Reisehinweise lesen und beim Außenministerium registrieren
Viele Länder bieten ihren Staatsangehörigen an, sich vor oder während einer Auslandsreise freiwillig zu registrieren. Bei Naturkatastrophen, Unruhen oder Evakuierungen kann die Auslandsvertretung Registrierte dann gezielt informieren und erreichen. Zusammen mit den offiziellen Reise- und Sicherheitshinweisen ist das eine der einfachsten Vorsorgemaßnahmen.
- 15–30 Minuten vor der Reise

Einfach erklärt
Stell dir vor, in einem fernen Land gibt es plötzlich einen großen Sturm. Die Botschaft deines Landes – das ist so etwas wie das „Büro“ deines Landes dort – möchte allen Leuten aus deinem Land eine Warnung schicken. Aber sie weiß gar nicht, wer gerade dort ist. Genau dafür gibt es in vielen Ländern eine freiwillige Liste, in die du dich vor der Reise eintragen kannst.
Wenn du auf der Liste stehst, kann die Botschaft dir Nachrichten schicken, und deine Familie hat eine Stelle, die sie fragen kann. Dazu liest du vor der Reise die offiziellen Reisehinweise deines Außenministeriums. Dort steht zum Beispiel, ob es dort gerade gefährlich ist oder welche Regeln gelten.
Ganz wichtig: Die Liste ist keine Rettung. Wenn du in Gefahr bist, rufst du die örtliche Notrufnummer an (in der EU 112) und folgst den Anweisungen der Behörden vor Ort.
Wie es funktioniert
Botschaften und Konsulate – zusammen „Auslandsvertretungen“ genannt – sind die Stellen deines Heimatstaates im Ausland. Im Alltag kümmern sie sich zum Beispiel um Pässe. In einer Krise, etwa bei einem Erdbeben, Unruhen oder einer Evakuierung, haben sie ein Problem: Sie wissen nicht, wie viele ihrer Staatsangehörigen sich in der betroffenen Region aufhalten und wie man sie erreicht.
Eine freiwillige Registrierung schließt diese Lücke. Du hinterlegst Reisezeitraum, Aufenthaltsorte und Kontaktdaten. Dann können Warnungen und Hinweise gezielt an dich gehen, und Angehörige zu Hause haben eine Anlaufstelle. Beispiele sind die Krisenvorsorgeliste ELEFAND des deutschen Auswärtigen Amts und das Smart Traveler Enrollment Program (STEP) des US-Außenministeriums. Andere Länder haben vergleichbare Angebote, oft zusammen mit einer App.
Die Reise- und Sicherheitshinweise sind der zweite Teil. Sie beschreiben die Sicherheitslage, Naturgefahren, Gesundheitsthemen, Einreiseregeln und örtliche Gesetze. Sie werden laufend aktualisiert, deshalb lohnt es sich, sie nicht nur einmal, sondern vor und während der Reise zu lesen.
Worauf es ankommt
Eine Registrierung nützt nur, wenn die Daten stimmen. Trag eine Telefonnummer ein, unter der du im Ausland wirklich erreichbar bist, und eine E-Mail-Adresse, die du unterwegs liest. Ändert sich deine Route, aktualisierst du den Eintrag. Viele Dienste sehen außerdem vor, dass du die Reise nach der Rückkehr wieder abmeldest.
Genauso wichtig ist eine Person zu Hause, die deine Route, deine Unterkünfte und Kopien deiner Dokumente hat. Vereinbart, wann du dich meldest. Wenn diese Meldung ausbleibt, weiß jemand, dass etwas nicht stimmen könnte, und kann gezielt nachfragen.
Schreib dir außerdem Adresse und Notfallnummer der zuständigen Botschaft oder des Konsulats und die örtliche Notrufnummer auf Papier. Wenn das Mobilfunknetz überlastet ist oder der Akku leer, hilft dir eine Nummer im Telefon wenig.
Was eine Botschaft leisten kann – und was nicht
Viele Menschen stellen sich vor, die Botschaft schicke im Notfall sofort ein Flugzeug. So ist es nicht. Was Auslandsvertretungen leisten können, ist begrenzt und hängt von Land und Lage ab. Typisch sind Information, Ersatzdokumente und Kontakt zu Angehörigen; Unterstützung bei einer Ausreise gibt es nur in Ausnahmefällen. Die Verantwortung für Planung und Versicherung bleibt bei dir.
In einer akuten Gefahr – ein Unfall, ein Feuer, eine Flut – ist die Botschaft deshalb nicht die erste Nummer. Dann wählst du die örtliche Notrufnummer und folgst den Anweisungen der örtlichen Behörden. Die Nachrichten der Auslandsvertretung beachtest du zusätzlich, und deine Angehörigen informierst du, sobald es sicher möglich ist.
Wer mehrere Staatsangehörigkeiten hat, sollte vorher klären, welche Vertretung im Zielland helfen kann. Die Regeln dazu unterscheiden sich, und manchmal ist es nicht die, die man erwartet.
So übst du es
Die ganze Vorbereitung dauert etwa eine Viertelstunde bis eine halbe Stunde. Lies die Reisehinweise für dein Ziel einmal vollständig, nicht nur die Überschrift. Prüfe dann, ob dein Land eine Registrierung anbietet, und trag dich ein. Notiere die Kontaktdaten der Vertretung und gib deiner Kontaktperson die Route.
Mach es dir zur Gewohnheit, die Hinweise kurz vor der Abreise und unterwegs noch einmal zu lesen – vor allem, wenn du Nachrichten über Unwetter, Unruhen oder Streiks hörst. So merkst du Änderungen früh, solange du noch in Ruhe entscheiden kannst.
Schritt für Schritt
Reisehinweise lesen
Die offiziellen Reise- und Sicherheitshinweise des eigenen Außenministeriums für das Zielland lesen: Sicherheitslage, Naturgefahren, Gesundheit, Einreise, örtliche Gesetze.
- 1
Reisehinweise lesen
Die offiziellen Reise- und Sicherheitshinweise des eigenen Außenministeriums für das Zielland lesen: Sicherheitslage, Naturgefahren, Gesundheit, Einreise, örtliche Gesetze.
- 2
Registrieren, wo angeboten
Prüfen, ob das eigene Land eine Registrierung für Reisende anbietet (Beispiele: Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts in Deutschland, STEP des US-Außenministeriums) und Reisedaten, Aufenthaltsorte und Kontakt eintragen.
- 3
Kontaktdaten notieren
Adresse und Notfallnummer der zuständigen Botschaft oder des Konsulats sowie die örtliche Notrufnummer auf Papier notieren.
- 4
Kontaktperson informieren
Einer Person zu Hause Reiseroute, Unterkünfte und Kopien der Dokumente geben und vereinbaren, wann man sich meldet.
- 5
Unterwegs aktualisieren
Bei Routenänderungen die Registrierung und die Kontaktperson aktualisieren. Nach der Rückkehr die Reise abmelden, falls das vorgesehen ist.
- 6
Im Krisenfall
Anweisungen der örtlichen Behörden befolgen, Nachrichten der Auslandsvertretung beachten und sich bei Angehörigen melden, sobald es sicher möglich ist.
Häufige Fehler
- Reisehinweise nur einmal Monate vor der Abreise lesen
- Registrierung mit veralteter Telefonnummer
- Auf Hilfe der Botschaft warten statt den Notruf zu wählen
- Niemandem zu Hause die Route mitteilen
Kurzüberblick
Material
Mobiltelefon
Für Warnmeldungen und App der Auslandsvertretung, falls angeboten
Akku leert sich bei Kälte und bei Dauernutzung von Display und GPS schnell.
Nicht als einziges Navigations- oder Notrufmittel einplanen.
Kopien der Reisedokumente
Getrennt von den Originalen aufbewahren; digitale Kopien nur geschützt speichern.
Geeignet für
- Längere Aufenthalte im Ausland
- Reisen in Regionen mit Naturgefahren oder instabiler Lage
- Expeditionen und Reisen fernab der Infrastruktur
Ungeeignet für
- Ersatz für einen eigenen Notfall- und Kommunikationsplan
- Akute Notfälle – dann zuerst die örtliche Notrufnummer
Voraussetzungen
- Staatsangehörigkeit eines Landes, das einen solchen Dienst anbietet
- Reisedaten und Erreichbarkeit im Ausland
Sicherheit
- Eine Registrierung ist kein Rettungsversprechen. Möglichkeiten der Auslandsvertretungen sind begrenzt; bei akuter Gefahr gilt die örtliche Notrufnummer und die Anweisung der örtlichen Behörden.
- Reise- und Sicherheitshinweise werden laufend aktualisiert. Vor und während der Reise erneut lesen, besonders bei Nachrichten über Unwetter oder Unruhen.
So funktioniert es
Im Krisenfall wissen Auslandsvertretungen oft nicht, wer sich in einer betroffenen Region aufhält. Eine freiwillige Registrierung schließt diese Lücke: Kontaktdaten und Aufenthaltszeitraum sind hinterlegt, Warnungen und Hinweise können gezielt verschickt werden, und Angehörige haben eine Anlaufstelle.
Vorteile
- Kostenlos und schnell
- Gezielte Warnungen im Krisenfall
- Angehörige haben eine Anlaufstelle
Nachteile
- Nicht jedes Land bietet einen solchen Dienst
- Hilfe der Auslandsvertretung ist begrenzt
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Das deutsche Auswärtige Amt führt die Krisenvorsorgeliste ELEFAND, das US-Außenministerium das Smart Traveler Enrollment Program (STEP). Andere Staaten haben vergleichbare Angebote, oft ergänzt durch Apps mit Reisehinweisen.
Was Auslandsvertretungen leisten können – etwa Ersatzdokumente, Information, in Ausnahmefällen Unterstützung bei Ausreisen – unterscheidet sich je nach Land und Lage. Die Verantwortung für Planung und Versicherung bleibt bei den Reisenden.
Varianten
- Mehrere Staatsangehörigkeiten
- Wer mehrere Staatsangehörigkeiten hat, sollte klären, welche Auslandsvertretung im Zielland zuständig sein kann; Regeln dazu unterscheiden sich.
Häufige Fehler
- Reisehinweise nur einmal Monate vor der Abreise lesen
- Registrierung mit veralteter Telefonnummer
- Auf Hilfe der Botschaft warten statt den Notruf zu wählen
- Niemandem zu Hause die Route mitteilen
Grenzen und Risiken
- Keine Aussagen dazu, welche Hilfe eine bestimmte Auslandsvertretung leistet
- Keine Liste aller nationalen Registrierungsdienste
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Mobiltelefon
- Stirnlampe / Taschenlampe, Batterie-Laterne / LED-Leuchte
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Auswärtiges Amt, Deutschland: Krisenvorsorgeliste ELEFAND (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland)
Registrierungsangebot des deutschen Auswärtigen Amts für Reisende
U.S. Department of State – Bureau of Consular Affairs: Smart Traveler Enrollment Program (STEP)
Registrierungsangebot des US-Außenministeriums für Reisende
European Commission: 112 – the European emergency number
Europäische Notrufnummer 112