Aus Haus oder Wohnung auf Not aufmerksam machen (z. B. bei Hochwasser)
Wer bei Hochwasser, Sturm oder nach einem Unglück im Gebäude festsitzt und das Telefon nicht durchkommt, kann sich von Fenster, Balkon oder – nur wenn nötig – vom Dach bemerkbar machen: helles Tuch, große Schrift, Licht bei Nacht, Pfeife. Wichtig ist, sich dabei nicht selbst zu gefährden.
- Wenige Minuten zum Vorbereiten

Einfach erklärt
Bei Hochwasser kann es passieren, dass dein Haus vom Wasser umgeben ist und du nicht mehr hinauskommst. Wenn das Telefon nicht durchkommt, musst du Helfern zeigen, dass in diesem Haus jemand Hilfe braucht. Das geht mit Dingen, die fast jeder zu Hause hat: einem hellen Bettlaken, einem dicken Stift, einer Taschenlampe und einer Pfeife.
Stell dir vor, du fliegst mit einem Hubschrauber über eine Stadt voller Wasser. Viele Häuser sehen gleich aus. Aber ein großes weißes Laken mit „SOS“ aus einem Fenster fällt sofort auf – vor allem, wenn jemand damit winkt.
Ganz wichtig: Geh niemals ins Hochwasser, um Hilfe zu holen. Das Wasser kann dich mitreißen, und darin können Trümmer und Strom sein. Bleib im höchsten Stockwerk, aber nicht in einem geschlossenen Dachboden ohne Ausgang.
Wie es funktioniert
Rettungskräfte in einem Schadensgebiet suchen gezielt nach Zeichen von Menschen. Sie fahren mit Booten durch überflutete Straßen, gehen zu Fuß oder fliegen mit Hubschraubern. Dabei fällt ihnen auf, was nicht in das Bild passt: große, helle Flächen, Schrift, Bewegung und nachts Licht.
Drei Dinge machen ein Signal sichtbar: Größe, Kontrast und Bewegung. Ein großes Tuch ist besser als ein kleines. Hell auf dunklem Hintergrund oder umgekehrt ist besser als ähnliche Farben. Und ein Tuch, das bewegt wird, zieht den Blick viel stärker an als eins, das nur hängt. Das sind dieselben Regeln wie bei Bodenzeichen in der Natur.
Nachts fällt bei Hochwasser oder Sturm oft die Straßenbeleuchtung aus. Dann ist jedes Licht in einem Fenster auffällig, und ein blinkendes Licht noch mehr. Schon eine kleine Taschenlampe oder das Handylicht kann so aus großer Entfernung gesehen werden.
Worauf es ankommt
Versuche zuerst immer den Notruf. Kommt er nicht durch, schick eine Nachricht an Vertraute mit deiner Adresse und der Zahl der Personen, die bei dir sind. Diese Angaben helfen den Rettern, zu planen, wie viele Plätze im Boot sie brauchen.
Wähle einen Platz im höchsten erreichbaren Stockwerk mit einem Fenster oder Balkon, der zur Straße oder zum Wasser zeigt – dorthin, wo Boote und Fahrzeuge vorbeikommen. Häng ein helles Bettlaken oder großes Handtuch hinaus und schreib, wenn möglich, groß „SOS“ oder „HILFE“ und die Zahl der Personen darauf. Befestige es gut, damit Wind und Regen es nicht wegreißen.
Sobald ein Boot, Fahrzeug oder Hubschrauber in Sicht kommt, beweg dich: Winke deutlich mit dem Tuch oder mit beiden Armen und pfeife. Nachts lässt du eine Taschenlampe oder das Handylicht in Abständen blinken. Spare dabei Akku, denn das Warten kann dauern.
Sicherheit: darauf musst du achten
Geh nie durch Hochwasser oder schwimm darin, um Hilfe zu holen. Schon flaches, fließendes Wasser kann einen Menschen umwerfen. Im Wasser treiben Trümmer, Abdeckungen von Schächten können fehlen, und Strom aus beschädigten Leitungen kann im Wasser lebensgefährlich sein.
Flüchte bei steigendem Wasser nicht in einen geschlossenen Dachboden ohne Ausstieg. Steigt das Wasser weiter, bist du dort gefangen. Behördliche Hochwasserhinweise raten: ins höchste Stockwerk, und aufs Dach nur, wenn es wirklich nötig ist – dann von dort Hilfe signalisieren.
Beim Signalisieren nicht weit aus dem Fenster lehnen und Kinder festhalten. Auf Dächern, besonders steilen oder nassen, besteht Absturzgefahr; such dir dort einen sicheren Halt. Halte Abstand zu Stromleitungen. Brennt es im Gebäude, gilt das alles nicht: Dann den Anweisungen von Feuerwehr und Leitstelle folgen.
Ausrüstung und Material
Du brauchst keine Spezialausrüstung. Helle Bettlaken, weiße oder bunte Handtücher, Tischdecken oder eine Rettungsdecke eignen sich gut. Für Schrift nimm einen dicken Stift, Farbe, Klebeband oder lege dunkle Kleidung als Buchstaben auf ein helles Tuch.
Eine Pfeife, eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien und ein geladenes Telefon sollten im Haushalt immer griffbereit sein, zum Beispiel im Notfallgepäck. In Hochwassergebieten lohnt es sich, diese Dinge schon vorher in ein oberes Stockwerk zu bringen.
Manche Gemeinden haben Systeme, mit denen Haushalte nach einer Katastrophe „Alles in Ordnung“ oder „Hilfe nötig“ anzeigen, etwa mit farbigen Karten im Fenster. Nutze ein solches Zeichen nur, wenn es vor Ort bekannt und vereinbart ist, sonst kann es missverstanden werden.
Nach der Rettung
Wenn alle das Gebäude verlassen haben, nimm das Signal ab oder streiche es deutlich durch, wenn das gefahrlos möglich ist. Ein hängen gebliebenes „SOS“-Laken kann Retter später noch einmal zu einem leeren Haus führen, während anderswo Menschen warten.
Aus dem gleichen Grund gilt: Hilfezeichen nur dann aushängen, wenn wirklich Hilfe gebraucht wird. In einer Katastrophe sind Boote und Hubschrauber knapp. Jede unnötige Anfahrt kostet Zeit, die anderen fehlt.
Sag den Rettern, wenn noch weitere Menschen oder Haustiere in Nachbarhäusern festsitzen könnten. Du hast vielleicht Dinge gesehen, die sie nicht wissen.
Schritt für Schritt
Notruf versuchen
Notruf wählen; wenn nicht möglich, Nachricht an Vertraute mit Adresse und Zahl der Personen senden.
- 1
Notruf versuchen
Notruf wählen; wenn nicht möglich, Nachricht an Vertraute mit Adresse und Zahl der Personen senden.
- 2
Sicheren, sichtbaren Ort wählen
Höchstes erreichbares Stockwerk mit Fenster oder Balkon zur Straße oder zum Wasser hin.
- 3
Helles Tuch aushängen
Bettlaken oder Tuch aus dem Fenster hängen; wenn möglich groß „SOS“ oder „HILFE“ und die Zahl der Personen darauf schreiben.
- 4
Bei Sichtkontakt bewegen
Kommen Boot, Fahrzeug oder Hubschrauber in Sicht, mit Tuch oder Armen deutlich winken und pfeifen.
- 5
Nachts Licht
Taschenlampe oder Handylicht in Abständen blinken lassen – Akku sparen.
Häufige Fehler
- Ins Wasser gehen, um Hilfe zu holen
- In einen Dachboden ohne Ausstieg flüchten
- Akku mit Dauerlicht leeren
- Signal entfernen, nachdem alle das Gebäude verlassen haben, vergessen
Kurzüberblick
Material
Signalpfeife
Griffbereit tragen, nicht tief im Rucksack.
Nicht direkt neben dem Ohr anderer Personen pfeifen.
Stirnlampe / Taschenlampe
Signaltuch (leuchtfarben)
Oder ein helles Bettlaken, Handtuch
Bei Wind gut beschweren oder festhalten, besonders in der Nähe landender Hubschrauber.
Geeignet für
- Hochwasser, wenn das Gebäude eingeschlossen ist
- Nach Sturm oder Erdrutsch abgeschnitten
- Netzausfall bei akuter Not
Ungeeignet für
- Brand im Gebäude – Anweisungen der Feuerwehr und Leitstelle befolgen
- Steile, nasse Dächer ohne Halt
Voraussetzungen
- Sicherer Platz im höchsten erreichbaren Stockwerk
Sicherheit
- Beim Signalisieren aus Fenster oder vom Dach nicht weit hinauslehnen; Kinder festhalten. Abstand zu Stromleitungen halten.
So funktioniert es
Rettungskräfte suchen in Schadensgebieten nach Zeichen von Menschen. Große, kontrastreiche, bewegte Signale an der Außenseite eines Gebäudes fallen von der Straße, vom Boot und aus der Luft auf. Nachts ist jedes blinkende Licht auffällig, weil Straßenbeleuchtung oft ausfällt.
Vorteile
- Mit Haushaltsgegenständen möglich
- Von Boden, Wasser und Luft sichtbar
Nachteile
- Abhängig davon, dass jemand vorbeikommt
- Bei Wind und Regen schwer zu befestigen
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Behördliche Hochwasserhinweise raten, bei eingeschlossenem Gebäude auf das höchste Stockwerk zu gehen, nicht in einen geschlossenen Dachboden, und erst auf dem Dach – wenn es nötig ist – Hilfe zu signalisieren.
Die Grundsätze sind dieselben wie bei Bodenzeichen im Gelände: Größe, Kontrast und Bewegung.
Varianten
- „Alles in Ordnung“-Zeichen
- Manche Gemeinden vereinbaren Zeichen, mit denen Haushalte nach einer Katastrophe „OK“ oder „Hilfe nötig“ melden. Nur verwenden, wenn ein solches System vor Ort bekannt ist.
Häufige Fehler
- Ins Wasser gehen, um Hilfe zu holen
- In einen Dachboden ohne Ausstieg flüchten
- Akku mit Dauerlicht leeren
- Signal entfernen, nachdem alle das Gebäude verlassen haben, vergessen
Grenzen und Risiken
- Keine Anleitung für Brandfälle
- Keine Evakuierungsanleitung
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Stirnlampe / Taschenlampe
- Mobiltelefon (Akku leert sich bei Kälte und bei Dauernutzung von Display und GPS schnell.), Batterie-Laterne / LED-Leuchte
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Floods
Höchstes Stockwerk, kein geschlossener Dachboden, Dach nur wenn nötig und dort Hilfe signalisieren; nicht durch Hochwasser gehen
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Kontrast, Größe und Bewegung bei Sichtsignalen
European Commission: 112 – the European emergency number
Europaweite Notrufnummer 112