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Knoten

Halbmastwurf (HMS, Munter-Knoten)

Ein Knoten in einem Karabiner, der durch Reibung ein Seil bremst. Er ist Teil der Kletter- und Bergrettungsausbildung. Diese Seite erklärt nur, was der Knoten ist und wie er aussieht – sie lehrt kein Sichern und kein Abseilen.

Schwierigkeit
Fortgeschritten
Aufwand
wenige Sekunden (nach Ausbildung)
Risikostufe
Sicherheitsrelevant
Fehler melden

Einfach erklärt

Der Halbmastwurf ist ein besonderer Knoten, den Kletterer und Bergretter benutzen. Er wird in einen Karabiner gelegt – das ist ein großer Metallhaken mit einem Verschluss. Wenn das Seil durch diesen Knoten läuft, reibt es an sich selbst und am Metall. Diese Reibung bremst das Seil, ungefähr so, wie du ein Seil bremsen kannst, wenn du es um einen Pfosten wickelst.

Damit diese Bremse wirklich hält, muss alles genau stimmen: der richtige Karabiner, die richtige Seite, die richtige Haltung der Hand. Das kann man nicht aus einem Text lernen. Man lernt es in einem Kurs, mit einem Ausbilder, der jeden Handgriff kontrolliert.

Darum erklärt diese Seite nur, was der Halbmastwurf ist und wie er funktioniert. Sie zeigt dir nicht, wie man damit Menschen sichert, abseilt oder ablässt. Probiere das niemals selbst aus.

Was der Halbmastwurf ist

Der Halbmastwurf ist eine Seilführung in einem Karabiner, die das Seil durch Reibung bremst. Er gehört in die Ausbildung beim Klettern, im Bergsport und in der Bergrettung. Dort lernt man ihn als Teil eines ganzen Systems aus Seil, Karabiner, Gurt, Handhaltung und Partnerkontrolle – der Knoten allein ist nur ein Baustein davon.

In diesem Atlas steht er, damit du den Begriff kennst, wenn du ihm begegnest, und verstehst, warum er nur in der Ausbildung gelernt werden soll. Das einzige, wofür der Eintrag ihn außerhalb einer Ausbildung überhaupt erwähnt, ist das kontrollierte Ablassen von Material wie einem Rucksack – niemals von Personen.

Wie es funktioniert

Im Karabiner legt sich das Seil so, dass es um den Karabiner herum und dabei über sich selbst läuft. An diesen Kontaktstellen entsteht Reibung. Wie stark die Bremswirkung ist, hängt davon ab, welcher Seilstrang wie gehalten wird – genau deshalb ist die richtige Position der Bremshand entscheidend und muss geübt werden.

Eine Besonderheit ist, dass der Knoten „umschlagen“ kann: Wenn das Seil die Laufrichtung wechselt, dreht sich der Knoten im Karabiner auf die andere Seite. Das ist gewollt, muss aber bekannt sein und wird im Kurs trainiert. Außerdem verdreht der Halbmastwurf das Seil, sodass Kringel entstehen, und erzeugt Abrieb und Wärme am Seil. Wie stark er bremst, wird hier bewusst nicht beziffert.

Erkennen und Verwechseln

Der Halbmastwurf entsteht aus zwei gleich gedrehten Augen, die wie ein Buch Rücken an Rücken zusammengeklappt werden. Schiebt man die beiden Augen stattdessen übereinander, entsteht ein Webeleinstek – ein ganz anderer Knoten, der im Karabiner nicht bremst, sondern festhält. Diese Verwechslung ist einer der klassischen Fehler.

Ob ein Halbmastwurf richtig liegt, ob der Karabiner passt, verschlossen ist und ob das Seil nicht über den Schnapper (den Verschluss) läuft, muss eine ausgebildete Person kontrollieren. Ein Bild oder eine Beschreibung reicht dafür nicht. Diese Seite ersetzt diese Kontrolle ausdrücklich nicht.

Sicherheit: darauf musst du achten

Ein falsch gelegter Halbmastwurf, ein ungeeigneter oder nicht verschlossener Karabiner oder eine Bremshand, die loslässt, können beim Sichern von Menschen tödliche Folgen haben. Deshalb gilt ohne Ausnahme: Lebenssichernde Verwendung nur nach fachlicher Ausbildung mit zertifizierter Ausrüstung, angeleitet von qualifizierten Ausbildern und mit Kontrolle durch eine zweite, ausgebildete Person.

Selbststudium ersetzt keinen Kurs – auch nicht mit Videos oder Büchern. Wer sich für Klettern oder Bergsport interessiert, findet bei Alpenvereinen, Kletterhallen und Bergschulen Einsteigerkurse, in denen auch der Halbmastwurf unter Aufsicht geübt wird. Für einen Notfall am Berg gilt: Hilfe über die örtliche Notrufnummer holen (112 in der EU).

Gut zu wissen

Der englische Name geht auf den Schweizer Bergführer Werner Munter zurück, der den Knoten im Bergsport bekannt gemacht hat. Im deutschsprachigen Raum heißt er Halbmastwurf, und die Abkürzung HMS steht für Halbmastwurfsicherung. Danach sind auch die birnenförmigen HMS-Karabiner benannt, die für diese Seilführung gebaut sind.

Dass ein Knoten mit so einfachen Mitteln – einem Seil und einem Karabiner – bremsen kann, zeigt, wie mächtig Reibung ist. Genau diese Macht verlangt aber auch Respekt: Das Wissen, wie er funktioniert, ist etwas anderes als die Fähigkeit, ihn sicher zu bedienen.

Schritt für Schritt

Halbmastwurf (HMS, Munter-Knoten)

Schritt 1 von 3

Zwei Augen legen

Lege zwei gleich gedrehte Augen nebeneinander in das Seil: Bei beiden liegt das Seilstück, das weiter zum Ende führt, oben.

Halbmastwurf (HMS, Munter-Knoten) – Schritt 1 von 1In den Karabiner. Hänge beide Augen zusammen in den Karabiner und verschließe ihn. In der Zeichnung steht der Balken für den Karabiner: Das Seil läuft vorn um ihn herum und hinten zurück, dann über den eigenen stehenden Part und in der Gegenrichtung wieder um ihn herum; beide Stränge kommen auf derselben Seite heraus. Ob Form, Karabiner und Bremsseite stimmen, muss ein Ausbilder prüfen.
Stehender Part Loses Ende (Arbeitsende)
Schritt 1 von 1

Schritt 1 von 1

In den Karabiner

Hänge beide Augen zusammen in den Karabiner und verschließe ihn. In der Zeichnung steht der Balken für den Karabiner: Das Seil läuft vorn um ihn herum und hinten zurück, dann über den eigenen stehenden Part und in der Gegenrichtung wieder um ihn herum; beide Stränge kommen auf derselben Seite heraus. Ob Form, Karabiner und Bremsseite stimmen, muss ein Ausbilder prüfen.

Locker gelegt dargestellt. Vor Belastung sauber legen (dressen) und festziehen.

  1. 1

    Zwei Augen legen

    Lege zwei gleich gedrehte Augen nebeneinander in das Seil: Bei beiden liegt das Seilstück, das weiter zum Ende führt, oben.

  2. 2

    Wie ein Buch zusammenklappen

    Klappe die beiden Augen Rücken an Rücken zusammen, wie beim Schließen eines Buches. (Schiebt man sie stattdessen übereinander, entsteht ein Webeleinstek.)

  3. 3

    In den Karabiner

    Hänge beide Augen zusammen in den Karabiner und verschließe ihn. In der Zeichnung steht der Balken für den Karabiner: Das Seil läuft vorn um ihn herum und hinten zurück, dann über den eigenen stehenden Part und in der Gegenrichtung wieder um ihn herum; beide Stränge kommen auf derselben Seite heraus. Ob Form, Karabiner und Bremsseite stimmen, muss ein Ausbilder prüfen.

Für diese Technik ist noch kein geprüftes Video verfügbar.

Häufige Fehler

  • Webeleinstek statt Halbmastwurf legen
  • Karabiner nicht verschlossen
  • Bremshand loslassen
  • Seil über den Schnapper laufen lassen

Kurzüberblick

Material

  • Seil

    Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.

  • Karabiner (Zubehör, kein Sicherungsgerät)

    Zubehörkarabiner sind nicht für Personensicherung zugelassen.

Geeignet für

  • Verständnis der Seiltechnik im Rahmen einer Ausbildung
  • Unkritisches, kontrolliertes Ablassen von Material (z. B. Rucksack) – nicht von Personen

Ungeeignet für

  • Sichern, Abseilen oder Ablassen von Personen ohne Ausbildung
  • Nicht passende Karabiner
  • Selbststudium als Ersatz für einen Kurs

Voraussetzungen

  • Webeleinstek
  • Praktische Kletter- oder Bergsportausbildung

Sicherheit

  • Die Schrittfolge dieses Knotens ist noch nicht fachlich geprüft. Knoten nach dem Binden immer mit einer zuverlässigen Abbildung oder einer erfahrenen Person vergleichen.

So funktioniert es

Das Seil wird so in den Karabiner gelegt, dass es sich um sich selbst und um den Karabiner windet. Die Reibung bremst das Seil, solange die Bremshand den richtigen Strang hält. Der Knoten kann in beide Richtungen umschlagen, was in der Ausbildung geübt wird.

Vorteile

  • Braucht nur Seil und Karabiner
  • In beide Richtungen nutzbar

Nachteile

  • Verdreht das Seil
  • Verlangt Ausbildung und Übung
  • Erzeugt Abrieb und Wärme am Seil

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Der Halbmastwurf wurde im 20. Jahrhundert im Bergsport bekannt und ist in Bergsportlehrbüchern beschrieben. Er gilt dort als Ausbildungsinhalt, nicht als Knoten zum Selbstlernen.

Der Eintrag steht hier, damit der Begriff erklärt ist – praktische Anwendung an Personen gehört ausschließlich in eine Ausbildung.

Häufige Fehler

  • Webeleinstek statt Halbmastwurf legen
  • Karabiner nicht verschlossen
  • Bremshand loslassen
  • Seil über den Schnapper laufen lassen

Grenzen und Risiken

  • Diese Seite lehrt kein Sichern, Abseilen oder Ablassen.
  • Kein Ersatz für einen Kurs bei qualifizierten Ausbildern.

Belastung und Grenzen

Bremswirkung hängt von Seil, Karabiner und Handhabung ab und wird hier nicht beziffert. Jeder Knoten mindert die Bruchlast eines Seils, weil das Seil in engen Bögen ungleichmäßig belastet wird. Wie stark, hängt von Seilmaterial, Machart, Durchmesser und Prüfmethode ab; verlässliche Einzelwerte werden hier bewusst nicht angegeben.

Materialalternativen

Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.

Seil
Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.)

Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.

Quellen

  1. [1]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

    Halbmastwurf (Munter Hitch) im Rahmen der Kletterausbildung

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10