Notfallkarte für die Reise erstellen
Ist das Handy leer, gestohlen oder gesperrt, fehlen plötzlich alle Nummern. Eine kleine Karte auf Papier mit Notfallkontakten (mit Ländervorwahl), lokaler Notrufnummer, Botschaft, Versicherung, Unterkunft sowie Allergien und wichtigen Medikamenten hilft einem selbst und Helfenden.
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Einfach erklärt
Heute stehen fast alle Telefonnummern nur noch im Handy. Was aber, wenn der Akku leer ist, das Handy gestohlen wurde oder du gerade nicht in der Lage bist, es zu entsperren? Dann sind alle Nummern auf einmal weg. Eine kleine Karte aus Papier ist wie ein Ersatzschlüssel: Man braucht sie selten, aber wenn, dann ist man sehr froh darüber.
Auf die Karte kommen die Nummern von zwei Menschen, die im Notfall Bescheid wissen sollen, die Notrufnummer des Reiselandes, die Botschaft, die Versicherung und deine Unterkunft. Dazu kurz, ob du Allergien hast oder wichtige Medikamente brauchst. So können auch Fremde, die dir helfen, die richtigen Leute erreichen – sogar wenn du selbst gerade nicht sprechen kannst.
Das Wichtigste: Schreib niemals Passwörter, PINs oder ganze Kartennummern auf die Karte. Und schau vor der Reise nach, welche Notrufnummer im Reiseland gilt – in der EU ist es die 112.
Wie es funktioniert
Papier braucht weder Akku noch Netz noch Entsperrcode. Es funktioniert bei Kälte, nach einem Sturz und wenn das Handy im Wasser gelandet ist. Gerade in Situationen, in denen etwas schiefgeht, fällt Technik oft zuerst aus – deshalb ist die einfache Lösung hier die robuste.
Die Karte spricht für dich, wenn du es nicht kannst. Nach einem Unfall, bei Bewusstlosigkeit oder einfach in einem Land, dessen Sprache du nicht sprichst, finden Helfer an einem festen Ort – Portemonnaie oder Pass – die wichtigsten Informationen. Wer dir hilft, schaut dort am ehesten nach Hinweisen auf Angehörige oder Erkrankungen.
Zwei Kontakte sind besser als einer, und einer davon sollte außerhalb des Reiselandes sein. Wenn ihr zu zweit reist und beide betroffen seid, nützt die Nummer des Reisepartners wenig. Eine Person zu Hause bleibt erreichbar, auch wenn am Reiseort Netze ausfallen, und kann Informationen sammeln und weitergeben.
Was auf die Karte gehört
Kontakte: zwei Notfallkontakte mit internationaler Vorwahl, also zum Beispiel +49 statt der führenden Null. Ohne Ländervorwahl wählt ein Helfer im Ausland eine Nummer, die dort nicht funktioniert. Lokale Nummern: die Notrufnummer des Reiselandes, die Botschaft oder das Konsulat deines Landes und die Adresse und Telefonnummer deiner Unterkunft.
Versicherung: Policennummer und die 24-Stunden-Notfallnummer des Versicherers. Diese Nummer ist bei größeren Problemen oft der wichtigste Anruf nach dem Notruf, weil die Versicherung bei Kosten, Klinik und Rücktransport mithilft. Gesundheit: Allergien, wichtige Erkrankungen und Medikamente in Stichworten. Wenn möglich, schreib diese Angaben zusätzlich in der Landessprache oder auf Englisch dazu.
Was nicht auf die Karte gehört: Passwörter, PINs, vollständige Kreditkartennummern oder Zugangsdaten. Wer die Karte findet, soll dir helfen können, aber keinen Zugriff auf dein Geld bekommen. Die Karte ist außerdem kein offizieller medizinischer Ausweis, sondern eine Hilfe für Helfende.
Aufbewahren und aktuell halten
Trag die Karte immer an derselben Stelle, zum Beispiel im Portemonnaie oder im Pass, und leg eine Kopie ins Gepäck. Wenn das Portemonnaie gestohlen wird, ist die Kopie noch da. Für Mitreisende lohnt es sich, jedem eine eigene Karte zu geben, auch Kindern.
Viele Smartphones bieten eine Funktion für Notfallinformationen, die auch auf dem Sperrbildschirm erscheint, und du kannst einen Kontakt als „ICE“ speichern (In Case of Emergency, auf Deutsch: im Notfall). Das ist eine gute Ergänzung, ersetzt aber die Papierkarte nicht, weil es ohne funktionierendes Handy nicht hilft.
Prüfe die Karte vor jeder Reise: Stimmen Nummern und Unterkunft noch? Ist die Versicherung noch gültig? Veraltete Kontakte sind einer der häufigsten Fehler. Schreib deutlich, am besten in Druckbuchstaben, und schütze die Karte vor Nässe, zum Beispiel mit einer Hülle oder einem kleinen Beutel mit Verschluss.
Gut zu wissen
Die europäische Notrufnummer 112 ist in allen EU-Staaten erreichbar. Außerhalb der EU gelten oft andere Nummern, manchmal getrennt für Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr. Schlag sie vor der Reise bei offiziellen Stellen nach, etwa in den Reisehinweisen deines Außenministeriums, und schreib sie auf die Karte.
Die Idee hinter der Karte stammt aus der allgemeinen Notfallplanung: Stellen wie Ready.gov empfehlen, Kontaktinformationen schriftlich mitzuführen und eine Kontaktperson außerhalb der betroffenen Region zu bestimmen. Was für Familien zu Hause gilt, passt auf Reisen genauso.
Sag deinen Notfallkontakten Bescheid, dass sie auf deiner Karte stehen, und gib ihnen deine Reisedaten. Dann wissen sie, worum es geht, wenn plötzlich ein Anruf aus dem Ausland kommt, und können sinnvoll reagieren.
Schritt für Schritt
Kontakte
Zwei Notfallkontakte mit internationaler Vorwahl, darunter einer außerhalb des Reiselandes.
- 1
Kontakte
Zwei Notfallkontakte mit internationaler Vorwahl, darunter einer außerhalb des Reiselandes.
- 2
Lokale Nummern
Notrufnummer des Reiselandes, Botschaft oder Konsulat, Unterkunft.
- 3
Versicherung
Policennummer und 24-Stunden-Notfallnummer der Versicherung.
- 4
Gesundheit
Allergien, wichtige Erkrankungen und Medikamente kurz notieren; ggf. auch in der Landessprache.
- 5
Aufbewahren
Karte im Portemonnaie oder Pass; Kopie im Gepäck. Viele Smartphones bieten zusätzlich Notfallinfos auf dem Sperrbildschirm.
Häufige Fehler
- Nummern ohne Ländervorwahl
- Nur digital
- Veraltete Kontakte
- Sensible Zugangsdaten notiert
Kurzüberblick
Material
Notfallkarte (Kontakte und Gesundheitsdaten)
Nur notwendige Daten notieren; bei Kindern keine Adresse sichtbar am Kleidungsstück anbringen, sondern die Karte in einer Tasche tragen.
Kopien der Reisedokumente
Getrennt von den Originalen aufbewahren; digitale Kopien nur geschützt speichern.
Geeignet für
- Jede Reise
- Alleinreisende
- Menschen mit Allergien oder chronischen Erkrankungen
Ungeeignet für
- Aufbewahrung von PINs oder Passwörtern
Voraussetzungen
- Aktuelle Kontaktdaten
Sicherheit
- Keine Passwörter, PINs oder vollständigen Kartennummern notieren.
- Die lokale Notrufnummer des Reiselandes vorab nachschlagen; in der EU gilt die 112.
So funktioniert es
Papier funktioniert ohne Akku, Netz und Entsperrcode. Wer die wichtigsten Informationen an einem festen Ort trägt, ist auch für Helfende ansprechbar, wenn er selbst nicht sprechen kann.
Vorteile
- Funktioniert ohne Technik
- Hilft Rettungskräften
Nachteile
- Muss aktualisiert werden
- Kann verloren gehen
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Ready.gov empfiehlt, Kontaktinformationen für Notfälle schriftlich mitzuführen und eine Kontaktperson außerhalb der betroffenen Region zu bestimmen. Die europäische Notrufnummer 112 ist in allen EU-Staaten erreichbar.
Außerhalb der EU unterscheiden sich Notrufnummern; sie sollten vor der Reise nachgeschlagen werden.
Varianten
- ICE im Handy
- Einen Kontakt als „ICE“ (In Case of Emergency) speichern und die Notfallinfo-Funktion des Smartphones ausfüllen – als Ergänzung zur Papierkarte.
Häufige Fehler
- Nummern ohne Ländervorwahl
- Nur digital
- Veraltete Kontakte
- Sensible Zugangsdaten notiert
Grenzen und Risiken
- Kein medizinischer Notfallpass im rechtlichen Sinn
Quellen
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Make A Plan
Schriftliche Kontaktliste und Kontaktperson außerhalb der Region
European Commission: 112 – the European emergency number
Europäische Notrufnummer 112