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Naturkatastrophen
Warnsignale erkennen, richtig handeln
SurviveBetter · Stand 2026-10-12 · 24 Einträge
Vorbereitung und richtiges Verhalten bei Naturereignissen – immer ergänzt durch die Anweisungen der zuständigen Behörden.
01 · Wasser · Fachliche Prüfung folgt
Hochwasser: vorher, währenddessen, danach
Hochwasser und Sturzfluten gehören zu den tödlichsten Naturgefahren – oft, weil Menschen zu Fuß oder mit dem Auto durch Wasser fahren. Die wichtigste Regel: Nie durch Hochwasser gehen oder fahren. Warnungen ernst nehmen, höher gelegene Orte aufsuchen, den Anweisungen der Behörden folgen und erst zurückkehren, wenn sie es erlauben.
Nie durch Hochwasser gehen, schwimmen oder fahren. Schon flaches, fließendes Wasser kann Menschen umreißen und Fahrzeuge mitreißen; die Tiefe und der Zustand der Straße darunter sind nicht erkennbar. Umkehren.
Bei steigendem Wasser nicht in Keller, Tiefgaragen oder Unterführungen gehen – sie können in kurzer Zeit volllaufen, und Türen lassen sich gegen Wasserdruck oft nicht mehr öffnen.
Elektrische Geräte und Anlagen nicht berühren, wenn du nass bist oder im Wasser stehst. Strom nur abschalten, wenn das gefahrlos möglich ist; sonst Netzbetreiber oder Feuerwehr verständigen.
Hochwasser kann mit Abwasser, Kraftstoff und Chemikalien belastet sein. Kontakt meiden, Schutzkleidung tragen, Hände waschen und Lebensmittel, die mit dem Wasser in Kontakt kamen, entsorgen.
Bei Aufräumarbeiten Pumpen, Trockner und Generatoren mit Verbrennungsmotor nur im Freien betreiben (Kohlenmonoxid).
Material
Batterie- oder Kurbelradio – Für Warnungen bei Stromausfall
Informiere dich bei Gemeinde oder Behörden, ob deine Wohnung in einem Hochwasser- oder Starkregen-Gefahrenbereich liegt, und welche Warnkanäle es gibt.
2
Vorher: vorbereiten
Wichtige Dokumente, Wertsachen und Vorräte nicht im Keller lagern. Notfallrucksack bereithalten, Versicherungsschutz prüfen, Evakuierungsweg und höher gelegenen Ort kennen.
3
Bei Warnung: handeln
Verfolge Radio und Warnmeldungen. Bringe Menschen, Tiere und, wenn noch Zeit ist, Wertvolles nach oben. Folge Aufforderungen zur Evakuierung sofort.
4
Währenddessen: nach oben, nicht hindurch
Suche höher gelegene Orte oder obere Stockwerke auf. Geh oder fahr nicht durch Wasser; kehre um, wenn eine Straße überflutet ist. Halte Abstand zu Ufern, Brücken und Bachläufen.
Nicht in Keller, Tiefgaragen oder Unterführungen.
5
Eingeschlossen
Wenn du im Gebäude eingeschlossen bist: in das höchste Stockwerk gehen, aber nicht in einen geschlossenen Dachboden ohne Ausgang. Den Notruf wählen (in der EU 112) und dich bemerkbar machen.
6
Danach: erst zurück, wenn erlaubt
Kehre erst zurück, wenn die Behörden es erlauben. Achte auf Schäden an Gebäuden, Gasgeruch und Stromleitungen. Trinkwasserwarnungen beachten.
7
Aufräumen mit Schutz
Bei Aufräumarbeiten Handschuhe, feste Schuhe und Schutzkleidung tragen. Schäden für die Versicherung fotografieren, bevor du entsorgst.
Häufige Fehler
×Mit dem Auto durch überflutete Straßen fahren
×Zu Fuß durch fließendes Wasser gehen
×In den Keller gehen, um Sachen zu retten
×Warnungen ignorieren, weil „es bisher immer gut ging“
×Zu früh in das Gebäude zurückkehren
×Generator im Haus zum Trocknen betreiben
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu Wassertiefen oder Strömungsgeschwindigkeiten
–Keine technischen Hochwasserschutzmaßnahmen
–Keine Hinweise zu Tsunamis
Quellen
[1]
NOAA National Weather Service (USA): Turn Around Don't Drown
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Floods
[3]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
https://www.bbk.bund.de
[4]
European Commission: 112 – the European emergency number
Tsunami: natürliche Warnzeichen und sofort nach oben
Ein Tsunami kann eine Küste erreichen, bevor eine offizielle Warnung eintrifft. Natürliche Warnzeichen sind ein starkes oder langes Erdbeben an der Küste, ein plötzliches Zurückweichen oder Ansteigen des Meeres und ein lautes Grollen vom Meer. Dann sofort ins Landesinnere oder auf höheres Gelände – nicht warten, nicht schauen – und erst nach offizieller Entwarnung zurück.
Bei natürlichen Warnzeichen nicht auf eine offizielle Warnung warten. Sofort zu Fuß auf höheres Gelände oder ins Landesinnere – Straßen können verstopft sein. Wenn möglich, den Notruf erst in Sicherheit wählen (in der EU 112).
Ein Tsunami besteht meist aus mehreren Wellen, und die erste ist nicht immer die größte. Erst nach offizieller Entwarnung zurückkehren.
Bei einem Erdbeben zuerst schützen (Drop, Cover, Hold On), sobald das Beben aufhört, sofort aufbrechen.
Material
Feste, geschlossene Schuhe
Batterie- oder Kurbelradio(optional)
Schritte
1
Vorher: Fluchtweg kennen
In gefährdeten Gebieten auf Tsunami-Schilder und Evakuierungsrouten achten. Vom Hotel oder Ferienhaus aus den kürzesten Weg nach oben bzw. ins Landesinnere ansehen.
2
Natürliche Warnzeichen erkennen
Starkes oder lang anhaltendes Erdbeben an der Küste; Meer zieht sich ungewöhnlich weit zurück oder steigt plötzlich; lautes Grollen vom Meer.
3
Sofort nach oben
Ohne Gepäck sofort auf höheres Gelände oder so weit wie möglich ins Landesinnere, zu Fuß, wenn Straßen voll sind. Andere mitnehmen und warnen.
4
Wenn keine Zeit bleibt
Wenn höheres Gelände nicht erreichbar ist: in die oberen Stockwerke eines stabilen, hohen Gebäudes aus Stahlbeton.
5
Oben bleiben
Radio und Behörden verfolgen. Erst zurück, wenn offiziell Entwarnung gegeben wird – weitere Wellen können Stunden später kommen.
Häufige Fehler
×Zum Strand gehen, um das zurückweichende Meer anzusehen
×Auf eine offizielle Warnung warten, obwohl die Erde stark gebebt hat
×Mit dem Auto im Stau stehen statt zu laufen
×Nach der ersten Welle zurückkehren
×Gepäck zusammensuchen
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu Wellenhöhen, Ankunftszeiten oder sicheren Höhen – diese hängen vom Ereignis und Gelände ab
–Keine regionalen Warnsysteme beschrieben
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Tsunamis
[2]
U.S. National Weather Service (NOAA): Tsunami Safety
[3]
Earthquake Country Alliance – Great ShakeOut Earthquake Drills: Drop, Cover, and Hold On
Sturzfluten: in Tälern, Unterführungen und am Steuer
Sturzfluten entstehen innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden nach Starkregen – oft dort, wo es selbst gar nicht regnet: in engen Tälern, Schluchten, trockenen Bachbetten und Unterführungen. Die wichtigste Regel: nie durch überflutete Straßen fahren oder gehen („Turn around, don't drown“), sondern sofort auf höheres Gelände.
Nie durch überflutete Straßen fahren. Laut NOAA kann schon etwa 15 cm schnell fließendes Wasser einen Erwachsenen umwerfen und etwa 30 cm die meisten Autos mitreißen. Die Wassertiefe und den Zustand der Straße darunter kann man nicht sehen.
Unterführungen und Tiefgaragen laufen bei Starkregen sehr schnell voll – nicht hineinfahren und nicht hineingehen, um Fahrzeuge zu retten.
Bei eingeschlossenen Personen sofort den Notruf wählen (in der EU 112) – nicht selbst ins Wasser gehen.
Material
Mobiltelefon
Batterie- oder Kurbelradio(optional)
Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
Schritte
1
Vorher prüfen
Vor Touren in Täler oder Schluchten die Wetterlage auch für das Einzugsgebiet oberhalb prüfen. Nicht in trockenen Bachbetten oder direkt am Ufer zelten.
2
Anzeichen erkennen
Schnell steigendes oder plötzlich trübes Wasser, Treibgut, lautes Rauschen oder Grollen flussaufwärts, Starkregen in der Nähe.
3
Sofort nach oben
Nicht bachabwärts flüchten, sondern seitlich auf höheres Gelände steigen. Ausrüstung zurücklassen.
4
Umkehren statt durchfahren
Überflutete Straße oder Unterführung: umdrehen und eine andere Route nehmen, auch wenn andere durchfahren. Absperrungen nie umfahren.
5
Im Auto vom Wasser erfasst
Ready.gov: Wenn das Fahrzeug in schnell fließendem Wasser festsitzt, im Fahrzeug bleiben; steigt Wasser im Innenraum, aufs Dach. Sofort den Notruf wählen.
6
Zu Hause
Keller und Tiefgarage bei Starkregen nicht betreten. In höhere Stockwerke gehen; Strom nur abschalten, wenn der Sicherungskasten trocken und sicher erreichbar ist.
Häufige Fehler
×Durch eine überflutete Senke fahren, weil sie „flach aussieht“
×Im Keller Dinge retten wollen
×Im trockenen Bachbett zelten
×Bachabwärts statt seitlich bergauf flüchten
×Absperrungen umfahren
Grenzen und Risiken
–Keine Wasserrettungstechniken
–Keine Vorhersage von Sturzfluten
Quellen
[1]
NOAA National Weather Service (USA): Turn Around Don't Drown
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Floods
[3]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Evacuation
Sturmflut an der Küste: Zone kennen, rechtzeitig gehen
Bei Sturmflut drückt starker Wind Meerwasser gegen die Küste; zusammen mit Flut und Wellen kann das Wasser weit ins Land vordringen. Wer in einer gefährdeten Zone lebt oder Urlaub macht, sollte die Evakuierungszone kennen, Warnungen ernst nehmen und bei Aufforderung sofort gehen – Wasser, nicht Wind, ist hier die größte Gefahr.
Wird für deine Zone eine Evakuierung angeordnet, sofort gehen. Wer bleibt, kann von Rettungskräften während des Sturms oft nicht erreicht werden.
Nicht an Deiche, Molen oder Strände gehen, um die Wellen anzusehen – Wellen und Strömung reißen Menschen mit.
Überflutungswasser kann verunreinigt sein und verdeckte Gefahren wie Trümmer, offene Schächte und Stromleitungen enthalten.
Material
Batterie- oder Kurbelradio
Dokumentenmappe (wasserdicht)
Powerbank
Medikamentenvorrat
Schritte
1
Zone kennen
Bei Gemeinde, Katastrophenschutz oder Unterkunft erfragen, ob die Adresse in einem Überflutungs- oder Evakuierungsgebiet liegt, und wo die Route ins Landesinnere verläuft.
2
Bei Vorwarnung vorbereiten
Notgepäck, Dokumente, Medikamente und geladene Geräte bereitlegen, Fahrzeug tanken, Nachbarn mit Unterstützungsbedarf ansprechen.
3
Bei Anordnung gehen
Der ausgewiesenen Route folgen. Nicht auf den letzten Moment warten – Straßen können schon vor dem Höhepunkt überflutet sein.
4
Wenn Gehen nicht mehr möglich ist
Nur auf Anweisung der Behörden in einem sicheren, hohen Gebäude ausharren, in obere Stockwerke gehen, nicht in geschlossene Dachböden ohne Ausstieg. Notruf wählen, wenn Gefahr besteht.
5
Erst nach Freigabe zurück
Zurückkehren erst, wenn die Behörden es erlauben. Nicht durch Wasser gehen oder fahren; Schäden dokumentieren.
Häufige Fehler
×Wellen am Deich beobachten
×Evakuierung wegen nur „mäßigem“ Wind ablehnen
×Sich auf einem Dachboden ohne Ausstieg verschanzen
×Zu früh zurückkehren
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu konkreten Pegeln oder Zonen
–Örtliche Warn- und Evakuierungspläne haben Vorrang
Quellen
[1]
NOAA National Hurricane Center: Storm Surge Overview
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Hurricanes
[3]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Evacuation
Sandsäcke halten Wasser nicht völlig ab, können es aber umleiten und den Zufluss an Türen, Kellerfenstern und Lichtschächten verringern. Wichtig sind richtig gefüllte Säcke, versetzte Fugen wie bei Mauerwerk, festes Andrücken jeder Lage und eine abdichtende Folie. Viele Gemeinden geben Sand und Säcke aus – örtliche Hinweise beachten.
Evakuierungsanweisungen haben immer Vorrang. Nicht weiterarbeiten, wenn Wasser steigt oder strömt – Menschenleben gehen vor Gebäuden.
Hoher Wasserdruck von außen kann Kellerwände beschädigen. Bei tieferem Wasser vorher fachlichen Rat einholen, ob Abschotten sinnvoll ist.
Gefüllte Säcke sind schwer. Aus den Beinen heben, Säcke weiterreichen statt tragen, Pausen machen.
Säcke, die im Hochwasser lagen, sind verunreinigt. Mit Handschuhen anfassen und nach örtlichen Vorgaben entsorgen.
Material
Sandsäcke (leer oder gefüllt)
Sauberer Sand
Kleine Schaufel / Klappspaten – Oder normale Schaufel
Kunststofffolie / großer Müllsack – Als Dichtung auf der Wasserseite
Robuste Arbeitshandschuhe
Feste, geschlossene Schuhe
Schritte
1
Richtig füllen
Zu zweit arbeiten: eine Person hält den Sack, die andere schaufelt. Säcke etwa halb bis zwei Drittel füllen, damit sie formbar bleiben. Sackende umschlagen oder locker verschließen nach örtlicher Anleitung.
2
Untergrund vorbereiten
Fläche von Steinen und Ästen befreien. Wo möglich eine Folie so auslegen, dass sie später auf der Wasserseite über den Wall gezogen werden kann.
3
Legen wie Mauerwerk
Säcke längs zur Fließrichtung legen, das umgeschlagene Ende unter dem Sack. Jeden Sack fest an- und festtreten. Fugen der nächsten Lage versetzen.
4
Breit genug bauen
Für mehrlagige Wälle eine pyramidenförmige Basis bauen, die deutlich breiter als hoch ist. Einzelne Lagen vor Türen nur bei geringer Wasserhöhe.
5
Kontrollieren
Undichte Stellen beobachten, nachlegen, Pumpen auf der trockenen Seite bereithalten. Bei Gefahr sofort aufhören und in Sicherheit gehen.
Häufige Fehler
×Säcke prall füllen
×Fugen übereinander legen
×Säcke nicht andrücken
×Zu spät anfangen
×Im strömenden Wasser weiterarbeiten
Grenzen und Risiken
–Keine Deichverteidigung
–Keine statische Beurteilung von Gebäuden
–Keine Mengenberechnung
Quellen
[1]
U.S. Army Corps of Engineers: Sandbagging Techniques
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Floods
[3]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
Bei einem Erdbeben empfehlen viele Behörden „Drop, Cover, Hold On“: sich auf Hände und Knie fallen lassen, Kopf und Nacken schützen – möglichst unter einem stabilen Tisch – und festhalten, bis das Beben vorbei ist. Nicht während des Bebens hinausrennen. Danach mit Nachbeben rechnen, auf Schäden und Gasgeruch achten und den Anweisungen der Behörden folgen.
Während des Bebens nicht hinausrennen. Viele Verletzungen entstehen durch herabfallende Gegenstände, Glas und Fassadenteile beim Verlassen von Gebäuden.
Nach dem Beben: Bei Gasgeruch kein Licht einschalten, keine Flamme, keine Schalter. Gebäude verlassen und von draußen Notruf oder Gasnotdienst verständigen (in der EU 112).
An der Küste: Nach starkem oder langem Beben, bei ungewöhnlichem Rückgang des Meeres oder bei Tsunami-Warnung sofort landeinwärts oder auf höheres Gelände gehen und offiziellen Anweisungen folgen.
Mit Nachbeben rechnen. Beschädigte Gebäude erst nach Freigabe durch die Behörden wieder betreten.
Der Türrahmen gilt in modernen Gebäuden nicht als sicherer Ort und schützt nicht vor herumfliegenden Gegenständen.
Material
Feste, geschlossene Schuhe – Neben dem Bett, gegen Glassplitter
Stirnlampe / Taschenlampe
Batterie- oder Kurbelradio
Schritte
1
Vorher: Wohnung sichern
Schwere Regale und Schränke an der Wand befestigen, schwere Gegenstände unten lagern, Bilder und Spiegel nicht über dem Bett aufhängen. Feste Schuhe und Lampe neben das Bett legen.
2
Drop – auf den Boden
Sobald du das Beben spürst, lass dich auf Hände und Knie fallen, bevor das Beben dich umwirft.
3
Cover – Kopf schützen
Schütze Kopf und Nacken mit einem Arm. Wenn möglich, krieche unter einen stabilen Tisch; sonst an eine Innenwand, weg von Fenstern und hohen Möbeln.
4
Hold On – festhalten
Halte dich am Tischbein fest und bewege dich mit dem Tisch, bis das Beben aufhört. Ohne Tisch: weiter Kopf und Nacken mit beiden Armen schützen.
5
Besondere Situationen
Im Bett: liegen bleiben und den Kopf mit einem Kissen schützen. Im Freien: weg von Gebäuden, Masten und Leitungen, dann Drop, Cover, Hold On. Im Fahrzeug: an einer freien Stelle anhalten, angeschnallt bleiben, nicht unter Brücken oder Leitungen halten.
6
Danach
Auf Verletzungen achten und Hilfe rufen, mit Nachbeben rechnen, feste Schuhe anziehen, auf Gasgeruch und Schäden prüfen. Radio für Anweisungen einschalten; Telefon nur für Notfälle nutzen.
7
Üben
Übe Drop, Cover, Hold On regelmäßig mit der ganzen Familie, damit es im Ernstfall automatisch abläuft.
Häufige Fehler
×Während des Bebens hinausrennen
×Im Türrahmen Schutz suchen
×Neben Fenstern oder hohen Regalen stehen bleiben
×Nach dem Beben sofort in beschädigte Gebäude zurückkehren
×Bei Gasgeruch Licht einschalten
Grenzen und Risiken
–Keine Hinweise zur Gebäudesicherheit oder Statik
–Keine Rettung Verschütteter – das ist Aufgabe der Rettungskräfte
–Tsunami nur als Warnhinweis
Quellen
[1]
Earthquake Country Alliance – Great ShakeOut Earthquake Drills: Drop, Cover, and Hold On
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Earthquakes
[3]
European Commission: 112 – the European emergency number
Erdrutsche und Murgänge treten vor allem nach starkem oder langem Regen, Schneeschmelze oder Erdbeben auf und können ohne lange Vorwarnung kommen. Neue Risse, klemmende Türen, sich neigende Bäume, plötzlich trübes oder ausbleibendes Bachwasser und Grollen sind Warnzeichen. Dann gilt: sofort aus dem Weg, quer zur Rutschrichtung, und Behörden informieren.
Bei Grollen, knackenden Bäumen oder sichtbarer Bewegung sofort aus dem Weg – seitlich aus der Rutschrichtung heraus, nicht den Hang hinunter vor der Masse her. Danach den Notruf wählen (in der EU 112).
Bei Starkregen Bachbetten, Durchlässe, Brücken über Wildbäche und Talböden meiden – Murgänge folgen diesen Rinnen und können sehr schnell sein.
Nach einem Erdrutsch können weitere Rutschungen folgen. Gebiet meiden, bis Fachleute es freigeben; beschädigte Leitungen melden.
Material
Batterie- oder Kurbelradio
Feste, geschlossene Schuhe
Stirnlampe / Taschenlampe
Schritte
1
Risiko kennen
Gefahrenkarten der Region oder Auskunft der Gemeinde einholen. Achten auf frühere Rutschungen, Hangwasser, steile Böschungen hinter dem Haus.
2
Warnzeichen beobachten
Neue Risse in Wänden, Putz, Boden oder Straße; Türen und Fenster, die plötzlich klemmen; schiefe Bäume, Masten oder Zäune; Wasser, das aus dem Hang tritt; Bäche, die plötzlich trüb werden oder versiegen; Grollen.
3
Bei Starkregen wachsam
Radio und Warnungen verfolgen, nachts besonders aufmerksam sein, Bachbetten meiden. Bei Evakuierungsaufforderung sofort gehen.
4
Bei Bewegung: seitlich weg
Nicht abwarten. Seitlich aus der Rutschbahn auf festen, höheren Grund. Im Haus, wenn kein Entkommen möglich ist: in den oberen, vom Hang abgewandten Teil.
5
Melden
Beobachtete Warnzeichen und Rutschungen der Gemeinde, Polizei oder über den Notruf melden – auch zum Schutz der Nachbarn.
Häufige Fehler
×Risse und klemmende Türen als normale Bauschäden abtun
×Bei Starkregen im Bachbett oder am Hangfuß bleiben
×Den Hang hinunter vor der Rutschung herlaufen
×Rutschungsfläche betreten, um zu schauen
×Erst bei sichtbarer Bewegung über Flucht nachdenken
Grenzen und Risiken
–Keine geotechnische Beurteilung
–Keine Aussage zur Vorhersagbarkeit einzelner Ereignisse
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Landslides & Debris Flow
[2]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness
Vulkanasche ist kein weicher Staub, sondern feines, scharfkantiges Gesteins- und Glasmaterial. Sie reizt Atemwege und Augen, macht Straßen rutschig, verstopft Filter und kann Dächer – besonders nass – überlasten. Drinnen bleiben, Fenster schließen, Maske und Schutzbrille tragen und den Anweisungen der Behörden folgen.
In der Nähe des Vulkans drohen weit größere Gefahren als Asche. Evakuierungsanordnungen sofort befolgen und gesperrte Zonen nicht betreten. In Gefahr den Notruf wählen (in der EU 112).
Asche wird nass sehr schwer. Nicht ohne Sicherung auf Dächer steigen – Absturzgefahr auf rutschiger Asche. Bei Anzeichen von Überlastung Gebäude verlassen.
Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen sind besonders gefährdet: drinnen bleiben, verordnete Medikamente griffbereit, bei Atemnot ärztliche Hilfe holen.
Auf Asche rutschen Fahrzeuge wie auf Schnee, Sicht und Luftfilter leiden. Nur fahren, wenn unbedingt nötig, langsam und mit Licht.
Material
Partikelfiltrierende Atemschutzmaske (FFP2/N95)
Dicht schließende Schutzbrille – Statt Kontaktlinsen eine Brille tragen
Kunststofffolie / großer Müllsack(optional) – Zum Abdecken von Elektronik
Batterie- oder Kurbelradio
Schritte
1
Bei Warnung: vorbereiten
Masken, Schutzbrille, Wasser und Lebensmittel bereitlegen. Elektronik abdecken. Tiere und Fahrzeuge unterstellen.
2
Drinnen bleiben
Fenster und Türen schließen, Lüftungs- und Klimaanlagen ausschalten bzw. auf Umluft, Zugluft mit feuchten Tüchern abdichten.
3
Wenn du hinaus musst
Gut sitzende FFP2-/N95-Maske, dicht schließende Schutzbrille, Brille statt Kontaktlinsen, lange Kleidung. Draußen so kurz wie möglich.
4
Wasser schützen
Regenwasserbehälter abdecken oder abkoppeln. Hinweise des Wasserversorgers beachten.
5
Aufräumen ohne Staubwolken
Asche leicht anfeuchten, dann zusammenschieben und in festen Säcken sammeln; nicht trocken fegen, nicht in die Kanalisation spülen. Entsorgung nach Vorgabe der Gemeinde.
6
Dachlast im Blick
Dicke Ascheschichten auf flachen oder schwachen Dächern, besonders vor Regen, von Fachleuten oder mit Absturzsicherung entfernen lassen.
Häufige Fehler
×Asche trocken fegen und aufwirbeln
×Kontaktlinsen tragen
×Einfache Stoffmasken für ausreichend halten
×Ohne Sicherung aufs Dach steigen
×Asche in die Kanalisation spülen
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu Dachtraglasten
–Kein Verhalten in der Nahzone des Vulkans außer Evakuierung
Quellen
[1]
International Volcanic Health Hazard Network (IVHHN): The Health Hazards of Volcanic Ash – A guide for the public
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Volcanoes
Hitzewellen sind gefährlich, besonders für ältere Menschen, Kleinkinder, chronisch Kranke, Schwangere und Menschen, die im Freien arbeiten. Kühl bleiben, regelmäßig trinken, Anstrengung in der Mittagshitze vermeiden und gefährdete Menschen regelmäßig besuchen oder anrufen sind die wichtigsten Maßnahmen. Bei Anzeichen eines Hitzschlags sofort den Notruf wählen.
Hohe Körpertemperatur, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit können auf einen Hitzschlag hindeuten – ein lebensbedrohlicher Notfall. Sofort den Notruf wählen (in der EU 112), die Person in den Schatten oder einen kühlen Raum bringen und bis zum Eintreffen der Hilfe bei ihr bleiben.
Kinder, pflegebedürftige Menschen und Tiere nie im geparkten Fahrzeug lassen – auch nicht kurz und nicht bei geöffnetem Fenster.
Starkes Schwitzen, Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Muskelkrämpfe sind Warnzeichen. In einen kühlen Raum gehen, ausruhen, trinken; bei Verschlechterung oder fehlender Besserung ärztliche Hilfe holen.
Manche Medikamente beeinflussen die Hitzetoleranz oder den Flüssigkeitshaushalt. Fragen dazu vorab mit Arzt oder Apotheke klären; Medikamente nicht eigenmächtig absetzen.
Material
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter) – Trinkwasser immer dabei
Schritte
1
Warnungen verfolgen
Achte auf Hitzewarnungen des Wetterdienstes und plane Tage mit großer Hitze entsprechend.
2
Wohnung kühl halten
Tagsüber Fenster schließen und von außen beschatten, nachts und am frühen Morgen lüften. Den kühlsten Raum zum Aufenthalt nutzen.
3
Regelmäßig trinken
Über den Tag verteilt trinken, auch ohne Durst; alkoholische und stark gezuckerte Getränke meiden. Menschen mit ärztlich verordneter Trinkmengenbeschränkung klären die Menge mit dem Arzt.
4
Anstrengung verlegen
Körperliche Arbeit und Sport in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen, Pausen im Schatten machen, leichte, helle Kleidung und Kopfbedeckung tragen.
5
Körper kühlen
Kühle Duschen, feuchte Tücher und kühle Fußbäder helfen. Wenn die Wohnung zu heiß wird, kühle öffentliche Orte aufsuchen, wo verfügbar.
6
Nach anderen sehen
Besuche oder rufe ältere, allein lebende oder kranke Menschen mindestens einmal täglich an. Achte auf Kinder und Haustiere.
7
Bei Warnzeichen handeln
Bei Warnzeichen kühlen Ort aufsuchen und ausruhen; bei Anzeichen eines Hitzschlags sofort den Notruf wählen.
Häufige Fehler
×Erst trinken, wenn Durst kommt
×Mittags Sport treiben oder schwer arbeiten
×Tagsüber die Fenster öffnen
×Allein lebende Nachbarn vergessen
×Kinder oder Tiere kurz im Auto lassen
Grenzen und Risiken
–Keine Trinkmengen – individuell und bei manchen Erkrankungen ärztlich festgelegt
–Keine Behandlungsanleitung für Hitzeerkrankungen
–Keine Hinweise für Arbeitsschutz im Freien
Quellen
[1]
World Health Organization: Heat and health (fact sheet)
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Extreme Heat
[3]
European Commission: 112 – the European emergency number
Im Freien gibt es bei Gewitter keinen wirklich sicheren Ort. Sicher sind geschlossene, feste Gebäude und Fahrzeuge mit Metallkarosserie und geschlossenen Fenstern. Wer Donner hört, ist in Reichweite von Blitzen – rechtzeitig Schutz suchen und erst etwa 30 Minuten nach dem letzten Donner wieder hinausgehen. Wetterbericht vorher prüfen ist der beste Schutz.
Kein Ort im Freien ist bei Gewitter sicher. Die einzig zuverlässige Maßnahme ist, rechtzeitig in ein festes Gebäude oder ein geschlossenes Fahrzeug mit Metalldach zu gelangen.
Keine Sicherheit bieten: einzeln stehende Bäume, offene Unterstände, Zelte, Pavillons, Bushaltestellen, Cabrios und Fahrzeuge mit Kunststoffkarosserie.
Vom Blitz getroffene Menschen tragen keine elektrische Ladung und können sofort berührt werden. Sofort den Notruf wählen (in der EU 112) und Erste Hilfe leisten, soweit du sie beherrschst.
Wasser, Gipfel, Grate und offene Flächen sofort verlassen. Abstand zu Metallzäunen, Masten und Leitungen halten.
Schritte
1
Vorher planen
Prüfe vor Aktivitäten im Freien den Wetterbericht. Plane Touren so, dass exponierte Stellen vor der typischen Gewitterzeit verlassen sind, und kenne die nächsten sicheren Unterstände.
2
Donner hören – handeln
Wenn du Donner hörst, bist du in Reichweite von Blitzen. Unterbrich die Aktivität und geh sofort in ein festes Gebäude oder ein geschlossenes Fahrzeug mit Metalldach.
3
Drinnen bleiben
Im Gebäude Abstand zu Fenstern halten und Kontakt mit Wasserleitungen und kabelgebundenen Geräten meiden. Im Fahrzeug Fenster schließen.
4
Kein Unterschlupf erreichbar
Gipfel, Grate, freie Flächen, Wasser und einzelne Bäume sofort verlassen. Niedrigere Bereiche aufsuchen, aber keine Gräben oder Rinnen, in denen Wasser fließt. Das senkt das Risiko, beseitigt es aber nicht.
Nicht flach auf den Boden legen.
5
In der Gruppe verteilen
Gruppen sollen sich mit Abstand zueinander verteilen, damit nicht mehrere Personen gleichzeitig getroffen werden.
6
Abwarten
Erst etwa 30 Minuten nach dem letzten Donner wieder ins Freie gehen.
Bei Gewitter: Was keinen Schutz bietet – und wo man sicher ist
Häufige Fehler
×Unter einem einzelnen Baum Schutz suchen
×Weitermachen, solange es noch nicht regnet
×Zu früh nach dem Gewitter wieder hinausgehen
×Im offenen Unterstand oder Zelt Sicherheit vermuten
×Im Wasser bleiben
Grenzen und Risiken
–Keine alpinen Spezialregeln
–Keine Erste-Hilfe-Anleitung für Blitzunfälle
–Keine Risikoberechnung über Entfernung zum Gewitter
Quellen
[1]
NOAA National Weather Service (USA): Lightning Safety
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Thunderstorms & Lightning
[3]
European Commission: 112 – the European emergency number
Bei Sturm sind herabfallende Äste, umstürzende Bäume, fliegende Gegenstände und heruntergerissene Stromleitungen die größten Gefahren. Vorher lose Gegenstände sichern, während des Sturms drinnen bleiben und Wälder meiden, danach Abstand zu Leitungen halten und Aufräumarbeiten mit Motorsäge Fachleuten überlassen.
Heruntergefallene Stromleitungen immer als unter Spannung stehend behandeln: großen Abstand halten, auch zu Zäunen, Pfützen und Ästen, die sie berühren. Dem Netzbetreiber oder über den Notruf melden (in der EU 112).
Während und nach einem Sturm Wälder und Alleen meiden – angebrochene Äste und Bäume können noch Tage später herabfallen.
Sturmholz steht unter Spannung und kann beim Schneiden unvorhersehbar zurückschlagen. Aufarbeitung Fachleuten überlassen.
Bei Stromausfall nach dem Sturm Generatoren und Grills nur im Freien betreiben – Kohlenmonoxid.
Material
Batterie- oder Kurbelradio
Stirnlampe / Taschenlampe
Powerbank
Feste, geschlossene Schuhe – Für danach: Glas und Trümmer
Schritte
1
Warnungen verfolgen
Unwetterwarnungen des Wetterdienstes und Hinweise der Behörden über Radio und Warn-App verfolgen. Geräte und Powerbanks laden.
2
Lose Gegenstände sichern
Gartenmöbel, Trampoline, Blumenkästen, Mülltonnen und Sonnenschirme hereinholen oder festbinden. Fenster und Türen schließen, Fensterläden schließen, wo vorhanden.
3
Fahrzeug und Wege
Auto nicht unter Bäumen oder neben Gerüsten parken. Fahrten verschieben, besonders durch Wälder.
4
Während des Sturms drinnen bleiben
In einem festen Gebäude bleiben, abseits von Fenstern und Glastüren. Nicht auf Dach oder Balkon gehen, um etwas zu sichern.
Nicht im Freien unter Bäumen Schutz suchen.
5
Wenn du draußen bist
Schnell ein festes Gebäude aufsuchen. Abstand halten zu Bäumen, Gerüsten, Werbetafeln und Freileitungen. Im Auto: auf freier Fläche anhalten, nicht unter Bäumen.
6
Danach vorsichtig
Erst hinaus, wenn die Warnung aufgehoben ist. Schäden von außen ansehen, nicht auf beschädigte Dächer steigen, Leitungen melden, Fotos für die Versicherung machen.
Häufige Fehler
×Während des Sturms Gegenstände auf Balkon oder Dach sichern wollen
×Spaziergang oder Fahrt durch den Wald kurz nach dem Sturm
×Heruntergefallene Leitungen anfassen oder wegziehen
×Ohne Ausbildung Sturmholz zersägen
×Auto unter Bäumen parken
Grenzen und Risiken
–Keine Regeln für Tornados oder Hurrikane
–Keine Anleitung für Motorsägenarbeit
Quellen
[1]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
https://www.bbk.bund.de
[2]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness
[3]
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
Waldbrände können sich bei Wind schneller ausbreiten, als man laufen oder fahren kann, und Rauch belastet die Gesundheit weit entfernt. Die wichtigste Regel: früh gehen – spätestens, wenn die Behörden dazu auffordern, besser schon bei absehbarer Gefahr. Wer bleibt, weil keine Gefahr besteht, schützt sich drinnen vor Rauch.
Wenn die Behörden zur Evakuierung auffordern, sofort gehen. Wer sich bedroht fühlt, geht auch ohne Aufforderung. Rauch, Flammen oder Funkenflug in der Nähe: den Notruf wählen (in der EU 112).
Nicht in Richtung Rauch oder Feuer fahren und vorgegebene Fluchtrouten nutzen. Straßen können durch Rauch, Verkehr oder Einsatzfahrzeuge blockiert werden – ein weiterer Grund, früh zu fahren.
FFP2-/N95-Masken filtern Rauchpartikel, nicht Gase wie Kohlenmonoxid. Sie ersetzen nicht das Verlassen eines verrauchten Gebiets.
Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen reagieren empfindlicher auf Rauch. Bei Atemnot ärztliche Hilfe holen.
Material
Partikelfiltrierende Atemschutzmaske (FFP2/N95) – Gegen Rauchpartikel, nicht gegen Gase
Batterie- oder Kurbelradio
Feste, geschlossene Schuhe
Dokumentenmappe (wasserdicht)
Schritte
1
Vorher vorbereiten
Fluchtwege kennen, Notfallrucksack gepackt, Dokumente bereit, Tiere eingeplant. Brennbares wie Holzstapel, trockenes Laub und Gasflaschen vom Haus entfernt lagern.
2
Lage verfolgen
Bei Waldbrandgefahr oder Rauchgeruch Radio, Warn-App und Hinweise der Behörden verfolgen. Auto vollgetankt und in Fahrtrichtung geparkt.
3
Früh gehen
Bei Aufforderung sofort, bei eigener Bedrohung auch ohne Aufforderung. Kontaktperson informieren, vorgegebene Route nutzen.
4
Haus zurücklassen – wenn Zeit ist
Fenster und Türen schließen, aber nicht abschließen, wenn die Behörden das empfehlen. Gas abstellen, wenn gefahrlos möglich. Keine Zeit mit Löschversuchen verlieren.
5
Bei Rauch ohne Evakuierung
Drinnen bleiben, Fenster und Türen geschlossen, Lüftung auf Umluft oder aus, keine zusätzlichen Rauchquellen (Kerzen, Grill). Anstrengung im Freien vermeiden. Gut sitzende FFP2-/N95-Maske, wenn man hinaus muss.
6
Erst nach Freigabe zurück
Glutnester, beschädigte Leitungen und instabile Bäume bleiben gefährlich. Mit festen Schuhen und Handschuhen, Asche nicht aufwirbeln.
Häufige Fehler
×Warten, bis man das Feuer sieht
×Mit dem Gartenschlauch einen Waldbrand löschen wollen
×Durch Rauch fahren
×Glauben, eine Maske schütze vor allen Rauchgasen
×Zurückkehren, bevor das Gebiet freigegeben ist
Grenzen und Risiken
–Keine Anleitung zur Brandbekämpfung
–Keine Überlebenstechniken bei Einschluss durch Feuer – dann Notruf und Anweisungen der Leitstelle
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Wildfires
[2]
Deutscher Wetterdienst (DWD): Waldbrandgefahrenindex (WBI)
Schneestürme und Eisregen legen Verkehr und Stromnetze lahm, lassen Dächer unter Schneelast und Bäume unter Eis brechen und machen jeden Schritt riskant. Wer zu Hause bleibt, vorbereitet ist, Kohlenmonoxid-Gefahren kennt und nicht auf Dächer steigt, kommt sicher durch.
Zum Heizen nie Grill, Gasofen, Campingkocher oder Generator in Innenräumen benutzen. Abgasrohre und Auspuff von Schnee freihalten. Bei Kopfschmerz, Schwindel oder Übelkeit sofort an die frische Luft und den Notruf wählen (in der EU 112).
Nicht auf verschneite oder vereiste Dächer steigen. Knacken, Risse oder durchhängende Decken unter großer Schneelast: Gebäude verlassen und Fachleute bzw. Feuerwehr rufen.
Schneeschaufeln ist schwere körperliche Arbeit. Pausen machen, warm anziehen, bei Brustschmerz sofort aufhören und Hilfe holen.
Bei Eisregen brechen Äste und Leitungen unter der Eislast. Wege unter Bäumen und Freileitungen meiden.
Material
Wolldecke / Bettdecke
Batterie- oder Kurbelradio
Schneeschaufel
Feste, geschlossene Schuhe – Mit gutem Profil, ggf. Spikes
Kohlenmonoxidmelder(optional)
Schritte
1
Vorher: Wintervorsorge
Vorräte für einige Tage, Decken, Taschenlampen, Radio, Streumittel, Schneeschaufel. Auto mit Winterausrüstung. Wasserleitungen in unbeheizten Räumen gegen Frost schützen.
2
Bei Warnung: zu Hause bleiben
Fahrten verschieben, Geräte laden, Medikamente prüfen. Ältere Nachbarn fragen, ob sie etwas brauchen.
3
Wärme halten
Bei Heizungsausfall einen Raum warm halten, Türen schließen, Schichten tragen. Siehe Eintrag zum Heizungsausfall.
4
Wege räumen mit Maß
Wege und Abgasöffnungen freihalten, in kleinen Mengen schaufeln, Pausen machen. Nicht aufs Dach.
5
Sicher gehen
Kleine Schritte, Hände frei, feste Schuhe mit Profil. Unter Dachkanten auf Dachlawinen und Eiszapfen achten.
6
Wenn Fahren nötig ist
Nur mit Winterausrüstung, vollem Tank und Notfallset. Bei Stillstand im Fahrzeug bleiben und den Auspuff freihalten.
Häufige Fehler
×Mit Grill oder Gasofen in der Wohnung heizen
×Auf das Dach steigen, um Schnee zu räumen
×Ohne Pausen große Mengen Schnee schaufeln
×Trotz Warnung losfahren
×Abgasöffnungen der Heizung zuschneien lassen
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zur Tragfähigkeit von Dächern
–Keine Lawinenkunde – siehe Gebirgseinträge
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Winter Weather
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
Tornado: Schutz im innersten Raum auf der untersten Etage
Bei einer Tornadowarnung zählen Minuten. Schutz bietet ein Schutzraum, Keller oder ein fensterloser Innenraum auf der untersten Etage eines festen Gebäudes – weg von Fenstern, Türen und Außenwänden, Kopf und Nacken bedeckt. Wohnwagen, Mobilheime und Autos bieten keinen ausreichenden Schutz.
Wohnwagen, Mobilheime und leichte Bauten bieten keinen Schutz. Bei Warnung rechtzeitig in ein festes Gebäude oder einen ausgewiesenen Schutzraum wechseln.
Nicht unter Autobahnbrücken oder Überführungen Schutz suchen – der Wind wird dort verstärkt und Trümmer fliegen hindurch.
Fenster nicht öffnen, um „Druck auszugleichen“ – das kostet Zeit und schützt nicht.
Material
Batterie- oder Kurbelradio
Feste, geschlossene Schuhe – Für danach: Glas und Trümmer
Stirnlampe / Taschenlampe
Wolldecke / Bettdecke(optional) – Zum Abdecken gegen Splitter
Schritte
1
Schutzort vorher festlegen
Zu Hause, in Schule und am Arbeitsplatz klären, wo der nächste Schutzraum, Keller oder fensterlose Innenraum auf der untersten Etage ist. Mit allen im Haushalt üben.
2
Warnungen und Anzeichen kennen
Unterschied zwischen Vorwarnung (Tornado möglich) und Warnung (Tornado gesichtet oder auf dem Radar) kennen. Anzeichen: sehr dunkler, oft grünlicher Himmel, großer Hagel, eine tiefe rotierende Wolke, ein lautes Dröhnen wie von einem Güterzug.
3
Sofort in den Schutzraum
Bei Warnung nicht erst nachsehen oder filmen. Schuhe an, in den Schutzraum bzw. Innenraum auf der untersten Etage, weg von Fenstern, Türen und Außenwänden.
4
Kopf und Nacken schützen
Hinknien oder hocken, Kopf und Nacken mit Armen bedecken; zusätzlich mit Decken, Matratze oder unter einem stabilen Tisch.
5
Im Auto oder im Freien
Wenn möglich zum nächsten festen Gebäude fahren. Ist das nicht möglich, laut Ready.gov entweder angeschnallt im Auto bleiben, den Kopf unter die Fenster ducken und bedecken – oder, wenn erreichbar, in eine tiefer als die Straße liegende Senke legen und den Kopf schützen.
6
Danach
Im Schutz bleiben, bis die Warnung aufgehoben ist. Danach auf Glas, Nägel, Gasgeruch und herabhängende Leitungen achten; beschädigte Gebäude nicht betreten.
Häufige Fehler
×Erst nach draußen schauen oder filmen
×Schutz unter einer Brücke suchen
×Im Wohnwagen bleiben
×Fenster öffnen
×Keinen Schutzort vorher festgelegt
Grenzen und Risiken
–Keine Anleitung für den Bau von Schutzräumen
–Örtliche Schutzpläne haben Vorrang
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Tornadoes
[2]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness
Hagel fällt meist aus kräftigen Gewittern und kann Menschen, Autos, Dächer und Fenster beschädigen. Schutz bietet ein festes Gebäude abseits von Fenstern und Dachfenstern. Wer im Auto überrascht wird, hält sicher an und bleibt im Fahrzeug. Weil Hagel meist mit Blitzen einhergeht, gelten auch die Regeln für Gewitter.
Hagel kommt meist mit Gewitter. Im Freien nicht unter einzeln stehenden Bäumen Schutz suchen; ein festes Gebäude oder ein geschlossenes Auto aufsuchen.
Nicht auf Fahrbahn oder Standstreifen unter Brücken anhalten – Stau- und Auffahrgefahr. Sicher von der Straße abfahren und Warnblinker einschalten.
Nach dem Hagel nicht auf beschädigte oder glatte Dächer steigen; Schäden vom Boden aus ansehen.
Material
Batterie- oder Kurbelradio(optional)
Wolldecke / Bettdecke(optional) – Im Auto gegen Glassplitter
Mobiltelefon
Schritte
1
Warnung ernst nehmen
Unwetterwarnungen mit Hagel über Radio oder Warn-App verfolgen und Aufenthalte im Freien verschieben.
2
Vorher sichern
Auto in Garage oder Parkhaus stellen, Gartenmöbel und Topfpflanzen hereinholen, Markisen einfahren, Rollläden schließen.
3
Drinnen abseits von Glas
In einem festen Gebäude bleiben, Abstand zu Fenstern, Glastüren und Dachfenstern halten.
4
Im Auto
Langsamer fahren, sicher abseits der Fahrbahn anhalten, im Auto bleiben. Gesicht von Scheiben abwenden, mit Jacke oder Decke bedecken, Kinder schützen.
5
Ohne Schutz im Freien
Schnellstmöglich ein Gebäude aufsuchen. Bis dahin Kopf mit Rucksack oder Armen schützen; einzelne Bäume und Masten meiden.
6
Danach
Auf glatte Straßen, verstopfte Abflüsse und mögliche Überflutung achten. Schäden fotografieren und der Versicherung melden.
Häufige Fehler
×Zum Auto laufen, um es umzuparken, während es schon hagelt
×Unter einer Brücke auf der Fahrbahn anhalten
×Am Fenster stehen und filmen
×Nach dem Hagel aufs Dach steigen
Grenzen und Risiken
–Keine Hagelvorhersage
–Keine Versicherungsberatung
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Thunderstorms & Lightning
[2]
U.S. National Weather Service (NOAA): JetStream – An Online School for Weather
Bei anhaltender Trockenheit können Versorger und Behörden die Wassernutzung einschränken, etwa für Gartenbewässerung, Poolfüllung oder Autowäsche. Wer Auflagen kennt, Wasser im Haus spart, den Garten klug gießt und trotzdem einen Trinkwasservorrat hält, entlastet das Netz und bleibt handlungsfähig. Welche Regeln gelten, legt die örtliche Behörde fest.
Dürre erhöht die Wald- und Flächenbrandgefahr. Feuerverbote und Grillverbote beachten – örtliche Regeln prüfen.
Grauwasser (z. B. Spülwasser) nicht trinken und nicht auf Gemüse geben, das roh gegessen wird. Ob Grauwassernutzung erlaubt ist, ist regional verschieden.
Dürre fällt oft mit Hitze zusammen – ausreichend trinken bleibt wichtiger als Sparen beim Trinkwasser.
Material
Lebensmittelechter Wasserkanister
Regentonne mit Deckel(optional)
Messbecher(optional)
Schritte
1
Auflagen kennen
Mitteilungen von Versorger und Gemeinde lesen: Was ist verboten, ab wann, zu welchen Uhrzeiten? Auch Entnahmeverbote aus Bächen und Seen beachten.
2
Im Haus sparen
Kurz duschen, Wasch- und Spülmaschine nur voll laufen lassen, tropfende Hähne und laufende Spülkästen reparieren, Wasser beim Zähneputzen abdrehen.
3
Wasser mehrfach nutzen
Kaltes Anlaufwasser in einer Kanne auffangen und für Pflanzen oder Reinigung verwenden. Regenwasser in der Tonne sammeln, wo es regnet.
4
Garten klug gießen
Wenn erlaubt: früh morgens oder abends, selten aber durchdringend gießen, mulchen, Rasen braun werden lassen – er erholt sich meist. Gemüse und junge Bäume zuerst.
5
Vorrat behalten
Trotz Sparen den Trinkwasservorrat für Notfälle halten und regelmäßig erneuern.
Häufige Fehler
×Rasen in der Mittagshitze sprengen
×Auflagen ignorieren, weil „noch Wasser kommt“
×Trinkwasser beim Trinken einsparen
×Grauwasser auf Salat geben
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu konkreten örtlichen Verboten
–Keine Wasseraufbereitung
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Drought
[2]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
Rauch von Waldbränden kann Hunderte Kilometer weit ziehen und feine Partikel enthalten, die Atemwege und Kreislauf belasten. Zu Hause hilft: Luftqualität offiziell verfolgen, Fenster und Türen schließen, einen „Reinluftraum“ mit HEPA-Luftreiniger einrichten, keine zusätzlichen Schadstoffe erzeugen und draußen Anstrengung meiden. Empfindliche Personen brauchen besonderen Schutz.
Bei Atemnot, Brustschmerz, starkem Husten oder Schwindel medizinische Hilfe holen bzw. den Notruf wählen (in der EU 112). Menschen mit Asthma oder Herzkrankheit ihren ärztlichen Plan befolgen.
Geschlossene Fenster bei Hitze können zu gefährlicher Überhitzung führen. Wenn es drinnen zu heiß wird, einen gekühlten öffentlichen Ort mit gefilterter Luft aufsuchen.
Stoff- und einfache OP-Masken halten feine Rauchpartikel kaum zurück. Partikelfiltrierende Masken (FFP2/N95) schützen nur bei dichtem Sitz und sind nicht für Kleinkinder gedacht.
Material
Mobiler Luftreiniger mit HEPA-Filter
Partikelfiltrierende Atemschutzmaske (FFP2/N95) – Nur bei dichtem Sitz wirksam
Medikamentenvorrat(optional)
Schritte
1
Luftqualität verfolgen
Offizielle Luftqualitätsangaben und Gesundheitshinweise der Behörden verfolgen und Aktivitäten danach planen.
2
Gebäude schließen
Fenster und Türen schließen. Lüftungsanlagen auf Umluft stellen oder Außenluft drosseln, wenn das möglich ist; Filter nach Herstellerangabe verwenden.
3
Reinluftraum einrichten
Einen Raum wählen, in dem alle Platz haben, möglichst mit wenigen Fenstern. HEPA-Luftreiniger in passender Größe dauerhaft laufen lassen.
4
Keine zusätzlichen Schadstoffe
Keine Kerzen, kein Rauchen, kein Kaminfeuer, Braten möglichst vermeiden, nicht ohne HEPA-Filter staubsaugen.
5
Draußen Anstrengung vermeiden
Sport und schwere Arbeit ins Haus verlegen oder verschieben. Wer hinaus muss, trägt eine dicht sitzende FFP2/N95-Maske.
6
Nach anderen sehen
Ältere, chronisch Kranke und Alleinlebende ansprechen; Medikamente vorrätig halten.
Häufige Fehler
×Auf Stoffmasken vertrauen
×Ozon erzeugende Luftreiniger nutzen
×Kerzen gegen den Rauchgeruch anzünden
×Bei Hitze trotzdem alles dicht halten, bis es gefährlich warm wird
×Draußen joggen, weil der Himmel „nur leicht dunstig“ ist
Grenzen und Risiken
–Keine medizinische Beratung
–Keine Bauanleitung für Luftfilter
Quellen
[1]
U.S. Environmental Protection Agency (EPA) with partner agencies: Wildfire Smoke: A Guide for Public Health Officials
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Wildfires
Wenn Behörden zur Evakuierung auffordern, ist sofortiges Handeln richtig – Verzögern bringt Menschen und Rettungskräfte in Gefahr. Notfallrucksack, Dokumente, Medikamente und Haustiere mitnehmen, vorgegebene Routen nutzen, Kontaktperson informieren und erst zurückkehren, wenn die Behörden es erlauben. Gute Vorbereitung macht aus Minuten genug Zeit.
Behördliche Evakuierungsaufforderungen sofort befolgen. Wer bleibt, kann später womöglich nicht mehr gerettet werden und gefährdet Rettungskräfte.
Nur vorgegebene oder freigegebene Routen nutzen. Keine Abkürzungen durch gesperrte Bereiche, überflutete Straßen oder Rauch.
Nicht jede Gefahr erfordert Evakuierung. Bei Gefahrstoffen kann die Anweisung lauten: drinnen bleiben, Fenster und Türen schließen, Lüftung ausschalten. Die Anweisung der Behörde ist maßgeblich.
Wer nicht selbst gehen oder fahren kann, sollte vorab mit Gemeinde, Pflegedienst oder Nachbarn klären, wie Unterstützung organisiert wird, und im Ernstfall frühzeitig Hilfe anfordern.
Material
Rucksack – Vorgepackter Notfallrucksack
Dokumentenmappe (wasserdicht)
Medikamentenvorrat
Batterie- oder Kurbelradio
Haustierbedarf für den Notfall(optional)
Schritte
1
Vorher vorbereiten
Notfallrucksack packen, Familienplan erstellen, Evakuierungsrouten und mögliche Unterkünfte (Verwandte, Freunde, offizielle Notunterkünfte) kennen. Für Haushalte mit Auto: Tank nicht leer fahren, wenn eine Gefahr angekündigt ist.
2
Informationen verfolgen
Bei angekündigten Gefahren Radio, Warn-Apps und Durchsagen verfolgen. Auf Lautsprecherdurchsagen und Sirenen achten.
3
Bei Aufforderung sofort gehen
Notfallrucksack, Dokumente, Medikamente, Haustiere und die Liste für den letzten Moment nehmen. Nicht auf Nachzügler oder bessere Bedingungen warten.
4
Wohnung sichern
Wenn Zeit bleibt und die Behörden es empfehlen: Fenster und Türen schließen, Geräte ausschalten, Versorgungsleitungen nur nach behördlicher Anweisung abstellen. Eine Nachricht hinterlassen, wohin du gehst, wenn das empfohlen wird.
5
Vorgegebene Route nutzen
Folge den ausgewiesenen Routen und Anweisungen der Einsatzkräfte. Keine Abkürzungen, nicht durch Wasser oder Rauch fahren.
Nie durch überflutete Straßen fahren.
6
Bescheid geben
Informiere deine Kontaktperson, wo du bist. Melde dich, wenn vorgesehen, bei der Registrierungsstelle der Notunterkunft, damit Angehörige dich finden.
7
Erst nach Freigabe zurück
Kehre erst zurück, wenn die Behörden das Gebiet freigeben. Auf Schäden, Stromleitungen, Gasgeruch und Trinkwasserhinweise achten.
Häufige Fehler
×Evakuierungsaufforderung ignorieren oder abwarten
×Erst nach dem Aufruf mit dem Packen beginnen
×Haustiere zurücklassen
×Abkürzungen durch gesperrte Gebiete
×Zu früh zurückkehren
×Niemandem sagen, wo man ist
Grenzen und Risiken
–Keine Aussagen zu regionalen Rechtsgrundlagen von Evakuierungen
–Keine Hinweise zum Verhalten bei Gefahrstofffreisetzungen über „Anweisungen befolgen“ hinaus
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Evacuation
[2]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
Wenn Behörden nach einem Brand, Chemie- oder Transportunfall vor Gefahrstoffen warnen, ist meist ein Gebäude der beste Schutz: hineingehen, Fenster und Türen schließen, Lüftung und Klimaanlage ausschalten, in einen innenliegenden Raum gehen und Radio oder Warn-App verfolgen. Kinder bleiben in Schule und Kita.
Immer den Anweisungen der Behörden folgen – sie entscheiden je nach Stoff und Lage zwischen Schutz im Gebäude und Evakuierung. Notruf (in der EU 112) bei Atemnot, Bewusstlosigkeit oder wenn Personen betroffen sind.
Nicht zur Unfallstelle gehen, um zu schauen oder zu helfen. Abstand halten und, wenn man draußen ist, quer zur Windrichtung und weg von der Rauch- bzw. Gaswolke gehen.
Partikelmasken wie FFP2 schützen nicht gegen Gase und Dämpfe. Der Schutz kommt vom geschlossenen Gebäude.
Wer mit einem Stoff in Kontakt gekommen ist: verunreinigte Kleidung vorsichtig ausziehen, in einen Beutel geben, Haut mit viel Wasser und Seife waschen und den Anweisungen von Behörden oder Rettungsdienst folgen.
Material
Batterie- oder Kurbelradio
Gewebeklebeband (Panzertape)(optional) – Nur wenn Behörden das Abdichten empfehlen
Kunststofffolie / großer Müllsack(optional)
Schritte
1
Sofort hinein
Das nächste feste Gebäude aufsuchen. Passanten aufnehmen, wenn es geht. Nicht im Auto bleiben, wenn ein Gebäude erreichbar ist.
2
Fenster und Türen schließen
Alle Fenster und Außentüren schließen, Rollläden herunter. Kamin- und Ofenklappen schließen, wo vorhanden.
3
Lüftung ausschalten
Lüftungsanlagen, Klimaanlagen, Dunstabzugshauben und Ventilatoren ausschalten.
4
Innenliegenden Raum wählen
Einen Raum mit möglichst wenigen Fenstern und Außenwänden aufsuchen, bei Gasen schwerer als Luft nicht den Keller, sondern ein höheres Stockwerk – den Durchsagen folgen.
5
Informationen verfolgen
Radio, Warn-App oder Lautsprecherdurchsagen verfolgen. Telefonleitungen für Notrufe freihalten.
6
Kinder nicht abholen
Schulen und Kitas schützen die Kinder im Gebäude. Wer losfährt, gefährdet sich selbst.
7
Nach Entwarnung lüften
Erst nach offizieller Entwarnung Fenster öffnen und gründlich lüften. Hinweise zu Gemüse aus dem Garten oder Oberflächenreinigung beachten.
Häufige Fehler
×Zur Unfallstelle fahren, um zu schauen
×Lüftung oder Klimaanlage laufen lassen
×Kinder aus der Schule holen
×Fenster vor der Entwarnung öffnen
×Annehmen, eine Staubmaske schütze vor Gas
Grenzen und Risiken
–Keine medizinische Behandlung von Vergiftungen
–Keine Angaben zu einzelnen Stoffen
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Chemical Emergencies
[2]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
https://www.bbk.bund.de
[3]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness
In einer Pandemie verändern sich Alltag, Arbeit, Schule und Versorgung, oft über Monate. Für den Haushalt zählen gute Hygiene, ein kleiner Vorrat für Zeiten der Isolation, ein Plan für die Pflege kranker Angehöriger und die Kinderbetreuung – und vor allem die Hinweise der zuständigen Gesundheitsbehörden.
Medizinische Fragen, Tests, Impfungen und Schutzmaßnahmen richten sich nach den Gesundheitsbehörden und dem Arzt. Bei schweren Krankheitszeichen wie Atemnot den Notruf wählen (in der EU 112) oder die ärztliche Hotline anrufen – vorher telefonisch ankündigen statt unangemeldet in die Praxis.
Keine Medikamente auf Vorrat ohne ärztlichen Rat horten oder einnehmen. Regelmäßige Medikamente rechtzeitig nachbestellen.
In Pandemien verbreiten sich Falschinformationen schnell. Gesundheitsbehörden und offizielle Stellen sind die maßgebliche Quelle.
Regelmäßig und gründlich Hände mit Seife waschen, in die Armbeuge husten und niesen, Taschentücher sofort entsorgen, häufig berührte Flächen reinigen.
2
Vorrat für Isolation
Lebensmittel, Getränke, Hygieneartikel und regelmäßige Medikamente für einige Zeit zu Hause, damit ein kranker oder isolierter Haushalt nicht einkaufen muss.
3
Pflege im Haushalt planen
Wer pflegt, wenn jemand krank wird? Wenn möglich, einen Raum für die kranke Person, eigene Handtücher, gute Lüftung. Hinweise der Gesundheitsbehörden zur häuslichen Pflege befolgen.
4
Betreuung und Arbeit klären
Was passiert bei Schul- oder Kitaschließungen? Wer betreut? Kann jemand von zu Hause arbeiten? Rückfallpersonen außerhalb der Risikogruppen einplanen.
5
Kontakt halten
Telefon- und Videokontakte zu Angehörigen und Nachbarn, besonders zu allein lebenden Menschen. Einkaufshilfe anbieten.
6
Offizielle Informationen verfolgen
Regeln können sich schnell ändern. Regelmäßig, aber in Maßen, die Informationen der Gesundheitsbehörden lesen.
Häufige Fehler
×Hamsterkäufe statt gleichmäßiger Vorsorge
×Medikamente ohne ärztlichen Rat einnehmen
×Gerüchten aus sozialen Medien folgen
×Krank zur Arbeit oder Schule gehen
×Allein lebende Angehörige aus dem Blick verlieren
Grenzen und Risiken
–Keine medizinischen Aussagen
–Keine Aussagen zu Maßnahmen gegen bestimmte Erreger
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Pandemic
[2]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
Nach der Katastrophe: sicher zurückkehren und aufräumen
Nach Hochwasser, Sturm, Feuer oder Erdbeben passieren viele Unfälle erst beim Zurückkehren und Aufräumen: beschädigte Gebäude, Gas und Strom, Kohlenmonoxid aus Generatoren, Schlamm und Schimmel. Erst nach Freigabe zurück, Gebäude von außen prüfen, Schäden vor dem Aufräumen fotografieren, mit Schutzausrüstung arbeiten und zügig trocknen.
Sichtbare Risse in tragenden Wänden, durchhängende Decken, verschobene Fundamente: Gebäude nicht betreten, Fachleute oder Behörden hinzuziehen.
Bei Gasgeruch nicht hineingehen, keine Schalter betätigen, kein Feuer. Abstand nehmen und von draußen den Gasnotdienst bzw. Notruf rufen (in der EU 112).
Generatoren, Bautrockner mit Verbrennungsmotor, Hochdruckreiniger mit Benzinmotor und Grills nie in Gebäuden, Kellern oder Garagen betreiben – Kohlenmonoxid.
Strom nach Wassereintritt erst nach Prüfung durch eine Elektrofachkraft wieder einschalten. Nicht in überflutete Räume mit möglicherweise spannungsführenden Leitungen.
Material
Feste, geschlossene Schuhe
Robuste Arbeitshandschuhe
Partikelfiltrierende Atemschutzmaske (FFP2/N95) – Beim Entfernen von Schimmel und Staub
Dicht schließende Schutzbrille
Stirnlampe / Taschenlampe – Keine offene Flamme bei möglichem Gasaustritt
Mobiltelefon – Für Schadensfotos
Schritte
1
Erst nach Freigabe zurück
Behördliche Freigabe abwarten, tagsüber zurückkehren, nicht allein. Feste Schuhe, lange Kleidung, Handschuhe.
2
Von außen prüfen
Rundgang ums Haus: Risse, Schieflagen, beschädigte Leitungen, Gasgeruch, Wasser im Gebäude. Im Zweifel draußen bleiben.
3
Schäden dokumentieren
Vor dem Aufräumen alles fotografieren und filmen: Räume, Wasserstand an den Wänden, beschädigte Gegenstände, Seriennummern. Versicherung früh informieren und deren Vorgaben zum Entsorgen beachten.
4
Versorgung sicher wieder anschließen
Strom, Gas und Heizung nach Schäden von Fachleuten prüfen lassen. Leitungswasser erst nutzen, wenn der Versorger es freigibt.
5
Schnell trocknen
Nasses ausräumen, lüften, trocknen. Durchnässte poröse Materialien wie Teppiche, Polster, Matratzen und Dämmung, die nicht schnell trocknen, in der Regel entsorgen.
6
Schimmel mit Schutz entfernen
Bei Schimmel Maske, Schutzbrille und Handschuhe tragen. Kleine Flächen auf harten Oberflächen reinigen und trocknen; großflächigen Befall Fachleuten überlassen. Menschen mit Atemwegserkrankungen halten sich fern.
7
Auf sich achten
Pausen, Trinken, Tetanusschutz bei Verletzungen ärztlich klären lassen. Belastung nach einer Katastrophe ist normal – Hilfe annehmen.
Häufige Fehler
×Vor der Freigabe zurückkehren
×Aufräumen, bevor Schäden fotografiert sind
×Generator oder Trockner mit Verbrennungsmotor im Keller betreiben
×Strom nach Überflutung selbst einschalten
×Nasse Materialien wochenlang liegen lassen
×Schimmel ohne Maske abkratzen
Grenzen und Risiken
–Keine statische Beurteilung von Gebäuden
–Keine Versicherungs- oder Rechtsberatung
–Keine Anleitung für großflächige Schimmelsanierung
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Recovering from Disaster
[2]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness
[3]
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
[4]
U.S. Environmental Protection Agency (EPA): A Brief Guide to Mold, Moisture, and Your Home
Bei einem Unfall mit radioaktiven Stoffen schützt ein festes Gebäude am besten: sofort hineingehen, Fenster und Türen schließen, Lüftung abschalten, in die Mitte des Gebäudes oder in den Keller gehen und offizielle Informationen verfolgen. Jodtabletten nur einnehmen, wenn die Behörden dazu auffordern – sie schützen nur die Schilddrüse und nur vor radioaktivem Jod.
Kaliumjodid nicht vorsorglich oder auf eigene Faust einnehmen. Nur nach ausdrücklicher Aufforderung der Behörden und nach deren Dosierungsangaben – es kann Nebenwirkungen haben und schützt nicht vor anderen radioaktiven Stoffen.
Nicht auf eigene Faust losfahren, wenn die Behörden zum Bleiben auffordern – im Auto ist man draußen schlechter geschützt als im Gebäude. Evakuierungsanweisungen dagegen sofort befolgen.
Nur offiziellen Quellen folgen (Radio, Warn-App, Behörden). Gerüchte in sozialen Medien können zu gefährlichem Verhalten führen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden die Hinweise der Behörden zu Anlaufstellen beachten; im Notfall den Notruf wählen (in der EU 112).
Material
Batterie- oder Kurbelradio
Batterie- oder Kurbelradio(optional)
Haltbare Lebensmittel
Lebensmittelechter Wasserkanister – Trinkwasservorrat in geschlossenen Behältern
Reißfester Müllsack (groß) – Für getragene Oberbekleidung
Schritte
1
Hineingehen
Sofort ins nächste feste Gebäude gehen, nicht erst nach Hause fahren, wenn es weit ist. Haustiere hereinholen, wenn das ohne Verzögerung geht.
2
Oberbekleidung ablegen
Wer draußen war: Oberbekleidung und Schuhe am Eingang ausziehen, in einen Beutel legen und verschließen, Hände, Gesicht und Haare waschen bzw. duschen.
3
Gebäude abdichten
Fenster und Türen schließen, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie Dunstabzug abschalten.
4
In die Mitte oder nach unten
In einen Raum in der Mitte des Gebäudes oder in den Keller gehen, abseits von Außenwänden und Dach.
5
Informiert bleiben
Radio, Warn-App und offizielle Kanäle verfolgen. Lebensmittel und Wasser aus geschlossenen Packungen verwenden; Hinweise zu Lebensmitteln aus dem Garten abwarten.
6
Anweisungen befolgen
Drinnen bleiben, bis die Behörden etwas anderes sagen. Bei Evakuierung der vorgegebenen Route und den Anweisungen zu Sammelstellen folgen.
Häufige Fehler
×Vorsorglich Jodtabletten einnehmen
×Kinder aus der Schule holen, obwohl die Behörden zum Bleiben auffordern
×Fenster zum Lüften öffnen
×Gerüchten in sozialen Medien folgen
×Getragene Kleidung im Wohnraum lassen
Grenzen und Risiken
–Keine Dosierungsangaben
–Keine Strahlenmesstechnik
–Keine medizinische Beratung
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Radiation Emergencies
[2]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
Warnsignale und Sirenen verstehen und richtig reagieren
Sirenen, Warn-Apps, Cell Broadcast, Radio und Lautsprecherdurchsagen ergänzen sich. Eine Sirene sagt meist nur: „Achtung – informiere dich.“ Wer die örtlichen Signale kennt, weiß, was zu tun ist: hineingehen, Fenster schließen, Radio oder Warn-App einschalten und den Anweisungen folgen. Signale und Kanäle unterscheiden sich von Land zu Land – örtlich prüfen.
Den Notruf nicht wählen, nur um zu fragen, warum eine Sirene heult – das blockiert Leitungen für echte Notfälle. Informationen über Radio, Warn-App und Behördenseiten holen.
Menschen, die Sirenen nicht hören oder Apps nicht nutzen können, brauchen einen zweiten Weg – Nachbarn, Angehörige oder spezielle Warnangebote.
Material
Batterie- oder Kurbelradio
Mobiltelefon
Batterie- oder Kurbelradio(optional)
Schritte
1
Örtliche Signale lernen
Bei Gemeinde oder Katastrophenschutz nachlesen, welche Sirenensignale es gibt und was sie bedeuten. In Deutschland beschreibt das BBK z. B. einen einminütigen auf- und abschwellenden Heulton als Warnung und einen einminütigen Dauerton als Entwarnung – andere Länder verwenden andere Signale.
2
Kanäle einrichten
Cell Broadcast im Telefon aktiviert lassen, offizielle Warn-App installieren, Batterieradio mit Ersatzbatterien bereithalten, Sender des regionalen Rundfunks notieren.
3
Bei Warnung reagieren
Ins Gebäude gehen, Fenster und Türen schließen, Radio oder Warn-App einschalten und den Anweisungen folgen. Kinder und Haustiere hereinholen.
4
Weitergeben
Nachbarn, ältere Menschen und Personen ohne Smartphone informieren – ohne Gerüchte, nur offizielle Inhalte.
5
Warntage nutzen
Probealarme nutzen, um zu prüfen, ob Sirene, App und Telefon tatsächlich ankommen, und das Verhalten im Haushalt zu besprechen.
Häufige Fehler
×Sirene ignorieren, weil man „nichts sieht“
×Notruf wählen, um nach dem Grund zu fragen
×Nur auf das Smartphone verlassen
×Ungeprüfte Nachrichten weiterleiten
Grenzen und Risiken
–Keine vollständige Liste nationaler Signale
–Signale können sich ändern – örtlich prüfen
Quellen
[1]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
https://www.bbk.bund.de
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Emergency Alerts
[3]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Wireless Emergency Alerts (Integrated Public Alert & Warning System, IPAWS)
Schäden für die Versicherung dokumentieren – vorher und nachher
Eine gute Schadensmeldung beginnt vor dem Ereignis: mit einer Inventarliste, Fotos jedes Raums und sicher abgelegten Belegen und Policen. Nach einem Schaden zuerst die eigene Sicherheit, dann die Versicherung früh informieren, alles fotografieren, bevor aufgeräumt wird, weitere Schäden in vertretbarem Rahmen verhindern und jede Ausgabe und jedes Gespräch festhalten.
Beschädigte Gebäude nur betreten, wenn sie freigegeben sind. Bei Gasgeruch, Rissen in tragenden Teilen oder Wasser in der Nähe von Elektrik draußen bleiben – Fotos können warten.
Nach Katastrophen treten unseriöse Handwerker und Betrüger auf. Keine Vorkasse an Unbekannte, Angebote schriftlich, im Zweifel bei der Versicherung nachfragen.
Bei Hochwasserschäden Handschuhe und feste Schuhe tragen; Schlamm kann verunreinigt sein.
Material
Mobiltelefon – Fotos und Videos mit Datum
Dokumentenmappe (wasserdicht)
Verschlüsselter Datenträger(optional)
Notizbuch und Bleistift(optional)
Schritte
1
Vorher: Inventar anlegen
Jeden Raum mit Video oder Fotos aufnehmen, Schränke geöffnet, Typenschilder und Seriennummern wertvoller Geräte fotografieren, Kaufbelege sammeln.
2
Sicher ablegen
Inventar, Policen und Belege doppelt sichern: Kopie außer Haus oder verschlüsselt digital. Jährlich aktualisieren.
3
Deckung kennen
Prüfen, welche Gefahren versichert sind. Elementarschäden wie Hochwasser sind je nach Land und Vertrag oft gesondert geregelt – beim Versicherer nachfragen.
4
Nachher: früh melden
Den Schaden so bald wie möglich melden, Schadensnummer und Ansprechpartner notieren und nach dem weiteren Vorgehen fragen.
5
Vor dem Aufräumen fotografieren
Übersichts- und Detailfotos, Wasserstandsmarken an Wänden, beschädigte Gegenstände mit Typenschild. Liste der beschädigten Dinge anlegen; Gegenstände erst entsorgen, wenn das mit der Versicherung geklärt ist oder sie gesundheitlich gefährlich sind.
6
Weitere Schäden verhindern
Soweit sicher möglich: Dach mit Plane abdecken, Wasser abpumpen lassen, lüften und trocknen. Belege für Notmaßnahmen aufbewahren.
7
Alles festhalten
Datum, Gesprächspartner und Inhalt jedes Gesprächs notieren, Kopien aller Schreiben behalten.
Häufige Fehler
×Erst aufräumen, dann fotografieren
×Kein Inventar von vorher
×Belege nur im betroffenen Haus aufbewahren
×Vorkasse an unbekannte Handwerker
×Gespräche nicht dokumentieren
Grenzen und Risiken
–Keine Rechts- oder Versicherungsberatung
–Vertragliche Pflichten und Fristen im eigenen Vertrag prüfen
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Financial Preparedness
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Recovering from Disaster