
Orientierung und Navigation
Karte, Kompass, GPS und Gelände
Wissen, wo man ist und wie man sicher ankommt – auch wenn Technik ausfällt.
Methodenvergleich
Womit finde ich Richtung und Standort?
Methodenvergleich
Wie halte ich eine Richtung, wenn weder Kompass noch Handy verfügbar sind?
Methodenvergleich
Wie weiß ich, wo genau auf der Karte ich bin?
Karte
5 Einträge
GrundlagenKarten lesen: Maßstab, Höhenlinien, Legende
Eine topografische Karte zeigt nicht nur Wege, sondern auch das Gelände. Wer Maßstab, Höhenlinien und Legende versteht, kann Entfernungen abschätzen, Steilheit erkennen und Orientierungspunkte gezielt suchen – auch ohne Netz und Akku.
Grundkenntnisse
TechnikKarte einnorden
Eine eingenordete Karte liegt so, dass ihr Norden in Richtung des tatsächlichen Nordens zeigt. Dann entspricht links auf der Karte links im Gelände – das erleichtert das Erkennen von Wegen und Merkmalen enorm. Es geht mit Kompass oder anhand eindeutiger Geländemerkmale.
Einsteiger
TechnikKoordinaten und Gitternetz: Standort genau angeben
Koordinaten machen einen Standort eindeutig – für die eigene Navigation und vor allem für einen Notruf. Topografische Karten tragen meist ein Gitternetz (z. B. UTM oder ein nationales Gitter), Geräte zeigen oft Breite/Länge. Wichtig sind das richtige Format, die Lesereihenfolge („erst rechts, dann hoch“) und das Bezugssystem (Datum) der Karte.
Grundkenntnisse
TechnikHöhenlinien deuten: Rücken, Täler, Sättel, Steilheit
Höhenlinien zeigen die Form des Geländes. Wer Rücken, Mulden, Sättel, Kuppen und Steilstufen erkennt, kann sich auch ohne Wege orientieren, Routen sicherer wählen und den eigenen Standort aus der Geländeform ablesen.
Grundkenntnisse
TechnikKartenkontakt halten: Daumenmethode und Merkmale abhaken
Die meisten Verirrungen beginnen damit, dass man eine Weile nicht auf die Karte schaut. Bei der Daumenmethode liegt der Daumen immer auf dem aktuellen Standort und wandert mit; unterwegs hakt man im Kopf Merkmale ab („Bach überquert, jetzt kommt die Wegkreuzung“). So bemerkt man Fehler nach Minuten statt nach Stunden.
Einsteiger
Geplante Themen (4)
- Kartenlesen
- Topografische Karten
- Maßstäbe
- Höhenlinien
Kompass und GPS
5 Einträge
TechnikMit dem Plattenkompass eine Richtung nehmen und halten
Mit Karte und Plattenkompass lässt sich die Richtung zu einem Ziel bestimmen (Marschzahl) und im Gelände einhalten – auch bei Nebel oder im Wald. Wichtig sind eine ruhige Handhabung, Abstand zu Metall und die Missweisung, deren Wert man auf der eigenen Karte nachliest.
Grundkenntnisse
GrundlagenNavigation mit Handy und GPS: Offline-Karten, Akku, Grenzen
Smartphone und GPS-Gerät zeigen den eigenen Standort meist zuverlässig, auch ohne Mobilfunknetz – sofern Karten vorher offline gespeichert wurden und der Akku hält. Kälte, Dauerbetrieb und fehlende Ersatzenergie sind die häufigsten Schwachstellen. Eine Papierkarte als Backup bleibt sinnvoll.
Einsteiger
TechnikMissweisung (Deklination) verstehen und anwenden
Die Kompassnadel zeigt nach magnetisch Nord, die Karte ist nach geografisch oder Gitter-Nord ausgerichtet. Der Unterschied – die Missweisung – hängt von Ort und Jahr ab. Den Wert nie aus dem Gedächtnis nehmen: auf der Karte oder bei einem geomagnetischen Dienst nachsehen und dann konsequent in eine Richtung umrechnen.
Grundkenntnisse
TechnikRichtung halten im Gelände: Bocksprung, Vorhalten, Umgehen
Eine Marschzahl einzustellen ist leicht – sie im Wald, Nebel oder um Hindernisse herum zu halten, ist die eigentliche Kunst. Bewährte Techniken: Zwischenziele anpeilen, sich in der Gruppe gegenseitig ausrichten („Bocksprung“), bewusst vorhalten und Hindernisse rechtwinklig umgehen.
Grundkenntnisse
TechnikMit dem Höhenmesser navigieren
Ein barometrischer Höhenmesser (auch in vielen Outdoor-Uhren) liefert eine dritte Information neben Richtung und Strecke: die Höhe. Zusammen mit den Höhenlinien der Karte lässt sich so der Standort an einem Hang, Grat oder Weg eingrenzen. Weil er auf Luftdruck reagiert, muss er an bekannten Höhenpunkten regelmäßig neu eingestellt werden.
Grundkenntnisse
Geplante Themen (5)
- Kompass
- Peilung
- GPS
- Offline-Navigation
- Wegpunkte
Gelände und Bedingungen
7 Einträge
TechnikVerirrt: die STOP-Regel
Wer merkt, dass er die Orientierung verloren hat, sollte sofort anhalten statt weiterzulaufen. STOP steht für Stehenbleiben, Denken (Think), Beobachten (Observe), Planen. Oft ist es sicherer, an einem gut auffindbaren Ort zu bleiben, besonders wenn jemand den Tourenplan kennt.
Einsteiger
TechnikLeitlinien, Auffanglinien und Angriffspunkte
Statt quer durchs Gelände nur dem Kompass zu folgen, nutzt man lange, gut erkennbare Linien (Bäche, Wege, Waldränder) als Leitlinien, plant eine Auffanglinie hinter dem Ziel als „Stopp-Signal“ und nähert sich schwierigen Zielen von einem markanten Angriffspunkt aus. Das macht Navigation robuster und weniger fehleranfällig.
Grundkenntnisse
TechnikEntfernung messen: Schrittzählen und Zeitschätzung
Wer weiß, wie weit er gegangen ist, findet Ziele und bemerkt Fehler. Dafür misst man die eigene Schrittlänge auf einer bekannten Strecke und zählt unterwegs Doppelschritte; über längere Strecken hilft die Zeitschätzung. Feste Zahlen anderer helfen nicht – nur die eigene, im Gelände geprüfte Messung zählt.
Einsteiger
TechnikNavigation bei Nacht, Nebel und White-out
Bei schlechter Sicht verschwinden Landmarken, Entfernungen täuschen und Fehler häufen sich. Sicherer ist es, kurze Etappen zu gehen, Leitlinien zu nutzen, Schritte und Zeit zu zählen und die Gruppe eng zusammenzuhalten – oder bewusst anzuhalten und abzuwarten, wenn das Gelände gefährlich ist.
Fortgeschritten
TechnikStandort wiederfinden: systematisch statt raten
Wer unsicher ist, wo er ist, sollte nicht weiterlaufen, sondern systematisch eingrenzen: letzter sicherer Punkt, seitdem vergangene Zeit und Richtung, Geländeform, Hangrichtung und – wenn Landmarken sichtbar sind – Kreuzpeilung. Gelingt es nicht, zum letzten bekannten Punkt zurückkehren oder bleiben und Hilfe holen.
Fortgeschritten
TechnikEntfernungen mit dem Auge schätzen
Wie weit ist der Waldrand, die Hütte, der Grat? Mit eingeübten Vergleichsstrecken, dem Erkennen von Details und dem Wissen um typische Täuschungen lässt sich eine Entfernung grob schätzen. Das hilft beim Planen von Zeit und Kräften – genaue Werte liefert es nicht.
Grundkenntnisse
TechnikFlüsse, Seen und Küsten als Orientierung
Gewässer sind auf Karten deutlich eingezeichnet und im Gelände gut erkennbar – ideale Leitlinien und Auffanglinien. Fließrichtung, Zuflüsse und Uferformen bestätigen den Standort. Aber: Einem Bach blind talwärts zu folgen kann in Schluchten, an Wasserfälle oder in Sümpfe führen, und an Küsten schneiden Gezeiten Wege ab.
Grundkenntnisse
Geplante Themen (5)
- Wald
- Gebirge
- Schlechte Sicht
- Dunkelheit
- Entfernungsschätzung
Planung und Signale
9 Einträge
TechnikHimmelsrichtung grob nach der Sonne schätzen
Ohne Kompass liefert die Sonne einen groben Anhalt für die Himmelsrichtung, etwa mit der Schattenstab-Methode. Das Ergebnis ist ungenau, hängt von Jahreszeit, Uhrzeit, Breitengrad und Hemisphäre ab und ersetzt keine richtige Navigation.
Grundkenntnisse
TechnikRoute planen und Tourenplan hinterlassen
Gute Planung verhindert die meisten Orientierungsnotfälle: Route, Zeitbedarf, Wetter, Ausweichmöglichkeiten und eine Umkehrzeit festlegen – und einer vertrauten Person sagen, wohin man geht und wann man zurück ist. Dann wird rechtzeitig Alarm geschlagen, falls etwas passiert.
Einsteiger
TechnikHimmelsrichtung nach den Sternen: Polarstern und Kreuz des Südens
In klaren Nächten liefern Sterne eine grobe Nordrichtung (Polarstern, Nordhalbkugel) oder Südrichtung (Kreuz des Südens, Südhalbkugel). Das reicht als Notbehelf zum Ausrichten, ersetzt aber keinen Kompass und keine Karte.
Grundkenntnisse
TechnikRichtung mit der Armbanduhr schätzen (sehr ungenau)
Mit einer Zeigeruhr und der Sonne lässt sich eine Nord-Süd-Linie schätzen. Die Methode ist bekannt, aber grob: Zeitzonen, Sommerzeit, Jahreszeit und geografische Breite verfälschen sie erheblich, besonders um die Mittagszeit und in Äquatornähe. Nur als Notbehelf verwenden.
Einsteiger
TechnikStandort ablesen und teilen: Koordinaten, Apps, Beschreibung
Im Notfall muss die Rettung wissen, wo du bist. Smartphones zeigen Koordinaten auch ohne Datenverbindung, viele Länder übertragen beim Notruf den Standort automatisch, und Standort-Apps können Positionen als Koordinaten, Link oder Code teilen. Zusätzlich hilft immer eine Beschreibung mit Geländemerkmalen.
Einsteiger
TechnikEtappenplan (Routenkarte) erstellen
Ein Etappenplan zerlegt die Route in kurze Abschnitte zwischen eindeutigen Punkten und notiert für jeden: Richtung, Strecke, Höhenmeter, geschätzte Zeit und Ausweichmöglichkeit. Er zwingt zur Vorbereitung zu Hause, hilft unterwegs bei schlechter Sicht und kann Vertrauenspersonen als Teil des Tourenplans dienen.
Grundkenntnisse
TechnikIn der Stadt ohne Handy zurechtfinden
Bei Stromausfall, leerem Akku oder Netzstörung fällt die Navigations-App aus. In Städten helfen dann Straßenschilder, Hausnummern, Haltestellenpläne, markante Gebäude, Flüsse und Bahnlinien – und ein vorab ausgedruckter oder gekaufter Stadtplan mit Treffpunkten und wichtigen Adressen.
Einsteiger
TechnikAls Gruppe navigieren und zusammenbleiben
In Gruppen verirrt man sich auf eigene Art: Alle verlassen sich auf eine Person, niemand prüft, und an Abzweigungen geht jemand verloren. Klare Rollen (navigierende Person, Schlussperson), Warten an jeder Abzweigung, regelmäßiges Durchzählen und gemeinsame Entscheidungen bei Unsicherheit verhindern das.
Grundkenntnisse
TechnikOhne Karte: Wegskizze anlegen und zurückschauen
Ohne Karte – etwa auf einem kurzen Abstecher, bei einer ausgefallenen App oder in einem unbekannten Gebiet – hilft eine laufend geführte Wegskizze: Richtung, ungefähre Zeit und markante Punkte an jeder Abzweigung. Wer sich zusätzlich regelmäßig umdreht und den Rückweg einprägt, findet sicher zurück.
Einsteiger
Geplante Themen (4)
- Routenplanung
- Wegmarkierungen
- Navigation bei Technikausfall
- Standortangaben