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Feuer
Entzünden, nutzen, sicher löschen
SurviveBetter · Stand 2026-10-12 · 44 Einträge
Feuer bedeutet Wärme, Licht und abgekochtes Wasser – und zugleich Brand- und Verletzungsrisiko. Jede Methode wird mit Material, Voraussetzungen und Grenzen erklärt.
01 · Grundlagen · Fachliche Prüfung folgt
Feuerdreieck und Brennstoffe
Ein Feuer braucht drei Dinge gleichzeitig: Brennstoff, Wärme und Sauerstoff. Wer das Feuerdreieck versteht, kann Feuer gezielt aufbauen, am Brennen halten und wieder vollständig löschen. Entscheidend ist der Brennstoff in der richtigen Reihenfolge: Zunder, Anzündholz, Brennholz – jeweils trocken.
Niemals Benzin, Spiritus, Grillanzünder-Flüssigkeit oder andere brennbare Flüssigkeiten in ein Feuer oder auf Glut gießen. Die Dämpfe können sich explosionsartig entzünden und schwere Verbrennungen verursachen.
Kein Plastik, Gummi, lackiertes, beschichtetes oder imprägniertes Holz, Spanplatten oder Müll verbrennen: Dabei entstehen giftige Rauchgase und Rückstände.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. In vielen Regionen ist offenes Feuer im oder am Wald, in Schutzgebieten oder bei Trockenheit verboten – Feuerverbote gelten immer, auch für ‚kleine‘ Feuer.
Schritte
1
Zunder
Sehr feines, trockenes Material, das schon von einem Funken oder einer kleinen Flamme Feuer fängt: trockenes Gras, Birkenrinde, feine Holzspäne, Baumwolle, Papier.
2
Anzündholz
Dünne trockene Zweige und Späne von etwa Streichholz- bis Daumenstärke. Es überbrückt den Sprung von der kurzen Zunderflamme zum Brennholz.
3
Brennholz
Stärkeres trockenes Holz, das erst aufgelegt wird, wenn das Anzündholz kräftig brennt. Totes, stehendes oder hängendes Holz ist meist trockener als Holz vom Boden.
4
Luft zulassen
Brennstoff locker schichten, sodass Luft von unten nachströmen kann. Zu dicht gepacktes oder zu früh aufgelegtes Holz erstickt das Feuer.
Feuerdreieck: Wärme, Sauerstoff, Brennstoff – fehlt eine Seite, geht das Feuer aus
Häufige Fehler
×Zu früh zu dickes Holz auflegen
×Zu wenig Zunder und Anzündholz vorbereiten
×Feuchtes Holz vom Boden verwenden
×Brennstoff so dicht packen, dass keine Luft nachkommt
×Mit brennbaren Flüssigkeiten nachhelfen
Grenzen und Risiken
–Vereinfachtes Modell; reale Verbrennung ist komplexer
–Ersetzt keine Brandschutzschulung
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Ein Feuer gelingt, bevor es entzündet wird: Wer vorher genug Zunder, Anzündholz in mehreren Stärken und Brennholz sortiert bereitlegt, braucht nur einen Zündversuch. Faustregel: doppelt so viel vorbereiten, wie man für nötig hält.
Beim Schnitzen und Spalten immer vom Körper weg arbeiten, sicher sitzen und Abstand zu anderen halten. Ein Schnitt an der Hand macht im Gelände alles schwieriger.
Nur totes Holz sammeln und nur dort, wo es erlaubt ist. Lebende Bäume brennen schlecht und dürfen vielerorts nicht beschädigt werden.
Material
Zunder
Trockenes Brennholz
Messer (feststehend oder feststellbar)(optional) – Zum Spalten und für Späne
Schritte
1
Zunder sammeln
Eine gute Handvoll feinster, trockener Fasern sammeln: trockenes Gras, abgelöste Birkenrinde, Fichtenreisig-Spitzen, feine Holzspäne. Mitgebrachten Zunder (Watte mit Vaseline, Zunderwürfel) wasserdicht verpackt als Reserve halten.
2
Anzündholz nach Stärke sortieren
Tote, trockene Zweige sammeln, die beim Biegen knacken statt sich zu biegen. In drei Haufen sortieren: streichholzdünn, bleistiftdick, daumendick.
3
Brennholz bereitlegen
Handgelenk- bis unterarmdickes totes Holz in ausreichender Menge bereitlegen, bevor gezündet wird. Für eine Nacht wird deutlich mehr gebraucht, als man schätzt.
4
Bei Bedarf spalten und Späne schnitzen
Dickere, außen feuchte Äste spalten: Das Innere ist oft trocken. Aus trockenem Holz Späne oder Federstäbe (feine, am Stab verbleibende Locken) schnitzen.
Vom Körper weg schnitzen.
5
Trocken lagern
Zunder in der Jackentasche oder in einem Beutel, Anzündholz unter einer Plane oder auf einer Unterlage, nicht direkt auf nassem Boden.
Von fein nach dick: Zunder, Anzündholz in drei Stärken, Brennholz
Häufige Fehler
×Erst zünden und dann Holz suchen
×Nur Zunder und dicke Scheite, keine Zwischenstufen
×Grüne oder morsche, nasse Äste verwenden
×Zu wenig Vorrat für die geplante Brenndauer
Grenzen und Risiken
–Naturmaterial kann bei Dauerregen kaum trocken zu finden sein
–Holzsammeln ist vielerorts eingeschränkt
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Zunderstoff entsteht, wenn reine Baumwolle in einer fast luftdichten Blechdose im Feuer verkohlt wird, ohne zu verbrennen. Das schwarze Gewebe fängt schon schwache Funken oder einen Brennglas-Punkt und glimmt dann zuverlässig. Herstellung nur im Freien, an einem sicheren, bestehenden Feuer.
Nur im Freien herstellen. Aus dem Loch der Dose tritt Rauch und brennbares Gas aus, das sich entzünden kann. Kunstfasern, Beschichtungen und Lacke setzen giftige Dämpfe frei.
Die Dose wird sehr heiß. Mit Stock oder hitzefestem Handschuh herausnehmen und vollständig abkühlen lassen, bevor sie geöffnet wird.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Baumwolltuch / T-Shirt – 100 % Baumwolle oder Leinen, keine Kunstfasern
Kleine Blechdose mit Deckel
Trockenes Brennholz
Schritte
1
Stoff zuschneiden
Reine Baumwolle (z. B. altes T-Shirt oder Jeans, ohne Kunstfaseranteil) in kleine Quadrate schneiden und locker in die Dose legen.
2
Kleines Loch
Ein kleines Loch in den Deckel stechen. Die Dose verschließen.
3
In die Glut stellen
Die Dose in die Glut oder an den Rand eines kräftigen Feuers stellen. Bald strömt Rauch aus dem Loch, der sich auch entzünden kann.
Abstand halten, nicht über das Loch beugen.
4
Ende abwarten
Wenn kein Rauch mehr austritt, die Dose mit einem Stock herausnehmen. Das Loch mit einem Zweig oder etwas Erde verschließen.
5
Abkühlen und prüfen
Vollständig abkühlen lassen, erst dann öffnen – sonst entzündet sich der Stoff an der Luft. Gute Stücke sind gleichmäßig schwarz und noch biegsam; braune Stücke sind zu wenig verkohlt.
6
Trocken lagern
In der verschlossenen Dose oder einem wasserdichten Beutel aufbewahren.
Häufige Fehler
×Mischgewebe mit Kunstfasern verwenden
×Dose zu früh öffnen
×Zu großes Loch, sodass der Stoff verbrennt
×Zu kurz erhitzen (braun statt schwarz)
×Herstellung in der Küche
Grenzen und Risiken
–Ohne bestehendes Feuer nicht herstellbar
–Nur eine Glut, keine Flamme – Zundernest bleibt nötig
Quellen
[1]
Ray Mears – Hodder & Stoughton (2002): Bushcraft
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Ein Federstab ist ein trockener Holzstab, an dem viele dünne Späne als Locken hängen bleiben. Die Locken fangen schnell Feuer und gehen nahtlos in den dickeren Stab über. Federstäbe sind besonders bei Nässe nützlich, weil man sie aus dem trockenen Inneren gespaltener Äste schnitzen kann.
Beim Schnitzen und Kerben immer vom Körper weg arbeiten und sicher sitzen. Ermüdung erhöht das Verletzungsrisiko.
Nicht auf dem Oberschenkel schnitzen – ein Abrutschen kann große Blutgefäße verletzen. Stab auf einer festen Unterlage abstützen oder seitlich vom Körper arbeiten.
Einen toten, außen feuchten Ast spalten. Das Innere ist oft trocken. Ein gerades, astfreies Stück wählen.
2
Abstützen
Den Stab senkrecht auf einer festen Unterlage aufsetzen, leicht vom Körper weggeneigt.
3
Locken schnitzen
Mit gerader Klinge lange, dünne Späne von oben nach unten schneiden und kurz vor dem Ende stoppen, sodass sie am Stab bleiben. Den Stab leicht drehen und wiederholen.
Klinge stets vom Körper weg führen.
4
Feinste Späne
Für die Zündung mit Feuerstahl zusätzlich mit dem Klingenrücken feinste Holzspäne abschaben und unter die Locken legen.
5
Verwenden
Mehrere Federstäbe mit den Locken nach unten in das Feuerbett stellen oder legen und von unten entzünden.
Häufige Fehler
×Stumpfes Messer
×Zu dicke Späne
×Locken abschneiden statt anhängen lassen
×Nur einen einzigen Stab vorbereiten
Grenzen und Risiken
–Durchnässtes Holz bleibt auch innen feucht
–Mit kalten Händen schwierig
Quellen
[1]
Ray Mears – Hodder & Stoughton (2002): Bushcraft
[2]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
Kienspan ist stark mit Harz durchtränktes Holz, das man vor allem in alten, abgestorbenen Kiefernstümpfen und deren Wurzelansätzen findet. Es riecht stark nach Harz, ist schwer und brennt auch leicht feucht mit heißer, rußender Flamme. Nur totes Holz nutzen und nur dort sammeln, wo es erlaubt ist.
Keine lebenden Bäume anritzen oder beschädigen. Nur abgestorbenes Material sammeln, wo es erlaubt ist.
Beim Schnitzen und Kerben immer vom Körper weg arbeiten und sicher sitzen. Ermüdung erhöht das Verletzungsrisiko.
Harzreiches Holz rußt stark und kann Funken werfen. Abstand zu Zelt und Ausrüstung halten.
Material
Kienspan (harzreiches Holz)
Messer (feststehend oder feststellbar)
Beil oder kleine Axt(optional)
Schritte
1
Suchen
Alte, abgestorbene Nadelholzstümpfe, Wurzelansätze und Astansätze an abgestorbenem Holz prüfen. Kienspan ist schwer, oft bernsteinfarben bis rötlich durchscheinend und riecht deutlich nach Harz.
2
Herauslösen
Mit Messer oder Beil kleine Stücke abspalten. Nur so viel nehmen wie nötig.
3
Späne schaben
Feine Späne oder Schabsel abschaben; sie fangen Funken eines Feuerstahls.
4
Einsetzen
Späne als Zunder, dünne Stäbe als Anzündholz verwenden. Restliche Stücke trocken als Vorrat mitnehmen.
Häufige Fehler
×Lebende Bäume verletzen
×Morsches, harzarmes Holz für Kienspan halten
×Zu große Stücke zu früh auflegen
Grenzen und Risiken
–Vorkommen regional sehr unterschiedlich
–Ersetzt keine trockenen Brennholzvorräte
Quellen
[1]
Ray Mears – Hodder & Stoughton (2002): Bushcraft
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Beim Tipi stehen Anzündhölzer kegelförmig um ein Zundernest. Die Flammen steigen im Inneren auf und erfassen schnell das ganze Holz. Das Tipi brennt heiß und schnell an und eignet sich zum Anzünden und schnellen Wasserkochen, fällt aber bald in sich zusammen.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Niemals Benzin, Spiritus oder andere brennbare Flüssigkeiten in ein Feuer oder auf Glut gießen – die Dämpfe können sich explosionsartig entzünden.
Das Tipi fällt beim Abbrennen zusammen; Glut und Holz können seitlich wegrollen. Freiräume rund um die Feuerstelle einhalten.
Material
Zunder
Trockenes Brennholz
Schritte
1
Zundernest
Das Zundernest in die Mitte der Feuerstelle legen.
2
Dünnes Holz anlehnen
Streichholzdünne Hölzer kegelförmig um das Nest stellen; auf der Windseite eine Öffnung zum Anzünden lassen.
3
Stärkere Hölzer
Außen eine zweite Lage bleistift- bis daumendicker Hölzer anlehnen, locker genug für Luft.
4
Anzünden
Das Nest durch die Öffnung von unten anzünden und weiteres Holz anlehnen, sobald die Flammen hochschlagen.
Häufige Fehler
×Kegel zu dicht gepackt
×Öffnung auf der falschen Seite
×Gleich dicke Scheite aufstellen
Grenzen und Risiken
–Kurze Brenndauer ohne Nachlegen
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Beim Blockhaus werden Hölzer wie bei einer Blockhütte kreuzweise in Lagen um ein kleines Tipi oder Zundernest gestapelt. Das Feuer brennt gleichmäßig, stabil und bildet ein gutes Glutbett – ideal zum Kochen.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Niemals Benzin, Spiritus oder andere brennbare Flüssigkeiten in ein Feuer oder auf Glut gießen – die Dämpfe können sich explosionsartig entzünden.
Verbrennungen sofort mit kühlem, nicht eiskaltem, fließendem Wasser kühlen. Bei großen oder tiefen Verbrennungen, an Gesicht oder Händen und bei Kindern den Notruf wählen (112 in der EU).
Material
Zunder
Trockenes Brennholz
Schritte
1
Kern bauen
Zundernest und ein kleines Tipi aus dünnem Anzündholz in die Mitte setzen.
2
Lagen stapeln
Zwei parallele Hölzer links und rechts, darauf zwei quer – so mehrere Lagen, nach oben etwas dünner.
3
Deckel optional
Für ein länger brennendes Feuer dünne Hölzer als lockere Decke oben auflegen.
4
Anzünden
Den Kern durch eine Lücke auf der Windseite anzünden.
Häufige Fehler
×Lagen zu dicht
×Krumme Hölzer, die wegrollen
×Zu großer Aufbau
Grenzen und Risiken
–Bei starkem Wind brennt eine Seite schneller ab
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Beim Anlehnfeuer liegt das Zundernest im Windschatten eines dicken Holzes oder unter einem schräg in den Boden gesteckten Stock, an den das Anzündholz angelehnt wird. Der Aufbau schützt die junge Flamme vor Wind.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Niemals Benzin, Spiritus oder andere brennbare Flüssigkeiten in ein Feuer oder auf Glut gießen – die Dämpfe können sich explosionsartig entzünden.
Material
Zunder
Trockenes Brennholz
Schritte
1
Windwand
Ein dickes Holz quer zur Windrichtung legen oder einen Stock schräg mit der Spitze gegen den Wind in den Boden stecken.
2
Zunder platzieren
Das Zundernest im Windschatten direkt an das Holz bzw. unter den Stock legen.
3
Anzündholz anlehnen
Dünnes Anzündholz schräg über das Nest an Holz bzw. Stock lehnen, darüber dickeres.
4
Anzünden
Von der offenen Seite her anzünden und nach und nach Holz anlegen.
Häufige Fehler
×Wand auf der falschen Seite
×Nest zu weit von der Wand entfernt
Grenzen und Risiken
–Kein Ersatz für einen windgeschützten Platz
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Beim Top-down-Feuer liegen die dicksten Hölzer unten, nach oben werden die Lagen immer dünner; Zunder und Anzündholz liegen ganz oben. Das Feuer brennt langsam nach unten, braucht kaum Pflege und brennt lange. Es verlangt aber sorgfältige Vorbereitung von genug trockenem Holz.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Niemals Benzin, Spiritus oder andere brennbare Flüssigkeiten in ein Feuer oder auf Glut gießen – die Dämpfe können sich explosionsartig entzünden.
Material
Trockenes Brennholz
Zunder
Schritte
1
Unterste Lage
Die dicksten Hölzer dicht nebeneinander als Basis legen.
2
Lagen kreuzen
Jede weitere Lage quer dazu und etwas dünner legen, bis die Stärke von Anzündholz erreicht ist.
3
Zunder oben
Ein kleines Tipi aus Zunder und feinstem Anzündholz auf die oberste Lage setzen.
4
Oben anzünden
Den Zunder oben entzünden und das Feuer arbeiten lassen.
Häufige Fehler
×Zu große Sprünge zwischen den Lagen
×Feuchtes Holz in den unteren Lagen
×Zu wenig Anzündholz oben
Grenzen und Risiken
–Bei unzureichender Vorbereitung bricht die Kette ab
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Wattebäusche aus reiner Baumwolle, die mit Vaseline (Petrolatum) durchgeknetet werden, sind ein billiger, leichter und recht wetterunempfindlicher Zunder. Aufgezupft fangen sie Funken vom Feuerstahl und brennen dann deutlich länger als trockene Watte – lange genug, um feuchteres Anzündholz anzutrocknen. Sie werden zu Hause vorbereitet und wasserdicht verpackt mitgeführt.
Vaseline ist ein fester Zunder und kein Brandbeschleuniger. Niemals stattdessen Benzin, Spiritus oder andere Flüssigkeiten auf Watte oder in das Feuer geben.
Brennende Watte kann schmelzendes Fett abtropfen lassen. Nicht in der Hand halten und nur in einer sicheren Feuerstelle verwenden.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Watte mit Vaseline
Wasserdichte Dose oder Beutel
Feuerstahl(optional)
Schritte
1
Einkneten
Einen Wattebausch mit einem Klecks Vaseline zwischen den Fingern durchkneten, bis er gleichmäßig durchtränkt, aber nicht tropfnass ist.
2
Verpacken
Mehrere Bäusche in eine kleine, dichte Dose oder einen Beutel drücken. Alternativ portionsweise in Trinkhalme füllen und die Enden verschweißen.
3
Vor dem Gebrauch aufzupfen
Einen Bausch in der Feuerstelle auseinanderziehen, sodass innen trockene Fasern sichtbar werden.
4
Anzünden
Funken des Feuerstahls direkt in die aufgezupften Fasern lenken oder mit Streichholz bzw. Feuerzeug anzünden. Dünnes Anzündholz sofort darüber aufbauen.
Häufige Fehler
×Kunstfaser-Watte oder Kosmetikpads mit Kunstfaseranteil
×Watte nicht aufzupfen
×Zu viel Vaseline, sodass keine trockenen Fasern bleiben
×Kein Anzündholz vorbereitet
Grenzen und Risiken
–Brennt nur einige Minuten
–Nasses Anzündholz bleibt trotzdem das Hauptproblem
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Ein gutes Feuerset enthält mindestens zwei voneinander unabhängige Zündmittel, vorbereiteten Zunder und eine wasserdichte Verpackung – und es wird regelmäßig geprüft. Die Zündmittel werden an verschiedenen Stellen getragen, damit ein Verlust oder Nässe nicht alles auf einmal unbrauchbar macht.
Zündmittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Batterien und Stahlwolle nie zusammen verpacken – Kurzschluss- und Brandgefahr.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl – Feuerzeug und/oder Sturmstreichhölzer
Feuerstahl
Watte mit Vaseline
Wasserdichte Dose oder Beutel
Schritte
1
Zündmittel wählen
Mindestens zwei unterschiedliche Mittel wählen, z. B. Feuerzeug und Feuerstahl, dazu Sturmstreichhölzer mit Reibfläche.
2
Zunder beilegen
Vorbereiteten Zunder wie Watte mit Vaseline oder Anzünderwürfel beilegen; optional ein Stück Kienspan.
3
Wasserdicht verpacken
Streichhölzer und Zunder in eine dichte Dose oder einen verschließbaren Beutel. Die Reibfläche der Streichhölzer ebenfalls trocken halten.
4
Verteilen
Ein Zündmittel am Körper (z. B. in der Hosentasche, dort bleibt das Feuerzeug auch warm), eines im Rucksack.
5
Regelmäßig prüfen
Füllstand des Feuerzeugs, trockene Streichhölzer und Zustand des Zunders vor jeder Tour und mindestens halbjährlich prüfen.
Häufige Fehler
×Nur ein einziges Zündmittel
×Alles in einer Tasche
×Nie getestetes Set
×Leeres Feuerzeug
×Zunder vergessen
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keine Übung im Feuermachen
–Nützt nichts ohne Brennmaterial
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Build A Kit
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Mit Streichhölzern anzünden – auch bei Wind und Regen
Streichhölzer sind einfach und liefern sofort eine offene Flamme, die auch etwas gröberen Zunder entzündet. Ihre Schwächen sind Nässe, Wind und die begrenzte Anzahl. Sturmstreichhölzer und eine wasserdichte Dose gleichen das teilweise aus.
Vom Körper weg anreiben und Gesicht, Haare und Ärmel aus der Flamme halten. Sturmstreichhölzer brennen heftig und lassen sich kaum ausblasen – erst wegwerfen, wenn sie sicher erloschen sind.
Niemals Benzin, Spiritus, Grillanzünder-Flüssigkeit oder andere brennbare Flüssigkeiten in ein Feuer oder auf Glut gießen. Die Dämpfe können sich explosionsartig entzünden und schwere Verbrennungen verursachen.
Streichhölzer und Feuerzeuge außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
Material
Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl – Streichhölzer, ideal Sturmstreichhölzer, mit Reibfläche
Zunder
Wasserdichte Dose oder Beutel(optional)
Schritte
1
Alles bereitlegen
Zunder locker unter einer kleinen Pyramide oder einem Stapel aus feinstem Anzündholz platzieren, weitere Stärken griffbereit. Erst dann ein Streichholz nehmen.
2
Wind abschirmen
Mit dem Rücken zum Wind knien, sodass Körper, Rucksack oder Hände eine Windschutzwand bilden. Die Öffnung des Holzstapels zeigt zur windabgewandten Seite oder leicht in den Wind, damit Luft nachkommt, aber die Flamme nicht ausgeblasen wird.
3
Anreiben und schützen
Streichholz vom Körper weg anreiben, sofort in die hohle Hand nehmen und leicht nach unten neigen, bis das Holz brennt.
4
Zunder von unten anzünden
Die Flamme an die windzugewandte Unterseite des Zunders halten, damit sie sich in den Stapel hineinziehen kann. Sanft Luft zuführen, sobald Zunder brennt.
5
Rest wasserdicht verstauen
Verbleibende Streichhölzer und Reibfläche sofort wieder in einer wasserdichten Dose oder einem Beutel verstauen.
Häufige Fehler
×Streichholz anreiben, bevor Zunder bereitliegt
×Flamme von oben an den Zunder halten
×Nasse Reibfläche verwenden
×Streichhölzer lose in der Hosentasche tragen
×Nur eine Packung als einzige Zündquelle mitnehmen
Grenzen und Risiken
–Nur so viele Zündungen wie Streichhölzer
–Ersetzt keine gute Zundervorbereitung
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Mit dem Feuerzeug anzünden – auch bei Wind, Nässe und Kälte
Ein Gasfeuerzeug liefert viele Zündungen und eine offene Flamme. Nässe am Reibrad lässt sich trocknen; Kälte ist die größere Schwäche, weil Gas bei niedrigen Temperaturen schlecht verdampft. Am Körper tragen und eine zweite Zündmethode dabeihaben.
Feuerzeuge nicht in der Nähe des Feuers, in praller Sonne oder im heißen Auto liegen lassen – sie können platzen. Die Flamme nicht lange am Stück brennen lassen; Metallteile werden heiß.
Niemals Benzin, Spiritus, Grillanzünder-Flüssigkeit oder andere brennbare Flüssigkeiten in ein Feuer oder auf Glut gießen. Die Dämpfe können sich explosionsartig entzünden und schwere Verbrennungen verursachen.
Sturm- und Jetfeuerzeuge haben eine kaum sichtbare, sehr heiße Flamme. Finger und Ärmel fernhalten.
Material
Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl – Gasfeuerzeug, ggf. Sturmfeuerzeug
Zunder
Schritte
1
Feuerzeug warm halten
In Kälte das Feuerzeug in einer Innentasche am Körper tragen und erst zum Zünden herausnehmen.
2
Bei Nässe trocknen
Ist das Reibrad nass, das Feuerzeug abschütteln, Rad und Zündstein trockenpusten und mehrmals am Hosenbein oder in der Hand trocken drehen, bis Funken kommen.
3
Windschutz bilden
Mit dem Rücken zum Wind knien und die Flamme mit Körper und Hand abschirmen.
4
Zunder von unten entzünden
Das Feuerzeug schräg halten, sodass die Flamme die Unterseite des Zunders erreicht, ohne den Daumen zu verbrennen. Nach wenigen Sekunden loslassen, wenn der Zunder brennt.
Häufige Fehler
×Feuerzeug außen am Rucksack bei Frost tragen
×Mit nassem Reibrad dauernd weiterdrehen und den Daumen wundreiben
×Flamme minutenlang an nasses Holz halten, statt besseren Zunder zu suchen
×Den Füllstand nicht prüfen
Grenzen und Risiken
–Funktion in Kälte stark modellabhängig
–Füllstand bei undurchsichtigen Feuerzeugen nicht sichtbar
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Ein Feuerstahl (Cer-Eisen-Stab) erzeugt beim Abziehen mit einer Kante einen Schauer sehr heißer Funken. Er funktioniert nach dem Abwischen auch nass, bei Kälte und sehr oft – braucht aber besonders feinen, trockenen Zunder und etwas Übung.
Funken fliegen weit und sind sehr heiß. Nur an einer sicheren Feuerstelle, nicht neben Gas- oder Brennstoffbehältern, und Augen sowie Kleidung schützen.
Wird ein Messer als Schaber benutzt, nur den Rücken verwenden und die Klinge vom Körper und vom Zunder weg führen.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. In vielen Regionen ist offenes Feuer im oder am Wald, in Schutzgebieten oder bei Trockenheit verboten – Feuerverbote gelten immer, auch für ‚kleine‘ Feuer.
Material
Feuerstahl
Zunder – Sehr fein und trocken: Watte mit Vaseline, aufgefaserte Birkenrinde, feine Späne
Messer (feststehend oder feststellbar)(optional) – Rücken des Messers oder mitgelieferter Schaber
Schritte
1
Zunderbett bauen
Eine faustgroße, locker aufgefaserte Zundermenge auf eine trockene Unterlage (Rinde, Holzstück) legen. Anzündholz in Stärken sortiert griffbereit.
2
Neuen Stab vorbereiten
Viele neue Feuerstähle haben eine Schutzbeschichtung; diese einmalig an einer Stelle abschaben, bis Funken entstehen. Nassen Stab abwischen.
3
Stab ansetzen
Die Stabspitze direkt in oder knapp über den Zunder setzen. Schaber in steilem Winkel fest auf den Stab drücken.
4
Stab zurückziehen
Den Schaber ruhig halten und den Stab kräftig nach hinten ziehen. So bleibt der Zunderhaufen ungestört und die Funken landen genau darin.
5
Flamme aufbauen
Sobald der Zunder brennt, feinstes Anzündholz auflegen und schrittweise dickeres nachlegen.
Häufige Fehler
×Zu grober oder feuchter Zunder
×Schaber nach vorn stoßen und den Zunder wegschlagen
×Zu wenig Druck oder zu flacher Winkel
×Erstmals im Notfall benutzen, ohne vorher geübt zu haben
Grenzen und Risiken
–Ohne geeigneten Zunder praktisch wirkungslos
–Mit sehr kalten, steifen Händen schwer zu bedienen
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Feuerschlagen mit Feuerstein, Schlagstahl und Zunderstoff
Beim traditionellen Feuerschlagen schlägt eine harte, scharfe Steinkante winzige Späne von einem Kohlenstoffstahl ab, die als Funken glühen. Diese Funken sind viel schwächer als die eines Feuerstahls und fangen nur in sehr empfänglichem Material wie Zunderstoff (verkohlter Baumwolle). Die entstehende Glut wird im Zundernest zur Flamme geblasen.
Beim Schlagen können scharfe Steinsplitter abspringen. Finger hinter der Steinkante halten und nicht zum Gesicht hin schlagen.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Verbrennungen sofort mit kühlem, nicht eiskaltem, fließendem Wasser kühlen. Bei großen oder tiefen Verbrennungen, an Gesicht oder Händen und bei Kindern den Notruf wählen (112 in der EU).
Material
Schlagstahl und harter Stein
Zunderstoff (verkohlte Baumwolle)
Zunder – Lockeres, trockenes Zundernest aus feinen Fasern
Wasserdichte Dose oder Beutel(optional)
Schritte
1
Zundernest vorbereiten
Ein faustgroßes, lockeres Nest aus trockenen, feinen Fasern formen und Anzündholz bereitlegen. Erst dann mit dem Schlagen beginnen.
2
Stein und Zunderstoff halten
Den Stein so halten, dass eine scharfe Kante nach oben zeigt. Ein Stück Zunderstoff mit dem Daumen auf den Stein drücken, knapp hinter der Kante.
3
Schlagen
Den Schlagstahl in einer schnellen, schrägen Bewegung von oben an der Kante entlang nach unten schlagen, sodass Funken auf den Zunderstoff fallen. Die Bewegung kommt aus dem Handgelenk; nicht auf die Finger zielen.
Kein Edelstahl: Der Schlagstahl muss aus kohlenstoffreichem Stahl sein.
4
Glutpunkt erkennen
Ein Funke, der fängt, bildet einen kleinen, sich ausbreitenden Glutpunkt. Vorsichtig anpusten, bis er größer wird.
5
In das Zundernest legen und blasen
Den glimmenden Zunderstoff in das Nest legen, dieses locker schließen und mit gleichmäßigen Atemzügen anblasen, bis Flammen entstehen. Dann unter das vorbereitete Anzündholz legen.
Häufige Fehler
×Edelstahl oder weichen Stahl verwenden
×Stumpfe, abgerundete Steinkante
×Unverkohlte oder feuchte Baumwolle statt Zunderstoff
×Zu fest gepacktes Zundernest
×Ohne vorbereitetes Anzündholz beginnen
Grenzen und Risiken
–Ohne Zunderstoff oder vergleichbares Material kaum erfolgreich
–Nasses Zundernest verhindert die Flamme
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Beim Feuerbohren dreht ein Bogen mit Schnur eine Spindel schnell in einer Mulde eines Holzbretts. Durch Reibung entsteht heißes Holzmehl, das sich in einer Kerbe sammelt und zu einer Glut wird. Die Methode ist bekannt, aber anspruchsvoll: Sie gelingt nur mit trockenem, passendem Holz, guter Technik und viel Übung – als Notfallplan ist sie unzuverlässig.
Die Glut ist klein und empfindlich. Zundernest vorher fertig vorbereiten und die Glut ohne Hast, aber zügig hineinlegen.
Reibungsfeuer sind kein verlässlicher Notfallplan. Sie gelingen nur mit passendem, trockenem Holz und viel Übung und kosten viel Kraft. Immer mindestens zwei moderne Zündmittel mitführen.
Beim Schnitzen und Kerben immer vom Körper weg arbeiten und sicher sitzen. Ermüdung erhöht das Verletzungsrisiko.
Das Druckstück kann abrutschen und die Spindel herausspringen. Hand und Handgelenk sicher abstützen; Blasen an den Händen sind häufig.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Feuerbohr-Set (Bogen, Spindel, Brett, Druckstück)
Messer (feststehend oder feststellbar)
Paracord – Oder eine andere feste Schnur, z. B. ein Schnürsenkel
Schritte
1
Holz auswählen
Totes, knochentrockenes, nicht morsches Holz einer mittelweichen Art für Spindel und Brett. Es sollte sich mit dem Fingernagel leicht eindrücken lassen. Feuchtes oder harzreiches Holz funktioniert meist schlecht.
2
Teile herstellen
Spindel: gerade, etwa daumendick, unten stumpf, oben spitzer. Brett: flach, etwa so dick wie die Spindel. Druckstück: Hartholz oder Stein mit kleiner Mulde. Bogen: leicht gebogener, steifer Ast mit locker gespannter Schnur.
Vom Körper weg schnitzen.
3
Mulde einbrennen
Eine kleine Vertiefung nahe dem Brettrand vorschnitzen, Spindel einspannen und so lange bohren, bis die Mulde schwarz und eingeschliffen ist.
4
Kerbe schneiden
Eine keilförmige Kerbe vom Brettrand bis knapp in die Mitte der Mulde schneiden. Ein trockenes Blatt oder Rindenstück darunterlegen, um die Glut aufzufangen.
5
Bohren
Einen Fuß auf das Brett stellen, das Handgelenk mit dem Druckstück am Schienbein abstützen und mit langen, gleichmäßigen Bogenzügen bohren. Druck und Tempo steigern, wenn dunkler Rauch entsteht.
6
Glut prüfen und übertragen
Raucht das Holzmehl in der Kerbe weiter, nachdem die Spindel stillsteht, ist es eine Glut. Kurz ruhen lassen, sanft anblasen und mit der Unterlage ins Zundernest legen; dort zur Flamme blasen.
Häufige Fehler
×Feuchtes, grünes oder morsches Holz
×Kerbe nicht bis zur Muldenmitte
×Spindel kippt, weil das Handgelenk nicht abgestützt ist
×Zu früh aufhören, bevor genug Holzmehl entsteht
×Zundernest erst nach der Glut vorbereiten
×Nur unter Idealbedingungen geübt und im Notfall darauf verlassen
Grenzen und Risiken
–Kein verlässlicher Ersatz für Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl
–Holzauswahl erfordert lokale Erfahrung
–Mit verletzten Händen kaum möglich
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Ray Mears – Hodder & Stoughton (2002): Bushcraft
[3]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
Beim Handbohren wird ein dünner, gerader Stab zwischen den flachen Händen schnell hin- und hergedreht, während er in eine Mulde eines Bretts gedrückt wird. Es ist die einfachste Ausrüstung, aber eine der schwierigsten Reibungsmethoden: Sie verlangt sehr geeignete, trockene Materialien, Ausdauer und abgehärtete Hände.
Die Glut ist klein und empfindlich. Zundernest vorher fertig vorbereiten und die Glut ohne Hast, aber zügig hineinlegen.
Reibungsfeuer sind kein verlässlicher Notfallplan. Sie gelingen nur mit passendem, trockenem Holz und viel Übung und kosten viel Kraft. Immer mindestens zwei moderne Zündmittel mitführen.
Blasen und offene Stellen an den Handflächen entstehen schnell und können sich im Gelände entzünden. Rechtzeitig aufhören.
Beim Schnitzen und Kerben immer vom Körper weg arbeiten und sicher sitzen. Ermüdung erhöht das Verletzungsrisiko.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Stabile Äste / Stangen – Gerader, leichter, trockener Stab und ein trockenes, weiches Brett
Messer (feststehend oder feststellbar)
Zunder
Schritte
1
Material vorbereiten
Einen langen, geraden, trockenen Stab und ein weiches Brett wählen. Mulde und Kerbe wie beim Feuerbogen anlegen; Glutunterlage und Zundernest bereitlegen.
2
Position
Kniend das Brett mit dem Fuß fixieren. Den Stab senkrecht in die Mulde stellen.
3
Drehen
Den Stab zwischen den gestreckten Handflächen hin- und herreiben und dabei nach unten drücken. Die Hände wandern nach unten; oben schnell neu ansetzen, ohne dass der Stab auskühlt.
4
Endspurt und Glut
Bei Rauch und dunklem Holzmehl einige schnelle, kräftige Durchgänge. Raucht das Mehl nach dem Stopp weiter, die Glut wie beim Feuerbogen übertragen.
Häufige Fehler
×Zu schwerer oder krummer Stab
×Zu hartes Brett
×Pausen beim Umsetzen der Hände
×Weiterbohren mit offenen Blasen
Grenzen und Risiken
–In feuchter Umgebung kaum erfolgreich
–Erfordert lokale Kenntnis geeigneter Materialien
Quellen
[1]
Ray Mears – Hodder & Stoughton (2002): Bushcraft
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Beim Feuerpflug reibt man die Spitze eines harten Stabs kräftig in einer Rinne eines weicheren Holzstücks hin und her. Das abgeriebene Holzmehl sammelt sich am Ende der Rinne und kann zu einer Glut werden. Die Methode braucht wenig Schnitzarbeit, aber viel Kraft, sehr trockenes Holz und Übung.
Reibungsfeuer sind kein verlässlicher Notfallplan. Sie gelingen nur mit passendem, trockenem Holz und viel Übung und kosten viel Kraft. Immer mindestens zwei moderne Zündmittel mitführen.
Der Stab kann abrutschen; Finger und Knie nicht in die Bahn halten. Splitter in den Handflächen sind möglich.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Stabile Äste / Stangen – Ein harter Pflugstab und ein trockenes, weicheres Grundholz
Messer (feststehend oder feststellbar)(optional)
Zunder
Schritte
1
Rinne anlegen
Das Grundholz fest auf den Boden legen und mit der Stabspitze eine Rinne einreiben oder leicht vorschnitzen. Am Ende ein Rindenstück als Glutunterlage platzieren.
2
Pflügen
Den Stab mit beiden Händen in einem flachen Winkel halten und kräftig, gleichmäßig in der Rinne vor- und zurückschieben, zunächst langsam, dann immer schneller.
3
Glut übertragen
Glimmt das Holzmehl am Rinnenende, es auf der Unterlage ins Zundernest legen und zur Flamme blasen.
Häufige Fehler
×Feuchtes Grundholz
×Zu kurze, ungleichmäßige Striche
×Holzmehl aus der Rinne schieben, statt es zu sammeln
Grenzen und Risiken
–Funktioniert nur mit sehr trockenem, geeignetem Holz
–Hoher Energieverbrauch
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Bei der Feuersäge wird die scharfe Kante eines trockenen Bambusstücks quer über ein anderes, eingekerbtes Bambusstück gesägt. Durch den Schlitz fällt heißes Bambusmehl auf feine Bambusspäne darunter und kann eine Glut bilden. Die Methode ist an trockenen Bambus gebunden, anstrengend und erfordert Übung.
Reibungsfeuer sind kein verlässlicher Notfallplan. Sie gelingen nur mit passendem, trockenem Holz und viel Übung und kosten viel Kraft. Immer mindestens zwei moderne Zündmittel mitführen.
Gespaltener Bambus hat sehr scharfe Kanten und Splitter. Vorsichtig greifen, wo möglich Handschuhe tragen.
Beim Schnitzen und Kerben immer vom Körper weg arbeiten und sicher sitzen. Ermüdung erhöht das Verletzungsrisiko.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Brennglas, Lupe und Hohlspiegel – Feuer mit Sonnenlicht
Eine Sammellinse (Lupe, Brennglas, Lesebrille für Weitsichtige) oder ein polierter Hohlspiegel bündelt Sonnenlicht auf einen winzigen Punkt, der dunklen, sehr feinen Zunder zum Glimmen bringt. Das braucht direkte, kräftige Sonne und eine ruhige Hand. Bei Bewölkung, Dämmerung oder Nacht funktioniert es nicht.
Niemals durch Linse oder Spiegel in die Sonne schauen und den Brennpunkt nicht lange ansehen – das kann die Augen dauerhaft schädigen. Den hellen Punkt nur kurz und aus dem Augenwinkel kontrollieren.
Linsen, Glasflaschen und spiegelnde Flächen in der Sonne können unbeabsichtigt Brände auslösen. Lupen und Brenngläser abgedeckt verstauen, nie in der Sonne liegen lassen.
Der Brennpunkt verbrennt Haut sofort. Nie auf Hände, Kleidung oder andere Personen richten.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Brennglas / Lupe
Zunderstoff (verkohlte Baumwolle)(optional) – Fängt den Brennpunkt am zuverlässigsten
Zunder
Schritte
1
Dunklen Zunder wählen
Zunderstoff, verkohltes Material oder sehr feines, dunkles, trockenes Pflanzenmaterial nutzen. Helles Material reflektiert Licht und erwärmt sich schlecht. Zundernest bereitlegen.
2
Windschutz
Mit dem Körper Wind abhalten, dabei aber keinen Schatten auf die Linse werfen.
3
Brennpunkt einstellen
Die Linse senkrecht zur Sonne halten und den Abstand verändern, bis der Lichtpunkt so klein und hell wie möglich ist.
4
Ruhig halten
Hände abstützen und den Punkt ruhig auf einer Stelle halten, bis Rauch aufsteigt und sich eine Glut bildet.
5
Zur Flamme blasen
Die Glut in das Zundernest legen und anblasen. Linse danach sofort abgedeckt wegpacken.
Häufige Fehler
×Helles oder feuchtes Material verwenden
×Brennpunkt zu groß und unscharf
×Hand zittert, Punkt wandert
×Lesebrille für Kurzsichtige (Zerstreuungslinse) probieren
Grenzen und Risiken
–Wetter- und tageszeitabhängig
–Bei tiefer Wintersonne deutlich schwächer
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Sehr feine Stahlwolle beginnt zu glühen und zu brennen, wenn sie die beiden Pole einer Batterie (typisch 9-Volt-Block) gleichzeitig berührt. Die glühende Wolle entzündet ein Zundernest. Die Methode ist einfach, birgt aber eine Brandgefahr beim Transport: Batterie und Stahlwolle nie zusammen lose im Gepäck tragen.
Stahlwolle und Batterien getrennt verpacken; Batteriepole abdecken (Schutzkappe oder Klebeband). Berührt Stahlwolle versehentlich beide Pole im Rucksack, kann sie sich entzünden.
Niemals Lithium-Ionen-Akkus, Handys oder Powerbanks kurzschließen: Sie können überhitzen, sich aufblähen, brennen oder bersten.
Brennende Stahlwolle sprüht Funken und tropft glühende Teilchen. Auf nicht brennbarem Untergrund arbeiten und Kleidung fernhalten.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Feinste Stahlwolle
Ersatzbatterien – Am einfachsten ein 9-Volt-Block; keine Lithium-Ionen-Akkus
Zunder
Schritte
1
Zundernest vorbereiten
Zundernest und Anzündholz bereitlegen.
2
Stahlwolle auflockern
Ein Stück feinste Stahlwolle auseinanderziehen, sodass ein lockerer Bausch entsteht.
3
Pole berühren
Die Batterie mit beiden Polen über die Wolle streichen. Die Wolle glüht sofort an den Kontaktstellen.
Finger von der glühenden Wolle fernhalten.
4
Ins Zundernest
Die glühende Wolle sofort ins Zundernest legen und anblasen. Die Batterie danach wieder mit abgedeckten Polen verstauen.
Häufige Fehler
×Grobe Stahlwolle verwenden
×Batterie und Wolle zusammen in einem Beutel
×Nicht vorbereitetes Zundernest
×Lithium-Akkus kurzschließen
Grenzen und Risiken
–Batterie muss geladen sein
–Nur eine Glut – Zundernest bleibt nötig
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Ein Feuerkolben ist ein enger, an einem Ende geschlossener Zylinder mit einem gut abgedichteten Kolben. Wird der Kolben mit einem kräftigen, schnellen Stoß hineingedrückt, erhitzt sich die eingeschlossene Luft so stark, dass ein Stück Zunderstoff in der Kolbenspitze zu glimmen beginnt. Die Glut wird dann wie bei anderen Glutmethoden im Zundernest zur Flamme geblasen.
Den Zylinder auf einer festen Unterlage oder in der geschlossenen Hand abstützen und nicht auf Hand, Bein oder Bauch stoßen – der Kolben kann abrutschen.
Nur das vom Hersteller empfohlene Dichtungsfett verwenden. Kein Benzin, Öl oder sonstige Brennflüssigkeit in den Zylinder geben.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Verbrennungen sofort mit kühlem, nicht eiskaltem, fließendem Wasser kühlen. Bei großen oder tiefen Verbrennungen, an Gesicht oder Händen und bei Kindern den Notruf wählen (112 in der EU).
Material
Feuerkolben
Zunderstoff (verkohlte Baumwolle)
Zunder – Lockeres, trockenes Zundernest
Wasserdichte Dose oder Beutel(optional)
Schritte
1
Nest und Holz vorbereiten
Zundernest formen und Anzündholz bereitlegen. Die Glut im Kolben ist winzig und muss sofort weiterverarbeitet werden.
2
Zunderstoff einsetzen
Ein kleines Stück Zunderstoff in die Vertiefung an der Kolbenspitze drücken. Es soll fest sitzen, aber nicht über den Rand ragen.
3
Dichtung prüfen
Kolben ein Stück einführen und loslassen: Federt er zurück, ist die Dichtung gut. Rutscht er widerstandslos hinein, Dichtung nachfetten oder ersetzen.
4
Kräftig und schnell stoßen
Zylinder abstützen und den Kolben mit einem einzigen, schnellen, kräftigen Stoß ganz hineindrücken. Langsames Drücken erzeugt keine ausreichende Hitze.
5
Sofort herausziehen
Den Kolben sofort zügig herausziehen, damit die Glut Sauerstoff bekommt. Glimmt der Zunderstoff, ihn vorsichtig anpusten.
6
In das Nest übertragen
Die Glut mit einem Holzspan aus der Spitze lösen, in das Zundernest legen und zur Flamme blasen.
Häufige Fehler
×Zu langsam drücken
×Kolben nach dem Stoß zu lange drinlassen, sodass die Glut erstickt
×Feuchter oder zu wenig verkohlter Zunderstoff
×Ausgetrocknete oder verschmutzte Dichtung
×Kein vorbereitetes Zundernest
Grenzen und Risiken
–Ohne Zunderstoff kaum erfolgreich
–Defekte Dichtung macht ihn wertlos
Quellen
[1]
David Halliday, Robert Resnick, Jearl Walker – John Wiley & Sons: Fundamentals of Physics
[2]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Feuerbohren: Fehlersuche, wenn keine Glut entsteht
Beim Feuerbohren scheitern die meisten Versuche an wenigen typischen Ursachen: feuchtes oder ungeeignetes Holz, polierte (glasierte) Reibflächen, eine zu kleine Kerbe, zu wenig Druck oder zu frühes Aufhören. Diese Übersicht ordnet Anzeichen – Rauch ohne Glut, Quietschen, herausspringende Spindel, helles grobes Bohrmehl – den wahrscheinlichen Ursachen und Abhilfen zu.
Reibungsfeuer sind kein verlässlicher Notfallplan. Wer friert oder erschöpft ist, sollte Kraft sparen und zuerst Wärme durch Kleidung und Schutz sichern. Immer mindestens zwei moderne Zündmittel mitführen.
Beim Nachschnitzen von Kerbe und Mulde vom Körper weg arbeiten und das Brett sicher auflegen.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Feuerbohr-Set (Bogen, Spindel, Brett, Druckstück)
Messer (feststehend oder feststellbar)
Schritte
1
Viel Rauch, aber keine Glut
Häufig wird zu früh aufgehört oder die Kerbe ist zu klein. Nach dem ersten Rauch noch einige Dutzend gleichmäßige Züge weiterarbeiten und die Kerbe so erweitern, dass sie bis etwa zur Mitte der Mulde reicht.
2
Quietschen und glänzende Flächen
Glänzende, glatte Reibflächen an Spindel und Mulde rutschen statt zu reiben. Flächen mit dem Messer aufrauen und mit mehr Druck beginnen. Bleibt das Problem, ist das Holz meist zu hart oder harzig.
3
Bohrmehl beurteilen
Helles, grobes Mehl deutet auf zu wenig Tempo oder feuchtes Holz hin. Dunkelbraunes bis schwarzes, feines Mehl, das zusammenhält, ist ein gutes Zeichen.
4
Spindel springt heraus
Spindel gerader und runder schnitzen, Mulden etwas vertiefen und die Hand mit dem Druckstück fest gegen das Schienbein abstützen. Den Bogen in voller Länge gleichmäßig führen.
5
Schnur rutscht oder reißt
Schnurspannung nachjustieren: Die Spindel muss straff sitzen, ohne dass das Einlegen zur Kraftprobe wird. Abgeriebene Schnur ersetzen.
6
Oberes Ende wird heiß
Reibt die Spindel oben stärker als unten, die Druckstück-Mulde glätten oder schmieren (z. B. mit etwas Fett) und die Spindel oben spitzer zuschnitzen.
Häufige Fehler
×Mit feuchtem oder grünem Holz üben
×Nach dem ersten Rauch aufhören
×Ruckartige, kurze Bogenzüge
×Zu kleine oder falsch platzierte Kerbe
×Die junge Glut zu früh bewegen
Grenzen und Risiken
–Bei feuchtem Holz hilft keine Technik
–Erschöpfung beendet jeden weiteren Versuch
Quellen
[1]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
Bei Nässe liegt trockenes Material meist im Inneren von Holz, unter Nadelbäumen und an totem, stehendem Holz. Mitgebrachter Zunder, eine isolierende Unterlage gegen nassen Boden oder Schnee und mehr Vorbereitung als sonst entscheiden über den Erfolg.
Niemals Benzin, Spiritus, Grillanzünder-Flüssigkeit oder andere brennbare Flüssigkeiten in ein Feuer oder auf Glut gießen. Die Dämpfe können sich explosionsartig entzünden und schwere Verbrennungen verursachen.
Feuer, Glut, Holzkohle und Kocher niemals in Zelt, Fahrzeug, Höhle, Schneeunterkunft oder geschlossenen Räumen betreiben: Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Bei Nässe und Kälte nicht die letzte Kraft in ein misslingendes Feuer stecken. Zuerst nasse Kleidung wechseln, isolieren und Schutz suchen. Bei Anzeichen starker Unterkühlung den Notruf wählen (112 in der EU).
Eine Plane als Regenschutz über dem Feuer kann schmelzen oder Feuer fangen. Nur hoch, mit großem Abstand und nie direkt über den Flammen; im Zweifel weglassen.
Messer (feststehend oder feststellbar)(optional) – Zum Spalten und für Federstäbe
Wasserdichte Dose oder Beutel(optional)
Schritte
1
Mitgebrachten Zunder nutzen
Wasserdicht verpackten Zunder (Watte mit Vaseline, Zunderwürfel) als Kern verwenden. Birkenrinde brennt erfahrungsgemäß oft auch leicht feucht noch.
2
Trockenes Holz finden
Tote, dünne Äste an stehenden Bäumen, besonders die unteren, abgestorbenen Zweige unter dichten Nadelbäumen, sind meist trockener als Holz vom Boden. Abgefallenes Holz vom Boden meiden.
3
Spalten und Federstäbe
Daumen- bis handgelenkdicke tote Äste spalten und aus dem trockenen Kern feine Späne oder Federstäbe schnitzen.
Mit kalten, nassen Händen besonders vorsichtig schnitzen.
4
Unterlage bauen
Auf nassem Boden oder Schnee eine Plattform aus einer Lage dicker, toter Äste legen, damit das Feuer nicht von unten gelöscht wird und nicht im Schnee versinkt.
5
Vor Regen und Wind schützen
Beim Zünden mit Körper und Rucksack Regen und Wind abhalten. Den Zunder unter einem kleinen Dach aus Anzündholz aufbauen.
6
Holz am Feuer vortrocknen
Nächste Holzstücke am Rand des Feuers vortrocknen lassen – mit Abstand, damit sie nicht unkontrolliert anbrennen – und erst nachlegen, wenn das Feuer kräftig brennt.
Häufige Fehler
×Nasses Holz vom Boden verwenden
×Zu wenig Feinmaterial vorbereiten
×Direkt auf Schnee oder nassen Boden bauen
×Zu früh dickes Holz auflegen
×Mit Benzin oder Spiritus nachhelfen
×Feuer in Zelt oder Unterkunft machen, um dem Regen zu entgehen
Grenzen und Risiken
–Bei Starkregen oder durchnässtem Wald kann es unmöglich sein
–Erfordert Übung
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)
[3]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Ein Feuer direkt auf Schnee schmilzt sich ein und ertrinkt im Schmelzwasser. Abhilfe schafft eine Plattform aus dicken, nebeneinandergelegten Holzstücken oder aus trockenen Steinen – oder man gräbt bei wenig Schnee bis zum Boden. Unter schneebeladenen Ästen kein Feuer machen.
Die Wärme kann Schnee von Ästen abrutschen lassen, der das Feuer löscht und Personen trifft. Freien Platz wählen.
Kein Feuer auf dem Eis von Seen oder Flüssen: Die Wärme schwächt das Eis.
Feuer, Glut und Kocher niemals in Zelt, Fahrzeug, Schneeunterkunft oder geschlossenen Räumen betreiben: Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Trockenes Brennholz – Dicke Hölzer für die Plattform und Brennholz
Schneeschaufel(optional)
Zunder
Schritte
1
Platz wählen
Freie Stelle ohne Äste mit Schneelast darüber, windgeschützt, abseits der Unterkunft.
2
Schnee prüfen
Bei wenig Schnee bis zum Boden freiräumen. Bei tiefem Schnee den Schnee festtreten.
3
Plattform legen
Dicke Hölzer dicht nebeneinander als Boden legen, bei Bedarf eine zweite Lage quer. Alternativ trockene, flache Steine.
4
Feuer aufbauen
Auf der Plattform ein Feuer wie gewohnt aufbauen und anzünden.
5
Erneuern
Durchgebrannte Plattformhölzer rechtzeitig ersetzen, damit das Feuer nicht absinkt.
Häufige Fehler
×Feuer direkt auf Schnee
×Unter beschneiten Ästen
×Nasse Bachsteine als Plattform
×Feuer zu nah an der Schneeunterkunft
Grenzen und Risiken
–Plattform brennt mit der Zeit durch
–Holz in Schneelandschaften oft knapp
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
An vielen Stränden sind offene Feuer verboten oder nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt – zuerst die örtlichen Regeln prüfen. Wo Feuer erlaubt ist, gelten besondere Gefahren: Wind vom Meer treibt Funken in Dünen, Gezeiten verändern den Platz, und unter Sand begrabene Glut bleibt stundenlang unsichtbar heiß und verursacht schwere Verbrennungen an bloßen Füßen. Strandfeuer werden deshalb immer mit Wasser gelöscht, nie zugeschüttet.
Feuer niemals mit Sand zuschütten. Sand isoliert die Glut, die dann viele Stunden heiß bleibt – Menschen, besonders Kinder, können barfuß hineintreten und sich schwer verbrennen. Immer mit reichlich Wasser löschen, umrühren und fühlen.
Steigende Flut kann den Rückweg abschneiden. Gezeiten vor Ort kennen und nicht in abgelegenen Buchten bleiben, die bei Flut eingeschlossen werden.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Verbrennungen sofort mit kühlem, nicht eiskaltem, fließendem Wasser kühlen. Bei großen oder tiefen Verbrennungen, an Gesicht oder Händen und bei Kindern den Notruf wählen (112 in der EU).
Material
Trockenes Brennholz – Mitgebrachtes Brennholz; kein lackiertes oder genageltes Holz
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf) – Meerwasser im Eimer reicht zum Löschen
Schritte
1
Regeln prüfen
Aushänge, Gemeinde oder Strandaufsicht fragen, ob und wo Feuer erlaubt ist. Ausgewiesene Feuerstellen nutzen.
2
Platz wählen
Auf freiem Sand weit weg von Dünen, Strandgras, Treibholzhaufen und Booten; Wind und Gezeiten berücksichtigen.
3
Brennholz
Mitgebrachtes, trockenes Brennholz verwenden. Kein lackiertes, behandeltes oder genageltes Holz (z. B. Paletten) verbrennen – Nägel bleiben als Verletzungsgefahr zurück.
4
Klein halten
Feuer klein halten und bei auffrischendem Wind verkleinern oder löschen.
5
Mit Wasser löschen
Reichlich Wasser aufgießen, umrühren, nochmals gießen, bis Asche und Sand darunter kalt sind. Prüfen mit dem Handrücken, ohne zu berühren.
6
Aufräumen
Kalte Reste und Müll mitnehmen oder entsorgen, wie es vor Ort vorgesehen ist.
Häufige Fehler
×Feuer mit Sand zuschütten
×Feuer in Dünennähe
×Paletten mit Nägeln verbrennen
×Gezeiten ignorieren
×Glas oder Dosen ins Feuer werfen
Grenzen und Risiken
–Nur wo ausdrücklich erlaubt
–Nicht bei auflandigem Starkwind
Quellen
[1]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
https://smokeybear.com
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Feuer bei Wind: entscheiden, abschirmen, klein halten
Wind macht Feuer schwerer zu entzünden und zugleich gefährlicher: Er bläst die erste Flamme aus, facht ein laufendes Feuer übermäßig an und trägt Funken weit. Die erste Frage ist deshalb, ob überhaupt ein Feuer verantwortbar ist. Wenn ja, helfen eine windgeschützte, nicht brennbare Stelle, ein niedriger, kompakter Aufbau, ein kleines Feuer und ein freigeräumter, großer Bereich in Windrichtung.
Bei starkem oder böigem Wind und trockener Vegetation kein offenes Feuer machen. Ein Kocher mit Windschutz oder kaltes Essen sind dann die sichere Wahl.
Planen, Zelte und Rucksäcke als Windschutz nicht in Feuernähe stellen – Funken brennen Löcher, Kunstfasern schmelzen und brennen.
Gerät ein Feuer außer Kontrolle, nicht allein dagegen ankämpfen: sich und andere in Sicherheit bringen und sofort den Notruf wählen (112 in der EU).
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Zunder
Trockenes Brennholz
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf)
Kocher(optional) – Mit Windschutz oft die bessere Wahl
Schritte
1
Entscheiden
Windstärke, Böen, Trockenheit und Vegetation in Windrichtung einschätzen. Im Zweifel kein Feuer.
2
Natürlichen Windschutz suchen
Lee hinter Felsen, Böschungen oder in Senken nutzen, ohne unter überhängende Äste zu gehen. Eine niedrige Steinmauer auf der Windseite hilft (keine nassen Flusssteine).
3
Großzügig freiräumen
Den Bereich um die Feuerstelle, besonders in Windrichtung, von Laub, Gras und Totholz befreien. Brennholzvorrat auf der Windseite lagern.
4
Niedrig aufbauen
Einen kompakten, niedrigen Aufbau wählen, z. B. Lean-to mit dem Querholz zur Windseite, sodass die Zündstelle geschützt ist.
5
Mit dem Körper abschirmen
Mit dem Rücken zum Wind knien und die Zündquelle nah am Zunder halten. Zunder vorher fertig vorbereiten.
6
Klein halten und beobachten
Nur wenig Holz nachlegen, Funkenflug beobachten und bei zunehmendem Wind sofort löschen.
Häufige Fehler
×Großes, hohes Feuer bei Wind
×Brennholz auf der windabgewandten Seite lagern
×Plane als Windschutz direkt am Feuer
×Funkenflug nicht beobachten
Grenzen und Risiken
–Bei Sturm keine sichere Lösung
–Windschutz ersetzt keine Brandschneise
Quellen
[1]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
https://smokeybear.com
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Ein Lagerfeuer kann über Funkenflug, eine ungeeignete Feuerstelle oder unvollständiges Löschen einen Flächenbrand auslösen. Zuerst klären, ob Feuer überhaupt erlaubt ist; dann eine bestehende Feuerstelle nutzen oder einen windgeschützten, freien Platz auf nicht brennbarem Untergrund wählen – weit weg von Zelt, Bäumen und trockener Vegetation.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. In vielen Regionen ist offenes Feuer im oder am Wald, in Schutzgebieten oder bei Trockenheit verboten – Feuerverbote gelten immer, auch für ‚kleine‘ Feuer.
Auf Torf, dicker Nadel- oder Laubstreu und Wurzelwerk kann Glut unbemerkt im Boden weiterglimmen und Stunden oder Tage später einen Brand auslösen. Solche Böden meiden oder bis auf Mineralboden freilegen.
Steine aus Bächen oder vollgesogene Steine können beim Erhitzen springen oder zerplatzen. Keine nassen Steine direkt ins Feuer legen.
Feuer, Glut, Holzkohle und Kocher niemals in Zelt, Fahrzeug, Höhle, Schneeunterkunft oder geschlossenen Räumen betreiben: Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Material
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf) – Vor dem Zünden bereitstellen
Kleine Schaufel / Klappspaten(optional)
Schritte
1
Regeln und Gefahrenlage prüfen
Klären, ob Feuer am Ort erlaubt ist (Grundeigentümer, Schutzgebiet, Gemeinde, Forstbehörde) und ob aktuell Feuerverbot oder hohe Waldbrandgefahr besteht. In Deutschland veröffentlicht z. B. der Deutsche Wetterdienst einen Waldbrandgefahrenindex. Im Zweifel kein Feuer – ein Kocher ist oft die bessere Wahl, sofern erlaubt.
2
Bestehende Feuerstelle bevorzugen
Wo vorhanden, eine angelegte Feuerstelle oder einen Feuerring nutzen. Das schont die Umgebung und ist meist der vorgesehene Ort.
3
Platz wählen
Freie, windgeschützte Stelle auf Sand, Kies, Fels oder Mineralboden; kein überhängender Ast; großer Abstand zu Zelt, Plane, Bäumen, Totholz und trockenem Gras. Die Windrichtung beachten: Funken dürfen nicht zum Lager oder zur Vegetation treiben.
4
Untergrund freiräumen
Ringsum brennbares Material wie Laub, Nadeln und Zweige entfernen, bis Mineralboden sichtbar ist. Bei Bedarf Grasnarbe abheben und zur Seite legen, um sie später wieder einzusetzen.
5
Klein planen
Das Feuer nur so groß anlegen, wie es für Kochen oder Wärme nötig ist. Ein Kreis aus trockenen Steinen kann Glut zusammenhalten, ersetzt aber keine Aufsicht.
6
Löschmittel bereitstellen
Vor dem Zünden Wasser (Topf, Kanister) und eine kleine Schaufel oder einen Stock griffbereit stellen.
Häufige Fehler
×Feuer unter Bäumen oder am Waldrand anlegen
×Feuerverbot ignorieren, weil das Feuer ‚nur klein‘ ist
×Zelt oder Plane auf der Lee-Seite des Feuers
×Auf Torf oder Wurzelboden feuern
×Kein Wasser bereithalten
Grenzen und Risiken
–Keine Rechtsberatung
–Gefahrenindizes beschreiben die Lage nur grob und ersetzen nicht das eigene Urteil
Quellen
[1]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
https://smokeybear.com
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
https://lnt.org
[3]
Deutscher Wetterdienst (DWD): Waldbrandgefahrenindex (WBI)
https://www.dwd.de
[4]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Ein kleines, gleichmäßig gefüttertes Feuer liefert mehr nutzbare Wärme und ist sicherer als ein großes. Holz schrittweise nachlegen, Luft zulassen, Funkenflug beobachten – und das Feuer niemals unbeaufsichtigt lassen.
Feuer nie unbeaufsichtigt lassen, auch nicht kurz. Vor dem Schlafen oder Weggehen vollständig löschen.
Frischt der Wind auf oder fliegen Funken in die Vegetation, das Feuer sofort klein halten oder löschen. Ein entkommenes Feuer nicht allein bekämpfen, sondern in Sicherheit gehen und den Notruf wählen (112 in der EU).
Niemals Benzin, Spiritus, Grillanzünder-Flüssigkeit oder andere brennbare Flüssigkeiten in ein Feuer oder auf Glut gießen. Die Dämpfe können sich explosionsartig entzünden und schwere Verbrennungen verursachen.
Verbrennungen sofort mit kühlem, nicht eiskaltem, fließendem Wasser kühlen. Bei großflächigen, tiefen oder Verbrennungen an Gesicht, Händen oder Gelenken sowie bei Kindern den Notruf wählen (112 in der EU).
Kunstfaserkleidung kann durch Funken schmelzen und an der Haut kleben. Am Feuer möglichst Wolle oder Baumwolle tragen und lose Kleidung, Haare und Schuhe vom Feuer fernhalten.
Material
Trockenes Brennholz
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf)
Schritte
1
Schrittweise nachlegen
Immer nur wenige Scheite nachlegen, sobald die vorigen gut brennen. Holzstücke so legen, dass Luft zwischen ihnen zirkuliert.
2
Größe begrenzen
Das Feuer klein halten: Ein kleines Feuer mit Glut wärmt und kocht besser, wirft weniger Funken und lässt sich leichter löschen.
3
Holzvorrat sicher lagern
Brennholzvorrat einige Schritte entfernt und auf der dem Wind zugewandten Seite (in Luv) lagern, damit Funken nicht dorthin geweht werden.
4
Beobachten
Funkenflug, Windänderungen und Glut außerhalb der Feuerstelle im Blick behalten. Heruntergefallene Glut sofort zurückschieben oder löschen.
5
Kinder und Tiere fernhalten
Einen klaren Abstand um die Feuerstelle vereinbaren; Kinder nur unter Aufsicht ans Feuer lassen.
Häufige Fehler
×Riesiges Feuer aufschichten
×Feuer kurz unbeaufsichtigt lassen
×Brennholzstapel direkt neben dem Feuer
×Nasse Scheite in großen Mengen auflegen und so das Feuer ersticken
×Im Wind Funkenflug ignorieren
Grenzen und Risiken
–Bei starkem Wind ist auch ein kleines Feuer gefährlich
Quellen
[1]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
https://smokeybear.com
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
https://lnt.org
[3]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Gekocht wird am besten über Glut, nicht über hohen Flammen: Die Hitze ist gleichmäßiger, der Topf rußt weniger und steht stabiler. Die größten Risiken sind umkippende Töpfe mit kochendem Wasser, heiße Griffe und ungeeignete Behälter.
Kochendes Wasser und heißes Fett verursachen schwere Verbrühungen. Topf nur auf stabilen Untergrund stellen, Griffe mit Handschuh oder Topfgreifer anfassen und Kinder fernhalten.
Keine Kunststoffgefäße, verzinkten Eimer oder beschichteten Behälter ins Feuer stellen; nur hitzebeständige Metalltöpfe. Geschlossene Dosen oder Gefäße können durch Dampfdruck platzen.
Feuer, Glut, Holzkohle und Kocher niemals in Zelt, Fahrzeug, Höhle, Schneeunterkunft oder geschlossenen Räumen betreiben: Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Verbrennungen sofort mit kühlem, nicht eiskaltem, fließendem Wasser kühlen. Bei großflächigen, tiefen oder Verbrennungen an Gesicht, Händen oder Gelenken sowie bei Kindern den Notruf wählen (112 in der EU).
Material
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)
Trockenes Brennholz
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf)
Schritte
1
Glutbett herstellen
Das Feuer so lange brennen lassen, bis sich ein gleichmäßiges Glutbett gebildet hat – das dauert je nach Holz unterschiedlich lange. Glut an den Rand schieben, um eine Kochzone zu schaffen.
2
Stabile Topfauflage
Topf auf flache, trockene Steine, einen Grillrost oder ein stabiles Dreibein stellen. Vor dem Befüllen prüfen, ob er wackelt.
3
Nicht randvoll füllen
Topf höchstens zu etwa zwei Dritteln füllen und mit Deckel kochen.
4
Wasser abkochen
Für Trinkwasser Wasser sprudelnd kochen lassen – die genaue Dauer steht im Eintrag zum Abkochen.
5
Topf sicher abnehmen
Mit Handschuh, Topfgreifer oder einem stabilen Stock am Henkel anheben, auf eine ebene Fläche abseits des Feuers stellen und den Weg vorher freiräumen.
Nie über das Feuer greifen.
Häufige Fehler
×Über hohen Flammen kochen
×Topf auf wackelige Steine stellen
×Randvoll füllen
×Kunststoff- oder verzinkte Behälter erhitzen
×Mit bloßen Händen oder Ärmeln am Topf hantieren
Grenzen und Risiken
–Entfernt keine Chemikalien aus Wasser
–Bei Feuerverbot nicht anwendbar
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
[2]
World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)
[3]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Beim Sternfeuer liegen mehrere lange Holzstücke wie Speichen eines Rades mit den Enden zur Mitte. Nur die Enden brennen; man schiebt die Hölzer nach, wenn sie abbrennen. So lässt sich die Feuergröße fein regeln und Holz sparen, ohne alles zu zersägen.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Die herausragenden Hölzer sind Stolperfallen und können Glut nach außen tragen. Ringsum frei halten, im Dunkeln besonders aufpassen.
Verbrennungen sofort mit kühlem, nicht eiskaltem, fließendem Wasser kühlen. Bei großen oder tiefen Verbrennungen, an Gesicht oder Händen und bei Kindern den Notruf wählen (112 in der EU).
Material
Trockenes Brennholz – Einige lange, dicke Hölzer
Zunder
Schritte
1
Kleines Feuer
Ein kleines Feuer mit gutem Glutkern entzünden.
2
Hölzer sternförmig
Drei bis fünf lange Hölzer sternförmig mit den Enden ins Feuer legen.
3
Nachschieben
Hölzer nach innen schieben, sobald die Enden abgebrannt sind.
4
Verkleinern
Zum Verkleinern oder vor dem Löschen die Hölzer nach außen ziehen und die Glut gesondert löschen.
Das Dakota-Feuerloch besteht aus einem Feuerloch und einem zweiten Luftloch auf der Windseite, die unterirdisch durch einen Tunnel verbunden sind. Es brennt heiß, sparsam und windgeschützt, die Flamme ist kaum sichtbar. Es erfordert Graben, ist auf wurzel- und torfreichem Boden gefährlich und vielerorts nicht erlaubt – örtliche Regeln prüfen.
Auf organischem Boden und im Wurzelbereich kann Glut unterirdisch weiterglimmen und Tage später einen Brand auslösen. Nur in reinem Mineralboden anlegen und vollständig mit Wasser löschen, bevor das Loch verfüllt wird.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Verbrennungen sofort mit kühlem, nicht eiskaltem, fließendem Wasser kühlen. Bei großen oder tiefen Verbrennungen, an Gesicht oder Händen und bei Kindern den Notruf wählen (112 in der EU).
Material
Kleine Schaufel / Klappspaten
Trockenes Brennholz
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf)
Schritte
1
Boden und Regeln prüfen
Klären, ob Graben und Feuer erlaubt sind. Probe graben: Kommen Wurzeln oder dunkler, torfiger Boden, einen anderen Platz wählen.
2
Grasnarbe abheben
Grasnarbe in Stücken abheben und beiseitelegen, um sie später wieder einzusetzen.
3
Feuerloch graben
Ein Loch etwa so tief wie ein Unterarm graben, oben etwas enger als unten.
4
Luftloch und Tunnel
Auf der Windseite in kurzer Entfernung ein kleineres Loch graben und schräg zum Boden des Feuerlochs durchstoßen.
5
Feuer entfachen
Zunder und Anzündholz im Feuerloch entzünden; Holz senkrecht nachlegen. Topf auf Stöcke über das Loch stellen.
6
Löschen und verfüllen
Mit reichlich Wasser löschen, umrühren, mit der Hand prüfen. Erst wenn alles kalt ist, verfüllen und Grasnarbe einsetzen.
Häufige Fehler
×In Wurzel- oder Torfboden graben
×Löcher zu nah beieinander, Tunnel bricht ein
×Verfüllen, bevor die Glut wirklich aus ist
Grenzen und Risiken
–Nicht auf jedem Boden möglich
–Keine Wärmequelle für eine Gruppe
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Ein Langfeuer brennt zwischen zwei parallel liegenden Stämmen und ist etwa so lang wie ein liegender Mensch, sodass der ganze Körper Strahlungswärme bekommt. Eine Wand aus aufgeschichteten Hölzern oder Steinen auf der anderen Seite wirft einen Teil der Wärme zurück und hält Wind ab. Beides braucht viel Holz und ständige Aufsicht.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Funken können Schlafsack, Plane und Kleidung in Brand setzen; Kunstfasern schmelzen auf der Haut. Ausreichend Abstand halten, das Feuer nie unbeaufsichtigt lassen.
Nasse oder aus Gewässern stammende Steine können beim Erhitzen springen.
Feuer, Glut und Kocher niemals in Zelt, Fahrzeug, Schneeunterkunft oder geschlossenen Räumen betreiben: Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Material
Trockenes Brennholz – Lange Stämme und große Mengen Brennholz
Klappsäge(optional)
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf)
Schritte
1
Platz wählen
Freien Platz ohne überhängende Äste wählen, parallel zum Unterstand, quer zum Wind, so dass Rauch nicht in den Unterstand zieht.
2
Holz sammeln
Vor Einbruch der Dunkelheit sehr viel Brennholz sammeln – deutlich mehr als geschätzt.
3
Stämme auslegen
Zwei Stämme in Körperlänge parallel mit etwas Abstand auslegen und dazwischen ein Feuer entlang der ganzen Länge aufbauen.
4
Reflektorwand
Auf der dem Unterstand abgewandten Seite eine Wand aus aufgeschichteten Hölzern zwischen Pfosten oder aus trockenen Steinen errichten.
5
Wache halten
Abwechselnd wachen und nachlegen. Vor dem Schlafen Abstand prüfen und Löschwasser bereithalten.
Häufige Fehler
×Zu wenig Holz für die Nacht
×Feuer zu nah am Unterstand
×Reflektorwand aus nassen Bachsteinen
×Allein und ohne Wache schlafen
Grenzen und Risiken
–Nicht überall erlaubt
–Bei Regen schwer am Brennen zu halten
Quellen
[1]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Beim Einbetten wird die Glut zusammengeschoben und mit Asche bedeckt, damit sie mit wenig Sauerstoff langsam weiterglimmt und am Morgen wieder angefacht werden kann. Im Freien bedeutet das ein unbeaufsichtigtes Feuer – das ist gefährlich und vielerorts verboten. Sicher ist es nur in einem geschlossenen Ofen oder unter dauernder Aufsicht.
Ein unbeaufsichtigtes Feuer im Freien kann durch Wind wieder aufflammen oder Glut verstreuen und einen Waldbrand auslösen. Wo vorgeschrieben ist, Feuer vor dem Schlafen vollständig zu löschen, gilt das ausnahmslos.
Feuer, Glut und Kocher niemals in Zelt, Fahrzeug, Schneeunterkunft oder geschlossenen Räumen betreiben: Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Trockenes Brennholz – Ein dickes, dichtes Holzstück
Kleine Schaufel / Klappspaten(optional)
Schritte
1
Glut sammeln
Glut und Holzreste in der Mitte der Feuerstelle zusammenschieben.
2
Dickes Holz
Optional ein dickes, dichtes Holzstück auf die Glut legen.
3
Mit Asche bedecken
Glut und Holz mit einer Schicht Asche bedecken, sodass keine Flammen mehr sichtbar sind.
4
Beaufsichtigen
Im Freien eine Wache einteilen oder in kurzen Abständen kontrollieren. Löschwasser bereithalten.
5
Morgens anfachen
Asche vorsichtig abstreifen, Zunder und dünnes Holz auf die Glut legen und sanft anblasen.
Häufige Fehler
×Im Wald unbeaufsichtigt einbetten
×Zu dünne Ascheschicht – Feuer flammt auf
×Glut in Zelt- oder Fahrzeugnähe
Grenzen und Risiken
–Keine Garantie, dass die Glut bis zum Morgen hält
–Ersetzt nicht das vollständige Löschen
Quellen
[1]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
https://smokeybear.com
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
Bevor es Streichhölzer gab, wurde Feuer oft als Glut weitergetragen – in Behältern mit langsam glimmendem Naturmaterial. Diese traditionellen Methoden sind kulturgeschichtlich interessant, heute aber riskant und unnötig: Ein Feuerzeug in der Tasche ist sicherer. Dieser Eintrag beschreibt das Prinzip nur allgemein.
Getragene Glut kann Behälter, Kleidung und Vegetation entzünden und unbemerkt einen Brand auslösen. Nie in Rucksack, Zelt oder Fahrzeug, nie bei Feuerverbot.
Feuer, Glut und Kocher niemals in Zelt, Fahrzeug, Schneeunterkunft oder geschlossenen Räumen betreiben: Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Traditionell wurden auch bestimmte Baumpilze oder Pflanzenteile als Glutträger genutzt. Dieser Atlas beschreibt keine Bestimmung von Pilzen oder Pflanzen.
Material
Kleine Blechdose mit Deckel
Schritte
1
Behälter
Einen nicht brennbaren Behälter (Metalldose) mit wenigen kleinen Luftlöchern verwenden.
2
Glutbett
Etwas trockene Asche oder verkohltes Material einlegen, die Glut darauf betten und locker bedecken.
3
Kontrollieren
Unterwegs regelmäßig prüfen, ob die Glut lebt, und Behälter nur an einem Griff oder Draht tragen – er wird heiß.
4
Anfachen
Am Ziel in ein Zundernest legen und anblasen.
Häufige Fehler
×Dichter Behälter ohne Luft – Glut erstickt
×Zu viel Luft – Material verbrennt schnell
×Behälter am Körper oder im Gepäck tragen
Grenzen und Risiken
–Nur über begrenzte Zeit
–Allgemeine Beschreibung, keine Materialbestimmung
Quellen
[1]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Kocher im Vergleich: Gas, Spiritus, Festbrennstoff, Flüssigbrennstoff
Ein Kocher ist oft die bessere Wahl als ein Lagerfeuer: schneller, sauberer, besser kontrollierbar. Gaskartuschenkocher sind am einfachsten, Spirituskocher leise und simpel, Festbrennstoff leicht und robust, Flüssigbrennstoffkocher kältetauglich, aber wartungsintensiver. Alle gehören ins Freie – nie in Zelt oder Innenraum. Feuerverbote können auch für Kocher gelten.
Feuer, Glut und Kocher niemals in Zelt, Fahrzeug, Schneeunterkunft oder geschlossenen Räumen betreiben: Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Nur bei erloschenem und abgekühltem Kocher nachfüllen oder Kartuschen wechseln, abseits offener Flammen. Spiritusflammen sind bei Tageslicht kaum sichtbar – vor dem Nachfüllen sicherstellen, dass nichts mehr brennt.
Kippende Töpfe verursachen Verbrühungen. Kocher stabil und windgeschützt aufstellen, Kinder fernhalten. Windschutz nicht so eng um Gaskartuschen legen, dass sie überhitzen.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Kocher
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)
Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl
Schritte
1
Gaskartuschenkocher
Einfach, sauber, gut regelbar. Schwächen: Leistungsverlust bei Kälte, Kartuschenverfügbarkeit und Entsorgung. Kartusche bei Frost körperwarm halten.
2
Spirituskocher
Leicht, leise, kaum Wartung. Schwächen: weniger Hitze, windempfindlich, fast unsichtbare Flamme, Verschüttungsgefahr.
3
Festbrennstoff
Brennstofftabletten sind leicht, auslaufsicher und lange lagerfähig. Schwächen: langsam, Geruch und Rückstände.
4
Flüssigbrennstoff
Flüssigbrennstoffkocher sind leistungsstark und kältetauglich. Sie brauchen Übung, Pflege und genaue Befolgung der Herstelleranleitung beim Vorheizen.
5
Holzvergaser-/Hobokocher
Kleine Holzkocher nutzen Zweige als Brennstoff. Sie erzeugen Funken und gelten oft rechtlich wie offenes Feuer – örtliche Regeln prüfen.
6
Sicher betreiben
Im Freien, auf stabilem Untergrund, mit Windschutz, nie unbeaufsichtigt. Brennstoff getrennt und dicht lagern.
Häufige Fehler
×Kocher im Zelt oder Vorzelt betreiben
×Spiritus nachgießen, solange Flamme brennt
×Kartusche komplett mit Windschutz einschließen
×Kocher zum Heizen verwenden
Grenzen und Risiken
–Allgemeine Übersicht, keine Produktbewertung
–Herstellerangaben gehen vor
Quellen
[1]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
https://lnt.org
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
Ein Schwedenfeuer ist ein aufrecht stehender, trockener Stammabschnitt, der von oben mehrfach längs eingeschnitten oder gespalten wird. In der Mitte entzündet, brennt er von oben nach unten und bietet eine kleine, ebene Fläche für einen Topf. Es ist eher ein Feuer für erlaubte Feuerstellen und Gärten als für die Wildnis, weil große Stämme nicht vollständig zu Asche verbrennen.
Der Stamm kann beim Abbrennen kippen oder auseinanderfallen. Nur auf ebenem, feuerfestem Grund aufstellen, Abstand halten und Töpfe nur vorsichtig abstellen.
Kettensägen nur mit Ausbildung und Schutzausrüstung benutzen. Mit der Handsäge den Stamm sicher fixieren.
Ein großer Stamm glüht innen lange nach. Mit viel Wasser löschen, Reste aufspalten und erneut löschen, bis alles kalt ist.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Niemals Benzin, Spiritus oder andere brennbare Flüssigkeiten in ein Feuer oder auf Glut gießen – die Dämpfe können sich explosionsartig entzünden.
Ebenen, feuerfesten Untergrund mit großem Abstand zu Gebäuden, Bäumen und Vegetation wählen; Löschwasser bereitstellen.
2
Einschneiden
Den Stamm aufrecht sichern und von oben mehrere Schnitte kreuzweise bis etwa zwei Drittel bis drei Viertel der Höhe sägen. Der untere Teil bleibt zusammenhängend.
3
Zunder einlegen
Zunder und feine Späne in die Mitte und in die oberen Schlitze stecken.
4
Oben anzünden
Den Zunder oben entzünden. Es dauert eine Weile, bis die Schlitze selbst brennen.
5
Beaufsichtigen
Das Feuer ständig beaufsichtigen; wenn der Stamm instabil wird, keine Töpfe mehr abstellen.
Häufige Fehler
×Feuchtes oder frisches Holz
×Schnitte bis ganz unten, sodass der Stamm zerfällt
×Aufstellen auf Holzterrasse oder Wiese
×Brandbeschleuniger zum Anzünden
Grenzen und Risiken
–Nur mit großem, trockenem Stamm
–Kaum regelbar
Quellen
[1]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
https://smokeybear.com
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Beim Schlüssellochfeuer hat die Feuerstelle die Form eines Schlüssellochs: Im runden Teil brennt das Feuer und erzeugt Glut, in den schmalen Fortsatz wird Glut zum Kochen geschoben. So brennt Holz für Wärme und Licht weiter, während auf gleichmäßiger Glut gekocht wird – mit weniger Ruß und besserer Hitzekontrolle.
Keine Steine aus Bächen oder nassem Boden verwenden: eingeschlossenes Wasser kann sie in der Hitze zerplatzen lassen.
Glut im Kochbereich ist kaum sichtbar, aber sehr heiß. Kinder fernhalten und nicht darübersteigen.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Verbrennungen sofort mit kühlem, nicht eiskaltem, fließendem Wasser kühlen. Bei großen oder tiefen Verbrennungen, an Gesicht oder Händen und bei Kindern den Notruf wählen (112 in der EU).
Material
Trockenes Brennholz
Kleine Schaufel / Klappspaten(optional) – Oder ein Stock zum Schieben der Glut
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf)
Schritte
1
Form anlegen
In einer erlaubten Feuerstelle einen runden Brennbereich und einen schmalen Fortsatz markieren, möglichst so, dass der Fortsatz quer zum Wind liegt.
2
Feuer im runden Teil
Im runden Teil ein Feuer aufbauen und mit Hartholz oder ausreichend Brennholz unterhalten, bis sich Glut bildet.
3
Glut verschieben
Mit einem Stock oder einer Schaufel Glut in den schmalen Teil schieben. Mehr Glut = mehr Hitze.
4
Kochen
Rost oder Topf über den schmalen Teil stellen, z. B. auf flache, trockene Steine. Nachschub an Glut aus dem Brennbereich holen.
5
Beide Bereiche löschen
Am Ende Brenn- und Glutbereich vollständig löschen: ertränken, umrühren, fühlen.
Häufige Fehler
×Zu früh kochen, bevor genug Glut da ist
×Wackelige Topfauflage
×Nur den Brennbereich löschen
×Nasse Flusssteine als Einfassung
Grenzen und Risiken
–Nur an erlaubten, ausreichend großen Feuerstellen
–Kein schnelles Feuer
Quellen
[1]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
https://smokeybear.com
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Hügelfeuer und Feuerschale: Feuer ohne Brandspuren
Wo Feuer erlaubt, aber keine Feuerstelle vorhanden ist, lassen sich Brandspuren vermeiden: Beim Hügelfeuer brennt das Feuer auf einer dicken Schicht aus Sand oder Mineralboden, die auf einer Unterlage aufgeschüttet wird; bei der Feuerschale auf einer erhöhten Metallschale. Nach dem Feuer wird die kalte Asche verteilt und der Boden zurückgebracht – der Untergrund bleibt unversehrt.
Auf Torf und humusreichem Boden kann Glut unbemerkt in den Untergrund eindringen und dort tagelang weiterschwelen. Mineralschicht dick genug machen oder auf Feuer verzichten.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Ein Feuer nie unbeaufsichtigt lassen, auch nicht kurz. Löschwasser griffbereit halten.
Material
Sauberer Sand – Oder Mineralboden ohne Wurzeln und Humus
Kleine Schaufel / Klappspaten
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf)
Schritte
1
Unterlage legen
Auf einer offenen, sicheren Stelle eine feuerfeste Unterlage auslegen oder eine Feuerschale auf Steine stellen.
2
Mineralboden aufschütten
Sand oder Mineralboden zu einer flachen, mehrere Finger dicken Plattform aufschütten, die größer ist als das geplante Feuer. Auch in die Feuerschale eine Schicht einfüllen.
3
Kleines Feuer
Ein kleines Feuer mit dünnem Holz entfachen und klein halten.
4
Herunterbrennen lassen
Holz rechtzeitig vollständig zu Asche herunterbrennen lassen, dann mit Wasser löschen, umrühren und fühlen.
5
Rückbau
Die kalte Asche weit verstreuen und den Sand oder Boden an seinen Ursprungsort zurückbringen.
Häufige Fehler
×Zu dünne Mineralschicht
×Erde mit Wurzeln und Humus verwenden
×Dicke Scheite, die nicht ganz verbrennen
×Asche noch warm verstreuen
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keine Erlaubnis
–Nicht auf Torf ohne sehr dicke Mineralschicht
Quellen
[1]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
https://lnt.org
[2]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
Rauch ist ein Zeichen unvollständiger Verbrennung und enthält Feinstaub, Kohlenmonoxid und Reizstoffe. Ein Feuer raucht vor allem mit feuchtem, frischem oder zu dickem Holz, bei Luftmangel und beim Verbrennen von Müll. Trockenes, gespaltenes Holz, ein kleines, heißes Feuer, gute Luftzufuhr und ein Platz quer zum Wind senken die Belastung – für die Gruppe und für Nachbarn.
Rauch belastet Atemwege und Herz-Kreislauf-System. Menschen mit Asthma, Lungen- oder Herzerkrankungen, Schwangere, ältere Menschen und Kinder sollten sich dem Rauch nicht aussetzen. Bei Atemnot den Notruf wählen (112 in der EU).
Keinen Müll, keine Kunststoffe und kein lackiertes, beschichtetes oder imprägniertes Holz verbrennen – dabei entstehen giftige Gase.
Glut und Feuer niemals in Zelt, Fahrzeug oder geschlossenen Räumen betreiben: Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Feuerschale und Feuerstelle im Garten sicher nutzen
Feuerschalen, Feuerkörbe und gemauerte Feuerstellen im Garten sind beliebt, aber nicht überall erlaubt – Regeln zu offenem Feuer, Rauch und Gartenabfällen unterscheiden sich je nach Gemeinde, deshalb örtliche Regeln prüfen. Sicher wird es mit großem Abstand zu Haus, Zäunen, Hecken und Bäumen, einem stabilen, nicht brennbaren Untergrund, trockenem, unbehandeltem Holz, Löschmittel in Reichweite und vollständig abgekühlter Asche in einem Metallbehälter.
Feuerschalen niemals in Garage, Wintergarten, Zelt oder unter Dächern und Markisen betreiben – Brand- und Kohlenmonoxidgefahr.
Asche kann lange, auch über Tage, Glutnester enthalten. Nur abgekühlt in einem Metallbehälter mit Deckel und mit Abstand zu Gebäuden lagern – nie in Mülltonne oder Komposter aus Kunststoff.
Niemals Benzin, Spiritus oder andere brennbare Flüssigkeiten in ein Feuer oder auf Glut gießen – die Dämpfe können sich explosionsartig entzünden.
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Ein Feuer nie unbeaufsichtigt lassen, auch nicht kurz. Löschwasser griffbereit halten.
Material
Feuerschale / Feuerkorb
Trockenes Brennholz – Trocken und unbehandelt
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf) – Gartenschlauch, Eimer oder Feuerlöscher
Verzinkter Eimer(optional) – Metallbehälter mit Deckel für die Asche
Schritte
1
Regeln prüfen
Bei Gemeinde oder Ordnungsamt klären, ob offene Feuer im Garten erlaubt sind und ob aktuell Verbote wegen Trockenheit gelten. Mietverträge und Hausordnungen beachten.
2
Standplatz
Mit großzügigem Abstand zu Haus, Gartenhaus, Zaun, Hecke, Bäumen und Holzstapeln auf Stein, Pflaster oder Kies aufstellen – nicht auf Holzterrasse oder Kunstrasen, sofern der Hersteller das nicht ausdrücklich erlaubt.
3
Löschmittel bereitstellen
Gartenschlauch angeschlossen oder Eimer Wasser bzw. Feuerlöscher griffbereit stellen.
4
Anzünden
Mit Anzündern und trockenem Kleinholz entzünden, nie mit Brennflüssigkeiten. Nur trockenes, unbehandeltes Holz nachlegen; Funkenschutz auflegen, wenn vorhanden.
5
Beaufsichtigen
Eine erwachsene Person bleibt verantwortlich. Kinder und Haustiere auf Abstand halten. Bei Wind verkleinern oder löschen.
6
Löschen und Asche
Herunterbrennen lassen, mit Wasser löschen und umrühren. Abgekühlte Asche in einen Metallbehälter mit Deckel geben.
Häufige Fehler
×Feuerschale auf Holzterrasse oder unter Bäumen
×Brennspiritus oder Grillanzünder-Flüssigkeit nachgießen
×Gartenabfälle und Verpackungen verbrennen
×Warme Asche in die Mülltonne
×Feuer unbeaufsichtigt ausbrennen lassen
Grenzen und Risiken
–Kein Ersatz für örtliche Genehmigungen
–Nicht bei Trockenheit und Wind
Quellen
[1]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
https://smokeybear.com
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
Ein Feuer ist erst aus, wenn die Feuerstelle kalt ist. Mit viel Wasser übergießen, Glut und Asche umrühren, erneut wässern und mit dem Handrücken in sicherem Abstand prüfen, ob noch Wärme austritt. Zu heiß zum Anfassen heißt: zu heiß zum Verlassen.
Breitet sich ein Feuer in die Vegetation aus und lässt es sich nicht sofort löschen: alle Personen in Sicherheit bringen, quer zur Ausbreitung und weg vom Wind ausweichen und den Notruf wählen (112 in der EU).
Beim Übergießen entsteht heißer Dampf und Asche wird aufgewirbelt. Langsam gießen, Gesicht und Hände fernhalten.
Glut nur mit Erde zuzuschütten löscht sie nicht sicher: Sie kann darunter stundenlang weiterglimmen und später wieder aufflammen oder sich im Boden ausbreiten.
Material
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf) – Mehr als man denkt – mehrere Liter
Kleine Schaufel / Klappspaten(optional) – Oder ein stabiler Stock zum Umrühren
Schritte
1
Rechtzeitig beginnen
Mit dem Löschen beginnen, bevor man aufbrechen oder schlafen will. Kein Holz mehr nachlegen und das Feuer herunterbrennen lassen.
2
Ertränken
Langsam reichlich Wasser über die gesamte Glut und Asche gießen, auch an den Rändern, bis das Zischen aufhört.
3
Umrühren
Mit Stock oder Schaufel Glut, Asche und angekohlte Holzstücke umrühren. Holzreste abkratzen und einzeln wässern.
4
Erneut wässern
Noch einmal Wasser darübergeben und weiterrühren. Wiederholen, bis alles durchnässt ist.
5
Fühlen
Den Handrücken in sicherem Abstand über die Feuerstelle halten und vorsichtig annähern. Spürt man noch Wärme, weiter wässern und rühren. Erst verlassen, wenn alles kalt ist.
Nicht direkt in möglicherweise heiße Asche greifen.
6
Spuren beseitigen
Wo erlaubt und sinnvoll, kalte Asche verteilen, Steine zurücklegen und abgehobene Grasnarbe wieder einsetzen. In bestehenden Feuerstellen alles an Ort lassen.
Ertränken, umrühren, erneut wässern, fühlen – erst gehen, wenn alles kalt ist
Häufige Fehler
×Nur kurz Wasser drübergießen, ohne umzurühren
×Glut nur mit Erde zuschütten
×Weggehen, solange es noch qualmt oder warm ist
×Zu wenig Wasser einplanen
×Das Feuer ‚ausbrennen lassen‘ und gehen
Grenzen und Risiken
–Nur für kleine, kontrollierte Feuer – nicht für Brandbekämpfung
Quellen
[1]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
https://smokeybear.com
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
43 · Sicherheit und Recht · Fachliche Prüfung folgt
Kinder am Lagerfeuer: Regeln und Aufgaben
Kinder lieben Feuer, unterschätzen aber Hitze, Glut und heiße Gegenstände. Ein markierter Sicherheitskreis, feste Sitzplätze, kein Rennen und Toben in Feuernähe, eng anliegende Kleidung und eine Erwachsene oder ein Erwachsener, der immer verantwortlich ist, verhindern die meisten Unfälle. Altersgerechte Aufgaben – Holz sammeln, Löschwasser bereithalten, beim Löschen helfen – machen Kinder zu Beteiligten statt zu Zuschauern.
Niemals Spraydosen, Batterien, Glas, geschlossene Dosen oder Flaschen ins Feuer werfen – sie können platzen oder explodieren.
Weite Ärmel, offene Schals und offene lange Haare können Feuer fangen; Kunstfasern schmelzen auf der Haut. Haare zusammenbinden, eng anliegende Kleidung aus Baumwolle oder Wolle tragen.
Brennende Kleidung: stehen bleiben, auf den Boden legen, Gesicht mit den Händen schützen und rollen – mit Kindern üben, bevor es gebraucht wird.
Verbrennungen sofort mit kühlem, nicht eiskaltem, fließendem Wasser kühlen. Bei großen oder tiefen Verbrennungen, an Gesicht oder Händen und bei Kindern den Notruf wählen (112 in der EU).
Vor jedem Feuer die örtlichen Regeln und die aktuelle Waldbrandgefahr prüfen. Feuerverbote gelten immer – auch für Übungsfeuer und ‚kleine‘ Feuer.
Material
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf)
Stabile Äste / Stangen – Lange Stöcke für Stockbrot und Marshmallows
Schritte
1
Sicherheitskreis markieren
Um die Feuerstelle einen gut sichtbaren Kreis ziehen (Stöcke, Steine, Linie im Sand). Innerhalb des Kreises nur mit Erlaubnis.
2
Regeln erklären
Vor dem Anzünden: nicht rennen, nicht schubsen, nichts ins Feuer werfen, keine brennenden Stöcke herumschwenken, heiße Dinge nicht anfassen.
3
Feste Plätze
Sitzplätze mit sicherem Abstand festlegen, nicht in Windrichtung. Kleinkinder auf den Schoß oder in Armweite.
4
Stockbrot sicher
Lange Stöcke verwenden, über Glut statt Flammen garen und heiße Spitzen nach dem Essen sofort in den Löscheimer oder ins Feuer legen. Geschmolzener Zucker von Marshmallows ist sehr heiß.
5
Aufgaben geben
Holz nach Größen sortieren, Löschwasser bewachen, beim Löschen umrühren helfen – je nach Alter.
6
Gemeinsam löschen
Zum Abschluss zeigen, wie ein Feuer vollständig gelöscht wird, und die Feuerstelle erst verlassen, wenn alles kalt ist.
Häufige Fehler
×Aufsicht ‚nebenbei‘ beim Kochen oder Telefonieren
×Spielen im Feuerkreis
×Heiße Steine der Einfassung anfassen lassen
×Brandbeschleuniger, die Kinder nachahmen
×Feuerstelle mit Restglut verlassen
Grenzen und Risiken
–Regeln ersetzen keine Aufsicht
–Kleinkinder verstehen Regeln noch nicht zuverlässig
Quellen
[1]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
https://smokeybear.com
[2]
European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2021): European Resuscitation Council Guidelines 2021: First Aid
44 · Sicherheit und Recht · Fachliche Prüfung folgt
Feuerverbote, Gefahrenstufen und Feuer-Etikette
Ob ein Feuer erlaubt ist, hängt von Ort, Eigentum, Jahreszeit und aktueller Waldbrandgefahr ab – und die Regeln unterscheiden sich stark zwischen Ländern und Regionen. Dieser Überblick zeigt, wo man sich informiert (Behörden, Forstverwaltung, Gefahrenindizes, Schilder), welche Arten von Einschränkungen es typischerweise gibt und welche Etikette überall gilt: bestehende Feuerstellen nutzen, klein bleiben, nur erlaubtes Holz, nie unbeaufsichtigt, vollständig löschen, nichts zurücklassen.
Ein Feuerverbot gilt ohne Ausnahme – auch für kleine Feuer, Kocher mit offener Flamme (sofern nicht ausdrücklich erlaubt), Grills und Zigaretten. Die Strafen und Haftung bei verursachten Bränden können erheblich sein.
Gerät ein Feuer außer Kontrolle, nicht allein dagegen ankämpfen: sich und andere in Sicherheit bringen und sofort den Notruf wählen (112 in der EU).
Schritte
1
Informieren
Vor der Tour die zuständige Behörde, Forstverwaltung, Schutzgebietsverwaltung oder den Campingplatz befragen und den aktuellen Gefahrenindex prüfen (z. B. in Deutschland den Waldbrandgefahrenindex des DWD). Schilder vor Ort beachten.
2
Arten von Einschränkungen kennen
Typisch sind: Feuer nur an ausgewiesenen Stellen, Feuer nur mit Genehmigung oder des Grundeigentümers, saisonale Verbote, vollständige Verbote einschließlich Grills oder bestimmter Kocher. Die genauen Regeln vor Ort erfragen.
3
Bestehende Feuerstellen nutzen
Wo Feuer erlaubt ist, vorhandene Feuerstellen nutzen statt neue anzulegen.
4
Holz verantwortungsvoll
Nur liegendes Totholz sammeln, wo das erlaubt ist, keine lebenden Bäume beschädigen; vielerorts wird empfohlen, Brennholz aus der Region zu kaufen statt es über weite Strecken mitzubringen.
5
Spurlos verlassen
Feuer klein halten, nie unbeaufsichtigt lassen, vollständig löschen, keine Essensreste oder Verpackungen verbrennen und allen Müll mitnehmen.
Häufige Fehler
×Annehmen, dass ‚kleine‘ Feuer nicht unter das Verbot fallen
×Veraltete Informationen
×Neue Feuerstellen neben bestehenden anlegen
×Grüne Äste von Bäumen abbrechen
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keine Auskunft der zuständigen Stelle
Quellen
[1]
Deutscher Wetterdienst (DWD): Waldbrandgefahrenindex (WBI)
https://www.dwd.de
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
https://lnt.org
[3]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)