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Knoten und Seiltechnik
Binden, befestigen, sichern
SurviveBetter · Stand 2026-10-12 · 51 Einträge
Jeder Knoten hat eine Aufgabe und Grenzen. Das Knot Lab zeigt den Seilverlauf Schritt für Schritt – loses Ende in Orange, stehender Part in Sandstein.
01 · Grundbegriffe und Seilkunde · Fachliche Prüfung folgt
Knotenkunde: Grundbegriffe
Wer Knotenanleitungen lesen will, braucht ein knappes, genaues Vokabular: stehender Part, loses Ende, Bucht, Auge, Schlag. Diese Seite definiert die Begriffe, die in allen Knotenartikeln des Atlas verwendet werden.
Material
Seil
Paracord(optional)
Schritte
1
Teile des Seils benennen
Das lose Ende (Arbeitsende) ist der Teil, mit dem geknotet wird. Der stehende Part ist der übrige, meist belastete Teil des Seils. In den Diagrammen des Atlas ist das lose Ende orange, der stehende Part sandfarben.
2
Bucht und Auge unterscheiden
Eine Bucht ist ein U-förmig zurückgelegtes Seilstück, dessen Schenkel sich nicht kreuzen. Ein Auge (Schlaufe) entsteht, wenn sich die Schenkel kreuzen. Liegt das lose Ende dabei oben, spricht man von einem Überhand-Auge, liegt es unten, von einem Unterhand-Auge.
3
Schlag und Rundtörn
Ein Schlag (Törn) führt das Seil einmal um einen Gegenstand. Ein Rundtörn umrundet ihn vollständig, sodass das Seil anderthalbmal anliegt; er verteilt Last und Reibung besser als ein einfacher Schlag.
4
Legen, Ordnen, Festziehen
Nach dem Legen wird der Knoten geordnet (Windungen liegen parallel, nichts ist verdreht) und dann gleichmäßig an allen Enden festgezogen. Ein ungeordneter Knoten kann sich verformen, schlechter halten oder sich lösen.
Häufige Fehler
×Stehenden Part und loses Ende verwechseln, sodass der Knoten spiegelverkehrt oder falsch entsteht
×Bucht und Auge gleichsetzen – viele Anleitungen hängen genau an diesem Unterschied
Grenzen und Risiken
–Namen sind regional unterschiedlich; maßgeblich ist die beschriebene Seilführung.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
02 · Grundbegriffe und Seilkunde · Fachliche Prüfung folgt
Seilmaterialien und Seilpflege
Wie gut ein Knoten hält, hängt ebenso vom Seil ab wie vom Knoten selbst. Diese Seite ordnet gängige Faserarten und Seilkonstruktionen ein und erklärt, was Seile schwächt.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Seile unbekannter Herkunft, mit Schnitt-, Scheuer- oder Schmelzstellen, nach Chemikalienkontakt oder nach langer Sonneneinstrahlung können deutlich schwächer sein, als sie aussehen.
Material
Seil
Paracord
Dünne Schnur
Schritte
1
Seil vor Gebrauch prüfen
Lasse das Seil durch die Hände laufen und achte auf Schnitte, harte oder glasige Stellen, Verdickungen, freiliegenden Kern und starke Verfärbung. Beschädigte Abschnitte nicht für tragende Aufgaben verwenden.
2
Enden sichern
Ungesicherte Enden dröseln auf. Wickle Klebeband oder dünnes Garn (Takling) um das Ende. Kunstfaserseil kann zusätzlich vorsichtig angeschmolzen werden – nur mit Abstand zu Haut und brennbarem Material, geschmolzener Kunststoff verursacht schwere Verbrennungen.
3
Trocken und dunkel lagern
Seile trocken, sauber, locker aufgeschossen und vor Sonne, Hitze und Chemikalien (Batteriesäure, Lösungsmittel, Kraftstoff) geschützt lagern.
Häufige Fehler
×Davon ausgehen, dass jeder Knoten in jedem Seil gleich gut hält
×Seil über scharfe Kanten führen, ohne es zu schützen
×Kunstfaserseil schnell über ein anderes Seil oder einen Ast ziehen – Reibungswärme kann es anschmelzen
Grenzen und Risiken
–Diese Übersicht ersetzt keine Herstellerangaben und keine Normprüfung.
–Festigkeitswerte werden bewusst nicht genannt, da sie stark von Produkt und Zustand abhängen.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
03 · Grundbegriffe und Seilkunde · Fachliche Prüfung folgt
Takling (Seilende umwickeln)
Ein Seilende wird mit dünnem Garn fest umwickelt, damit es nicht aufdreht oder ausfranst. Funktioniert mit jedem Seilmaterial, auch dort, wo Verschmelzen nicht möglich ist.
Wer Kunstfaserenden stattdessen verschmilzt: Geschmolzener Kunststoff ist sehr heiß und klebt an der Haut, die Dämpfe nicht einatmen. Im Freien arbeiten.
Material
Seil
Dünne Schnur
Schritte
1
Garnbucht anlegen
Lege eine lange Bucht aus Garn entlang des Seilendes, die Bucht zeigt zum Ende.
2
Straff wickeln
Wickle das Garn vom Seil weg in Richtung Ende straff um Seil und Bucht, Windung neben Windung, bis ein Band entsteht, das etwa so breit ist wie das Seil dick ist oder etwas breiter. Die Spitze der Bucht bleibt frei.
3
Ende durch die Bucht
Stecke das Wickelende durch die freie Bucht.
4
Bucht unter die Wicklung ziehen
Ziehe am anderen Garnende, bis die Bucht etwa zur Mitte unter die Wicklungen gezogen ist. Beide Garnenden knapp abschneiden.
Häufige Fehler
×Locker wickeln – dann rutscht der Takling ab
×Bucht ganz durchziehen, sodass sich alles löst
×Zu dickes Garn
Grenzen und Risiken
–Der einfache Takling kann bei viel Abrieb abrutschen; dann erneuern.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
04 · Grundbegriffe und Seilkunde · Fachliche Prüfung folgt
Seil aufnehmen und lagern (Schmetterlingsmethode)
Ein Seil wird in Buchten abwechselnd links und rechts über die Hand oder den Nacken gelegt und mit den Enden abgebunden. Das ergibt ein flaches Bündel, das kaum verdreht und sich ohne Knäuel wieder ausgeben lässt – plus Hinweise zur Lagerung.
Seile trocken, dunkel und fern von Chemikalien (z. B. Batteriesäure, Lösungsmittel, Kraftstoff) lagern. Seile, die mit Chemikalien in Berührung gekommen sind, nicht mehr für tragende Zwecke verwenden.
Material
Seil
Schritte
1
Anfang
Nimm beide Seilenden zusammen (Seil doppelt) oder ein Ende und lass etwa zwei Armlängen frei.
2
Buchten abwechselnd legen
Lege das Seil in armlangen Buchten abwechselnd links und rechts über die Hand oder den Nacken, bis nur noch wenig Seil übrig ist.
3
Mitte umwickeln
Nimm das Bündel ab und wickle die freien Enden mehrmals straff um die Mitte.
4
Sichern
Schiebe eine Bucht der Enden oben durch das Bündel und stecke die Enden durch diese Bucht; festziehen. Die langen Enden können zum Umbinden um den Körper oder Rucksack dienen.
Häufige Fehler
×In Kreisen statt in Buchten aufnehmen – das erzeugt Drall und Knäuel
×Enden zu kurz zum Abbinden
×Nasses Seil aufgenommen lagern
Grenzen und Risiken
–Lagerung verlängert die Lebensdauer, ersetzt aber keine Prüfung vor dem Gebrauch.
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
05 · Grundbegriffe und Seilkunde · Fachliche Prüfung folgt
Kettenmethode (Luftmaschenkette, Chain Sinnet)
Ein langes Seil wird mit einer Folge von Schlaufen, die ineinander gezogen werden, zu einer kurzen, dicken Kette verkürzt. Verheddert sich nicht, lässt sich sekundenschnell wieder ausziehen und eignet sich zum Lagern und Transportieren von Leinen.
Die Kette ist eine Aufbewahrungsform. Unter Last kann sie sich ungleichmäßig zusammenziehen; zum Tragen von Last das Seil vorher ausziehen.
Material
Seil
Paracord(optional)
Schritte
1
Anfangsschlaufe
Binde nahe einem Ende eine Schlaufe auf Slip.
2
Bucht durchziehen
Greife durch die Schlaufe, fasse das Seil dahinter und ziehe eine neue Bucht hindurch.
3
Wiederholen
Wiederhole das immer mit der neuesten Schlaufe, bis das Seil kurz genug ist. Gleich große Schlaufen ergeben eine ordentliche Kette.
4
Sichern
Stecke das Ende durch die letzte Schlaufe und ziehe leicht an. Zum Lösen Ende herausziehen und am Seil ziehen.
Häufige Fehler
×Letzte Schlaufe nicht sichern – die Kette läuft von selbst auf
×Schlaufen sehr ungleich groß
×Bucht von der falschen Seite durchziehen, sodass sich Knoten bilden
Grenzen und Risiken
–Aufbewahrungs- und Verkürzungsform, kein tragender Knoten.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
06 · Stopper und Grundknoten · Fachliche Prüfung folgt
Überhandknoten
Der einfachste Knoten überhaupt: ein Auge, durch das das Ende einmal gesteckt wird. Er dient als Stopper am Seilende und ist Grundbaustein vieler anderer Knoten.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Dünne Schnur(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Stehenden Part auslegen
Lege den stehenden Part (sandfarben) waagerecht hin, er kommt von links.
2
Auge bilden
Führe das lose Ende (orange) nach rechts weiter, biege es nach oben und über die Oberseite zurück nach links. Führe es dann nach unten und unter dem stehenden Part hindurch – es entsteht ein Auge.
3
Ende ins Auge führen
Führe das Ende unten herum und wieder nach oben, dabei ÜBER den stehenden Part hinweg in das Auge hinein.
4
Ende herausführen
Führe das Ende aus dem Auge heraus, indem es UNTER der rechten Seite des Auges hindurchläuft, und lege es nach rechts aus.
5
Ordnen und festziehen
Ordne den Knoten so, dass nichts verdreht ist, und ziehe ihn durch gleichmäßigen Zug an stehendem Part und Ende fest. Lass ein Ende von mindestens einigen Seildurchmessern Länge überstehen.
Häufige Fehler
×Ende zu kurz abschneiden, sodass es unter Zug herausrutscht
×Knoten in dickem Seil verwenden, wo er durch eine große Öse passt
×Nach starker Belastung versuchen, ihn mit Gewalt zu lösen, statt ihn erst zu lockern
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keine fachgerechte Endsicherung (Takling) bei dauerhaftem Gebrauch.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
07 · Stopper und Grundknoten · Fachliche Prüfung folgt
Achterknoten
Ein Stopperknoten in Form einer Acht. Er ist dicker als der Überhandknoten, leicht auf Richtigkeit zu prüfen und lässt sich nach Belastung meist wieder lösen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Stehenden Part auslegen
Lege den stehenden Part (sandfarben) aus, er kommt von links.
2
Auge bilden
Führe das lose Ende (orange) nach rechts weiter, dann in einem Bogen nach oben und zurück nach links. Lass es nach unten laufen und ÜBER den stehenden Part kreuzen – es entsteht ein Auge.
3
Um den stehenden Part führen
Führe das Ende nach unten, links herum und wieder nach oben, dabei UNTER (hinter) dem stehenden Part hindurch. Das Ende umrundet so den stehenden Part.
4
Durch das Auge stecken
Führe das Ende nach rechts, kreuze dabei ÜBER die linke Seite des Auges in das Auge hinein und führe es dann nach unten UNTER dem stehenden Part hindurch – also durch das Auge.
5
Ende herausführen
Führe das Ende nach rechts aus dem Knoten heraus.
6
Ordnen und festziehen
Ordne den Knoten, bis die Acht klar erkennbar ist und keine Windung verdreht liegt, dann ziehe stehenden Part und Ende gleichmäßig fest. Lass ein ausreichend langes Ende überstehen.
Häufige Fehler
×Nur einen Überhandknoten legen, weil die Runde um den stehenden Part fehlt
×Knoten nicht festziehen – ein lockerer Achter kann sich in glatter Schnur lösen
×Zu kurzes Ende
Grenzen und Risiken
–Als Stopper gedacht; die Schlaufenvarianten für Personensicherung gehören in eine fachliche Ausbildung.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
08 · Stopper und Grundknoten · Fachliche Prüfung folgt
Doppelter Überhandknoten
Ein Überhandknoten, bei dem das Ende ein zweites Mal durch das Auge gesteckt wird. Ergibt einen dickeren, festeren Stopper als der einfache Überhandknoten, lässt sich nach Belastung aber nur schwer lösen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Dünne Schnur(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Auge legen
Lege nahe dem Ende ein Auge, wie für einen Überhandknoten.
2
Zweimal durchstecken
Stecke das Ende durch das Auge und führe es ein zweites Mal herum und erneut durch dasselbe Auge.
3
Ordnen und festziehen
Ziehe langsam an beiden Seiten. Die zwei Windungen sollen sich sauber umeinander legen; erst dann fest anziehen.
Häufige Fehler
×Zu schnell festziehen, sodass die Windungen verdreht und ungeordnet liegen
×Ende zu kurz abschneiden
Grenzen und Risiken
–Verhindert Durchrutschen nur, wenn die Öffnung deutlich kleiner als der Knoten ist.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
09 · Stopper und Grundknoten · Fachliche Prüfung folgt
Stauerknoten (Stevedore-Knoten)
Ein Achterknoten mit einer zusätzlichen Windung um den stehenden Part. Er ist etwas dicker als der Achterknoten und lässt sich trotzdem meist gut wieder lösen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Auge legen
Lege nahe dem Ende ein Auge, sodass das Ende über den stehenden Part kreuzt.
2
Zweimal um den stehenden Part
Führe das Ende hinter dem stehenden Part herum und noch ein zweites Mal ganz herum, sodass zwei Windungen nebeneinander liegen.
3
Durch das erste Auge stecken
Stecke das Ende von vorn durch das zuerst gelegte Auge.
4
Ordnen und festziehen
Windungen ordnen, dann an Ende und stehendem Part festziehen.
Häufige Fehler
×Durch das falsche Auge stecken, sodass der Knoten beim Festziehen zerfällt
×Windungen verdreht festziehen
Grenzen und Risiken
–Nur ein Stopper – trägt keine Last als Verbindung oder Schlaufe.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
10 · Stopper und Grundknoten · Fachliche Prüfung folgt
Überhandknoten auf Slip (Slipknoten)
Ein Überhandknoten, bei dem statt des Endes eine Bucht durchgesteckt wird. Ein Zug am Ende löst ihn sofort. Ideal für alles, was schnell wieder geöffnet werden soll – nicht für Last, die sicher halten muss.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Eine zuziehende Schlinge (laufende Schlinge) nie um Hals oder Gliedmaßen von Menschen oder Tieren legen – auch nicht im Spiel.
Material
Seil
Dünne Schnur(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Auge legen
Lege ein Auge wie für einen Überhandknoten.
2
Bucht durchstecken
Lege das Ende zu einer kleinen Bucht und stecke nur diese Bucht durch das Auge; das eigentliche Ende bleibt außerhalb.
3
Festziehen
Ziehe an Bucht und stehendem Part fest.
4
Lösen
Zum Öffnen am losen Ende ziehen.
Häufige Fehler
×Das Ende statt einer Bucht durchstecken – dann ist es ein normaler Überhandknoten
×Am falschen Strang ziehen, sodass sich statt des Knotens eine Schlinge zuzieht
Grenzen und Risiken
–Nur für leichte, unkritische Zwecke.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
11 · Stopper und Grundknoten · Fachliche Prüfung folgt
Ashley-Stopperknoten
Ein dicker, runder Stopperknoten mit drei Wülsten, benannt nach Clifford Ashley. Er ist deutlich dicker als ein Achterknoten und eignet sich, wenn ein Seilende nicht durch eine größere Öse oder ein Loch rutschen soll.
Die Schrittfolge dieses Knotens ist noch nicht fachlich geprüft. Knoten nach dem Binden immer mit einer zuverlässigen Abbildung oder einer erfahrenen Person vergleichen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Schritte
1
Auge legen
Lege nahe dem Ende ein Auge, indem du das Ende hinter den stehenden Part führst.
2
Bucht des stehenden Parts durchziehen
Ziehe eine kleine Bucht des stehenden Parts durch das Auge. Es entsteht eine Schlinge auf Slip, die sich schließt, wenn am stehenden Part gezogen wird.
3
Ende durch die Bucht
Stecke das kurze Ende durch diese Bucht.
4
Festziehen und prüfen
Ziehe am stehenden Part, bis sich die Bucht fest um das Ende legt. Der fertige Knoten zeigt drei runde Wülste; das Ende ragt mittig heraus.
Häufige Fehler
×Bucht aus dem Ende statt aus dem stehenden Part ziehen – dann schließt sich nichts um das Ende
×Ende zu kurz lassen
×Vor dem Festziehen nicht ordnen
Grenzen und Risiken
–Bei sehr großen Öffnungen hilft nur ein Knebel oder eine Unterlegscheibe.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
12 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Webeleinstek
Zwei Schläge um einen Pfahl oder Ast, die sich gegenseitig klemmen. Schnell gelegt, leicht nachzustellen und leicht zu lösen – aber er kann rutschen oder sich bei wechselnder Last von selbst lösen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Der Webeleinstek kann rutschen oder sich durch Rollen um den Gegenstand selbst lösen, besonders bei wechselnder Last. Für alles, was nicht herunterfallen oder wegfliegen darf, mit ein bis zwei halben Schlägen sichern.
Material
Seil
Paracord(optional)
Stabile Äste / Stangen(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Ersten Schlag legen
Führe das lose Ende einmal um den Pfahl oder Ast herum.
2
Über den stehenden Part kreuzen
Führe das Ende schräg über den stehenden Part, sodass eine diagonale Kreuzung entsteht, und lege einen zweiten Schlag in derselben Richtung neben den ersten.
3
Ende unter den zweiten Schlag stecken
Stecke das Ende unter dem zweiten Schlag hindurch, sodass es zwischen den beiden Schlägen in Gegenrichtung zum stehenden Part austritt. Beide Enden laufen nun unter dem X heraus.
4
Festziehen
Ziehe gleichzeitig an Ende und stehendem Part, bis beide Schläge fest am Gegenstand anliegen.
5
Bei Bedarf sichern
Bei wechselnder Last mit dem Ende ein bis zwei halbe Schläge um den stehenden Part legen.
Häufige Fehler
×Zweiten Schlag in Gegenrichtung legen – dann entsteht kein Webeleinstek, sondern ein Kuhstek
×Ohne Sicherung an flatternden Leinen verwenden
×Ende zu kurz lassen
Grenzen und Risiken
–Nicht als alleinige Befestigung für Lasten, die nicht herabfallen dürfen.
–Haltekraft hängt stark vom Durchmesser und der Oberfläche des Gegenstands ab.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
13 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Zwei halbe Schläge
Das Seil wird um einen Gegenstand geführt und mit zwei gleichsinnigen halben Schlägen am eigenen stehenden Part befestigt. Mit einem Rundtörn davor ist er eine der vielseitigsten Befestigungen für Pfahl, Ring oder Baum.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Um den Gegenstand führen
Führe das lose Ende um den Gegenstand – einmal (Schlag) oder, für mehr Halt, zweimal (Rundtörn).
2
Ersten halben Schlag legen
Führe das Ende über den stehenden Part, dahinter herum und durch das so entstandene Auge zurück.
3
Zweiten halben Schlag in gleicher Richtung
Lege einen zweiten halben Schlag in derselben Drehrichtung neben dem ersten, weiter vom Gegenstand entfernt. Richtig gelegt bilden beide einen Webeleinstek um den stehenden Part.
4
Zusammenschieben und festziehen
Schiebe die Schläge zum Gegenstand hin und ziehe das Ende fest. Lass ein ausreichend langes Ende überstehen.
Häufige Fehler
×Zweiten Schlag in Gegenrichtung legen (ergibt einen Kuhstek um den stehenden Part, der eher rutscht)
×Nur einen halben Schlag legen
×Ohne Rundtörn an glatten Gegenständen unter hoher Last verwenden
Grenzen und Risiken
–Nicht für Personen oder Hebevorgänge.
–Spannung muss vor dem Knoten eingestellt werden.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
14 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Spannknoten (Zeltspannknoten)
Ein verschiebbarer Klemmknoten am eigenen stehenden Part, mit dem sich die Spannung einer Abspannleine nachstellen lässt. In griffiger Schnur hält er unter Zug, in glatter oder steifer Kunstfaserschnur kann er rutschen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
In glatter oder steifer moderner Schnur kann der Spannknoten unter Last durchrutschen. Vorher mit dem tatsächlich verwendeten Seil testen; bei Bedarf eine zusätzliche Windung legen.
Material
Paracord
Seil(optional)
Heringe(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Um den Anker führen
Führe das lose Ende um den Hering, Pfahl oder Ast und auf der anderen Seite wieder nach oben, neben den stehenden Part. So entsteht eine Schlaufe zum Anker.
2
Zwei Windungen innerhalb der Schlaufe
Lege mit dem Ende zwei Windungen um den stehenden Part: Führe es vorn über den stehenden Part und hinten wieder zurück, und das zweimal. Jede Windung liegt ein Stück näher am Anker, also innerhalb der Schlaufe.
3
Eine Windung außerhalb
Führe das Ende außen an den beiden Windungen vorbei wieder nach oben. Dabei läuft es über den Strang, der in die erste Windung führt. Lege oberhalb der beiden Windungen, also auf der vom Anker abgewandten Seite, eine weitere Windung in derselben Richtung: vorn über den stehenden Part und hinten zurück. Stecke das Ende zum Schluss unter seinem eigenen, gerade hochgeführten Strang hindurch (halber Schlag).
4
Ordnen und festziehen
Ordne die Windungen, sodass sie dicht und parallel liegen, und ziehe sie fest.
5
Spannung einstellen
Schiebe den Knoten am stehenden Part vom Anker weg, um die Leine zu spannen, oder zum Anker hin, um sie zu lockern. Danach belasten und prüfen, ob er hält.
Rutscht der Knoten, eine zusätzliche Windung innerhalb der Schlaufe legen oder eine andere Schnur verwenden.
Häufige Fehler
×Die äußere Windung auf der falschen Seite legen – der Knoten klemmt dann nicht
×Windungen locker oder überkreuzt lassen
×Sich ohne Test auf den Knoten in glatter Schnur verlassen
Grenzen und Risiken
–Nur für leichte bis mäßige Abspannlasten gedacht.
–Halt hängt stark von Schnurmaterial und Durchmesser ab.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
15 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Zimmermannsstek
Ein Befestigungsknoten für Stämme, Pfähle und Bündel: Das Ende wird um seinen eigenen Part gewickelt und klemmt sich unter Zug fest. Ohne Zug fällt er praktisch von selbst auseinander.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Beim Ziehen von Stämmen nie zwischen Last und Hindernis oder hangabwärts der Last stehen. Rutschende oder rollende Stämme können schwer verletzen.
Material
Seil
Stabile Äste / Stangen(optional)
Trockenes Brennholz(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Um den Gegenstand
Führe das Ende um den Stamm oder das Bündel.
2
Um den stehenden Part
Führe das Ende um den stehenden Part herum zurück zum Gegenstand.
3
Ende um den eigenen Part wickeln
Wickle das Ende mehrmals um den Teil des Seils, der um den Gegenstand läuft. Mindestens drei Wicklungen; bei glattem Seil mehr.
4
Anziehen
Ziehe am stehenden Part, bis sich die Schlaufe fest um den Gegenstand legt.
Häufige Fehler
×Zu wenige Wicklungen
×Wicklungen gegen die Drehrichtung des Seils legen, sodass sie sich öffnen
×Als Dauerbefestigung ohne Zug verwenden
Grenzen und Risiken
–Nicht für Lasten, die zeitweise entlastet werden und dann wieder Zug bekommen.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
16 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Kuhstek (Ankerstich)
Eine Bucht um einen Gegenstand, durch die beide Stränge gezogen werden – oder umgekehrt eine Schlinge durch sich selbst. Sehr schnell, um eine Schlaufe oder ein Band an einem Ring, Ast oder Griff zu befestigen; bei ungleichem Zug rutscht er.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Band (Schlauchband)(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Bucht um den Gegenstand
Führe eine Bucht hinter dem Gegenstand herum nach vorn.
2
Stränge durch die Bucht
Ziehe beide Stränge (oder die ganze Schlinge) durch die Bucht.
3
Festziehen
Ziehe an beiden Strängen gleichmäßig, bis die Bucht fest anliegt.
Häufige Fehler
×Mit dem Webeleinstek verwechseln – beim Kuhstek laufen die beiden Schläge in Gegenrichtung
×Nur einen Strang belasten
Grenzen und Risiken
–Bei Bandschlingen im Bergsport gelten besondere Regeln, die hier nicht gelehrt werden.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
[3]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
17 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Würgeknoten (Constrictor)
Ein Bindeknoten, der sich extrem fest um einen Gegenstand zieht: Sackhälse, Bündel, Schlauchenden oder ein Seilende vor dem Abschneiden. Oft so fest, dass er nur noch aufgeschnitten werden kann.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Zum Lösen wird der Knoten oft aufgeschnitten. Messer vom Körper weg führen und den Schnitt auf dem diagonal liegenden Schlag ansetzen, damit der Gegenstand darunter nicht verletzt wird.
Material
Dünne Schnur
Paracord(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Ersten Schlag legen
Lege das Seil vorn über den Gegenstand, führe das Ende hinten herum und unterhalb des stehenden Parts wieder nach vorn.
2
Diagonal kreuzen und zweiter Schlag
Führe das Ende schräg nach oben vorn über den stehenden Part und ein zweites Mal um den Gegenstand – oberhalb der ersten Windung, wie beim Webeleinstek. Das schräge Stück vorn ist die Diagonale.
3
Unter die Kreuzung stecken
Führe das Ende vorn schräg nach unten und stecke es unter der Diagonale hindurch – und gleich danach auch unter dem stehenden Part, also unter der Kreuzung durch. Es kommt neben dem stehenden Part auf der anderen Seite heraus. Unter der Diagonale liegt nun ein Überhandknoten aus Ende und stehendem Part.
4
Kräftig anziehen
Ziehe beide Enden kräftig an. Enden kurz abschneiden, wenn der Knoten dauerhaft bleiben soll.
Häufige Fehler
×Ende nur unter der Diagonale durchstecken, nicht auch unter dem stehenden Part – dann ist es ein Webeleinstek
×Auf flachen Gegenständen verwenden und auf Festigkeit vertrauen
Grenzen und Risiken
–Kein Ersatz für Schlauchschellen bei unter Druck stehenden Leitungen.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
18 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Fuhrmannsknoten (Trucker's Hitch)
Ein Spannsystem aus Seil: Eine Schlaufe im stehenden Part wirkt als Umlenkrolle, sodass eine Leine sehr straff gezogen und dann gesichert werden kann. Für Firstleinen, Planen und Gepäck – nicht als Ersatz für zugelassene Ladungssicherung.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Ein unter starker Spannung reißendes Seil oder ein ausbrechender Anker kann zurückschnellen. Nicht in der Verlängerung einer stark gespannten Leine stehen und Augen schützen.
Seil auf Seil erzeugt Reibung und Hitze. Bei häufigem Spannen verschleißt die Schlaufe; regelmäßig kontrollieren.
Material
Seil
Paracord(optional)
Karabiner (Zubehör, kein Sicherungsgerät)(optional) – Statt der Seilschlaufe als reibungsärmere Umlenkung (Zubehörkarabiner)
Schritte
1
Ein Ende befestigen
Befestige das eine Ende der Leine am ersten Punkt, z. B. mit Palstek oder Rundtörn mit zwei halben Schlägen.
2
Schlaufe im stehenden Part
Lege in der Leine, etwa eine Armlänge vor dem zweiten Anker, eine feste Schlaufe – zuverlässig mit Schmetterlingsknoten oder Achterschlaufe. Eine einfache Slip-Schlaufe geht schneller, kann aber kentern oder verklemmen.
3
Um den Anker und zurück durch die Schlaufe
Führe das Ende um den zweiten Anker (Baum, Haken, Öse) und zurück durch die Schlaufe.
4
Spannen
Ziehe am Ende in Richtung Anker, bis die Leine straff ist. Mit einer Hand die Spannung an der Schlaufe festhalten.
5
Sichern
Sichere mit zwei halben Schlägen um beide Stränge unterhalb der Schlaufe. Mit einer Bucht beim letzten Schlag (auf Slip) lässt er sich später schnell lösen.
Häufige Fehler
×Schlaufe mit einem Knoten bilden, der unter Last kentert oder zerfällt
×Schlaufe zu nah am Anker, sodass kein Spannweg bleibt
×Mit dünner Schnur sehr hohe Spannung erzeugen und Anker oder Schnur überlasten
Grenzen und Risiken
–Kein Ersatz für zugelassene Zurrgurte im Straßenverkehr.
–Die Flaschenzugwirkung wird durch Reibung stark gemindert.
Quellen
[1]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
[2]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
19 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Prusikknoten
Ein Klemmknoten: Eine Schlinge aus dünnerer Reepschnur wird mehrfach um ein dickeres Seil gelegt. Unbelastet lässt er sich verschieben, belastet klemmt er in beide Richtungen. Im Lager praktisch als verschiebbarer Aufhängepunkt an einer Firstleine. Klettern und Rettung nur mit Ausbildung.
Dieser Knoten wird auch beim Klettern und in der Bergrettung verwendet. Diese Seite ersetzt keine Ausbildung. Lebenssichernd nur nach praktischer Ausbildung durch qualifizierte Ausbilder, mit normgerechter Ausrüstung und mit Kontrolle durch eine zweite, ausgebildete Person (Partnercheck). Ein falsch gelegter oder schlecht kontrollierter Knoten kann tödliche Folgen haben.
Wie gut ein Klemmknoten greift, hängt von Durchmesserverhältnis, Material, Nässe und Anzahl der Windungen ab. Vor jedem Einsatz mit dem tatsächlich verwendeten Material testen. Hitze durch Rutschen kann Kunstfasern schmelzen.
Material
Reepschnur
Seil
Schritte
1
Geschlossene Schlinge
Verwende eine geschlossene Schlinge aus Reepschnur, die deutlich dünner ist als das Hauptseil.
2
Um das Seil legen
Lege die Schlinge hinter das Hauptseil und stecke ein Ende der Schlinge durch das andere – wie bei einem Kuhstek, aber locker.
3
Weitere Windungen
Führe dasselbe Schlingenende noch ein- bis zweimal um das Hauptseil und durch die Schlinge, jeweils innen neben den vorherigen Windungen. Üblich sind insgesamt drei Durchgänge.
4
Ordnen und testen
Windungen parallel und ohne Überkreuzung ordnen, die herauskommende Schlaufe mittig. Belasten und prüfen, ob der Knoten greift; unbelastet verschieben.
Häufige Fehler
×Schnur zu dick im Verhältnis zum Seil
×Windungen überkreuzt
×Zu wenige Windungen für glattes oder nasses Seil
×Beim Verschieben die Windungen statt den Knotenkörper greifen und so ungewollt klemmen
Grenzen und Risiken
–Diese Seite lehrt keine Selbstsicherung oder Rettungstechnik.
–Keine Angaben zu Haltekräften.
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
20 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Kreuzklemmknoten (Klemheist)
Ein Klemmknoten, der nur in eine Richtung greift: Eine Schlinge wird spiralförmig um das Seil gewickelt und durch ihr eigenes oberes Ende geführt. Funktioniert auch mit Bandmaterial. Klettern und Rettung nur mit Ausbildung.
Dieser Knoten wird auch beim Klettern und in der Bergrettung verwendet. Diese Seite ersetzt keine Ausbildung. Lebenssichernd nur nach praktischer Ausbildung durch qualifizierte Ausbilder, mit normgerechter Ausrüstung und mit Kontrolle durch eine zweite, ausgebildete Person (Partnercheck). Ein falsch gelegter oder schlecht kontrollierter Knoten kann tödliche Folgen haben.
Der Klemheist greift nur, wenn er in Richtung des herausgeführten Schlingenteils belastet wird. In Gegenrichtung kann er rutschen. Vor Gebrauch mit dem verwendeten Material testen.
Material
Reepschnur
Band (Schlauchband)(optional)
Seil
Schritte
1
Schlinge anlegen
Halte die Schlinge entlang des Seils, ein Ende oben.
2
Spiralförmig nach oben wickeln
Wickle die Schlinge mehrmals spiralförmig um das Seil, nach oben in Richtung des oberen Endes, die Windungen dicht nebeneinander.
3
Durch das obere Ende
Stecke das untere Ende der Schlinge durch das obere Ende.
4
Nach unten belasten und testen
Ziehe das herausgeführte Ende nach unten (Richtung Last). Prüfen: Der Knoten greift unter Last und lässt sich unbelastet verschieben.
Häufige Fehler
×In falscher Richtung belasten
×Windungen locker oder überkreuzt
×Zu wenige Windungen
Grenzen und Risiken
–Diese Seite lehrt keine Selbstsicherung oder Rettungstechnik.
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
21 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Rollstek (Stopperstek)
Ein Befestigungsknoten, der Zug entlang eines Pfahls oder eines anderen Seils aushält, ohne zu rutschen – solange die Zugrichtung stimmt. Gut, um eine Leine an einer gespannten Leine zu befestigen oder eine Last von einem Seil zu übernehmen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Schritte
1
Ersten Schlag legen
Führe das Ende um den Pfahl oder das Seil, auf der Seite, von der später gezogen wird.
2
Zweiten Schlag über den ersten
Führe das Ende ein zweites Mal herum, sodass es den stehenden Part kreuzt und weiter in Zugrichtung neben dem ersten Schlag liegt.
3
Halben Schlag auf der anderen Seite
Führe das Ende über den stehenden Part auf die von der Zugrichtung abgewandte Seite und lege dort einen halben Schlag, wobei das Ende unter sich selbst durchgesteckt wird.
4
Festziehen und testen
Festziehen und in der geplanten Richtung belasten. Rutscht er, eine weitere Windung hinzufügen.
Häufige Fehler
×Schläge auf der falschen Seite – dann rutscht er
×Mit dem Webeleinstek verwechseln
×Keinen Test in Zugrichtung machen
Grenzen und Risiken
–Haltekraft in glattem Material vorher testen.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
22 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Marlspiekerschlag (Knebelstek)
Ein schneller, vorübergehender Knoten, der einen Knebel (Stab, Marlspieker, Schraubenzieher) an einer Schnur hält. So lässt sich dünne Schnur kräftig anziehen, ohne in die Hände zu schneiden. Ohne Knebel fällt er sofort auseinander.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Bricht oder rutscht der Knebel unter Zug, schnellen Hände und Schnur zurück. Nur stabile Knebel verwenden und nicht ruckartig ziehen.
Material
Dünne Schnur
Stabile Äste / Stangen
Paracord(optional)
Schritte
1
Auge legen
Lege in der Schnur ein Auge.
2
Auge über den stehenden Part
Lege das Auge flach auf den Teil der Schnur, der zur Last führt, sodass dieser durch das Auge sichtbar ist.
3
Knebel durchstecken
Stecke den Knebel über den einen Rand des Auges, unter dem darin liegenden stehenden Part hindurch und über den anderen Rand wieder heraus.
4
Ziehen
Ziehe den Knebel; die Schnur klemmt sich um ihn. Zum Lösen den Knebel herausziehen.
Häufige Fehler
×Knebel nur durch das Auge, nicht unter den stehenden Part – dann rutscht er heraus
×Zu dünnen oder morschen Knebel verwenden
Grenzen und Risiken
–Nur so stark wie der Knebel.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
23 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Kreuzbund (rechtwinkliger Bund)
Verbindet zwei Stangen, die sich rechtwinklig kreuzen: Webeleinstek, Wickelschläge, Würgeschläge, Webeleinstek. Grundlage für Gestelle, Tische, Rahmen und Unterstände aus Stangen.
Selbstgebaute Konstruktionen können plötzlich nachgeben. Belastbarkeit vorsichtig testen, nicht unter schwebenden Lasten stehen und keine Personen auf ungeprüfte Bauten steigen lassen. Für Holzgewinnung örtliche Regeln beachten.
Material
Stabile Äste / Stangen
Seil
Dünne Schnur(optional)
Paracord(optional)
Schritte
1
Anfangen
Lege einen Webeleinstek am senkrechten Pfahl, knapp unter der Querstange. Das kurze Ende um den stehenden Part verdrehen oder später miteinwickeln.
2
Wickelschläge
Führe das Seil über die Querstange, hinter dem Pfahl herum, über die Querstange auf der anderen Seite und hinter dem Pfahl zurück. Drei bis vier solcher Runden legen, jede straff und neben der vorherigen – außen an der Querstange, innen am Pfahl.
3
Würgeschläge
Lege zwei bis drei straffe Schläge zwischen den Stangen um die Wicklungen herum.
4
Abschließen
Schließe mit einem Webeleinstek an der Querstange ab und sichere das Ende.
Häufige Fehler
×Wickelschläge locker legen
×Würgeschläge vergessen
×Schläge überkreuzen, statt sie nebeneinanderzulegen
×Zu dicke, steife Schnur, die sich nicht straff ziehen lässt
Grenzen und Risiken
–Belastbarkeit hängt von Holz, Schnur und Ausführung ab und ist nicht verallgemeinerbar.
Quellen
[1]
Boy Scouts of America: Scouts BSA Handbook
[2]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
24 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Diagonalbund
Verbindet zwei Stangen, die sich schräg kreuzen oder sich voneinander wegspreizen, etwa bei Verstrebungen. Ein Zimmermannsstek zieht die Stangen zuerst zusammen, dann folgen Wicklungen über beide Diagonalen.
Unter Spannung stehende Stangen können beim Binden oder Lösen zurückfedern. Gesicht und Hände aus der Federrichtung halten.
Material
Stabile Äste / Stangen
Seil
Dünne Schnur(optional)
Schritte
1
Zimmermannsstek um beide Stangen
Lege einen Zimmermannsstek diagonal um beide Stangen an der Kreuzung und ziehe sie damit zusammen.
2
Wicklungen erste Diagonale
Lege drei bis vier straffe Wicklungen in derselben Richtung wie der Zimmermannsstek.
3
Wicklungen zweite Diagonale
Lege drei bis vier straffe Wicklungen quer dazu, über die andere Diagonale.
4
Würgeschläge und Abschluss
Zwei bis drei Würgeschläge zwischen den Stangen, dann mit einem Webeleinstek an einer Stange abschließen.
Häufige Fehler
×Ohne Zimmermannsstek beginnen, sodass die Stangen nicht zusammenkommen
×Nur eine Diagonale wickeln
×Würgeschläge vergessen
Grenzen und Risiken
–Belastbarkeit nicht verallgemeinerbar; vorsichtig testen.
25 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Parallelbund (Scherenbund)
Bindet zwei Stangen nebeneinander – entweder zur Verlängerung oder als Scherenbein, das zu einem A gespreizt wird. Grundlage für A-Rahmen und Firststützen.
Ein A-Rahmen kann seitlich umkippen oder die Beine können auf glattem Boden wegrutschen. Füße sichern oder eingraben und die Konstruktion zusätzlich abspannen.
Material
Stabile Äste / Stangen
Seil
Dünne Schnur(optional)
Schritte
1
Anfangen
Lege beide Stangen nebeneinander und einen Webeleinstek um eine der Stangen.
2
Wicklungen
Wickle mehrmals um beide Stangen, nicht zu straff, wenn die Stangen später gespreizt werden sollen.
3
Würgeschläge
Zwei Würgeschläge zwischen den Stangen um die Wicklungen.
4
Abschließen und spreizen
Mit einem Webeleinstek an der anderen Stange abschließen. Dann die Beine zu einem A spreizen.
Häufige Fehler
×Zu straff gewickelt, sodass sich die Stangen nicht spreizen lassen
×Zu locker gewickelt, sodass der Bund beim Spreizen nicht klemmt
26 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Dreibeinbund
Bindet drei Stangen an einem Ende zusammen, die dann zu einem stabilen Dreibein gespreizt werden – als Gestell für einen Wasserbeutel, einen Kochtopf über dem Feuer oder ein einfaches Zeltgerüst.
Über einem Feuer: Kunstfaserschnur schmilzt und Holz kann anbrennen. Bund deutlich über der Flamme halten, Naturfaser oder Draht bevorzugen und den Topf nie unbeaufsichtigt lassen. Örtliche Feuerregeln beachten.
Material
Stabile Äste / Stangen
Seil
Dünne Schnur(optional)
Schritte
1
Stangen auslegen
Lege drei etwa gleich lange Stangen nebeneinander, die Enden auf gleicher Höhe.
2
Anfangen
Webeleinstek an einer äußeren Stange.
3
Verflochtene Wicklungen
Führe das Seil in Achterschlingen abwechselnd über und unter die Stangen, mehrere Runden, nicht zu straff.
4
Würgeschläge
Lege zwischen jedem Stangenpaar zwei lockere Würgeschläge.
5
Abschließen und aufstellen
Mit einem Webeleinstek an der anderen äußeren Stange abschließen. Dreibein aufstellen und die Beine spreizen, bis es sicher steht.
Häufige Fehler
×Zu straff gewickelt – die Beine lassen sich nicht spreizen
27 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Rundtörn mit zwei halben Schlägen
Das Seil wird zweimal um einen Pfahl, Ring oder Ast gelegt und dann mit zwei halben Schlägen um den eigenen stehenden Part gesichert. Der Rundtörn nimmt die Last auf; die halben Schläge halten nur noch das Ende. Lässt sich auch unter Zug binden.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Rundtörn legen
Führe das Ende zweimal ganz um den Gegenstand, sodass zwei Windungen nebeneinander liegen. Wer Spannung halten will, hält das Ende jetzt fest.
2
Erster halber Schlag
Führe das Ende um den stehenden Part und durch die entstandene Bucht.
3
Zweiter halber Schlag
Lege einen zweiten halben Schlag in derselben Richtung wie den ersten. Zusammen bilden beide einen Webeleinstek um den stehenden Part.
4
Zusammenschieben und festziehen
Schiebe die Schläge zum Rundtörn und ziehe sie fest. Ein ausreichend langes Ende stehen lassen.
Häufige Fehler
×Zweiten Schlag in Gegenrichtung legen – dann entsteht ein Ankerstich statt eines Webeleinsteks
×Nur eine Windung statt eines Rundtörns
×Ende zu kurz
Grenzen und Risiken
–Hält nur, solange die Schläge sauber gelegt und festgezogen sind.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
28 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Ankerstek (Fischerstek)
Ähnlich dem Rundtörn mit zwei halben Schlägen, aber der erste Schlag wird durch den Rundtörn hindurch gesteckt. Dadurch klemmt der Knoten fester und hält auch bei wechselnder Belastung und Bewegung gut an Ringen, Ösen und Henkeln.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Rundtörn legen
Führe das Ende zweimal in derselben Richtung durch den Ring oder um den Gegenstand, sodass zwei Windungen nebeneinander liegen. Die Windungen locker lassen.
2
Durch den Rundtörn stecken
Führe das Ende vorn über den stehenden Part nach oben und hinten um ihn herum. Stecke es dann dicht am Gegenstand durch beide Windungen zurück, also zwischen den Windungen und dem Gegenstand hindurch. In der Zeichnung läuft dieses Stück seitlich am Gegenstand entlang und liegt deshalb abwechselnd über und unter den Windungen.
3
Halber Schlag
Sichere das Ende mit einem halben Schlag um den stehenden Part: schräg vorn über den stehenden Part nach oben, hinten herum nach unten, dann noch einmal vorn über den stehenden Part und oben unter dem eigenen Bogen hindurch. Das Ende geht dabei in derselben Richtung herum wie im vorigen Schritt.
4
Festziehen
Ziehe den Rundtörn und den Schlag fest. Bei Daueranwendung kann das Ende zusätzlich festgebunden werden.
Häufige Fehler
×Ende nur durch eine Windung statt durch beide stecken
×Halben Schlag vergessen
×Rundtörn vor dem Einstecken zu fest ziehen, sodass das Ende nicht durchpasst
Grenzen und Risiken
–Belastbarkeit hängt auch vom Ring oder Henkel ab, nicht nur vom Knoten.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
29 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Buntline-Stek
Ein Webeleinstek, der um den eigenen stehenden Part gebunden wird – mit dem zweiten Schlag zum Gegenstand hin. Kompakt, hält bei Flattern und Rucken sehr gut, verklemmt sich aber unter hoher Last.
Die Schrittfolge dieses Knotens ist noch nicht fachlich geprüft. Knoten nach dem Binden immer mit einer zuverlässigen Abbildung oder einer erfahrenen Person vergleichen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Um den Gegenstand
Führe das Ende durch den Ring oder um den Gegenstand und zurück, sodass es unterhalb des stehenden Parts liegt.
2
Erste Windung um den stehenden Part
Führe das Ende vorn über den stehenden Part nach oben, hinten herum und ein Stück weiter vom Gegenstand weg wieder nach unten. Dann führe es vorn quer über sein eigenes Stück.
3
Zweite Windung zum Gegenstand hin
Führe das Ende schräg vorn über den stehenden Part zum Gegenstand hin, hinten herum und wieder nach unten. Diese zweite Windung liegt näher am Gegenstand als die erste.
4
Unter der zweiten Windung durchstecken
Führe das Ende noch einmal vorn über den stehenden Part nach oben und stecke es unter dem schrägen Stück der zweiten Windung durch, sodass es zum Gegenstand hin zeigt. Festziehen und den Knoten an den Gegenstand schieben.
Häufige Fehler
×Zweite Windung vom Gegenstand weg legen – dann sind es zwei halbe Schläge mit außen liegendem Ende
×Knoten nicht bis zum Gegenstand schieben
Grenzen und Risiken
–Gedacht für dauerhafte Befestigungen, nicht für häufiges Lösen.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
30 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Pfahlstek (Pile Hitch)
Ein sehr schneller Befestigungsknoten mit einer Bucht: Die Bucht wird um einen Pfahl gelegt und über dessen Kopf gestülpt. Funktioniert nur an Pfählen, Stangen oder Heringen mit freiem oberen Ende – dort aber in Sekunden.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Heringe(optional)
Schritte
1
Bucht legen
Lege an der gewünschten Stelle eine Bucht.
2
Um den Pfahl
Lege die Bucht von vorn um den Pfahl und unter den beiden Strängen hindurch einmal herum.
3
Über den Kopf stülpen
Stülpe die Bucht über den Kopf des Pfahls.
4
Festziehen
Ziehe beide Stränge an und schiebe den Knoten nach unten.
Häufige Fehler
×Knoten zu nahe am Pfahlkopf belassen
×Zug nach oben ansetzen
Grenzen und Risiken
–Hält nur bei seitlichem oder abwärts gerichtetem Zug zuverlässig.
Quellen
[1]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
31 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Anbindeknoten auf Slip (Halfterknoten)
Ein auf Slip gebundener Knoten um den eigenen stehenden Part, der mit einem Zug am Ende sofort aufgeht. Üblich zum Anbinden an Ringe und Stangen, wo man im Notfall schnell lösen können muss.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Für das Anbinden von Tieren gelten eigene fachliche Empfehlungen und regionale Regeln. Diese Seite lehrt keinen Umgang mit Tieren; Tiere nie unbeaufsichtigt angebunden lassen und die Leine nie um den Hals des Tieres knoten.
Material
Seil
Schritte
1
Um Ring oder Stange
Führe das Ende um die Stange oder durch den Ring.
2
Auge bilden
Lege das Ende über den stehenden Part, sodass ein Auge entsteht.
3
Um den stehenden Part
Führe das Ende hinter dem stehenden Part herum.
4
Bucht durchstecken
Stecke eine Bucht des Endes durch das Auge, ziehe fest und schiebe den Knoten an Ring oder Stange. Zum Lösen am Ende ziehen.
Häufige Fehler
×Das Ende statt einer Bucht durchstecken – dann ist der Knoten nicht mehr schnell lösbar
×Loses Ende so lang lassen, dass es sich verfängt oder versehentlich gezogen wird
Grenzen und Risiken
–Nur für leichte bis mittlere, unkritische Lasten.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
32 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Marlschlag (Bündel verschnüren)
Eine Reihe von Schlägen entlang eines langen Bündels – etwa einer gerollten Plane, Isomatte oder eines Bündels Stangen. Jeder Schlag wird so gesteckt, dass er sich selbst klemmt; das Bündel bleibt auch dann zusammen, wenn eine Stelle nachgibt.
Die Schrittfolge dieses Knotens ist noch nicht fachlich geprüft. Knoten nach dem Binden immer mit einer zuverlässigen Abbildung oder einer erfahrenen Person vergleichen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Dünne Schnur(optional)
Paracord(optional)
Schritte
1
Anfangen
Binde das Seil an einem Ende des Bündels fest, z. B. mit einem Webeleinstek oder Konstriktorknoten.
2
Um das Bündel
Führe das Seil eine Handbreit weiter einmal um das Bündel.
3
Über und unter den stehenden Part
Führe das Ende zuerst über den gespannten Längsstrang und dann unter ihm hindurch, sodass die Runde sich um den Längsstrang selbst klemmt. Festziehen.
4
Wiederholen und abschließen
Wiederhole dies in gleichmäßigen Abständen bis zum Ende und schließe mit zwei halben Schlägen oder einem Webeleinstek ab.
Häufige Fehler
×Nur unter dem Längsstrang durchstecken – dann entstehen halbe Schläge, die verrutschen können
×Ungleichmäßige Abstände
×Seil zwischendurch nicht nachspannen
Grenzen und Risiken
–Hält das Bündel zusammen, ist aber keine Ladungssicherung für Fahrzeuge.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
33 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Halbmastwurf (HMS, Munter-Knoten)
Ein Knoten in einem Karabiner, der durch Reibung ein Seil bremst. Er ist Teil der Kletter- und Bergrettungsausbildung. Diese Seite erklärt nur, was der Knoten ist und wie er aussieht – sie lehrt kein Sichern und kein Abseilen.
Dieser Knoten wird auch beim Klettern und in der Bergrettung verwendet. Diese Seite ersetzt keine Ausbildung. Lebenssichernd nur nach praktischer Ausbildung durch qualifizierte Ausbilder, mit normgerechter Ausrüstung und mit Kontrolle durch eine zweite, ausgebildete Person (Partnercheck). Ein falsch gelegter oder schlecht kontrollierter Knoten kann tödliche Folgen haben.
Die Schrittfolge dieses Knotens ist noch nicht fachlich geprüft. Knoten nach dem Binden immer mit einer zuverlässigen Abbildung oder einer erfahrenen Person vergleichen.
Der Halbmastwurf funktioniert nur mit geeignetem Verschlusskarabiner, korrekter Bremshandposition und richtiger Seilführung. Diese Punkte lassen sich nicht aus einem Text lernen. Der Knoten verdreht zudem das Seil (Kringelbildung).
Material
Seil
Karabiner (Zubehör, kein Sicherungsgerät)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Zwei Augen legen
Lege zwei gleich gedrehte Augen nebeneinander in das Seil: Bei beiden liegt das Seilstück, das weiter zum Ende führt, oben.
2
Wie ein Buch zusammenklappen
Klappe die beiden Augen Rücken an Rücken zusammen, wie beim Schließen eines Buches. (Schiebt man sie stattdessen übereinander, entsteht ein Webeleinstek.)
3
In den Karabiner
Hänge beide Augen zusammen in den Karabiner und verschließe ihn. In der Zeichnung steht der Balken für den Karabiner: Das Seil läuft vorn um ihn herum und hinten zurück, dann über den eigenen stehenden Part und in der Gegenrichtung wieder um ihn herum; beide Stränge kommen auf derselben Seite heraus. Ob Form, Karabiner und Bremsseite stimmen, muss ein Ausbilder prüfen.
Häufige Fehler
×Webeleinstek statt Halbmastwurf legen
×Karabiner nicht verschlossen
×Bremshand loslassen
×Seil über den Schnapper laufen lassen
Grenzen und Risiken
–Diese Seite lehrt kein Sichern, Abseilen oder Ablassen.
–Kein Ersatz für einen Kurs bei qualifizierten Ausbildern.
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
34 · Befestigungs- und Spannknoten · Fachliche Prüfung folgt
Trompetenstek (Seil verkürzen)
Ein Seil wird in drei Lagen gefaltet und an beiden Enden mit einem Schlag gesichert, um es zu verkürzen, ohne es zu schneiden. Ein bekannter, aber unzuverlässiger Knoten: Ohne gleichmäßigen Zug fällt er leicht auseinander.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Der Trompetenstek kann sich lösen, sobald der Zug nachlässt oder das Seil bewegt wird. Nur für unkritische Zwecke verwenden und regelmäßig prüfen. Für Zuverlässigkeit die Buchten zusätzlich sichern (Knebel oder Abbinden) oder die Kettenmethode verwenden.
Material
Seil
Stabile Äste / Stangen(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
S-förmig falten
Lege das überschüssige Seil in zwei Buchten, sodass drei parallele Lagen entstehen.
2
Ersten Schlag überstülpen
Lege im stehenden Part nahe der einen Bucht einen halben Schlag (ein Auge) und stülpe ihn über diese Bucht, sodass er beide Schenkel der Bucht umschließt. Auf der Seite zur Mitte hin liegt das Auge über den Schenkeln, auf der Seite zur Buchtspitze darunter. Wo sich das Auge selbst kreuzt, liegt das Stück oben, das weiter in die Faltung führt.
3
Zweiten Schlag am anderen Ende
Mache am anderen Ende mit dem anderen stehenden Part genau dasselbe über der anderen Bucht.
4
Spannen und sichern
Ziehe an beiden Enden, bis die Schläge fest auf den Buchten sitzen. Wo möglich, einen Stock durch jede Bucht stecken oder die Buchten anbinden.
Häufige Fehler
×Ohne Zug lassen – der Knoten fällt auseinander
×Verwenden, um eine beschädigte Stelle bei wichtiger Last zu überbrücken
×Buchten zu kurz
Grenzen und Risiken
–Kein verlässlicher Knoten für dauerhafte Befestigung.
–Ersetzt kein intaktes Seil.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Der Palstek bildet am Seilende eine feste Schlaufe, die sich unter Last nicht zuzieht und sich danach meist leicht wieder lösen lässt. Er kann sich jedoch ohne Last lockern und bei falscher Belastung kentern.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Ohne Last, bei Rütteln oder in steifem, glattem Seil kann sich der Palstek lockern und aufgehen. Ende ausreichend lang lassen und bei Bedarf zusätzlich sichern.
Wird die Schlaufe von zwei Seiten auseinandergezogen statt über den stehenden Part belastet, kann der Knoten kentern und sich öffnen.
Material
Seil
Paracord(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Kleines Auge legen
Lege im stehenden Part ein kleines Überhand-Auge so, dass der zum losen Ende führende Teil oben liegt. Lass genug Seil für die gewünschte Schlaufengröße und ein langes Ende.
2
Ende von unten durchstecken
Führe das lose Ende von unten nach oben durch das kleine Auge. Die so entstehende große Schlaufe ist die spätere Palstek-Schlaufe; lege sie jetzt gegebenenfalls um Baum oder Pfahl.
3
Hinter dem stehenden Part herum
Führe das Ende hinter dem stehenden Part (oberhalb des kleinen Auges) herum.
4
Zurück durch das kleine Auge
Stecke das Ende auf demselben Weg, auf dem es gekommen ist, von oben wieder durch das kleine Auge, sodass es parallel zum eigenen Schlaufenschenkel liegt.
5
Festziehen und prüfen
Halte Ende und benachbarten Schlaufenschenkel zusammen und ziehe kräftig am stehenden Part. Prüfe, dass das Ende innerhalb der Schlaufe liegt und mehrere Seildurchmesser übersteht.
Liegt das Ende außerhalb der Schlaufe, ist ein abweichender Palstek entstanden (oft „linker Palstek“ genannt); gilt als weniger zuverlässig – neu knoten.
6
Bei Bedarf sichern
Bei wechselnder Last oder glattem Seil das Ende zusätzlich mit einem Stopperknoten (z. B. doppelter Überhandknoten) um den benachbarten Schlaufenschenkel sichern.
Häufige Fehler
×Das kleine Auge falsch herum legen – der Knoten fällt dann beim Festziehen auseinander
×Ende zu kurz lassen
×Schlaufe von zwei Seiten belasten
×Sich bei flatternden Leinen ohne Sicherung auf den Knoten verlassen
Grenzen und Risiken
–Regelmäßig kontrollieren, besonders an flatternden Leinen.
–Nicht als Verbindungsknoten oder für Personen verwenden.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Ein Überhandknoten, gelegt mit doppelt genommenem Seil. Die schnellste feste Schlaufe überhaupt, verklemmt sich nach Belastung aber stark und ist dann kaum zu lösen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Dünne Schnur
Paracord(optional)
Seil(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Bucht legen
Nimm das Seilende doppelt, sodass eine Bucht in Größe der gewünschten Schlaufe entsteht.
2
Überhandknoten mit beiden Strängen
Lege mit dem doppelten Seil einen Überhandknoten: Bucht um beide Stränge führen und durch das entstandene Auge stecken.
3
Ordnen und festziehen
Beide Stränge parallel ordnen, dann an Schlaufe und beiden Strängen festziehen.
Häufige Fehler
×Stränge verdreht festziehen
×Ende zu kurz lassen
Grenzen und Risiken
–Nicht für Seile, die wiederverwendet werden sollen.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Ein Achterknoten, gelegt mit doppelt genommenem Seil. Eine feste, gut kontrollierbare Schlaufe am Seilende oder in der Seilmitte, die sich nach Belastung meist noch lösen lässt.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Bucht legen
Nimm das Seil doppelt, die Bucht etwas größer als die gewünschte Schlaufe.
2
Bucht um beide Stränge
Lege mit der Bucht ein Auge über die beiden Stränge und führe sie dann einmal ganz hinter beiden Strängen herum.
3
Durch das erste Auge stecken
Stecke die Bucht von vorn durch das zuerst gelegte Auge.
4
Ordnen und prüfen
Stränge parallel ordnen, sodass keine Kreuzungen innerhalb des Knotens entstehen. Die Achterform muss deutlich zu sehen sein. Dann an allen vier Strängen festziehen.
Häufige Fehler
×Stränge kreuzen sich im Knoten (unordentlich gelegt)
×Statt einer Acht entsteht nur eine Überhandschlaufe, weil die zusätzliche Windung fehlt
×Ende zu kurz
Grenzen und Risiken
–Diese Seite lehrt keine Anwendung beim Klettern oder in der Rettung.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
[3]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
Die Achterschlaufe, gelegt um einen geschlossenen Gegenstand: Erst wird ein lockerer Achterknoten im einfachen Seil geknüpft, dann das Ende um den Gegenstand geführt und den Achter parallel zurückverfolgt. Bekannt als Einbindeknoten beim Klettern – diese Seite ersetzt keine Kletterausbildung.
Dieser Knoten wird auch beim Klettern und in der Bergrettung verwendet. Diese Seite ersetzt keine Ausbildung. Lebenssichernd nur nach praktischer Ausbildung durch qualifizierte Ausbilder, mit normgerechter Ausrüstung und mit Kontrolle durch eine zweite, ausgebildete Person (Partnercheck). Ein falsch gelegter oder schlecht kontrollierter Knoten kann tödliche Folgen haben.
Ein nur teilweise nachgesteckter Achter kann unter Last aufgehen. Jeder Strang muss den ursprünglichen Knoten vollständig und parallel begleiten; das Ende muss ausreichend lang überstehen.
Material
Seil
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Lockerer Achter im Einzelstrang
Lege mit ausreichend Abstand zum Ende einen lockeren Achterknoten. Der Abstand bestimmt die Größe der späteren Schlaufe.
2
Um den Gegenstand führen
Führe das Ende um oder durch den Gegenstand.
3
Parallel zurückverfolgen
Führe das Ende zurück in den Knoten, dort wo es ihn verlassen hat, und folge dem ursprünglichen Verlauf Strang für Strang parallel – entgegen der ursprünglichen Richtung –, bis es neben dem stehenden Part austritt.
4
Ordnen, festziehen, kontrollieren
Alle Stränge parallel ordnen, an allen vier Strängen festziehen und kontrollieren: Achterform erkennbar, überall Strangpaare, ausreichend langes Ende. Beim Klettern immer zusätzlich durch eine ausgebildete zweite Person prüfen lassen.
Häufige Fehler
×Nicht vollständig nachgesteckt – an einer Stelle fehlt der Parallelstrang
×Beim Nachstecken der falschen Richtung gefolgt, sodass ein anderer Knoten entsteht
×Ende zu kurz
×Abgelenkt werden und den Knoten nicht fertigstellen
Grenzen und Risiken
–Diese Seite ist keine Kletteranleitung und ersetzt weder Kurs noch Partnercheck.
–Keine Aussage über Festigkeitswerte.
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Eine feste Schlaufe mitten im Seil, die in drei Richtungen belastet werden kann: über die Schlaufe und über beide Seilstränge. Auch nützlich, um eine beschädigte Seilstelle zu isolieren. Beim Einsatz im Bergsport nur mit Ausbildung.
Die Schrittfolge dieses Knotens ist noch nicht fachlich geprüft. Knoten nach dem Binden immer mit einer zuverlässigen Abbildung oder einer erfahrenen Person vergleichen.
Dieser Knoten wird auch beim Klettern und in der Bergrettung verwendet. Diese Seite ersetzt keine Ausbildung. Lebenssichernd nur nach praktischer Ausbildung durch qualifizierte Ausbilder, mit normgerechter Ausrüstung und mit Kontrolle durch eine zweite, ausgebildete Person (Partnercheck). Ein falsch gelegter oder schlecht kontrollierter Knoten kann tödliche Folgen haben.
Ein falsch gelegter Schmetterlingsknoten kann beim Festziehen zu einer Schlaufe werden, die sich zuzieht oder durchrutscht. Nach dem Festziehen an beiden Strängen ziehen: Die Schlaufe darf ihre Größe nicht ändern.
Material
Seil
Paracord(optional)
Schritte
1
Bucht legen
Nimm in der Seilmitte eine Bucht, etwas größer als die gewünschte Schlaufe.
2
Zweimal verdrehen
Drehe die Bucht zweimal in dieselbe Richtung um ihre Längsachse. Es entsteht eine liegende Acht aus zwei Augen: ein oberes Auge an der Spitze der Bucht und ein kleineres zwischen den beiden Kreuzungen.
3
Oberes Auge umlegen und durchstecken
Klappe das obere Auge vorn über die Kreuzungen nach unten und stecke es dann von vorn nach hinten durch die kleine Öffnung zwischen den Kreuzungen. Hinten wieder nach oben herausziehen.
4
Festziehen und prüfen
Schlaufe und beide Stränge gleichmäßig anziehen. Prüfen: Die Schlaufe steht etwa quer zum Seil, und Zug an beiden Strängen verändert ihre Größe nicht. Wenn doch, Knoten auflösen und neu legen.
Häufige Fehler
×Nur einmal verdreht – dann entsteht kein Schmetterling
×Durch das falsche Auge gesteckt, sodass eine rutschende Schlinge entsteht
×Ohne Funktionsprobe verwendet
Grenzen und Risiken
–Keine Anleitung für Kletter- oder Rettungstechnik.
–Isolieren einer beschädigten Stelle ersetzt nicht den Austausch des Seils.
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[3]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Ein Palstek, gelegt mit doppelt genommenem Seil. Ergibt zwei nebeneinanderliegende feste Schlaufen und kann mitten im Seil gelegt werden.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Schritte
1
Bucht nehmen
Nimm das Seil doppelt, mit einer langen Bucht.
2
Kleines Auge im Doppelstrang
Lege mit dem doppelten Seil ein kleines Auge wie beim Palstek, die Bucht-Seite oben.
3
Bucht hochstecken
Stecke die Bucht von unten durch das kleine Auge und ziehe ein Stück heraus.
4
Bucht über die Schlaufen streifen
Öffne die Bucht und streife sie nach unten über die beiden großen Schlaufen, bis sie hinter dem Knoten um die stehenden Parts liegt.
5
Festziehen
Ziehe an den beiden Schlaufen und den stehenden Parts, bis der Knoten fest sitzt.
Häufige Fehler
×Die Bucht nur halb über die Schlaufen streifen
×Kleines Auge verkehrt herum legen, sodass der Knoten beim Anziehen zerfällt
Grenzen und Risiken
–Nicht zum Heben oder Sichern von Personen.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Ein kleiner Palstek, durch dessen Auge der stehende Part läuft. So entsteht eine Schlinge, die sich unter Zug zuzieht und sich danach leicht wieder öffnen lässt. Nützlich, um Gegenstände zu fassen, die man nicht erreicht – nie für Lebewesen.
Eine zuziehende Schlinge nie um Hals oder Gliedmaßen von Menschen oder Tieren legen – auch nicht im Spiel.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Seil über den Ast
Führe das Ende über den Ast oder um den Gegenstand und ein Stück wieder herunter. Der lange Teil, an dem du später ziehst, ist der stehende Part.
2
Kleines Auge legen
Lege in dem Stück, das vom Ast herunterkommt, ein kleines Auge wie beim Palstek: Der Teil, der zum Ende führt, liegt oben.
3
Um den stehenden Part und durch das Auge
Führe das Ende hinter dem stehenden Part vorbei und vorn über ihn zurück. Stecke es dann von unten durch das kleine Auge. Die Schlaufe, die so entsteht, umschließt den stehenden Part.
4
Hinter dem Seil vom Ast herum
Führe das Ende oberhalb des kleinen Auges hinter dem Seilstück herum, das vom Ast herunterkommt.
5
Zurück durch das kleine Auge
Stecke das Ende auf demselben Weg von oben wieder durch das kleine Auge, sodass es neben seinem eigenen Schenkel innen in der Schlaufe liegt. Festziehen.
6
Prüfen und zuziehen
Prüfe, dass der stehende Part frei durch das Auge läuft, und ziehe die Schlinge am Gegenstand zu.
Häufige Fehler
×Palstek falsch gelegt, sodass er aufgeht
×Ende zu kurz
×Schlinge an Lebewesen anlegen
Grenzen und Risiken
–Hält nur, solange Zug auf der Schlinge ist.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Ein Palstek, bei dem das Auge im stehenden Part doppelt gelegt wird. Die zusätzliche Windung erhöht die Reibung und macht ihn etwas sicherer gegen Aufgehen als den einfachen Palstek – ersetzt aber keine korrekte Sicherung des Endes.
Dieser Knoten wird auch beim Klettern und in der Bergrettung verwendet. Diese Seite ersetzt keine Ausbildung. Lebenssichernd nur nach praktischer Ausbildung durch qualifizierte Ausbilder, mit normgerechter Ausrüstung und mit Kontrolle durch eine zweite, ausgebildete Person (Partnercheck). Ein falsch gelegter oder schlecht kontrollierter Knoten kann tödliche Folgen haben.
Palstek-Varianten können sich lockern, wenn sie unbelastet hin und her bewegt werden. Ende lang lassen und zusätzlich sichern; vor jeder Belastung kontrollieren.
Material
Seil
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Zwei Augen übereinander
Lege im stehenden Part ein kleines Auge wie beim Palstek: Der Teil, der zum Ende führt, liegt oben auf dem stehenden Part. Führe das Seil gleich noch einmal genauso herum, sodass ein zweites, gleich gedrehtes Auge entsteht, das ebenfalls über dem stehenden Part liegt. In der Zeichnung liegt das zweite Auge außen um das erste herum.
2
Ende durch beide Augen
Führe das Ende von unten nach oben durch beide Augen und lass dabei die gewünschte Schlaufengröße.
3
Um den stehenden Part und zurück
Führe das Ende hinter dem stehenden Part herum und vorn wieder zurück. Stecke es dann auf demselben Weg von oben wieder durch beide Augen, sodass es neben seinem eigenen Schenkel innen in der Schlaufe liegt.
4
Festziehen und sichern
Ordne die Windungen, ziehe fest und lass ein langes Ende. Sicherung des Endes wie in der Ausbildung gezeigt.
Häufige Fehler
×Augen gegensinnig gedreht – dann löst sich die Windung
×Ende auf der falschen Seite der Schlaufe (linker Palstek)
×Ende zu kurz und ungesichert
Grenzen und Risiken
–Kein Anseilknoten ohne Ausbildung.
–Diese Seite lehrt keine Sicherung des Endes für lebenssichernde Zwecke.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Ein flacher Bindeknoten, der die beiden Enden einer Schnur um ein Bündel zusammenknotet. Er ist kein sicherer Verbindungsknoten: Als Verbindung zweier belasteter Seile kann er kentern und aufgehen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Den Kreuzknoten nicht als Verbindungsknoten für belastete Seile verwenden. Er kann kentern – besonders bei unterschiedlichen Durchmessern oder wenn an einem Ende ruckartig gezogen wird – und sich dann vollständig lösen. Zum Verbinden zweier Seile den Schotstek verwenden.
Material
Dünne Schnur
Paracord(optional)
Seil(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Um das Bündel legen
Lege die Schnur von unten um das Bündel und führe beide Enden oben zusammen. In der Zeichnung ist das Bündel von der Seite zu sehen: Das linke Ende läuft vor dem Bündel nach oben, das rechte dahinter.
2
Erster halber Knoten: rechts über links
Lege das rechte Ende über das linke. Führe es dann unterhalb dieser Kreuzung hinter dem linken Ende herum und rechts über seinen eigenen Strang wieder nach oben. Leicht anziehen.
3
Zweiter halber Knoten: links über rechts
Jetzt genau umgekehrt: Lege das Ende, das links liegt, über das rechte. Führe es unterhalb dieser neuen Kreuzung hinter dem rechten Ende herum und links über seinen eigenen Strang wieder nach oben.
4
Form prüfen
Beide Enden und beide stehenden Parts treten jeweils auf derselben Seite aus dem Knoten aus; der Knoten liegt flach und symmetrisch. Stehen die Enden schräg ab, ist ein Altweiberknoten entstanden – neu knoten.
5
Festziehen
Ziehe an allen vier Strängen gleichmäßig an, bis der Knoten fest am Bündel anliegt.
Häufige Fehler
×Zweimal in dieselbe Richtung kreuzen (Altweiberknoten) – rutscht oder klemmt
×Als Verbindung zweier belasteter Seile verwenden
×Seile unterschiedlicher Dicke damit verbinden
Grenzen und Risiken
–Nur als Bindeknoten um einen Gegenstand verwenden.
–Kein Verbindungsknoten für belastete Seile.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Der Schotstek verbindet zwei Seilenden, auch wenn sie unterschiedlich dick sind. Das dickere Seil bildet die Bucht, das dünnere wird darum gelegt. Ohne Last oder bei flatternder Belastung kann er sich lockern.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Der Schotstek kann sich ohne Last oder bei Flattern lockern. Enden ausreichend lang lassen, regelmäßig kontrollieren und bei großem Durchmesserunterschied oder glattem Seil den doppelten Schotstek verwenden.
Material
Seil
Paracord(optional)
Dünne Schnur(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Bucht im dickeren Seil
Lege mit dem Ende des dickeren (oder steiferen) Seils eine Bucht und halte sie in einer Hand.
2
Dünnes Ende von unten durch die Bucht
Führe das Ende des dünneren Seils von unten nach oben durch die Bucht.
3
Um beide Schenkel der Bucht
Führe das dünne Ende hinter beiden Schenkeln der Bucht herum.
4
Unter sich selbst stecken
Stecke das dünne Ende unter seinem eigenen stehenden Part hindurch – nicht durch die Bucht. Es liegt jetzt quer über der Bucht und wird von sich selbst eingeklemmt.
5
Festziehen und prüfen
Ziehe an beiden stehenden Parts. Beide kurzen Enden sollten auf derselben Seite des Knotens liegen und ausreichend lang überstehen.
Häufige Fehler
×Das dünnere statt des dickeren Seils als Bucht verwenden
×Das Ende durch die Bucht statt unter den eigenen stehenden Part stecken
×Enden zu kurz lassen
×Enden auf entgegengesetzten Seiten (gilt als weniger zuverlässig)
Grenzen und Risiken
–Nicht für Personen oder Hebevorgänge.
–Bei glatten Seilen oder großem Dickenunterschied doppelten Schotstek verwenden.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Zwei Seilenden, jedes mit einem doppelten Überhandknoten um das andere Seil, die sich unter Zug zusammenschieben. Sehr sicher, aber nach Belastung kaum zu lösen. Bekannt zum Schließen von Reepschnurschlingen; im Bergsport nur mit Ausbildung.
Dieser Knoten wird auch beim Klettern und in der Bergrettung verwendet. Diese Seite ersetzt keine Ausbildung. Lebenssichernd nur nach praktischer Ausbildung durch qualifizierte Ausbilder, mit normgerechter Ausrüstung und mit Kontrolle durch eine zweite, ausgebildete Person (Partnercheck). Ein falsch gelegter oder schlecht kontrollierter Knoten kann tödliche Folgen haben.
Enden ausreichend lang lassen und beide Knotenhälften sauber gelegt kontrollieren. Ein Knoten, dessen Hälften nicht korrekt ineinanderpassen, deutet auf einen Fehler hin.
Material
Seil
Reepschnur(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Enden überlappen
Lege die beiden Enden in Gegenrichtung nebeneinander, mit reichlich Überlappung.
2
Erster Knoten
Lege mit dem ersten Ende einen doppelten Überhandknoten um das andere Seil: zweimal um beide Stränge wickeln, dann das Ende durch die beiden Windungen zurückstecken. Festziehen.
3
Zweiter Knoten, spiegelbildlich
Lege mit dem anderen Ende denselben Knoten in Gegenrichtung um das erste Seil. Festziehen.
4
Zusammenziehen und prüfen
Ziehe an beiden stehenden Parts, bis die Knoten aneinanderliegen. Prüfen: auf einer Seite zwei X, auf der anderen vier parallele Stränge; beide Enden ausreichend lang.
Häufige Fehler
×Nur einfache statt doppelte Überhandknoten
×Knoten nicht spiegelbildlich, sodass sie nicht sauber ineinanderliegen
×Enden zu kurz
Grenzen und Risiken
–Diese Seite ersetzt keine Ausbildung für Kletter- oder Rettungsmaterial.
–Keine Angaben zu Festigkeitswerten.
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
Der Knoten für flaches Band: Ein Überhandknoten in einem Bandende wird vom anderen Ende in Gegenrichtung exakt nachgefahren. Die Enden können unter wechselnder Last allmählich herauswandern – deshalb vor jedem Gebrauch kontrollieren. Im Bergsport nur mit Ausbildung.
Dieser Knoten wird auch beim Klettern und in der Bergrettung verwendet. Diese Seite ersetzt keine Ausbildung. Lebenssichernd nur nach praktischer Ausbildung durch qualifizierte Ausbilder, mit normgerechter Ausrüstung und mit Kontrolle durch eine zweite, ausgebildete Person (Partnercheck). Ein falsch gelegter oder schlecht kontrollierter Knoten kann tödliche Folgen haben.
Die Enden eines Bandschlingenknotens können bei wiederholter Belastung langsam herauswandern. Enden lang lassen, Knoten fest anziehen und vor jeder Verwendung prüfen.
Material
Band (Schlauchband)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Lockerer Überhandknoten
Lege in einem Bandende einen lockeren Überhandknoten, das Band flach und ohne Verdrehung.
2
Mit dem anderen Ende nachfahren
Führe das andere Bandende von der Seite, an der das erste Ende austritt, in den Knoten und folge dem Verlauf genau und flach, bis es neben dem stehenden Part des ersten Bandes austritt.
3
Festziehen und prüfen
Ziehe an allen vier Strängen kräftig an. Prüfen: beide Bänder liegen überall flach parallel, keine Verdrehung, beide Enden ausreichend lang.
Häufige Fehler
×Band verdreht im Knoten
×Enden zu kurz
×Knoten nur leicht angezogen
×Knoten nicht regelmäßig kontrollieren
Grenzen und Risiken
–Kein Ersatz für vernähte, geprüfte Schlingen im Bergsport.
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
Ein symmetrischer Verbindungsknoten für dicke oder steife Seile. Er verklemmt kaum und lässt sich nach schwerer Last gut lösen. Entscheidend ist der streng abwechselnde Verlauf über und unter.
Die Schrittfolge dieses Knotens ist noch nicht fachlich geprüft. Knoten nach dem Binden immer mit einer zuverlässigen Abbildung oder einer erfahrenen Person vergleichen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Schritte
1
Auge im ersten Seil
Lege im ersten Seil ein Auge, bei dem das Ende unter dem stehenden Part liegt.
2
Zweites Seil einflechten
Führe das Ende des zweiten Seils: unter das Auge, über den stehenden Part des ersten Seils, unter dessen Ende, über das Auge, unter sich selbst und wieder über das Auge hinaus.
3
Muster prüfen
Prüfen: Jede Kreuzung wechselt über und unter, und die beiden Enden liegen diagonal auf gegenüberliegenden Seiten des Knotens.
4
Belasten
Ziehe langsam an beiden stehenden Parts; der Knoten zieht sich zu einer kompakten Form zusammen.
Häufige Fehler
×Eine Kreuzung falsch (zweimal hintereinander über oder unter)
×Beide Enden auf derselben Seite – das ergibt eine schwächere Form
×Enden zu kurz
Grenzen und Risiken
–Für dünne, glatte Schnur besser andere Verbindungsknoten wählen.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Ein Schotstek mit einer zusätzlichen Windung um die Bucht. Er hält ungleich dicke, glatte oder steife Seile sicherer zusammen als der einfache Schotstek und lässt sich trotzdem wieder lösen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Schritte
1
Bucht im dickeren Seil
Lege mit dem dickeren Seil eine Bucht.
2
Dünnes Seil durch die Bucht
Führe das dünnere Seil von unten durch die Bucht.
3
Erste Windung
Führe es um beide Schenkel der Bucht und unter sich selbst hindurch, wie beim Schotstek.
4
Zweite Windung
Lege eine zweite Windung um die Bucht und stecke erneut unter dem dünnen Seil durch. Beide Enden sollen auf derselben Seite liegen. Festziehen.
Häufige Fehler
×Bucht im dünneren Seil statt im dickeren
×Enden auf verschiedenen Seiten (schwächere Form)
×Zweite Windung nicht unter sich selbst gesteckt
Grenzen und Risiken
–Bei sehr großem Dickenunterschied kann auch er rutschen – dann testen und ggf. anders verbinden.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Zwei Überhandknoten, jeder um das andere Seil gebunden, die beim Festziehen gegeneinander rutschen. Schnell und einfach für dünne Schnüre und Leinen; nach Belastung schwer zu lösen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Dünne Schnur
Paracord(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Parallel legen
Lege die beiden Enden gegenläufig nebeneinander.
2
Erster Überhandknoten
Binde mit dem ersten Ende einen Überhandknoten um das zweite Seil.
3
Zweiter Überhandknoten
Binde mit dem zweiten Ende einen Überhandknoten um das erste Seil, spiegelbildlich.
4
Zusammenziehen
Ziehe beide Knoten einzeln fest und dann an den stehenden Parts, bis sie aneinanderliegen.
Häufige Fehler
×Knoten nicht spiegelbildlich – sie liegen dann schlecht aneinander
×Enden zu kurz
Grenzen und Risiken
–Für dickere oder glatte Seile ist der doppelte Spierenstich oder doppelte Schotstek geeigneter.
Quellen
[1]
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
[2]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Ein symmetrischer Verbindungsknoten aus zwei ineinandergelegten Augen. Er gilt als sehr sicher gegen Aufgehen und lässt sich nach Belastung trotzdem gut lösen. Die Schrittfolge ist leicht zu verwechseln – fertigen Knoten immer prüfen.
Die Schrittfolge dieses Knotens ist noch nicht fachlich geprüft. Knoten nach dem Binden immer mit einer zuverlässigen Abbildung oder einer erfahrenen Person vergleichen.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Material
Seil
Paracord(optional)
Schritte
1
Erstes Auge
Lege mit dem ersten Seil ein Auge, das Ende liegt oben auf dem stehenden Part (Form einer 6).
2
Zweites Auge spiegelbildlich
Lege mit dem zweiten Seil ein spiegelbildliches Auge, das Ende liegt unter dem stehenden Part (Form einer 9).
3
Augen überlappen
Lege das zweite Auge so auf das erste, dass sich die Öffnungen decken.
4
Enden durch die Mitte
Führe ein Ende von oben nach unten und das andere von unten nach oben durch die gemeinsame Mitte. Langsam festziehen; der fertige Knoten ist symmetrisch, die Enden zeigen in entgegengesetzte Richtungen.
Häufige Fehler
×Beide Augen gleich statt spiegelbildlich legen
×Beide Enden in dieselbe Richtung durchstecken
×Knoten nicht mit einer Abbildung vergleichen
Grenzen und Risiken
–Nur sinnvoll, wenn man den Knoten sicher erkennt und prüfen kann.
Quellen
[1]
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Ein Kreuzknoten, bei dem der erste Schlag doppelt gelegt wird. Die doppelte Windung hält die Spannung, während man den zweiten Schlag bindet – ideal zum Zubinden von Paketen, Säcken und Bündeln. Hier als Bindeknoten, nicht als medizinische Technik.
Nicht für lebenssichernde Zwecke: weder zum Klettern, Abseilen, Retten noch zum Heben oder Sichern von Personen. Dafür sind geprüfte Ausrüstung, Normseile und eine fachliche Ausbildung erforderlich.
Wie der Kreuzknoten ist er ein Bindeknoten, kein zuverlässiger Verbindungsknoten für belastete Seile. Zum Verbinden einen Schotstek oder Spierenstich verwenden.
Material
Dünne Schnur
Paracord(optional)
Fertiger Knoten (Endzustand der Seilgeometrie)
Schritte
1
Um das Bündel legen
Lege die Schnur von unten um das Bündel und führe beide Enden oben zusammen. In der Zeichnung ist das Bündel von der Seite zu sehen: Das linke Ende läuft vor dem Bündel nach oben, das rechte dahinter.
2
Erster Schlag doppelt: rechts über links
Lege das rechte Ende über das linke und führe es darunter hinter dem linken Ende herum. Dann noch einmal genauso, ein Stück unterhalb der ersten Windung: wieder vorn über das linke Ende und dahinter herum. Zum Schluss kommt es rechts über seinem eigenen Strang wieder nach oben. Fest anziehen.
3
Zweiter Schlag einfach: links über rechts
Jetzt nur einmal und genau umgekehrt, wie beim Kreuzknoten: Lege das Ende, das links liegt, über das rechte. Führe es unterhalb dieser Kreuzung hinter dem rechten Ende herum und links über seinen eigenen Strang wieder nach oben.
4
Festziehen und prüfen
Fest anziehen. Die Enden sollen auf derselben Seite liegen wie beim Kreuzknoten.