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Technik

Behelfskompass aus einer Nadel bauen

Eine Nähnadel aus Stahl lässt sich mit einem kleinen Magneten magnetisieren. Auf einem Blatt in einer Tasse Wasser dreht sie sich dann in Nord-Süd-Richtung – ein einfacher Kompass, wie ihn schon Seefahrer vor tausend Jahren benutzten. Hier lernst du, wie du die Nadel richtig streichst, sie schwimmen lässt, herausfindest, welches Ende nach Norden zeigt, und warum das Ergebnis nur eine grobe Richtung ist.

Schwierigkeit
Grundkenntnisse
Aufwand
10–15 Minuten
Risikostufe
Sicherheitsrelevant
Behelfskompass aus einer Nadel bauen
Stimmungsbild, keine Anleitung. Maßgeblich sind Text und Schritte.
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Einfach erklärt

Die Erde ist ein riesiger, schwacher Magnet. Eine Kompassnadel ist ein kleiner Magnet, der sich danach ausrichtet.

Eine Nähnadel wird selbst zu einem kleinen Magneten, wenn du viele Male mit einem Magneten in derselben Richtung darüberstreichst.

Legst du sie auf ein Blatt im Wasser, dreht sie sich, bis sie nach Norden und Süden zeigt. Welches Ende Norden ist, findest du mit der Sonne heraus.

Wie es funktioniert

Im Stahl gibt es winzige Bereiche, die wie kleine Magnete wirken. Normalerweise zeigen sie in alle Richtungen und heben sich gegenseitig auf. Streichst du immer gleich herum mit einem Magneten darüber, drehen sich viele in dieselbe Richtung – die Nadel wird magnetisch.

Auf dem Wasser kann sich die Nadel fast ohne Reibung drehen. Das Magnetfeld der Erde zieht ihr eines Ende Richtung magnetischer Nordpol, das andere Richtung Süden.

Worauf es ankommt

Immer in dieselbe Richtung streichen, den Magneten zwischen den Strichen weit abheben.

Ruhiges Wasser, kleines leichtes Blatt, kein Metall in der Nähe.

Gegenprobe: Blatt wegdrehen – kommt die Nadel zurück, funktioniert sie.

Sicherheit: darauf musst du achten

Die Nadel zeigt nur grob die Richtung. Prüf sie immer mit Sonne oder Sternen.

Wer sich verirrt hat, bleibt erst einmal stehen und ruft Hilfe, statt loszulaufen.

Keine Batterie-und-Draht-Methoden: Der Draht kann sehr heiß werden.

Schritt für Schritt

Behelfskompass aus einer Nadel bauen

Schritt 1 von 6

Nadel magnetisieren

Streich mit einem Ende des Magneten 30- bis 50-mal von der Öse zur Spitze über die Nadel – immer in derselben Richtung. Heb den Magneten am Ende jedes Strichs weit ab und setz wieder an der Öse an.

Nicht hin und her reiben.

Behelfskompass aus einer Nadel bauen – Schritt 1 von 6Nadel magnetisieren. Streich mit einem Ende des Magneten 30- bis 50-mal von der Öse zur Spitze über die Nadel – immer in derselben Richtung. Heb den Magneten am Ende jedes Strichs weit ab und setz wieder an der Öse an.
Schritt 1 von 6

Schritt 1 von 6

Nadel magnetisieren

Streich mit einem Ende des Magneten 30- bis 50-mal von der Öse zur Spitze über die Nadel – immer in derselben Richtung. Heb den Magneten am Ende jedes Strichs weit ab und setz wieder an der Öse an.

Achtung: Nicht hin und her reiben.

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    Nadel magnetisieren

    Streich mit einem Ende des Magneten 30- bis 50-mal von der Öse zur Spitze über die Nadel – immer in derselben Richtung. Heb den Magneten am Ende jedes Strichs weit ab und setz wieder an der Öse an.

    Nicht hin und her reiben.

  2. 2

    Schwimmer vorbereiten

    Leg ein kleines, flaches Blatt, ein Stück Papier oder Korken auf ruhiges Wasser in einer Tasse oder Pfütze. Die Tasse steht fest auf dem Boden, windgeschützt.

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    Nadel auflegen

    Leg die Nadel vorsichtig mittig auf das Blatt. Sie dreht sich langsam und bleibt in einer Richtung stehen.

  4. 4

    Prüfen

    Dreh das Blatt mit dem Finger vorsichtig weg. Kehrt die Nadel immer wieder in dieselbe Richtung zurück, funktioniert sie. Wenn nicht: noch einmal streichen.

  5. 5

    Norden bestimmen

    Die Nadel zeigt Nord–Süd, aber welches Ende ist Norden? Vergleich mit der Sonne: Auf der Nordhalbkugel steht sie mittags im Süden, morgens im Osten, abends im Westen. Das Ende, das von der Mittagssonne wegzeigt, ist Norden.

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    Richtung markieren

    Leg einen Stock in Nord-Süd-Richtung auf den Boden und markier das Nordende. Streich die Nadel alle paar Stunden neu – sie verliert ihren Magnetismus.

Die Animation ist eine schematische Zeichnung der Schritte oben und wird wie alle Inhalte noch fachlich geprüft.

Häufige Fehler

  • Hin und her reiben statt in einer Richtung streichen
  • Messer oder Rucksack neben der Tasse
  • Nord und Süd verwechseln
  • Zu großes, schweres Blatt
  • Sich ohne Gegenprobe auf die Nadel verlassen

Kurzüberblick

Material

  • Nähnadel aus Stahl

    Oder eine Büroklammer, ein Draht, eine Rasierklinge aus Stahl

    Spitz – vorsichtig handhaben, Kinder nur mit Hilfe.

  • Kleiner Magnet

    Zum Beispiel aus einem Magnetverschluss oder Kühlschrankmagnet

    Starke Magnete von Herzschrittmachern, Handys, Karten und Kompassen fernhalten.

    Kleine Magnete nicht in Kinderhände – Verschlucken ist sehr gefährlich.

  • Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)

    Oder eine Tasse, Pfütze, Plastikschale – kein Eisen

    Heiß – Verbrühungsgefahr.

  • Nähset(optional)

    Faden zum Aufhängen

Geeignet für

  • Grobe Richtung, wenn der Kompass fehlt
  • Übung mit Kindern
  • Bestätigung von Sonnen- oder Sternmethoden

Ungeeignet für

  • Genaue Peilungen mit der Karte
  • In der Nähe von Autos, Zäunen, Stromleitungen
  • Ersatz für einen echten Kompass auf Touren

Voraussetzungen

  • Stahlnadel und kleiner Magnet
  • Ruhiges Wasser, windgeschützt
  • Sonne oder Sterne, um Nord und Süd zu unterscheiden

Sicherheit

  • Eisen, Stahl, Handys und Stromleitungen lenken die Nadel ab. Leg die Tasse auf den Boden, weg von Rucksack, Messer und Auto. Prüfe das Ergebnis immer mit Sonne oder Sternen.
  • Methoden mit Batterie und Draht (Kurzschluss) werden manchmal empfohlen. Der Draht kann sehr heiß werden und die Batterie beschädigen – wir raten davon ab.

So funktioniert es

Stahl besteht aus winzigen magnetischen Bereichen, die normalerweise kreuz und quer liegen. Streichst du immer in derselben Richtung mit einem Magneten darüber, richten sich viele davon gleich aus, und die Nadel wird selbst zu einem schwachen Magneten. Schwimmt sie frei, richtet sie sich wie jede Kompassnadel nach dem Magnetfeld der Erde aus – in Mitteleuropa zeigt magnetisch Nord nur wenige Grad neben geografisch Nord.

Vorteile

  • Kleine, leichte Teile
  • Funktioniert auch bei Bewölkung

Nachteile

  • Nur grobe Richtung
  • Braucht Magnet und ruhiges Wasser
  • Nord und Süd müssen anders bestimmt werden

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Schon vor rund tausend Jahren benutzten Seefahrer in China und später in Europa schwimmende magnetisierte Nadeln, um bei bedecktem Himmel Kurs zu halten. Daraus entwickelte sich der Kompass mit Nadel in einer Dose.

In vielen Überlebenshandbüchern steht der Nadelkompass als Notbehelf – mit dem Hinweis, das Ergebnis immer mit Sonne oder Sternen zu prüfen.

Varianten

Am Faden aufhängen
Knote einen dünnen Faden in der Mitte der Nadel fest, so dass sie waagerecht hängt. Windgeschützt aufgehängt, dreht sie sich ebenfalls in Nord-Süd-Richtung.
Ohne Magnet
Manche Handbücher empfehlen, die Nadel an Seide oder Haaren zu reiben. Das magnetisiert kaum und ist sehr unzuverlässig. Besser: einen Magnetverschluss aus Tasche oder Jacke verwenden.

Häufige Fehler

  • Hin und her reiben statt in einer Richtung streichen
  • Messer oder Rucksack neben der Tasse
  • Nord und Süd verwechseln
  • Zu großes, schweres Blatt
  • Sich ohne Gegenprobe auf die Nadel verlassen

Grenzen und Risiken

  • Keine Genauigkeitsangabe möglich
  • Missweisung wird nicht berücksichtigt

Materialalternativen

Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.

Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)
Einwandige Edelstahlflasche (Nur einwandig ohne Lack/Kunststoff erhitzen; Deckel vor dem Erhitzen abnehmen.)

Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.

Quellen (3)
  1. Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival · Behelfskompass aus magnetisierter Nadel, schwimmend oder hängend
  2. Harold Gatty – Dover Publications (1999): Finding Your Way Without Map or Compass (first published as 'Nature Is Your Guide', 1958) · Natürliche und behelfsmäßige Richtungsbestimmung
  3. Headquarters, Department of the Army (USA) (2001): FM 3-25.26 Map Reading and Land Navigation · Kompass, Magnetfeld und Ablenkung durch Metall

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10