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Technik

Sicherung ausgelöst: sicher wieder einschalten – und wann nicht

Was Laien an der Elektrik tun dürfen und sollten, ist eng begrenzt: einen ausgelösten Leitungsschutz- oder Fehlerstromschalter wieder einschalten, eine Schraubsicherung durch eine gleichwertige ersetzen und die Ursache – meist ein defektes Gerät oder Überlast – eingrenzen. Löst die Sicherung wiederholt aus, riecht es verbrannt oder ist etwas nass geworden, bleibt sie aus und eine Elektrofachkraft wird gerufen.

Schwierigkeit
Einsteiger
Aufwand
5–15 Minuten
Risikostufe
Sicherheitsrelevant
KI-Feldstudie zum Thema „Sicherung ausgelöst: sicher wieder einschalten – und wann nicht“
Stimmungsbild, keine Anleitung. Maßgeblich sind Text und Schritte.
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Einfach erklärt

Im Sicherungskasten sitzen kleine Schalter, die wie Wächter auf die Stromleitungen im Haus aufpassen. Wenn zu viel Strom durch eine Leitung fließt – zum Beispiel weil Wasserkocher, Föhn und Heizlüfter gleichzeitig laufen – oder wenn ein Gerät kaputt ist, schalten sie blitzschnell ab. Dann ist in einem Teil der Wohnung plötzlich das Licht aus. Das ist kein Unglück, sondern Schutz: Ohne diese Wächter könnten Kabel heiß werden und ein Feuer entstehen.

Was du tun darfst, ist sehr wenig – und das ist gut so. Du steckst die Geräte im betroffenen Bereich aus, schaltest den heruntergefallenen Schalter mit trockenen Händen wieder ein und steckst die Geräte dann eins nach dem anderen wieder an. Springt die Sicherung bei einem bestimmten Gerät heraus, ist wahrscheinlich dieses Gerät kaputt.

Ganz wichtig: Fliegt die Sicherung immer wieder heraus, riecht es verbrannt oder ist irgendwo Wasser hingekommen, bleibt sie aus. Dann ruft ein Erwachsener eine Elektrofachkraft. Den Sicherungskasten, Steckdosen oder Kabel öffnet man nie selbst.

Wie es funktioniert

Strom erwärmt jede Leitung, durch die er fließt – je mehr Strom, desto wärmer. Leitungen in der Wand sind für eine bestimmte Belastung ausgelegt. Eine Schmelzsicherung enthält einen dünnen Draht, der bei zu viel Strom durchschmilzt und den Kreis unterbricht; danach muss sie ersetzt werden. Ein Leitungsschutzschalter macht dasselbe mechanisch und lässt sich wieder einschalten. Er reagiert auf zwei Dinge: auf eine länger anhaltende Überlast und, sehr schnell, auf einen Kurzschluss.

Der Fehlerstromschalter (FI-Schalter, englisch RCD oder GFCI) passt auf etwas anderes auf. Er vergleicht den Strom, der zu den Geräten hinfließt, mit dem, der zurückkommt. Ist das nicht gleich, fließt irgendwo Strom auf einem falschen Weg ab – etwa durch ein defektes Gerät, durch Feuchtigkeit oder im schlimmsten Fall durch einen Menschen. Dann schaltet er sehr schnell ab. Er ist damit ein wichtiger Schutz gegen Stromschläge.

Wenn ein solcher Schalter auslöst, ist das also ein Warnsignal, keine Störung. Er hat seine Aufgabe erfüllt. Die Frage ist nicht „Wie kriege ich ihn wieder an?“, sondern „Warum hat er ausgelöst?“.

Was du tun darfst – und was nicht

Erlaubt und sinnvoll ist ein kleiner, klar begrenzter Ablauf: Zuerst prüfen, ob nur die eigene Wohnung oder ein einzelner Stromkreis betroffen ist. Ist das ganze Viertel dunkel, liegt es nicht an deinem Sicherungskasten – dann nichts schalten und auf Informationen des Netzbetreibers warten. Ist nur ein Kreis aus, schaltet man im betroffenen Bereich die Geräte aus und steckt sie aus, besonders die, die gerade eingeschaltet wurden oder nass geworden sind.

Dann mit trockenen Händen den ausgelösten Schalter ganz nach unten und wieder nach oben schalten. Eine Schraubsicherung darf man nur durch eine gleichwertige ersetzen und nur dort, wo das Fach dafür vorgesehen ist. Anschließend die Geräte einzeln wieder anschließen. Löst es bei einem bestimmten Gerät aus, benutzt man dieses nicht mehr und lässt es prüfen.

Nicht erlaubt und gefährlich: Abdeckungen des Sicherungskastens abschrauben, Steckdosen, Schalter oder Leitungen öffnen, eine Sicherung überbrücken oder eine stärkere einsetzen. Welche Arbeiten Laien erlaubt sind, regelt jedes Land anders; in vielen Ländern ist die feste Elektroinstallation gesetzlich Fachkräften vorbehalten. Alles über das Zurücksetzen hinaus gehört zu einer Elektrofachkraft.

Sicherheit: darauf musst du achten

Eine stärkere Sicherung oder eine Überbrückung schaltet den Wächter aus. Die Leitung in der Wand kann dann überhitzen, ohne dass etwas abschaltet – unsichtbar hinter Putz und Tapete. So können Brände entstehen. Darum gilt ohne Ausnahme: Löst es wiederholt aus, wird nicht nachgeholfen.

Nach Überschwemmung oder Wassereintritt schaltet man den Strom nicht selbst wieder ein und geht nicht im Wasser stehend an den Sicherungskasten. Netzbetreiber oder Elektrofachkraft verständigen. Mit nassen Händen oder barfuß auf nassem Boden wird überhaupt nicht geschaltet.

Riecht es verbrannt, sind Steckdosen warm oder verfärbt, knistert es, oder löst die Sicherung auch ohne angeschlossene Geräte aus: ausgeschaltet lassen und eine Elektrofachkraft rufen. Bei Rauch oder Feuer alle aus dem Gebäude bringen und die örtliche Notrufnummer wählen (112 in der EU).

So bereitest du dich vor

Man sollte wissen, wo der Sicherungskasten ist, bevor das Licht ausgeht. Eine Taschenlampe oder Stirnlampe liegt griffbereit in der Nähe. Ist der Kasten nicht beschriftet, kann eine Elektrofachkraft oder der Vermieter helfen, die Stromkreise zuzuordnen – dann sieht man auf einen Blick, welcher Schalter für die Küche und welcher für das Bad zuständig ist.

Die Telefonnummer einer Elektrofachkraft oder des Vermieters notiert man an einem Ort, den man auch ohne Strom findet. Viele Fehlerstromschalter haben eine Prüftaste. Wie oft man sie drücken soll, steht in der Anleitung oder in örtlichen Empfehlungen; nach dem Drücken muss der Schalter auslösen, sonst sollte eine Fachkraft ihn prüfen.

Typische Situationen

Ein klassischer Fall: Im Winter laufen Wasserkocher, Toaster und ein Heizlüfter in derselben Küche – der Leitungsschutzschalter löst aus. Hier war es Überlast. Nach dem Zurücksetzen verteilt man die Geräte besser oder benutzt sie nacheinander.

Ein anderer Fall: Nach einem Gewitterregen löst der FI-Schalter immer wieder aus, sobald die Außensteckdose oder die Gartenbeleuchtung eingeschaltet ist. Hier ist wahrscheinlich Feuchtigkeit im Spiel. Der betroffene Bereich bleibt aus, bis eine Fachkraft nachgesehen hat. Ein FI-Schalter, der „ständig fliegt“, ist kein lästiges Bauteil, sondern zeigt einen echten Fehler an.

Schritt für Schritt

Sicherung ausgelöst: sicher wieder einschalten – und wann nicht

Schritt 1 von 5

Lage prüfen

Ist nur die eigene Wohnung oder ein Kreis betroffen? Bei Ausfall im ganzen Viertel nichts schalten, sondern Meldungen des Netzbetreibers abwarten.

Sicherung ausgelöst: sicher wieder einschalten – und wann nicht – Schritt 1 von 5Lage prüfen. Ist nur die eigene Wohnung oder ein Kreis betroffen? Bei Ausfall im ganzen Viertel nichts schalten, sondern Meldungen des Netzbetreibers abwarten.
Schritt 1 von 5

Schritt 1 von 5

Lage prüfen

Ist nur die eigene Wohnung oder ein Kreis betroffen? Bei Ausfall im ganzen Viertel nichts schalten, sondern Meldungen des Netzbetreibers abwarten.

  1. 1

    Lage prüfen

    Ist nur die eigene Wohnung oder ein Kreis betroffen? Bei Ausfall im ganzen Viertel nichts schalten, sondern Meldungen des Netzbetreibers abwarten.

  2. 2

    Geräte trennen

    Im betroffenen Kreis Geräte ausschalten und ausstecken, besonders gerade eingeschaltete oder nasse Geräte.

  3. 3

    Wieder einschalten

    Mit trockenen Händen den ausgelösten Schalter ganz nach unten und dann wieder nach oben schalten. Schraubsicherungen nur durch gleichwertige ersetzen, wenn das Fach dafür vorgesehen ist.

  4. 4

    Ursache eingrenzen

    Geräte einzeln wieder anschließen. Löst es bei einem bestimmten Gerät aus, dieses nicht mehr benutzen und prüfen lassen.

  5. 5

    Fachkraft rufen

    Löst es auch ohne angeschlossene Geräte aus, riecht es verbrannt, sind Steckdosen warm oder verfärbt: ausgeschaltet lassen und Elektrofachkraft rufen. Bei Rauch oder Feuer: lokale Notrufnummer (112 in der EU).

Die Animation ist eine schematische Zeichnung der Schritte oben und wird wie alle Inhalte noch fachlich geprüft.

Häufige Fehler

  • Stärkere Sicherung einsetzen
  • Sicherung überbrücken
  • Mit nassen Händen oder im Wasser stehend schalten
  • Fehlerstromschalter dauerhaft ignorieren, weil er „ständig fliegt“

Kurzüberblick

Material

  • Stirnlampe / Taschenlampe

Geeignet für

  • Einzelner Stromkreis fällt aus
  • Fehlerstromschalter löst nach Einschalten eines Geräts aus

Ungeeignet für

  • Öffnen von Sicherungskasten-Abdeckungen, Steckdosen, Schaltern oder Leitungen
  • Nach Wassereintritt, Brandgeruch oder sichtbaren Schäden
  • Stromausfall im ganzen Viertel

Voraussetzungen

  • Sicherungskasten bekannt und beschriftet
  • Taschenlampe griffbereit
  • Kontakt einer Elektrofachkraft bzw. des Vermieters

Sicherheit

  • Welche Arbeiten Laien erlaubt sind, regelt jedes Land anders – lokale Regeln prüfen. Alles über das Zurücksetzen hinaus gehört zu einer Elektrofachkraft.

So funktioniert es

Sicherungen und Leitungsschutzschalter unterbrechen den Stromkreis bei Überlast oder Kurzschluss, damit Leitungen nicht überhitzen. Fehlerstromschalter (FI/RCD) lösen aus, wenn Strom über einen falschen Weg abfließt, etwa durch ein defektes Gerät oder Feuchtigkeit. Das Auslösen ist also ein Warnsignal, keine Störung – die Ursache muss gefunden werden.

Vorteile

  • Häufige kleine Störungen selbst beheben
  • Klare Grenze schützt vor Brand und Stromschlag

Nachteile

  • Ursache bleibt manchmal unklar – dann ist Fachhilfe nötig

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

FEMA beschreibt im Leitfaden „Are You Ready?“, wo und wie man die Stromversorgung am Hauptschalter abschaltet, und rät, bei beschädigter oder nasser Elektrik Fachleute hinzuzuziehen.

In vielen Ländern sind Arbeiten an der festen Elektroinstallation gesetzlich Fachkräften vorbehalten. Die Regeln unterscheiden sich – lokale Regeln prüfen.

Varianten

FI-Prüftaste
Viele Fehlerstromschalter haben eine Prüftaste. Wie oft sie betätigt werden soll, steht in der Anleitung bzw. in örtlichen Empfehlungen.

Häufige Fehler

  • Stärkere Sicherung einsetzen
  • Sicherung überbrücken
  • Mit nassen Händen oder im Wasser stehend schalten
  • Fehlerstromschalter dauerhaft ignorieren, weil er „ständig fliegt“

Grenzen und Risiken

  • Keine Arbeiten am Sicherungskasten selbst, an Steckdosen oder Leitungen
  • Keine Aussage zu nationalen Vorschriften

Materialalternativen

Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.

Stirnlampe / Taschenlampe
Mobiltelefon (Akku leert sich bei Kälte und bei Dauernutzung von Display und GPS schnell.), Batterie-Laterne / LED-Leuchte

Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.

Quellen

  1. [1]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness

    Strom am Hauptschalter abschalten; bei Schäden Fachleute hinzuziehen

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10