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Bushcraft und Handwerk
Werkzeug, Holz, Fasern, Reparatur
SurviveBetter · Stand 2026-10-12 · 22 Einträge
Traditionelle Fertigkeiten mit Naturmaterialien und einfachen Werkzeugen – Werkzeugsicherheit zuerst.
01 · Holz · Fachliche Prüfung folgt
Einfache Lagerhelfer schnitzen: Heringe und Topfhalter
Aus einem Stück Totholz lassen sich mit Messer und Säge Zeltheringe als Ersatz und ein einfacher Topfhalter für die Feuerstelle herstellen. Beide brauchen im Kern nur zwei Grundschnitte: eine Spitze und eine Kerbe. Wer die Schnitzgriffe beherrscht, hat in einer halben Stunde brauchbare Ergebnisse.
Kerben und Spitzen immer vom Körper weg und nie über dem Oberschenkel schnitzen. Haltende Hand nie vor der Schneide. Bei starker Blutung fest auf die Wunde drücken und den Notruf wählen (112 in der EU).
Ein Topfhalter aus Holz kann ankohlen und nachgeben. Nur über Glut oder kleinen Flammen verwenden, Halt vor jedem Einsatz prüfen und den Topf nie unbeaufsichtigt hängen lassen – kochendes Wasser verursacht schwere Verbrühungen.
Holz sammeln und Feuer machen sind vielerorts eingeschränkt oder verboten. Örtliche Regeln und Waldbrandwarnungen prüfen.
Material
Messer (feststehend oder feststellbar)
Klappsäge
Stabile Äste / Stangen – Gesundes, trockenes Totholz, etwa daumen- bis handgelenkdick
Schnittschutzhandschuh(optional)
Schritte
1
Holz auswählen
Gesundes, trockenes Totholz ohne Fäulnis und Risse verwenden, das am Boden liegt und gesammelt werden darf. Morsches Holz bricht.
2
Auf Länge sägen
Für Heringe Stücke von etwa Unterarmlänge oder kürzer, für den Topfhalter ein längeres Stück mit Gabelung oder ein gerades Stück für mehrere Kerben.
3
Spitze schnitzen
Werkstück schräg nach unten auf einer festen Unterlage abstützen und die Spitze mit Schnitten vom Körper weg rundum zuspitzen. Die Spitze nicht zu fein auslaufen lassen, sonst bricht sie.
Nie zwischen den Knien oder über dem Bein arbeiten.
4
Kerbe anlegen
Etwa eine Handbreit unter dem Kopf einen senkrechten Stoppschnitt mit Säge oder Messer setzen, dann von unten schräg darauf zu schnitzen, bis ein Keil herausfällt. Für den Hering zeigt die Kerbe nach unten, damit die Leine nicht abrutscht.
5
Topfhalter fertigstellen
Variante Gabelast: Einen Ast mit kurzem Seitenast so kürzen, dass der Seitenast als Haken für den Topfbügel dient; oben eine Kerbe oder Schlaufe zum Einhängen. Variante Kerbstock: Mehrere Kerben untereinander erlauben verschiedene Höhen über der Glut.
6
Testen
Heringe vorsichtig einschlagen (mit einem Holzknüppel, nicht mit dem Beil) und Halt prüfen. Topfhalter zuerst mit leerem Topf belasten, dann mit wenig Wasser über kleiner Glut.
Häufige Fehler
×Morsches oder grünes, frisch geschnittenes Holz verwenden
×Kerbe nach oben schnitzen, sodass die Leine abrutscht
×Spitze zu fein ausarbeiten
×Topfhalter über hohen Flammen verwenden
×Zum Körper hin schnitzen
Grenzen und Risiken
–Keine Holzartenbestimmung
–Keine Angaben zur Tragfähigkeit
–Nur mit Erlaubnis zur Holznutzung
Quellen
[1]
Ray Mears – Hodder & Stoughton (2002): Bushcraft
[2]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
Ein Dreibein aus drei Stangen oder ein schräger Topfgalgen hängt einen Topf über das Feuer, ohne dass er auf der Glut steht. Mit einem verstellbaren Haken lässt sich die Höhe und damit die Hitze regeln. Stabilität, Abstand der Stangen zur Flamme und ein sicherer Topfhenkel sind entscheidend.
Ein umkippender Topf mit kochendem Wasser verursacht schwere Verbrühungen. Dreibein vor dem Aufhängen mit Gewicht testen, Kinder und Tiere fernhalten, Topf nur mit Handschuh oder Stock vom Haken nehmen. Bei großflächigen Verbrühungen die örtliche Notrufnummer wählen (112 in der EU).
Stangen und Bund dürfen nicht in die Flamme ragen. Bindung regelmäßig prüfen – angekohlte Schnur reißt.
Ob und wo offenes Feuer erlaubt ist, regeln örtliche Vorschriften – vorher prüfen.
Material
Stabile Äste / Stangen – Drei etwa gleich lange, kräftige Totholzstangen
Seil – Naturfaser verkohlt, Kunstfaser schmilzt – Bund weit über der Flamme
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan) – Mit festem Bügelhenkel
Klappsäge
Schritte
1
Stangen wählen
Drei trockene, gerade Stangen aus Totholz, etwa brust- bis schulterhoch. Feuchte, morsche Stangen meiden.
2
Dreibein binden
Stangen nebeneinander legen und mit einem Dreibeinbund nahe dem oberen Ende verbinden. Dann aufrichten und die Beine gleichmäßig spreizen.
3
Verstellbaren Haken einhängen
Eine Schnur vom Kreuzungspunkt hängen lassen und daran einen Ast mit mehreren Haken oder Kerben befestigen. Je nach Kerbe hängt der Topf höher oder tiefer.
4
Testen
Vor dem Einsatz mit dem gefüllten, kalten Topf belasten und an den Beinen rütteln. Erst dann über das Feuer stellen.
5
Alternative: Topfgalgen
Einen langen, kräftigen Ast schräg über das Feuer legen, das hintere Ende mit Steinen beschweren oder unter einem Haken im Boden fixieren und ihn vorn auf einer Astgabel abstützen.
6
Abbauen
Nach dem Löschen des Feuers abbauen, Schnur mitnehmen, Holz verteilen.
Häufige Fehler
×Stangen zu dünn oder morsch
×Bund nahe der Flamme
×Topf ohne Test aufhängen
×Beine auf lockerem Untergrund
×Kunststoffschnur direkt über dem Feuer
Grenzen und Risiken
–Keine Aussage zu Feuerregeln einzelner Orte
–Nur für Kochgeschirr in üblicher Größe
Quellen
[1]
Boy Scouts of America: Scouts BSA Handbook
[2]
Ray Mears – Hodder & Stoughton (2002): Bushcraft
[3]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Ein Löffel ist das klassische Einstiegsprojekt für Grünholzschnitzen: Rohling spalten, Umriss anlegen, mit dem Messer formen und die Laffe mit einem Löffelmesser aushöhlen. Gearbeitet wird in frischem, weichem Holz von Bäumen, die man sicher kennt oder als Werkholz gekauft hat. Das Löffelmesser verlangt eigene Sicherheitsregeln.
Das Löffelmesser schneidet auf einer Kurve und kann beim Abrutschen zur Haltehand oder zum Gesicht fahren. Schnitte so planen, dass die Klinge vom Daumen und Körper weg aus dem Holz austritt; Haltehand hinter der Schneide. Bei starker Blutung fest auf die Wunde drücken und sofort die örtliche Notrufnummer wählen (112 in der EU).
Nicht auf dem Oberschenkel oder zwischen den Knien schnitzen.
Für Essgeschirr nur Holz verwenden, dessen Art sicher bekannt ist und als unbedenklich gilt; im Zweifel gekaufte Schnitzrohlinge für Küchenutensilien nutzen. Kein Holz von gespritzten oder behandelten Bäumen.
Frisches Holz nur mit Erlaubnis des Eigentümers schneiden.
Material
Messer (feststehend oder feststellbar) – Scharfes Schnitzmesser mit kurzer Klinge
Löffelmesser (Hakenmesser)
Klappsäge
Schnittschutzhandschuh(optional) – Für die Haltehand
Erste-Hilfe-Set (Haushalt)
Schritte
1
Rohling gewinnen
Ein etwa unterarmlanges, astfreies Stück frischen Holzes halbieren (z. B. durch Batoning). Das Mark, die weiche Mitte, wird weggearbeitet, da dort Risse entstehen.
2
Umriss anlegen
Löffelform von oben und von der Seite aufzeichnen. Mit der Säge Entlastungsschnitte am Übergang von Laffe zu Stiel setzen.
3
Grob formen
Mit Vorhandgriff, Brusthebel und Daumenschub die Außenform herausarbeiten. Immer bergab mit der Faser schneiden.
4
Laffe aushöhlen
Löffel fest halten, Löffelmesser in kurzen, kontrollierten Zügen von Rand zur Mitte führen. Haltehand außerhalb der Schnittbahn.
Nie zum Daumen hin ziehen, der ungeschützt vor der Klinge liegt.
5
Feinarbeit
Mit sehr scharfer Klinge glatte, saubere Facetten schneiden. Sauber geschnittene Oberflächen sind glatter als geschliffene.
6
Langsam trocknen
Den Löffel einige Tage an einem kühlen, schattigen Ort trocknen lassen, nicht an Ofen oder Sonne. Danach optional mit lebensmittelechtem Öl behandeln.
Häufige Fehler
×Mark im Rohling lassen
×Gegen die Faser schneiden
×Stumpfes Löffelmesser
×Zum Daumen hin aushöhlen
×Löffel am Ofen trocknen
Grenzen und Risiken
–Keine Bestimmung von Holzarten
–Ersetzt keinen Schnitzkurs
–Keine Aussage zur Lebensmitteleignung einzelner Hölzer
Quellen
[1]
Wille Sundqvist – The Taunton Press: Swedish Carving Techniques
Aus geraden Totholzstangen und Schnur lässt sich ohne Nägel ein einfacher Tisch oder eine Bank binden: zwei Böcke aus gekreuzten Stangen, verbunden mit Querstangen, darauf eine Lage dünner Stangen als Fläche. Das bringt Kochen, Abwasch und Werkzeug vom Boden weg – und lässt sich beim Abbau spurlos zurückbauen.
Morsche Stangen brechen ohne Vorwarnung. Jede Stange vor dem Einbau biegen und auf Risse und weiches Holz prüfen; die fertige Bank vorsichtig belasten, bevor man sich daraufsetzt.
Einen Tisch nicht direkt neben die Feuerstelle bauen – trockenes Holz und Schnur fangen leicht Feuer.
Jute- oder Sisalschnur (gekauft) – Natürliche Schnur, die verrottet, falls Reste bleiben
Klappsäge
Schritte
1
Material sammeln
Vier gleich lange Beinstangen, zwei Längsstangen, eine Diagonalstange und viele dünne, gerade Stangen für die Fläche – nur liegendes Totholz, wo erlaubt.
2
Böcke binden
Je zwei Beine in X-Form kreuzen und mit einem Kreuzbund verbinden. Die Höhe des Kreuzungspunkts bestimmt die Tischhöhe.
3
Längsstangen einlegen
Die beiden Böcke aufstellen und je eine Längsstange beidseitig in die Gabel legen bzw. mit Kreuzbund befestigen.
4
Diagonal versteifen
Eine Stange schräg zwischen den Böcken mit Diagonalbünden befestigen, damit das Gestell nicht seitlich kippt.
5
Fläche belegen
Dünne Stangen dicht nebeneinander quer auflegen und an den Enden mit einer fortlaufenden Schnur festbinden.
6
Prüfen und zurückbauen
Wackeln, Last schrittweise erhöhen, Bünde nachziehen. Beim Abbau Schnur vollständig entfernen und Holz verteilen.
Häufige Fehler
×Morsche Stangen verwenden
×Keine Diagonalversteifung
×Bünde ohne Würgeschläge – sie lockern sich
×Schnurreste im Wald zurücklassen
Grenzen und Risiken
–Keine Tragfähigkeitsangaben – jede Konstruktion selbst prüfen
–Keine Bauten für Personen in der Höhe
Quellen
[1]
Boy Scouts of America: Scouts BSA Handbook
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Gefalteter Rindenbehälter – nur aus Rinde von totem, liegendem Holz
Lose, noch biegsame Rinde von umgestürzten, abgestorbenen Stämmen lässt sich zu einem einfachen Behälter falten und mit Holzklammern oder Schnur schließen – etwa für Zunder, Sammelgut oder Kleinteile. Rinde wird nie von lebenden Bäumen geschält. Gelingt das Falten nicht, ist die Rinde zu spröde; dann bleibt sie liegen.
Das Schälen lebender Bäume schädigt sie schwer und ist vielerorts verboten. Nur lose Rinde von bereits abgestorbenem, liegendem Holz verwenden und örtliche Regeln prüfen.
Rinde rutscht beim Schneiden leicht weg. Auf einer festen Unterlage und vom Körper weg schneiden.
Material
Messer (feststehend oder feststellbar) – Oder ein anderes feststehendes Messer
Jute- oder Sisalschnur (gekauft)(optional)
Stabile Äste / Stangen – Dünne gespaltene Zweige als Klammern
Schritte
1
Rinde finden
An umgestürzten, abgestorbenen Stämmen nach Rinde suchen, die sich bereits löst und noch zäh ist. Nichts von stehenden oder lebenden Bäumen nehmen.
2
Rechteck schneiden
Ein Rechteck aus der losen Rinde schneiden, etwa doppelt so groß wie der gewünschte Boden plus Wandhöhe ringsum.
3
Geschmeidig machen
Trockene Rinde in Wasser einweichen oder vorsichtig über warmer Luft anwärmen, bis sie sich biegen lässt – nicht in die Flamme halten.
4
Ecken falten
Bodenlinien mit dem Messerrücken leicht anritzen, Seiten hochklappen und die Ecken als Dreiecksfalte nach außen an die Wand legen.
5
Klammern
Zweige spalten, als Klammern über die Falten schieben oder mit Schnur umwickeln.
6
Trocknen lassen
Den Behälter in Form trocknen lassen; Klammern danach ggf. nachziehen.
Häufige Fehler
×Rinde vom lebenden Baum abziehen
×Spröde Rinde falten – sie bricht
×Boden einschneiden – er wird undicht
×Rinde in der Flamme anwärmen
Grenzen und Risiken
–Keine Baumbestimmung
–Keine Anleitung für Kochgefäße aus Rinde
Quellen
[1]
Ray Mears – Hodder & Stoughton (2002): Bushcraft
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Schnur und Seil im Lager: Auswahl, Enden sichern, Pflege
Schnur ist eines der vielseitigsten Hilfsmittel im Lager – für Abspannungen, Wäscheleinen, Reparaturen und Bündel. Damit sie hält, braucht sie gesicherte Enden, sorgfältige Lagerung und regelmäßige Kontrolle auf Abrieb, Sonnenschäden und Feuchtigkeit. Lager- und Bastelschnüre sind nie für Kletter- oder Sicherungszwecke gedacht.
Paracord, Wäscheleine und Bastelschnur nie zum Klettern, Abseilen oder Sichern von Menschen verwenden. Dafür ist geprüfte, normgerechte Ausrüstung und Ausbildung nötig.
Beim Verschmelzen synthetischer Enden kann geschmolzener Kunststoff tropfen und Verbrennungen verursachen. Nicht mit den Fingern formen, solange er heiß ist; nicht im Zelt arbeiten.
Eine unter Spannung reißende Leine kann zurückschnellen. Nicht in der Verlängerung gespannter Leinen stehen und gespannte Leinen sichtbar machen (Stolpergefahr).
Material
Paracord(optional)
Dünne Schnur(optional) – Auch zum Takeln (Umwickeln) von Seilenden
Seil(optional)
Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl(optional) – Feuerzeug zum Verschmelzen synthetischer Enden
Messer (feststehend oder feststellbar)
Schritte
1
Passende Schnur wählen
Für Abspannungen dehnungsarme, UV-beständige Leinen; für Zurren und Bündeln flexible Schnur; für Feuernähe keine Kunstfasern, die schmelzen. Nur gekaufte, gekennzeichnete Ware verwenden, wenn Belastbarkeit wichtig ist.
2
Enden sichern
Synthetische Schnur: Ende kurz in die Flamme halten, bis die Fasern verschmelzen. Naturfaser oder dicke Seile: Ende mit dünnem Garn fest umwickeln (takeln) oder mit Klebeband sichern.
Geschmolzenen Kunststoff nicht berühren.
3
Vor Abrieb schützen
Wo eine Leine über Kanten, Rinde oder Felsen läuft, ein Stück Stoff oder Schlauch unterlegen. Leinen nicht über scharfe Kanten spannen.
4
Regelmäßig prüfen
Vor und nach dem Einsatz durch die Hände laufen lassen: harte, glasige, ausgefranste, verfärbte oder dünne Stellen bedeuten Austausch oder Kürzen.
5
Trocken und geordnet lagern
Knoten lösen, nasse Leinen locker trocknen lassen (nicht auf der Heizung oder am Feuer), dann aufschießen und dunkel lagern.
Zweischäftige Schnur drehen (Reverse Wrap) – mit Jute oder Sisal üben
Beim Reverse Wrap werden zwei Faserstränge jeweils in eine Richtung verdreht und gegenläufig umeinandergelegt. Die Gegenspannung hält die Schnur zusammen. Geübt wird mit gekaufter Jute- oder Sisalschnur, die man aufdröselt – so lernt man die Technik ohne Pflanzenbestimmung. Das Ergebnis taugt für leichte Bindungen, nicht für Lasten.
Selbstgedrehte Schnur hat eine unbekannte und meist geringe Festigkeit. Nie für Menschen, Klettern oder Lasten über Personen verwenden.
Material
Jute- oder Sisalschnur (gekauft) – Aufgedröselt in lose Fasern
Schritte
1
Fasern vorbereiten
Ein Stück Jute- oder Sisalschnur aufdröseln und die Fasern zu einem lockeren Bündel ordnen.
2
Bündel knicken
Das Bündel ungleich teilen (ein Strang etwas länger), in der Mitte knicken und den Knick zwischen Daumen und Zeigefinger halten.
3
Oberen Strang drehen
Den von dir weg liegenden Strang einige Male in eine Richtung (z. B. im Uhrzeigersinn) zwirbeln.
4
Gegenläufig umlegen
Den gedrehten Strang gegen die Drehrichtung über den anderen legen. Jetzt liegt der andere Strang oben – wiederholen.
5
Fasern ansetzen
Wenn ein Strang dünner wird, neue Fasern überlappend einlegen. Durch das ungleiche Teilen liegen die Ansätze versetzt.
6
Ende sichern
Das Ende mit einem Überhandknoten oder einem Takling sichern.
Häufige Fehler
×Beide Stränge in die gleiche Richtung legen
×Ansätze an gleicher Stelle
×Zu locker drehen
Grenzen und Risiken
–Keine Pflanzenbestimmung
–Keine Festigkeitsangaben
Quellen
[1]
Ray Mears – Hodder & Stoughton (2002): Bushcraft
[2]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
Eine straff gespannte Leine zwischen zwei Bäumen ist das Rückgrat vieler Lager: Firstleine für das Tarp, Trockenleine und Aufhängung für Ausrüstung. Gebaut wird sie mit Baumschutzgurten, einem festen Knoten auf der einen und einer spannbaren, schnell lösbaren Verbindung auf der anderen Seite. Klemmknoten auf der Leine dienen als verschiebbare Haken.
Eine Lagerleine ist keine Sicherung. Niemals Personen daran hängen, darauf balancieren oder Gewässer daran queren – dafür braucht es geprüfte Ausrüstung und Ausbildung.
Leinen auf Kopf- oder Halshöhe sind im Dunkeln eine Stolper- und Verletzungsfalle. Nicht über Wege spannen und mit hellem Band markieren.
Vor dem Spannen nach oben schauen: keine Bäume mit toten Ästen oder abgestorbene Bäume verwenden.
Material
Reepschnur – Oder Paracord, ausreichend lang
Band (Schlauchband) – Als Baumschutz
Karabiner (Zubehör, kein Sicherungsgerät)(optional)
Schritte
1
Bäume wählen
Zwei gesunde, kräftige Bäume, nicht abgestorben, ohne tote Äste darüber, abseits von Wegen.
2
Baumschutz anlegen
Ein Stück Bandschlinge um jeden Stamm legen, statt die Schnur direkt um die Rinde zu wickeln.
3
Feste Seite
Auf der ersten Seite die Leine mit einem Palstek oder einer Schlinge am Gurt befestigen.
4
Spannen
Auf der zweiten Seite mit einem Fuhrmannsknoten oder Spannknoten spannen und mit einem Slipstek sichern, damit er sich schnell lösen lässt.
5
Klemmknoten als Haken
Kurze Schlingen mit Prusikknoten auf die Leine setzen; daran Tarp-Ecken, Lampe oder Beutel hängen und verschieben.
6
Markieren und abbauen
Leine markieren, nachts prüfen und beim Abbau Gurte und alle Schnurreste mitnehmen.
Häufige Fehler
×Schnur direkt um dünne Rinde wickeln
×Über einen Weg spannen
×Leine so straff ziehen, dass sie bei Last reißt
×Knoten, die sich nass nicht mehr lösen lassen
Grenzen und Risiken
–Keine Bruchlastangaben – Herstellerangaben der Schnur beachten
–Nicht für Personen oder schwere Lasten
Quellen
[1]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
[2]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
Die meisten Schnittverletzungen beim Schnitzen entstehen, wenn die Klinge abrutscht und dorthin fährt, wo Hand, Bein oder eine andere Person ist. Wer den Schnittweg vorher plant, einen Sicherheitsabstand hält, vom Körper weg schneidet und einige kontrollierte Griffe beherrscht, arbeitet sicherer und präziser.
Nie über dem Oberschenkel oder zwischen den Beinen schnitzen. An der Innenseite des Oberschenkels verlaufen große Blutgefäße; ein Abrutschen kann lebensgefährliche Blutungen verursachen. Bei starker Blutung fest auf die Wunde drücken und sofort den Notruf wählen (112 in der EU).
Sicherheitskreis einhalten: Mit ausgestrecktem Arm samt Messer einmal um dich herum – in diesem Bereich darf niemand sein. Nicht mit dem Messer in der Hand gehen oder gestikulieren.
Ein stumpfes Messer ist gefährlicher als ein scharfes, weil mehr Kraft nötig ist und es leichter abrutscht.
Regeln zum Besitz und Mitführen von Messern unterscheiden sich stark je nach Land und Ort – örtliche Regeln prüfen.
Material
Messer (feststehend oder feststellbar) – Feststehend oder sicher feststellbar, scharf
Schnittschutzhandschuh(optional) – Für die Hand, die das Werkstück hält
Erste-Hilfe-Set (Haushalt) – Griffbereit beim Arbeiten
Schritte
1
Arbeitsplatz einrichten
Fest sitzen, Füße auseinander, Ellbogen frei. Werkstück außerhalb der Beine halten, z. B. seitlich neben dem Knie oder auf einem Hackklotz. Sicherheitskreis prüfen.
2
Vorhandgriff
Griff fest in der Faust, Schneide vom Körper weg. Der Arm schiebt die Klinge vom Körper weg, das Werkstück wird seitlich gehalten. Für grobe Abtragsarbeit.
Die haltende Hand nie vor der Schneide.
3
Daumenschub
Die Hand mit dem Messer hält ruhig, der Daumen der anderen Hand drückt auf den Klingenrücken und schiebt die Klinge in kleinen, kontrollierten Schnitten. Für feine Arbeit, z. B. Kerben.
4
Brusthebel
Messer mit nach außen gerichteter Schneide nah an der Brust, Werkstück ebenfalls nah am Körper. Beide Hände ziehen auseinander, indem die Schulterblätter zusammengehen. Die Bewegung ist kurz und von selbst begrenzt.
5
Ablegen und Pausen
Messer nie offen ablegen oder in den Boden stecken; zurück in die Scheide oder sicher zugeklappt. Bei Müdigkeit Pause machen.
6
Messer übergeben
Griff voran übergeben, Schneide vom Empfänger weg; erst loslassen, wenn der andere „danke“ sagt bzw. bestätigt, dass er hält.
Häufige Fehler
×Zum Körper hin oder in Richtung der haltenden Hand schneiden
×Auf dem Oberschenkel schnitzen
×Mit stumpfem Messer viel Kraft aufwenden
×Messer in den Boden stecken oder offen ablegen
×Mit Klappmesser ohne Arretierung kraftvoll arbeiten
Grenzen und Risiken
–Keine Behandlungsanleitung für Schnittverletzungen über Erste-Hilfe-Grundlagen hinaus
–Ersetzt keinen Kurs mit Anleitung vor Ort
–Keine Rechtsauskunft zum Mitführen von Messern
Quellen
[1]
Wille Sundqvist – The Taunton Press: Swedish Carving Techniques
[2]
Ray Mears – Hodder & Stoughton (2002): Bushcraft
[3]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
Für Brennholz und einfache Lagerarbeiten ist eine Säge meist die sicherere Wahl: Sie arbeitet langsam und kontrolliert. Ein Beil ist schneller, aber ein abgelenkter Schlag kann schwere Verletzungen verursachen. Mit festem Stand, freiem Schlagraum, einem Hackklotz und Abstand zu anderen Menschen lassen sich die Risiken deutlich verringern.
Ein Beil, das abgleitet oder durchschlägt, fährt in Richtung Bein und Fuß. Immer so arbeiten, dass die Schlagbahn vor dem Körper im Holz oder Hackklotz endet – nie Richtung Bein. Bei schwerer Verletzung fest auf die Wunde drücken und den Notruf wählen (112 in der EU).
Niemand darf sich im Schlagbereich aufhalten – in alle Richtungen, auch hinter dir. Halte deutlich mehr Abstand als Armlänge plus Werkzeuglänge.
Vor jedem Einsatz prüfen, ob der Kopf fest auf dem Stiel sitzt und der Stiel keine Risse hat. Ein lockerer Kopf kann davonfliegen.
Das Schneiden lebender Bäume und das Sammeln von Holz sind vielerorts geregelt oder verboten – nur Totholz verwenden, wo es erlaubt ist, und örtliche Regeln prüfen.
Material
Klappsäge
Beil oder kleine Axt(optional) – Nur mit Erfahrung oder unter Anleitung
Kopf, Stiel, Schneide und Säge prüfen. Über, neben und hinter dir dürfen keine Äste, Leinen oder Menschen im Weg sein. Fester Stand, festes Schuhwerk.
2
Wenn möglich sägen
Holz auf einer stabilen Unterlage ablegen, die freie Hand weit genug vom Sägeblatt entfernt halten und mit langen, ruhigen Zügen ohne Druck sägen. Werkstück so lagern, dass das Blatt nicht klemmt.
Hand nie direkt neben dem Sägeschnitt.
3
Beil nur auf dem Hackklotz
Zum Spalten das Holzstück auf einen Hackklotz stellen, nicht auf den Boden. Bei kleinem Holz kniend arbeiten, sodass ein abgleitender Schlag im Klotz oder Boden vor den Knien endet.
4
Hände aus der Schlagbahn
Holz nie mit der Hand festhalten, während geschlagen wird. Kleine Stücke mit einem Stock stabilisieren oder lieber sägen.
5
Kurze, kontrollierte Schläge
Lieber kleine, gezielte Schläge als weite Schwünge. Bei Müdigkeit aufhören – die meisten Fehlschläge passieren am Ende einer Arbeitsphase.
6
Sicher verstauen
Schneidenschutz aufsetzen bzw. Säge einklappen. Beil nicht im Holz oder Klotz stecken lassen, wo jemand darüber stolpern oder hineingreifen kann.
Häufige Fehler
×Auf dem Boden statt auf einem Hackklotz spalten
×Holz mit der Hand festhalten
×Weite Schwünge mit kleinem Beil
×Lockeren Beilkopf weiterverwenden
×Andere Personen im Schlagbereich
Grenzen und Risiken
–Keine Fällarbeiten, keine Motorsäge
–Keine Rechtsauskunft zum Holzschlag
–Ersetzt keine praktische Einweisung
Quellen
[1]
USDA Forest Service, Missoula Technology and Development Center (Bernie Weisgerber, Bob Beckley) (1999): An Ax to Grind: A Practical Ax Manual
[2]
Ray Mears – Hodder & Stoughton (2002): Bushcraft
[3]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
Ein scharfes Messer schneidet mit weniger Kraft und rutscht seltener ab. Schärfen heißt, an der Schneide gleichmäßig Material abzutragen, bis sich von beiden Seiten Flächen in einer feinen Kante treffen. Entscheidend sind ein gleichbleibender Winkel, das Fühlen des Grats und der Wechsel von grob zu fein.
Finger der führenden Hand flach und hinter der Schneide halten. Den Grat nur quer zur Schneide mit der Fingerkuppe ertasten – nie entlang der Schneide.
Stein rutschfest lagern (feuchtes Tuch, Halter). Ein wegrutschender Stein führt leicht zu Schnitten.
Nach dem Schärfen ist das Messer deutlich schärfer als vorher – beim ersten Gebrauch besonders vorsichtig sein.
Material
Messer (feststehend oder feststellbar)
Schleifstein (kombiniert grob/fein)
Baumwolltuch / T-Shirt(optional) – Zum Abwischen von Klinge und Stein
Schritte
1
Stein vorbereiten
Stein nach Herstellerangabe wässern oder ölen und rutschfest auf eine ebene Fläche legen. Grobe Seite nach oben, wenn die Klinge sehr stumpf ist; sonst gleich die feine.
2
Winkel finden
Bei Messern mit flachem skandinavischem Anschliff (Scandi) die Schneidenfase flach auf den Stein legen. Bei anderen Anschliffen den vorhandenen Winkel suchen und gleichmäßig halten.
3
Gleichmäßige Züge
Klinge mit leichtem Druck über den Stein führen, als wolle man eine dünne Scheibe abschneiden, und dabei von der Ferse bis zur Spitze die ganze Schneide erfassen. Gleichmäßig zählen.
Finger hinter der Schneide halten.
4
Grat ertasten
Mit der Fingerkuppe quer zur Schneide über die Gegenseite streichen. Ist entlang der ganzen Länge ein feiner Grat spürbar, ist diese Seite fertig.
5
Seite wechseln
Gleiche Anzahl Züge auf der anderen Seite, bis sich der Grat zurück verlagert. Dann zur feinen Körnung wechseln und mit abwechselnden, leichten Zügen beide Seiten bearbeiten.
6
Grat entfernen und prüfen
Mit sehr leichten Zügen oder auf einem Lederriemen (Abziehen) den Grat entfernen. Prüfen, indem man ein Blatt Papier sauber schneidet. Klinge abwischen, Stein reinigen und trocknen lassen.
Häufige Fehler
×Winkel während des Zugs verändern (Schneide wird rund)
×Zu viel Druck
×Nur an einer Stelle der Schneide schleifen
×Grat stehen lassen
×Mit dem Finger entlang der Schneide prüfen
Grenzen und Risiken
–Keine Anleitung für Schleifmaschinen oder Wellenschliff
–Winkelangaben nur als grobe Orientierung
Quellen
[1]
Leonard Lee – The Taunton Press (1995): The Complete Guide to Sharpening
Batoning: kleines Holz mit Messer und Schlagholz spalten
Beim Batoning wird ein stabiles, feststehendes Messer auf das Stirnende eines kurzen, dünnen Holzstücks gesetzt und mit einem Holzknüppel (Baton) durch das Holz getrieben. So entsteht trockenes Anzündholz aus dem Inneren nasser Scheite – ohne Beil. Es funktioniert nur mit passendem Messer, astfreiem Holz und kontrollierten Schlägen.
Holz nie zwischen den Füßen oder vor den Beinen spalten. Wenn die Klinge durchschlägt, fährt sie nach unten – Hand, Knie und Füße seitlich aus dieser Bahn halten. Bei starker Blutung fest auf die Wunde drücken und sofort die örtliche Notrufnummer wählen (112 in der EU).
Nur auf den Klingenrücken über dem Holz schlagen, nie auf den Griff. Das Messer bleibt waagerecht; verkantete Klingen können brechen.
Regeln zum Mitführen feststehender Messer unterscheiden sich je nach Land und Ort – örtliche Regeln prüfen.
Material
Messer (feststehend oder feststellbar) – Feststehend, durchgehender Erl, Klinge deutlich länger als der Holzdurchmesser
Trockenes Brennholz – Kurz (unterarmlang oder kürzer), dünn, möglichst astfrei
Hackklotz(optional)
Schnittschutzhandschuh(optional)
Schritte
1
Baton wählen
Einen etwa unterarmlangen, griffigen Knüppel aus Totholz suchen. Kein Metall, keine Steine als Schlagwerkzeug.
2
Holz vorbereiten
Holzstück kurz sägen, astfreies Ende nach oben auf einen festen Untergrund stellen. Der Durchmesser sollte deutlich kleiner sein als die Klingenlänge, damit die Spitze auf der anderen Seite heraussteht.
3
Klinge ansetzen
Klinge mittig auf das Stirnende setzen, entlang eines vorhandenen Risses wenn möglich. Mit leichten Schlägen auf den Rücken die Klinge ins Holz treiben.
4
Spitze treiben
Sobald die Klinge steckt, abwechselnd auf den herausstehenden Klingenrücken nahe der Spitze schlagen. Die Griffhand hält nur waagerecht, drückt nicht.
Griffhand und Körper seitlich der Schlagbahn.
5
Fertig spalten und weiter teilen
Die Hälften erneut halbieren, bis Anzündholz in gewünschter Stärke entsteht. Danach Klinge reinigen und auf Schäden prüfen.
Häufige Fehler
×Klappmesser oder dünne Klinge verwenden
×Zu dickes Holz, aus dem die Spitze nicht heraussteht
×Durch Äste spalten
×Auf den Griff schlagen
×Holz auf den Oberschenkeln oder zwischen den Füßen abstützen
Holz mit der Axt spalten: Hackklotz, Stand, Schlag
Sicheres Spalten mit der Axt beruht auf drei Dingen: einem standfesten Hackklotz in passender Höhe, einem breiten Stand mit freiem Schwungraum und einem Schlag, der bei einem Fehltreffer im Klotz statt im Bein endet. Wer Holz liest – Risse, Äste, Faserverlauf – braucht weniger Kraft.
Ein Fehlschlag oder ein durchschlagender Schlag fährt Richtung Schienbein und Fuß. Klotz so hoch wählen und so weit vorn stehen, dass die Axt dann im Klotz oder Boden vor dir landet. Bei starker Blutung fest auf die Wunde drücken und sofort die örtliche Notrufnummer wählen (112 in der EU).
Schwungbereich frei halten – in alle Richtungen mindestens zwei Axtlängen plus Arm. Niemand hält das Holz fest.
Steckt die Axt fest, nicht mit Holz und Axt zusammen über Kopf schlagen. Stattdessen mit einem Holzkeil oder einem zweiten Stück lösen.
Festes Schuhwerk, Handschuhe und Schutzbrille verringern Verletzungen durch Splitter und Fehlschläge.
Material
Beil oder kleine Axt – Für Scheite eine Spaltaxt mit langem Stiel; Beil nur für kleines Holz
Hackklotz
Feste, geschlossene Schuhe
Erste-Hilfe-Set (Haushalt)
Schritte
1
Hackklotz einrichten
Einen breiten, eben gesägten Klotz auf festen Boden stellen. Die Oberkante liegt etwa auf Kniehöhe, so endet ein Schlag auf dem Holz mit annähernd waagerechtem Axtstiel.
2
Holz lesen
Scheit mit der Rinde nach außen aufstellen. Risse im Stirnholz suchen und Äste meiden – parallel zu einem Ast spalten, nicht quer hindurch.
3
Stand einnehmen
Füße schulterbreit, Abstand so, dass die Schneide bei gestreckten Armen die Mitte des Scheits trifft. Rundum freien Raum prüfen.
4
Kontrolliert schlagen
Axt senkrecht über die Mitte führen, die obere Hand gleitet zum Stielende. Kraft kommt aus dem Fallen der Arme und der Knie, nicht aus dem Reißen.
Bei einem Fehlschlag nicht nachsetzen, sondern neu aufstellen.
5
Am Rand beginnen
Bei dicken Scheiten erst Stücke vom Rand abspalten, statt die Mitte zu treffen. Das braucht weniger Kraft.
6
Aufräumen
Gespaltenes Holz regelmäßig vom Arbeitsplatz entfernen, damit nichts im Weg liegt. Axt mit Schutz versehen, nicht im Klotz stecken lassen.
Häufige Fehler
×Auf dem Boden statt auf einem Klotz spalten
×Zu nah stehen, sodass der Stiel auf dem Holz aufschlägt
×Mit Gewalt durch Äste spalten
×Einen lockeren Kopf weiterverwenden
×Mit festgeklemmter Axt samt Holz über Kopf schlagen
Grenzen und Risiken
–Keine Baumfällung, keine Motorsäge
–Keine Rechtsauskunft zum Holzschlag
–Ersetzt keine praktische Einweisung
Quellen
[1]
USDA Forest Service, Missoula Technology and Development Center (Bernie Weisgerber, Bob Beckley) (1999): An Ax to Grind: A Practical Ax Manual
Ein Sägebock hält Holz in bequemer Höhe fest und so gelagert, dass der Schnitt sich öffnet statt das Blatt einzuklemmen. Das schont Rücken und Säge und hält die freie Hand aus der Gefahrenzone. Im Lager reicht ein improvisierter Bock aus zwei gekreuzten Stangenpaaren oder einem liegenden Stamm.
Die freie Hand hält das Holz mit Abstand zum Schnitt, am besten auf der Seite des Bocks, die nicht abfällt. Beim Anfangen den Schnitt mit wenigen Rückzügen ansetzen, statt den Daumen als Führung zu nutzen.
Abgesägte Stücke fallen herunter – Füße aus dem Fallbereich halten, festes Schuhwerk tragen.
Material
Klappsäge
Stabile Äste / Stangen – Vier kräftige Stangen für einen X-Bock
Seil(optional) – Zum Binden der Kreuzungen
Schnittschutzhandschuh(optional)
Schritte
1
Bock bauen
Zwei Stangenpaare jeweils zu einem X kreuzen und binden (Kreuzbund oder Scherenbund), im Abstand von etwa einem halben Meter aufstellen und mit einer Querstange unten verbinden. Alternativ einen dicken liegenden Stamm als Auflage nutzen.
2
Holz einlegen
Das Holz in die Gabeln legen, sodass der abzusägende Teil frei über das Ende hinausragt.
3
Schnitt ansetzen
Mit zwei, drei leichten Rückzügen eine Kerbe ziehen, dann mit langen, ruhigen Zügen sägen. Nicht drücken – die Zähne arbeiten selbst.
4
Sauber beenden
Gegen Ende das überhängende Stück leicht stützen, damit es nicht abreißt und Splitter bildet.
5
Abbauen
Säge einklappen, Bock zerlegen und Bindungen lösen, wenn das Lager verlassen wird.
Häufige Fehler
×Zwischen zwei Auflagen sägen, sodass das Blatt klemmt
×Daumen als Führung direkt am Blatt
×Mit Druck sägen
×Wackelnden Bock benutzen
Grenzen und Risiken
–Nur für handliche Stücke
–Improvisierte Bünde nicht für tragende Konstruktionen gedacht
Quellen
[1]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
Messer, Beil und Säge bleiben sicher, wenn sie nach jedem Einsatz gereinigt, getrocknet und dünn geölt werden. Kohlenstoffstahl rostet schnell, Holzstiele trocknen aus oder quellen, Lederscheiden halten Feuchtigkeit. Ein kurzer Pflegeablauf verhindert Schäden, die erst beim nächsten Einsatz gefährlich werden.
Lappen mit Leinöl oder anderen trocknenden Ölen können sich selbst entzünden. Ausgebreitet im Freien trocknen lassen oder in Wasser in einem geschlossenen Metallbehälter entsorgen.
Klingen immer vom Rücken zur Schneide hin oder mit dem Tuch auf dem Rücken abwischen – nie mit den Fingern an der Schneide entlang.
Lockere Köpfe oder gerissene Stiele nicht mit Provisorien weiterverwenden – fachgerecht reparieren oder ersetzen.
Material
Werkzeugöl / Pflegeöl
Baumwolltuch / T-Shirt
Schleifstein (kombiniert grob/fein)(optional)
Schritte
1
Reinigen
Harz, Erde und Speisereste mit warmem Wasser oder etwas Spülmittel entfernen. Harz löst sich oft mit etwas Öl.
2
Trocknen
Klinge sofort abtrocknen, auch Gelenke von Klappsägen. Werkzeug nicht nass in Scheide oder Tasche stecken.
3
Dünn ölen
Einige Tropfen Öl auf ein Tuch geben und Metallteile hauchdünn einreiben. Für Küchenmesser lebensmittelechtes Öl verwenden.
4
Flugrost entfernen
Leichten Rost mit Öl und einem feinen Schleifvlies oder einem Radiergummi für Klingen abreiben, danach neu ölen. Tiefe Narben schwächen die Schneide.
5
Stiel und Scheide prüfen
Stiel auf Risse und lockeren Sitz prüfen, trockene Holzstiele gelegentlich mit Leinöl pflegen. Lederscheiden trocknen lassen und gelegentlich mit Lederpflege behandeln.
6
Lagern
Trocken, mit Klingenschutz und außerhalb der Reichweite von Kindern lagern. Nicht dauerhaft in Lederscheiden – Leder kann Feuchtigkeit und Gerbstoffe an den Stahl abgeben.
Häufige Fehler
×Werkzeug nass verstauen
×Klingen in der Spülmaschine
×Öllappen zusammengeknüllt liegen lassen
×Lockere Köpfe mit Wasser „aufquellen“ statt reparieren
Grenzen und Risiken
–Kein Ersatz für Herstellerangaben
–Keine Reparaturanleitung für Stielwechsel
Quellen
[1]
USDA Forest Service, Missoula Technology and Development Center (Bernie Weisgerber, Bob Beckley) (1999): An Ax to Grind: A Practical Ax Manual
[2]
Leonard Lee – The Taunton Press (1995): The Complete Guide to Sharpening
Viele Verletzungen passieren nicht beim Arbeiten, sondern auf dem Weg: ein Beil ohne Schutz, eine offene Säge, ein Stolpern mit einem Arm voll Holz. Klingen immer geschützt und vom Körper weg tragen, Holz in handlichen Bündeln transportieren und mit den Beinen heben.
Beil, Messer und Säge nie ungeschützt in der Hand tragen, wenn man geht. Beim Stolpern fällt man sonst in die Klinge.
Schwere Stämme nicht allein heben. Mit geradem Rücken aus den Beinen heben, Last nah am Körper halten, nicht mit Last verdrehen.
Material
Beil oder kleine Axt – Mit Klingenschutz
Klappsäge
Seil – Für Holzbündel
Robuste Arbeitshandschuhe(optional)
Schritte
1
Klingen schützen
Messer in die Scheide, Säge zusammenklappen oder Sägeblattschutz aufsetzen, Beil mit Klingenschutz versehen – vor jedem Schritt.
2
Beil tragen
Am Stiel nahe dem Kopf greifen, Klinge nach unten und vom Bein weg, Arm locker an der Seite. Nicht über der Schulter tragen.
3
Werkzeug übergeben
Griff zuerst übergeben und erst loslassen, wenn der andere „hab’s“ sagt.
4
Holz bündeln
Stangen und Äste mit einem Seil bündeln und über die Schulter ziehen oder tragen. Lange Stangen am vorderen Ende anheben und hinten schleifen lassen.
5
Richtig heben
In die Knie gehen, Last nah am Körper greifen, aus den Beinen aufrichten. Schwere Stücke zu zweit tragen.
6
Weg freihalten
Den Weg zwischen Sammelstelle und Lager kennen, Hindernisse meiden und Werkzeug am Ziel an einem festen Platz ablegen.
Häufige Fehler
×Beil über der Schulter
×Offenes Messer in der Hand beim Gehen
×Armladung Holz, die die Sicht verdeckt
×Werkzeug ins Gras legen, wo es niemand sieht
Grenzen und Risiken
–Keine Arbeitsschutzvorgaben für gewerbliche Waldarbeit
–Keine Angaben zu zulässigen Lasten
Quellen
[1]
USDA Forest Service, Missoula Technology and Development Center (Bernie Weisgerber, Bob Beckley) (1999): An Ax to Grind: A Practical Ax Manual
Schnitzen lehrt Kinder Geduld, Werkzeugrespekt und Selbstvertrauen – wenn klare Regeln von Anfang an gelten. Dazu gehören ein Sicherheitskreis um den Schnitzenden, Sitzen statt Gehen, Schneiden vom Körper weg, ein geeignetes Messer, weiches Holz und eine Aufsicht in Reichweite. Erst die Regeln, dann das Messer.
Kinder schnitzen nur unter Aufsicht in Reichweite. Bei stark blutenden Schnitten Druck auf die Wunde und den örtlichen Notruf (112 in der EU) wählen.
Sicherheitskreis: mit ausgestrecktem Arm samt geschlossenem Messer um sich drehen – niemand darf in diesen Kreis. Wer kommt, wartet, bis das Messer abgelegt ist.
Regeln zum Besitz und Mitführen von Messern durch Minderjährige unterscheiden sich je nach Ort – örtliche Regeln prüfen.
Material
Messer (feststehend oder feststellbar) – Kleines, feststehendes oder feststellbares Messer, scharf
Schnittschutzhandschuh – Für die haltende Hand
Erste-Hilfe-Set (Haushalt)
Stabile Äste / Stangen – Weiches, frisches oder leicht zu schnitzendes Holz
Schritte
1
Regeln erklären
Vorher in Ruhe besprechen: nur sitzend schnitzen, vom Körper weg, Sicherheitskreis, Messer zum Gehen schließen bzw. in die Scheide, Griff voran übergeben.
2
Position
Sitzen, Ellbogen auf den Knien, Werkstück außerhalb der Beine. Die haltende Hand hinter der Klinge, mit Schnittschutzhandschuh.
3
Erste Schnitte
Rinde von einem Stock abschälen und eine stumpfe Spitze formen. Kurze, flache Schnitte statt Kraft.
4
Kleines Projekt
Einfache Gegenstände wie ein Marshmallow-Stock, ein Namensschild oder ein Hering – Erfolg in einer Einheit.
5
Pausen
Bei Müdigkeit oder Unruhe aufhören. Messer reinigen und gemeinsam verstauen.
Ein gutes Lager erkennt man daran, dass man es danach nicht mehr erkennt. Die sieben Leave-No-Trace-Prinzipien helfen, Natur, Wildtiere und andere Besucher zu schonen: vorausplanen, auf festem Untergrund lagern, Abfall mitnehmen, nichts mitnehmen oder verändern, Feuer minimieren, Wildtiere respektieren und Rücksicht auf andere nehmen.
Bei Trockenheit, Waldbrandwarnung oder Feuerverbot kein offenes Feuer. Ein unachtsam verlassenes Feuer kann einen Waldbrand auslösen. Bei Brand sofort den Notruf wählen (112 in der EU).
Toilettenlöcher, Abwasch und Waschen weit entfernt von Gewässern, Wegen und Lagerplätzen – die Organisation Leave No Trace nennt etwa 60 Meter (200 Fuß). Das schützt Trinkwasserquellen vor Keimen.
Wildtiere nicht füttern und Lebensmittel sicher verstauen. In Regionen mit Bären oder anderen großen Wildtieren gelten besondere Regeln – örtliche Regeln prüfen.
Ob und wo wild gezeltet oder ein Feuer gemacht werden darf, unterscheidet sich stark je nach Land und Gebiet – örtliche Regeln prüfen.
Material
Müllbeutel (wiederverschließbar) – Für allen Abfall, auch Essensreste
Kleine Schaufel (Trowel) – Für Toilettenlöcher, wo erlaubt
Kocher(optional) – Schonender als ein Lagerfeuer
Seife / Spülmittel(optional) – Biologisch abbaubar, sparsam und fern von Gewässern
Schritte
1
Vorausplanen
Regeln des Gebiets klären (Zelten, Feuer, Toiletten), Wetter prüfen, Gruppe klein halten, Lebensmittel umpacken, um Verpackungsmüll zu vermeiden.
2
Auf festem Untergrund lagern
Bestehende Lagerplätze oder robuste Flächen wie Fels, Kies, trockenes Gras oder Sand nutzen, mit Abstand zu Gewässern. Keine Gräben ziehen, keine Vegetation entfernen.
3
Abfall richtig entsorgen
Alles mitnehmen, auch Essensreste und Toilettenpapier, wo verlangt. Menschliche Ausscheidungen in einem etwa 15–20 cm tiefen Loch vergraben, wo das erlaubt ist; sonst mitnehmen bzw. vorhandene Toiletten nutzen.
4
Natur lassen, wie sie ist
Keine Pflanzen ausreißen, keine Steine oder Fundstücke mitnehmen, keine Bauten aus Ästen stehen lassen. Lebende Bäume nicht beschädigen.
5
Feuer minimieren
Kocher statt Feuer nutzen. Wenn Feuer erlaubt ist: vorhandene Feuerstellen, kleines Feuer, nur Totholz vom Boden, vollständig löschen und Asche verteilen, sobald sie kalt ist.
6
Abschlusskontrolle
Vor dem Aufbruch den Platz in einer Reihe absuchen: Abfall, Heringe, Schnurreste, Feuerreste. Feuerstelle mit der Hand auf Restwärme prüfen.
Häufige Fehler
×Essensreste vergraben oder liegen lassen
×Toilettenpapier unter Steinen verstecken
×Neue Feuerstellen anlegen
×Direkt am Gewässer lagern und abwaschen
×Schnurreste und Heringe zurücklassen
Grenzen und Risiken
–Keine Rechtsauskunft zum Wildcampen
–Spezielle Regeln für Wüsten, Gletscher, Flüsse und Bärengebiete nicht abgedeckt
Quellen
[1]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
https://lnt.org
[2]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Lager sinnvoll anordnen: Schlafen, Feuer, Küche, Toilette, Wasser
Ein gut angeordnetes Lager trennt Zonen mit Abstand: Schlafplatz gegen den Wind vom Feuer, Küche und Vorräte abseits der Zelte, Toilette weit weg von Wasser und Lager, Wasserstelle unverschmutzt. Das verhindert Funkenschäden, Krankheiten, Tierbesuch und Konflikte – und schont die Natur.
Toilette und Abwasser weit entfernt von Gewässern, Wegen und Lager anlegen – Leave No Trace nennt dafür etwa 60 m (rund 70 Schritte). Fäkalien können Trinkwasser verunreinigen.
Feuerstelle mit Abstand und in Windrichtung hinter den Zelten; Funken brennen Löcher in Kunstfasergewebe. Niemals Feuer oder Kocher im Zelt.
Nicht unter toten Ästen, in Senken mit Überflutungsgefahr oder in Lawinen- und Steinschlagbereichen lagern.
Material
Kleine Schaufel (Trowel)
Müllbeutel (wiederverschließbar)
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf)(optional)
Schritte
1
Gelände lesen
Windrichtung, Gefälle, Wasserlauf, tote Äste und Wege prüfen. Auf festem, bereits genutztem Untergrund lagern.
2
Schlafzone
Ebenen Platz für die Zelte wählen, nicht in Mulden, mit Abstand zum Ufer.
3
Feuer- und Küchenzone
Feuer oder Kocher in Windrichtung hinter den Zelten. Lebensmittel und Abfälle gebündelt lagern, wo nötig tiersicher.
4
Toilettenzone
Weit weg von Wasser, Lager und Wegen; Katzenloch etwa 15–20 cm tief graben und danach verschließen. Toilettenpapier mitnehmen, wo vorgeschrieben.
5
Wasserstelle
Einen festen Entnahmepunkt nutzen, dort nicht waschen. Abwasser fern vom Ufer verteilen.
6
Abbauen
Alles mitnehmen, Feuerstelle vollständig löschen, Platz natürlich hinterlassen.
Häufige Fehler
×Toilette in Wassernähe
×Feuer in Windrichtung vor den Zelten
×Essen im Zelt aufbewahren
×In Senken zelten
Grenzen und Risiken
–Keine Rechtsauskunft zum Wildcampen
–Keine Planung für Großlager
Quellen
[1]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Nasse Kleidung kühlt aus und scheuert. Im Lager trocknet man systematisch: auswringen, Wind und Sonne nutzen, eine Leine unter dem Tarp spannen, Kleines am Körper trocknen und Schuhe nur mit Abstand zum Feuer. Ein trockenes Set zum Schlafen bleibt immer unangetastet.
Niemals Kocher, Grill oder Heizgerät im Zelt zum Trocknen betreiben – Kohlenmonoxid- und Brandgefahr.
Kunstfasern schmelzen, Leder wird rissig und Sohlen können sich lösen, wenn sie zu nah am Feuer hängen. Kleidung nie unbeaufsichtigt am Feuer lassen.
Wer in nasser Kleidung friert und zittert, zieht zuerst trockene Kleidung an – trocknen kann man später. Anzeichen einer Unterkühlung ernst nehmen.
Material
Paracord – Als Trockenleine
Packsack (wasserdicht) – Für das trockene Schlafset
Trockene Wechselkleidung
Schritte
1
Schlafset schützen
Ein komplettes trockenes Set (Unterwäsche, Socken, Mütze) bleibt im Packsack und wird nur im Schlafsack getragen.
2
Auswringen
Kleidung kräftig auswringen oder in ein Handtuch rollen und darauf knien. Socken umstülpen.
3
Leine spannen
Eine Leine im Wind, aber unter dem Tarp spannen. Kleidung locker aufhängen, nicht gefaltet.
4
Sonne und Wind nutzen
Bei Pausen und trockenem Wetter Ausrüstung außen am Rucksack oder auf Büschen ausbreiten.
5
Körperwärme
Leicht feuchte Socken oder Handschuhe nachts in der Jacke oder im Schlafsack in einem dünnen Beutel trocknen – nicht nasse Kleidungsstücke, die den Schlafsack durchfeuchten.
6
Schuhe
Einlegesohlen herausnehmen, Schnürung weit öffnen, mit trockenem Papier oder Stoff ausstopfen und regelmäßig wechseln. Mit Abstand zum Feuer, nie in der Glut.
Häufige Fehler
×Trockenes Schlafset tagsüber anziehen
×Schuhe direkt ans Feuer stellen
×Nasse Kleidung im Rucksack zusammengeknüllt lassen
×Leine quer über einen Weg spannen
Grenzen und Risiken
–Keine Behandlung von Unterkühlung – dafür Erste-Hilfe-Einträge
–In feuchtem Klima trocknet manches tagelang nicht
Quellen
[1]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
Für Feuer und Lagerbauten wird im Bushcraft nur Totholz verwendet, und auch das nur, wo es erlaubt ist. Liegendes, dünnes Holz, das sich mit der Hand brechen lässt, ist meist am geeignetsten. Abgestorbene Bäume bleiben stehen, hängende Äste werden nicht heruntergezogen, und ein Teil des Totholzes bleibt immer als Lebensraum liegen.
Abgestorbene Bäume und hängende Äste können ohne Vorwarnung fallen, besonders bei Wind. Nicht daran ziehen oder rütteln, nicht darunter sammeln oder lagern.
Ob Holzsammeln, Lagern und Feuer erlaubt sind, regeln Eigentümer und örtliche Vorschriften sehr unterschiedlich – örtliche Regeln prüfen und im Zweifel fragen.
Unter Spannung liegende Stämme (z. B. nach Sturm) können beim Sägen aufschnellen. Solche Windwurfflächen meiden.
Material
Klappsäge(optional)
Robuste Arbeitshandschuhe(optional)
Schritte
1
Regeln klären
Vor der Tour klären: Darf hier Holz gesammelt und Feuer gemacht werden? Gilt eine Waldbrandwarnung?
2
Nach oben schauen
Vor dem Sammeln die Bäume darüber auf tote Äste und schräg hängende Stämme prüfen.
3
Nur Liegendes
Am Boden liegendes Holz nehmen, das trocken knackt. Morsches, nasses Holz brennt schlecht und bleibt besser als Lebensraum liegen.
4
Dünn genug
Vor allem Holz, das sich mit der Hand brechen lässt. Dickere Stücke nur mit der Säge auf Länge bringen, nicht spalten, wenn es nicht nötig ist.
5
Weit verteilt sammeln
Nicht eine Stelle leer räumen, sondern über eine größere Fläche verteilt sammeln, abseits des Lagers.
Abwasch und Körperpflege im Lager – fern vom Gewässer
Im Lager wird nicht im Bach gespült. Man holt Wasser in einem Gefäß, wäscht Geschirr und sich selbst weit entfernt vom Ufer, nutzt wenig oder keine Seife, siebt Essensreste aus dem Spülwasser und verteilt es breit. Händewaschen vor dem Kochen und nach der Toilette ist die wichtigste Regel gegen Magen-Darm-Infekte.
Hände vor dem Zubereiten von Essen und nach jedem Toilettengang waschen; in Gruppen breiten sich Magen-Darm-Infekte schnell aus. Wo Wasser knapp ist, zusätzlich Händedesinfektionsmittel nutzen.
Auch biologisch abbaubare Seife schadet Gewässern. Kein Spülen, Waschen oder Ausleeren von Spülwasser direkt am oder im Gewässer – Leave No Trace nennt etwa 60 m Abstand.
Geschirr mit Wasser spülen, das zum Trinken geeignet ist oder aufbereitet wurde, und gut trocknen lassen.
Material
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan) – Als Spülschüssel