Wenn die Heizung ausfällt: warm bleiben in der Wohnung
Bei Stromausfall, Gasmangel oder Heizungsschaden kühlt eine Wohnung im Winter allmählich aus. Am sichersten ist es, einen Raum warm zu halten, sich warm anzuziehen und Hilfe von außen zu nutzen. Die größte Gefahr sind improvisierte Heizquellen: Grills, Gaskocher und Generatoren in Innenräumen können tödliches Kohlenmonoxid erzeugen.
- Vorbereitung ca. 30 Minuten; laufend während des Ausfalls

Einfach erklärt
Manchmal fällt im Winter zu Hause die Heizung aus – zum Beispiel bei einem Stromausfall. Die Wohnung wird dann nicht sofort eiskalt, aber sie kühlt Stunde um Stunde ab, so wie eine Tasse Tee, die man stehen lässt.
Am besten hilft es, die Wärme zusammenzuhalten: Alle bleiben in einem kleinen Zimmer, die Türen zu den anderen Räumen sind zu, die Vorhänge geschlossen. Ihr zieht mehrere Schichten Kleidung an, eine Mütze und dicke Socken, und kuschelt euch unter Decken. Warme Getränke aus der Thermoskanne tun gut.
Die wichtigste Regel: Niemals mit einem Grill, einem Campingkocher oder einem Stromgenerator in der Wohnung heizen – auch nicht bei offenem Fenster. Dabei entsteht ein unsichtbares, geruchloses Gas, das sehr gefährlich ist. Wenn es zu kalt wird, geht ihr lieber rechtzeitig zu Verwandten, Freunden oder in eine Wärmestube.
Wie es funktioniert
Eine Wohnung verliert ständig Wärme über Außenwände, Fenster, Dach und durch Luft, die durch Ritzen ausgetauscht wird. Solange die Heizung läuft, wird diese Wärme laufend ersetzt. Fällt sie aus, sinkt die Temperatur allmählich – wie schnell, hängt stark davon ab, wie gut das Gebäude gedämmt ist und wie kalt es draußen ist.
Wer die Wärme auf einen kleinen Raum konzentriert, verliert sie langsamer. Ein kleines Zimmer mit wenigen Außenwänden und Fenstern lässt sich durch die Körperwärme der Menschen darin, durch geschlossene Türen und durch Vorhänge länger auf einer erträglichen Temperatur halten als eine ganze Wohnung.
Noch wichtiger als die Raumtemperatur ist die Wärme direkt am Körper. Mehrere Schichten Kleidung, Mütze, Socken und Decken halten die Wärme, die dein Körper erzeugt, genauso fest wie ein Schlafsack draußen.
Worauf es ankommt
Informiere dich zuerst: Über ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio, Warn-Apps oder Behördenseiten erfährst du, wie lange der Ausfall voraussichtlich dauert und ob es Wärmestuben, Notunterkünfte oder Anlaufstellen gibt.
Wähle dann einen kleinen Raum als gemeinsamen Aufenthaltsraum, schließ die Türen zu ungenutzten Räumen und die Vorhänge, besonders nachts. Zugluft an Türspalten kannst du mit Decken oder Handtüchern verringern. Lüfte kurz und gezielt, statt Fenster dauerhaft gekippt zu lassen – frische Luft bleibt wichtig.
Trag mehrere Schichten, Mütze, Socken und Hausschuhe, wechsle feuchte Kleidung und sitz und schlaf auf Matten oder Teppichen statt auf kaltem Boden. Betten stellst du nicht an kalte Außenwände. Iss regelmäßig und trink warme Getränke aus Thermoskannen, solange sie verfügbar sind.
Sicherheit: darauf musst du achten
Die größte Gefahr sind improvisierte Heizquellen. Holzkohle- oder Gasgrills, Campingkocher, Heizpilze, Terrassenheizer oder Stromgeneratoren gehören nie in Wohnung, Keller, Garage oder Zelt – auch nicht bei offenem Fenster. Sie können Kohlenmonoxid erzeugen, das unsichtbar und geruchlos ist und tödlich sein kann. Auch Gasherd und Backofen sind keine Raumheizung.
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Benommenheit bei mehreren Personen im selben Raum können auf Kohlenmonoxid hindeuten. Dann sofort an die frische Luft und die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen.
Kerzen und Teelichter nie unbeaufsichtigt lassen und nicht in der Nähe von Vorhängen, Decken oder Kindern verwenden. Batterieleuchten und Stirnlampen sind sicherer. Rauchmelder sollten funktionieren; wenn in der Wohnung mit Brennstoffen geheizt oder gekocht wird, ist auch ein Kohlenmonoxidmelder sinnvoll.
Gefährdete Menschen im Blick
Ältere Menschen, Säuglinge, Kleinkinder und Kranke kühlen schneller aus und bemerken es oft erst spät. Schau regelmäßig nach ihnen: Sind Hände und Füße kalt, wirken sie ungewöhnlich müde, verwirrt oder still?
Frag auch bei älteren oder allein lebenden Nachbarn nach, ob sie zurechtkommen. In Notlagen hilft Nachbarschaft oft am schnellsten.
Wenn die Wohnung zu kalt wird oder jemand Warnzeichen einer Unterkühlung zeigt – etwa starkes Zittern, Verwirrtheit oder Schläfrigkeit –, wechselt frühzeitig in eine warme Unterkunft oder wählt den Notruf. Zu langes Warten ist einer der häufigsten Fehler.
Gut vorbereitet sein
Behörden wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfehlen als Teil der Notfallvorsorge unter anderem warme Kleidung, Decken, Taschenlampen statt Kerzen und ein batteriebetriebenes Radio. Wer diese Dinge griffbereit hat, muss im Ernstfall nicht improvisieren.
Schlafsäcke sind auch zu Hause sehr nützlich, weil sie den Körper rundum umschließen und so wenig Wärme entweichen lassen. Eine Isomatte schützt vor kalten Böden. Thermoskannen halten Getränke lange warm.
Kaminöfen und für Innenräume zugelassene Heizgeräte dürfen nur nach Herstelleranleitung, mit funktionierendem Abzug bzw. ausreichender Lüftung, mit Kohlenmonoxidmelder und unter Aufsicht betrieben werden. Im Zweifel nicht verwenden. Arbeiten an Elektrik, Gas oder Heizung gehören in die Hände von Fachleuten.
Schritt für Schritt
Informieren
Über Radio, Warn-Apps oder Behördenseiten klären, wie lange der Ausfall voraussichtlich dauert und ob es Wärmestuben, Notunterkünfte oder Anlaufstellen gibt.
- 1
Informieren
Über Radio, Warn-Apps oder Behördenseiten klären, wie lange der Ausfall voraussichtlich dauert und ob es Wärmestuben, Notunterkünfte oder Anlaufstellen gibt.
- 2
Einen Raum wählen
Einen kleinen Raum möglichst ohne viele Außenwände und Fenster als gemeinsamen Aufenthaltsraum nutzen. Türen zu ungenutzten Räumen schließen.
- 3
Zugluft reduzieren
Vorhänge schließen, besonders nachts, und Zugluft an Türspalten mit Decken oder Handtüchern verringern. Kurz und gezielt lüften statt Fenster dauerhaft zu kippen.
- 4
Schichten tragen
Mehrere Lagen Kleidung, Mütze, Socken und Hausschuhe tragen. Feuchte Kleidung wechseln. Auf Matten oder Teppichen statt auf kaltem Boden sitzen und schlafen.
- 5
Warm schlafen
Schlafsäcke und mehrere Decken nutzen, Betten nicht an kalte Außenwände stellen. Mehrere Personen können im selben Raum schlafen.
- 6
Essen und trinken
Regelmäßig essen und warme Getränke aus Thermoskannen trinken, solange sie verfügbar sind.
- 7
Nachbarn und gefährdete Personen
Bei älteren oder allein lebenden Nachbarn nachfragen. Wenn die Wohnung zu kalt wird oder jemand Warnzeichen einer Unterkühlung zeigt, frühzeitig in eine warme Unterkunft wechseln oder den Notruf wählen.
Häufige Fehler
- Grill, Campingkocher oder Generator in Innenräumen betreiben
- Gasherd oder Backofen als Heizung nutzen
- Kerzen unbeaufsichtigt brennen lassen
- Die ganze Wohnung statt eines Raums warm halten wollen
- Zu lange warten, bevor eine warme Unterkunft aufgesucht wird
- Gefährdete Angehörige und Nachbarn nicht im Blick behalten
Kurzüberblick
Material
Wolldecke / Bettdecke
Wolldecken, Bettdecken, Schlafsäcke
Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.
Trockene Wechselkleidung
Mehrere Schichten, Mütze, Socken
Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.
Stirnlampe / Taschenlampe
Statt Kerzen, wo möglich
Doppelwandige Isolierflasche
Warme Getränke warm halten
Niemals direkt erhitzen.
Isomatte
Gegen kalte Böden
Geeignet für
- Stromausfall im Winter
- Ausfall von Heizung, Gas- oder Fernwärmeversorgung
- Haushalte mit älteren Menschen, Kleinkindern oder chronisch Kranken – mit besonderer Aufmerksamkeit
Ungeeignet für
- Betrieb von Geräten, die nur für den Außeneinsatz zugelassen sind
- Längere Ausfälle bei strengem Frost ohne Kontakt zu Behörden oder Hilfsangeboten
Voraussetzungen
- Rauchmelder; Kohlenmonoxidmelder, wenn in der Wohnung mit Brennstoffen geheizt oder gekocht wird
- Batteriebetriebenes oder Kurbelradio für Behördeninformationen
Sicherheit
- Den Gasherd oder Backofen nicht als Raumheizung verwenden.
- Ältere Menschen, Säuglinge und Kranke kühlen schneller aus und bemerken es oft spät. Regelmäßig nachsehen und bei Bedarf früh in eine warme Unterkunft wechseln.
So funktioniert es
Ein großer, ungeheizter Raum gibt laufend Wärme an Außenwände, Fenster und kalte Luft ab. Wer die Wärme auf einen kleinen Raum und auf den eigenen Körper konzentriert – Türen schließen, Fenster abdichten, Schichten tragen, unter Decken bleiben –, verliert sie langsamer. Zusätzliche Heizquellen mit offener Flamme oder Verbrennungsmotor bringen Wärme, aber auch Kohlenmonoxid und Brandgefahr in den Wohnraum.
Vorteile
- Ohne Spezialausrüstung umsetzbar
- Vermeidet die gefährlichsten improvisierten Heizquellen
Nachteile
- Wohnung kühlt bei längerem Ausfall trotzdem aus
- Abhängig von Decken, Kleidung und Vorräten im Haushalt
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Behörden wie das BBK empfehlen für Stromausfälle und Heizungsausfälle unter anderem warme Kleidung, Decken, Taschenlampen statt Kerzen und ein batteriebetriebenes Radio als Teil der Notfallvorsorge. Die WHO beschreibt Kohlenmonoxid als Gas, das bei unvollständiger Verbrennung entsteht und in Innenräumen gefährliche Konzentrationen erreichen kann.
Gefährlich wird es, wenn Grills, Generatoren oder Campingkocher in geschlossenen Räumen betrieben werden, um zu heizen oder zu kochen. Ein offenes Fenster schützt dabei nicht zuverlässig. Wärme, die durch solche Geräte entsteht, ist das Risiko nicht wert.
Varianten
- Zugelassene Raumheizgeräte
- Kaminöfen und für Innenräume zugelassene Heizgeräte nur nach Herstelleranleitung, mit funktionierendem Abzug bzw. ausreichender Lüftung, mit Kohlenmonoxidmelder und unter Aufsicht betreiben. Die Zulassung und der Zustand des Geräts sind entscheidend; im Zweifel nicht verwenden.
Häufige Fehler
- Grill, Campingkocher oder Generator in Innenräumen betreiben
- Gasherd oder Backofen als Heizung nutzen
- Kerzen unbeaufsichtigt brennen lassen
- Die ganze Wohnung statt eines Raums warm halten wollen
- Zu lange warten, bevor eine warme Unterkunft aufgesucht wird
- Gefährdete Angehörige und Nachbarn nicht im Blick behalten
Grenzen und Risiken
- Keine Anleitung zum Betrieb von Öfen oder Heizgeräten
- Keine Aussagen zu Gebäudeschäden wie eingefrorenen Leitungen
- Keine medizinische Anleitung
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Wolldecke / Bettdecke
- Isomatte, Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Trockene Wechselkleidung (Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.)
- Trockene Wechselkleidung
- Isomatte, Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.)
- Stirnlampe / Taschenlampe
- Mobiltelefon (Akku leert sich bei Kälte und bei Dauernutzung von Display und GPS schnell.), Batterie-Laterne / LED-Leuchte
- Doppelwandige Isolierflasche
- Einwandige Edelstahlflasche (Nur einwandig ohne Lack/Kunststoff erhitzen; Deckel vor dem Erhitzen abnehmen.), PET-Flasche (klar, max. 2 Liter) (Nicht erhitzen oder ins Feuer stellen.), Lebensmittelechter Wasserkanister (Nur Behälter verwenden, die nie Chemikalien oder Kraftstoff enthalten haben.), Luftdichte, lebensmittelechte Vorratsdose (Nur sauber und vollständig trocken befüllen; keine Behälter verwenden, die vorher Chemikalien enthielten.), Faltkanister oder Wassersack (Vor spitzen Gegenständen schützen.), Lebensmittelechter Wasserbeutel (Nur für Trinkwasser verwenden, nie für Chemikalien oder Brennstoff.), Gärglas oder Gärtopf (Nur lebensmittelechte Gefäße aus Glas, glasiertem Steinzeug für Lebensmittel oder lebensmittelechtem Kunststoff verwenden – keine Metallgefäße für saure Lebensmittel.), Wiederverschließbare Lebensmittelbeutel (Nur Beutel verwenden, die für Lebensmittel bestimmt sind; nicht für kochendes Wasser nutzen, wenn der Hersteller es nicht ausdrücklich erlaubt.)
- Isomatte
- Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Trockene Wechselkleidung (Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.), Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
Notfallvorsorge bei Strom- und Heizungsausfall: warme Kleidung, Decken, Licht und Radio
World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)
Kohlenmonoxid aus Verbrennung in Innenräumen und seine Gefahren
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Isolation und trockene Kleidung zur Vorbeugung von Unterkühlung