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Technik

Seefunk (UKW): Notruf mit MAYDAY – Grundlagen

Auf dem Wasser ist UKW-Seefunk das Standardmittel, um Hilfe zu rufen: Kanal 16 ist international für Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr reserviert, Geräte mit DSC senden auf Knopfdruck einen digitalen Notalarm. MAYDAY nur bei ernster, unmittelbarer Gefahr. Für Betrieb und Gerät sind in vielen Ländern Zeugnis und Lizenz nötig.

Schwierigkeit
Grundkenntnisse
Aufwand
Ausbildung für das Funkzeugnis; Notruf in einer Minute
Risikostufe
Notfallkritisch
KI-Feldstudie zum Thema „Seefunk (UKW): Notruf mit MAYDAY – Grundlagen“
Stimmungsbild, keine Anleitung. Maßgeblich sind Text und Schritte.
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Einfach erklärt

Auf dem Wasser gibt es oft kein Handynetz, und selbst wenn: Ein Telefonanruf erreicht nur eine einzige Person. Ein Seefunkgerät dagegen funkt so, dass alle Schiffe in der Nähe und die Küstenfunkstellen gleichzeitig zuhören können – wie ein Lautsprecher über das ganze Gebiet. Dafür gibt es einen besonderen Kanal, Kanal 16, auf dem man im Notfall um Hilfe ruft.

Das Notwort heißt „MAYDAY“. Man sagt es dreimal hintereinander, dann den Namen des Schiffs, wo man ist, was passiert ist und wie viele Menschen an Bord sind. Viele Funkgeräte haben außerdem eine rote Notruftaste, die automatisch einen digitalen Alarm sendet.

MAYDAY ist nur für ernste Lebensgefahr da, zum Beispiel wenn das Boot sinkt oder jemand über Bord gegangen ist. Wer es zum Spaß ruft, macht sich in vielen Ländern strafbar. Und um ein Seefunkgerät zu benutzen, braucht man in vielen Ländern eine Ausbildung und ein Funkzeugnis.

Wie es funktioniert

Seefunk nutzt international abgestimmte Kanäle und Verfahren, damit Küstenfunkstellen, Rettungsleitstellen und andere Schiffe einen Notruf hören und verstehen – egal aus welchem Land sie kommen. Kanal 16 ist international für Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr reserviert. Viele Schiffe und Küstenstellen hören ihn ständig ab. Wer auf Kanal 16 MAYDAY ruft, erreicht also alle, die in Funkreichweite zuhören.

UKW-Funkwellen breiten sich ungefähr in Sichtlinie aus. Je höher die Antenne, desto weiter reicht das Signal – deshalb kommen große Schiffe mit hohen Masten und Küstenstationen auf Bergen weiter als ein Handfunkgerät auf einem Kajak. Eine genaue Reichweite lässt sich nicht pauschal angeben; sie hängt von Antennenhöhe, Sendeleistung, Gelände und Wetter ab.

DSC (Digital Selective Calling) ist eine digitale Zusatzfunktion. Mit einem Druck auf die Notruftaste sendet das Gerät einen automatischen Alarm mit der Kennung des Schiffs (MMSI) und – wenn ein GNSS-Empfänger angeschlossen oder eingebaut ist – der Position. Danach folgt der Sprechfunk-Notruf auf Kanal 16 nach festem Schema.

Worauf es ankommt: die MAYDAY-Meldung

Die Meldung folgt einem festen Schema, damit nichts Wichtiges vergessen wird: „MAYDAY, MAYDAY, MAYDAY – hier ist“ und der Schiffsname dreimal, dazu Rufzeichen oder MMSI; dann noch einmal „MAYDAY“ und der Schiffsname; dann Position, Art der Notlage, benötigte Hilfe, Anzahl der Personen an Bord, weitere Informationen – und zum Schluss „OVER“. Es hilft, dieses Schema gut sichtbar neben dem Funkgerät anzubringen.

Die Position ist das Wichtigste – ohne sie kann niemand kommen. Lies sie vom Navigationsgerät ab oder beschreibe sie als Richtung und Entfernung zu einem bekannten Punkt, etwa einem Leuchtturm. Halte Schiffsname, Rufzeichen und MMSI griffbereit, damit du im Stress nicht suchen musst.

Ein Funkgerät kann nicht gleichzeitig senden und empfangen. Solange du die Sprechtaste drückst, hörst du nichts. Lass sie nach der Meldung los und hör zu. Kommt keine Antwort, wiederhole die Meldung in kurzen Abständen. Befolge dann die Anweisungen der Küstenfunkstelle, halte den Funkverkehr knapp und schone den Akku.

MAYDAY, PAN PAN, SÉCURITÉ – der Unterschied

Es gibt drei Stufen. MAYDAY bedeutet ernste und unmittelbare Gefahr für Menschen oder das Fahrzeug – etwa Sinken, Feuer an Bord, Mensch über Bord. PAN PAN kündigt eine dringende Lage ohne unmittelbare Lebensgefahr an, zum Beispiel einen Maschinenausfall, bei dem das Boot noch sicher treibt. SÉCURITÉ leitet eine Sicherheitsmeldung ein, etwa über Treibgut oder ein gefährliches Hindernis.

Wer einen Notruf hört, der unbeantwortet bleibt, kann ihn als MAYDAY RELAY weitergeben. Das kann Leben retten, wenn das Schiff in Not weit von der Küste entfernt ist und nur du es hörst. Wer die richtige Stufe wählt, hilft den Rettungsdiensten, ihre Kräfte dorthin zu schicken, wo sie am dringendsten gebraucht werden.

Sicherheit und Regeln

MAYDAY ist nur für ernste und unmittelbare Gefahr bestimmt. Missbrauch – etwa ein Scherzanruf oder ein falscher Notruf – ist in vielen Ländern strafbar, weil er Rettungskräfte bindet und echte Notrufe überdecken kann. Auch nicht dringliche Gespräche gehören nicht auf Kanal 16; dafür gibt es andere Kanäle.

Funkzeugnisse, Gerätelizenzen und Kanalnutzung sind national geregelt. In vielen Ländern braucht man für den Betrieb eines Seefunkgeräts ein Funkzeugnis, für Freizeitskipper oft ein kurzes Zeugnis nach einem Kurs mit Prüfung, und das Gerät selbst muss angemeldet sein. Prüfe die lokalen Regeln. Dieser Eintrag ersetzt keine Funkausbildung. Im echten Notfall darf aber in der Regel jeder einen Notruf absetzen.

Ein Handfunkgerät sollte wasserdicht oder in einer wasserdichten Hülle am Körper getragen werden, nicht lose im Boot. Wer kentert, hat dann das Gerät noch bei sich. An Land ist ein Seefunkgerät kein Ersatz für den Telefonnotruf – dort ist die lokale Notrufnummer (112 in der EU) der richtige Weg.

Zusammen mit anderen Notsignalen

Seefunk ist das Standardmittel auf dem Wasser, aber nicht das einzige. Eine Notfunkbake (auf Schiffen EPIRB, am Körper PLB) alarmiert über Satelliten auch dort, wo kein Funkkontakt besteht. Ein Telefon kann in Küstennähe Empfang haben. Lichtsignale, orangefarbener Rauch, farbige Tücher und das langsame Heben und Senken der Arme helfen, dass dich Retter vor Ort finden.

Retter können per Funk peilen und so ein Funkgerät orten. Darum ist es sinnvoll, nach einem Notruf erreichbar zu bleiben und das Gerät eingeschaltet zu lassen. Viele Länder bieten kurze Funkkurse an; dort übst du das Verfahren, bis es auch unter Stress sitzt. Ein Handfunkgerät am Körper ist auch auf kleinen Booten und Kajaks eine sinnvolle Ergänzung zu Telefon und PLB.

Schritt für Schritt

Seefunk (UKW): Notruf mit MAYDAY – Grundlagen

Schritt 1 von 5

DSC-Notalarm (wenn vorhanden)

Abdeckung der Notruftaste öffnen und Taste gedrückt halten, bis der Alarm gesendet ist. Danach auf Kanal 16 bleiben.

Seefunk (UKW): Notruf mit MAYDAY – Grundlagen – Schritt 1 von 5DSC-Notalarm (wenn vorhanden). Abdeckung der Notruftaste öffnen und Taste gedrückt halten, bis der Alarm gesendet ist. Danach auf Kanal 16 bleiben.
Schritt 1 von 5

Schritt 1 von 5

DSC-Notalarm (wenn vorhanden)

Abdeckung der Notruftaste öffnen und Taste gedrückt halten, bis der Alarm gesendet ist. Danach auf Kanal 16 bleiben.

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    DSC-Notalarm (wenn vorhanden)

    Abdeckung der Notruftaste öffnen und Taste gedrückt halten, bis der Alarm gesendet ist. Danach auf Kanal 16 bleiben.

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    Kanal 16, hohe Leistung

    Gerät auf Kanal 16 und hohe Sendeleistung stellen. Sprechtaste drücken, ruhig und deutlich sprechen.

  3. 3

    MAYDAY-Meldung

    „MAYDAY, MAYDAY, MAYDAY – hier ist [Schiffsname dreimal, Rufzeichen/MMSI] – MAYDAY [Schiffsname] – Position – Art der Notlage – benötigte Hilfe – Anzahl der Personen an Bord – weitere Informationen – OVER.“

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    Hören und wiederholen

    Nach der Meldung loslassen und hören. Ohne Antwort in kurzen Abständen wiederholen.

  5. 5

    Anweisungen befolgen

    Antworten der Küstenfunkstelle befolgen, Funkverkehr knapp halten und Akku schonen.

Die Animation ist eine schematische Zeichnung der Schritte oben und wird wie alle Inhalte noch fachlich geprüft.

Häufige Fehler

  • Sprechtaste beim Hören gedrückt gehalten
  • Position nicht oder ungenau angegeben
  • MAYDAY bei nicht lebensbedrohlicher Lage
  • Kein Funkzeugnis und Verfahren unbekannt
  • Handfunkgerät nicht wasserdicht verstaut

Kurzüberblick

Material

  • UKW-Seefunkgerät

    Für den Betrieb sind in vielen Ländern Funkzeugnis und Lizenz nötig – lokale Regeln prüfen.

Geeignet für

  • Seenot und Notfälle an Bord
  • Küsten- und Binnengewässer mit Funküberwachung

Ungeeignet für

  • An Land als Ersatz für Telefonnotruf
  • Nicht dringliche Anliegen auf Kanal 16

Voraussetzungen

  • Funkgerät betriebsbereit und auf Kanal 16 hörbereit
  • Funkzeugnis/Lizenz nach lokalen Regeln
  • Eigene Schiffsdaten griffbereit (Name, Rufzeichen, MMSI)

Sicherheit

  • Funkzeugnisse, Gerätelizenzen und Kanalnutzung sind national geregelt. Lokale Regeln prüfen; dieser Eintrag ersetzt keine Funkausbildung. Im echten Notfall darf in der Regel jeder einen Notruf absetzen.

So funktioniert es

Seefunk nutzt international abgestimmte Kanäle und Verfahren, damit Küstenfunkstellen, Rettungsleitstellen und andere Schiffe einen Notruf hören und verstehen. DSC (Digital Selective Calling) sendet einen automatischen Alarm mit Schiffskennung (MMSI) und – bei angeschlossenem GNSS – Position. Danach folgt der Sprechfunk-Notruf nach festem Schema.

Vorteile

  • Erreicht Rettungsdienste und Schiffe in der Nähe gleichzeitig
  • DSC mit automatischer Position
  • Retter können per Funk peilen

Nachteile

  • Reichweite durch Sichtlinie begrenzt
  • Lizenz und Ausbildung nötig
  • Handgeräte mit begrenzter Leistung und Akku

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Die Verfahren für Notrufe auf See sind international geregelt und in Handbüchern wie dem IAMSAR-Handbuch beschrieben. MAYDAY über Sprechfunk gehört zu den anerkannten Notsignalen der Kollisionsverhütungsregeln.

Für Freizeitskipper bieten viele Länder kurze Funkkurse mit Prüfung an. Ein Handfunkgerät am Körper ist auch bei kleinen Booten und Kajaks eine sinnvolle Ergänzung zu Telefon und PLB.

Varianten

PAN PAN und SÉCURITÉ
PAN PAN kündigt eine dringende Lage ohne unmittelbare Lebensgefahr an (z. B. Maschinenausfall), SÉCURITÉ eine Sicherheitsmeldung (z. B. Treibgut).
MAYDAY RELAY
Wer einen Notruf hört, der unbeantwortet bleibt, kann ihn als MAYDAY RELAY weitergeben.

Häufige Fehler

  • Sprechtaste beim Hören gedrückt gehalten
  • Position nicht oder ungenau angegeben
  • MAYDAY bei nicht lebensbedrohlicher Lage
  • Kein Funkzeugnis und Verfahren unbekannt
  • Handfunkgerät nicht wasserdicht verstaut

Grenzen und Risiken

  • Keine Frequenz- und Reichweitenangaben außer Kanal 16
  • Keine Rechtsauskunft zu Lizenzen
  • Ersetzt keinen Funkkurs

Quellen

  1. [1]

    International Maritime Organization (IMO) and International Civil Aviation Organization (ICAO): IAMSAR Manual (International Aeronautical and Maritime Search and Rescue Manual), Volume III – Mobile Facilities

    Notrufverfahren im See- und Luftnotfall

  2. [2]

    International Maritime Organization (IMO) (1972): Convention on the International Regulations for Preventing Collisions at Sea, 1972 (COLREGs) – Annex IV: Distress signals

    MAYDAY und DSC-Alarm als anerkannte Notsignale

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10