Zum Inhalt springen
Im NotfallÖsterreichNotrufnummern →
SurviveBetter
Kalte Wohnung im Winter, Person in Decke mit Tee, Eisblumen am Fenster

Die Heizung ist ausgefallen und es ist Winter

Draußen ist Winter, die Heizung ist aus, und die Wohnung wird Stunde um Stunde kälter.

Zuerst

  1. Über Radio, Warn-App oder Versorger klären, wie lange der Ausfall dauert und ob es Wärmestuben gibt.
  2. Einen kleinen Raum als warmen Aufenthaltsraum wählen, Türen schließen, Zugluft verringern, Schichten tragen.
  3. Niemals Grills, Gaskocher für draußen oder Generatoren in Innenräumen betreiben – Kohlenmonoxid ist tödlich.
  4. Ältere, kranke und allein lebende Nachbarn fragen, ob sie Hilfe brauchen; bei Gefahr lokale Notrufnummer (in der EU 112).

Notruf wählen bei

  • Verdacht auf Kohlenmonoxidvergiftung (Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit bei mehreren Personen)
  • Anzeichen von Unterkühlung (starkes Zittern, Verwirrtheit, Benommenheit)
  • Brand
  • Strombetriebene lebenswichtige Geräte fallen aus

Was gerade passiert

Fällt im Winter die Heizung aus – durch Stromausfall, einen Defekt oder fehlenden Brennstoff –, merkst du das anfangs kaum. Gebäude speichern Wärme, und je nach Dämmung sinkt die Temperatur in den ersten Stunden nur langsam. Nach einer kalten Nacht oder einem Tag kann es aber auch in einer gut gebauten Wohnung unangenehm kalt werden, in Altbauten, Eckwohnungen und schlecht gedämmten Häusern deutlich schneller.

Wichtig zu wissen: Die meisten Gas- und Ölheizungen brauchen Strom für Steuerung, Zündung und Umwälzpumpe. Bei einem Stromausfall bleiben sie kalt, auch wenn Gas oder Öl vorhanden ist. Wärmepumpen und die Technik von Fernwärmeanschlüssen im Haus hängen ebenfalls am Strom.

Die größte Gefahr ist oft weniger die Kälte selbst als das, was Menschen dagegen tun: Grills, Gaskocher oder Heizstrahler für draußen und Stromerzeuger werden in die Wohnung geholt, der Gasherd oder Backofen wird zum Heizen angelassen. Dabei entsteht Kohlenmonoxid, ein unsichtbares, geruchloses Gas, das zuerst Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit und dann Bewusstlosigkeit auslöst – oft nachts im Schlaf. Hinzu kommen Brände durch Kerzen, Heizlüfter an Mehrfachsteckdosen oder überheizte Öfen.

Ältere, Kranke und Säuglinge kühlen auch in Innenräumen aus, oft ohne dass es jemand bemerkt. Unterkühlung beginnt schleichend mit Frieren und Zittern und kann in Verwirrtheit und Benommenheit übergehen. Realistisch hilft am meisten: einen kleinen Raum warm halten, sich warm anziehen, essen und warm trinken, sich bewegen, nach Gefährdeten sehen – und rechtzeitig woanders hingehen, wenn die Wohnung zu kalt wird.

Schritt für Schritt

  1. Phase 1

    In der ersten Stunde

    • Ursache klären: Ist der Strom weg, die Heizung gestört oder der Brennstoff leer? Bei einer Störung die Anzeige am Gerät notieren und Hausverwaltung, Vermieter oder Fachbetrieb anrufen.
    • Bei Gasgeruch: keine Schalter betätigen, kein Feuer, das Gebäude verlassen und von draußen den Notruf oder die Störungsnummer des Gasversorgers anrufen.
    • Über Radio, Warn-App oder den Versorger herausfinden, wie lange der Ausfall dauern soll und ob Wärmestuben geöffnet werden.
    • Fenster und Außentüren geschlossen halten; zum Lüften nur kurz ganz öffnen, nicht dauerhaft kippen.
    • Schon jetzt eine Schicht mehr anziehen, bevor du richtig frierst.
  2. Phase 2

    Wenn es kälter wird

    • Einen kleinen Raum mit wenig Außenwänden als Wärmeraum wählen, Türen zu den übrigen Räumen schließen und Zugluft an Türspalten mit Decken oder Handtüchern abdichten.
    • Vorhänge und Rollläden nachts schließen; tagsüber Sonne durch Fenster auf der Sonnenseite hereinlassen.
    • Mehrere dünne Schichten, Mütze, Socken und Hausschuhe tragen und unter Decken zusammenrücken.
    • Regelmäßig essen und warm trinken, wenn du Wasser sicher erhitzen kannst; Bewegung hält warm, Schwitzen aber vermeiden.
    • Wärmflaschen nur mit heißem, nicht kochendem Wasser füllen, mit Bezug verwenden und nicht direkt auf die Haut legen.
    • Ist Strom da und nur die Heizung defekt, können geprüfte elektrische Heizgeräte helfen: direkt an die Wandsteckdose, nicht an Mehrfachsteckdosen, mit Abstand zu Textilien und nicht unbeaufsichtigt laufen lassen.
  3. Phase 3

    Wenn es länger dauert

    • Nachts gemeinsam in einem Raum schlafen, mit Schlafsäcken oder mehreren Decken und einer Unterlage gegen den kalten Boden.
    • Nach älteren, kranken und allein lebenden Nachbarn sehen.
    • Rechtzeitig entscheiden, zu Verwandten, Bekannten oder in eine Wärmestube zu gehen – besonders mit Babys, Älteren oder Kranken.
    • Droht Frost in der Wohnung, Hausverwaltung oder Fachbetrieb wegen einfrierender Leitungen fragen und deren Anweisungen folgen.
    • Einen Kamin- oder Kachelofen nur nutzen, wenn er ordnungsgemäß installiert und geprüft ist; nur trockenes, unbehandeltes Holz verbrennen und den Ofen nicht überheizen.
  4. Phase 4

    Wenn die Heizung wieder läuft

    • Die Heizung nach Herstellerangaben bzw. durch den Fachbetrieb wieder in Betrieb nehmen.
    • Räume wieder durchheizen und regelmäßig stoßlüften; auf Feuchte- und Schimmelstellen an kalten Außenwänden achten.
    • Leitungen auf Frostschäden und Undichtigkeiten ansehen; Schäden an Vermieter oder Versicherung melden.
    • Vorräte, Batterien und Decken für den restlichen Winter ergänzen.

Worauf du achten musst

  • Kohlenmonoxid

    Niemals Grills, Gaskocher für draußen, Heizstrahler für den Außenbereich, Stromerzeuger oder Gasherd und Backofen zum Heizen in Innenräumen nutzen – auch nicht bei offenem Fenster oder in der Garage. Ein batteriebetriebener Kohlenmonoxidmelder warnt, bevor du Beschwerden hast.

  • Kohlenmonoxidvergiftung erkennen

    Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Müdigkeit, besonders wenn mehrere Personen oder auch Haustiere gleichzeitig betroffen sind und es an der frischen Luft besser wird. Sofort ins Freie und den Notruf wählen.

  • Brandgefahr durch Ersatzheizungen

    Heizlüfter und Radiatoren brauchen Abstand zu Vorhängen, Betten und Kleidung. Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen; Konstruktionen aus Teelichtern heizen einen Raum kaum und sind eine Brandgefahr.

  • Unterkühlung im Haus

    Ältere und Kranke frieren oft nicht mehr deutlich. Warnzeichen sind starkes Zittern, Verwirrtheit, Benommenheit und undeutliche Sprache. Dann Notruf wählen, die Person in Decken hüllen und nur wachen Menschen, die sicher schlucken können, warme Getränke geben.

  • Gasgeruch

    Riecht es nach Gas, nichts Elektrisches betätigen, keine Flamme, nicht klingeln, das Gebäude verlassen und erst draußen telefonieren. Gas- und Heizungsanlagen nur vom Fachbetrieb reparieren lassen.

  • Einfrierende Leitungen

    Fällt die Heizung bei Frost länger aus, können Wasserleitungen einfrieren und platzen. Den Haupthahn kennen, damit du bei einem Rohrbruch schnell absperren kannst.

Häufige Fehler

  • Den Gasherd oder Backofen als Heizung verwenden.
  • Den Grill „nur kurz“ in die Wohnung oder auf den geschlossenen Balkon holen.
  • Alle Räume gleichzeitig warm halten wollen.
  • Zu lange warten, bevor man mit Kleinkindern oder Älteren in eine warme Unterkunft geht.
  • Heizlüfter an Mehrfachsteckdosen oder aufgerollten Kabeltrommeln betreiben.
  • Selbst an Heizungs- oder Gasanlage herumreparieren.

Vorher vorbereiten

  • Warme Decken, Schlafsäcke, Mützen und warme Hausschuhe für alle im Haushalt.
  • Batteriebetriebene Kohlenmonoxidmelder, wenn mit Gas, Öl, Holz oder Kohle geheizt wird, und Rauchmelder in den Schlafräumen.
  • Heizung regelmäßig warten und Kamin und Ofen prüfen lassen (lokale Vorschriften beachten).
  • Zugluft an Fenstern und Türen mit Dichtband oder Zugluftstoppern vorbeugen.
  • Wissen, wo Wärmestuben oder Notunterkünfte eingerichtet werden, und einen Plan B bei Verwandten oder Bekannten haben.
  • Wissen, wo der Haupthahn für Wasser und die Absperreinrichtung für Gas sind.

Besondere Rücksicht

Babys und Kleinkinder
Warm anziehen, aber nicht überhitzen. Im Babybett keine Wärmflasche und keine dicken, losen Decken, besser ein passender Schlafsack. Wird die Wohnung zu kalt, früh zu Verwandten oder in eine Wärmestube umziehen.
Ältere Menschen
Mehrmals täglich nachsehen oder anrufen, warme Getränke und Mahlzeiten sicherstellen und auf Verwirrtheit oder ungewöhnliche Schläfrigkeit achten.
Haustiere
Tiere frieren ebenfalls. Körbchen in den Wärmeraum holen und besonders Kleintiere und Terrarientiere im Blick behalten, die auf Wärme angewiesen sind.

Quellen

Deine Lage

Ursache
Dauer
Haushalt

Passende Einträge

0 Regeln treffen zu

Hier entscheidet keine KI. Jede Empfehlung beruht auf einer sichtbaren Regel.

Wähle oben Angaben zu deiner Lage, um gezieltere Hinweise zu erhalten.

Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (6)
  1. [nicht aktiv] Wenn Ursache = Stromausfall

    Licht ohne offene Flamme, Kommunikation sichern, Generatoren nur im Freien mit Abstand zu Fenstern.

  2. [nicht aktiv] Wenn Ursache = Heizung defekt / kein Brennstoff

    Gas- und Heizungsanlagen nur vom Fachbetrieb reparieren lassen. Bei Gasgeruch Gebäude verlassen und von draußen melden.

  3. [nicht aktiv] Wenn Dauer = Tage oder unklar

    Bei längerem Ausfall Vorräte einteilen, Hilfe in der Nachbarschaft organisieren und Angebote wie Wärmestuben nutzen.

  4. [nicht aktiv] Wenn Haushalt = Ältere oder Kranke

    Ältere und Kranke kühlen auch drinnen unbemerkt aus. Regelmäßig nachsehen und bei Warnzeichen früh Hilfe holen.

  5. [nicht aktiv] Wenn Haushalt = Babys oder Kleinkinder

    Babys und Kleinkinder warm, aber nicht überhitzt halten; wenn die Wohnung zu kalt wird, früh zu Verwandten oder in eine Wärmestube.

  6. [nicht aktiv] Wenn Haushalt = Kaminofen oder Ersatzheizung vorhanden

    Nur Geräte nutzen, die für Innenräume zugelassen sind, nach Herstellerangaben; Kohlenmonoxid-Melder und Lüftung beachten.