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Erste Hilfe und Gesundheit
Nur nach aktuellen Leitlinien, fachlich geprüft
SurviveBetter · Stand 2026-10-12 · 7 Einträge
Medizinische Inhalte werden ausschließlich nach Prüfung durch medizinische Fachleute anhand aktueller Leitlinien veröffentlicht. Im Notfall: Notruf wählen.
01 · Grundlagen und Notruf · Fachliche Prüfung folgt
Im Notfall: Eigenschutz, Notruf, Hilfe holen
Die ersten Minuten eines Notfalls folgen in Erste-Hilfe-Kursen immer derselben Reihenfolge: Situation überblicken, sich selbst und andere schützen, die lokale Notrufnummer wählen (in der EU 112), weitere Helfer und einen AED holen lassen und bei der betroffenen Person bleiben. Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
Eigenschutz geht vor: Bei Feuer, Rauch, Gasgeruch, Stromkontakt, fließendem Wasser oder fließendem Verkehr nicht in den Gefahrenbereich gehen. Ein verletzter Helfer kann niemandem mehr helfen.
Im Zweifel immer den Notruf wählen. Die Leitstelle entscheidet, welche Hilfe kommt, und leitet dich am Telefon an. Nicht auflegen, bevor die Leitstelle das Gespräch beendet.
Wenn vorhanden, Einmalhandschuhe tragen, besonders bei Kontakt mit Blut. Danach Hände waschen.
Material
Einmalhandschuhe(optional)
Erste-Hilfe-Set (Haushalt)(optional)
Stirnlampe / Taschenlampe(optional) – Bei Dunkelheit: sehen und gesehen werden
Schritte
1
Überblick verschaffen
Kurz innehalten: Was ist passiert? Wie viele Personen sind betroffen? Gibt es Gefahren für dich oder andere – Verkehr, Feuer, Strom, Gas, Wasser, Absturz?
2
Sichern
Gefahrenstelle absichern, soweit das ohne Eigengefährdung möglich ist, zum Beispiel mit Warnweste und Warndreieck im Straßenverkehr. Nur wenn die Person in akuter Gefahr ist und du sie ohne Eigengefährdung erreichst, aus dem Gefahrenbereich bringen.
Bei Strom, Gas, Feuer oder Hochwasser Abstand halten und die Einsatzkräfte informieren.
3
Notruf wählen
Lokale Notrufnummer wählen (in der EU 112) oder jemanden gezielt ansprechen: „Sie da, rufen Sie die 112!“ Ruhig sagen, wo du bist, was passiert ist und wie viele Betroffene es gibt. Lautsprecher einschalten, damit du die Hände frei hast, und auf Rückfragen warten.
4
AED und Helfer holen lassen
Wenn eine Person nicht ansprechbar ist, weitere Anwesende losschicken, einen AED (Defibrillator) zu holen. Viele öffentliche Gebäude, Bahnhöfe und Betriebe haben einen; die Leitstelle kann oft sagen, wo der nächste ist.
5
Person ansprechen und prüfen
Ansprechen, sanft an den Schultern berühren. Reagiert die Person nicht, Atmung prüfen und wie im Eintrag zur bewusstlosen Person vorgehen. Reagiert sie, nach Beschwerden fragen und Verletzungen ansehen.
6
Betreuen bis Hilfe kommt
Bei der Person bleiben, beruhigen, vor Kälte, Nässe oder Hitze schützen und Veränderungen beobachten. Ändert sich der Zustand, erneut die Leitstelle anrufen. Den Einsatzkräften kurz berichten, was passiert ist und was du getan hast.
Häufige Fehler
×Selbst in den Gefahrenbereich laufen
×Den Notruf hinauszögern, um erst „selbst etwas zu versuchen“
×Annehmen, dass schon jemand anderes angerufen hat
×Auflegen, bevor die Leitstelle fertig ist
×Die betroffene Person allein lassen
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs
–Keine Behandlungsanleitung – nur die ersten organisatorischen Schritte
–Notrufnummern außerhalb der EU vor Reisen prüfen
Quellen
[1]
European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2021): European Resuscitation Council Guidelines 2021: Basic Life Support
[2]
International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) – Global First Aid Reference Centre (2020): International First Aid, Resuscitation, and Education Guidelines 2020
[3]
European Commission: 112 – the European emergency number
Reagiert eine Person nicht, zählt jede Minute: laut ansprechen und an den Schultern berühren, Atemwege freimachen, Atmung prüfen. Atmet sie nicht normal, sofort die lokale Notrufnummer wählen (in der EU 112), einen AED holen lassen und mit der Wiederbelebung beginnen, wie die Leitstelle es anleitet. Atmet sie normal, in die stabile Seitenlage bringen. Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
Schnappatmung ist keine normale Atmung: Vereinzelte, langsame, schnappende oder geräuschvolle Atemzüge können in den ersten Minuten eines Herzstillstands auftreten. Im Zweifel wie bei fehlender Atmung handeln und die Leitstelle informieren.
Beim AED den Sprachanweisungen folgen. Während das Gerät analysiert oder einen Schock abgibt, darf niemand die Person berühren.
Mit der Wiederbelebung erst aufhören, wenn der Rettungsdienst übernimmt, die Person eindeutig wieder normal atmet oder du körperlich nicht mehr kannst. Wenn mehrere Helfer da sind, regelmäßig abwechseln.
Material
AED (automatisierter externer Defibrillator)(optional) – Wenn verfügbar, so schnell wie möglich holen lassen
Einmalhandschuhe(optional)
Schritte
1
Sicherheit prüfen
Prüfen, ob du gefahrlos zur Person gelangen kannst.
2
Ansprechen und berühren
Laut ansprechen („Hallo, hören Sie mich?“) und sanft an den Schultern berühren oder rütteln. Reagiert die Person nicht, laut um Hilfe rufen, damit andere aufmerksam werden.
3
Atemwege freimachen
Person auf den Rücken drehen, Kopf vorsichtig nach hinten neigen und das Kinn anheben.
4
Atmung prüfen
Höchstens etwa zehn Sekunden sehen, hören und fühlen, ob die Person normal atmet: Hebt und senkt sich der Brustkorb? Hörst oder spürst du Atem?
5
Notruf und AED
Atmet die Person nicht normal: sofort die lokale Notrufnummer wählen (in der EU 112), Lautsprecher einschalten und jemanden losschicken, einen AED zu holen. Bist du allein, zuerst den Notruf wählen.
6
Wiederbelebung nach Anleitung
Mit der Herzdruckmassage in der Mitte des Brustkorbs beginnen und dabei genau den Anweisungen der Leitstelle folgen. Wer im Kurs gelernt hat, Beatmung durchzuführen, und dazu bereit ist, kombiniert sie wie gelernt mit der Herzdruckmassage.
7
AED anschließen
Sobald der AED da ist: einschalten und den Sprach- und Bildanweisungen folgen. Die Herzdruckmassage nur unterbrechen, wenn das Gerät es verlangt.
8
Atmet normal: Seitenlage
Atmet die Person normal, aber reagiert nicht, in die stabile Seitenlage bringen, Notruf wählen und die Atmung fortlaufend kontrollieren. Hört sie auf, normal zu atmen, sofort zurück auf den Rücken und Wiederbelebung beginnen.
Häufige Fehler
×Schnappatmung für normale Atmung halten
×Zu lange nach einem Puls oder nach Atmung suchen
×Den Notruf verschieben
×Aus Angst vor Fehlern gar nicht anfangen
×Den AED nicht holen lassen, weil man denkt, er sei nur für Fachleute
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs mit praktischer Übung
–Bewusst ohne Angaben zu Drucktiefe, Frequenz oder Beatmungsverhältnis – diese werden im Kurs und von der Leitstelle vermittelt
–Leitlinien ändern sich; aktuelle Fassung prüfen
Quellen
[1]
European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2021): European Resuscitation Council Guidelines 2021: Basic Life Support
[2]
International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) – Global First Aid Reference Centre (2020): International First Aid, Resuscitation, and Education Guidelines 2020
03 · Grundlagen und Notruf · Fachliche Prüfung folgt
Stabile Seitenlage
Eine Person, die nicht reagiert, aber normal atmet, wird in die stabile Seitenlage gebracht: So bleiben die Atemwege frei, und Erbrochenes oder Blut kann aus dem Mund abfließen. Danach Notruf wählen (in der EU 112) und die Atmung fortlaufend kontrollieren. Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
Die Atmung kann sich jederzeit verschlechtern. Bleib bei der Person und prüfe die Atmung fortlaufend. Atmet sie nicht mehr normal, sofort auf den Rücken drehen, Leitstelle informieren und mit der Wiederbelebung beginnen.
Bei Verdacht auf Verletzungen von Kopf, Hals oder Wirbelsäule (z. B. nach Sturz oder Verkehrsunfall) die Person möglichst wenig bewegen und die Leitstelle fragen. Freie Atemwege haben aber immer Vorrang.
Material
Wolldecke / Bettdecke(optional) – Zum Zudecken und gegen Bodenkälte
Rettungsdecke(optional)
Schritte
1
Neben die Person knien
Neben der auf dem Rücken liegenden Person knien. Brille und sperrige Gegenstände aus den Taschen entfernen. Beine liegen gestreckt.
2
Nahen Arm abwinkeln
Den Arm auf deiner Seite im rechten Winkel zum Körper legen, Ellbogen gebeugt, Handfläche nach oben.
3
Fernen Arm an die Wange
Den anderen Arm über die Brust führen und den Handrücken an die dir zugewandte Wange legen. Die Hand dort festhalten.
4
Fernes Bein aufstellen
Mit der freien Hand das Bein auf der anderen Seite oberhalb des Knies fassen und anwinkeln, sodass der Fuß auf dem Boden bleibt.
5
Zu dir herüberrollen
Am aufgestellten Bein ziehen und die Person zu dir auf die Seite rollen, während die Hand an der Wange bleibt.
6
Lage stabilisieren
Das obere Bein so ausrichten, dass Hüfte und Knie etwa rechtwinklig gebeugt sind.
7
Kopf überstrecken, Mund nach unten
Kopf leicht nach hinten neigen, damit die Atemwege frei bleiben; die Hand unter der Wange so ausrichten, dass der Mund zum Boden zeigt und Flüssigkeit abfließen kann.
8
Zudecken, Notruf, überwachen
Zudecken, Notruf wählen (falls noch nicht geschehen) und die Atmung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes regelmäßig prüfen.
Häufige Fehler
×Person in Seitenlage legen, ohne vorher die Atmung zu prüfen
×Person allein lassen
×Kopf nach vorn auf die Brust sinken lassen
×Nicht zudecken – Auskühlung, besonders auf kaltem Boden
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs
–Bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung Leitstelle fragen
–Atmung muss weiter überwacht werden
Quellen
[1]
European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2021): European Resuscitation Council Guidelines 2021: First Aid
[2]
European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2021): European Resuscitation Council Guidelines 2021: Basic Life Support
Starke Blutungen können in wenigen Minuten lebensbedrohlich werden. Die wichtigste Laienmaßnahme ist fester, anhaltender Druck direkt auf die Wunde – mit einer Wundauflage, einem sauberen Tuch oder notfalls der behandschuhten Hand. Gleichzeitig Notruf wählen (in der EU 112). Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
Bei starker Blutung sofort den Notruf wählen oder wählen lassen (in der EU 112). Blässe, kalter Schweiß, Unruhe, Verwirrtheit oder zunehmende Schläfrigkeit sind Alarmzeichen.
Steckende Fremdkörper (z. B. Glas, Metall, Holz) nicht herausziehen – sie können eine Blutung verschließen. Rundherum polstern und Druck neben dem Fremdkörper ausüben.
Tourniquets (Abbindesysteme) werden in manchen Kursen für lebensbedrohliche Blutungen an Armen oder Beinen gelehrt, wenn direkter Druck nicht reicht. Nur mit entsprechender Ausbildung und einem dafür hergestellten Produkt anwenden, nicht improvisieren.
Kontakt mit fremdem Blut vermeiden: Handschuhe, notfalls eine Plastiktüte über der Hand. Danach Hände gründlich waschen.
Material
Einmalhandschuhe – Wenn vorhanden – Schutz vor Infektionen
Sterile Wundauflagen und Verbandmaterial – Ersatzweise ein sauberes Tuch
Baumwolltuch / T-Shirt(optional)
Erste-Hilfe-Set (Haushalt)(optional)
Rettungsdecke(optional)
Schritte
1
Selbst schützen
Einmalhandschuhe anziehen, wenn sofort verfügbar. Nicht lange suchen – bei starker Blutung zählt die Zeit.
2
Notruf
Notruf wählen oder jemanden gezielt damit beauftragen (in der EU 112). Lautsprecher einschalten.
3
Direkt auf die Wunde drücken
Eine Wundauflage oder ein sauberes Tuch direkt auf die blutende Stelle legen und mit der Hand fest drücken. Ist nichts zur Hand, die Person selbst oder deine behandschuhte Hand drücken lassen.
4
Druck halten
Den Druck ohne Unterbrechung halten. Blutet es durch, die erste Auflage liegen lassen, weiteres Material darauflegen und fester drücken.
5
Verband, wenn gelernt
Wer im Kurs gelernt hat, einen Druckverband anzulegen, kann ihn verwenden, um den Druck aufrechtzuerhalten. Danach prüfen, ob es weiter blutet, und gegebenenfalls erneut mit der Hand drücken.
6
Hinlegen und warm halten
Die Person hinlegen lassen, zudecken und vor Bodenkälte schützen. Beruhigen, bei ihr bleiben, nichts zu essen oder zu trinken geben und Veränderungen der Leitstelle melden.
Häufige Fehler
×Druck immer wieder lösen, um nachzusehen
×Durchgeblutete Auflagen entfernen
×Fremdkörper herausziehen
×Improvisiertes Abbinden mit Gürtel oder Schnur ohne Ausbildung
×Den Notruf erst wählen, wenn die Blutung nicht aufhört
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs
–Keine Wundversorgung, kein Verschließen von Wunden
–Tourniquets nur mit Ausbildung
–Innere Blutungen sind so nicht behandelbar – Rettungsdienst
Quellen
[1]
European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2021): European Resuscitation Council Guidelines 2021: First Aid
[2]
International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) – Global First Aid Reference Centre (2020): International First Aid, Resuscitation, and Education Guidelines 2020
Unterkühlung entwickelt sich oft schleichend – bei Kälte, aber auch bei Nässe und Wind an kühlen Tagen. Frühe Zeichen sind Zittern, Ungeschicklichkeit und nachlassende Konzentration; Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder aufhörendes Zittern bei weiter kalter Person sind Alarmzeichen. Vor weiterer Auskühlung schützen, isolieren, schonend behandeln und Notruf wählen (in der EU 112). Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
Verwirrtheit, undeutliche Sprache, starke Schläfrigkeit, Bewusstlosigkeit oder aufhörendes Zittern trotz Kälte deuten auf eine schwere Unterkühlung hin: sofort Notruf wählen (in der EU 112), Person sehr behutsam und möglichst liegend behandeln, nicht laufen lassen.
Kein Alkohol, kein Abreiben oder Massieren der Arme und Beine, keine heißen Bäder oder Duschen bei verwirrten oder schläfrigen Personen. Wärmequellen nie direkt auf die Haut legen – Verbrennungsgefahr, die Haut spürt Hitze schlecht.
Reagiert die Person nicht, Atmung sorgfältig prüfen – bei schwerer Unterkühlung kann sie sehr langsam und flach sein. Atmet sie nicht normal, wie bei einer bewusstlosen Person handeln und der Leitstelle folgen.
Material
Rettungsdecke – Als Wind- und Dampfsperre über der Isolation
Isomatte(optional) – Isolation gegen den Boden
Wolldecke / Bettdecke(optional)
Trockene Wechselkleidung(optional)
Doppelwandige Isolierflasche(optional) – Warmes, gesüßtes Getränk – nur für wache Personen
Schritte
1
Zeichen erkennen
Auf Zittern, kalte und blasse Haut, Ungeschicklichkeit, Stolpern, Teilnahmslosigkeit und nachlassende Konzentration achten. Verwirrtheit, undeutliche Sprache, Schläfrigkeit oder aufhörendes Zittern bei weiter kalter Person sind Alarmzeichen.
2
Hilfe rufen
Bei Alarmzeichen, Verletzung oder wenn die Person nicht selbst in die Wärme gelangen kann, sofort Notruf wählen (in der EU 112). Im Zweifel früh anrufen.
3
Vor Wind und Nässe schützen
In ein Gebäude, Fahrzeug oder an einen windgeschützten Ort bringen – bei schwerer Unterkühlung behutsam tragen statt laufen lassen.
4
Vom Boden isolieren
Isomatte, Rucksack, Kleidung oder Äste unter die Person legen. Der kalte Boden entzieht viel Wärme.
5
Nasse Kleidung ersetzen
Im Windschutz nasse Kleidung vorsichtig entfernen und durch trockene ersetzen, ohne die Person viel zu bewegen. Geht das nicht, die nasse Kleidung anlassen und außen gut einpacken.
6
Einpacken, Kopf bedecken
Mit Decken oder Schlafsack einhüllen, Kopf und Hals bedecken und außen eine Rettungsdecke oder Folie als Wind- und Dampfsperre anbringen.
7
Schonend Wärme zuführen
Wärmequellen wie in Tuch gewickelte Wärmflaschen oder Wärmepads an Brust, Achseln und Rücken legen, nie direkt auf die Haut. Ist die Person ganz wach und kann sicher schlucken, warme, gesüßte Getränke geben.
8
Beobachten und bleiben
Bei der Person bleiben, Bewusstsein und Atmung beobachten und Veränderungen der Leitstelle melden.
Häufige Fehler
×Frühe Zeichen wie Ungeschicklichkeit und Gereiztheit übersehen
×Die Person bei Alarmzeichen noch weiterlaufen lassen
×Arme und Beine abreiben oder massieren
×Alkohol „zum Aufwärmen“ geben
×Heiße Gegenstände direkt auf die Haut legen
×Isolation zum Boden vergessen
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs
–Keine Behandlung von Erfrierungen
–Schwere Unterkühlung gehört in die Klinik
–Keine Temperaturgrenzwerte – Einschätzung erfolgt nach Zeichen
Quellen
[1]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
[2]
International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) – Global First Aid Reference Centre (2020): International First Aid, Resuscitation, and Education Guidelines 2020
Hitzeerschöpfung und Hitzschlag erkennen und kühlen
Bei Hitze und Anstrengung kann der Körper überhitzen. Hitzeerschöpfung zeigt sich mit Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und starkem Schwitzen; Verwirrtheit, auffälliges Verhalten, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit deuten auf einen lebensbedrohlichen Hitzschlag hin. Dann sofort Notruf wählen (in der EU 112) und mit allen verfügbaren Mitteln kühlen. Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
Verwirrtheit, ungewöhnliches Verhalten, Taumeln, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit bei Hitze: Verdacht auf Hitzschlag – sofort Notruf wählen (in der EU 112) und sofort kühlen. Die Haut kann dabei heiß und trocken, aber auch noch schweißnass sein.
Nur wache Personen, die sicher schlucken können, trinken lassen. Bei Verwirrtheit, Erbrechen oder Bewusstseinsstörung nichts zu trinken geben.
Nie Kinder, ältere Menschen oder Tiere im geparkten Auto lassen – auch nicht kurz. Fahrzeuginnenräume heizen sich in der Sonne sehr schnell auf.
Material
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)(optional) – Wasser zum Trinken und zum Befeuchten der Haut
Baumwolltuch / T-Shirt(optional) – Nasse Tücher auf die Haut
Schritte
1
Anstrengung beenden
Aktivität sofort beenden und die Person in den Schatten oder einen kühlen Raum bringen.
2
Zustand einschätzen
Ist die Person wach, klar und orientiert? Bei Verwirrtheit, Verhaltensänderung, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit sofort Notruf wählen (in der EU 112).
3
Hinlegen, Kleidung lockern
Hinlegen lassen, überflüssige und enge Kleidung lockern oder ablegen.
4
Kühlen
Haut mit kühlem Wasser befeuchten und Luft zufächeln; nasse Tücher oder Kühlpacks (in Tuch gewickelt) an Hals, Achseln und Leisten legen. Beim Verdacht auf Hitzschlag ununterbrochen kühlen, bis der Rettungsdienst übernimmt – die Leitstelle kann weitere Anweisungen geben.
5
Trinken, wenn wach
Wache Personen in kleinen Schlucken Wasser oder ein Elektrolytgetränk trinken lassen.
6
Beobachten
Bessert sich eine Hitzeerschöpfung nicht rasch oder verschlechtert sich der Zustand, Notruf wählen. Bewusstlose Person mit normaler Atmung: stabile Seitenlage, weiter kühlen, Atmung kontrollieren.
Häufige Fehler
×Verwirrtheit als „nur erschöpft“ abtun
×Annehmen, dass ein Hitzschlag immer trockene Haut bedeutet
×Kühlen erst beginnen, wenn der Rettungsdienst da ist
×Bewusstseinsgestörten Personen Getränke einflößen
×Nach Besserung sofort wieder in die Hitze gehen
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs
–Keine Medikamentenempfehlungen
–Keine Temperaturgrenzwerte – Einschätzung nach Zeichen
–Kühlen im Wasser nur unter Aufsicht
Quellen
[1]
European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2021): European Resuscitation Council Guidelines 2021: First Aid
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Prevention and Treatment of Heat Illness: 2019 Update
[3]
World Health Organization: Heat and health (fact sheet)
07 · Vorsorge und Psyche · Fachliche Prüfung folgt
Erste-Hilfe-Set für Haushalt und Reise
Ein Erste-Hilfe-Set hilft nur, wenn es vollständig ist, schnell gefunden wird und jemand weiß, wie man den Inhalt benutzt. Kern sind Einmalhandschuhe, sterile Wundauflagen, Binden, Pflaster, Dreiecktuch, Schere und Rettungsdecke – ergänzt um persönliche Medikamente nach Absprache mit Arzt oder Apotheke. Das Set ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs und keinen Notruf.
Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
Medikamente im Set nur nach Absprache mit Arzt oder Apotheke, mit Beipackzettel und für die Person, für die sie bestimmt sind. Kinder dürfen keinen Zugang zu Medikamenten haben.
Sterile Materialien und Medikamente haben ein Ablaufdatum. Hitze im Auto und Feuchtigkeit verkürzen die Haltbarkeit.
In manchen Ländern ist ein Verbandkasten im Auto vorgeschrieben und sein Inhalt genormt. Lokale Vorschriften prüfen.
Material
Erste-Hilfe-Set (Haushalt)
Einmalhandschuhe
Sterile Wundauflagen und Verbandmaterial
Rettungsdecke
Medikamentenvorrat(optional) – Nur nach Absprache mit Arzt oder Apotheke
Dokumentenmappe (wasserdicht)(optional) – Notfallkontakte und medizinische Angaben
Pinzette, Sofort-Kühlkompresse, Händedesinfektionsmittel, Notizblock und Stift, Taschenlampe. Für die Beatmung, wer sie im Kurs gelernt hat: eine Beatmungshilfe.
3
Informationen beilegen
Karte mit Notrufnummern (lokale Notrufnummer, in der EU 112), Giftnotruf des eigenen Landes, Hausarzt und Notfallkontakten sowie eine Liste der Allergien und Dauermedikamente der Haushaltsmitglieder.
4
Persönliche Medikamente
Dauermedikamente und Mittel, die Ärzte für bestimmte Personen verordnet haben (zum Beispiel bei schweren Allergien), griffbereit halten. Was sonst ins Set gehört, mit Arzt oder Apotheke besprechen.
5
Aufbewahren
Trocken, kühl, für Erwachsene schnell erreichbar, für Kinder Medikamente unerreichbar. Jeder im Haushalt weiß, wo das Set ist.
6
Prüfen und auffüllen
Nach jeder Benutzung auffüllen und mindestens einmal im Jahr Ablaufdaten und Vollständigkeit prüfen.
7
Kurs besuchen
Einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen und regelmäßig auffrischen – erst dann wird das Set wirklich nützlich.
Häufige Fehler
×Set im Keller oder hinten im Schrank vergessen
×Nach Benutzung nicht auffüllen
×Abgelaufene Medikamente verwenden
×Viele Spezialprodukte kaufen, aber keinen Kurs besuchen
×Keine Handschuhe einpacken
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs und keine ärztliche Beratung
–Keine Medikamentenempfehlungen oder Dosierungen
–Gesetzliche Vorgaben für Fahrzeuge regional prüfen
Quellen
[1]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
https://www.bbk.bund.de
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Build A Kit