Sicher beleuchten ohne Kerzen
Bei Stromausfall greifen viele zu Kerzen – und gerade dann kommt es häufig zu Wohnungsbränden. Batterie- und Akkuleuchten sind sicherer, praktischer und ausdauernder. Wer doch Kerzen nutzt, braucht feste Regeln: nie unbeaufsichtigt, standfest, weit weg von Brennbarem und Kindern.
- Vorbereitung ca. 15 Minuten

Einfach erklärt
Wenn der Strom ausfällt, ist es plötzlich dunkel – und viele Menschen zünden dann Kerzen an. Das wirkt gemütlich, ist aber gefährlich: Gerade bei Stromausfällen brennt es oft, weil eine Kerze umfällt, ein Vorhang Feuer fängt oder jemand mit brennender Kerze einschläft.
Viel sicherer sind Lampen mit Batterie oder Akku, am besten mit LED. Eine LED ist ein kleines Licht, das kaum warm wird und sehr wenig Strom braucht. Wenn so eine Lampe umfällt, passiert nichts. Am besten hat jede Person ihre eigene Taschen- oder Stirnlampe, und für das Wohnzimmer gibt es eine Laterne.
Ganz wichtig: Wenn es nach Gas riecht, darfst du kein Feuer anzünden und keinen Lichtschalter drücken. Dann sofort alle raus aus dem Haus und von draußen den Notruf anrufen (112 in der EU).
Wie es funktioniert
Eine LED wandelt elektrischen Strom sehr effizient in Licht um. Eine alte Glühbirne dagegen machte vor allem Wärme und nur nebenbei Licht. Deshalb laufen LED-Lampen mit einem Satz Batterien viel länger, und sie werden kaum heiß. Eine Kerzenflamme ist das Gegenteil: Sie ist offenes Feuer, das brennbare Dinge in der Nähe entzünden kann, und sie verbraucht dabei Sauerstoff aus der Raumluft.
Im Stromausfall kommt etwas hinzu, das man leicht unterschätzt: Die Situation ist ungewohnt. Es ist dunkel, alle sind etwas unruhig, Kinder und Haustiere laufen herum, man sucht Dinge und stößt leichter etwas um. Eine offene Flamme ist in so einer Lage ein ständiges Risiko. Eine Batterieleuchte kann dagegen herunterfallen oder umkippen, ohne dass etwas passiert.
Worauf es ankommt
Licht nützt nur, wenn du es im Dunkeln findest. Lege deshalb Lampen an einen festen, bekannten Ort, zum Beispiel in eine Schublade im Flur oder neben das Bett. Stirnlampen sind besonders praktisch, weil beide Hände frei bleiben – etwa auf der Treppe, beim Kochen oder wenn du ein Kind trägst.
Für den gemeinsamen Raum reicht oft eine einzige Laterne. Ein einfacher Trick: Richte eine Stirnlampe so aus, dass sie in eine mit Wasser gefüllte, durchsichtige Flasche leuchtet. Das Wasser streut das Licht, und die Flasche wirkt wie eine kleine Raumleuchte.
Spare Energie, damit das Licht lange reicht. Nutze niedrige Helligkeitsstufen, schalte Lampen aus, wenn niemand im Raum ist, und halte Ersatzbatterien nach Typ sortiert bereit. Solar- oder Kurbelleuchten sind eine gute Ergänzung, liefern je nach Wetter und Modell aber nur begrenzt Licht.
Sicherheit: darauf musst du achten
Wenn du doch Kerzen benutzt, brauchst du feste Regeln. Nur in einem standfesten, nicht brennbaren Halter auf einer feuerfesten Unterlage. Mit großem Abstand zu Vorhängen, Decken, Papier und allem, was brennen kann. Außer Reichweite von Kindern und Haustieren. Nie unbeaufsichtigt, und vor dem Verlassen des Raums oder dem Schlafengehen immer löschen. Teelichter nie direkt auf Kunststoff oder Holz stellen.
Öl-, Petroleum- und Gaslaternen sind keine gute Dauerlösung in Innenräumen. Sie können Brände auslösen und Kohlenmonoxid bilden. Wenn überhaupt, dann nur genau nach Herstellerangaben – Batterielicht ist fast immer die bessere Wahl.
Halte einen Feuerlöscher oder eine Löschdecke griffbereit, sobald offene Flammen im Spiel sind. Lässt sich ein Feuer nicht sofort löschen: alle raus, Türen hinter dir schließen und den Notruf wählen. Rauchmelder laufen meist mit Batterie und schützen auch im Stromausfall – vorausgesetzt, sie werden regelmäßig geprüft.
Ausrüstung und Material
Eine sinnvolle Grundausstattung ist überschaubar: eine Taschen- oder Stirnlampe pro Person, eine Laterne für den Wohnraum und Ersatzbatterien in den passenden Größen. Wer Akkuleuchten mit USB-Anschluss nutzt, kann sie mit einer geladenen Powerbank nachladen. Achte darauf, dass möglichst viele Geräte dieselbe Batteriegröße nutzen – dann musst du weniger verschiedene Sorten lagern.
Batterien verlieren auch ungenutzt langsam Ladung, und alte Batterien können auslaufen. Nimm sie bei längerer Lagerung aus den Geräten oder prüfe sie regelmäßig, zum Beispiel bei der Zeitumstellung.
Gut zu wissen
Behörden wie das BBK in Deutschland und Ready.gov in den USA empfehlen übereinstimmend Taschenlampen statt Kerzen. Der Grund ist einfach: Kerzen verursachen immer wieder Brände, und das Risiko steigt, wenn viele Menschen sie gleichzeitig in ungewohnter Lage benutzen.
Kerzenlicht ist trotzdem nicht „verboten“ – es kommt auf den Umgang an. Für die Grundbeleuchtung im Notfall ist aber batteriebetriebenes Licht die ruhigere, sicherere Lösung, gerade in Haushalten mit Kindern, Haustieren oder älteren Menschen.
Schritt für Schritt
Eine Lampe pro Person
Jede Person bekommt eine Taschen- oder Stirnlampe. Stirnlampen lassen die Hände frei, etwa auf Treppen oder beim Kochen.
- 1
Eine Lampe pro Person
Jede Person bekommt eine Taschen- oder Stirnlampe. Stirnlampen lassen die Hände frei, etwa auf Treppen oder beim Kochen.
- 2
Ein Raum, eine Laterne
Nutze eine Laterne für den gemeinsamen Aufenthaltsraum. Eine Stirnlampe, mit dem Licht nach innen gegen eine mit Wasser gefüllte Flasche gerichtet, streut das Licht ebenfalls im Raum.
- 3
Energie sparen
Niedrige Helligkeitsstufen nutzen und Lampen ausschalten, wenn sie nicht gebraucht werden. Batterien und Akkus nach Typ getrennt bereithalten.
- 4
Falls doch Kerzen: feste Regeln
Nur in standfesten, nicht brennbaren Haltern auf einer feuerfesten Unterlage, mit Abstand zu allem Brennbaren, nie unbeaufsichtigt. Vor dem Verlassen des Raums oder dem Schlafen löschen.
Kerzen außer Reichweite von Kindern und Haustieren.
- 5
Löschmittel bereit
Halte einen Feuerlöscher oder eine Löschdecke griffbereit, wenn offene Flammen genutzt werden. Bei einem Brand, der nicht sofort gelöscht ist: raus, Türen schließen, Notruf.
Häufige Fehler
- Kerzen beim Einschlafen brennen lassen
- Teelichter direkt auf Kunststoff oder Holz stellen
- Kerzen auf Fensterbänken mit Vorhängen
- Keine Ersatzbatterien
- Lampen im Dunkeln suchen müssen
Kurzüberblick
Material
Stirnlampe / Taschenlampe
Hände bleiben frei
Batterie-Laterne / LED-Leuchte
Für die Raumbeleuchtung
Ersatzbatterien
Kühl und trocken lagern, Haltbarkeitsdatum beachten; Knopfzellen außer Reichweite von Kindern.
Powerbank
Zum Laden von Akkuleuchten mit USB
Beschädigte oder aufgeblähte Akkus nicht mehr verwenden; nicht abgedeckt laden.
Geeignet für
- Jeden Stromausfall in Wohnung und Haus
- Haushalte mit Kindern oder Haustieren
Ungeeignet für
- Offene Flammen in Räumen mit Gasgeruch – dann sofort raus und den Notruf wählen
Voraussetzungen
- Leuchten an einem festen, bekannten Ort
- Funktionierende Rauchmelder
Sicherheit
- Öl-, Petroleum- und Gaslaternen erzeugen Brand- und Kohlenmonoxidgefahr. Nur nach Herstellerangaben und nicht als Dauerlicht in geschlossenen Räumen verwenden; batteriebetriebenes Licht vorziehen.
- Rauchmelder funktionieren in der Regel mit Batterie und schützen auch während eines Stromausfalls – sofern sie gewartet sind.
So funktioniert es
Licht im Stromausfall soll zuverlässig, ausdauernd und gefahrlos sein. LED-Leuchten verbrauchen wenig Energie, erzeugen kaum Wärme und können umgestoßen werden, ohne etwas zu entzünden. Eine offene Flamme bleibt dagegen in einer abgedunkelten, ungewohnten Situation – mit Unruhe, Kindern und Haustieren – ein ständiges Brandrisiko.
Vorteile
- Kein Brandrisiko durch Batterieleuchten
- Lange Leuchtdauer mit LED
- Sicher mit Kindern und Haustieren
Nachteile
- Batterie- oder Akkuvorrat nötig
- Lädt sich ohne Strom nicht von selbst auf
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Das BBK empfiehlt im Ratgeber für Notfallvorsorge Taschenlampen und batteriebetriebene Leuchten; auch Ready.gov rät bei Stromausfällen ausdrücklich zu Taschenlampen statt Kerzen, weil Kerzen Brände verursachen können.
Brennstoffbetriebene Laternen sind eine Grauzone: Sie liefern viel Licht, verbrennen aber Sauerstoff, erzeugen Abgase und Hitze. Für den Alltag im Stromausfall sind sie unnötig, wenn genügend Batterielicht vorhanden ist.
Varianten
- Solar- und Kurbelleuchten
- Leuchten mit Solarpanel oder Kurbel sind unabhängig von Batterievorräten, liefern aber je nach Wetter und Modell nur begrenzt Licht. Als Ergänzung sinnvoll.
Häufige Fehler
- Kerzen beim Einschlafen brennen lassen
- Teelichter direkt auf Kunststoff oder Holz stellen
- Kerzen auf Fensterbänken mit Vorhängen
- Keine Ersatzbatterien
- Lampen im Dunkeln suchen müssen
Grenzen und Risiken
- Keine Produktempfehlungen
- Keine Brandschutzanleitung über einfache Grundregeln hinaus
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Stirnlampe / Taschenlampe
- Mobiltelefon (Akku leert sich bei Kälte und bei Dauernutzung von Display und GPS schnell.), Batterie-Laterne / LED-Leuchte
- Batterie-Laterne / LED-Leuchte
- Stirnlampe / Taschenlampe, Mobiltelefon (Akku leert sich bei Kälte und bei Dauernutzung von Display und GPS schnell.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
Taschenlampen und Batterieleuchten in der Notfallvorsorge
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Power Outages
Taschenlampen statt Kerzen bei Stromausfall