniger Platz und regelmäßiges Gießen. Eine Selbstversorgung ist damit nicht möglich – aber frisches Grün, Übung und Freude.

Gefäße an Brüstungen und Fensterbänken sicher befestigen oder innen aufstellen – herabfallende Töpfe können Menschen schwer verletzen. Tragfähigkeit des Balkons beachten; nasse Erde ist schwer.

Nach Arbeit mit Erde Hände waschen. Ernte vor dem Essen waschen.

Material

  • Pflanzgefäße und Pflanzerde
  • Regentonne mit Deckel(optional)

Schritte

  1. 1

    Platz prüfen

    Sonnenstunden beobachten, Windschutz und Gewicht klären. Sonnige Plätze für Tomaten und Chili, halbschattige für Salat und viele Kräuter.

  2. 2

    Gefäße wählen

    Gefäße mit Abzugsloch; für Tomaten große Kübel, für Kräuter und Salat Balkonkästen. Untersetzer gegen Wasser auf dem Boden des Nachbarn.

  3. 3

    Befüllen

    Frische Pflanzerde verwenden, keine Gartenerde in Töpfe. Bis knapp unter den Rand füllen.

  4. 4

    Säen oder pflanzen

    Nach Packungsangabe säen oder Jungpflanzen setzen; empfindliche Pflanzen erst nach den letzten Frösten nach draußen.

  5. 5

    Gießen und düngen

    Gießen, wenn die oberste Erdschicht trocken ist – an heißen Tagen oft täglich. Nach einigen Wochen nach Herstellerangabe nachdüngen.

  6. 6

    Ernten

    Kräuter und Salat regelmäßig beernten; das fördert neuen Austrieb.

Häufige Fehler

  • Zu kleine Töpfe
  • Gefäße ohne Abzugsloch
  • Unbefestigte Kästen an der Brüstung
  • Unregelmäßiges Gießen

Grenzen und Risiken

  • Keine Ertragsangaben
  • Keine Sortenempfehlungen

Quellen

  1. [1]

    Royal Horticultural Society – Dorling Kindersley: RHS Encyclopedia of Gardening

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-container-growing

02 · Garten · Fachliche Prüfung folgt

Ein kleines Gemüsebeet anlegen

Ein sonniges Beet von wenigen Quadratmetern liefert bei guter Planung über die Saison frisches Gemüse. Wichtig sind ein heller Standort, gelockerter, mit Kompost verbesserter Boden, eine einfache Pflanzplanung mit Fruchtwechsel und regelmäßiges Gießen und Jäten. Realistisch bleiben: Ein kleiner Garten ergänzt den Vorrat, ersetzt ihn aber nicht.

Auf ehemaligen Industrie- oder Bauflächen, an stark befahrenen Straßen oder bei unbekannter Vornutzung kann der Boden belastet sein. Im Zweifel Bodenprobe untersuchen lassen oder in Hochbeeten mit neuer Erde anbauen.

Handschuhe tragen, Werkzeug mit Spitzen nach unten ablegen, beim Graben auf Leitungen achten.

Material

  • Komposter(optional)
  • Regentonne mit Deckel(optional)
  • Robuste Arbeitshandschuhe

Schritte

  1. 1

    Standort wählen

    Sonnig, windgeschützt, nah am Wasser, nicht unter Bäumen. Größe klein halten – lieber ein gut gepflegtes kleines Beet.

  2. 2

    Boden vorbereiten

    Rasen und Unkraut entfernen, Boden lockern, reifen Kompost einarbeiten. Beete so schmal anlegen, dass man die Mitte ohne Betreten erreicht.

  3. 3

    Pflanzplan

    Einfache, robuste Kulturen wählen (z. B. Salat, Radieschen, Bohnen, Zucchini, Kartoffeln). Plan notieren, um im nächsten Jahr die Familien zu wechseln.

  4. 4

    Säen und pflanzen

    Nach Packungsangabe zur richtigen Zeit säen, Reihen markieren, Abstände einhalten. Frostempfindliches erst nach den letzten Frösten.

  5. 5

    Pflegen

    Morgens oder abends gründlich statt täglich oberflächlich gießen, Unkraut jung entfernen, Boden mit Mulch bedecken.

  6. 6

    Aufschreiben

    Aussaattermine, Sorten, Ernte und Probleme notieren – das ist die wertvollste Grundlage für das nächste Jahr.

Häufige Fehler

  • Zu großes Beet im ersten Jahr
  • Schattiger Standort
  • Boden betreten und verdichten
  • Jedes Jahr dasselbe am selben Platz

Grenzen und Risiken

  • Keine Aussaatkalender – sie hängen von Region und Klima ab
  • Keine Pflanzenschutzmittelempfehlungen

Quellen

  1. [1]

    Royal Horticultural Society – Dorling Kindersley: RHS Encyclopedia of Gardening

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-vegetable-bed-basics

03 · Garten · Fachliche Prüfung folgt

Kompostieren im Garten

Aus Küchen- und Gartenabfällen entsteht in einigen Monaten nährstoffreicher Kompost. Das gelingt mit einer Mischung aus feuchten, stickstoffreichen („grünen“) und trockenen, kohlenstoffreichen („braunen“) Materialien, ausreichend Luft und Feuchtigkeit. Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Gekochtes gehören nicht auf einen offenen Hauskompost – sie locken Ratten an.

Beim Umsetzen Handschuhe tragen, Staub nicht einatmen und danach Hände waschen. Wer ein geschwächtes Immunsystem hat, sollte vorab ärztlich klären, ob Kompostarbeit geeignet ist.

Ob und wie Kompost im Garten erlaubt ist (z. B. Abstand zum Nachbarn), regeln Kommunen unterschiedlich – örtliche Regeln prüfen.

Material

  • Komposter
  • Robuste Arbeitshandschuhe

Schritte

  1. 1

    Platz und Behälter

    Komposter auf offenen Boden stellen, im Halbschatten, gut erreichbar. Unten eine Schicht grober Zweige für Luft.

  2. 2

    Grün und Braun mischen

    Grünes (Gemüsereste, Kaffeesatz, Rasenschnitt in dünnen Lagen) und Braunes (Laub, Stroh, zerrissener Karton, Zweige) abwechselnd oder gemischt einbringen.

  3. 3

    Zerkleinern

    Grobes Material zerkleinern; kleinere Stücke verrotten schneller.

  4. 4

    Feuchte prüfen

    Bei Trockenheit befeuchten, bei Nässe mehr braunes Material zugeben und abdecken.

  5. 5

    Umsetzen

    Gelegentlich umsetzen oder lockern, um Luft hineinzubringen; das beschleunigt die Rotte.

  6. 6

    Reifen Kompost nutzen

    Fertig ist Kompost, wenn er dunkel, krümelig und erdig riechend ist und die Ausgangsstoffe kaum noch erkennbar sind. Gesiebt ins Beet einarbeiten.

Häufige Fehler

  • Nur Rasenschnitt in dicker Schicht – fault
  • Essensreste mit Fleisch – Ratten
  • Zu trocken
  • Unreifen Kompost an Jungpflanzen

Grenzen und Risiken

  • Keine Mengenverhältnisse oder Temperaturangaben
  • Keine Kompostierung von Fäkalien

Quellen

  1. [1]

    U.S. Environmental Protection Agency (EPA): Composting At Home

  2. [2]

    Royal Horticultural Society – Dorling Kindersley: RHS Encyclopedia of Gardening

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-composting

04 · Garten · Fachliche Prüfung folgt

Saatgut aus dem eigenen Garten gewinnen

Von samenfesten Sorten lässt sich eigenes Saatgut gewinnen, das im nächsten Jahr wieder ähnliche Pflanzen hervorbringt. Am einfachsten gelingt das bei Selbstbefruchtern wie Bohnen, Erbsen, Tomaten und Salat. Samen aus F1-Hybriden fallen dagegen uneinheitlich aus. Gut getrocknet, beschriftet und kühl gelagert bleibt Saatgut einige Jahre keimfähig.

Gekauftes Saatgut kann chemisch gebeizt sein (oft farbig). Solches Saatgut nie essen und von Lebensmitteln getrennt aufbewahren.

Weitergabe, Tausch und Verkauf von Saatgut können rechtlich geregelt sein – örtliche Regeln prüfen.

Material

  • Beschriftungsanhänger und wasserfester Stift
  • Luftdichte, lebensmittelechte Vorratsdose

Schritte

  1. 1

    Sorten und Pflanzen wählen

    Samenfeste Sorten anbauen und die gesündesten, typischsten Pflanzen als Samenträger markieren.

  2. 2

    Ausreifen lassen

    Bohnen und Erbsen an der Pflanze trocknen lassen, bis die Hülsen rascheln. Tomaten vollreif ernten.

  3. 3

    Samen gewinnen

    Trockene Hülsen öffnen. Tomatensamen mit dem Gel herauslösen, nach bewährter Anleitung einige Tage in etwas Wasser stehen lassen, dann waschen.

  4. 4

    Trocknen

    Auf Papier oder Teller ausgebreitet an einem luftigen, schattigen Ort vollständig trocknen lassen.

  5. 5

    Lagern

    In Papiertüten oder Gläsern mit Sorte und Jahr beschriften, kühl, trocken und dunkel lagern.

  6. 6

    Keimprobe

    Vor der Aussaat einige Samen auf feuchtem Küchenpapier keimen lassen, um die Keimfähigkeit abzuschätzen.

Häufige Fehler

  • Samen von F1-Hybriden aufheben
  • Unreife Samen ernten
  • Nicht vollständig getrocknet einlagern – Schimmel
  • Ohne Beschriftung lagern

Grenzen und Risiken

  • Keine Isolationsabstände
  • Keine Angaben zur Keimfähigkeitsdauer einzelner Arten

Quellen

  1. [1]

    Suzanne Ashworth – Seed Savers Exchange: Seed to Seed: Seed Saving and Growing Techniques for Vegetable Gardeners

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-seed-saving

05 · Garten · Fachliche Prüfung folgt

Gartengeräte schärfen und pflegen: Spaten, Hacke, Gartenschere

Ein scharfer Spaten sticht leichter, eine scharfe Hacke schneidet Unkraut statt es zu reißen, eine scharfe Gartenschere quetscht keine Triebe. Schärfen mit Feile oder Stein, Reinigen, Ölen und ein fester Stiel verlängern die Lebensdauer der Geräte erheblich – ohne Maschinen und mit wenig Werkzeug.

Gerät fest einspannen und vom Körper weg feilen. Schnittfeste Handschuhe beim Schärfen von Scheren und Klingen tragen.

Bei Drahtbürsten und Schleifen Schutzbrille tragen – Rost- und Metallpartikel können ins Auge fliegen.

Material

  • Flachfeile und Schärfstein für Gartengeräte
  • Werkzeugöl / Pflegeöl
  • Robuste Arbeitshandschuhe
  • Dicht schließende Schutzbrille(optional)

Schritte

  1. 1

    Reinigen

    Erde abwaschen, trocknen, Rost mit Drahtbürste oder Schleifvlies entfernen. Scheren nach Möglichkeit zerlegen.

  2. 2

    Einspannen

    Gerät so einspannen, dass die vorhandene Fase gut erreichbar ist.

  3. 3

    Fase nacharbeiten

    Die Feile im Winkel der vorhandenen Fase in einer Richtung vom Körper weg ziehen, nur die Fase bearbeiten. Bei Spaten und Hacken genügt eine Arbeitskante, kein Rasiermesser.

  4. 4

    Grat entfernen

    Den entstandenen Grat auf der Rückseite mit einem flachen Strich von Feile oder Stein abnehmen. Bei Scheren die flache Seite nur flach auflegen.

  5. 5

    Ölen und Stiel prüfen

    Metall dünn ölen, Holzstiele auf Risse prüfen und gegebenenfalls mit Leinöl pflegen. Lockere Stiele befestigen oder ersetzen.

Häufige Fehler

  • Die flache Seite einer Gartenschere anschleifen
  • Mit dem Winkelschleifer überhitzen und das Metall weich machen
  • Gerät in der Hand statt im Schraubstock
  • Nass in den Schuppen hängen

Grenzen und Risiken

  • Keine Anleitung für Motorgeräte
  • Keine exakten Schleifwinkel – vorhandene Fase beibehalten

Quellen

  1. [1]

    Royal Horticultural Society – Dorling Kindersley: RHS Encyclopedia of Gardening

  2. [2]

    Leonard Lee – The Taunton Press (1995): The Complete Guide to Sharpening

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-garden-tool-sharpening

06 · Vorräte · Fachliche Prüfung folgt

Einfacher Wasservorrat zu Hause

Ein Wasservorrat ist die Grundlage jeder Haushaltsvorsorge: Ohne Wasser lassen sich auch die besten Lebensmittelvorräte kaum nutzen. Am einfachsten sind gekaufte, verschlossene Wasserflaschen, die nach Haltbarkeitsdatum verbraucht und ersetzt werden. Wer selbst abfüllt, braucht saubere, lebensmittelechte Behälter, ein Datum und einen festen Tauschrhythmus.

Niemals Kanister oder Flaschen verwenden, die Kraftstoff, Chemikalien oder Reinigungsmittel enthalten haben – Rückstände lassen sich nicht zuverlässig entfernen.

Ist unklar, ob gelagertes Wasser noch einwandfrei ist (Behälter beschädigt, Geruch, Trübung, unbekanntes Alter), es vor dem Trinken aufbereiten oder für Toilettenspülung und Putzen verwenden.

Wasser ist schwer: ein Liter wiegt etwa ein Kilogramm. Große Kanister in Bodennähe lagern und Tragfähigkeit von Regalen beachten.

Material

  • Lebensmittelechter Wasserkanister – Nur lebensmittelecht und nie für anderes benutzt
  • PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)(optional) – Gekaufte Wasserflaschen sind die einfachste Lösung
  • Beschriftungsanhänger und wasserfester Stift – Abfülldatum notieren

Schritte

  1. 1

    Menge festlegen

    Richte dich nach deiner Behörde: Das BBK nennt rund zwei Liter pro Person und Tag für die Notfallvorsorge, Ready.gov eine Gallone (etwa 3,8 Liter) pro Person und Tag einschließlich Hygiene. Reserve für Kinder, Kranke, Haustiere und Hitze einplanen.

  2. 2

    Bevorzugt versiegeltes Wasser

    Gekauftes Wasser in Originalverpackung ist am einfachsten. Lagere es dunkel und kühl und verbrauche es vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums im Alltag, dann ersetzen.

  3. 3

    Eigene Behälter sauber vorbereiten

    Nur lebensmittelechte Behälter mit dichtem Verschluss verwenden. Mit Spülmittel und heißem Wasser reinigen, gut ausspülen. Hände waschen, Innenseiten von Deckel und Öffnung nicht berühren.

  4. 4

    Mit Leitungswasser füllen und beschriften

    Mit Trinkwasser aus der öffentlichen Versorgung randvoll füllen, fest verschließen und Abfülldatum notieren.

  5. 5

    Richtig lagern

    Kühl, dunkel, nicht neben Chemikalien, Kraftstoff, Farben oder Reinigungsmitteln – Kunststoff kann Gerüche aufnehmen. Nicht in praller Sonne oder neben der Heizung.

  6. 6

    Regelmäßig tauschen

    Selbst abgefülltes Wasser in festen Abständen ersetzen; Ready.gov nennt dafür sechs Monate. Einen festen Termin wählen, etwa die Zeitumstellung.

Häufige Fehler

  • Alte Benzin- oder Reinigerkanister verwenden
  • Behälter ohne Datum lagern
  • Vorrat neben Farben oder Lösungsmitteln aufbewahren
  • Nur Trinkmenge einplanen, Hygiene vergessen
  • Mit ungewaschenen Händen in die Öffnung fassen

Grenzen und Risiken

  • Keine Anleitung zur Langzeitkonservierung mit Chemikalien
  • Mengenangaben stammen von Behörden und können sich ändern – aktuelle Fassung prüfen

Quellen

  1. [1]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

  2. [2]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Water (emergency water supply guidance)

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-home-water-storage

07 · Vorräte · Fachliche Prüfung folgt

Ernte einlagern: Kartoffeln, Wurzelgemüse, Äpfel

Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Kohl, Zwiebeln und Lageräpfel halten sich ohne Kühlschrank über Wochen bis Monate, wenn sie unbeschädigt, kühl, dunkel und mit passender Luftfeuchte gelagert werden. Regelmäßige Kontrolle verhindert, dass ein fauliges Stück den ganzen Vorrat verdirbt. Grüne Stellen an Kartoffeln großzügig entfernen, stark ergrünte Knollen nicht essen.

Grüne Stellen und Keime an Kartoffeln enthalten mehr Solanin. Großzügig wegschneiden; stark grüne oder bitter schmeckende Kartoffeln nicht essen.

Faulige oder schimmlige Stücke sofort entfernen; gelagertes Gemüse vor dem Verzehr waschen.

Material

  • Sauberer Sand(optional)
  • Zeitungspapier und Karton(optional)
  • Beschriftungsanhänger und wasserfester Stift

Schritte

  1. 1

    Auswählen

    Nur unbeschädigte, gesunde Stücke einlagern; Angeschlagenes zuerst verbrauchen.

  2. 2

    Vorbereiten

    Kartoffeln nicht waschen, kurz abtrocknen lassen. Bei Möhren und Roter Bete das Laub abdrehen. Zwiebeln gut nachtrocknen lassen.

  3. 3

    Lagern

    Kartoffeln dunkel in Kisten, Wurzelgemüse in Kisten mit leicht feuchtem Sand, Zwiebeln luftig und trocken hängend oder in Netzen, Äpfel einzeln nebeneinander in flachen Steigen, getrennt vom Gemüse.

  4. 4

    Beschriften

    Sorte und Einlagerdatum notieren.

  5. 5

    Kontrollieren

    Wöchentlich durchsehen, Faules entfernen, Temperatur und Frostschutz im Blick behalten.

Häufige Fehler

  • Beschädigte Ware mit einlagern
  • Kartoffeln im Hellen
  • Äpfel neben Kartoffeln
  • Lagerung im warmen Heizungskeller

Grenzen und Risiken

  • Keine Lagerdauern oder Temperaturangaben je Gemüseart

Quellen

  1. [1]

    Royal Horticultural Society – Dorling Kindersley: RHS Encyclopedia of Gardening

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-garden-harvest-storage

08 · Energie und Wärme · Fachliche Prüfung folgt

Regenwasser für Garten und Haushalt nutzen

Eine abgedeckte Regentonne am Fallrohr liefert Gießwasser und im Notfall Wasser für Toilettenspülung und Putzen. Regenwasser vom Dach ist allerdings kein Trinkwasser: Es kann Vogelkot, Staub und Stoffe aus dem Dachmaterial enthalten. Wer es trinken will, muss es wie jedes Oberflächenwasser aufbereiten.

Offene oder schlecht abgedeckte Tonnen sind eine Ertrinkungsgefahr für Kleinkinder. Deckel fest und kindersicher verschließen.

Regenwasser aus der Tonne nicht ohne Aufbereitung trinken oder zum Zähneputzen verwenden. Für die Aufbereitung siehe die Welt „Wasser“.

Stehendes Wasser ist Brutstätte für Mücken. Tonne abdecken und Öffnungen mit feinem Netz sichern.

Material

  • Regentonne mit Deckel – Mit dichtem Deckel

Schritte

  1. 1

    Regeln klären

    In Mietobjekten Erlaubnis einholen. Ob und wie Regenwasser genutzt werden darf, kann regional geregelt sein – lokale Regeln prüfen.

  2. 2

    Standplatz vorbereiten

    Ebener, tragfähiger Untergrund (z. B. Platten). Eine volle Tonne wiegt so viel Kilogramm, wie sie Liter fasst, plus Eigengewicht.

  3. 3

    Anschließen

    Einen Regensammler oder Fallrohrabzweig nutzen, der bei voller Tonne das Wasser wieder ins Fallrohr leitet, damit nichts überläuft.

  4. 4

    Abdecken

    Deckel fest schließen; offene Stellen mit feinem Netz gegen Mücken, Laub und Tiere sichern.

  5. 5

    Pflegen

    Dachrinne und Sieb regelmäßig von Laub befreien. Vor Frost die Tonne leeren oder abkoppeln, damit sie nicht reißt.

Häufige Fehler

  • Regenwasser direkt trinken
  • Tonne offen stehen lassen
  • Tonne im Winter voll lassen
  • Kein Überlauf – Wasser läuft an der Hauswand herunter

Grenzen und Risiken

  • Keine Anleitung für hausinterne Regenwasseranlagen
  • Keine Aussage zu regionalen Vorschriften – lokale Regeln prüfen

Quellen

–

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-rainwater-garden

09 · Energie und Wärme · Fachliche Prüfung folgt

Notheizung planen – sicher statt improvisiert

Wer für einen längeren Heizungsausfall vorsorgen will, plant vorher: Welche Wärmequelle ist für Innenräume zugelassen, fachgerecht installiert und geprüft? Kaminöfen brauchen einen geprüften Schornstein, Heizgeräte einen Kohlenmonoxidmelder und Abstand zu Brennbarem. Grills, Campingkocher, Terrassenheizer und Generatoren gehören nie in Innenräume.

Kohlenmonoxid ist unsichtbar und geruchlos und kann tödlich sein. Nie Grill, Holzkohle, Campingkocher, Terrassenheizer oder Generator in Wohnung, Keller, Garage oder Zelt betreiben. Bei Kopfschmerz, Schwindel oder Übelkeit mehrerer Personen sofort ins Freie und die örtliche Notrufnummer wählen (112 in der EU).

Öfen, Abgasanlagen und Gasgeräte nur von Fachleuten installieren und prüfen lassen. Bei Gasgeruch: kein Licht schalten, kein Feuer, Fenster öffnen, Haus verlassen, von draußen den Notdienst rufen.

Elektrische Heizgeräte nicht über Mehrfachsteckdosen oder Kabeltrommeln betreiben, nicht abdecken und mit Abstand zu Vorhängen, Betten und Möbeln aufstellen.

Welche Geräte in Innenräumen zulässig sind (z. B. Gas- oder Petroleumheizer ohne Abzug), ist regional unterschiedlich geregelt – örtliche Regeln und Herstellerangaben prüfen.

Material

  • Kohlenmonoxidmelder
  • Rauchwarnmelder
  • Wolldecke / Bettdecke
  • Feuerlöscher für den Haushalt(optional)

Schritte

  1. 1

    Abhängigkeiten klären

    Klären, ob die Heizung ohne Strom läuft. Wenn nicht, mit Fachbetrieb über Optionen sprechen, statt zu improvisieren.

  2. 2

    Zulässige Wärmequelle

    Nur für Innenräume zugelassene Geräte verwenden. Ein Kaminofen muss fachgerecht angeschlossen und der Schornstein regelmäßig geprüft und gereinigt sein.

  3. 3

    Melder installieren

    Kohlenmonoxidmelder in Räumen mit Feuerstätten und in Schlafbereichen, Rauchwarnmelder nach örtlichen Vorgaben; regelmäßig testen.

  4. 4

    Brennstoff lagern

    Brennholz trocken und mit Abstand zum Ofen lagern; flüssige Brennstoffe nur in zugelassenen Behältern außerhalb der Wohnräume, wie örtlich erlaubt.

  5. 5

    Passive Maßnahmen

    Einen Raum als Wärmeinsel festlegen, Fenster abdichten, warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke bereithalten – sie wirken ohne jedes Risiko.

Häufige Fehler

  • Grill oder Gaskocher zum Heizen in der Wohnung
  • Generator in der Garage
  • Ofen ohne Schornsteinprüfung
  • Heizlüfter an der Kabeltrommel

Grenzen und Risiken

  • Keine Geräteempfehlungen
  • Keine Installationsanleitungen
  • Rechtliche Vorgaben nicht im Einzelnen dargestellt

Quellen

  1. [1]

    Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance

  2. [2]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Winter Weather

  3. [3]

    World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-backup-heating-safety

10 · Energie und Wärme · Fachliche Prüfung folgt

Brennholz trocknen und lagern

Frisch geschlagenes Holz enthält viel Wasser. Es brennt schlecht, raucht stark und verrußt Ofen und Schornstein. Gespalten, luftig gestapelt, von oben abgedeckt und vom Boden abgehoben trocknet es über viele Monate. Ein Holzfeuchtemessgerät zeigt, wann es bereit ist – gängige Empfehlungen nennen Werte unter etwa 20 Prozent.

Holzfeuer erzeugt Kohlenmonoxid. Nur in geprüften Öfen mit funktionierendem Abzug heizen und einen Kohlenmonoxid-Melder installieren.

Hohe Stapel können umfallen. Stabil, nicht zu hoch und gegen Kippen gesichert stapeln, Kinder fernhalten.

Größere Holzvorräte nicht direkt an Hauswänden mit Fenstern oder Lüftungsöffnungen lagern, wenn das örtliche Brandschutzrecht dies einschränkt – lokale Regeln prüfen.

Material

  • Trockenes Brennholz
  • Holzfeuchtemessgerät(optional)
  • Tarp / Plane(optional)
  • Robuste Arbeitshandschuhe

Schritte

  1. 1

    Spalten und ablängen

    Holz auf Ofenlänge sägen und spalten, möglichst bald nach dem Fällen. Gespaltenes Holz trocknet deutlich schneller als Rundlinge.

  2. 2

    Platz wählen

    Sonnig und windig, auf Paletten, Kanthölzern oder Steinen, mit etwas Abstand zur Hauswand.

  3. 3

    Luftig stapeln

    Locker in Reihen stapeln, Rinde nach oben, Seiten offen. Enden mit Kreuzstapeln stabilisieren.

  4. 4

    Oben abdecken

    Dach oder Plane nur oben, Seiten frei lassen. Ganz eingewickeltes Holz trocknet nicht.

  5. 5

    Prüfen

    An einer frisch gespaltenen Fläche mit dem Messgerät messen. Trockenes Holz ist leichter, klingt hell beim Aneinanderschlagen und zeigt oft Risse an den Enden.

  6. 6

    Tagesvorrat

    Nur einen kleinen Vorrat einige Tage vor Gebrauch ins Haus holen, mit Abstand zum Ofen.

Häufige Fehler

  • Frisches Holz verbrennen
  • Stapel komplett in Plane einwickeln
  • Direkt auf dem Boden stapeln
  • Behandeltes Holz oder Abfall verbrennen

Grenzen und Risiken

  • Keine Trocknungszeiten je Holzart
  • Keine Ofen- oder Schornsteinarbeiten

Quellen

  1. [1]

    U.S. Environmental Protection Agency (EPA): Burn Wise – wood-burning best practices

  2. [2]

    Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-firewood-seasoning

11 · Energie und Wärme · Fachliche Prüfung folgt

Zugluft abdichten und Wärme im Haus halten

Undichte Fenster, Türen, Briefschlitze und Durchführungen lassen warme Luft entweichen. Dichtbänder, Zugluftstopper, schwere Vorhänge und das Schließen ungenutzter Räume sind einfache, günstige Maßnahmen – im Alltag und besonders bei einem Heizungsausfall. Wichtig: Lüftungsöffnungen für Öfen und Gasgeräte nie verschließen und weiterhin regelmäßig lüften.

Lüftungsöffnungen, Luftziegel und Zuluft für Öfen, Kamine und Gasgeräte nie abdichten. Fehlende Verbrennungsluft kann zu tödlicher Kohlenmonoxidbildung führen. CO-Melder installieren.

Dichtere Räume halten Feuchtigkeit. Weiterhin mehrmals täglich kurz stoßlüften, sonst droht Schimmel.

Material

  • Dichtband und Zugluftstopper
  • Wolldecke / Bettdecke(optional)
  • Kohlenmonoxidmelder

Schritte

  1. 1

    Undichtigkeiten finden

    An windigen Tagen mit der Hand oder einer Feder an Fenstern, Türen, Briefschlitz, Steckdosen an Außenwänden und Rohrdurchführungen nach Zug suchen.

  2. 2

    Lüftungen kennzeichnen

    Alle Öffnungen, die zu Feuerstätten und Gasgeräten gehören oder dem Feuchteschutz dienen, notieren – diese bleiben offen.

  3. 3

    Abdichten

    Dichtband in Fenster- und Türfalze kleben, Bürstendichtungen an Türunterkanten, Zugluftstopper vor Türen, Abdeckung für Briefschlitz.

  4. 4

    Vorhänge und Rollos

    Nachts schwere Vorhänge und Rollos schließen, tagsüber bei Sonne öffnen. Heizkörper nicht verdecken.

  5. 5

    Räume zonieren

    Bei Heizungsausfall einen Raum warm halten, Türen zu ungenutzten Räumen schließen.

  6. 6

    Weiter lüften

    Mehrmals täglich kurz und kräftig lüften statt Fenster dauerhaft zu kippen.

Häufige Fehler

  • Luftziegel oder Zuluftöffnungen zukleben
  • Nach dem Abdichten nicht mehr lüften
  • Heizkörper mit Vorhängen verdecken
  • Fenster dauerhaft gekippt

Grenzen und Risiken

  • Keine Dämmung von Bauteilen
  • Keine Prüfung von Feuerstätten

Quellen

  1. [1]

    U.S. Department of Energy: Air Sealing Your Home (Energy Saver)

  2. [2]

    U.S. Environmental Protection Agency (EPA): A Brief Guide to Mold, Moisture, and Your Home

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-draught-proofing

12 · Energie und Wärme · Fachliche Prüfung folgt

Kleine Solaranlagen für Balkon und Garten: was sie können und was zu klären ist

Steckersolargeräte („Balkonkraftwerke“) speisen Strom in das Hausnetz ein und senken den Bezug aus dem Netz. Bei einem Stromausfall liefern netzgekoppelte Geräte aus Sicherheitsgründen in der Regel keinen Strom. Für Notstrom braucht es eine Inselanlage oder eine tragbare Powerstation mit Solarmodul. Erlaubnis, Anmeldung, Befestigung und Anschluss sind regional geregelt – lokale Regeln prüfen und im Zweifel Fachleute fragen.

Module sind schwer und bieten Wind viel Angriffsfläche. Herabfallende Module können Menschen schwer verletzen. Nur nach Herstellerangaben und für die Last geeignet befestigen; bei Unsicherheit Fachleute hinzuziehen.

Keine eigene Verkabelung, keine Eingriffe in Wechselrichter oder Hausinstallation. Was erlaubt ist und wie angeschlossen wird, regelt jedes Land anders – lokale Regeln prüfen, im Zweifel Elektrofachkraft.

Batteriespeicher und Powerstations nur nach Herstellerangaben laden und lagern, nicht beschädigt verwenden, nicht in Fluchtwegen aufstellen.

Material

  • Tragbare Powerstation (Akku mit Wechselrichter)(optional)
  • Faltbares Solarladegerät(optional)

Schritte

  1. 1

    Ziel klären

    Kosten senken (netzgekoppelt) oder Notstrom für Kleingeräte (Insel bzw. Powerstation)? Beides sind unterschiedliche Systeme.

  2. 2

    Regeln prüfen

    Anforderungen an Anmeldung, Leistungsgrenzen, Stecker und Zähler sowie Zustimmung von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft klären – lokale Regeln prüfen.

  3. 3

    Standort

    Sonniger, verschattungsarmer Platz, sicher erreichbar, mit tragfähiger Befestigung. Nichts über Gehwegen ohne geprüfte Montage.

  4. 4

    Montage nach Anleitung

    Nur Komplettsets mit Herstellerangaben verwenden und genau danach montieren; Anschluss so, wie es örtlich zulässig ist.

  5. 5

    Regelmäßig prüfen

    Befestigung nach Sturm kontrollieren, Kabel auf Schäden prüfen, Module gelegentlich vorsichtig vom Boden aus reinigen.

Häufige Fehler

  • Annehmen, ein Balkonkraftwerk liefere bei Stromausfall Strom
  • Module ungesichert ans Geländer hängen
  • Eigene Verkabelung basteln
  • Regeln und Zustimmung ignorieren

Grenzen und Risiken

  • Keine Verkabelungs- oder Anschlussanleitung
  • Keine Rechtsauskunft – lokale Regeln prüfen
  • Keine Ertragsberechnung

Quellen

–

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-balcony-solar

13 · Haushalt · Fachliche Prüfung folgt

Absperrungen für Wasser, Strom und Gas kennen

Bei einem Rohrbruch, einem Wasserschaden in der Nähe von Elektrik oder nach einem Unwetter zählt jede Minute. Wer vorher weiß, wo Hauptwasserhahn und Sicherungskasten sind und wie sie bedient werden, verhindert Folgeschäden. Für Gas gilt eine andere Regel: Bei Gasgeruch nichts bedienen, das Gebäude verlassen und von draußen den Gasnotdienst oder den Notruf anrufen.

Bei Gasgeruch: keine Schalter, Klingeln oder Telefone im Gebäude betätigen, keine Flamme. Türen offen lassen, Gebäude verlassen, andere warnen und von draußen den Gasnotdienst des Versorgers oder die lokale Notrufnummer (in der EU 112) anrufen. Nicht selbst nach dem Leck suchen.

Gas nicht selbst wieder aufdrehen, wenn es abgestellt wurde. Das Wiederinbetriebnehmen gehört in die Hände des Versorgers oder eines Fachbetriebs.

Steht Wasser in der Nähe von Steckdosen, Geräten oder dem Sicherungskasten, den Raum nicht betreten. Sicherungskasten nur bedienen, wenn du trocken stehst und ihn gefahrlos erreichst – sonst Versorger oder Feuerwehr rufen.

Alte Absperrventile können festsitzen oder beim Bedienen undicht werden. Nicht mit Gewalt oder Verlängerungen drehen; defekte Ventile vom Fachbetrieb tauschen lassen.

Material

  • Stirnlampe / Taschenlampe – Keller und Schächte sind oft dunkel
  • Beschriftungsanhänger und wasserfester Stift – Absperrungen sichtbar beschriften

Schritte

  1. 1

    Hauptwasserhahn finden

    Er liegt meist dort, wo die Wasserleitung ins Haus kommt – oft im Keller oder Hausanschlussraum beim Wasserzähler. In Wohnungen gibt es häufig zusätzlich Absperrventile im Bad, in der Küche oder an einem Steigstrang.

  2. 2

    Sicherungskasten und Hauptschalter finden

    Ermittle, wo der Sicherungskasten (Verteiler) deiner Wohnung ist und ob es einen Hauptschalter gibt. Prüfe, ob die einzelnen Stromkreise beschriftet sind.

  3. 3

    Wissen, wo die Gasabsperrung ist

    Falls Gas im Haus ist: Lass dir vom Vermieter, Versorger oder Fachbetrieb zeigen, wo die Hauptabsperreinrichtung liegt. Ob und wann Bewohner sie bedienen sollen, legen Versorger und Behörden fest – im Zweifel nichts anfassen, sondern Gasnotdienst anrufen.

    Bei Gasgeruch keine Schalter oder Ventile bedienen – raus und von draußen anrufen.

  4. 4

    Beschriften und freihalten

    Markiere Hauptwasserhahn und Sicherungskasten gut sichtbar und halte den Zugang frei von Kisten und Regalen. Lege eine Taschenlampe in die Nähe.

  5. 5

    Wasserhahn einmal bewusst bedienen

    Drehe den Hauptwasserhahn bei ruhiger Lage einmal zu und wieder auf, damit du die Richtung kennst und weißt, ob er leichtgängig ist. Ist er fest oder undicht: nicht forcieren, Fachbetrieb oder Vermieter informieren.

  6. 6

    Alle im Haushalt einweisen

    Zeige allen Erwachsenen und älteren Kindern die Stellen und erkläre die Gas-Regel. Notiere die Nummern von Gasnotdienst, Wasserversorger und Vermieter im Notfallplan.

Häufige Fehler

  • Erst im Notfall nach dem Hauptwasserhahn suchen
  • Den Sicherungskasten mit nassen Händen oder im Wasser stehend bedienen
  • Bei Gasgeruch Licht einschalten oder im Gebäude telefonieren
  • Abgestelltes Gas selbst wieder aufdrehen
  • Zugang zu Absperrungen zustellen

Grenzen und Risiken

  • Keine Anleitung für Arbeiten an Gas- oder Elektroinstallationen
  • Regeln zur Bedienung der Gasabsperrung unterscheiden sich je nach Land und Versorger – lokale Vorgaben prüfen

Quellen

  1. [1]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness

  2. [2]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-utility-shutoffs

14 · Haushalt · Fachliche Prüfung folgt

Eine Übungsroutine für Notfall-Fertigkeiten

Vorräte allein reichen nicht: Unter Stress greift man auf das zurück, was man geübt hat. Eine einfache Routine – wenige Minuten, regelmäßig, mit dem ganzen Haushalt – hält Wissen frisch: Treffpunkt kennen, Lampe im Dunkeln finden, Radio bedienen, einen Knoten binden, eine Karte lesen. Kleine, wiederholte Übungen wirken mehr als ein einmaliger großer Kurs.

Übungen so wählen, dass niemand gefährdet wird: kein offenes Feuer in Innenräumen, keine Generatoren oder Kocher drinnen, keine riskanten Abseil- oder Kletterübungen ohne Ausbildung.

Erste Hilfe lernt man am besten in einem anerkannten Kurs und frischt sie regelmäßig auf; diese Routine ersetzt keinen Kurs.

Material

  • Batterie- oder Kurbelradio(optional)
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
  • Paracord(optional) – Zum Üben von Knoten

Schritte

  1. 1

    Fertigkeiten auswählen

    Liste fünf bis zehn Dinge auf, die im Notfall wichtig wären: Notruf absetzen, Treffpunkt erreichen, Absperrungen finden, Radio einstellen, Lampe im Dunkeln greifen, Erste-Hilfe-Set finden, einen Knoten binden, Karte und Kompass nutzen.

  2. 2

    Termine festlegen

    Plane je Monat eine kurze Übung. Feste Anlässe helfen, etwa die Zeitumstellung für Batterien und Vorräte oder der Schulbeginn für den Familienplan.

  3. 3

    Realistisch üben

    Übe unter leicht erschwerten Bedingungen: Licht aus und die Lampe finden, das Handy weglegen und Nummern vom Papier wählen, den Weg zum Treffpunkt einmal tatsächlich gehen.

  4. 4

    Kurz auswerten

    Was hat nicht geklappt? Was fehlte? Notiere eine Verbesserung und setze sie bis zur nächsten Übung um.

  5. 5

    Rollen wechseln

    Jede Person sollte jede Aufgabe einmal übernehmen. Wenn nur eine Person weiß, wo der Hauptwasserhahn ist, ist das Wissen im Ernstfall vielleicht nicht da.

Häufige Fehler

  • Einmal einen Plan schreiben und nie üben
  • Zu große, aufwendige Übungen, die nie stattfinden
  • Kinder ausschließen
  • Gefährliche Übungen ohne Anleitung

Grenzen und Risiken

  • Kein Ersatz für Erste-Hilfe-Kurse oder Fachausbildung
  • Inhalte müssen an den eigenen Haushalt angepasst werden

Quellen

  1. [1]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Make A Plan

  2. [2]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-skill-practice-routine

15 · Haushalt · Fachliche Prüfung folgt

Reparaturen im Haushalt: Was du selbst machen kannst – und was nicht

Kleine Reparaturen selbst zu erledigen, spart Zeit und hält den Haushalt in einer Krise funktionsfähig: ein verstopfter Abfluss, eine lose Schraube, ein undichtes Fenster, ein gerissener Riemen. Arbeiten an Gas, Elektroinstallation, Heizungsanlagen, Abgasanlagen und tragenden Bauteilen gehören dagegen in Fachhände – auch im Notfall. Der wichtigste Teil der Selbsthilfe ist, diese Grenze zu kennen.

Keine Arbeiten an Gasleitungen oder Gasgeräten. Bei Gasgeruch das Gebäude verlassen und von draußen den Gasnotdienst oder die lokale Notrufnummer (in der EU 112) anrufen.

Arbeiten an der Elektroinstallation sind in vielen Ländern Fachkräften vorbehalten und lebensgefährlich. Lokale Regeln prüfen; im Zweifel Elektrofachkraft beauftragen.

Nach Erdbeben, Sturm, Hochwasser oder Brand beschädigte Gebäude nur betreten, wenn Behörden oder Fachleute das freigegeben haben.

Beim Arbeiten mit Leitern, Messern und Werkzeug: stabile Leiter, zweite Person in der Nähe, Schutzbrille bei Bohr- und Schleifarbeiten.

Material

  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)

Häufige Fehler

  • Im Notfall „nur provisorisch“ an Gas oder Strom arbeiten
  • Beschädigte Kabel mit Klebeband flicken und weiter benutzen
  • Defekte Heizgeräte selbst öffnen
  • Nach einem Unwetter ungeprüft auf das Dach steigen

Grenzen und Risiken

  • Keine Reparaturanleitungen für einzelne Geräte
  • Rechtliche Vorgaben für Elektro- und Gasarbeiten unterscheiden sich je nach Land – lokale Regeln prüfen

Quellen

  1. [1]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-home-repair-limits

16 · Haushalt · Fachliche Prüfung folgt

Kleidung flicken: Flicken, Säume, Reißverschlüsse

Ein Loch im Knie, ein ausgerissener Saum oder ein hakender Reißverschluss sind meist kein Grund, ein Kleidungsstück wegzuwerfen. Mit Flicken, ein paar Grundstichen und etwas Geduld halten Hosen, Jacken und Taschen deutlich länger – im Alltag nachhaltig, in einer Versorgungskrise wertvoll.

Schutzausrüstung, deren Funktion von Nähten abhängt, nach Beschädigung ersetzen oder vom Hersteller prüfen lassen.

Beim Aufbügeln von Flicken auf Temperatur des Stoffs achten; Kunstfasern können schmelzen.

Material

  • Nähset
  • Sicherheitsnadeln
  • Baumwolltuch / T-Shirt(optional) – Als Flickstoff

Schritte

  1. 1

    Vorbereiten

    Kleidungsstück waschen, ausgefranste Fäden abschneiden, Schaden auf links und rechts ansehen.

  2. 2

    Flicken zuschneiden

    Flicken aus ähnlichem Stoff so zuschneiden, dass er rundum gut zwei Zentimeter über das Loch hinausreicht; Ecken abrunden, damit sie sich nicht lösen.

  3. 3

    Feststecken

    Flicken innen oder außen aufstecken, Stoff dabei glatt und ohne Spannung halten.

  4. 4

    Annähen

    Rand mit kleinen Überwendlings- oder Steppstichen annähen, danach die Lochränder auf dem Flicken festnähen.

  5. 5

    Saum reparieren

    Saum in der alten Falte umlegen, feststecken und mit kleinen, außen kaum sichtbaren Stichen annähen.

  6. 6

    Reißverschluss

    Hakende Zähne mit einem Bleistift oder etwas Wachs gängig machen. Spreizt der Schieber, kann er mit einer Zange vorsichtig leicht zusammengedrückt werden – zu fest drücken blockiert ihn.

Häufige Fehler

  • Zu kleiner Flicken
  • Stoff beim Nähen verzogen
  • Zu dicker, starrer Flickstoff auf dünnem Stoff
  • Reißverschlussschieber zu stark zusammengedrückt

Grenzen und Risiken

  • Kein Ersatz für Schneiderei bei aufwendigen Reparaturen
  • Keine Reparatur von Schutzausrüstung

Quellen

  1. [1]

    Reader's Digest: Complete Guide to Sewing

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-clothes-mending

17 · Haushalt · Fachliche Prüfung folgt

Fahrrad: Platten flicken und Grundcheck

Ein Fahrrad bleibt mobil, wenn Kraftstoff knapp ist oder Bahnen ausfallen. Mit Flickzeug, Reifenhebern und Pumpe lässt sich ein Platten am Straßenrand beheben, und ein kurzer Check von Luftdruck, Bremsen und Kette vor jeder Fahrt verhindert viele Pannen. Bremsen, die nicht sicher funktionieren, gehören in eine Werkstatt.

Nicht mit unsicheren Bremsen fahren. Nach jeder Arbeit am Laufrad Bremsen und festen Sitz des Rades prüfen, bevor man losfährt.

Vulkanisierlösung ist leicht entzündlich; nicht in der Nähe von Flammen verwenden und Dämpfe nicht einatmen.

Reparaturen abseits der Fahrbahn an einer sicheren Stelle durchführen, bei Dunkelheit Licht und Warnweste nutzen.

Material

  • Fahrrad-Flickzeug und Werkzeug
  • Multitool(optional)

Schritte

  1. 1

    Grundcheck vor der Fahrt

    Luftdruck (Angabe auf der Reifenflanke), Bremsen (Hebel ziehen, Rad schieben), Kette (sauber, geölt, nicht rostig), Licht.

  2. 2

    Laufrad und Reifen lösen

    Bremse ggf. öffnen, Laufrad ausbauen, Luft ganz ablassen. Reifen mit Reifenhebern auf einer Seite von der Felge heben und Schlauch herausziehen.

  3. 3

    Loch und Ursache finden

    Schlauch aufpumpen und Loch hören oder in Wasser suchen. Reifen innen vorsichtig abtasten und Fremdkörper entfernen.

    Vorsicht beim Abtasten: Glassplitter und Draht können schneiden.

  4. 4

    Flicken

    Stelle trocknen, anrauen, dünn Lösung auftragen, ablüften lassen wie auf der Packung angegeben, Flicken fest andrücken.

  5. 5

    Montieren

    Schlauch leicht aufpumpen, einlegen, Reifen mit den Händen auf die Felge drücken, ohne den Schlauch einzuklemmen. Auf Nenndruck pumpen, Laufrad einbauen, Bremse schließen.

  6. 6

    Testen

    Sitz des Laufrads, Schnellspanner bzw. Muttern und Bremsen prüfen, kurze Probefahrt.

Häufige Fehler

  • Ursache im Reifen nicht entfernt
  • Schlauch mit Reifenheber eingeklemmt
  • Flicken auf nasse oder ungeraute Stelle
  • Bremse nach dem Einbau offen gelassen

Grenzen und Risiken

  • Keine Anleitung für Bremsen- oder Schaltungseinstellung
  • Keine Arbeiten an E-Bike-Elektrik

Quellen

  1. [1]

    Lennard Zinn – VeloPress: Zinn & the Art of Road Bike Maintenance

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-bicycle-repair-basics

18 · Haushalt · Fachliche Prüfung folgt

Brandschutz zu Hause: Rauchmelder, Löscher, Fluchtweg

Rauchwarnmelder wecken rechtzeitig, ein freier Fluchtweg bringt alle hinaus, und Feuerlöscher oder Löschdecke helfen nur bei einem kleinen Entstehungsbrand. In Krisen mit Kerzen, Notheizungen und Improvisation steigt das Brandrisiko. Grundregel: Menschen retten geht vor Löschen – raus, Tür schließen, Notruf wählen.

Breitet sich ein Feuer aus oder ist der Raum verraucht: sofort alle hinausbringen, Türen hinter sich schließen, draußen die örtliche Notrufnummer wählen (112 in der EU). Nicht zurückgehen.

Brennendes Fett oder Öl nie mit Wasser löschen – es kommt zu einer Stichflamme. Herd ausschalten, Deckel oder Löschdecke auflegen oder einen dafür geeigneten Löscher verwenden.

In vielen Regionen sind Rauchwarnmelder vorgeschrieben; Anzahl und Orte unterscheiden sich – örtliche Regeln prüfen.

Material

  • Rauchwarnmelder
  • Feuerlöscher für den Haushalt
  • Löschdecke
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)

Schritte

  1. 1

    Rauchwarnmelder

    Melder in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren, die als Fluchtweg dienen, an der Decke montieren; auf jeder Etage mindestens einen. Monatlich mit der Testtaste prüfen.

  2. 2

    Fluchtplan

    Zwei Wege aus jedem Raum kennen, Treffpunkt draußen vereinbaren, Fluchtwege freihalten, Schlüssel griffbereit. Gemeinsam üben.

  3. 3

    Löschmittel bereithalten

    Löschdecke in Küchennähe, Feuerlöscher gut sichtbar nahe dem Ausgang. Gebrauchsanweisung vorher lesen, Wartung nach Herstellerangabe.

  4. 4

    Kleiner Brand

    Nur löschen, wenn das Feuer klein ist, der Fluchtweg hinter einem frei bleibt und man sich sicher fühlt. Sonst sofort hinaus.

  5. 5

    Krisenzeiten

    Kerzen nie unbeaufsichtigt, fern von Vorhängen, auf feuerfester Unterlage. Batterieleuchten bevorzugen. Notheizungen mit Abstand zu Brennbarem betreiben.

Häufige Fehler

  • Batterie aus dem Melder nehmen, weil er stört
  • Fettbrand mit Wasser löschen
  • Zurück in die Wohnung gehen, um Dinge zu holen
  • Löscher, dessen Bedienung niemand kennt

Grenzen und Risiken

  • Keine Brandklassen- oder Löschmittelberatung im Detail
  • Kein Ersatz für Brandschutzberatung durch Feuerwehr

Quellen

  1. [1]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Home Fires

  2. [2]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-home-fire-safety

19 · Haushalt · Fachliche Prüfung folgt

Ein Grundwerkzeugkasten für den Haushalt

Ein überschaubarer Werkzeugkasten deckt die meisten kleinen Reparaturen ab: Hammer, Schraubendreher, Zangen, Maulschlüssel oder Rollgabelschlüssel, Cuttermesser, Maßband, Klebeband, Taschenlampe und Schutzbrille. Wichtiger als viel Werkzeug ist, dass es an einem festen Platz liegt, funktioniert und man es bedienen kann.

Beim Hämmern, Bohren und Schneiden Schutzbrille tragen; Klingen vom Körper weg führen.

Werkzeug ersetzt keine Fachkenntnis. Gas-, Strom- und Heizungsarbeiten bleiben Sache von Fachleuten.

Material

  • Werkzeugkasten für den Haushalt
  • Gewebeklebeband (Panzertape)
  • Stirnlampe / Taschenlampe
  • Dicht schließende Schutzbrille
  • Robuste Arbeitshandschuhe

Schritte

  1. 1

    Grundausstattung

    Hammer, Schraubendreher-Satz (Schlitz und Kreuz) oder Bitsatz, Kombizange, Spitzzange, Rollgabelschlüssel, Cuttermesser, Maßband, Wasserwaage.

  2. 2

    Verbrauchsmaterial

    Gewebeklebeband, Kabelbinder, Schrauben und Dübel in gängigen Größen, Schnur, Draht, Kleber.

  3. 3

    Schutz und Licht

    Schutzbrille, Arbeitshandschuhe, Stirnlampe mit Ersatzbatterien.

  4. 4

    Für den Notfall

    Werkzeug, das zu den eigenen Absperrvorrichtungen passt, griffbereit beim Werkzeugkasten; Lage der Absperrungen notieren.

  5. 5

    Aufbewahren und pflegen

    Trocken lagern, Rost entfernen, Klingen ersetzen, Batterien prüfen. Kindersicher aufbewahren.

Häufige Fehler

  • Werkzeug über die ganze Wohnung verteilt
  • Billigwerkzeug, das beim ersten Einsatz versagt
  • Kein Licht im Werkzeugkasten
  • Ohne Schutzbrille arbeiten

Grenzen und Risiken

  • Keine Produktempfehlungen

Quellen

  1. [1]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Build A Kit

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-basic-tool-kit

20 · Haushalt · Fachliche Prüfung folgt

Abfluss frei machen und tropfenden Hahn eingrenzen – ohne Chemie

Ein verstopfter Waschbecken- oder Duschabfluss lässt sich meist mechanisch lösen: Sieb reinigen, Saugglocke, Siphon abschrauben und ausspülen. Ein tropfender Hahn hat oft eine verschlissene Dichtung oder Kartusche. Vor jedem Eingriff das Wasser absperren. Chemische Abflussreiniger sind ätzend und unnötig riskant. Alles an Gas, Warmwasserbereitern und hinter der Wand gehört zu Fachleuten.

Chemische Abflussreiniger nicht verwenden oder nie mit anderen Reinigern mischen. Wurde schon Reiniger eingefüllt: keine Saugglocke, Schutzbrille und Handschuhe, gut lüften.

Keine Arbeiten an Gasleitungen, Gasthermen oder Warmwasserbereitern. Bei Gasgeruch Gebäude verlassen und von draußen Notdienst oder lokale Notrufnummer (112 in der EU) anrufen.

Wasser und Strom trennen: Elektrogeräte unter der Spüle ausstecken und nasse Bereiche trocken halten, bevor man arbeitet.

Material

  • Saugglocke (Pömpel)
  • Werkzeugkasten für den Haushalt
  • Einmalhandschuhe
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)

Schritte

  1. 1

    Sieb reinigen

    Sieb oder Stopfen herausnehmen, Haare und Schmutz mit Handschuhen entfernen. Oft reicht das schon.

  2. 2

    Saugglocke

    Überlauföffnung mit nassem Tuch zuhalten, etwas Wasser im Becken lassen, Saugglocke ansetzen und mehrmals kräftig pumpen.

  3. 3

    Siphon reinigen

    Eimer unterstellen, Siphon von Hand abschrauben, ausspülen, Dichtungen prüfen und handfest wieder montieren. Danach auf Dichtheit prüfen.

  4. 4

    Hahn: Wasser absperren

    Eckventil unter dem Becken oder Hauptabsperrhahn schließen, Hahn öffnen, bis kein Wasser mehr kommt. Abfluss mit Stopfen verschließen, damit keine Kleinteile verschwinden.

  5. 5

    Dichtung oder Kartusche tauschen

    Oberteil nach Herstellerangaben abschrauben, altes Teil zum Kauf des passenden Ersatzes mitnehmen, einsetzen, Wasser langsam öffnen. Wenn unklar ist, wie der Hahn aufgebaut ist: Fachbetrieb.

Häufige Fehler

  • Chemie und Saugglocke kombinieren
  • Siphon mit der Rohrzange überdrehen
  • Wasser nicht abgesperrt
  • Fett in den Abfluss gießen

Grenzen und Risiken

  • Keine Arbeiten an Leitungen in der Wand, Gas- oder Warmwassergeräten
  • Keine Anleitung für einzelne Armaturenmodelle

Quellen

  1. [1]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-tap-and-drain-basics

21 · Haushalt · Fachliche Prüfung folgt

Sicherung ausgelöst: sicher wieder einschalten – und wann nicht

Was Laien an der Elektrik tun dürfen und sollten, ist eng begrenzt: einen ausgelösten Leitungsschutz- oder Fehlerstromschalter wieder einschalten, eine Schraubsicherung durch eine gleichwertige ersetzen und die Ursache – meist ein defektes Gerät oder Überlast – eingrenzen. Löst die Sicherung wiederholt aus, riecht es verbrannt oder ist etwas nass geworden, bleibt sie aus und eine Elektrofachkraft wird gerufen.

Nach Überschwemmung oder Wassereintritt den Strom nicht selbst wieder einschalten und nicht in nassem Bereich an den Sicherungskasten gehen. Netzbetreiber oder Elektrofachkraft verständigen.

Löst eine Sicherung wiederholt aus, nie überbrücken, nie eine stärkere Sicherung einsetzen. Das kann Leitungen überhitzen und einen Brand verursachen.

Welche Arbeiten Laien erlaubt sind, regelt jedes Land anders – lokale Regeln prüfen. Alles über das Zurücksetzen hinaus gehört zu einer Elektrofachkraft.

Material

  • Stirnlampe / Taschenlampe

Schritte

  1. 1

    Lage prüfen

    Ist nur die eigene Wohnung oder ein Kreis betroffen? Bei Ausfall im ganzen Viertel nichts schalten, sondern Meldungen des Netzbetreibers abwarten.

  2. 2

    Geräte trennen

    Im betroffenen Kreis Geräte ausschalten und ausstecken, besonders gerade eingeschaltete oder nasse Geräte.

  3. 3

    Wieder einschalten

    Mit trockenen Händen den ausgelösten Schalter ganz nach unten und dann wieder nach oben schalten. Schraubsicherungen nur durch gleichwertige ersetzen, wenn das Fach dafür vorgesehen ist.

  4. 4

    Ursache eingrenzen

    Geräte einzeln wieder anschließen. Löst es bei einem bestimmten Gerät aus, dieses nicht mehr benutzen und prüfen lassen.

  5. 5

    Fachkraft rufen

    Löst es auch ohne angeschlossene Geräte aus, riecht es verbrannt, sind Steckdosen warm oder verfärbt: ausgeschaltet lassen und Elektrofachkraft rufen. Bei Rauch oder Feuer: lokale Notrufnummer (112 in der EU).

Häufige Fehler

  • Stärkere Sicherung einsetzen
  • Sicherung überbrücken
  • Mit nassen Händen oder im Wasser stehend schalten
  • Fehlerstromschalter dauerhaft ignorieren, weil er „ständig fliegt“

Grenzen und Risiken

  • Keine Arbeiten am Sicherungskasten selbst, an Steckdosen oder Leitungen
  • Keine Aussage zu nationalen Vorschriften

Quellen

  1. [1]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-fuses-breakers

22 · Haushalt · Fachliche Prüfung folgt

Wäsche von Hand waschen und trocknen

Ohne Strom oder Waschmaschine lässt sich Wäsche in einer Wanne oder einem großen Eimer waschen: einweichen, durchkneten oder mit einem Stampfer bewegen, spülen, auswringen, luftig trocknen. Mit wenig Waschmittel und mehreren Spülgängen in derselben Wasserreihenfolge kommt man mit überraschend wenig Wasser aus. Unterwäsche, Socken und Kinderkleidung haben Vorrang.

Trinkwasservorräte nicht für Wäsche verbrauchen, wenn die Versorgung unsicher ist. Waschwasser nicht in Gewässer oder auf Gemüsebeete kippen.

Mit Hochwasser in Berührung gekommene Textilien können Krankheitserreger und Schadstoffe enthalten. Handschuhe tragen und Behördenhinweise zur Reinigung beachten.

Wäsche in Innenräumen nur mit guter Lüftung trocknen, um Feuchte und Schimmel zu begrenzen.

Material

  • Waschwanne oder großer Eimer mit Deckel
  • Seife / Spülmittel
  • Einmalhandschuhe(optional)
  • Seil(optional)

Schritte

  1. 1

    Sortieren und priorisieren

    Helles, Dunkles und stark Verschmutztes trennen. Zuerst Unterwäsche, Socken, Babysachen, Handtücher.

  2. 2

    Einweichen

    In lauwarmem Wasser mit wenig Waschmittel 30 Minuten oder länger einweichen.

  3. 3

    Waschen

    Kneten, reiben, mit einem sauberen Pümpel oder Stampfer bewegen; Flecken mit Seife einreiben.

  4. 4

    Spülen

    In zwei bis drei kleinen Durchgängen mit klarem Wasser spülen, bis kaum noch Schaum kommt. Das letzte Spülwasser kann für die nächste Ladung als erstes Spülwasser dienen.

  5. 5

    Auswringen

    Gut auswringen oder in ein Handtuch rollen und ausdrücken. Je trockener, desto schneller trocknet es.

  6. 6

    Trocknen

    Luftig und mit Abstand aufhängen, draußen bei Wind und Sonne, drinnen bei geöffnetem Fenster oder in der Nähe – nicht auf – einer sicheren Wärmequelle.

Häufige Fehler

  • Zu viel Waschmittel – schwer auszuspülen
  • Trinkwasser verbrauchen
  • Wäsche über Kerzen, Heizstrahlern oder Öfen trocknen
  • Feuchte Wäsche zusammengelegt liegen lassen

Grenzen und Risiken

  • Keine Desinfektion kontaminierter Kleidung
  • Keine Aussage zu Wassermengen pro Ladung

Quellen

–

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-hand-laundry

23 · Haushalt · Fachliche Prüfung folgt

Fähigkeiten lernen und teilen: Kurse, Reparaturcafés, Tausch

Niemand kann alles. Selbstversorgung funktioniert besser in einer Nachbarschaft, in der Menschen ihre Fähigkeiten teilen: einmachen, nähen, reparieren, gärtnern, Erste Hilfe. Kurse von Volkshochschulen, Vereinen und Hilfsorganisationen, Reparaturcafés, Tauschringe und Werkzeugbibliotheken sind gute Wege, Fähigkeiten zu lernen und Ausrüstung zu teilen – vor einer Krise.

Konservieren nur nach geprüften Rezepten lernen. Unsichere Einkochmethoden können zu schweren Lebensmittelvergiftungen führen.

Beim Tauschen von Lebensmitteln, Medikamenten oder Geräten gelten Hygiene-, Sicherheits- und Rechtsregeln. Keine Medikamente weitergeben; lokale Regeln prüfen.

Material

  • Notizbuch und Bleistift(optional)

Schritte

  1. 1

    Bestandsaufnahme

    Aufschreiben, was man kann und was man lernen möchte, z. B. Nähen, Einmachen, Fahrrad, Erste Hilfe, Gärtnern.

  2. 2

    Kurse finden

    Volkshochschulen, Gartenvereine, Hilfsorganisationen (Erste Hilfe), Bibliotheken und lokale Initiativen bieten oft günstige Kurse.

  3. 3

    Reparaturcafé und Werkzeugbibliothek

    Gemeinsam reparieren lernen und Werkzeug leihen statt kaufen.

  4. 4

    Selbst weitergeben

    Eigene Fähigkeiten anbieten: einen Workshop, Hilfe in der Nachbarschaft, Saatgut- oder Werkzeugtausch.

  5. 5

    Netz pflegen

    Kontakte mit Fähigkeiten notieren, regelmäßig treffen, im Krisenfall wissen, wen man fragen kann.

Häufige Fehler

  • Nur aus Videos lernen, ohne zu üben
  • Gefährliche Tätigkeiten ohne qualifizierte Anleitung
  • Netzwerk erst in der Krise suchen

Grenzen und Risiken

  • Keine Liste konkreter Anbieter
  • Keine Rechts- oder Steuerberatung

Quellen

  1. [1]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/self-reliance/sr-skill-sharing