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Signale und Kommunikation

Gefunden werden, in Kontakt bleiben

SurviveBetter · Stand 2026-10-12 · 26 Einträge

Notrufsysteme, Signalmittel und Kommunikationsplanung – damit Hilfe Sie erreicht.

01 · Notruf · Fachliche Prüfung folgt

Notruf absetzen: was sagen, wie erreichbar bleiben

Ein guter Notruf ist kurz, ruhig und strukturiert: Wo ist es passiert, was ist passiert, wie viele Betroffene, welche Verletzungen oder Gefahren – und dann auf Rückfragen warten. Die lokale Notrufnummer ist in der EU die 112. Nach dem Anruf erreichbar bleiben und Akku schonen.

Im Zweifel früh anrufen. Die Leitstelle entscheidet, welche Hilfe nötig ist; ein früher Anruf gibt Rettungskräften Zeit, besonders vor Dunkelheit oder Wetterverschlechterung.

Nicht als Erstes auflegen – die Leitstelle beendet das Gespräch. Danach Telefon eingeschaltet lassen und Leitung frei halten, damit Rückrufe ankommen.

Eigene Sicherheit zuerst: Nicht selbst in Gefahrenbereiche (Absturzgelände, Wasser, Feuer, Verkehr) begeben, um zu helfen.

Die 112 ist in allen EU-Mitgliedstaaten kostenlos erreichbar. Außerhalb der EU gelten andere Nummern – vor Reisen die lokale Notrufnummer nachschlagen.

Material

  • Mobiltelefon
  • Powerbank (Zusatzakku)(optional)

Schritte

  1. 1

    Notruf wählen

    Wähle die lokale Notrufnummer (112 in der EU). Sprich ruhig und deutlich und nenne deinen Namen.

  2. 2

    Wo?

    Nenne den Ort so genau wie möglich: Adresse oder Weg, Gipfel, Hütte, Wegweiser, markante Punkte. Wenn möglich Koordinaten aus Telefon oder GPS vorlesen und das Format nennen (z. B. Dezimalgrad).

  3. 3

    Was ist passiert, wie viele Betroffene?

    Beschreibe kurz das Ereignis, die Anzahl Betroffener und erkennbare Verletzungen oder Gefahren (Absturz, Feuer, Wasser, Wetter).

  4. 4

    Auf Rückfragen warten

    Beantworte die Fragen der Leitstelle und befolge ihre Anweisungen. Lege erst auf, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet.

  5. 5

    Erreichbar bleiben

    Telefon eingeschaltet lassen, nicht für andere Gespräche nutzen, Akku schonen. Wenn du den Standort verlassen musst, die Leitstelle möglichst informieren.

  6. 6

    Sich bemerkbar machen

    Rettungskräfte einweisen: helle Kleidung, Licht, Pfeife, im Gelände eine Person an eine gut sichtbare Stelle schicken, wenn das sicher ist.

Häufige Fehler

  • Ort ungenau oder gar nicht nennen
  • Zu früh auflegen
  • Nach dem Notruf Akku mit Telefonaten oder Fotos leeren
  • Aus Scham oder Sorge um Kosten zu spät anrufen
  • Koordinaten ohne Angabe des Formats durchgeben

Grenzen und Risiken

  • Keine Aussage zu Netzabdeckung oder Satellitendiensten einzelner Geräte und Länder
  • Notrufnummern außerhalb der EU unterscheiden sich

Quellen

  1. [1]

    European Commission: 112 – the European emergency number

    https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/112

  2. [2]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

  3. [3]

    Bundesministerium für Finanzen – Amtshelfer oesterreich.gv.at: Notrufnummern (oesterreich.gv.at)

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-emergency-call

02 · Notruf · Fachliche Prüfung folgt

Warnungen aufs Handy: Cell Broadcast und Warn-Apps einrichten

Viele Länder warnen die Bevölkerung per Cell Broadcast: Eine Nachricht geht an alle Telefone in einer Funkzelle, ohne Anmeldung und ohne App. Ergänzend gibt es behördliche Warn-Apps. Wer die Einstellungen kennt, Testwarnungen ernst nimmt und weitere Kanäle (Radio, Sirenen) nutzt, erfährt Gefahren früher.

Eine Warnung enthält Handlungsanweisungen. Sie befolgen (z. B. Gebiet verlassen, Gebäude aufsuchen, Fenster schließen) und nicht erst auf weitere Bestätigung warten.

Warnstufen nicht leichtfertig in den Einstellungen abschalten. Manche Stufen lassen sich je nach Land nicht deaktivieren, andere schon.

Material

  • Mobiltelefon
  • Batterie- oder Kurbelradio(optional)

Schritte

  1. 1

    Einstellungen prüfen

    Suche in den Telefoneinstellungen den Bereich für Notfallwarnungen bzw. Notfallbenachrichtigungen und prüfe, welche Stufen aktiv sind.

  2. 2

    Offizielle Warn-App ergänzen

    Installiere die von Behörden empfohlene Warn-App deines Landes und speichere wichtige Orte (Wohnort, Arbeitsplatz, Wohnort der Eltern).

  3. 3

    Warntage nutzen

    Bei landesweiten Probewarnungen prüfen, ob die Meldung angekommen ist, und Familienmitglieder fragen.

  4. 4

    Weitere Kanäle

    Ein batteriebetriebenes Radio und die Bedeutung örtlicher Sirenensignale kennen – bei Strom- oder Netzausfall fallen Handywarnungen eventuell weg.

  5. 5

    Auf Reisen

    Im Reiseland informieren, welche Warnsysteme es gibt; Cell-Broadcast-Meldungen kommen oft in der Landessprache.

Häufige Fehler

  • Alle Warnungen abgeschaltet, weil eine Testwarnung störte
  • Nur auf soziale Medien verlassen
  • Kein Plan B bei Netzausfall
  • Warnung gelesen, aber nicht gehandelt

Grenzen und Risiken

  • Keine Namen von Apps
  • Einstellungen je nach Gerät und Land unterschiedlich

Quellen

  1. [1]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Wireless Emergency Alerts (Integrated Public Alert & Warning System, IPAWS)

  2. [2]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-phone-alerts

03 · Notruf · Fachliche Prüfung folgt

Das Handy als Signalmittel: Licht, Bildschirm, Ton, Notruffunktion

Auch ohne Netz kann ein Smartphone helfen, gefunden zu werden: Taschenlampe für SOS-Lichtzeichen, heller Bildschirm, laute Töne oder Alarme, Displayreflexion als behelfsmäßiger Spiegel. Mit Netz bieten viele Telefone eine Notruffunktion, die anruft und den Standort teilt. Akku sparen ist dabei entscheidend.

Wenn ein Telefon Netz hat, zuerst die lokale Notrufnummer (112 in der EU) anrufen. Sicht- und Schallsignale ergänzen den Notruf, sie ersetzen ihn nicht.

Der Akku ist im Notfall die wichtigste Ressource: Er wird für Anrufe, Ortung und Rückrufe der Retter gebraucht. Signale mit dem Handy sparsam und gezielt einsetzen.

Die Notruffunktion per Tastenkombination nicht „zum Testen“ auslösen – sie kann einen echten Notruf absetzen. Stattdessen die Beschreibung in den Einstellungen lesen.

Material

  • Mobiltelefon
  • Powerbank(optional)

Schritte

  1. 1

    Notruffunktion kennenlernen

    Lies zu Hause in den Einstellungen nach, wie die Notruffunktion ausgelöst wird, ob sie automatisch anruft und welche Kontakte benachrichtigt werden. Notfallpass/Notfallkontakte ausfüllen.

  2. 2

    Akku schonen

    Energiesparmodus an, Helligkeit runter, unnötige Apps schließen. Nicht ständig nach Netz suchen lassen, wenn keins da ist – zu vereinbarten Zeiten prüfen.

  3. 3

    Licht gezielt einsetzen

    Nachts mit der Taschenlampenfunktion SOS geben (··· ––– ···), wenn du Retter hörst oder siehst.

  4. 4

    Ton nutzen

    Ein lauter Wecker oder Klingelton kann Suchende auf kurze Distanz leiten, wenn du nicht rufen kannst.

  5. 5

    Bildschirm als Spiegel

    Bei Sonne kann das ausgeschaltete Display Licht reflektieren – schwächer als ein echter Signalspiegel, aber besser als nichts.

Häufige Fehler

  • Akku mit Dauerlicht leer gemacht
  • Notruffunktion zum Testen ausgelöst
  • Gerät in der Kälte offen getragen
  • Unbekannte Nummern weggedrückt – es könnten die Retter sein

Grenzen und Risiken

  • Keine gerätespezifischen Anleitungen
  • Funktionen und Verfügbarkeit je nach Gerät und Land verschieden

Quellen

  1. [1]

    European Commission: 112 – the European emergency number

    https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/112

  2. [2]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Make A Plan

  3. [3]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-phone-as-signal

04 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Alpines Notsignal

Das alpine Notsignal ist eine in den europäischen Alpen verbreitete Konvention: sechs Zeichen pro Minute (etwa alle zehn Sekunden), dann eine Minute Pause, wiederholen. Die Antwort lautet drei Zeichen pro Minute. Zeichen können Rufe, Pfiffe oder Lichtblitze sein. Es ergänzt den Notruf, ersetzt ihn aber nicht.

Wenn möglich zuerst die lokale Notrufnummer (112 in der EU) wählen. Das Notsignal ist ein Mittel für den Fall ohne Empfang oder zur zusätzlichen Ortung durch Menschen in der Nähe.

Es handelt sich um eine alpine Konvention in Europa. Außerhalb der Alpen sind andere Zeichen gebräuchlich (z. B. drei Zeichen als allgemeines Notzeichen); nicht jede Person kennt die Regel.

Kein Spiel und keine Übung ohne Absprache – andere könnten es für einen echten Notfall halten und Rettungskräfte alarmieren.

Material

  • Signalpfeife(optional)
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
  • Signalspiegel(optional)

Schritte

  1. 1

    Signalmittel wählen

    Pfeife trägt weiter als die Stimme und schont Kräfte. Nachts eignet sich eine Lampe, tagsüber bei Sonne ein Spiegel oder auffälliges Winken.

  2. 2

    Sechs Zeichen pro Minute

    Gib eine Minute lang etwa alle zehn Sekunden ein Zeichen – insgesamt sechs.

  3. 3

    Eine Minute Pause

    Pausiere eine Minute und horche bzw. schaue nach einer Antwort.

  4. 4

    Wiederholen

    Wiederhole den Zyklus, bis eine Antwort kommt oder Hilfe eintrifft. Kräfte einteilen.

  5. 5

    Antwort erkennen oder geben

    Die Antwort lautet drei Zeichen pro Minute (etwa alle 20 Sekunden), dann eine Minute Pause. Wer ein Notsignal wahrnimmt, antwortet so und alarmiert über die lokale Notrufnummer die Rettung.

Rhythmus des alpinen Notsignals und der AntwortZeitachse über vier Minuten. Obere Reihe Notsignal: in der ersten Minute sechs Zeichen, etwa alle 10 Sekunden, dann eine Minute Pause zum Horchen, dann wieder sechs Zeichen und eine Minute Pause. Untere Reihe Antwort: drei Zeichen pro Minute, etwa alle 20 Sekunden, dann eine Minute Pause, wiederholt. Hinweise: Zeichen können Pfiffe, Rufe oder Lichtblitze sein; wiederholen, bis eine Antwort kommt. Wenn möglich zuerst den Notruf wählen (EU: 112). Es ist eine alpine Konvention; anderswo gelten oft drei Zeichen als Notsignal.ALPINES NOTSIGNAL – RHYTHMUSNOTSIGNAL6 Zeichen / Min.Pause · horchenPause · horchen1 Min.: 6× (≈ alle 10 s)ANTWORT3 Zeichen / Min.Pause · horchenPause · horchen1 Min.: 3× (≈ alle 20 s)0 min1 min2 min3 min4 min… wiederholenZEICHENPfiff, Ruf oder Lichtblitz.Wiederholen, bis eine Antwort kommt.NOTRUF ZUERSTWenn möglich zuerst Notruf (EU: 112).Alpine Konvention – anderswo oft 3 Zeichen.
Rhythmus des alpinen Notsignals und der Antwort

Häufige Fehler

  • Ununterbrochen rufen und sich heiser schreien
  • Keine Pausen zum Horchen
  • Nur das Signal geben, obwohl ein Notruf möglich wäre
  • Als Beobachter antworten, aber keine Rettung alarmieren

Grenzen und Risiken

  • Keine Reichweitenangabe – stark abhängig von Gelände und Wetter
  • Nicht weltweit einheitlich

Quellen

  1. [1]

    ICAR – International Commission for Alpine Rescue: International Commission for Alpine Rescue (ICAR) – recommendations and information (organisation website)

  2. [2]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

  3. [3]

    European Commission: 112 – the European emergency number

    https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/112

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-alpine-distress

05 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Signale an Hubschrauber (Y/N) und Verhalten bei der Landung

In Europa werden für Rettungshubschrauber verbreitet zwei Körperzeichen genutzt: beide Arme schräg nach oben (Form eines „Y“) bedeutet „Ja, wir brauchen Hilfe“; ein Arm schräg nach oben, einer schräg nach unten (Form eines „N“) bedeutet „Nein, wir brauchen keine Hilfe“. Bei der Landung gilt: Abstand halten, lose Gegenstände sichern und nur auf Zeichen der Crew nähern.

Rotoren sind lebensgefährlich, besonders der Heckrotor. Nie von hinten oder bergseitig nähern; nur auf Zeichen der Crew und gebückt im Sichtfeld des Piloten.

Der Abwind ist sehr stark. Lose Gegenstände (Jacken, Rettungsdecken, Planen, Hüte) sichern oder festhalten – sie können in die Rotoren gesaugt werden. Augen schützen, auf sicherem Stand bleiben.

Wer keine Hilfe braucht, sollte nicht mit beiden Armen winken. Die Zeichen sind eine verbreitete Konvention in Europa, aber nicht überall bekannt – die Crew wertet immer die Gesamtsituation aus.

Schritte

  1. 1

    Sichtbar positionieren

    Stelle dich, wenn sicher möglich, auf offenes Gelände mit Blick zum Hubschrauber, mit möglichst kontrastreichem Hintergrund.

  2. 2

    „Y“ – Hilfe benötigt

    Beide Arme schräg nach oben strecken und ruhig halten.

  3. 3

    „N“ – keine Hilfe benötigt

    Einen Arm schräg nach oben, den anderen schräg nach unten strecken.

  4. 4

    Landeplatz sichern

    Bei Annäherung lose Gegenstände festhalten oder beschweren, Abstand halten, Kopf und Augen schützen; mit dem Rücken zum Wind knien, falls die Crew nichts anderes signalisiert.

  5. 5

    Auf die Crew warten

    Erst nähern, wenn die Crew dazu auffordert, und nur von vorne im Sichtfeld des Piloten. Anweisungen der Crew haben Vorrang.

Y = Ja, wir brauchen Hilfe · N = Nein, keine Hilfe nötigZwei stehende Figuren von vorne. Links bilden beide Arme schräg nach oben mit dem Körper ein Y: Ja, Hilfe benötigt. Rechts ist ein Arm schräg nach oben, der andere schräg nach unten gestreckt, sodass die Arme eine Diagonale wie beim Buchstaben N bilden: Nein, keine Hilfe nötig. Hinweis: ruhig in der Haltung stehen und nicht winken; in Europa verbreitete Konvention.YNJA – Hilfe benötigtbeide Arme schräg nach obenNEIN – keine Hilfe nötigein Arm schräg hoch, einer schräg runterRuhig in der Haltung stehen, nicht winken · in Europa verbreitete Konvention
Y = Ja, wir brauchen Hilfe · N = Nein, keine Hilfe nötig

Häufige Fehler

  • Zum Spaß mit beiden Armen winken
  • Dem Hubschrauber entgegenlaufen
  • Lose Rettungsdecke oder Plane liegen lassen
  • Sich von hinten oder bergseitig nähern

Grenzen und Risiken

  • Gilt als europäische alpine Konvention; andere Regionen können andere Zeichen verwenden
  • Keine Anleitung für Windenrettung oder Einweisung als Landeplatzhelfer

Quellen

  1. [1]

    ICAR – International Commission for Alpine Rescue: International Commission for Alpine Rescue (ICAR) – recommendations and information (organisation website)

  2. [2]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-helicopter-signals

06 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Signalpfeife und Signalspiegel: Grundlagen

Eine Pfeife ist weiter hörbar als die Stimme und kostet kaum Kraft; ein Spiegel kann bei Sonne über große Entfernungen sichtbare Lichtblitze erzeugen. Beide sind leicht, billig und ohne Akku – sie wirken aber nur, wenn jemand in Hör- oder Sichtweite ist.

Lichtblitze können blenden. Nicht auf Fahrzeugführende oder Personen in der Nähe richten. Hat ein Luftfahrzeug dich offensichtlich bemerkt, nicht dauerhaft ins Cockpit blenden.

Signalmittel ergänzen den Notruf. Sobald Empfang besteht, die lokale Notrufnummer (112 in der EU) wählen.

Notsignale nicht zum Spaß geben – andere könnten Rettungskräfte alarmieren.

Material

  • Signalpfeife
  • Signalspiegel(optional) – Ersatzweise andere glänzende Flächen (z. B. Rettungsdecke, Display)
  • Rettungsdecke(optional)

Schritte

  1. 1

    Pfeife griffbereit tragen

    Befestige die Pfeife an Jacke oder Rucksackgurt, damit sie auch verletzt erreichbar ist.

  2. 2

    Im Rhythmus pfeifen

    Gib kurze, kräftige Pfiffe in einem erkennbaren Rhythmus – in den Alpen das alpine Notsignal, andernorts häufig drei Pfiffe – und horche in den Pausen.

  3. 3

    Spiegel ausrichten

    Strecke einen Arm aus und bilde mit zwei Fingern ein V um das Ziel. Kippe den Spiegel nahe am Gesicht, bis der Lichtfleck auf die Finger fällt, und lass ihn dann über das Ziel wandern.

  4. 4

    Horizont absuchen

    Auch ohne sichtbares Ziel kann man den Lichtfleck langsam über den Horizont oder entlang von Wegen in der Ferne wandern lassen.

  5. 5

    Bei Antwort einstellen

    Wenn eine Antwort kommt, Signal einstellen bzw. nur noch zur Ortung einsetzen und den Anweisungen der Retter folgen.

Häufige Fehler

  • Pfeife tief im Rucksack verstaut
  • Spiegel ungeübt erst im Notfall nutzen
  • Ohne Pausen pfeifen
  • Lichtfleck nicht kontrollieren, sondern zufällig blitzen

Grenzen und Risiken

  • Keine Angaben zu Reichweiten – stark abhängig von Bedingungen
  • Rhythmus-Konventionen unterscheiden sich regional

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    European Commission: 112 – the European emergency number

    https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/112

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-whistle-mirror

07 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Bodenzeichen für Luftfahrzeuge

Große, kontrastreiche Zeichen am Boden – etwa „SOS“ – können von Suchflugzeugen und Hubschraubern erkannt werden, auch wenn man selbst gerade nicht signalisieren kann. Entscheidend sind Größe, Kontrast, gerade Linien und ein offener Standort.

Zuerst die eigene Sicherheit: Wärme, Witterungsschutz und Wasser haben Vorrang. Keine Erschöpfung riskieren, um große Zeichen zu bauen.

Signalfeuer nur, wo es sicher und erlaubt ist – Waldbrandgefahr und Feuerverbote beachten (lokale Regeln prüfen). Ein außer Kontrolle geratenes Feuer gefährdet dich und andere.

Zeichen nach der Rettung entfernen, damit spätere Suchflüge nicht fehlgeleitet werden.

Material

  • Rettungsdecke(optional)
  • Tarp / Plane(optional)
  • Stabile Äste / Stangen(optional)

Schritte

  1. 1

    Offene Fläche wählen

    Suche eine freie, möglichst ebene Fläche, die von oben gut einsehbar ist: Lichtung, Wiese, Schneefeld, Strand – ohne Gefahren wie Lawinenhänge oder Flutlinie.

  2. 2

    Kontrast schaffen

    Lege dunkles Material auf hellen Untergrund oder helles auf dunklen: Äste und Steine auf Schnee oder Sand, Rettungsdecke oder helle Planen auf Gras; im Schnee Linien austreten.

  3. 3

    Große, einfache Zeichen

    Forme so groß wie möglich ein einfaches Zeichen wie „SOS“ mit geraden Linien. Lieber ein großes, klares Zeichen als mehrere kleine.

  4. 4

    Material sichern

    Folien und Decken mit Steinen beschweren, damit Wind oder Rotorabwind sie nicht wegreißen.

  5. 5

    Aktiv signalisieren, wenn Luftfahrzeuge kommen

    Bei Flugzeuggeräusch zusätzlich mit Spiegel, Licht oder Körperzeichen auf dich aufmerksam machen.

Häufige Fehler

  • Zeichen zu klein oder kontrastarm
  • Zeichen unter Bäumen oder im Schatten
  • Lose Folie, die wegfliegt
  • Für den Bau Wärme und Schutz vernachlässigen

Grenzen und Risiken

  • Keine Maßangaben – größer ist besser, solange es die Kräfte erlauben
  • Spezielle Codes (Bodenzeichen-Alphabete) sind hier nicht aufgeführt

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-ground-to-air

08 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Signalfeuer und Rauchzeichen

Feuer ist nachts, Rauch am Tag ein weithin sichtbares Signal – besonders für Luftfahrzeuge. Ein Signalfeuer wird vorbereitet, aber erst angezündet, wenn Retter in Hör- oder Sichtweite sind. Drei Feuer gelten verbreitet als Notzeichen. Die Brandgefahr ist erheblich: nur wo es sicher und erlaubt ist.

Ein Signalfeuer kann einen Flächenbrand auslösen, der dich selbst und andere gefährdet. Nur auf offenem, nicht brennbarem Untergrund, mit Abstand zu Bäumen und Bewuchs, nie bei starkem Wind oder Trockenheit. Feuerverbote und lokale Regeln beachten.

Kunststoffe, Reifen oder Öl erzeugen zwar dunklen Rauch, aber giftige Dämpfe. Nicht einatmen; Rauch von der Windseite aus beobachten.

Notsignale nur in echter Not verwenden. Fehlalarme binden Rettungskräfte und können in vielen Ländern Kosten oder Strafen nach sich ziehen. Versehentliche Alarme sofort melden.

Material

  • Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl
  • Trockenes Brennholz
  • Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige – Zunder und Anmachholz trocken und griffbereit lagern

Schritte

  1. 1

    Platz wählen

    Suche eine offene, von oben gut sichtbare Stelle (Lichtung, Kuppe, Kiesbank) mit mineralischem Boden, fern von überhängenden Ästen und trockenem Gras.

  2. 2

    Feuer vorbereiten

    Baue Zunder, Anmachholz und Brennholz fertig auf und decke es gegen Regen ab. Lege grünes Laub oder feuchtes Material für Rauch daneben bereit.

  3. 3

    Drei Feuer (wenn möglich)

    Bei genug Material und sicherem Gelände drei Feuerstellen im Dreieck mit deutlichem Abstand vorbereiten.

  4. 4

    Erst bei Bedarf anzünden

    Zünde an, sobald du ein Flugzeug oder Retter hörst oder siehst. Am Tag dann rauchendes Material auflegen.

  5. 5

    Beaufsichtigen und löschen

    Feuer nie unbeaufsichtigt lassen. Wasser oder Erde zum Löschen bereithalten und das Feuer vollständig löschen, wenn es nicht mehr gebraucht wird.

Häufige Fehler

  • Feuer erst vorbereiten, wenn das Flugzeug schon da ist
  • Im dichten Wald, wo Rauch unter den Kronen bleibt
  • Zu nahe an Bewuchs
  • Material nicht trocken gehalten
  • Feuer unbeaufsichtigt

Grenzen und Risiken

  • Keine Sichtweitenangaben – stark wetterabhängig
  • Keine Rechtsauskunft zu Feuerverboten

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    International Maritime Organization (IMO) (1972): Convention on the International Regulations for Preventing Collisions at Sea, 1972 (COLREGs) – Annex IV: Distress signals

  3. [3]

    USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)

    https://smokeybear.com

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-signal-fire-smoke

09 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Lichtsignale bei Nacht: SOS und Blinkzeichen

Eine Taschen- oder Stirnlampe ist nachts eines der besten Signalmittel. Das international bekannte SOS wird als drei kurze, drei lange, drei kurze Zeichen gegeben (··· ––– ···) und wiederholt. Wichtig: Licht gezielt in Richtung möglicher Retter, Akku sparen und Luftfahrzeugbesatzungen nicht blenden.

Nie mit starken Lampen und nie mit Lasern direkt ins Cockpit eines Luftfahrzeugs leuchten. Besatzungen nutzen nachts oft Nachtsichtgeräte und können geblendet werden; Laser auf Luftfahrzeuge zu richten ist in vielen Ländern verboten. Ist man entdeckt, Licht auf den Boden oder auf sich selbst richten.

Notsignale nur in echter Not verwenden. Fehlalarme binden Rettungskräfte und können in vielen Ländern Kosten oder Strafen nach sich ziehen. Versehentliche Alarme sofort melden.

Material

  • Stirnlampe / Taschenlampe
  • Mobiltelefon(optional) – Taschenlampenfunktion als Ersatz

Schritte

  1. 1

    Sichtbar positionieren

    Gehe an eine Stelle mit freier Sicht in die Richtung, aus der Hilfe kommen kann (Kuppe, Lichtung, Ufer), ohne dich in Gefahr zu bringen.

  2. 2

    SOS geben

    Drei kurze Blinkzeichen, drei lange (etwa dreimal so lang), drei kurze. Dann eine längere Pause und wiederholen.

  3. 3

    Gezielt leuchten

    Richte die Lampe auf mögliche Beobachter oder schwenke sie langsam über den Horizont. Ein Strobe-Modus spart Akku und fällt auf.

  4. 4

    Energie einteilen

    Signale in Intervallen und dann geben, wenn du etwas hörst oder siehst. Ersatzbatterien warm halten.

  5. 5

    Nach Antwort umstellen

    Wurdest du entdeckt, nicht weiter in Richtung der Retter blinken, sondern deinen Standort ruhig beleuchten und Anweisungen folgen.

Häufige Fehler

  • Akku durch Dauerleuchten verbraucht
  • Pausen zwischen den SOS-Buchstaben
  • Hubschrauber direkt angeleuchtet
  • Signal aus einer Senke gegeben, aus der man nicht gesehen wird

Grenzen und Risiken

  • Keine Reichweitenangaben
  • Morsecode-Kenntnis bei Beobachtern nicht garantiert – Rhythmus und Wiederholung zählen

Quellen

  1. [1]

    International Maritime Organization (IMO) (1972): Convention on the International Regulations for Preventing Collisions at Sea, 1972 (COLREGs) – Annex IV: Distress signals

  2. [2]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-light-sos

10 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Pfeifsignale vereinbaren: drei Pfiffe für Hilfe und Gruppencodes

Drei Pfiffe gelten vielerorts als Hilferuf, in den Alpen ist das alpine Notsignal üblich. Für Gruppen – Familien, Schulklassen, Wanderteams – lohnt es sich, vor der Tour wenige, einfache Pfeifsignale zu vereinbaren und zu üben. Wer pfeift, spart Stimme und wird weiter gehört.

Wenn ein Telefon Netz hat, zuerst die lokale Notrufnummer (112 in der EU) anrufen. Sicht- und Schallsignale ergänzen den Notruf, sie ersetzen ihn nicht.

Pfeifkonventionen sind nicht weltweit einheitlich. Drei Pfiffe werden verbreitet verstanden, sind aber keine Garantie. Gruppensignale gelten nur innerhalb der Gruppe, die sie vereinbart hat.

Material

  • Signalpfeife – Eine Pfeife pro Person, besonders für Kinder

Schritte

  1. 1

    Hilferuf festlegen

    Vereinbare: drei kurze, kräftige Pfiffe, Pause, wiederholen = „Ich brauche Hilfe“. In den Alpen alternativ das alpine Notsignal.

  2. 2

    Wenige Gruppensignale

    Zum Beispiel ein Pfiff = „Wo bist du? / Achtung“, zwei Pfiffe = „Komm zu mir“. Mehr als zwei oder drei Signale vergisst man im Stress.

  3. 3

    Antwort vereinbaren

    Lege fest, wie geantwortet wird (z. B. dasselbe Signal zurück), damit der Rufende weiß, dass er gehört wurde.

  4. 4

    Mit Kindern üben

    Kinder sollen wissen: Wenn du dich verlaufen hast, bleib stehen und pfeife – du bekommst keinen Ärger.

  5. 5

    Pausen zum Hören

    Nach jeder Pfiffgruppe lauschen. Antworten kommen oft leise oder aus unerwarteter Richtung.

Häufige Fehler

  • Pfeife als Spielzeug benutzt – Signale werden nicht mehr ernst genommen
  • Zu viele Codes vereinbart
  • Keine Pausen zum Hören
  • Pfeife im Rucksack statt am Körper

Grenzen und Risiken

  • Keine Reichweitenangaben
  • Gruppencodes sind Beispiele, keine Norm

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Build A Kit

  3. [3]

    ICAR – International Commission for Alpine Rescue: International Commission for Alpine Rescue (ICAR) – recommendations and information (organisation website)

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-whistle-codes

11 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Auffallen mit Farbe: Signaltuch, Flagge, Kleidung

Leuchtende Farben und Bewegung machen Menschen aus der Luft und von weitem sichtbar. Ein orangefarbenes Tuch, eine Rettungsdecke, eine Jacke an einem Stock geschwenkt oder flach ausgelegt – alles, was mit der Umgebung kontrastiert, erhöht die Chance, gefunden zu werden.

Lose Tücher, Planen und Rettungsdecken können vom Rotorabwind eines Hubschraubers hochgerissen werden und gefährden die Maschine. Bei Annäherung einsammeln oder fest beschweren.

Bei Kälte nicht die eigene Isolationsschicht als Signal auslegen. Wärme geht vor; lieber zusätzliche Gegenstände nutzen.

Material

  • Signaltuch (leuchtfarben)(optional)
  • Rettungsdecke(optional)
  • Stabile Äste / Stangen(optional) – Als Fahnenstange

Schritte

  1. 1

    Offenen Platz wählen

    Lichtung, Kuppe, Ufer, Schneefeld – dort, wo man von oben und von den Seiten gesehen wird.

  2. 2

    Flach auslegen

    Tuch oder Rettungsdecke flach ausbreiten und mit Steinen beschweren. Gestreckte, große Formen sind besser als ein Knäuel.

  3. 3

    Flagge setzen

    Ein Stück Stoff an einem langen Stock an einer erhöhten Stelle befestigen – sichtbar auch, während du dich ausruhst.

  4. 4

    Bei Annäherung schwenken

    Hörst oder siehst du ein Luftfahrzeug, das Tuch in großen Bögen schwenken. Danach die Arme für das Y-Zeichen nutzen.

Häufige Fehler

  • Tarnfarben tragen und ausschließlich darauf hoffen, gesehen zu werden
  • Signal unter Bäumen auslegen
  • Tücher nicht gesichert
  • Wärmende Kleidung zum Signal gemacht

Grenzen und Risiken

  • Keine Sichtweitenangaben
  • Bei Nebel, Dämmerung und Nacht nutzlos

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    International Maritime Organization (IMO) (1972): Convention on the International Regulations for Preventing Collisions at Sea, 1972 (COLREGs) – Annex IV: Distress signals

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-bright-panels

12 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Eingeschlossen oder verschüttet: auf sich aufmerksam machen

Wer nach einem Erdbeben, Einsturz oder Unwetter eingeschlossen ist, sollte Kraft und Atemluft sparen und so signalisieren, dass Helfer den Ort finden: Nachricht oder Anruf, wenn möglich, sonst gleichmäßiges Klopfen an Rohre oder Wände oder eine Pfeife – Rufen erst, wenn Helfer in der Nähe sind.

Wenn ein Telefon Netz hat, zuerst die lokale Notrufnummer (112 in der EU) anrufen. Sicht- und Schallsignale ergänzen den Notruf, sie ersetzen ihn nicht.

Keine Streichhölzer, Feuerzeuge oder Kerzen benutzen – nach Erdbeben und Einstürzen kann Gas ausgetreten sein.

Mund und Nase mit Stoff bedecken, um Staub nicht einzuatmen. Möglichst wenig bewegen, um Trümmer nicht zu verschieben.

Material

  • Signalpfeife(optional) – Am Schlüsselbund oder in der Notfalltasche
  • Mobiltelefon(optional)

Schritte

  1. 1

    Notruf oder Nachricht

    Wenn das Telefon funktioniert: Notruf wählen oder eine Nachricht an Vertraute senden, mit möglichst genauer Lage (Gebäude, Stockwerk, Raum).

  2. 2

    Sich schützen

    Mund und Nase bedecken, ruhig atmen, nicht unnötig bewegen.

  3. 3

    Klopfen

    Mit einem harten Gegenstand gleichmäßig auf Rohr, Träger oder Wand klopfen, zum Beispiel drei Schläge, Pause, wiederholen.

  4. 4

    Pfeifen

    Wenn vorhanden, in Abständen drei Pfiffe geben.

  5. 5

    Rufen erst bei Nähe

    Hörst du Helfer, laut rufen und antworten. Sonst Kraft sparen und in Abständen weiter klopfen.

Häufige Fehler

  • Dauerhaft rufen und sich erschöpfen
  • Offenes Feuer als Licht
  • Akku mit Dauerlicht leeren
  • Unkontrolliert an Trümmern ziehen

Grenzen und Risiken

  • Keine Anleitung zur Selbstbefreiung oder Rettung anderer
  • Keine medizinischen Hinweise

Quellen

  1. [1]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Earthquakes

  2. [2]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness

  3. [3]

    European Commission: 112 – the European emergency number

    https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/112

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-trapped-signalling

13 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Aus Haus oder Wohnung auf Not aufmerksam machen (z. B. bei Hochwasser)

Wer bei Hochwasser, Sturm oder nach einem Unglück im Gebäude festsitzt und das Telefon nicht durchkommt, kann sich von Fenster, Balkon oder – nur wenn nötig – vom Dach bemerkbar machen: helles Tuch, große Schrift, Licht bei Nacht, Pfeife. Wichtig ist, sich dabei nicht selbst zu gefährden.

Wenn ein Telefon Netz hat, zuerst die lokale Notrufnummer (112 in der EU) anrufen. Sicht- und Schallsignale ergänzen den Notruf, sie ersetzen ihn nicht.

Bei steigendem Wasser nicht in einen geschlossenen Dachboden ohne Ausstieg flüchten – dort kann man eingeschlossen werden. Aufs Dach nur, wenn es nötig ist.

Nicht durch Hochwasser waten oder schwimmen, um Hilfe zu holen. Strömung, Trümmer und Strom im Wasser sind lebensgefährlich.

Beim Signalisieren aus Fenster oder vom Dach nicht weit hinauslehnen; Kinder festhalten. Abstand zu Stromleitungen halten.

Material

  • Signalpfeife(optional)
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
  • Signaltuch (leuchtfarben)(optional) – Oder ein helles Bettlaken, Handtuch

Schritte

  1. 1

    Notruf versuchen

    Notruf wählen; wenn nicht möglich, Nachricht an Vertraute mit Adresse und Zahl der Personen senden.

  2. 2

    Sicheren, sichtbaren Ort wählen

    Höchstes erreichbares Stockwerk mit Fenster oder Balkon zur Straße oder zum Wasser hin.

  3. 3

    Helles Tuch aushängen

    Bettlaken oder Tuch aus dem Fenster hängen; wenn möglich groß „SOS“ oder „HILFE“ und die Zahl der Personen darauf schreiben.

  4. 4

    Bei Sichtkontakt bewegen

    Kommen Boot, Fahrzeug oder Hubschrauber in Sicht, mit Tuch oder Armen deutlich winken und pfeifen.

  5. 5

    Nachts Licht

    Taschenlampe oder Handylicht in Abständen blinken lassen – Akku sparen.

Häufige Fehler

  • Ins Wasser gehen, um Hilfe zu holen
  • In einen Dachboden ohne Ausstieg flüchten
  • Akku mit Dauerlicht leeren
  • Signal entfernen, nachdem alle das Gebäude verlassen haben, vergessen

Grenzen und Risiken

  • Keine Anleitung für Brandfälle
  • Keine Evakuierungsanleitung

Quellen

  1. [1]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Floods

  2. [2]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  3. [3]

    European Commission: 112 – the European emergency number

    https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/112

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-signals-from-buildings

14 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Internationale Notsignale auf See: Überblick

Die internationalen Kollisionsverhütungsregeln (COLREGs, Anlage IV) listen Signale, die auf dem Wasser „Ich bin in Not und brauche Hilfe“ bedeuten – darunter MAYDAY über Funk, SOS, rote Leuchtsignale, orangefarbener Rauch, langsames Heben und Senken der ausgestreckten Arme und Notfunkbaken. Wer auf dem Wasser unterwegs ist, sollte sie erkennen und die mitgeführten Signalmittel bedienen können.

Notsignale nur in echter Not verwenden. Fehlalarme binden Rettungskräfte und können Kosten oder Strafen nach sich ziehen. Versehentliche Alarme sofort melden.

Pyrotechnische Signale (Handfackeln, Raketen, Rauchsignale) sind gefährlich: nur nach Herstellerangaben und lokalen Regeln verwenden, lagern und entsorgen. Abgelaufene Signalmittel nicht selbst entsorgen oder abbrennen.

Sieht man von Land aus Notsignale auf dem Wasser, nicht selbst hinausschwimmen oder -fahren, sondern die lokale Notrufnummer (112 in der EU) oder die Küstenwache anrufen und die Stelle im Auge behalten.

Material

  • UKW-Seefunkgerät(optional)
  • Persönliches Notfunkbake (PLB)(optional)
  • Signalpfeife(optional)

Schritte

  1. 1

    Signale kennen

    Wichtige Notsignale: MAYDAY über Funk, SOS (Licht oder Schall), rote Leuchtsignale, orangefarbener Rauch, langsames Heben und Senken beider ausgestreckter Arme, anhaltendes Nebelhornsignal, ausgelöste Notfunkbake.

  2. 2

    Passende Mittel mitführen

    Was an Bord sein muss oder sinnvoll ist, hängt von Bootsart, Fahrtgebiet und Land ab. Mindestens Pfeife, Lampe und ein wasserdicht verpacktes Telefon; je nach Revier Funk, Bake und Pyrotechnik.

  3. 3

    Vor der Fahrt prüfen

    Ablaufdaten, Batterien und Zugriff prüfen: Signalmittel müssen erreichbar sein, auch wenn das Boot kentert.

  4. 4

    Im Notfall

    Zuerst Notruf über Funk oder Telefon, dann Sichtsignale, wenn Schiffe oder Luftfahrzeuge in Sicht sind. Pyrotechnik nur bei Sichtkontakt einsetzen, nicht „auf Verdacht“ verbrauchen.

Häufige Fehler

  • Abgelaufene oder unzugängliche Signalmittel
  • Alle Leuchtsignale auf einmal verbraucht
  • Winken mit einer Hand als Gruß missverstanden
  • Telefon nicht wasserdicht verpackt
  • Fehlalarm nicht gemeldet

Grenzen und Risiken

  • Keine Bedienungsanleitung für Pyrotechnik
  • Keine nationalen Ausrüstungspflichten
  • Vollständige Liste nur in Anlage IV selbst

Quellen

  1. [1]

    International Maritime Organization (IMO) (1972): Convention on the International Regulations for Preventing Collisions at Sea, 1972 (COLREGs) – Annex IV: Distress signals

  2. [2]

    International Maritime Organization (IMO) (1974): International Convention for the Safety of Life at Sea (SOLAS), 1974, as amended

  3. [3]

    International Maritime Organization (IMO) and International Civil Aviation Organization (ICAO): IAMSAR Manual (International Aeronautical and Maritime Search and Rescue Manual), Volume III – Mobile Facilities

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-sea-distress-overview

15 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Auf Suchende reagieren: antworten, bleiben, sichtbar sein

Wird nach dir gesucht, rufen Suchtrupps oft deinen Namen, pfeifen oder leuchten. Antworte mit Pfeife, Rufen oder Licht, bleib an einem gut sichtbaren Platz und geh nicht den Geräuschen hinterher, wenn du sie nicht sicher zuordnen kannst. Kinder sollten wissen: Suchende sind Helfer, niemand ist böse – nicht verstecken.

Wenn ein Telefon Netz hat, zuerst die lokale Notrufnummer (112 in der EU) anrufen. Sicht- und Schallsignale ergänzen den Notruf, sie ersetzen ihn nicht.

Wer umherläuft, wird schwerer gefunden und gerät leichter in gefährliches Gelände. Meist ist es besser, an einem sicheren, sichtbaren Platz zu bleiben, sich warm zu halten und zu signalisieren.

Material

  • Signalpfeife
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
  • Signaltuch (leuchtfarben)(optional)

Schritte

  1. 1

    Bleiben

    Sobald klar ist, dass du verirrt bist: an einem sicheren Platz bleiben, möglichst am Rand einer Lichtung oder an einem Weg.

  2. 2

    Sichtbar machen

    Helle Kleidung oder Tuch auslegen, nachts Licht bereithalten.

  3. 3

    In Abständen signalisieren

    Drei Pfiffe, Pause, wiederholen. Zwischendurch lauschen.

  4. 4

    Antworten

    Hörst du Rufe, Pfiffe oder siehst Licht: sofort antworten und weiter signalisieren, bis die Suchenden bei dir sind.

  5. 5

    Mit Kindern vorher üben

    Kindern beibringen: Wenn du dich verläufst, bleib bei einem Baum, pfeif und antworte, wenn jemand ruft – auch Fremden in Rettungskleidung.

Häufige Fehler

  • Geräuschen hinterherlaufen
  • Sich aus Scham oder Angst verstecken
  • Pfeife im Rucksack statt griffbereit
  • Signale dauerhaft, ohne zu lauschen
  • Den Standort mehrmals wechseln

Grenzen und Risiken

  • Keine Anleitung zur Organisation einer Suche
  • Keine Erste-Hilfe-Anleitung

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    Boy Scouts of America: Scouts BSA Handbook

  3. [3]

    European Commission: 112 – the European emergency number

    https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/112

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-responding-to-searchers

16 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Von oben gefunden werden: Hubschrauber, Flugzeuge, Drohnen

Luftgestützte Suche sieht viel Gelände, aber kleine, unbewegte, getarnte Menschen leicht nicht. Wer gefunden werden will, geht an einen offenen Platz in der Nähe, legt kontrastreiche Farben aus und bewegt sich, wenn ein Luftfahrzeug oder eine Drohne in Sicht ist. Drohnen nicht berühren oder bewerfen, Hubschraubern nicht entgegenlaufen.

Wenn ein Telefon Netz hat, zuerst die lokale Notrufnummer (112 in der EU) anrufen. Sicht- und Schallsignale ergänzen den Notruf, sie ersetzen ihn nicht.

Einem landenden oder schwebenden Hubschrauber nie entgegenlaufen. Abwind wirbelt Gegenstände auf. Erst nähern, wenn die Besatzung ein Zeichen gibt, und nur von vorne im Sichtbereich des Piloten.

Drohnen nicht anfassen, festhalten oder bewerfen – Propeller verletzen. Winken genügt; manche Drohnen haben Lautsprecher, über die Anweisungen kommen.

Material

  • Signaltuch (leuchtfarben)(optional)
  • Signalspiegel(optional)
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
  • Rettungsdecke(optional) – Glänzende Seite kann Sonnenlicht reflektieren

Schritte

  1. 1

    Offene Stelle suchen

    Lichtung, Wiese, Grat, Schneefläche oder Strand in der Nähe – nur wenn sicher erreichbar.

  2. 2

    Kontrast auslegen

    Helle oder leuchtende Kleidung, Rucksack, Tuch flach ausbreiten; wenn möglich ein großes Bodenzeichen.

  3. 3

    Bei Sicht bewegen

    Hörst oder siehst du ein Luftfahrzeug oder eine Drohne: mit Tuch oder beiden Armen winken, Signalspiegel benutzen, nachts Licht blinken lassen.

  4. 4

    Hilfebedarf zeigen

    Beide Arme schräg nach oben (Y-Zeichen) bedeutet „Ja, Hilfe nötig“; einen Arm hoch, einen unten bedeutet „Nein“.

  5. 5

    Auf Anweisung warten

    Nach dem Entdecken am Platz bleiben, lose Gegenstände sichern und den Anweisungen der Crew folgen.

Häufige Fehler

  • Unter Bäumen sitzen bleiben, während ein Hubschrauber sucht
  • Dem Luftfahrzeug nachlaufen
  • Mit einer Hand freundlich winken (wirkt wie Gruß)
  • Lose Planen bei Hubschrauberlandung
  • Drohne einfangen wollen

Grenzen und Risiken

  • Keine Angaben zu Sichtweiten oder Kameratechnik
  • Keine Anleitung für Windeneinsätze

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    International Maritime Organization (IMO) and International Civil Aviation Organization (ICAO): IAMSAR Manual (International Aeronautical and Maritime Search and Rescue Manual), Volume III – Mobile Facilities

  3. [3]

    ICAR – International Commission for Alpine Rescue: International Commission for Alpine Rescue (ICAR) – recommendations and information (organisation website)

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-aerial-search-visibility

17 · Signalmittel · Fachliche Prüfung folgt

Im Dunkeln gesehen werden: Reflektoren, Warnweste, Licht

Zu Fuß oder mit dem Rad auf Landstraßen, bei einer Panne oder auf dem Weg durch eine dunkle Stadt im Stromausfall: Wer nicht gesehen wird, ist in Gefahr. Fluoreszierende Farben wirken bei Tageslicht und Dämmerung, Reflektoren nur, wenn Licht auf sie fällt (z. B. Scheinwerfer), eigene Lampen immer. Am besten kombiniert man alles.

Auch mit Warnweste ist der Aufenthalt auf der Fahrbahn lebensgefährlich. Bei einer Panne möglichst hinter der Leitplanke oder weit abseits warten und die lokale Notrufnummer (112 in der EU) oder den Pannendienst anrufen.

Ob Warnwesten im Fahrzeug mitgeführt werden müssen und wie Fußgänger auf Landstraßen gehen sollen, regelt jedes Land selbst – lokale Regeln prüfen.

Material

  • Warnweste
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)

Schritte

  1. 1

    Ausrüsten

    Warnweste im Auto in Griffweite (nicht im Kofferraum), Reflektorbänder und eine kleine Lampe in Jacke oder Rucksack.

  2. 2

    Vor dem Aussteigen anziehen

    Bei einer Panne die Weste im Fahrzeug anziehen, dann auf der verkehrsabgewandten Seite aussteigen, wenn möglich.

  3. 3

    Reflektoren an bewegten Stellen

    Reflektierende Bänder an Knöcheln und Handgelenken machen Bewegung erkennbar.

  4. 4

    Richtig gehen

    Auf Straßen ohne Gehweg so gehen, wie es die lokalen Regeln vorsehen – vielerorts dem Gegenverkehr entgegen –, hintereinander und am Rand.

  5. 5

    Eigenes Licht

    Lampe einschalten, wenn Fahrzeuge kommen; in der Gruppe zumindest vorne und hinten ein Licht.

Häufige Fehler

  • Dunkle Kleidung bei Dämmerung
  • Weste im Kofferraum
  • Auf Reflektoren ohne eigene Lampe verlassen, wo keine Scheinwerfer sind
  • Neben der Fahrbahn auf dem Seitenstreifen sitzen bleiben

Grenzen und Risiken

  • Keine Normwerte für Reflexionsklassen
  • Keine verbindlichen Verkehrsregeln für einzelne Länder

Quellen

  1. [1]

    Department for Transport and Driver and Vehicle Standards Agency (United Kingdom): The Highway Code

  2. [2]

    European Commission: 112 – the European emergency number

    https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/112

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-reflective-visibility

18 · Funk und Satellit · Fachliche Prüfung folgt

Notfallinformationen per Radio bei Katastrophen

Fallen Strom, Internet oder Mobilfunk aus, bleibt ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio oft die verlässlichste Informationsquelle: Behörden geben Warnungen und Verhaltenshinweise über den Rundfunk heraus. Selbst funken darf man nur im Rahmen der jeweils geltenden Regeln – diese unterscheiden sich je nach Land.

Nur offiziellen Quellen folgen (Behörden, öffentlich-rechtlicher bzw. beauftragter Rundfunk). Gerüchte und unbestätigte Nachrichten können zu gefährlichen Entscheidungen führen.

Sendefunk ist rechtlich geregelt: Für viele Funkdienste braucht man eine Genehmigung oder Prüfung, anderes ist lizenzfrei. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land – lokale Regeln prüfen.

Bei Gefahr für Leben und Gesundheit immer versuchen, die lokale Notrufnummer (112 in der EU) zu erreichen; ist das nicht möglich, Hinweise der Behörden zu Anlaufstellen beachten.

Material

  • Batterie- oder Kurbelradio
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)

Schritte

  1. 1

    Radio vorbereiten

    Lege ein Radio mit Batterie-, Akku- oder Kurbelbetrieb zu den Vorräten und lagere passende Ersatzbatterien.

  2. 2

    Sender notieren

    Notiere auf Papier die Frequenzen regionaler öffentlicher Sender und lege den Zettel zum Radio.

  3. 3

    Regelmäßig hören

    Höre in einer Lage zu festen Zeiten Nachrichten, statt das Radio dauernd laufen zu lassen – das spart Energie.

  4. 4

    Anweisungen befolgen

    Befolge Hinweise der Behörden, z. B. zu Evakuierung, Schutz in Gebäuden oder Anlaufstellen. Informationen an Nachbarn weitergeben, die kein Radio haben.

  5. 5

    Regelmäßig prüfen

    Teste das Radio und die Batterien in regelmäßigen Abständen.

Häufige Fehler

  • Kein netzunabhängiges Radio im Haushalt
  • Leere oder ausgelaufene Batterien
  • Frequenzen nur im Internet gespeichert
  • Gerüchten in sozialen Netzwerken mehr glauben als offiziellen Stellen
  • Ohne Kenntnis der Regeln senden

Grenzen und Risiken

  • Keine Frequenzangaben – regional verschieden
  • Keine Rechtsauskunft zu Funklizenzen

Quellen

  1. [1]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

  2. [2]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Make a Plan (Ready.gov)

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-radio-disaster

19 · Funk und Satellit · Fachliche Prüfung folgt

Persönliche Notfunkbake (PLB): Funktion, Registrierung, Auslösen

Eine PLB sendet im Notfall ein Signal an ein internationales Satellitensystem für Such- und Rettungsdienste, meist mit GNSS-Position. Sie funktioniert weltweit ohne Mobilfunknetz und in der Regel ohne Abonnement, ist aber eine Einbahnstraße: Man kann nur Alarm geben, nicht kommunizieren. Registrierung und richtige Handhabung sind entscheidend.

Eine PLB ist für ernste und unmittelbare Gefahr gedacht. Nach dem Auslösen eingeschaltet lassen, an einem Ort bleiben und die Antenne nach Anleitung frei zum Himmel halten.

Bei versehentlicher Auslösung das Gerät ausschalten und die zuständige Rettungsleitstelle bzw. Registrierungsstelle informieren, damit keine Suche gestartet wird.

Registrierungspflichten, zuständige Stellen und erlaubte Gerätearten unterscheiden sich je nach Land. Lokale Regeln prüfen und bei Reisen ins Ausland klären, ob das Gerät dort genutzt werden darf.

Material

  • Persönliches Notfunkbake (PLB)

Schritte

  1. 1

    Registrieren

    Registriere die Bake bei der zuständigen nationalen Stelle und halte Kontaktdaten aktuell. Manche Stellen erlauben auch Angaben zur geplanten Tour.

  2. 2

    Vor der Tour prüfen

    Selbsttest nur so durchführen, wie der Hersteller es beschreibt; Batterie- und Ablaufdatum prüfen.

  3. 3

    Am Körper tragen

    Trage die PLB am Körper (Weste, Schultergurt), nicht im Rucksack, der bei einem Sturz oder auf dem Wasser verloren gehen kann.

  4. 4

    Im Notfall auslösen

    Antenne ausklappen, Gerät auslösen, mit freier Sicht zum Himmel halten bzw. ablegen. Nicht mit dem Körper abdecken.

  5. 5

    Eingeschaltet lassen und bleiben

    Lass das Gerät bis zur Rettung eingeschaltet, bleib nach Möglichkeit an einem Ort und nutze zusätzlich Sicht- und Schallsignale.

Häufige Fehler

  • Nicht registriert
  • Abgelaufene Batterie
  • Gerät im Rucksack verstaut
  • Nach dem Auslösen ausgeschaltet, weil scheinbar nichts passiert
  • Antenne verdeckt

Grenzen und Risiken

  • Keine Angaben zu Alarmierungszeiten oder Genauigkeit
  • Keine Rechtsauskunft zu Registrierungspflichten

Quellen

  1. [1]

    International Cospas-Sarsat Programme: International Cospas-Sarsat Programme – system information (organisation website)

  2. [2]

    U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA): Search and Rescue Satellite Aided Tracking (SARSAT) – beacon information and registration

  3. [3]

    International Maritime Organization (IMO) and International Civil Aviation Organization (ICAO): IAMSAR Manual (International Aeronautical and Maritime Search and Rescue Manual), Volume III – Mobile Facilities

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-plb-beacon

20 · Funk und Satellit · Fachliche Prüfung folgt

Satelliten-Messenger und Satelliten-SOS am Telefon

Satelliten-Messenger senden über kommerzielle Satellitennetze Textnachrichten, Positionsdaten und – im Notfall – einen SOS-Alarm an eine Notrufzentrale. Anders als eine PLB ermöglichen sie meist Zwei-Wege-Kommunikation, brauchen aber ein Abonnement. Manche Smartphones bieten in bestimmten Ländern ebenfalls Notruf über Satellit.

Den SOS-Modus nur in echter Not auslösen und danach eingeschaltet lassen. Rückfragen der Notrufzentrale beantworten – Art des Notfalls, Zahl der Personen, Verletzungen.

Ohne aktives Abonnement oder bei abgelaufenem Dienst funktioniert die SOS-Funktion möglicherweise nicht. Vor jeder Tour prüfen.

Notsignale nur in echter Not verwenden. Fehlalarme binden Rettungskräfte und können in vielen Ländern Kosten oder Strafen nach sich ziehen. Versehentliche Alarme sofort melden.

Material

  • Satelliten-Messenger
  • Powerbank(optional)

Schritte

  1. 1

    Einrichten

    Dienst aktivieren, Notfallkontakte und medizinische Hinweise hinterlegen, vordefinierte Nachrichten anlegen.

  2. 2

    Testen

    Vor der Tour eine Testnachricht (nicht SOS) unter freiem Himmel senden und den Empfang bestätigen lassen.

  3. 3

    Absprachen treffen

    Mit der Kontaktperson vereinbaren, wann Lebenszeichen kommen und was zu tun ist, wenn sie ausbleiben.

  4. 4

    Im Notfall SOS

    SOS auslösen, Gerät mit freier Himmelssicht platzieren, auf Rückfragen antworten und Akku schonen.

Häufige Fehler

  • Abonnement abgelaufen
  • Nie getestet
  • Unter Bäumen oder im Zelt senden und auf sofortige Zustellung warten
  • Kontaktperson nicht eingeweiht
  • Akku leer

Grenzen und Risiken

  • Keine Bewertung einzelner Geräte oder Anbieter
  • Abdeckung und Dienste ändern sich

Quellen

  1. [1]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

  2. [2]

    International Maritime Organization (IMO) and International Civil Aviation Organization (ICAO): IAMSAR Manual (International Aeronautical and Maritime Search and Rescue Manual), Volume III – Mobile Facilities

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-satellite-messenger

21 · Funk und Satellit · Fachliche Prüfung folgt

Seefunk (UKW): Notruf mit MAYDAY – Grundlagen

Auf dem Wasser ist UKW-Seefunk das Standardmittel, um Hilfe zu rufen: Kanal 16 ist international für Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr reserviert, Geräte mit DSC senden auf Knopfdruck einen digitalen Notalarm. MAYDAY nur bei ernster, unmittelbarer Gefahr. Für Betrieb und Gerät sind in vielen Ländern Zeugnis und Lizenz nötig.

MAYDAY ist nur für ernste und unmittelbare Gefahr für Personen oder das Fahrzeug bestimmt. Für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Lagen gibt es PAN PAN. Missbrauch ist in vielen Ländern strafbar.

Funkzeugnisse, Gerätelizenzen und Kanalnutzung sind national geregelt. Lokale Regeln prüfen; dieser Eintrag ersetzt keine Funkausbildung. Im echten Notfall darf in der Regel jeder einen Notruf absetzen.

Material

  • UKW-Seefunkgerät

Schritte

  1. 1

    DSC-Notalarm (wenn vorhanden)

    Abdeckung der Notruftaste öffnen und Taste gedrückt halten, bis der Alarm gesendet ist. Danach auf Kanal 16 bleiben.

  2. 2

    Kanal 16, hohe Leistung

    Gerät auf Kanal 16 und hohe Sendeleistung stellen. Sprechtaste drücken, ruhig und deutlich sprechen.

  3. 3

    MAYDAY-Meldung

    „MAYDAY, MAYDAY, MAYDAY – hier ist [Schiffsname dreimal, Rufzeichen/MMSI] – MAYDAY [Schiffsname] – Position – Art der Notlage – benötigte Hilfe – Anzahl der Personen an Bord – weitere Informationen – OVER.“

  4. 4

    Hören und wiederholen

    Nach der Meldung loslassen und hören. Ohne Antwort in kurzen Abständen wiederholen.

  5. 5

    Anweisungen befolgen

    Antworten der Küstenfunkstelle befolgen, Funkverkehr knapp halten und Akku schonen.

Häufige Fehler

  • Sprechtaste beim Hören gedrückt gehalten
  • Position nicht oder ungenau angegeben
  • MAYDAY bei nicht lebensbedrohlicher Lage
  • Kein Funkzeugnis und Verfahren unbekannt
  • Handfunkgerät nicht wasserdicht verstaut

Grenzen und Risiken

  • Keine Frequenz- und Reichweitenangaben außer Kanal 16
  • Keine Rechtsauskunft zu Lizenzen
  • Ersetzt keinen Funkkurs

Quellen

  1. [1]

    International Maritime Organization (IMO) and International Civil Aviation Organization (ICAO): IAMSAR Manual (International Aeronautical and Maritime Search and Rescue Manual), Volume III – Mobile Facilities

  2. [2]

    International Maritime Organization (IMO) (1972): Convention on the International Regulations for Preventing Collisions at Sea, 1972 (COLREGs) – Annex IV: Distress signals

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-marine-vhf

22 · Funk und Satellit · Fachliche Prüfung folgt

Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS): Grundlagen – nur mit Ausbildung

Ein LVS-Gerät sendet im Normalbetrieb ein Signal und kann im Suchmodus andere Geräte orten. Es hilft nur, wenn alle in der Gruppe eines tragen, es eingeschaltet und geprüft ist, Schaufel und Sonde dabei sind – und die Gruppe die Kameradenrettung regelmäßig geübt hat. Dieser Eintrag erklärt das Prinzip; die Suche selbst lernt man in einem Kurs.

Ein LVS verhindert keine Lawine. Die wichtigste Maßnahme ist, gefährliches Gelände zu meiden: Lawinenbulletin lesen, Gelände beurteilen, im Zweifel verzichten.

Bei einem Lawinenabgang mit Verschütteten sofort die Rettung alarmieren (lokale Notrufnummer, 112 in der EU) – wenn möglich durch eine Person, während die anderen suchen. Die Kameradenrettung beginnt sofort, weil die Zeit entscheidend ist.

Handys, Funkgeräte und andere Elektronik können ein LVS stören. Abstände nach Herstellerangaben einhalten, besonders im Suchmodus.

Material

  • Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS)
  • Schneeschaufel – Lawinenschaufel, gehört zur Grundausrüstung

Schritte

  1. 1

    Am Körper tragen

    Das Gerät im Tragesystem unter der äußeren Kleidungsschicht tragen, nicht im Rucksack.

  2. 2

    Gruppencheck vor dem Start

    Vor jeder Tour Batterie und Senden/Empfangen aller Geräte in der Gruppe prüfen, wie im Kurs gelernt.

  3. 3

    Unterwegs auf Senden

    Während der Tour bleibt das Gerät auf Senden. Erst im Ernstfall auf Suchen umschalten.

  4. 4

    Im Ernstfall: Alarm und Suche

    Rettung alarmieren, Lawinenkegel beobachten, Geräte auf Suchen, nach dem trainierten Ablauf suchen, sondieren und schaufeln.

  5. 5

    Regelmäßig üben

    Jede Saison mehrmals üben, auch Mehrfachverschüttungen, wie in Kursen angeboten.

Häufige Fehler

  • Gerät im Rucksack
  • Batterie nicht geprüft
  • Ohne Schaufel und Sonde unterwegs
  • Nie geübt
  • Sich wegen des Geräts sicherer fühlen und mehr riskieren

Grenzen und Risiken

  • Keine Suchanleitung im Detail
  • Keine Lawinenbeurteilung
  • Keine Erste-Hilfe-Anleitung

Quellen

  1. [1]

    ICAR – International Commission for Alpine Rescue: International Commission for Alpine Rescue (ICAR) – recommendations and information (organisation website)

  2. [2]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

  3. [3]

    European Avalanche Warning Services (EAWS): European Avalanche Danger Scale

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-avalanche-transceiver

23 · Funk und Satellit · Fachliche Prüfung folgt

Handfunkgeräte in Gruppe und Familie: Nutzung und Funkdisziplin

Einfache Handfunkgeräte (in Europa z. B. PMR446, anderswo andere Systeme) halten Gruppen und Familien auf kurze Distanz ohne Mobilfunknetz in Kontakt. Damit sie im Ernstfall funktionieren, braucht es erlaubte Geräte, einen vereinbarten Kanal mit Ausweichkanal, feste Rufzeiten und kurze, klare Funksprüche. Wer mithört, hört alles – Funk ist nicht privat.

Funk ist rechtlich geregelt. Welche Geräte lizenzfrei sind, mit welcher Leistung und auf welchen Frequenzen, unterscheidet sich je nach Land. Lokale Regeln prüfen; Geräte aus anderen Ländern sind nicht automatisch erlaubt.

Auf allgemeinen Funkkanälen hört nicht unbedingt jemand mit. Im Notfall zuerst die lokale Notrufnummer (112 in der EU) versuchen.

Material

  • Handfunkgerät (Sprechfunk)
  • Ersatzbatterien(optional)

Schritte

  1. 1

    Einrichten

    Alle Geräte auf denselben Kanal (und ggf. denselben Untercode) stellen, Ausweichkanal vereinbaren und auf einer Karte notieren.

  2. 2

    Rufzeiten festlegen

    Feste Zeiten vereinbaren (z. B. zur vollen Stunde), zu denen alle einschalten. Das spart Akku.

  3. 3

    Erst hören, dann sprechen

    Vor dem Senden kurz hören, ob der Kanal frei ist. Sprechtaste drücken, kurz warten, dann sprechen.

  4. 4

    Kurz und klar

    Wer ruft wen, Nachricht, „Ende“ bzw. „over“. Wichtige Angaben (Ort, Zeit) wiederholen lassen.

  5. 5

    Notfall hat Vorrang

    Hört man einen Notfall, den Kanal freihalten und helfen, z. B. indem man Hilfe per Telefon verständigt.

Häufige Fehler

  • Untercodes für Verschlüsselung halten
  • Kein Ausweichkanal vereinbart
  • Dauernd eingeschaltet, Akku leer
  • Lange Gespräche blockieren den Kanal
  • Nicht erlaubte Geräte gekauft

Grenzen und Risiken

  • Keine Reichweiten-, Kanal- oder Leistungsangaben
  • Keine Rechtsberatung

Quellen

  1. [1]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness

  2. [2]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-two-way-radio

24 · Energie und Planung · Fachliche Prüfung folgt

Auffindbar bleiben: Tourenplan, an Ort bleiben, Spuren hinterlassen

Rettung beginnt, bevor man losgeht: Wer einen Tourenplan hinterlässt, wird früher vermisst und gezielter gesucht. Im Notfall hilft es meist, an einem gut sichtbaren Ort zu bleiben, Signale vorzubereiten und erreichbar zu sein. Muss man sich bewegen, Notizen und Markierungen hinterlassen.

Wenn ein Telefon Netz hat, zuerst die lokale Notrufnummer (112 in der EU) anrufen. Sicht- und Schallsignale ergänzen den Notruf, sie ersetzen ihn nicht.

Bleiben ist nur richtig, wenn der Ort sicher ist. Bei Gefahr durch Wasser, Feuer, Lawinen oder Steinschlag zuerst an einen sicheren Platz in der Nähe wechseln und das, wenn möglich, mitteilen oder markieren.

Warten heißt auskühlen. Schutz vor Wind, Nässe und Bodenkälte hat Vorrang; Signale so vorbereiten, dass man sie aus dem Unterschlupf heraus geben kann.

Material

  • Signalpfeife
  • Mobiltelefon
  • Notizbuch und Bleistift(optional) – Für Notizen an Ort und Stelle
  • Signaltuch (leuchtfarben)(optional)

Schritte

  1. 1

    Tourenplan hinterlassen

    Route, Alternativen, Teilnehmer, Ausrüstung, Fahrzeug und späteste Rückkehrzeit einer Kontaktperson geben – mit der Anweisung, ab wann sie die lokale Notrufnummer (112 in der EU) anruft.

  2. 2

    Im Notfall bleiben

    Wenn jemand von dir weiß und der Ort sicher ist: bleiben. Einen gut sichtbaren Platz in der Nähe wählen, z. B. am Rand einer Lichtung oder an einem Weg.

  3. 3

    Signale vorbereiten

    Pfeife um den Hals, Lampe griffbereit, Tuch oder Bodenzeichen ausgelegt. Bei Geräuschen von Suchenden sofort antworten.

  4. 4

    Erreichbar bleiben

    Telefon an vereinbarten Zeiten einschalten oder im Energiesparmodus lassen, Rückrufe annehmen, auch unbekannte Nummern.

  5. 5

    Wenn du gehen musst: Spuren legen

    Hinterlasse am Ausgangspunkt eine Notiz mit Uhrzeit und Richtung, lege Pfeile aus Steinen oder Ästen und bleib nach Möglichkeit auf Wegen.

Häufige Fehler

  • Niemandem Bescheid gesagt
  • Plan geändert, ohne die Kontaktperson zu informieren
  • Ziellos weitergelaufen
  • Vor Suchenden versteckt (häufig bei Kindern aus Angst vor Ärger)
  • Nach der Rückkehr nicht abgemeldet – Fehlalarm

Grenzen und Risiken

  • Keine allgemeingültige Regel für Bleiben oder Gehen
  • Ersetzt keinen Notruf

Quellen

  1. [1]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Make a Plan (Ready.gov)

  2. [2]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

  3. [3]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-staying-findable

25 · Energie und Planung · Fachliche Prüfung folgt

Energieplan für Notfallkommunikation: Akkus, Kälte, Reserve

Telefon, Lampe, GPS und Satellitengerät helfen nur, solange sie Strom haben. Ein einfacher Energieplan – geladen starten, Reserve mitnehmen, Verbrauch senken, Akkus warm halten und eine feste Notreserve nicht anrühren – entscheidet oft darüber, ob ein Notruf noch möglich ist.

Lege eine Reserve fest, die nur für Notruf und Rettung verwendet wird – z. B. eine Powerbank oder einen Mindest-Akkustand des Telefons – und halte dich daran.

Beschädigte, aufgeblähte oder sehr heiße Lithium-Akkus nicht weiter verwenden oder laden – Brandgefahr. Akkus nicht im Schlafsack laden, wenn sie heiß werden.

Material

  • Powerbank
  • Ersatzbatterien
  • Mobiltelefon
  • Packsack (wasserdicht)(optional)

Schritte

  1. 1

    Voll geladen starten

    Alle Geräte und Powerbanks vor der Tour laden, Ersatzbatterien prüfen, Kabel einpacken.

  2. 2

    Verbrauch senken

    Energiesparmodus, niedrige Bildschirmhelligkeit, unnötige Funkverbindungen und Hintergrund-Apps aus. Offline-Karten statt Online-Laden.

  3. 3

    Warm halten

    Telefon und Ersatzakkus körpernah tragen (Innentasche), nachts mit in den Schlafsack nehmen.

  4. 4

    Feste Zeiten

    Bei fehlendem Netz das Telefon nicht dauernd suchen lassen: Flugmodus und zu vereinbarten Zeiten kurz einschalten – wenn eine Kontaktperson darüber Bescheid weiß.

  5. 5

    Reserve nicht anrühren

    Die festgelegte Notreserve nur für Notruf, Ortung und Kontakt mit Rettern verwenden.

Häufige Fehler

  • Mit halbvollem Akku gestartet
  • Powerbank leer, weil nie geprüft
  • Telefon in der Außentasche bei Frost
  • Akku für Fotos und Videos verbraucht
  • Falsches oder kein Kabel

Grenzen und Risiken

  • Keine Laufzeit- oder Kapazitätsangaben
  • Gerätespezifische Einstellungen nicht beschrieben

Quellen

  1. [1]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Build A Kit

  2. [2]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-battery-planning

26 · Energie und Planung · Fachliche Prüfung folgt

Wenn Netze überlastet sind: Nachrichten statt Anrufe

Nach großen Ereignissen versuchen alle gleichzeitig zu telefonieren, und Netze werden überlastet. Kurze Textnachrichten kommen dann oft eher durch als Anrufe. Mit einer vereinbarten Kontaktperson außerhalb des Gebiets, kurzen Statusmeldungen und freigehaltenen Leitungen für Notrufe erreicht man Angehörige zuverlässiger.

In akuter Gefahr nicht auf Nachrichten an Angehörige setzen, sondern die lokale Notrufnummer (112 in der EU) anrufen. Notrufnummern nicht für allgemeine Auskünfte nutzen.

Informationen aus offiziellen Quellen (Warn-Apps, Radio, Behördenseiten) haben Vorrang vor Weitergeleitetem in Chats.

Material

  • Mobiltelefon
  • Powerbank(optional)
  • Notizbuch und Bleistift(optional) – Wichtige Nummern auf Papier

Schritte

  1. 1

    Vorher planen

    Eine Kontaktperson außerhalb der Region vereinbaren, bei der sich alle melden. Nummern auf Papier und im Telefon speichern.

  2. 2

    Erst Nachricht

    Nach einem Ereignis eine kurze Nachricht schicken: „Bin [Ort], unverletzt, melde mich um [Zeit]“.

  3. 3

    Anrufe kurz halten

    Wenn ein Anruf nötig ist, kurz halten und Wesentliches zuerst sagen.

  4. 4

    Status einmal teilen

    Eine Statusmeldung an Familie oder in einer vereinbarten Gruppe erspart viele Einzelanrufe.

  5. 5

    Akku schonen

    Bildschirm dunkel, unnötige Apps schließen, zu vereinbarten Zeiten nachsehen.

Häufige Fehler

  • Immer wieder anrufen, wenn es nicht durchgeht
  • Lange Sprach- und Videonachrichten
  • Nummern nur im Telefon
  • Gerüchte weiterleiten
  • Notruf für Auskünfte blockieren

Grenzen und Risiken

  • Keine Aussagen zu technischen Priorisierungen einzelner Netze
  • Bei vollständigem Netzausfall wirkungslos

Quellen

  1. [1]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Make A Plan

  2. [2]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness

  3. [3]

    European Commission: 112 – the European emergency number

    https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/112

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/signals/sig-congested-networks