Kompostieren im Garten
Aus Küchen- und Gartenabfällen entsteht in einigen Monaten nährstoffreicher Kompost. Das gelingt mit einer Mischung aus feuchten, stickstoffreichen („grünen“) und trockenen, kohlenstoffreichen („braunen“) Materialien, ausreichend Luft und Feuchtigkeit. Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Gekochtes gehören nicht auf einen offenen Hauskompost – sie locken Ratten an.
- Wöchentlich wenige Minuten, Umsetzen gelegentlich

Einfach erklärt
Kompost ist so etwas wie ein Recyclinghof der Natur. Gemüseschalen, Laub, Rasenschnitt und Kaffeesatz werden nicht weggeworfen, sondern auf einen Haufen oder in einen Behälter gegeben. Dort fressen Würmer, Pilze und winzige Lebewesen, die man nur unter dem Mikroskop sieht, das Material langsam auf. Nach einigen Monaten ist daraus dunkle, krümelige Erde geworden, die nach Waldboden riecht – Kompost.
Die Kompost-Helfer brauchen eine gute Mischung, so wie du ein ausgewogenes Essen brauchst: „grünes“, feuchtes Material wie Gemüsereste und „braunes“, trockenes Material wie Laub, Zweige oder zerrissenen Karton. Dazu Luft und genau die richtige Feuchtigkeit – etwa so feucht wie ein ausgedrückter Schwamm.
Fleisch, Fisch, Käse und gekochte Essensreste gehören nicht auf einen offenen Kompost, denn sie locken Ratten an. Und nach der Arbeit am Kompost wäschst du dir immer gründlich die Hände.
Wie es funktioniert
Kompostieren ist Zersetzung, die du steuerst. Bakterien und Pilze beginnen damit, weiche Pflanzenteile abzubauen. Danach kommen größere Helfer dazu: Kompostwürmer, Asseln, Springschwänze und viele andere Bodenlebewesen. Sie zerkleinern das Material immer weiter, bis daraus Humus wird – der dunkle, nährstoffreiche Teil guter Erde.
Diese Lebewesen brauchen zwei Arten von Nahrung. Grünes Material wie Gemüsereste, Kaffeesatz oder frischer Rasenschnitt liefert vor allem Stickstoff – man kann es sich als Eiweiß für die Kleinlebewesen vorstellen. Braunes Material wie Laub, Stroh, Zweige oder Karton liefert Kohlenstoff – eher die Energie. Fehlt das eine oder das andere, läuft der Prozess schlecht.
Außerdem brauchen die meisten dieser Lebewesen Sauerstoff. Ist der Kompost zu nass und zu dicht, fehlt die Luft. Dann übernehmen andere Mikroben, die ohne Sauerstoff arbeiten, und es beginnt zu faulen und unangenehm zu riechen. Ist er zu trocken, stockt alles. Ein gut gemischter, lockerer Kompost dagegen riecht kaum und kann sich in seinem Inneren deutlich erwärmen – das ist ein Zeichen, dass die Mikroben fleißig arbeiten.
Worauf es ankommt
Der Platz: Stell den Komposter auf offenen Boden, damit Würmer und andere Bodenlebewesen von unten einwandern können, und am besten in den Halbschatten, damit er nicht austrocknet. Er sollte gut erreichbar sein – auch im Winter mit einer Schüssel Küchenabfälle in der Hand. Unten hilft eine Schicht grober Zweige, damit Luft hineinkommt.
Die Mischung: Gib Grünes und Braunes abwechselnd oder gemischt hinein. Rasenschnitt nur in dünnen Lagen, sonst verklebt er zu einer fauligen Matte. Zerkleinere grobes Material – kleinere Stücke verrotten schneller. Ist der Kompost zu trocken, befeuchte ihn; ist er nass und riecht, gib mehr braunes Material dazu und deck ihn ab.
Gelegentlich umsetzen oder mit einer Grabgabel lockern bringt Luft hinein und beschleunigt die Rotte. Fertig ist der Kompost, wenn er dunkel und krümelig ist, erdig riecht und man die Ausgangsstoffe kaum noch erkennt. Gesiebt arbeitest du ihn ins Beet ein. Unreifen Kompost gibst du nicht direkt an junge, empfindliche Pflanzen.
Was hinein darf – und was nicht
Gut geeignet sind: rohe Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Teeblätter, Eierschalen, Laub, Rasenschnitt in dünnen Lagen, Stroh, kleine Zweige, unbedrucktes Papier und zerrissener Karton. Je abwechslungsreicher die Mischung, desto besser.
Nicht auf einen offenen Hauskompost gehören: Fleisch, Fisch, Knochen, Milchprodukte und gekochte Speisereste – sie locken Ratten und andere Tiere an. Auch kranke Pflanzen und Unkraut mit reifen Samen lässt du weg, denn Krankheiten und Samen können im Kompost überleben und sich später im Beet ausbreiten.
Ebenfalls tabu sind Kot von Haustieren, behandeltes oder lackiertes Holz und Asche aus Kohle. Sie können Krankheitserreger oder Schadstoffe enthalten, die nicht in deinen Gemüsegarten gehören. Menschliche Fäkalien gehören ebenfalls nicht auf einen Gartenkompost.
Sicherheit: darauf musst du achten
Kompost ist voller Mikroorganismen – das ist gewollt, bedeutet aber auch, dass du beim Arbeiten Handschuhe trägst und danach gründlich die Hände wäschst. Beim Umsetzen von trockenem Material kann Staub mit Pilzsporen entstehen. Atme ihn nicht ein: an windstillen Tagen nicht in die Staubwolke beugen und trockenen Kompost vorher leicht befeuchten.
Wer ein geschwächtes Immunsystem hat – etwa durch eine Krankheit oder Medikamente –, sollte vorher ärztlich klären, ob Kompostarbeit geeignet ist. Kleine Kinder können beim Kompost mithelfen, sollten aber nicht darin spielen und danach immer die Hände waschen.
Ob und wie ein Kompost im Garten erlaubt ist, etwa mit welchem Abstand zum Nachbargrundstück, regeln Gemeinden unterschiedlich – örtliche Regeln prüfen. Ein gut geführter Kompost riecht kaum. Riecht er faulig oder zieht er Tiere an, ist das ein Zeichen, dass Mischung oder Inhalt nicht stimmen.
Gut zu wissen
Die US-Umweltbehörde EPA beschreibt das Kompostieren zu Hause genau mit diesen Grundzutaten: grünes und braunes Material, Wasser und Luft. Sie listet auch auf, was nicht auf den Hauskompost gehört. Gartenhandbücher ergänzen das um verschiedene Behältertypen – offene Lattenkomposter, geschlossene Thermokomposter oder einfache Mieten.
Wer keinen Garten hat, kann mit einer Wurmkiste kompostieren. Darin verarbeiten spezielle Kompostwürmer Küchenabfälle, auch auf dem Balkon oder im Keller. Eine Wurmkiste braucht allerdings gleichmäßige Temperaturen und etwas Pflege, damit sich die Würmer wohlfühlen.
Kompost schließt einen Kreislauf: Was im Garten wächst, kommt als Nahrung für den Boden zurück. Das spart Müll und Dünger und macht den Boden über die Jahre lockerer und fruchtbarer. Für einen Gemüsegarten ist eigener Kompost einer der wertvollsten Schätze überhaupt.
Schritt für Schritt
Platz und Behälter
Komposter auf offenen Boden stellen, im Halbschatten, gut erreichbar. Unten eine Schicht grober Zweige für Luft.
- 1
Platz und Behälter
Komposter auf offenen Boden stellen, im Halbschatten, gut erreichbar. Unten eine Schicht grober Zweige für Luft.
- 2
Grün und Braun mischen
Grünes (Gemüsereste, Kaffeesatz, Rasenschnitt in dünnen Lagen) und Braunes (Laub, Stroh, zerrissener Karton, Zweige) abwechselnd oder gemischt einbringen.
- 3
Zerkleinern
Grobes Material zerkleinern; kleinere Stücke verrotten schneller.
- 4
Feuchte prüfen
Bei Trockenheit befeuchten, bei Nässe mehr braunes Material zugeben und abdecken.
- 5
Umsetzen
Gelegentlich umsetzen oder lockern, um Luft hineinzubringen; das beschleunigt die Rotte.
- 6
Reifen Kompost nutzen
Fertig ist Kompost, wenn er dunkel, krümelig und erdig riechend ist und die Ausgangsstoffe kaum noch erkennbar sind. Gesiebt ins Beet einarbeiten.
Häufige Fehler
- Nur Rasenschnitt in dicker Schicht – fault
- Essensreste mit Fleisch – Ratten
- Zu trocken
- Unreifen Kompost an Jungpflanzen
Kurzüberblick
Material
Komposter
Beim Umsetzen Handschuhe tragen und danach Hände waschen.
Robuste Arbeitshandschuhe
Bei Kontakt mit Hochwasserschlamm oder Chemikalien zusätzlich wasserdichte Handschuhe tragen.
Geeignet für
- Hausgärten und Gemeinschaftsgärten
- Weniger Abfall
- Bodenverbesserung für Beete
Ungeeignet für
- Fleisch, Fisch, Knochen, Milchprodukte, Gekochtes
- Kranke Pflanzen, samentragende Unkräuter
- Tierkot von Haustieren
- Behandeltes Holz, Asche aus Kohle
Voraussetzungen
- Platz im Garten mit Bodenkontakt, halbschattig
- Ausreichend braunes Material (Laub, Zweige, Karton)
Sicherheit
- Beim Umsetzen Handschuhe tragen, Staub nicht einatmen und danach Hände waschen. Wer ein geschwächtes Immunsystem hat, sollte vorab ärztlich klären, ob Kompostarbeit geeignet ist.
- Ob und wie Kompost im Garten erlaubt ist (z. B. Abstand zum Nachbarn), regeln Kommunen unterschiedlich – örtliche Regeln prüfen.
So funktioniert es
Mikroorganismen, Würmer und andere Bodenlebewesen zersetzen organisches Material. Sie brauchen Stickstoff aus grünem Material, Kohlenstoff aus braunem Material, Sauerstoff und Feuchtigkeit wie ein ausgedrückter Schwamm. Zu nass und dicht wird der Kompost faulig, zu trocken stockt er.
Vorteile
- Kostenloser Bodenverbesserer
- Weniger Müll
- Geschlossener Kreislauf im Garten
Nachteile
- Braucht Platz und Zeit
- Kann bei Fehlern riechen oder Tiere anlocken
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Die US-Umweltbehörde EPA beschreibt Kompostieren zu Hause mit der Mischung aus grünem und braunem Material, Wasser und Luft und listet Materialien, die nicht auf den Hauskompost gehören.
Gartenhandbücher ergänzen das um Behältertypen und den Einsatz im Beet.
Varianten
- Wurmkiste
- In einer Wurmkiste verarbeiten Kompostwürmer Küchenabfälle auch auf dem Balkon; sie braucht gleichmäßige Temperaturen und Pflege.
Häufige Fehler
- Nur Rasenschnitt in dicker Schicht – fault
- Essensreste mit Fleisch – Ratten
- Zu trocken
- Unreifen Kompost an Jungpflanzen
Grenzen und Risiken
- Keine Mengenverhältnisse oder Temperaturangaben
- Keine Kompostierung von Fäkalien
Quellen
U.S. Environmental Protection Agency (EPA): Composting At Home
Grünes und braunes Material, Luft und Wasser; ungeeignete Materialien
Royal Horticultural Society – Dorling Kindersley: RHS Encyclopedia of Gardening
Kompostbehälter und Verwendung im Garten