Zum Inhalt springen
Im NotfallÖsterreichNotrufnummern →
SurviveBetter
Technik

Feuerstelle sicher wählen und anlegen

Ein Lagerfeuer kann über Funkenflug, eine ungeeignete Feuerstelle oder unvollständiges Löschen einen Flächenbrand auslösen. Zuerst klären, ob Feuer überhaupt erlaubt ist; dann eine bestehende Feuerstelle nutzen oder einen windgeschützten, freien Platz auf nicht brennbarem Untergrund wählen – weit weg von Zelt, Bäumen und trockener Vegetation.

Schwierigkeit
Einsteiger
Aufwand
10–20 Minuten
Risikostufe
Sicherheitsrelevant
KI-Feldstudie zum Thema „Feuerstelle sicher wählen und anlegen“
Stimmungsbild, keine Anleitung. Maßgeblich sind Text und Schritte.
Fehler melden

Einfach erklärt

Bevor du ein Feuer machst, ist die erste Frage: Darf ich hier überhaupt Feuer machen? In vielen Wäldern, Naturschutzgebieten und bei Trockenheit ist es verboten. Das gilt auch für ganz kleine Feuer. Wenn du unsicher bist, mach kein Feuer.

Wenn Feuer erlaubt ist, such dir einen sicheren Platz. Am besten ist eine Feuerstelle, die schon da ist. Sonst brauchst du einen freien Platz auf Sand, Kies, Stein oder nackter Erde – ohne Äste darüber, ohne trockenes Gras drumherum und weit weg vom Zelt. Denk daran: Der Wind trägt Funken weit, wie Löwenzahnsamen.

Stell dir Wasser bereit, bevor du anzündest. Und mach nie ein Feuer im Zelt, im Auto oder in einem geschlossenen Raum: Dabei entsteht ein unsichtbares, geruchloses Gas (Kohlenmonoxid), das tödlich sein kann.

Wie es funktioniert

Ein Lagerfeuer gefährdet seine Umgebung auf drei Wegen: nach oben durch Flammen und heiße Luft, die überhängende Äste entzünden können; zur Seite durch Funken und herausfallende Glut, die trockenes Gras, Laub, Zelte oder Gepäck erreichen; und nach unten durch Hitze, die in den Boden eindringt. Eine gute Feuerstelle schützt in alle drei Richtungen.

Der Wind entscheidet, wohin Funken fliegen. Schon ein leichter Luftzug kann glühende Teilchen viele Meter weit tragen. Deshalb gehören Zelt, Plane und Holzvorrat nie auf die Seite, zu der der Wind weht. Frischt der Wind stark auf, ist auch ein kleines Feuer gefährlich.

Besonders tückisch ist der Untergrund. Auf Torf, Moorboden, dicker Nadel- oder Laubstreu und durchwurzelter Erde kann Glut unbemerkt in den Boden kriechen und dort Stunden oder Tage weiterglimmen. Später kann sie an einer ganz anderen Stelle einen Brand auslösen. Solche Böden meidet man für Feuer – oder räumt sie bis auf den nackten Mineralboden frei.

Regeln und Erlaubnis

Welche Regeln gelten, unterscheidet sich stark zwischen Ländern, Regionen und Grundeigentümern und ändert sich mit Jahreszeit und Trockenheit. Zuständig sind zum Beispiel Grundeigentümer, Gemeinde, Forstbehörde oder die Verwaltung eines Schutzgebiets. Dieser Atlas nennt deshalb keine Abstandsvorschriften oder Gesetze – prüfe immer die örtlichen Regeln.

Viele Länder veröffentlichen Hinweise zur aktuellen Waldbrandgefahr; in Deutschland zum Beispiel der Deutsche Wetterdienst mit seinem Waldbrandgefahrenindex. Solche Angaben geben nur ein grobes Bild und ersetzen nicht dein eigenes Urteil: Ist der Boden staubtrocken und knistert das Gras, ist Zurückhaltung angebracht, auch wenn kein Verbot gilt.

Im Zweifel gilt: kein Feuer. Ein Kocher ist oft die bessere Wahl, um Wasser zu erhitzen – aber auch dafür gibt es manchmal Einschränkungen. Feuerschalen schonen den Boden, fallen aber bei einem Feuerverbot in der Regel ebenfalls darunter.

Worauf es ankommt

Nutze, wo es sie gibt, eine bestehende Feuerstelle oder einen Feuerring. Das ist meist der vorgesehene Platz, und die Umgebung wird nicht an einer neuen Stelle beschädigt. Musst du selbst einen Platz wählen, suche eine freie, etwas windgeschützte Stelle auf Sand, Kies, Fels oder Mineralboden, ohne überhängende Äste und mit großem Abstand zu Zelt, Bäumen, Totholz und trockenem Gras.

Räume rundum alles Brennbare weg – Laub, Nadeln, Zweige –, bis nackte Erde zu sehen ist. Auf Wiesen kann man die Grasnarbe abheben, beiseitelegen und nach dem Löschen wieder einsetzen. Plane das Feuer klein: Es soll nur so groß sein, wie du es zum Kochen oder Wärmen brauchst.

Ein Kreis aus trockenen Steinen kann Glut zusammenhalten. Er ersetzt aber keine Aufsicht. Und bevor du anzündest, stellst du Wasser (Topf, Kanister) und eine kleine Schaufel oder einen kräftigen Stock griffbereit hin.

Sicherheit: darauf musst du achten

Nimm keine Steine aus Bächen oder vollgesogene Steine für den Feuerring. Wasser in ihren Poren kann beim Erhitzen verdampfen und den Stein springen oder zerplatzen lassen; dabei können Splitter fliegen. Verwende trockene Steine und lege nasse Steine nie direkt ins Feuer.

Feuer, Glut, Holzkohle und Kocher gehören niemals in ein Zelt, ein Fahrzeug, eine Höhle, eine Schneehöhle oder einen geschlossenen Raum. Bei der Verbrennung entsteht Kohlenmonoxid. Dieses Gas ist unsichtbar und geruchlos und kann zu Bewusstlosigkeit und Tod führen, ohne dass man es vorher bemerkt.

Gerät ein Feuer trotzdem außer Kontrolle und lässt es sich nicht sofort löschen, versuche nicht, es allein zu bekämpfen. Bring dich und andere in Sicherheit, quer zur Ausbreitungsrichtung und weg vom Wind, und wähle den Notruf (112 in der EU).

Gut zu wissen

Viele Flächenbrände, die von Lagerfeuern ausgehen, haben einfache Ursachen: eine ungeeignete Stelle, Funkenflug bei Wind oder Glut, die nicht vollständig gelöscht wurde. Eine sorgfältig gewählte Feuerstelle verhindert die ersten beiden Ursachen schon, bevor das erste Streichholz brennt.

Die Leave-No-Trace-Grundsätze empfehlen, Feuer nur dort zu machen, wo es angemessen ist, bestehende Feuerstellen zu nutzen und Feuer klein zu halten. Wenn du gehst, sollte der Platz möglichst so aussehen wie vorher – mit gelöschter, kalter Asche und zurückgelegter Grasnarbe.

Schritt für Schritt

Feuerstelle sicher wählen und anlegen

Schritt 1 von 6

Regeln und Gefahrenlage prüfen

Klären, ob Feuer am Ort erlaubt ist (Grundeigentümer, Schutzgebiet, Gemeinde, Forstbehörde) und ob aktuell Feuerverbot oder hohe Waldbrandgefahr besteht. In Deutschland veröffentlicht z. B. der Deutsche Wetterdienst einen Waldbrandgefahrenindex. Im Zweifel kein Feuer – ein Kocher ist oft die bessere Wahl, sofern erlaubt.

Feuerstelle sicher wählen und anlegen – Schritt 1 von 6Regeln und Gefahrenlage prüfen. Klären, ob Feuer am Ort erlaubt ist (Grundeigentümer, Schutzgebiet, Gemeinde, Forstbehörde) und ob aktuell Feuerverbot oder hohe Waldbrandgefahr besteht. In Deutschland veröffentlicht z. B. der Deutsche Wetterdienst einen Waldbrandgefahrenindex. Im Zweifel kein Feuer – ein Kocher ist oft die bessere Wahl, sofern erlaubt.
Schritt 1 von 6

Schritt 1 von 6

Regeln und Gefahrenlage prüfen

Klären, ob Feuer am Ort erlaubt ist (Grundeigentümer, Schutzgebiet, Gemeinde, Forstbehörde) und ob aktuell Feuerverbot oder hohe Waldbrandgefahr besteht. In Deutschland veröffentlicht z. B. der Deutsche Wetterdienst einen Waldbrandgefahrenindex. Im Zweifel kein Feuer – ein Kocher ist oft die bessere Wahl, sofern erlaubt.

  1. 1

    Regeln und Gefahrenlage prüfen

    Klären, ob Feuer am Ort erlaubt ist (Grundeigentümer, Schutzgebiet, Gemeinde, Forstbehörde) und ob aktuell Feuerverbot oder hohe Waldbrandgefahr besteht. In Deutschland veröffentlicht z. B. der Deutsche Wetterdienst einen Waldbrandgefahrenindex. Im Zweifel kein Feuer – ein Kocher ist oft die bessere Wahl, sofern erlaubt.

  2. 2

    Bestehende Feuerstelle bevorzugen

    Wo vorhanden, eine angelegte Feuerstelle oder einen Feuerring nutzen. Das schont die Umgebung und ist meist der vorgesehene Ort.

  3. 3

    Platz wählen

    Freie, windgeschützte Stelle auf Sand, Kies, Fels oder Mineralboden; kein überhängender Ast; großer Abstand zu Zelt, Plane, Bäumen, Totholz und trockenem Gras. Die Windrichtung beachten: Funken dürfen nicht zum Lager oder zur Vegetation treiben.

  4. 4

    Untergrund freiräumen

    Ringsum brennbares Material wie Laub, Nadeln und Zweige entfernen, bis Mineralboden sichtbar ist. Bei Bedarf Grasnarbe abheben und zur Seite legen, um sie später wieder einzusetzen.

  5. 5

    Klein planen

    Das Feuer nur so groß anlegen, wie es für Kochen oder Wärme nötig ist. Ein Kreis aus trockenen Steinen kann Glut zusammenhalten, ersetzt aber keine Aufsicht.

  6. 6

    Löschmittel bereitstellen

    Vor dem Zünden Wasser (Topf, Kanister) und eine kleine Schaufel oder einen Stock griffbereit stellen.

Die Animation ist eine schematische Zeichnung der Schritte oben und wird wie alle Inhalte noch fachlich geprüft.

Häufige Fehler

  • Feuer unter Bäumen oder am Waldrand anlegen
  • Feuerverbot ignorieren, weil das Feuer ‚nur klein‘ ist
  • Zelt oder Plane auf der Lee-Seite des Feuers
  • Auf Torf oder Wurzelboden feuern
  • Kein Wasser bereithalten

Kurzüberblick

Material

  • Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf)

    Vor dem Zünden bereitstellen

    Mehrere Liter vor dem Zünden bereitstellen.

  • Kleine Schaufel / Klappspaten(optional)

Geeignet für

  • Lagerfeuer und Kochfeuer, wo erlaubt
  • Notfeuer zum Wärmen

Ungeeignet für

  • Zeiten mit Feuerverbot oder hoher Waldbrandgefahr
  • Moor-, Torf- und Humusböden
  • Plätze unter Bäumen oder nahe trockener Vegetation
  • Innenräume, Zelte, Fahrzeuge

Voraussetzungen

  • Kenntnis der örtlichen Feuerregeln

Sicherheit

  • Steine aus Bächen oder vollgesogene Steine können beim Erhitzen springen oder zerplatzen. Keine nassen Steine direkt ins Feuer legen.

So funktioniert es

Eine sichere Feuerstelle hält Flammen, Funken und Glut von allem fern, was sich entzünden kann: oben (Äste), seitlich (Zelt, Gras, Gepäck) und unten (Wurzeln, Torf). Wind entscheidet, wohin Funken fliegen.

Vorteile

  • Verhindert die häufigsten Ursachen von Waldbränden durch Lagerfeuer
  • Schont die Umgebung

Nachteile

  • Geeignete Plätze sind nicht überall verfügbar

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Welche Regeln gelten, unterscheidet sich stark zwischen Ländern, Regionen und Grundeigentümern und ändert sich mit der Jahreszeit und Trockenheit. Dieser Atlas nennt deshalb keine Abstandsvorschriften oder Gesetze, sondern verweist auf die jeweils zuständigen Stellen.

Leave-No-Trace-Grundsätze empfehlen, Feuer nur dort zu machen, wo es angemessen ist, bestehende Feuerstellen zu nutzen und Feuer klein zu halten.

Varianten

Feuerschale
Eine Feuerschale oder ein Feuerkorb hebt das Feuer vom Boden ab und schont den Untergrund. Wo Feuer erlaubt ist, ist sie eine gute Wahl; Feuerverbote gelten aber in der Regel auch dafür – örtliche Regeln prüfen.

Häufige Fehler

  • Feuer unter Bäumen oder am Waldrand anlegen
  • Feuerverbot ignorieren, weil das Feuer ‚nur klein‘ ist
  • Zelt oder Plane auf der Lee-Seite des Feuers
  • Auf Torf oder Wurzelboden feuern
  • Kein Wasser bereithalten

Grenzen und Risiken

  • Keine Rechtsberatung
  • Gefahrenindizes beschreiben die Lage nur grob und ersetzen nicht das eigene Urteil

Quellen

  1. [1]

    USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)

    Feuerstelle wählen, Umgebung freiräumen, Wasser bereithalten, Regeln prüfen

  2. [2]

    Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)

    Bestehende Feuerstellen nutzen, Feuer klein halten

  3. [3]

    Deutscher Wetterdienst (DWD): Waldbrandgefahrenindex (WBI)

    Waldbrandgefahrenindex als Informationsquelle in Deutschland

  4. [4]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

    Auswahl und Vorbereitung des Feuerplatzes

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10