Region steuert Notrufnummern, Einheiten und regionale Hinweise – unabhängig von der Sprache.
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Reisen und Expeditionen
Gut vorbereitet in abgelegene Regionen
SurviveBetter · Stand 2026-10-12 · 26 Einträge
Vorbereitung, Kommunikation und Vorsorge für Touren und Reisen fernab der Infrastruktur.
01 · Vorbereitung · Fachliche Prüfung folgt
Reisedokumente prüfen und Kopien sichern
Ein verlorener oder abgelaufener Pass kann eine Reise beenden, bevor sie beginnt – oder im Ausland viel Zeit kosten. Wer Gültigkeit und Einreisebestimmungen rechtzeitig prüft, Kopien getrennt von den Originalen aufbewahrt und wichtige Nummern auf Papier dabeihat, kann Verlust oder Diebstahl deutlich schneller klären.
Einreisebestimmungen (Mindestgültigkeit des Passes, Visum, Nachweise) ändern sich und unterscheiden sich je nach Staatsangehörigkeit. Nur aktuelle Angaben des Ziellandes oder des eigenen Außenministeriums verwenden, nicht alte Reiseberichte.
Digitale Kopien nur verschlüsselt oder in einem geschützten Speicher ablegen. Unverschlüsselte Scans auf einem verlorenen Telefon erleichtern Identitätsdiebstahl.
Material
Kopien der Reisedokumente
Dokumentenmappe (wasserdicht)(optional) – Wasserdichte Hülle für Originale und Kopien
Bargeldreserve(optional) – Kleine Reserve, getrennt vom Portemonnaie
Schritte
1
Gültigkeit prüfen
Pass, Personalausweis, Führerschein und gegebenenfalls Visa auf Ablaufdatum prüfen. Manche Länder verlangen eine Restgültigkeit über das Reiseende hinaus – das aktuell beim Zielland oder beim eigenen Außenministerium nachlesen.
2
Einreisebestimmungen klären
Visumpflicht, Transitbestimmungen, Gesundheitsnachweise und Regeln für Kinder (z. B. Einverständniserklärungen bei Alleinreise mit einem Elternteil) frühzeitig klären. Bearbeitungszeiten können lang sein.
3
Kopien anfertigen
Datenseite des Passes, Visa, Führerschein, Versicherungsnachweise, Buchungsbestätigungen und Kreditkarten-Sperrnummern kopieren. Eine Papierkopie getrennt von den Originalen im Gepäck aufbewahren, eine bei einer Vertrauensperson zu Hause lassen.
4
Geschützte digitale Kopie
Scans verschlüsselt speichern, sodass sie auch ohne das eigene Telefon abrufbar sind. Ein zusätzliches Passfoto erleichtert die Beantragung von Ersatzpapieren.
5
Notfallnummern auf Papier
Notrufnummer des Reiselandes, Kontakt der nächsten Auslandsvertretung, Versicherungs-Notrufnummer, Sperrnummern und eine Kontaktperson zu Hause auf eine Karte schreiben und am Körper tragen.
6
Originale sicher tragen
Originale körpernah und nicht gemeinsam mit Bargeld und allen Karten an einem Ort tragen. Unterwegs regelmäßig kontrollieren, ob alles vollständig ist.
7
Bei Verlust
Verlust oder Diebstahl bei der örtlichen Polizei anzeigen und die Bestätigung aufbewahren, Karten sperren lassen und die zuständige Auslandsvertretung wegen Ersatzpapieren kontaktieren. Die Kopien beschleunigen diesen Ablauf.
Häufige Fehler
×Passgültigkeit erst am Flughafen prüfen
×Kopien im selben Fach wie die Originale
×Alle Notfallnummern nur im Telefon
×Unverschlüsselte Scans in öffentlichen Cloud-Ordnern
×Dokumente für Kinder vergessen
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu Einreisebestimmungen einzelner Länder – diese ändern sich
–Keine Rechtsberatung zu Visa oder Aufenthaltsrecht
Quellen
[1]
Auswärtiges Amt, Deutschland: Krisenvorsorgeliste ELEFAND (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland)
[2]
U.S. Department of State – Bureau of Consular Affairs: Smart Traveler Enrollment Program (STEP)
Reiseversicherung prüfen: Was ist wirklich abgedeckt?
Eine Behandlung oder ein Rücktransport im Ausland kann sehr teuer werden. Vor der Reise lohnt ein gezielter Blick in die Bedingungen: Gilt der Schutz im Zielland, für die geplanten Aktivitäten und für bestehende Erkrankungen? Ist Rücktransport enthalten? Wie lautet die Notfallnummer der Versicherung?
Im medizinischen Notfall zuerst die lokale Notrufnummer (in der EU 112) anrufen; die Versicherung so bald wie möglich danach informieren.
Material
Kopien der Reisedokumente
Schritte
1
Bestehenden Schutz klären
Prüfen, was Krankenversicherung, Kreditkarte oder bestehende Policen im Ausland abdecken.
2
Geltungsbereich
Gilt der Schutz für das Zielland, die Reisedauer und alle Reisenden?
3
Aktivitäten
Sind geplante Aktivitäten wie Bergsteigen, Tauchen oder Motorradfahren eingeschlossen oder ausgeschlossen?
4
Medizinisches
Vorerkrankungen, Schwangerschaft, Rücktransport und Such- und Rettungskosten prüfen.
5
Notfallnummer notieren
Policennummer und 24-Stunden-Notfallnummer der Versicherung auf Notfallkarte und Handy speichern.
6
Daheim hinterlegen
Kopie der Police bei einer Vertrauensperson zu Hause hinterlegen.
Häufige Fehler
×Annahme, die normale Krankenversicherung zahle alles
×Ausschlüsse nicht lesen
×Notfallnummer nicht dabei
×Vorerkrankungen nicht angeben
Grenzen und Risiken
–Keine Produkt- oder Tarifempfehlungen
–Keine Rechtsberatung
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel
Hurrikane, Monsunregen, Erdbeben, Waldbrände, Hitze oder Tsunamis sind an vielen Reisezielen möglich, oft saisonal. Wer vor der Reise die offiziellen Reisehinweise und die regionalen Warnsysteme kennt und weiß, wie man sich vor Ort verhält, kann im Ernstfall schneller richtig reagieren.
Vor Ort gelten die Anweisungen der örtlichen Behörden. Bei Evakuierungsanordnungen sofort folgen.
Reisehinweise des eigenen Außenministeriums vor und während der Reise prüfen; sie können sich kurzfristig ändern.
Schritte
1
Offizielle Reisehinweise
Reisehinweise des eigenen Außenministeriums lesen, inklusive Abschnitt zu Naturgefahren und Klima.
2
Saison prüfen
Klären, ob die Reise in eine Sturm-, Regen-, Hitze- oder Waldbrandsaison fällt.
3
Warnsysteme vor Ort
Herausfinden, wie die Region warnt (Sirenen, Apps, Rundfunk, SMS) und welche lokale Notrufnummer gilt.
4
Verhalten lernen
Für die wichtigsten Gefahren die Grundregeln wiederholen, z. B. Erdbeben, Tsunami, Hochwasser.
5
Bei Ankunft
Fluchtwege der Unterkunft, höher gelegene Orte und Sammelpunkte ansehen. Registrierung beim Außenministerium erwägen.
Häufige Fehler
×Nur Wetter-Apps nutzen
×Saison ignorieren
×Warnungen in fremder Sprache nicht verstehen
×Evakuierungen aus Bequemlichkeit ignorieren
Grenzen und Risiken
–Keine länderspezifischen Gefahrenbewertungen
Quellen
[1]
Auswärtiges Amt, Deutschland: Krisenvorsorgeliste ELEFAND (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland)
[2]
U.S. Department of State – Bureau of Consular Affairs: Smart Traveler Enrollment Program (STEP)
[3]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness
Streiks, Unwetter, Vulkanasche oder technische Probleme können Flüge kurzfristig streichen. Wer Medikamente, Ladegerät und Wechselkleidung im Handgepäck hat, Buchungsdaten offline speichert und weiß, wo Umbuchung und Passagierrechte geregelt sind, bleibt handlungsfähig.
Wichtige Medikamente immer im Handgepäck mitführen, mit Reserve für einige Tage Verzögerung.
Passagierrechte unterscheiden sich je nach Abflugort, Airline und Land. In der EU regelt die Verordnung (EG) Nr. 261/2004 Unterstützung und Ausgleich bei Annullierung und großer Verspätung; Details bei den zuständigen Stellen prüfen.
Material
Powerbank
Medikamentenvorrat(optional)
Kopien der Reisedokumente(optional)
Schritte
1
Handgepäck packen
Medikamente, Ladegerät und Powerbank, Wechselwäsche, Hygieneartikel, Snack, leere Trinkflasche, Dokumente.
2
Daten offline
Buchungsnummer, Airline-Kontakt, Versicherungsnummer und Unterkunft offline und auf Papier.
3
Benachrichtigungen
Fluginformationen der Airline per App oder SMS abonnieren.
4
Parallel umbuchen
Bei Annullierung gleichzeitig in der Schlange stehen und App oder Hotline nutzen.
5
Belege sammeln
Bestätigungen der Annullierung, Belege für Essen, Hotel und Transport aufbewahren.
6
Kontakte informieren
Angehörige, Unterkunft und ggf. Arbeitgeber über die Verzögerung informieren.
Häufige Fehler
×Medikamente im aufgegebenen Gepäck
×Akku leer
×Nur am Schalter warten
×Keine Belege
Grenzen und Risiken
–Keine Rechtsberatung
–Keine Angaben zu Entschädigungshöhen
Quellen
[1]
European Parliament and Council of the European Union (2004): Regulation (EC) No 261/2004 establishing common rules on compensation and assistance to passengers in the event of denied boarding and of cancellation or long delay of flights
Ein fremdes Auto in einem fremden Land: Reifen, Licht, Ersatzrad, Warnausrüstung und die Bedienung von Warnblinker, Licht und Scheibenwischern sollten vor der Abfahrt klar sein. Ebenso wichtig: Pannennummer des Vermieters, Tankart und die örtlichen Pflichtausstattungen.
Mit offensichtlichen Mängeln (Reifen, Bremsen, Licht, Warnleuchten im Cockpit) nicht losfahren, sondern ein anderes Fahrzeug verlangen.
Pflichtausrüstung, Lichtpflicht am Tag, Vignetten und Kindersitzregeln unterscheiden sich je nach Land – örtliche Regeln prüfen.
Material
Mobiltelefon
Warnweste(optional)
Warndreieck(optional)
Schritte
1
Rundgang
Schäden fotografieren; Reifen auf Profil und Beschädigungen ansehen; Lichter prüfen.
2
Ausrüstung
Ersatzrad oder Pannenset, Wagenheber, Warnweste, Warndreieck und Verbandkasten suchen – soweit vorhanden bzw. vorgeschrieben.
3
Bedienung
Warnblinker, Licht, Scheibenwischer, Handbremse, Tankdeckel und Tankart vor der Abfahrt klären.
4
Nummern
Pannen- und Unfallnummer des Vermieters speichern und notieren.
5
Kindersitze
Kindersitze selbst prüfen und nach Anleitung einbauen.
Häufige Fehler
×Im Dunkeln übernehmen und nichts prüfen
×Falsch tanken
×Keine Vermieter-Notfallnummer
×Schäden nicht dokumentieren
Grenzen und Risiken
–Keine Rechts- oder Vertragsberatung
Quellen
[1]
Department for Transport and Driver and Vehicle Standards Agency (United Kingdom): The Highway Code
Wandern und Bergtouren im Ausland: Rettung, Notruf und Versicherung klären
Im Ausland gelten andere Notrufnummern, Rettungsorganisationen, Wegmarkierungen und manchmal Kostenregeln für Bergungen. Vor der Tour klären: Wie erreiche ich die örtliche Rettung, deckt meine Versicherung Suche und Hubschrauberbergung, wo ist die nächste Hütte oder Siedlung, und wer weiß, wann ich zurück sein will?
Im Notfall die lokale Notrufnummer (in der EU 112) anrufen. In manchen Ländern und Regionen gibt es zusätzlich eigene Bergrettungsnummern – vorher bei offiziellen Stellen nachsehen und ins Handy speichern.
In manchen Ländern können Such- und Bergungseinsätze, auch per Hubschrauber, in Rechnung gestellt werden. Prüfen, ob Reise-, Kranken- oder Mitgliedschaftsversicherung (z. B. eines Alpenvereins) das abdeckt – Bedingungen unterscheiden sich stark.
Unbekanntes Gelände, Hitze oder Höhe wirken oft stärker als erwartet. Umkehrzeit festlegen und einhalten.
Material
Mobiltelefon
Powerbank(optional)
Topografische Karte
Signalpfeife(optional)
Notfallkarte (Kontakte und Gesundheitsdaten)(optional)
Schritte
1
Örtliche Rettung recherchieren
Notrufnummern, Bergrettungsorganisation, Wetter- und Lawinendienste des Reiselandes aus offiziellen Quellen notieren.
2
Versicherung prüfen
Nachlesen, ob Suche, Bergung, Hubschrauber und Rücktransport abgedeckt sind und ob es Höhen- oder Aktivitätsgrenzen gibt. Notfallnummer des Versicherers speichern.
3
Tourenplan hinterlassen
Route, Zeitplan, Umkehrzeit und spätesten Alarmzeitpunkt einer Kontaktperson oder der Unterkunft geben.
4
Standort angeben können
Koordinaten im Handy ablesen können, Karte mitführen, Wegnummern und markante Punkte merken.
5
Signal kennen
Das alpine Notsignal (sechs Signale pro Minute, eine Minute Pause) und Handzeichen für Hubschrauber kennen.
Häufige Fehler
×Heimische Notrufnummer im Ausland wählen
×Wegmarkierungen für eindeutig halten
×Keine Versicherung für Bergung
×Niemandem Bescheid geben
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu Kosten oder Versicherungen einzelner Länder
–Keine Bergsteigertechnik
Quellen
[1]
ICAR – International Commission for Alpine Rescue: International Commission for Alpine Rescue (ICAR) – recommendations and information (organisation website)
[2]
European Commission: 112 – the European emergency number
Reisehinweise lesen und beim Außenministerium registrieren
Viele Länder bieten ihren Staatsangehörigen an, sich vor oder während einer Auslandsreise freiwillig zu registrieren. Bei Naturkatastrophen, Unruhen oder Evakuierungen kann die Auslandsvertretung Registrierte dann gezielt informieren und erreichen. Zusammen mit den offiziellen Reise- und Sicherheitshinweisen ist das eine der einfachsten Vorsorgemaßnahmen.
Eine Registrierung ist kein Rettungsversprechen. Möglichkeiten der Auslandsvertretungen sind begrenzt; bei akuter Gefahr gilt die örtliche Notrufnummer und die Anweisung der örtlichen Behörden.
Reise- und Sicherheitshinweise werden laufend aktualisiert. Vor und während der Reise erneut lesen, besonders bei Nachrichten über Unwetter oder Unruhen.
Material
Mobiltelefon(optional) – Für Warnmeldungen und App der Auslandsvertretung, falls angeboten
Kopien der Reisedokumente(optional)
Schritte
1
Reisehinweise lesen
Die offiziellen Reise- und Sicherheitshinweise des eigenen Außenministeriums für das Zielland lesen: Sicherheitslage, Naturgefahren, Gesundheit, Einreise, örtliche Gesetze.
2
Registrieren, wo angeboten
Prüfen, ob das eigene Land eine Registrierung für Reisende anbietet (Beispiele: Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts in Deutschland, STEP des US-Außenministeriums) und Reisedaten, Aufenthaltsorte und Kontakt eintragen.
3
Kontaktdaten notieren
Adresse und Notfallnummer der zuständigen Botschaft oder des Konsulats sowie die örtliche Notrufnummer auf Papier notieren.
4
Kontaktperson informieren
Einer Person zu Hause Reiseroute, Unterkünfte und Kopien der Dokumente geben und vereinbaren, wann man sich meldet.
5
Unterwegs aktualisieren
Bei Routenänderungen die Registrierung und die Kontaktperson aktualisieren. Nach der Rückkehr die Reise abmelden, falls das vorgesehen ist.
6
Im Krisenfall
Anweisungen der örtlichen Behörden befolgen, Nachrichten der Auslandsvertretung beachten und sich bei Angehörigen melden, sobald es sicher möglich ist.
Häufige Fehler
×Reisehinweise nur einmal Monate vor der Abreise lesen
×Registrierung mit veralteter Telefonnummer
×Auf Hilfe der Botschaft warten statt den Notruf zu wählen
×Niemandem zu Hause die Route mitteilen
Grenzen und Risiken
–Keine Aussagen dazu, welche Hilfe eine bestimmte Auslandsvertretung leistet
–Keine Liste aller nationalen Registrierungsdienste
Quellen
[1]
Auswärtiges Amt, Deutschland: Krisenvorsorgeliste ELEFAND (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland)
[2]
U.S. Department of State – Bureau of Consular Affairs: Smart Traveler Enrollment Program (STEP)
[3]
European Commission: 112 – the European emergency number
Notfallausstattung im Auto und Grundlagen für Winterfahrten
Eine Panne, ein Stau im Schneesturm oder eine gesperrte Straße können Stunden kosten. Eine kleine Grundausstattung im Fahrzeug – Warnmittel, Licht, warme Kleidung, Wasser, Proviant, Ladegerät – und ein Fahrzeug, das für den Winter vorbereitet ist, machen solche Situationen deutlich sicherer.
Nach einer Panne auf schnellen Straßen ist der Aufenthalt neben dem Fahrzeug gefährlich. Warnweste anziehen, Warnblinker einschalten, Fahrzeug wenn möglich verlassen und hinter der Schutzplanke oder abseits der Fahrbahn warten, Pannenstelle absichern, wie es die örtlichen Regeln vorsehen.
Bei Unwetterwarnungen mit Schnee, Eisregen oder Sturm ist die sicherste Fahrt oft die, die nicht stattfindet. Warnungen und Straßenzustandsberichte vor der Abfahrt prüfen.
Vorgeschriebene Ausrüstung (Warndreieck, Warnweste, Verbandkasten, Winterreifen, Schneeketten) und deren Regeln unterscheiden sich von Land zu Land und teils nach Region – örtliche Vorschriften prüfen.
Schneeschaufel(optional) – Kompakte Schaufel für Winterfahrten
Schritte
1
Pflichtausstattung prüfen
Vorgeschriebene Ausrüstung für das eigene Land und alle Transitländer prüfen und griffbereit verstauen – die Warnweste im Innenraum.
2
Grundausstattung packen
Stirnlampe mit Ersatzbatterien, Decke oder Schlafsack, warme Kleidung, Wasser, haltbarer Proviant, Ladekabel und Powerbank, Verbandkasten, Handschuhe, eine Liste mit Pannenhilfe- und Notrufnummern.
3
Für den Winter ergänzen
Eiskratzer und Handfeger, kompakte Schaufel, gegebenenfalls Schneeketten (vorher Anlegen üben), Starthilfekabel, Frostschutz im Scheibenwischwasser.
4
Fahrzeug vorbereiten
Reifen auf Zustand und Eignung für Winterbedingungen prüfen, Batterie, Licht und Wischer kontrollieren lassen. Bei Fahrten in Wintergebieten den Tank nicht fast leer fahren.
5
Vor der Abfahrt
Wetterwarnungen und Straßenzustand prüfen, Route und geplante Ankunft einer Person mitteilen, Scheiben, Lichter und Dach vollständig von Schnee und Eis befreien.
6
Angepasst fahren
Auf Schnee und Eis Geschwindigkeit deutlich reduzieren, Abstand stark vergrößern, sanft lenken, bremsen und beschleunigen. Brücken und schattige Abschnitte können glatt sein, wenn die übrige Straße frei wirkt.
7
Regelmäßig prüfen
Ausstattung zweimal im Jahr kontrollieren: Batterien, Haltbarkeit von Wasser und Proviant, Verbandkasten, Vollständigkeit.
Häufige Fehler
×Warnweste im Kofferraum unter dem Gepäck
×Schneeketten zum ersten Mal im Schneesturm anlegen
×Nur das Sichtfeld der Frontscheibe freikratzen
×Mit fast leerem Tank in Wintergebiete fahren
×Keine warme Kleidung dabei, weil das Auto ja beheizt ist
Grenzen und Risiken
–Keine Rechtsangaben zu Pflichtausstattung oder Winterreifen
–Kein Fahrtraining
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Winter Weather
[2]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
Im Fahrzeug festsitzen: Schnee, Kälte, Kohlenmonoxid
Wer im Schnee oder Stau festsitzt, ist im Fahrzeug meist sicherer als zu Fuß im Schneesturm. Die größte versteckte Gefahr ist Kohlenmonoxid: Ist der Auspuff zugeschneit, können Abgase in den Innenraum gelangen. Auspuff freihalten, Motor nur kurz laufen lassen, leicht lüften, warm anziehen und sichtbar bleiben.
Kohlenmonoxid ist unsichtbar und geruchlos. Bei laufendem Motor muss der Auspuff frei von Schnee sein. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Schläfrigkeit können Anzeichen einer Vergiftung sein: Motor aus, sofort frische Luft, örtliche Notrufnummer wählen (in der EU 112).
Das Fahrzeug im Schneesturm zu Fuß zu verlassen, ist gefährlich – Orientierung und Kräfte gehen schnell verloren. Nur gehen, wenn sichere Hilfe in Sicht und nah ist oder das Fahrzeug selbst gefährdet ist.
Starkes Zittern, Verwirrtheit oder undeutliche Sprache sind Warnzeichen einer Unterkühlung. Notruf wählen und die Person mit allen verfügbaren trockenen Schichten wärmen.
Material
Notfallausstattung im Auto
Wolldecke / Bettdecke
Trockene Wechselkleidung
Schneeschaufel(optional) – Zum Freihalten des Auspuffs
Stirnlampe / Taschenlampe
Mobiltelefon
Schritte
1
Lage einschätzen und Hilfe rufen
Ist jemand verletzt oder in Gefahr, örtliche Notrufnummer wählen (in der EU 112) und Standort, Straße, Fahrtrichtung und Zahl der Personen nennen. Bei Stau ohne Notlage auf Durchsagen im Radio achten.
2
Im Fahrzeug bleiben
In der Regel im Fahrzeug bleiben. Wer kurz aussteigen muss (z. B. für den Auspuff), sich nicht weit entfernen und auf Verkehr achten.
3
Auspuff freihalten
Vor jedem Starten prüfen, ob Auspuff und Bereich dahinter frei von Schnee sind, und bei anhaltendem Schneefall regelmäßig nachsehen.
Ist der Auspuff nicht sicher freizuhalten, Motor nicht laufen lassen.
4
Motor sparsam nutzen
Den Motor nur zeitweise zum Aufwärmen laufen lassen und dabei ein Fenster auf der windabgewandten Seite einen Spalt öffnen. Ready.gov nennt als Richtwert etwa 10 Minuten pro Stunde. So reichen auch Kraftstoff und Batterie länger.
5
Warm bleiben
Alle verfügbaren Schichten, Mütze und Handschuhe anziehen, Decke nutzen, eng zusammenrücken. Leichte Bewegung der Arme und Beine hilft, ohne ins Schwitzen zu kommen. Regelmäßig trinken und etwas essen.
6
Sichtbar bleiben
Ein auffälliges Tuch an Antenne oder Fenster befestigen; nachts kurz die Innenbeleuchtung einschalten, wenn der Motor läuft, damit die Batterie nicht leer wird. Bei Schneefall das Dach und die Lichter freihalten.
7
Aufeinander achten
Nicht alle gleichzeitig schlafen lassen; besonders auf Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen achten. Bei Warnzeichen von Unterkühlung oder Kohlenmonoxidvergiftung sofort Hilfe rufen.
Häufige Fehler
×Motor dauerhaft laufen lassen, während der Auspuff zuschneit
×Fenster ganz geschlossen bei laufendem Motor
×Im Schneesturm zu Fuß Hilfe suchen
×Batterie durch Licht und Heizung bei stehendem Motor entleeren
×Nur leichte Kleidung tragen, weil eine kurze Fahrt geplant war
Grenzen und Risiken
–Keine Behandlung von Unterkühlung oder Erfrierungen – medizinische Hilfe rufen
–Richtwerte zur Motorlaufzeit sind Orientierung, keine Garantie
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Winter Weather
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
[3]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
[4]
European Commission: 112 – the European emergency number
Mit dem Auto evakuieren: Route, Tank, Gefahren unterwegs
Bei einer Evakuierung sind viele Menschen gleichzeitig unterwegs, Straßen können gesperrt, überflutet oder verstopft sein, und Tankstellen fallen aus. Wer früh fährt, die von den Behörden genannten Routen nutzt, einen vollen Tank hat und nie durch überflutete Straßen fährt, kommt sicherer an.
Nie durch überflutete Straßen oder Unterführungen fahren. Die Wassertiefe und Strömung sind nicht einschätzbar, die Fahrbahn kann unterspült sein, und schon flaches, fließendes Wasser kann Fahrzeuge mitreißen. Umkehren.
Den Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte folgen. Absperrungen nicht umfahren; Abkürzungen über Nebenstraßen können in gesperrte oder gefährdete Gebiete führen.
Abstand zu heruntergefallenen Stromleitungen halten und nicht über sie fahren. Wer mit dem Fahrzeug eine Leitung berührt, bleibt nach Möglichkeit im Fahrzeug und ruft den Notruf.
Material
Notfallausstattung im Auto
Rucksack – Vorgepackter Notfallrucksack
Dokumentenmappe (wasserdicht)
Topografische Karte(optional) – Oder Straßenkarte auf Papier
Batterie- oder Kurbelradio(optional) – Autoradio oder Batterieradio für Durchsagen
Powerbank
Schritte
1
Vorher planen
Mindestens zwei Routen zu einem sicheren Ziel außerhalb des Gefahrengebiets (Verwandte, Freunde, Notunterkunft) kennen und auf einer Papierkarte markieren.
2
Tank füllen
Wenn eine Evakuierung absehbar ist, den Tank füllen bzw. das Fahrzeug laden. Während einer Evakuierung können Tankstellen geschlossen oder überlastet sein.
3
Früh losfahren
Bei einer Evakuierungsaufforderung sofort aufbrechen; wer früher fährt, meidet Staus und gefährliche Bedingungen. Notfallrucksack, Dokumente, Medikamente und Haustiere mitnehmen.
4
Offizielle Routen nutzen
Den von Behörden genannten Routen folgen, auch wenn das Navigationsgerät etwas anderes vorschlägt. Radio eingeschaltet lassen.
5
Gefahren meiden
Nicht durch Wasser fahren, Abstand zu Stromleitungen halten, bei Rauch, Brückenschäden oder umgestürzten Bäumen umkehren und eine andere Route wählen.
6
Kontaktperson informieren
Der Kontaktperson außerhalb der Region Abfahrt, Route und Ziel mitteilen – per Textnachricht, wenn Anrufe nicht durchkommen.
7
Erst nach Freigabe zurück
Erst zurückkehren, wenn die Behörden es erlauben, und auf beschädigte Straßen, Leitungen und Gebäude achten.
Häufige Fehler
×Mit halbleerem Tank warten, bis die Aufforderung kommt
×Durch eine überflutete Senke fahren
×Absperrungen umfahren
×Sich nur auf das Navigationsgerät verlassen
×Zu spät losfahren, um noch Habseligkeiten zu packen
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu regionalen Evakuierungsrouten
–Ersetzt keine Anweisungen der Behörden
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Evacuation
[2]
NOAA National Weather Service (USA): Turn Around Don't Drown
[3]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Make A Plan
Brandschutz in Hotel und Unterkunft: Fluchtweg kennen
In einer fremden Unterkunft kennt man die Fluchtwege nicht – nachts und bei Rauch findet man sie kaum. Zwei Minuten nach dem Einchecken genügen: zwei Ausgänge suchen, Türen bis zum Treppenhaus zählen, Schlüssel und Taschenlampe ans Bett legen. Im Brandfall nie den Aufzug benutzen.
Im Brandfall keinen Aufzug benutzen. Treppen nehmen.
Vor dem Öffnen Tür und Klinke mit dem Handrücken prüfen. Ist sie heiß oder dringt Rauch durch, nicht öffnen: im Zimmer bleiben, Türspalten abdichten, Notruf wählen und am Fenster auf sich aufmerksam machen.
Rauch ist die Hauptgefahr. Bei Rauch tief gebückt oder kriechend bewegen, wo die Luft klarer ist.
Material
Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
Mobiltelefon(optional)
Schritte
1
Fluchtplan lesen
Den Plan an der Zimmertür ansehen, Standort und beide Fluchtrichtungen merken.
2
Weg ablaufen
Zum nächsten und zum zweitnächsten Notausgang gehen. Prüfen, ob die Tür offen und das Treppenhaus frei ist.
3
Türen zählen
Türen zwischen Zimmer und Notausgang zählen und merken, auf welcher Seite er liegt.
4
Am Bett bereitlegen
Zimmerschlüssel, Handy, Lampe, Brille und Schuhe griffbereit legen.
5
Bei Alarm
Alarm ernst nehmen. Tür prüfen, Schlüssel mitnehmen, Tür hinter sich schließen, über Treppen hinaus, am Sammelplatz melden.
6
Wenn der Weg versperrt ist
Zurück ins Zimmer, Türspalten mit nassen Handtüchern abdichten, lokale Notrufnummer (in der EU 112) anrufen und Zimmernummer nennen, am Fenster bemerkbar machen.
Häufige Fehler
×Alarm für einen Test halten und abwarten
×Aufzug benutzen
×Gepäck mitnehmen wollen
×Zurückkehren, um etwas zu holen
×Aus großer Höhe springen
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu Bauvorschriften
–Keine Brandbekämpfung
Quellen
[1]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness
[2]
European Commission: 112 – the European emergency number
Pass im Ausland verloren oder gestohlen: was jetzt
Ein verlorener Pass ist ärgerlich, aber lösbar. Meist sind die Schritte: Verlust bei der örtlichen Polizei anzeigen, die Botschaft oder das Konsulat des eigenen Landes kontaktieren, einen Ersatz- oder Notreiseausweis beantragen und gestohlene Karten sperren. Kopien und Notfallnummern beschleunigen alles.
Nur offizielle Kontaktdaten der Botschaft nutzen (z. B. von der Website des eigenen Außenministeriums). Vorsicht vor Vermittlern, die gegen Geld „schnelle Pässe“ versprechen.
Welche Dokumente ausgestellt werden, wie lange es dauert und was es kostet, legt jedes Land selbst fest – Angaben der eigenen Auslandsvertretung prüfen.
Material
Kopien der Reisedokumente
Mobiltelefon(optional)
Bargeldreserve(optional)
Schritte
1
Ruhig suchen
Unterkunft, Fahrzeug und zuletzt besuchte Orte prüfen; Fundbüros von Hotel, Bahn oder Flughafen fragen.
2
Polizei
Verlust oder Diebstahl bei der örtlichen Polizei anzeigen und eine schriftliche Bestätigung verlangen.
3
Auslandsvertretung
Botschaft oder Konsulat des eigenen Landes kontaktieren; Termin, benötigte Unterlagen und Gebühren erfragen.
4
Karten sperren
Gestohlene Bank- und Kreditkarten sowie SIM-Karten sofort sperren lassen.
5
Ersatzdokument
Mit Kopien, Polizeibestätigung und Passfotos einen Ersatz- oder Notreiseausweis beantragen.
6
Weiterreise klären
Airline, Reiseveranstalter und Versicherung informieren; bei Visapflicht auch die Einreise- oder Ausreisebehörde des Gastlands.
Häufige Fehler
×Keine Kopien dabeihaben
×Pass und Kopien im selben Gepäckstück
×Inoffiziellen Vermittlern vertrauen
×Polizeianzeige vergessen
Grenzen und Risiken
–Keine länderspezifischen Verfahren oder Gebühren
Quellen
[1]
U.S. Department of State – Bureau of Consular Affairs: Lost or Stolen Passports
[2]
Auswärtiges Amt, Deutschland: Krisenvorsorgeliste ELEFAND (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland)
Panne auf der Autobahn: sicher anhalten und aussteigen
Auf schnellen Straßen ist nicht die Panne selbst das größte Risiko, sondern der vorbeifahrende Verkehr. So weit rechts wie möglich (bzw. auf der Seite des Seitenstreifens) anhalten, Warnblinker an, Warnweste schon im Auto anziehen, auf der verkehrsabgewandten Seite aussteigen und hinter der Schutzplanke warten. Warndreieck und Details nach örtlichen Regeln.
Nicht auf der Fahrbahn oder zwischen Auto und Verkehr stehen. Keine Reparaturen auf der verkehrszugewandten Seite, auch keinen Reifenwechsel – Pannendienst rufen.
Ob und wo ein Warndreieck aufgestellt werden soll, ist unterschiedlich geregelt; in manchen Ländern wird davon auf Autobahnen abgeraten. Örtliche Regeln prüfen und nur aufstellen, wenn es gefahrlos möglich ist.
Bei Verletzten, Unfall oder wenn das Fahrzeug an gefährlicher Stelle steht: lokale Notrufnummer (in der EU 112) anrufen.
Material
Warnweste
Warndreieck
Mobiltelefon
Notfallausstattung im Auto(optional)
Schritte
1
Warnblinker und ausrollen
Warnblinker einschalten und so weit wie möglich auf den Seitenstreifen oder eine Nothaltebucht rollen; Räder vom Verkehr weg einschlagen.
2
Weste im Auto anziehen
Warnweste anziehen, bevor man aussteigt.
3
Auf der sicheren Seite aussteigen
Alle Personen steigen auf der verkehrsabgewandten Seite aus. Kinder an die Hand nehmen; Tiere im Fahrzeug lassen, wenn sie draußen nicht sicher gehalten werden können (örtliche Empfehlungen beachten).
4
Hinter die Schutzplanke
Hinter die Schutzplanke oder auf die Böschung gehen, mit Abstand zum Fahrzeug, etwas in Fahrtrichtung zurückversetzt.
5
Absichern nach örtlichen Regeln
Warndreieck nur aufstellen, wenn es vorgeschrieben bzw. empfohlen und gefahrlos möglich ist; dabei hinter der Schutzplanke gehen.
6
Hilfe rufen
Pannendienst oder Notrufsäule nutzen; Standort über Kilometerangaben, Ausfahrten oder Handy-Standort angeben.
Häufige Fehler
×Im Auto sitzen bleiben, wenn man sicher aussteigen kann
×Auf der Fahrerseite aussteigen
×Warnweste im Kofferraum
×Selbst den Reifen auf der Verkehrsseite wechseln
×Auf der Fahrbahn zurückgehen
Grenzen und Risiken
–Keine verbindlichen Rechtsangaben
–Keine Pannenreparatur
Quellen
[1]
Department for Transport and Driver and Vehicle Standards Agency (United Kingdom): The Highway Code
[2]
European Commission: 112 – the European emergency number
Mit Kindern unterwegs: Notfallkarte und Plan bei Trennung
An Bahnhöfen, Flughäfen, Stränden oder auf Festen gehen Kinder leicht verloren. Eine Notfallkarte mit Kontaktnummer in der Tasche, ein aktuelles Foto auf dem Handy der Eltern, ein vereinbarter Treffpunkt und eine einfache Regel („Bleib stehen und frag eine Frau mit Kind oder jemanden in Uniform/an der Kasse“) helfen, schnell wieder zusammenzufinden.
Wird ein Kind vermisst und nicht schnell gefunden, sofort Personal, Sicherheitsdienst oder Polizei informieren und die lokale Notrufnummer (in der EU 112) anrufen. Nicht lange allein suchen.
Name und Adresse nicht sichtbar außen auf Kleidung oder Rucksack schreiben; Karte in einer Innentasche tragen.
Material
Notfallkarte (Kontakte und Gesundheitsdaten)
Mobiltelefon
Schritte
1
Notfallkarte
Karte mit Vornamen, Telefonnummer der Eltern (mit Ländervorwahl), ggf. Allergien oder Erkrankungen und Unterkunft in die Tasche des Kindes.
2
Foto machen
Jeden Morgen ein Foto des Kindes in der Tageskleidung machen.
3
Treffpunkt
Beim Ankommen an einem neuen Ort einen gut sichtbaren Treffpunkt vereinbaren und zeigen.
4
Regel üben
Mit dem Kind üben: stehen bleiben, nicht mitgehen, Hilfe bei Personal, Uniformierten oder Eltern mit Kindern suchen, Karte zeigen.
5
Nummer lernen
Ältere Kinder lernen die Telefonnummer eines Elternteils auswendig.
6
Wenn es passiert
Ein Erwachsener bleibt am letzten bekannten Ort bzw. Treffpunkt, der andere informiert sofort Personal oder Sicherheitsdienst.
Häufige Fehler
×Nur Handynummer im Handy des Kindes
×Name sichtbar auf der Kleidung
×Kein Treffpunkt
×Zu lange allein suchen
Grenzen und Risiken
–Keine Vorgehensweise für Entführungsfälle – dort sofort Polizei
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Make A Plan
[2]
European Commission: 112 – the European emergency number
Ist das Handy leer, gestohlen oder gesperrt, fehlen plötzlich alle Nummern. Eine kleine Karte auf Papier mit Notfallkontakten (mit Ländervorwahl), lokaler Notrufnummer, Botschaft, Versicherung, Unterkunft sowie Allergien und wichtigen Medikamenten hilft einem selbst und Helfenden.
Keine Passwörter, PINs oder vollständigen Kartennummern notieren.
Die lokale Notrufnummer des Reiselandes vorab nachschlagen; in der EU gilt die 112.
Material
Notfallkarte (Kontakte und Gesundheitsdaten)
Kopien der Reisedokumente(optional)
Schritte
1
Kontakte
Zwei Notfallkontakte mit internationaler Vorwahl, darunter einer außerhalb des Reiselandes.
2
Lokale Nummern
Notrufnummer des Reiselandes, Botschaft oder Konsulat, Unterkunft.
3
Versicherung
Policennummer und 24-Stunden-Notfallnummer der Versicherung.
4
Gesundheit
Allergien, wichtige Erkrankungen und Medikamente kurz notieren; ggf. auch in der Landessprache.
5
Aufbewahren
Karte im Portemonnaie oder Pass; Kopie im Gepäck. Viele Smartphones bieten zusätzlich Notfallinfos auf dem Sperrbildschirm.
Häufige Fehler
×Nummern ohne Ländervorwahl
×Nur digital
×Veraltete Kontakte
×Sensible Zugangsdaten notiert
Grenzen und Risiken
–Kein medizinischer Notfallpass im rechtlichen Sinn
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Make A Plan
[2]
European Commission: 112 – the European emergency number
Nachts sind Sicht und Reaktionszeit eingeschränkt, Müdigkeit nimmt zu und auf einsamen Straßen ist Hilfe weit. Ausgeruht starten, regelmäßig Pausen machen, voll tanken, Route und Funklöcher kennen und jemandem die geplante Ankunft mitteilen – oder die Fahrt auf den Tag verschieben.
Müdigkeit am Steuer ist gefährlich. Bei Gähnen, schweren Lidern oder Sekundenschlaf sofort an sicherer Stelle anhalten und schlafen. Offenes Fenster oder laute Musik helfen nicht zuverlässig.
In der Dämmerung und nachts ist mit Wildwechsel zu rechnen. Geschwindigkeit anpassen; riskante Ausweichmanöver können gefährlicher sein als eine Kollision – örtliche Empfehlungen beachten.
Bei Unfall oder Notlage die lokale Notrufnummer (in der EU 112) wählen; Notrufe kommen oft auch über fremde Netze durch, wenn das eigene fehlt.
Material
Notfallausstattung im Auto
Stirnlampe / Taschenlampe
Mobiltelefon
Powerbank(optional)
Topografische Karte(optional)
Schritte
1
Notwendigkeit prüfen
Kann die Fahrt bei Tageslicht stattfinden? Wenn ja, verschieben.
2
Route und Lücken
Route, Tankstellen und Funklöcher prüfen; Offline-Karten laden; voll tanken.
3
Jemandem Bescheid geben
Route und geplante Ankunft einer Kontaktperson mitteilen und vereinbaren, wann sie Alarm schlägt.
4
Pausen
Regelmäßig Pausen einlegen; Straßenverkehrsregeln wie der britische Highway Code empfehlen Pausen etwa alle zwei Stunden. Fahrerwechsel, wenn möglich.
5
Licht und Sicht
Scheiben und Scheinwerfer sauber halten; Fernlicht nutzen, aber bei Gegenverkehr rechtzeitig abblenden.
6
Bei Panne
Fahrzeug sichern, sichtbar machen, beim Fahrzeug bleiben, sofern es sicher ist; nicht nachts zu Fuß ins Ungewisse aufbrechen.
Häufige Fehler
×Nach einem langen Tag noch losfahren
×Mit Reservetank in abgelegene Gebiete
×Niemandem Bescheid geben
×Nachts zu Fuß Hilfe suchen
Grenzen und Risiken
–Keine Fahrausbildung
–Keine länderspezifischen Regeln
Quellen
[1]
Department for Transport and Driver and Vehicle Standards Agency (United Kingdom): The Highway Code
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Winter Weather
[3]
European Commission: 112 – the European emergency number
Sicher auf Fähren und Booten: Einweisung, Rettungswesten, Sammelstelle
Auf Fähren, Ausflugsbooten und kleinen Booten entscheiden die ersten Minuten nach dem Ablegen: Sicherheitseinweisung anhören, Rettungswesten und Sammelstelle finden und bei kleinen Booten die Weste tragen. Überladene oder offensichtlich unsichere Boote besser nicht besteigen.
Boote, die offensichtlich überladen sind, keine Rettungswesten an Bord haben oder bei Sturm auslaufen, nicht besteigen.
Kaltes Wasser kann einen Kälteschock mit unkontrolliertem Atmen auslösen. Wer ins Wasser fällt: zunächst auf dem Rücken treiben, Atmung beruhigen, dann Hilfe rufen.
Im Notfall den Anweisungen der Besatzung folgen; nicht eigenständig springen, solange das Schiff nicht verlassen werden muss.
Material
Rettungsweste / Schwimmweste
Signalpfeife(optional)
Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
Schritte
1
Vor dem Einsteigen
Zustand und Beladung des Bootes einschätzen; bei kleinen Anbietern nach Rettungswesten fragen.
2
Einweisung
Sicherheitseinweisung oder Hinweisschilder aufmerksam verfolgen, auch wenn sie routiniert wirken.
3
Westen und Sammelstelle
Ort der Rettungswesten (auch Kinderwesten) und der Sammelstelle suchen; den Weg von Kabine oder Sitzplatz dorthin einmal gehen.
4
Auf kleinen Booten tragen
Auf kleinen offenen Booten die Weste anlegen und korrekt schließen; Kinder immer.
5
Bei Alarm
Warme Kleidung, Weste, Medikamente greifen und zur Sammelstelle gehen; Anweisungen der Besatzung folgen.
Häufige Fehler
×Einweisung ignorieren
×Kinder ohne passende Weste
×Weste offen tragen
×Gepäck vor Menschen retten wollen
Grenzen und Risiken
–Keine Bootsführung oder Seemannschaft
–Keine Angaben zu nationalen Vorschriften
Quellen
[1]
International Maritime Organization (IMO) (1974): International Convention for the Safety of Life at Sea (SOLAS), 1974, as amended
[2]
Royal National Lifeboat Institution (RNLI), UK: Respect the Water – Float to Live
Zug steht still oder wird evakuiert: richtig verhalten
Bleibt ein Zug auf freier Strecke oder im Tunnel stehen, ist der Zug in aller Regel der sicherste Ort. Gleise sind lebensgefährlich: andere Züge, Stromschienen und Oberleitungen. Aussteigen nur auf Anweisung des Personals oder bei unmittelbarer Gefahr im Zug (Feuer, Rauch). Wasser, Snack, warme Kleidung und geladenes Handy machen lange Wartezeiten erträglich.
Nie eigenmächtig auf die Gleise steigen. Auf Nachbargleisen können Züge fahren, Stromschienen und Oberleitungen können unter Spannung stehen – auch wenn der eigene Zug keinen Strom hat.
Bei Feuer oder Rauch im Wagen: Personal alarmieren (Notsprechstelle, Notbremse nach den Hinweisen im Wagen), in einen anderen Wagen weitergehen und Türen hinter sich schließen. Den Anweisungen des Personals folgen.
Wann und wie Notbremse oder Notöffnung benutzt werden sollen, unterscheidet sich je nach Bahn und Land. Hinweisschilder im Wagen lesen.
Material
Mobiltelefon(optional)
Powerbank(optional)
Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
Trockene Wechselkleidung(optional)
Schritte
1
Durchsagen abwarten
Sitzen bleiben, Durchsagen und Anzeigen beachten. Bei langer Stille das Personal über die Notsprechstelle oder persönlich ansprechen.
2
Vorräte einteilen
Wasser, Essen und Akku einteilen. Bildschirmhelligkeit senken, Datenverbindung nur bei Bedarf nutzen.
3
Auf andere achten
Bei Hitze oder Kälte auf Kinder, ältere und kranke Menschen achten; Bedarf (Medikamente, Wasser) dem Personal melden.
4
Evakuierung
Nur auf Anweisung aussteigen. Gepäck auf das Nötigste beschränken, Hände frei halten, dem Personal in der angegebenen Richtung folgen und als Gruppe zusammenbleiben.
Beim Aussteigen ist der Abstieg vom Zug oft hoch und der Boden uneben: langsam, rückwärts, mit Hilfe.
5
Weiterreise klären
Ersatzverkehr, Fahrgastrechte und Unterkunft beim Bahnunternehmen erfragen; Belege aufbewahren.
Häufige Fehler
×Türen gewaltsam öffnen und über die Gleise laufen
×Notbremse im Tunnel ohne Grund ziehen
×Kein Wasser dabei an heißen Tagen
×Akku mit Videos leer machen
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu Fahrgastrechten einzelner Länder
–Keine Technik von Notbremsen oder Türen
Quellen
[1]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness
[2]
European Commission: 112 – the European emergency number
Notfall auf dem Kreuzfahrtschiff: Musterübung ernst nehmen, Crew folgen
Auf großen Schiffen hängt im Notfall alles an Ordnung: Jeder Passagier hat eine Sammelstation, die bei der Sicherheitsübung (Musterung) gezeigt wird. Wer sie kennt, den Weg einmal gegangen ist und beim Generalalarm ruhig mit warmer Kleidung, Medikamenten und Schwimmweste (falls angewiesen) dorthin geht, macht der Crew die Arbeit leichter. Kabinen nicht nach Angehörigen absuchen, sondern Treffpunkt vorher vereinbaren.
Bei Alarm keine Aufzüge benutzen; Treppen und ausgeschilderte Fluchtwege nehmen.
Nur den Anweisungen der Crew folgen. Nicht auf eigene Faust zu Rettungsbooten gehen oder in Kabinen zurückkehren.
Sieht man jemanden über Bord gehen: laut „Mann über Bord“ rufen, die Person im Blick behalten und mit dem Arm auf sie zeigen, einen Rettungsring werfen, wenn erreichbar, und sofort die Crew alarmieren.
Material
Rettungsweste / Schwimmweste(optional)
Medikamentenvorrat(optional)
Trockene Wechselkleidung(optional)
Schritte
1
Musterübung besuchen
Die Sicherheitsübung oder das Sicherheitsvideo aufmerksam verfolgen und sich an der Sammelstation registrieren lassen, wenn das verlangt wird.
2
Weg kennen
Von der Kabine zur Sammelstation zwei Wege ablaufen; Treppenhäuser und Schilder merken.
3
Alarmsignal kennen
Der Generalalarm besteht nach SOLAS-Vorgaben üblicherweise aus mindestens sieben kurzen und einem langen Ton; die genaue Ansage an Bord beachten.
4
Beim Alarm
Warme Kleidung, feste Schuhe, Medikamente und Bordkarte nehmen; Schwimmweste nur nach Anweisung mitnehmen oder anlegen. Zügig, aber ohne zu rennen, zur Sammelstation.
5
Familie
Vorher vereinbaren: Wer wo ist, geht direkt zur eigenen Sammelstation. Fehlende Angehörige der Crew melden, statt selbst zu suchen.
Häufige Fehler
×Musterübung schwänzen
×Erst zur Kabine laufen, um Gepäck zu holen
×Kinder unbeaufsichtigt im Kinderclub lassen, ohne den Ablauf im Alarmfall zu kennen
×Über die Reling lehnen oder klettern
Grenzen und Risiken
–Keine Seemannschaft oder Rettungsboottechnik
–Keine Angaben zu einzelnen Reedereien
Quellen
[1]
International Maritime Organization (IMO) (1974): International Convention for the Safety of Life at Sea (SOLAS), 1974, as amended
[2]
Royal National Lifeboat Institution (RNLI), UK: Respect the Water – Float to Live
Diebstahl und Betrug auf Reisen vorbeugen – gelassen statt misstrauisch
Die meisten Reisedelikte sind Taschendiebstahl und Tricks, keine Gewalt. Wenige Gewohnheiten genügen: Geld und Karten aufteilen, Wertsachen körpernah und unauffällig tragen, bei Ablenkung (Gedränge, „Hilfe“, verschüttete Getränke) die Hand an die Tasche, ungefragte Angebote freundlich ablehnen. Bei einem Raub: Wertsachen hergeben, nicht wehren.
Bei Bedrohung oder Raub nichts verteidigen. Geld, Handy und Tasche sind ersetzbar. Danach in Sicherheit gehen und die lokale Notrufnummer (in der EU 112) oder Polizei anrufen.
Getränke nicht unbeaufsichtigt lassen und keine offenen Getränke von Fremden annehmen.
Geldautomaten möglichst in Banken oder belebten, gut beleuchteten Orten nutzen und die PIN-Eingabe abdecken.
Material
Bargeldreserve(optional)
Kopien der Reisedokumente(optional)
Mobiltelefon(optional)
Schritte
1
Aufteilen
Tagesgeld griffbereit, Reserve und zweite Karte getrennt (Unterkunft, Innentasche). Pass im Safe, Kopie dabei, wenn örtlich erlaubt.
2
Tragen
Taschen vorne oder seitlich mit Verschluss zum Körper; Handy nicht in Gesäßtaschen; am Tisch Tasche am Bein oder Stuhl sichern.
3
Ablenkung erkennen
Gedränge, Anrempeln, Petitionen, „Flecken“ auf der Kleidung, aufdringliche Helfer am Automaten: kurz stehen bleiben, Hand an die Wertsachen, Abstand nehmen.
4
Angebote prüfen
Taxis und Touren über offizielle Stände oder die Unterkunft buchen; Preise vorher klären; bei Druck („nur jetzt!“) freundlich ablehnen.
5
Nach einem Verlust
Karten und SIM sperren, Polizeibericht für Versicherung holen, bei Pass-Verlust Auslandsvertretung kontaktieren.
Häufige Fehler
×Alles in einer Tasche
×Wertsachen am Strand unbeaufsichtigt
×Handy auf dem Cafétisch an der Straße
×Bei Raub Widerstand leisten
×Aus Angst jeden Kontakt verweigern
Grenzen und Risiken
–Keine Selbstverteidigung
–Keine Angaben zu Kriminalitätslagen einzelner Länder
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel
[2]
European Commission: 112 – the European emergency number
Naturkatastrophe im Ausland: örtlichen Behörden folgen, Lebenszeichen geben
Erdbeben, Wirbelsturm, Überschwemmung oder Waldbrand am Urlaubsort: Zuerst gelten die Anweisungen der örtlichen Behörden, des Hotels oder Reiseveranstalters – Warnungen, Evakuierungen, Schutzräume. Dann ein kurzes Lebenszeichen an Angehörige, Kontakt mit der eigenen Auslandsvertretung, wenn Hilfe gebraucht wird, und Versicherer informieren. Nicht auf eigene Faust zu Katastrophenorten fahren.
Anweisungen örtlicher Behörden und Rettungskräfte haben Vorrang, auch wenn sie in fremder Sprache kommen. Evakuierungsaufforderungen sofort befolgen; bei Tsunami-Warnung oder starkem Erdbeben an der Küste sofort ins Höhere oder landeinwärts.
Bei Verletzten oder akuter Gefahr die lokale Notrufnummer (in der EU 112) anrufen. Die Botschaft ist keine Rettungsorganisation.
Netze sind nach Katastrophen oft überlastet: kurze Textnachrichten statt Anrufe, Akku sparen.
Material
Mobiltelefon
Powerbank(optional)
Kopien der Reisedokumente
Bargeldreserve(optional)
Medikamentenvorrat(optional)
Schritte
1
Vorher
Gefahren und Saison am Ziel kennen, Warn-Apps oder Behördenkanäle des Landes notieren, beim Außenministerium registrieren, Notfalltasche packen.
2
Im Ereignis schützen
Den passenden Grundregeln folgen (z. B. Erdbeben: Deckung suchen; Hochwasser: höher gehen; Waldbrand: Rauch meiden) und den Anweisungen von Behörden und Personal folgen.
3
Lebenszeichen
Kurze Nachricht an eine vereinbarte Kontaktperson zu Hause: „Wir sind in Sicherheit, Ort, nächste Meldung um …“. Soziale Netzwerke oder Personensuchdienste nutzen, wenn verfügbar.
4
Auslandsvertretung
Bei Bedarf (Verletzung, Dokumentverlust, Ausreiseprobleme) Krisenhotline oder Kontaktangaben des eigenen Außenministeriums nutzen.
5
Abreise
Mit Reiseveranstalter, Fluggesellschaft und Versicherer klären; nicht auf eigene Faust durch gesperrte Gebiete fahren.
Häufige Fehler
×Zum Strand gehen, um den Tsunami zu sehen
×Warnungen ignorieren, weil man „nur Gast“ ist
×Stundenlang telefonieren und Akku leeren
×In Gefahrengebiete fahren, um zu fotografieren
×Ohne Dokumente evakuieren
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu Hilfsleistungen einzelner Staaten
–Kein Ersatz für die Einträge zu einzelnen Katastrophen
Quellen
[1]
Auswärtiges Amt, Deutschland: Krisenvorsorgeliste ELEFAND (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland)
[2]
U.S. Department of State – Bureau of Consular Affairs: Smart Traveler Enrollment Program (STEP)
[3]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness
[4]
U.S. National Weather Service (NOAA): Tsunami Safety
[5]
European Commission: 112 – the European emergency number
Gesundheitliche Reisevorbereitung und Reiseapotheke
Gesundheitliche Vorbereitung beginnt Wochen vor der Abreise: ärztliche oder reisemedizinische Beratung zu Impfungen und Risiken am Reiseziel, ausreichend eigene Medikamente im Handgepäck, eine passende Krankenversicherung für das Ausland und eine kleine Reiseapotheke, deren Inhalt mit Ärztin oder Apotheker abgestimmt ist.
Welche Impfungen, Vorbeugemaßnahmen und Medikamente sinnvoll sind, hängt vom Reiseziel, der Jahreszeit und der eigenen Gesundheit ab. Das gehört in eine ärztliche oder reisemedizinische Beratung, nicht in eine allgemeine Packliste.
Für manche Medikamente gelten bei der Einreise besondere Regeln oder Verbote. Vorab beim Zielland bzw. dessen Vertretung nachfragen und eine ärztliche Bescheinigung mitführen.
Bei hohem Fieber, Atemnot, starken Schmerzen oder Bewusstseinsstörungen unterwegs sofort ärztliche Hilfe suchen bzw. die örtliche Notrufnummer wählen (in der EU 112) und die Versicherungs-Notrufnummer informieren.
Material
Medikamentenvorrat – Eigene Dauermedikamente mit Reserve
Kopien der Reisedokumente – Inklusive Versicherungsnachweis und Medikamentenliste
Schritte
1
Beratung einholen
Einige Wochen vor der Reise ärztliche oder reisemedizinische Beratung einholen: Impfungen, Vorbeugung, Risiken am Reiseziel. Manche Impfungen brauchen mehrere Termine.
2
Versicherung prüfen
Klären, ob Behandlung im Ausland und Rücktransport versichert sind. Versicherungsnummer und Notrufnummer der Versicherung notieren.
3
Eigene Medikamente
Dauermedikamente in ausreichender Menge plus Reserve in Originalverpackung im Handgepäck mitnehmen, dazu eine Liste mit Wirkstoffnamen und gegebenenfalls eine ärztliche Bescheinigung.
4
Reiseapotheke abstimmen
Inhalt der Reiseapotheke mit Ärztin oder Apotheke abstimmen, passend zu Reiseziel, Dauer und Mitreisenden (z. B. Kinder). Verbandmaterial und Pflaster gehören fast immer dazu.
5
Vorbeugung unterwegs
Auf Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene, Sonnen- und Hitzeschutz sowie Mückenschutz achten, wenn die Beratung dazu rät.
6
Informationen dabeihaben
Blutgruppe (falls bekannt), Allergien, Vorerkrankungen und Notfallkontakte auf einer Karte notieren und bei den Dokumenten tragen.
Häufige Fehler
×Beratung erst wenige Tage vor der Abreise
×Medikamente nur im aufgegebenen Gepäck
×Keine Bescheinigung für Medikamente mit Einfuhrbeschränkungen
×Auslandskrankenversicherung nicht geprüft
×Reiseapotheke ohne Abstimmung auf Reisende und Ziel
Grenzen und Risiken
–Keine Impf- oder Medikamentenempfehlungen
–Keine Behandlungsanleitungen
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel
[2]
European Commission: 112 – the European emergency number
Wo Trinkwasser und Lebensmittelhygiene unsicher sind, ist Reisedurchfall häufig. Gut durchgegarte, heiß servierte Speisen, Wasser aus verschlossenen Flaschen oder selbst aufbereitetes Wasser und konsequente Handhygiene senken das Risiko. Kein Verfahren bietet vollständige Sicherheit.
Bei Blut im Stuhl, hohem Fieber, starken Schmerzen, Zeichen von Austrocknung oder bei Säuglingen, Schwangeren und älteren Menschen mit Durchfall ärztliche Hilfe suchen; im Notfall die lokale Notrufnummer (in der EU 112).
Eiswürfel, Leitungswasser zum Zähneputzen und rohe, ungeschälte Lebensmittel können ebenfalls Keime enthalten.
Chlortabletten (NaDCC) zur Trinkwasserdesinfektion(optional)
Schritte
1
Vorab informieren
Reisemedizinische Beratung und Reisehinweise zur Wasserqualität nutzen.
2
Wasser
Verschlossene Flaschen, abgekochtes oder selbst aufbereitetes Wasser verwenden – auch zum Zähneputzen.
3
Essen
Frisch gegarte, heiß servierte Speisen bevorzugen; Obst selbst schälen; Vorsicht bei Rohkost, rohen Eiern, nicht pasteurisierter Milch und lange stehenden Buffets.
4
Hände
Vor dem Essen und nach der Toilette Hände mit Seife waschen; unterwegs Händedesinfektion als Ergänzung.
5
Bei Durchfall
Viel trinken; Trinklösungen gegen Flüssigkeitsverlust nach reisemedizinischer Beratung mitnehmen. Warnzeichen beachten.
Häufige Fehler
×Eiswürfel vergessen
×Mit Leitungswasser Zähne putzen
×Händedesinfektion statt Waschen bei sichtbarem Schmutz
×Warnzeichen ignorieren
Grenzen und Risiken
–Keine Medikamentenempfehlungen
–Keine Behandlungsanleitung
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel
[2]
World Health Organization (WHO) (2006): Five Keys to Safer Food Manual
[3]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for Water Disinfection for Wilderness, International Travel, and Austere Situations: 2019 Update
Hitze und Kälte am Reiseziel: die ersten Tage vorsichtig angehen
Wer aus dem Winter in die Tropen fliegt oder umgekehrt, ist an das neue Klima nicht gewöhnt. Der Körper braucht Tage, um sich an Hitze anzupassen; vor Kälte schützt vor allem passende Kleidung. Die ersten Tage mit kurzen Etappen, viel Trinken, Schatten und Pausen planen und Warnzeichen von Hitze- oder Kälteschäden kennen.
Verwirrtheit, Bewusstseinsstörung oder Kollaps bei Hitze können auf einen Hitzschlag hinweisen: sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) anrufen, Person in den Schatten bringen und kühlen.
Starkes Zittern, Ungeschicklichkeit, Verwirrtheit oder Teilnahmslosigkeit in Kälte deuten auf Unterkühlung: vor weiterem Wärmeverlust schützen und Hilfe rufen.
Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmten Medikamenten sind bei Hitze besonders gefährdet.
Material
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)(optional)
Trockene Wechselkleidung(optional)
Erste-Hilfe-Set (Haushalt)(optional)
Schritte
1
Erste Tage ruhig planen
Anstrengende Touren nicht auf den Ankunftstag legen; Belastung über mehrere Tage langsam steigern.
2
Tageszeit nutzen
Bei Hitze Aktivitäten in die kühleren Morgen- und Abendstunden legen, mittags Schatten und Pause.
3
Regelmäßig trinken
Über den Tag verteilt trinken, Urinfarbe beobachten; bei starkem Schwitzen auch Salz über Mahlzeiten aufnehmen. Wasserqualität vor Ort beachten.
Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, starke Erschöpfung (Hitze) oder Zittern, Taubheit, Ungeschick (Kälte) als Signal zum Abbrechen nehmen – auch bei Mitreisenden.
Häufige Fehler
×Volles Programm am ersten Tag
×Nur bei Durst trinken
×Alkohol als „Erfrischung“ in der Hitze
×Baumwollkleidung bei nasskaltem Wetter
×Kinder im Auto warten lassen
Grenzen und Risiken
–Keine Behandlung von Hitze- oder Kälteschäden
–Keine Höhenanpassung (eigenes Thema)
Quellen
[1]
World Health Organization: Heat and health (fact sheet)
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Prevention and Treatment of Heat Illness: 2019 Update
[3]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Jetlag und Reisemüdigkeit: keine wichtigen Entscheidungen übermüdet treffen
Nach langen Flügen und Zeitverschiebung sind Aufmerksamkeit, Reaktion und Urteilsvermögen oft tagelang eingeschränkt. Darum: am Ankunftstag möglichst nicht Auto fahren, keine riskanten Touren, keine wichtigen Verträge. Tageslicht, Mahlzeiten und Schlaf nach Ortszeit helfen der inneren Uhr; Medikamente gegen Jetlag nur nach ärztlicher Beratung.
Übermüdetes Fahren ist gefährlich. Nach Nachtflügen oder langer Anreise den Mietwagen möglichst erst nach einer Schlafphase übernehmen oder Transfer nutzen.
Schlafmittel oder Melatonin nicht auf eigene Faust einnehmen – Wechselwirkungen und Regeln je nach Land. Ärztlich beraten lassen; Einnahmezeiten von Dauermedikamenten bei Zeitverschiebung ebenfalls ärztlich klären.
Material
Ohrstöpsel und Schlafmaske(optional)
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)(optional)
Schritte
1
Vorher
Ausgeruht abreisen. Bei großen Zeitverschiebungen Schlafzeiten einige Tage vorher leicht in Richtung Zielzeit verschieben, wenn das machbar ist.
2
Unterwegs
Uhr auf Zielzeit stellen, ausreichend trinken, Alkohol und Koffein maßvoll, nach Möglichkeit schlafen, wenn am Ziel Nacht ist.
3
Ankunftstag
Nach Ortszeit essen und schlafen, tagsüber ins Tageslicht, kurze Nickerchen statt langem Tagschlaf. Kein Fahren und keine riskanten Aktivitäten, wenn übermüdet.
4
Entscheidungen verschieben
Wichtige Entscheidungen (Routenwahl, Verträge, Geld) wenn möglich auf den nächsten ausgeschlafenen Tag legen oder mit Mitreisenden gegenprüfen.
Häufige Fehler
×Direkt nach dem Nachtflug lange Autofahrt
×Erste Bergtour am Ankunftstag
×Mit viel Alkohol einschlafen wollen
×Den ganzen ersten Tag verschlafen
Grenzen und Risiken
–Keine Medikamentenempfehlungen
–Keine Behandlung von Schlafstörungen
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel
Mit Medikamenten reisen: Dokumente, Handgepäck, Zoll
Dauermedikamente gehören ins Handgepäck, in Originalverpackung, mit Reserve für Verspätungen und einer ärztlichen Bescheinigung (am besten auch auf Englisch) mit Wirkstoffnamen. Manche Medikamente – etwa bestimmte Schmerz-, Schlaf- oder ADHS-Mittel – sind in einigen Ländern streng geregelt oder verboten. Darum vor der Reise die Regeln des Ziel- und Transitlandes bei offiziellen Stellen prüfen.
Einfuhrregeln für Medikamente unterscheiden sich stark; manche in der Heimat übliche Mittel können im Zielland verboten oder genehmigungspflichtig sein. Regeln von Ziel- und Transitländern bei deren Botschaft oder Gesundheitsbehörde prüfen.
Einnahmezeiten bei Zeitverschiebung (z. B. Insulin, hormonelle Verhütung, Antiepileptika) vorher ärztlich besprechen. Dosis nicht eigenmächtig ändern.
Im Ausland gekaufte Medikamente können gefälscht sein oder anders dosiert. Nur in Apotheken kaufen und Wirkstoff und Stärke vergleichen.
Material
Medikamentenvorrat
Kopien der Reisedokumente(optional)
Notfallkarte (Kontakte und Gesundheitsdaten)(optional)
Schritte
1
Liste erstellen
Alle Medikamente mit Wirkstoff, Stärke, Dosis und Einnahmezeit notieren; Kopie in Gepäck und digital.
2
Regeln prüfen
Bei Botschaft oder Gesundheitsbehörde von Ziel- und Transitland nachfragen, ob Medikamente erlaubt, mengenbegrenzt oder genehmigungspflichtig sind. Innerhalb des Schengen-Raums gibt es für bestimmte Betäubungsmittel eine spezielle Bescheinigung – Arzt oder Apotheke fragen.
3
Ärztliche Bescheinigung
Bescheinigung über Diagnose bzw. Notwendigkeit, Wirkstoffe und Dosis, möglichst auf Englisch, bei Spritzen und Geräten mit Hinweis auf deren Mitnahme.
4
Packen
In Originalverpackung ins Handgepäck, Reserve für einige zusätzliche Tage, Teil der Reserve getrennt. Kühlpflichtiges in Kühltasche; Flüssigkeiten und Geräte bei der Sicherheitskontrolle vorzeigen – Regeln bei Fluggesellschaft und Flughafen erfragen.
5
Vor Ort
Medikamente vor Hitze schützen (nicht im Auto lassen). Bei Verlust Arzt oder Apotheke vor Ort mit der Wirkstoffliste aufsuchen.
Häufige Fehler
×Medikamente nur im Aufgabegepäck
×Tabletten lose in Dosen ohne Beschriftung
×Nur Markennamen notiert
×Regeln des Transitlandes vergessen
×Insulin im heißen Auto
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu Regeln einzelner Länder
–Keine Medikamentenberatung
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel