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Psychologie und Entscheidungen

Klar denken unter Druck

SurviveBetter · Stand 2026-10-12 · 26 Einträge

Stress, Panik und Erschöpfung beeinflussen Entscheidungen. Wer die Mechanismen kennt, priorisiert besser.

01 · Stress und Panik · Fachliche Prüfung folgt

Stress im Notfall: was im Körper und im Kopf passiert

In einer plötzlichen Gefahr schaltet der Körper auf Alarm: Herz und Atmung beschleunigen sich, der Blick verengt sich, feine Bewegungen und klares Denken werden schwieriger. Manche handeln hektisch, andere erstarren. Das sind normale Reaktionen auf eine außergewöhnliche Situation. Wer sie kennt, kann gegensteuern – mit einfachen Routinen, Checklisten und einem bewussten Innehalten.

Brustschmerz, Atemnot, Herzrasen oder Taubheitsgefühle können auch körperliche Ursachen haben. Im Zweifel nicht als „nur Stress“ abtun, sondern den Notruf wählen (in der EU 112).

Halten starke Belastungsreaktionen über Wochen an oder schränken sie den Alltag deutlich ein, professionelle Hilfe suchen.

Schritte

  1. 1

    Körperliche Zeichen

    Herzklopfen, schnelle Atmung, Zittern, Schwitzen, trockener Mund, Übelkeit, weiche Knie, Kribbeln in Händen oder Lippen bei sehr schneller Atmung.

  2. 2

    Wahrnehmung

    Tunnelblick, Geräusche werden überhört, Zeitgefühl verzerrt sich, Erinnerungslücken. Hinweise am Rand werden leicht übersehen.

  3. 3

    Denken und Handeln

    Festhalten am ersten Plan, Schwierigkeiten beim Abwägen, Vergessen einfacher Dinge (z. B. Adresse beim Notruf), hektisches Handeln oder Erstarren.

  4. 4

    Danach

    Erschöpfung, Weinen, Zittern, Gereiztheit, Schlafprobleme oder wiederkehrende Bilder in den Tagen danach sind häufig und klingen bei vielen Menschen mit der Zeit ab.

  5. 5

    Gegensteuern

    Kurz innehalten und bewusst langsamer ausatmen, eine Aufgabe nach der anderen erledigen, laut sprechen, Checklisten und vorbereitete Pläne nutzen, andere einbinden.

Häufige Fehler

  • Eigene Stressreaktion als Versagen deuten
  • Unter Stress komplizierte Entscheidungen allein treffen wollen
  • Körperliche Notfälle für Panik halten
  • Annehmen, dass Menschen, die ruhig wirken, nicht belastet sind

Grenzen und Risiken

  • Keine Diagnose, keine Therapie
  • Allgemeine Beschreibung – individuelle Reaktionen unterscheiden sich stark

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

  3. [3]

    National Child Traumatic Stress Network and National Center for PTSD (USA) (2006): Psychological First Aid: Field Operations Guide, 2nd Edition

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-stress-reactions

02 · Stress und Panik · Fachliche Prüfung folgt

STOP: in Sekunden vom Schreck zum nächsten Schritt

Wenn Angst oder Panik hochkommen und keine unmittelbare Gefahr zum sofortigen Handeln zwingt, hilft eine kurze, feste Abfolge: Stehenbleiben, langsam ausatmen und im Hier und Jetzt ankommen, Denken, Beobachten, den nächsten kleinen Schritt planen. Die Abfolge ist an die bekannte STOP-Regel für Verirrte angelehnt und lässt sich überall anwenden.

Bei Feuer, Rauch, Gas, steigendem Wasser oder anderer unmittelbarer Gefahr nicht stehen bleiben: zuerst in Sicherheit bringen und Notruf wählen (in der EU 112).

Wenn Atemnot, Brustschmerz oder Benommenheit nicht nachlassen, kann eine körperliche Ursache dahinterstecken. Notruf wählen.

Schritte

  1. 1

    S – Stehenbleiben

    Anhalten, wenn möglich hinsetzen. Nichts mehr tun, was nicht sofort nötig ist. Laut oder innerlich sagen: „Stopp.“

  2. 2

    Atmen

    Einige Atemzüge lang ruhig durch die Nase einatmen und länger, langsam durch den Mund ausatmen. Nicht tief „pumpen“ – ruhig und gleichmäßig.

  3. 3

    Ankommen

    Füße auf dem Boden spüren, fünf Dinge benennen, die du siehst, und ein paar Dinge, die du hörst. Das lenkt die Aufmerksamkeit von der Angst zurück in die Umgebung.

  4. 4

    T – Denken

    Was ist die größte Gefahr gerade jetzt? Was weiß ich sicher, was vermute ich nur? Was habe ich schon richtig gemacht?

  5. 5

    O – Beobachten

    Umgebung, Wetter, Tageszeit, Menschen, Ausrüstung, Akku, Wasser. Wer weiß, wo ich bin? Gibt es Hilfe in der Nähe?

  6. 6

    P – Planen

    Den nächsten kleinen, konkreten Schritt festlegen und laut aussprechen („Ich rufe jetzt 112 an“, „Wir bleiben hier und ziehen die Jacken an“). Ausführen. Danach die Abfolge wiederholen.

Häufige Fehler

  • Den Stopp überspringen, „weil keine Zeit ist“ – meist sind ein, zwei Minuten da
  • Sich vornehmen, das ganze Problem auf einmal zu lösen
  • Hastig und tief atmen statt langsam auszuatmen
  • Den Stopp in echter Gefahr machen, statt erst wegzugehen

Grenzen und Risiken

  • Selbsthilfetechnik, keine Therapie
  • Nicht bei unmittelbarer Gefahr
  • Wirkung individuell unterschiedlich

Quellen

  1. [1]

    World Health Organization (2020): Doing What Matters in Times of Stress: An Illustrated Guide

  2. [2]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

  3. [3]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-stop-calm-down

03 · Stress und Panik · Fachliche Prüfung folgt

Wann professionelle Hilfe nötig ist

Die meisten Menschen erholen sich nach belastenden Ereignissen mit Unterstützung von Familie und Freunden. Sofort Hilfe – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) oder eine lokale Krisenhotline – braucht, wer an Suizid denkt, sich oder andere gefährdet oder den Bezug zur Realität verliert. Zeitnah professionelle Hilfe ist sinnvoll, wenn starke Belastung über Wochen nicht nachlässt oder den Alltag lähmt.

Bei Gedanken an Suizid oder Selbstverletzung, bei Gefahr für andere oder wenn jemand völlig die Kontrolle verliert: sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) oder eine lokale Krisenhotline anrufen und die Person nicht allein lassen.

Wenn jemand akut gefährdet ist, nicht allein lassen und – soweit gefahrlos möglich – gefährliche Gegenstände oder Medikamente aus der Reichweite nehmen, bis Hilfe da ist.

Auch Helferinnen und Helfer können nach Einsätzen stark belastet sein. Unterstützung anzunehmen ist ein Zeichen von Verantwortung, nicht von Schwäche.

Material

  • Dokumentenmappe (wasserdicht)(optional) – Liste mit Krisennummern, Hausarzt und Vertrauenspersonen

Schritte

  1. 1

    Akute Warnzeichen: sofort Hilfe

    Äußerungen über Suizid oder Selbstverletzung, Gefahr für andere, starke Verwirrtheit, Wahnideen oder völliger Kontrollverlust: lokale Notrufnummer (in der EU 112) oder lokale Krisenhotline anrufen und bei der Person bleiben.

  2. 2

    Direkt nachfragen

    Wenn du dir Sorgen machst, frag ruhig und direkt, ob die Person daran denkt, sich etwas anzutun. Zuhören, ernst nehmen, nicht bewerten und gemeinsam Hilfe holen.

  3. 3

    Anhaltende Belastung

    Zeitnah professionelle Hilfe suchen, wenn starke Angst, Niedergeschlagenheit, Schlaflosigkeit, Albträume oder sich aufdrängende Erinnerungen über Wochen nicht nachlassen oder schlimmer werden.

  4. 4

    Alltag funktioniert nicht mehr

    Wenn jemand nicht mehr für sich oder Kinder sorgen kann, sich völlig zurückzieht oder zunehmend Alkohol, Medikamente oder Drogen nutzt, um zurechtzukommen.

  5. 5

    Wo es Hilfe gibt

    Hausärztin oder Hausarzt, lokale Krisenhotline oder Krisendienst, psychotherapeutische und psychiatrische Angebote, Seelsorge sowie psychosoziale Angebote von Hilfsorganisationen nach Katastrophen. Kontaktdaten vorab notieren – im Notfall fehlt die Zeit zum Suchen.

  6. 6

    Weiter unterstützen

    Bei der Kontaktaufnahme helfen, zu Terminen begleiten, im Alltag entlasten und in Verbindung bleiben. Auch auf die eigenen Grenzen achten.

Häufige Fehler

  • Äußerungen über Suizid als „nur so dahergesagt“ abtun
  • Eine gefährdete Person allein lassen
  • Betroffene zum Erzählen drängen
  • Abwarten, bis es „von selbst“ besser wird, obwohl es seit Wochen schlechter wird
  • Eigene Belastung als Helfer ignorieren

Grenzen und Risiken

  • Keine Diagnose, keine Therapie
  • Keine konkreten Krisennummern – lokale Angebote selbst heraussuchen
  • Keine Medikamentenempfehlungen

Quellen

  1. [1]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

  2. [2]

    Inter-Agency Standing Committee (IASC) (2007): IASC Guidelines on Mental Health and Psychosocial Support in Emergency Settings

  3. [3]

    National Child Traumatic Stress Network and National Center for PTSD (USA) (2006): Psychological First Aid: Field Operations Guide, 2nd Edition

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-professional-help

04 · Stress und Panik · Fachliche Prüfung folgt

Psychologische Erste Hilfe ist keine Therapie, sondern menschlicher, praktischer Beistand für Menschen kurz nach einem belastenden Ereignis. Der WHO-Leitfaden beschreibt drei Handlungsprinzipien: auf Sicherheit und dringende Bedürfnisse schauen, zuhören ohne zu drängen und Betroffene mit Informationen, Angehörigen und Hilfsangeboten verbinden.

Bei Gedanken an Suizid oder Selbstverletzung, bei Gefahr für andere oder wenn jemand völlig die Kontrolle verliert: sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) oder eine lokale Krisenhotline anrufen und die Person nicht allein lassen.

Nur helfen, wenn der Ort sicher ist. Nicht in Gefahrenbereiche gehen, die Einsatzkräften vorbehalten sind.

Niemanden zum Erzählen drängen. Detailliertes Nachfragen zum Erlebten kann mehr schaden als nützen.

Schritte

  1. 1

    Vorbereiten

    Kurz klären: Was ist passiert, welche Hilfsdienste sind vor Ort, welche Gefahren bestehen? Sich als Helfer vorstellen und fragen, ob Hilfe gewünscht ist.

  2. 2

    Schauen

    Auf Sicherheit, sichtbare Verletzungen und dringende Grundbedürfnisse achten (Wärme, Wasser, Toilette, Medikamente). Menschen mit besonderem Bedarf erkennen: Kinder allein, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder starker Erregung.

  3. 3

    Zuhören

    Ruhig ansprechen, nach Bedürfnissen und Sorgen fragen, zuhören. Gefühle nicht bewerten, keine Versprechen machen, die man nicht halten kann. Schweigen aushalten.

  4. 4

    Beruhigen

    Bei starker Aufregung einen ruhigen Ort anbieten, langsam sprechen, auf Atmung und Umgebung lenken. Nicht festhalten oder bedrängen.

  5. 5

    Verbinden

    Helfen, Angehörige zu erreichen, verlässliche Informationen zu bekommen und Hilfsangebote zu finden. Nur weitergeben, was man sicher weiß.

  6. 6

    Abschließen

    Sagen, wenn man geht, und wer danach zuständig ist. Auf sich selbst achten und eigene Belastung ernst nehmen.

Häufige Fehler

  • Zum Erzählen drängen
  • Floskeln wie „Es hätte schlimmer kommen können“
  • Unsichere Informationen weitergeben
  • Eigene Grenzen übergehen
  • Diagnosen stellen

Grenzen und Risiken

  • Keine Therapie, keine Diagnose
  • Kein Ersatz für Notruf und Krisendienste
  • Kulturelle Unterschiede beachten

Quellen

  1. [1]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

  2. [2]

    National Child Traumatic Stress Network and National Center for PTSD (USA) (2006): Psychological First Aid: Field Operations Guide, 2nd Edition

  3. [3]

    Hobfoll, S. E. et al. – Psychiatry: Interpersonal and Biological Processes (2007): Five essential elements of immediate and mid-term mass trauma intervention: empirical evidence

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-pfa-look-listen-link

05 · Stress und Panik · Fachliche Prüfung folgt

In den Wochen nach einem Ereignis: normale Reaktionen und Selbsthilfe

Nach einem Unfall, Brand oder einer Katastrophe sind Schlafprobleme, wiederkehrende Bilder, Reizbarkeit oder Erschöpfung häufig und klingen bei vielen Menschen mit der Zeit ab. Ruhe, Struktur, soziale Kontakte und vorsichtiger Umgang mit Alkohol unterstützen die Erholung. Wenn Beschwerden anhalten oder zunehmen, ist Fachhilfe sinnvoll.

Bei Gedanken an Suizid oder Selbstverletzung, bei Gefahr für andere oder wenn jemand völlig die Kontrolle verliert: sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) oder eine lokale Krisenhotline anrufen und die Person nicht allein lassen.

Fachhilfe suchen, wenn Beschwerden über mehrere Wochen nicht nachlassen, stärker werden, Arbeit oder Beziehungen stark beeinträchtigen oder wenn Alkohol, Medikamente oder Drogen zur Bewältigung nötig scheinen.

Diese Hinweise ersetzen keine psychologische oder ärztliche Hilfe. Wenn Belastungen über Wochen anhalten oder den Alltag lähmen, Hausarzt, Beratungsstelle oder psychologische Fachleute einbeziehen.

Schritte

  1. 1

    Reaktionen einordnen

    Wissen, dass Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, Grübeln oder Gefühllosigkeit nach Belastungen häufig sind.

  2. 2

    Körper versorgen

    Regelmäßig essen und trinken, bewegen, Schlafzeiten einhalten. Alkohol und Koffein zurückhaltend.

  3. 3

    Struktur

    Alltagsroutinen schrittweise wieder aufnehmen; große Entscheidungen möglichst verschieben.

  4. 4

    Kontakt

    Mit vertrauten Menschen Zeit verbringen. Reden, wenn man möchte – Schweigen ist auch in Ordnung.

  5. 5

    Bilder begrenzen

    Wiederholtes Ansehen von Bildern und Videos des Ereignisses vermeiden.

  6. 6

    Verlauf beobachten

    Sich selbst und andere beobachten. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden Hausarzt oder Beratungsstelle ansprechen.

Häufige Fehler

  • Sich zum Funktionieren zwingen und Pausen streichen
  • Reaktionen als Schwäche abwerten
  • Bewältigung mit Alkohol
  • Andere zum Erzählen drängen

Grenzen und Risiken

  • Keine Diagnose
  • Keine Therapieanleitung

Quellen

  1. [1]

    Inter-Agency Standing Committee (IASC) (2007): IASC Guidelines on Mental Health and Psychosocial Support in Emergency Settings

  2. [2]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

  3. [3]

    Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Coping with Stress

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-after-event-coping

06 · Stress und Panik · Fachliche Prüfung folgt

Informationsflut begrenzen: bewusster Nachrichtenkonsum

Ständiges Verfolgen von Eilmeldungen, Livetickern und Videos kann Angst verstärken, ohne die Sicherheit zu erhöhen. Feste Informationszeiten, wenige verlässliche Quellen und bewusste Pausen helfen, informiert zu bleiben und trotzdem zur Ruhe zu kommen.

Nachrichtenpausen nicht auf amtliche Warnungen ausdehnen: Warn-Apps, Sirenen und Rundfunkdurchsagen für die eigene Region weiter empfangen.

Schritte

  1. 1

    Warnungen sichern

    Offizielle Warnkanäle für die eigene Region aktivieren, damit Wichtiges ankommt.

  2. 2

    Feste Zeiten

    Zwei bis drei feste Zeitpunkte am Tag für Nachrichten wählen, nicht direkt vor dem Schlafen.

  3. 3

    Wenige Quellen

    Ein bis zwei verlässliche Quellen statt vieler Kanäle.

  4. 4

    Benachrichtigungen reduzieren

    Push-Meldungen von Nachrichten-Apps abschalten, Warn-Apps eingeschaltet lassen.

  5. 5

    Prüffrage

    Vor dem Weiterlesen fragen: Ändert diese Information, was ich jetzt tue? Wenn nein, Pause.

  6. 6

    Kinder schützen

    Kinder nicht dauerhaft Nachrichten und Bildern aussetzen; Fragen kindgerecht beantworten.

Häufige Fehler

  • Doomscrolling bis spät in die Nacht
  • Warn-Apps mit Nachrichten-Apps gemeinsam abschalten
  • Videos von Opfern wiederholt ansehen

Grenzen und Risiken

  • Keine Behandlung von Angststörungen

Quellen

  1. [1]

    Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Coping with Stress

  2. [2]

    World Health Organization (2020): Doing What Matters in Times of Stress: An Illustrated Guide

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-media-diet

07 · Stress und Panik · Fachliche Prüfung folgt

Sicher in Menschenmengen: Dichte erkennen, früh ausweichen

Gefährlich wird eine Menschenmenge vor allem durch zu hohe Dichte, nicht in erster Linie durch „Panik“. Wer Ausgänge kennt, zunehmendes Gedränge früh bemerkt, sich an den Rand bewegt und nicht gegen den Strom kämpft, verringert sein Risiko deutlich. Bei Großveranstaltungen helfen ein Treffpunkt und ein geladenes Handy.

Wenn man sich nicht mehr frei bewegen kann, von der Menge geschoben wird oder kaum Luft bekommt: sofort Richtung Rand und weg von Engstellen, Gittern und Wänden bewegen. Nicht stehen bleiben, um zu filmen.

Wer im dichten Gedränge stürzt, sollte versuchen, sofort wieder aufzustehen. Gelingt das nicht, seitlich zusammenrollen und Kopf und Brustkorb mit den Armen schützen. Gestürzten nur helfen, wenn man selbst stabil steht.

Gefährliche Situationen sofort Ordnern oder Polizei melden; im Notfall die lokale Notrufnummer (in der EU 112).

Material

  • Mobiltelefon(optional)

Schritte

  1. 1

    Ankommen und orientieren

    Notausgänge, Ordner und Sanitätsposten merken. Treffpunkt für die Gruppe vereinbaren, falls man getrennt wird.

  2. 2

    Position wählen

    Lieber am Rand als in der Mitte oder direkt vor der Bühne; Engstellen, Treppen und Absperrungen meiden.

  3. 3

    Dichte beobachten

    Warnzeichen: Körperkontakt von allen Seiten, Wellenbewegungen der Menge, Schreie, man wird mitgeschoben.

  4. 4

    Früh ausweichen

    Diagonal zum Strom Richtung Rand bewegen, nicht dagegen ankämpfen. In Pausen zwischen Wellen Schritte machen.

  5. 5

    Atemraum schaffen

    Arme angewinkelt vor die Brust halten, um etwas Raum zum Atmen zu bewahren. Ruhig bleiben, Kräfte sparen.

  6. 6

    Gehen

    Bei Unwohlsein, zunehmender Enge oder Durchsagen frühzeitig gehen. Kinder an der Hand halten oder gar nicht ins Gedränge mitnehmen.

Häufige Fehler

  • Gegen den Strom drängen
  • Stehen bleiben, um etwas aufzuheben oder zu filmen
  • Mit Kinderwagen in dichte Mengen
  • Notausgänge erst im Ernstfall suchen

Grenzen und Risiken

  • Keine Garantie für Sicherheit
  • Keine Planungshilfe für Veranstalter

Quellen

  1. [1]

    G. Keith Still – CRC Press (2014): Introduction to Crowd Science

  2. [2]

    European Commission: 112 – the European emergency number

    https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/112

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-crowd-safety

08 · Stress und Panik · Fachliche Prüfung folgt

Vorsorgen ohne Angst: Sorgen in kleine Pläne verwandeln

Nachrichten über Krisen können ein Gefühl von Ohnmacht auslösen. Vorsorge hilft dagegen am besten, wenn sie konkret, begrenzt und machbar ist: eine Sorge benennen, einen kleinen Schritt planen und erledigen, dann bewusst wieder etwas anderes tun. Ziel ist Handlungsfähigkeit, nicht ständige Alarmbereitschaft.

Diese Hinweise ersetzen keine psychologische oder ärztliche Hilfe. Wenn Belastungen über Wochen anhalten oder den Alltag lähmen, Hausarzt, Beratungsstelle oder psychologische Fachleute einbeziehen.

Wer merkt, dass Vorsorge zu immer mehr Käufen, Kontrollen oder Schlaflosigkeit führt, sollte innehalten und mit jemandem darüber sprechen.

Schritte

  1. 1

    Sorge benennen

    Die Sorge in einem Satz aufschreiben, z. B. „Was machen wir bei mehrtägigem Stromausfall?“.

  2. 2

    In zwei Spalten teilen

    Was kann ich beeinflussen (Vorrat, Plan, Kontakte)? Was nicht (Ursache, Zeitpunkt)? Nur mit der ersten Spalte weiterarbeiten.

  3. 3

    Einen kleinen Schritt

    Einen Schritt wählen, der in unter einer Stunde machbar ist, und ihn erledigen – z. B. Taschenlampe und Batterien prüfen.

  4. 4

    Bewusst abschließen

    Erledigtes abhaken, den nächsten Schritt notieren und sich dann bewusst etwas anderem zuwenden.

  5. 5

    Informationen begrenzen

    Nachrichten zu festen Zeiten aus wenigen verlässlichen Quellen lesen.

Häufige Fehler

  • Alles auf einmal erledigen wollen
  • Vorsorge mit Katastrophenvideos „motivieren“
  • Kinder mit Schreckensszenarien einbeziehen
  • Vorsorge aufschieben, weil sie Angst macht

Grenzen und Risiken

  • Keine Behandlung von Angststörungen
  • Keine Vorsorgecheckliste (siehe Familie und Haushalt)

Quellen

  1. [1]

    World Health Organization (2020): Doing What Matters in Times of Stress: An Illustrated Guide

  2. [2]

    Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Coping with Stress

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-preparedness-without-fear

09 · Stress und Panik · Fachliche Prüfung folgt

Schuldgefühle nach Krisen: normale Reaktion, wann Hilfe nötig ist

Nach Unglücken fragen sich viele: „Warum ich und nicht die anderen?“ oder „Hätte ich mehr tun können?“. Solche Schuld- und Schamgefühle sind häufige Reaktionen und kein Zeichen von Schwäche. Darüber sprechen, die eigene Lage im Rückblick fair bewerten und Alltag und Kontakte pflegen hilft. Halten Gefühle an, verstärken sich oder kommen Gedanken an Selbstverletzung auf, sofort Hilfe holen.

Bei Gedanken an Suizid oder Selbstverletzung, bei Gefahr für andere oder wenn jemand völlig die Kontrolle verliert: sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) oder eine lokale Krisenhotline anrufen und die Person nicht allein lassen.

Diese Hinweise ersetzen keine psychologische oder ärztliche Hilfe. Wenn Belastungen über Wochen anhalten oder den Alltag lähmen, Hausarzt, Beratungsstelle oder psychologische Fachleute einbeziehen.

Alkohol oder andere Substanzen zum „Betäuben“ verschlimmern Belastungen oft. Wer das bei sich bemerkt, sollte Hilfe suchen.

Schritte

  1. 1

    Als normale Reaktion erkennen

    Sich sagen: Viele Menschen erleben nach solchen Ereignissen Schuldgefühle. Sie zeigen, dass mir andere wichtig sind.

  2. 2

    Fair zurückblicken

    Fragen: Was wusste ich damals wirklich? Wie viel Zeit hatte ich? Was war tatsächlich möglich? Wie würde ich einen Freund in derselben Lage beurteilen?

  3. 3

    Darüber sprechen

    Mit vertrauten Menschen, Seelsorge, Selbsthilfe- oder Beratungsangeboten reden – in eigenem Tempo, ohne Zwang zu Details.

  4. 4

    Sinnvolles tun

    Manchen hilft es, anderen zu helfen, zu gedenken oder sich zu engagieren – wenn es sich stimmig anfühlt.

  5. 5

    Fachhilfe suchen, wenn …

    … Gefühle über Wochen nicht nachlassen, Schlaf, Arbeit oder Beziehungen stark leiden, Rückzug zunimmt oder Gedanken an Selbstverletzung auftreten.

Häufige Fehler

  • Gefühle verdrängen und „funktionieren“
  • Betroffenen sagen „Sei doch froh, dass du lebst“
  • Sich zurückziehen
  • Andere zum Erzählen drängen

Grenzen und Risiken

  • Keine Diagnose oder Behandlung
  • Keine Trauerbegleitung im engeren Sinn

Quellen

  1. [1]

    National Child Traumatic Stress Network and National Center for PTSD (USA) (2006): Psychological First Aid: Field Operations Guide, 2nd Edition

  2. [2]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

  3. [3]

    Inter-Agency Standing Committee (IASC) (2007): IASC Guidelines on Mental Health and Psychosocial Support in Emergency Settings

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-guilt-survivor-feelings

10 · Stress und Panik · Fachliche Prüfung folgt

Selbstfürsorge für Helfende: nicht ausbrennen

Wer in Krisen anderen hilft – als Nachbar, Ehrenamtliche oder pflegender Angehöriger –, vergisst oft sich selbst. Erschöpfung, Gereiztheit, Schlafprobleme und Rückzug sind Warnzeichen. Feste Pausen, Schichten, Essen und Schlaf, Austausch im Team und klare Grenzen sind keine Schwäche, sondern Voraussetzung, um länger helfen zu können.

Bei Gedanken an Suizid oder Selbstverletzung, bei Gefahr für andere oder wenn jemand völlig die Kontrolle verliert: sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) oder eine lokale Krisenhotline anrufen und die Person nicht allein lassen.

Übermüdete Helfer machen Fehler und verletzen sich leichter. Gefährliche Tätigkeiten (Fahren, Werkzeuge, Aufräumen nach Unwettern) nur ausgeruht.

Diese Hinweise ersetzen keine psychologische oder ärztliche Hilfe. Wenn Belastungen über Wochen anhalten oder den Alltag lähmen, Hausarzt, Beratungsstelle oder psychologische Fachleute einbeziehen.

Schritte

  1. 1

    Vor dem Einsatz

    Eigene Lage klären: Gesundheit, Familie versorgt? Wie lange kann ich realistisch helfen? Wer ist mein Ansprechpartner?

  2. 2

    Während des Einsatzes

    Feste Pausen, essen und trinken, Schichten einhalten, sich mit anderen abwechseln, nur Aufgaben im eigenen Können übernehmen.

  3. 3

    Warnzeichen beachten

    Gereiztheit, Schlaflosigkeit, Zynismus, Gefühl der Unersetzbarkeit, vermehrter Alkoholkonsum, Rückzug: Zeichen, kürzerzutreten.

  4. 4

    Austauschen

    Im Team oder mit Vertrauten über Erlebtes sprechen, ohne andere mit Details zu überladen.

  5. 5

    Nach dem Einsatz

    Bewusst abschließen, ausruhen, Zeit mit Familie und Freunden, angenehme Tätigkeiten. Bei anhaltender Belastung Fachhilfe oder Unterstützungsangebote der Organisation nutzen.

Häufige Fehler

  • Durcharbeiten ohne Pause
  • Sich für unersetzbar halten
  • Belastendes nie ansprechen
  • Hilfe über die eigenen Fähigkeiten hinaus
  • Erschöpfung mit Alkohol oder Koffein überdecken

Grenzen und Risiken

  • Keine Behandlung von Burnout oder Traumafolgen
  • Keine Organisationsberatung

Quellen

  1. [1]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

  2. [2]

    IFRC Reference Centre for Psychosocial Support (2012): Caring for Volunteers: A Psychosocial Support Toolkit

  3. [3]

    Inter-Agency Standing Committee (IASC) (2007): IASC Guidelines on Mental Health and Psychosocial Support in Emergency Settings

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-helper-self-care

11 · Entscheidungen · Fachliche Prüfung folgt

Gute Entscheidungen unter Druck: Prioritäten und Denkfallen

Unter Stress greifen Menschen auf Abkürzungen zurück: Sie halten am ursprünglichen Plan fest, unterschätzen neue Gefahren oder folgen der Masse. Eine einfache Prioritätenliste – erst Lebensgefahr, dann Verletzungen, Schutz vor Witterung, Wasser, Kommunikation, Nahrung – und vorher festgelegte Umkehr- und Auslösepunkte helfen, solche Denkfallen zu umgehen.

Warnungen und Evakuierungsanordnungen der Behörden haben Vorrang vor eigenen Abwägungen. Wer zögert, verliert oft die sichere Gelegenheit zum Gehen.

Bei unmittelbarer Lebensgefahr nicht abwägen, sondern handeln: in Sicherheit bringen und Notruf wählen (in der EU 112).

Schritte

  1. 1

    Prioritäten kennen

    1. Unmittelbare Lebensgefahr abwenden und Hilfe rufen. 2. Verletzungen versorgen. 3. Schutz vor Kälte, Nässe oder Hitze. 4. Wasser. 5. Kommunikation und Signale. 6. Nahrung. Die Reihenfolge kann sich je nach Lage verschieben – sie ist ein Startpunkt.

  2. 2

    Auslöse- und Umkehrpunkte vorher festlegen

    Vorher festlegen, wann gehandelt wird: „Um 14 Uhr kehren wir um, egal wo wir sind“, „Bei einer Unwetterwarnung fahren wir nicht los“, „Bei Evakuierungsempfehlung gehen wir sofort“.

  3. 3

    Denkfallen benennen

    Fragen: Halte ich nur am Plan fest, weil ich schon so viel investiert habe? Unterschätze ich die Lage, weil sie ungewohnt ist? Folge ich nur den anderen?

  4. 4

    Optionen laut aussprechen

    Zwei bis drei Möglichkeiten nennen, jeweils mit dem schlimmsten realistischen Ausgang. Die Option wählen, deren schlimmster Fall am ehesten zu überleben ist.

  5. 5

    Widerspruch einladen

    In der Gruppe ausdrücklich nach Einwänden fragen. Wer Bedenken hat, soll sie äußern dürfen, ohne als Spielverderber zu gelten.

  6. 6

    Regelmäßig neu bewerten

    Entscheidungen in festen Abständen und bei jeder neuen Information überprüfen. Umkehren oder Planänderung ist kein Scheitern.

Häufige Fehler

  • Am Gipfel- oder Reiseziel festhalten, obwohl die Bedingungen schlechter werden
  • Warnungen ignorieren, weil „es bisher nie schlimm war“
  • Entscheidungen der lautesten Person überlassen
  • Grenzen erst in der Situation festlegen

Grenzen und Risiken

  • Faustregeln, keine Garantie für richtige Entscheidungen
  • Behördliche Anweisungen haben Vorrang

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-decisions-under-stress

12 · Entscheidungen · Fachliche Prüfung folgt

Gerüchte und Falschinformationen in Krisen erkennen

In Krisen verbreiten sich Gerüchte schnell, weil Informationen fehlen und Angst groß ist. Falsche Meldungen können zu gefährlichen Entscheidungen führen, etwa falschen Evakuierungswegen oder Hamsterkäufen. Wer offizielle Quellen kennt, Meldungen prüft und nichts ungeprüft weiterleitet, schützt sich und andere.

Bei Widersprüchen gelten die Anweisungen der zuständigen Behörden und Einsatzkräfte vor Ort, nicht Meldungen aus sozialen Medien oder Messengern.

Material

  • Batterie- oder Kurbelradio(optional)

Schritte

  1. 1

    Quellen festlegen

    Vorab notieren: Behörden-Websites, Warn-Apps, regionaler Rundfunk. Bei Stromausfall ein batteriebetriebenes Radio.

  2. 2

    Wer sagt das?

    Ist die Quelle erkennbar und zuständig? „Ein Freund eines Polizisten hat gesagt …“ ist keine Quelle.

  3. 3

    Wann und wo?

    Datum, Ort und Kontext prüfen. Alte Bilder und Meldungen tauchen in neuen Krisen oft wieder auf.

  4. 4

    Gegenprüfen

    Steht es auch bei offiziellen Stellen oder mehreren etablierten Medien?

  5. 5

    Nicht weiterleiten

    Ungeprüftes nicht teilen. Im Zweifel nachfragen oder auf die offizielle Quelle verweisen.

Häufige Fehler

  • Weiterleiten „sicherheitshalber“
  • Emotionalen Schlagzeilen vertrauen
  • Nur eine Quelle nutzen
  • Alte Meldungen für aktuell halten

Grenzen und Risiken

  • Keine Anleitung zur technischen Faktenprüfung von Bildern

Quellen

  1. [1]

    Inter-Agency Standing Committee (IASC) (2007): IASC Guidelines on Mental Health and Psychosocial Support in Emergency Settings

  2. [2]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-rumours-misinformation

13 · Entscheidungen · Fachliche Prüfung folgt

Entscheidungslast in langen Krisen verringern

In Krisen fallen ständig Entscheidungen an – oft müde, unter Zeitdruck und mit unvollständigen Informationen. Wer Routinen, Checklisten und vorab vereinbarte Regeln nutzt, Entscheidungen verteilt und wichtige Fragen in ausgeruhte Momente legt, spart Kraft für das, was wirklich zählt.

Sicherheitsrelevante Entscheidungen (Fahren, Gasgeräte, Evakuierung) nicht allein und übermüdet treffen; wenn möglich, eine zweite Person gegenprüfen lassen.

Schritte

  1. 1

    Routinen festlegen

    Wiederkehrendes einmal regeln: Essenszeiten, Wasserration, Nachrichtenzeiten, Ladezeiten für Geräte.

  2. 2

    Auslösepunkte vereinbaren

    Vorher festlegen, bei welchen Zeichen gehandelt wird (z. B. „Wenn das Wasser bis X steigt, gehen wir“).

  3. 3

    Entscheidungen verteilen

    Zuständigkeiten aufteilen (Essen, Kinder, Informationen, Technik); nicht jede Frage an eine Person richten.

  4. 4

    Zeitpunkt wählen

    Große, nicht dringende Entscheidungen auf ausgeruhte Momente legen, z. B. nach Schlaf und Essen.

  5. 5

    „Gut genug“ zulassen

    Bei Kleinigkeiten die erste vernünftige Option nehmen statt die perfekte zu suchen.

Häufige Fehler

  • Alles spontan entscheiden
  • Eine Person entscheidet alles
  • Wichtige Entscheidungen nachts und übermüdet
  • Endlos nach der besten Lösung für Nebensächliches suchen

Grenzen und Risiken

  • Keine Hilfe bei akuter Gefahr – dort feste Prioritäten

Quellen

  1. [1]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Make A Plan

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-decision-fatigue

14 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Eine Gruppe in der Krise ruhig und handlungsfähig halten

Ob Familie, Nachbarschaft, Reisegruppe oder Notunterkunft: Eine Gruppe bleibt ruhiger, wenn sie verlässliche Informationen bekommt, jeder eine Aufgabe hat, Grundbedürfnisse geregelt sind und niemand allein gelassen wird. Eine ruhige, koordinierende Person, feste Absprachen und offene, ehrliche Kommunikation wirken mehr als Durchhalteparolen.

Bei Gedanken an Suizid oder Selbstverletzung, bei Gefahr für andere oder wenn jemand völlig die Kontrolle verliert: sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) oder eine lokale Krisenhotline anrufen und die Person nicht allein lassen.

Anweisungen von Behörden und Einsatzkräften haben Vorrang. Gerüchte nicht weitergeben, sondern an offiziellen Quellen prüfen.

Niemanden drängen, über Erlebtes zu sprechen. Zuhören, wenn jemand reden möchte, reicht oft aus.

Material

  • Batterie- oder Kurbelradio(optional) – Verlässliche Informationen zu festen Zeiten
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)

Schritte

  1. 1

    Koordination klären

    Eine ruhige Person übernimmt die Koordination – nicht unbedingt die lauteste. Sie sammelt Informationen, verteilt Aufgaben und trifft Entscheidungen nach kurzer Rücksprache.

  2. 2

    Zusammenbleiben und zählen

    Alle zusammenhalten, Personen zählen, Paare bilden, die aufeinander achten. Wer die Gruppe verlässt, sagt Bescheid.

  3. 3

    Ehrlich informieren

    Kurz und ruhig sagen, was bekannt ist, was nicht bekannt ist und was als Nächstes passiert. Feste Zeiten für Neuigkeiten vereinbaren, statt dauernd Gerüchte auszutauschen.

  4. 4

    Aufgaben verteilen

    Jeder bekommt eine passende Aufgabe: Wasser, Licht, Essen, Kinder beschäftigen, Radio hören, Nachbarn prüfen. Gerade ängstliche Menschen profitieren von etwas Sinnvollem zu tun.

  5. 5

    Grundbedürfnisse sichern

    Wärme oder Kühle, Wasser, Essen, Toilette, Ruhe- und Schlafplätze organisieren. Hunger, Durst, Kälte und Müdigkeit verstärken Angst und Streit.

  6. 6

    Auf Schwächere achten

    Kinder, ältere, kranke und behinderte Menschen sowie Menschen, die sehr still oder sehr aufgewühlt sind, gezielt im Blick behalten.

  7. 7

    Konflikte früh ansprechen

    Spannungen ruhig und früh ansprechen, Ressourcen fair und sichtbar verteilen, Entscheidungen begründen. Bei Drohungen oder Gewalt Abstand halten und Notruf wählen.

  8. 8

    Kleine Ziele setzen

    Erreichbare Ziele für die nächsten Stunden setzen und Erfolge benennen („Wasser ist gesichert“, „Alle sind warm“). Das stärkt Zuversicht.

Häufige Fehler

  • Informationen zurückhalten oder beschönigen
  • Lautstark Befehle geben statt zu erklären
  • Gerüchte unkritisch weitergeben
  • Einzelne ausschließen oder allein lassen
  • Grundbedürfnisse wie Schlaf und Essen vernachlässigen

Grenzen und Risiken

  • Keine Anleitung für Einsatzführung oder Sicherheitsdienste
  • Bei Gewalt Notruf, nicht Schlichtung um jeden Preis

Quellen

  1. [1]

    Hobfoll, S. E. et al. – Psychiatry: Interpersonal and Biological Processes (2007): Five essential elements of immediate and mid-term mass trauma intervention: empirical evidence

  2. [2]

    Inter-Agency Standing Committee (IASC) (2007): IASC Guidelines on Mental Health and Psychosocial Support in Emergency Settings

  3. [3]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-group-calm

15 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Kindern in Krisen mit ihren Ängsten helfen

Kinder orientieren sich stark an ihren Bezugspersonen. Nähe, ein ruhiger Ton, ehrliche und altersgerechte Erklärungen, vertraute Abläufe und Spiel helfen ihnen am meisten. Rückschritte wie Anklammern, Einnässen oder Schlafprobleme sind nach belastenden Ereignissen häufig. Halten starke Reaktionen an, professionelle Unterstützung suchen.

Bei Gedanken an Suizid oder Selbstverletzung, bei Gefahr für andere oder wenn jemand völlig die Kontrolle verliert: sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) oder eine lokale Krisenhotline anrufen und die Person nicht allein lassen.

Kinder möglichst nicht von ihren Bezugspersonen trennen. Bei Evakuierungen und in Notunterkünften Namen und Kontaktdaten der Eltern bei kleinen Kindern mitführen (z. B. Zettel in der Jacke).

Dauernde Bilder und Berichte von Katastrophen in Fernsehen und sozialen Medien können Kinder zusätzlich ängstigen. Medienkonsum begrenzen und gemeinsam einordnen.

Material

  • Trost- und Beschäftigungssachen für Kinder – Kuscheltier, Spiel, Malsachen – auch im Notfallrucksack

Schritte

  1. 1

    Erst selbst durchatmen

    Kurz innehalten und ruhig ausatmen, bevor du mit dem Kind sprichst. Auch Erwachsene dürfen Angst zeigen – entscheidend ist, dass sie dabei handlungsfähig wirken.

  2. 2

    Nähe geben

    Beim Kind bleiben, Körperkontakt anbieten, auf Augenhöhe gehen. Kleine Kinder brauchen vor allem Nähe und eine vertraute Stimme.

  3. 3

    Ehrlich und einfach erklären

    In kurzen, altersgerechten Sätzen sagen, was passiert ist und was die Erwachsenen tun, damit alle sicher sind. Fragen beantworten; „Das weiß ich noch nicht“ ist eine ehrliche Antwort. Keine Versprechen machen, die nicht sicher sind.

  4. 4

    Gefühle erlauben

    Angst, Wut oder Traurigkeit benennen und annehmen („Das war wirklich erschreckend“). Nicht auslachen oder kleinreden.

  5. 5

    Routinen erhalten

    Feste Zeiten für Essen, Schlafen und Spielen beibehalten, so gut es geht. Vertraute Rituale wie Gute-Nacht-Geschichten fortsetzen.

  6. 6

    Spielen und beschäftigen

    Spielen, Malen und Bewegung helfen Kindern, Erlebtes zu verarbeiten. Kleine Aufgaben (Taschenlampe halten, Wasser verteilen) geben ein Gefühl von Wirksamkeit.

  7. 7

    Reaktionen beobachten

    Anklammern, Rückschritte, Albträume, Bauchweh oder Gereiztheit sind nach belastenden Ereignissen häufig. Geduldig reagieren. Halten starke Reaktionen über Wochen an oder spricht ein Kind davon, sich etwas anzutun, professionelle Hilfe suchen.

Häufige Fehler

  • Kinder anlügen oder gar nicht informieren
  • Kinder Erwachsenengespräche über Ängste und Schreckensnachrichten mithören lassen
  • Rückschritte bestrafen
  • Kinder unnötig von Bezugspersonen trennen
  • Eigene Erschöpfung ignorieren

Grenzen und Risiken

  • Keine Diagnose von Traumafolgen
  • Bei anhaltenden oder schweren Reaktionen Fachleute einbeziehen

Quellen

  1. [1]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

  2. [2]

    National Child Traumatic Stress Network and National Center for PTSD (USA) (2006): Psychological First Aid: Field Operations Guide, 2nd Edition

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-children-fears

16 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Schlaf und Tagesstruktur in langen Krisen

Ein mehrtägiger Stromausfall, eine Evakuierung oder lange Isolation zermürben vor allem durch Unsicherheit und Schlafmangel. Eine einfache Tagesstruktur, geschützte Ruhezeiten, Wach- und Ruheschichten in der Gruppe, Tageslicht, Bewegung und feste Nachrichtenzeiten helfen, über Tage und Wochen handlungsfähig zu bleiben.

Übermüdung verlangsamt Reaktionen und verschlechtert Urteilsvermögen. Übermüdet nicht Auto fahren, nicht mit Werkzeugen, Feuer oder Generatoren hantieren und keine riskanten Entscheidungen allein treffen.

Zum Wärmen im Schlafraum nie Grills, Gaskocher, Heizpilze für draußen oder Generatoren verwenden – Kohlenmonoxid ist geruchlos und kann im Schlaf töten.

Ohrstöpsel nur nutzen, wenn Warnungen, Alarme oder Rufe trotzdem wahrgenommen werden – etwa weil jemand Wache hält.

Material

  • Ohrstöpsel und Schlafmaske(optional)
  • Isomatte(optional)
  • Wolldecke / Bettdecke(optional)
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional) – Rotlicht- oder gedimmter Modus stört den Schlaf anderer weniger

Schritte

  1. 1

    Tagesplan festlegen

    Feste Zeiten für Aufstehen, Mahlzeiten, Aufgaben, Nachrichten, Ruhe und Schlafen vereinbaren und sichtbar aufschreiben.

  2. 2

    Wach- und Ruheschichten

    Wenn jemand wach bleiben muss (Kinder, Kranke, Sicherheit, Feuer im Ofen), Schichten einteilen, damit jeder einen zusammenhängenden Schlafblock bekommt.

  3. 3

    Schlafplatz verbessern

    Warm, trocken, möglichst dunkel und ruhig: Isolation vom Boden, Decken, Schlafmaske, gegebenenfalls Ohrstöpsel. Kinder in vertrauter Nähe schlafen lassen.

  4. 4

    Tageslicht und Bewegung

    Tagsüber Tageslicht suchen und sich bewegen, soweit sicher möglich. Das hilft vielen Menschen, abends leichter einzuschlafen.

  5. 5

    Nachrichten dosieren

    Offizielle Informationen zu festen Zeiten hören statt ständig. Eine Person verfolgt die Lage und gibt Wichtiges weiter.

  6. 6

    Abends herunterfahren

    Spät am Tag auf Koffein verzichten, Alkohol nicht als Schlafmittel nutzen, vor dem Schlafen etwas Ruhiges tun (Vorlesen, Gespräch, ruhige Atmung).

  7. 7

    Kurz ruhen, wenn nötig

    Fehlt nachts Schlaf, tagsüber kurze Ruhephasen einplanen – besonders vor anstrengenden oder riskanten Aufgaben.

Häufige Fehler

  • Tagelang „durchhalten“ ohne Schlaf
  • Ständig Nachrichten und soziale Medien verfolgen
  • Alkohol zum Einschlafen nutzen
  • Gefährliche Heizquellen im Schlafraum
  • Keine Aufgabenteilung – eine Person trägt alles

Grenzen und Risiken

  • Keine Behandlung von Schlafstörungen
  • Keine Empfehlungen zu Schlaf- oder Beruhigungsmitteln
  • Keine festen Stundenangaben – individueller Bedarf unterscheidet sich

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    Inter-Agency Standing Committee (IASC) (2007): IASC Guidelines on Mental Health and Psychosocial Support in Emergency Settings

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-sleep-routine

17 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Langes Warten und Langeweile aushalten

Ob eingeschneit, in einer Notunterkunft oder bei einem langen Stromausfall: Warten zermürbt, weil man wenig beeinflussen kann. Eine einfache Tagesstruktur, kleine sinnvolle Aufgaben, Bewegung im sicheren Rahmen und feste Zeiten für Informationen helfen, Grübeln und Gereiztheit zu begrenzen.

Beschäftigung darf nicht zu riskanten Aktivitäten verleiten, etwa Erkundungen in unsicherem Gelände oder Energieverbrauch, der Wärme und Vorräte kostet.

Material

  • Trost- und Beschäftigungssachen für Kinder(optional)
  • Notizbuch und Bleistift(optional)

Schritte

  1. 1

    Tag einteilen

    Feste Zeiten für Essen, Schlafen, Aufgaben und Informationen festlegen – auch wenn sie willkürlich wirken.

  2. 2

    Kleine Aufgaben

    Aufgaben verteilen: Vorräte zählen, Wasser einteilen, Notizen führen, Lager ordnen, Signale vorbereiten.

  3. 3

    Bewegung

    Sanfte Bewegung im sicheren Bereich, z. B. Dehnen oder kurze Gänge, wenn Wärme und Energie es erlauben.

  4. 4

    Informationszeiten

    Nachrichten und Funk zu festen Zeiten prüfen statt ständig. Das spart Akku und Nerven.

  5. 5

    Beschäftigung

    Gespräche, Karten- oder Wortspiele, Lesen, Geschichten erzählen, Tagebuch. Kinder mit einbinden.

  6. 6

    Tagesrückblick

    Abends kurz festhalten, was erledigt wurde und was morgen ansteht.

Häufige Fehler

  • Ständiges Nachrichtenlesen
  • Völlige Untätigkeit
  • Unnötige Risiken aus Langeweile
  • Schlafrhythmus aufgeben

Grenzen und Risiken

  • Keine Behandlung von Depression oder Angststörungen

Quellen

  1. [1]

    World Health Organization (2020): Doing What Matters in Times of Stress: An Illustrated Guide

  2. [2]

    Hobfoll, S. E. et al. – Psychiatry: Interpersonal and Biological Processes (2007): Five essential elements of immediate and mid-term mass trauma intervention: empirical evidence

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-waiting-boredom

18 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Hoffnung bewahren: kleine Ziele und Etappen

Wer nur das große, ferne Ziel sieht, verliert in langen Belastungen leicht den Mut. Realistische Teilziele, sichtbare Fortschritte und ein Blick auf das, was man selbst beeinflussen kann, halten Motivation und Handlungsfähigkeit aufrecht – ohne die Lage schönzureden.

Bei Gedanken an Suizid oder Selbstverletzung, bei Gefahr für andere oder wenn jemand völlig die Kontrolle verliert: sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) oder eine lokale Krisenhotline anrufen und die Person nicht allein lassen.

Ziele dürfen nicht zu riskanten Entscheidungen drängen, etwa einen gefährlichen Weiterweg, nur weil man sich ein Etappenziel gesetzt hat.

Schritte

  1. 1

    Lage benennen

    Ehrlich aussprechen, was ist – auch das Schwere. Hoffnung ohne Ehrlichkeit bricht schnell zusammen.

  2. 2

    Einflussbereich klären

    Trennen: Was kann ich/können wir beeinflussen, was nicht? Energie auf das Erste lenken.

  3. 3

    Teilziele setzen

    Kleine, konkrete Ziele für Stunden oder einen Tag: „bis Mittag Wasser aufbereitet“, „heute zwei Formulare erledigt“.

  4. 4

    Fortschritt sichtbar machen

    Erledigtes abhaken oder aufschreiben. In Gruppen kurz gemeinsam festhalten, was geschafft wurde.

  5. 5

    Sinn und Werte

    Sich erinnern, wofür man durchhält: Familie, Freunde, Pläne. Kleine Freuden bewusst zulassen.

Häufige Fehler

  • Unrealistische Versprechen („Morgen ist alles vorbei“)
  • Nur auf das Endziel schauen
  • Rückschläge als Scheitern deuten

Grenzen und Risiken

  • Kein Ersatz für Fachhilfe bei Hoffnungslosigkeit

Quellen

  1. [1]

    Hobfoll, S. E. et al. – Psychiatry: Interpersonal and Biological Processes (2007): Five essential elements of immediate and mid-term mass trauma intervention: empirical evidence

  2. [2]

    World Health Organization (2020): Doing What Matters in Times of Stress: An Illustrated Guide

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-hope-goals

19 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Konflikte in Gruppen unter Stress entschärfen

Enge, Müdigkeit, Hunger und Angst machen Streit wahrscheinlicher. Wer früh Spannungen anspricht, klare Regeln für Entscheidungen und Verteilung vereinbart und in hitzigen Momenten Tempo herausnimmt, verhindert, dass Konflikte die Gruppe lähmen oder eskalieren.

Bei Gewalt, Drohungen oder Waffen nicht dazwischengehen: Abstand gewinnen, andere in Sicherheit bringen und die lokale Notrufnummer (in der EU 112) anrufen.

Alkohol und Schlafmangel senken die Hemmschwelle. Schwierige Gespräche nicht dann führen.

Schritte

  1. 1

    Grundbedürfnisse prüfen

    Sind alle versorgt, warm, ausgeruht? Viele Konflikte entschärfen sich nach Essen, Pause oder Schlaf.

  2. 2

    Regeln vereinbaren

    Früh klären: Wie wird entschieden? Wie werden Vorräte, Aufgaben und Ruhezeiten verteilt? Regeln für alle sichtbar machen.

  3. 3

    Tempo rausnehmen

    Im hitzigen Moment Pause vorschlagen, räumlich trennen, leiser sprechen. Nicht vor Publikum austragen.

  4. 4

    Beide Seiten hören

    Jede Person schildert ihre Sicht, ohne unterbrochen zu werden. Zusammenfassen, was man verstanden hat.

  5. 5

    Interessen statt Positionen

    Fragen, was hinter der Forderung steckt (Sicherheit, Fairness, Ruhe), und nach Lösungen suchen, die beides berücksichtigen.

  6. 6

    Vereinbaren und prüfen

    Konkrete Vereinbarung treffen und nach einiger Zeit gemeinsam prüfen, ob sie funktioniert.

Häufige Fehler

  • Konflikte ignorieren, bis sie eskalieren
  • Partei ergreifen als Vermittelnde
  • Diskussion bei Erschöpfung oder Alkohol
  • Unklare oder unfaire Verteilung

Grenzen und Risiken

  • Keine Hilfe bei häuslicher Gewalt – dort Fachstellen und Notruf

Quellen

  1. [1]

    Inter-Agency Standing Committee (IASC) (2007): IASC Guidelines on Mental Health and Psychosocial Support in Emergency Settings

  2. [2]

    Hobfoll, S. E. et al. – Psychiatry: Interpersonal and Biological Processes (2007): Five essential elements of immediate and mid-term mass trauma intervention: empirical evidence

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-group-conflict

20 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Kindern schlechte Nachrichten überbringen

Kinder spüren, wenn etwas nicht stimmt. Ehrliche, altersgerechte Informationen von einer vertrauten Person sind meist weniger beängstigend als Schweigen oder Ausflüchte. Wichtig sind ein ruhiger Moment, einfache Worte, Raum für Fragen und Gefühle sowie die Zusicherung, wer sich weiter kümmert.

Wenn ein Kind über Wochen kaum schläft, sich stark zurückzieht, nicht mehr isst oder von Selbstverletzung spricht: Kinderarzt, Beratungsstelle oder Kinder- und Jugendpsychologen einbeziehen. Bei akuter Gefahr die lokale Notrufnummer (in der EU 112).

Diese Hinweise ersetzen keine psychologische oder ärztliche Hilfe. Wenn Belastungen über Wochen anhalten oder den Alltag lähmen, Hausarzt, Beratungsstelle oder psychologische Fachleute einbeziehen.

Material

  • Trost- und Beschäftigungssachen für Kinder(optional)

Schritte

  1. 1

    Vorbereiten

    Fakten klären, eigene Gefühle kurz sortieren, einen ruhigen Ort und Zeit wählen. Möglichst die vertrauteste Person spricht.

  2. 2

    Einfach und wahr sagen

    Kurze Sätze, klare Worte, keine beschönigenden Umschreibungen, die verwirren können. Dem Alter anpassen.

  3. 3

    Gefühle zulassen

    Weinen, Wut, Schweigen oder scheinbare Gleichgültigkeit sind möglich. Nicht bewerten, da bleiben.

  4. 4

    Fragen beantworten

    Ehrlich antworten; „Das weiß ich noch nicht“ ist erlaubt. Kinder fragen oft wiederholt – das ist normal.

  5. 5

    Schuld nehmen

    Ausdrücklich sagen, dass das Kind nicht schuld ist.

  6. 6

    Was jetzt passiert

    Erklären, wer sich kümmert, wo man schläft, was als Nächstes geschieht. Vertraute Routinen beibehalten.

Häufige Fehler

  • Lügen oder falsche Versprechen
  • Verwirrende Umschreibungen
  • Kinder ungewollt Nachrichten oder Gespräche Erwachsener mithören lassen
  • Erwarten, dass das Kind sofort „richtig“ reagiert

Grenzen und Risiken

  • Keine Trauertherapie
  • Keine Altersnormen für Reaktionen

Quellen

  1. [1]

    National Child Traumatic Stress Network and National Center for PTSD (USA) (2006): Psychological First Aid: Field Operations Guide, 2nd Edition

  2. [2]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-bad-news-children

21 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Ältere Menschen in Krisen seelisch unterstützen

Ältere Menschen bringen oft viel Lebenserfahrung mit, können aber durch eingeschränkte Mobilität, Seh- oder Hörprobleme, Medikamente und den Verlust vertrauter Umgebung besonders belastet sein. Respekt, Zeit, klare Informationen und das Erhalten von Selbstbestimmung sind zentral.

Plötzliche Verwirrtheit, Desorientierung oder starke Veränderung des Verhaltens können ein medizinischer Notfall sein (z. B. durch Austrocknung, Hitze oder Infektion). Ärztliche Hilfe holen, bei akuter Gefahr die lokale Notrufnummer (in der EU 112).

Auf ausreichend Medikamente, Brillen, Hörgeräte und Gehhilfen achten – ihr Fehlen verstärkt Angst und Abhängigkeit.

Schritte

  1. 1

    Respektvoll ansprechen

    Mit Namen ansprechen, sich vorstellen, langsam und deutlich sprechen, Blickkontakt. Nicht wie mit einem Kind reden.

  2. 2

    Praktische Bedürfnisse

    Nach Medikamenten, Hilfsmitteln, Toilette, Wärme, Essen und Trinken fragen.

  3. 3

    Klar informieren

    Wichtige Informationen wiederholen und bei Bedarf aufschreiben (große Schrift).

  4. 4

    Einbeziehen

    Mitentscheiden lassen und Erfahrung nutzen. Kleine Aufgaben anbieten, wenn gewünscht.

  5. 5

    Kontakt halten

    Regelmäßig nachfragen, Angehörige erreichen helfen, Nachbarn einbinden.

Häufige Fehler

  • Über den Kopf hinweg entscheiden
  • Hilfsmittel zurücklassen
  • Hör- oder Sehprobleme mit Verwirrtheit verwechseln
  • Rückzug als „normal im Alter“ abtun

Grenzen und Risiken

  • Keine Pflege- oder Medizinberatung

Quellen

  1. [1]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

  2. [2]

    Inter-Agency Standing Committee (IASC) (2007): IASC Guidelines on Mental Health and Psychosocial Support in Emergency Settings

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-supporting-older-people

22 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Einsamkeit in Isolation und Abgeschiedenheit begegnen

Quarantäne, ein abgeschnittener Ort oder eine Krise allein in der Wohnung können zu starker Einsamkeit führen. Geplante Kontakte, kleine Rituale, eine Aufgabe für andere und Routinen helfen, verbunden zu bleiben – auch mit wenig Technik.

Bei Gedanken an Suizid oder Selbstverletzung, bei Gefahr für andere oder wenn jemand völlig die Kontrolle verliert: sofort die lokale Notrufnummer (in der EU 112) oder eine lokale Krisenhotline anrufen und die Person nicht allein lassen.

Diese Hinweise ersetzen keine psychologische oder ärztliche Hilfe. Wenn Belastungen über Wochen anhalten oder den Alltag lähmen, Hausarzt, Beratungsstelle oder psychologische Fachleute einbeziehen.

Material

  • Mobiltelefon(optional)
  • Batterie- oder Kurbelradio(optional)

Schritte

  1. 1

    Kontakte notieren

    Wichtige Menschen und Nummern auf Papier, falls Handy oder Netz ausfallen.

  2. 2

    Feste Kontaktzeiten

    Tägliche kurze Anrufe oder Nachrichten vereinbaren, z. B. ein „Ich bin okay“ zu einer festen Uhrzeit.

  3. 3

    Für andere da sein

    Nachbarn anrufen, Einkäufe koordinieren, jemandem zuhören. Etwas für andere tun stärkt auch selbst.

  4. 4

    Rituale

    Kleine Rituale pflegen: Frühstück zur gleichen Zeit, Abendspaziergang (wenn erlaubt und sicher), Tagebuch.

  5. 5

    Gefühle ansprechen

    Einsamkeit offen benennen. Wenn sie überwältigend wird, Beratungsstellen oder eine lokale Krisenhotline nutzen.

Häufige Fehler

  • Sich zurückziehen, „um niemanden zu belasten“
  • Tagesstruktur aufgeben
  • Nur passiv Medien konsumieren

Grenzen und Risiken

  • Keine Behandlung von Depression

Quellen

  1. [1]

    Hobfoll, S. E. et al. – Psychiatry: Interpersonal and Biological Processes (2007): Five essential elements of immediate and mid-term mass trauma intervention: empirical evidence

  2. [2]

    World Health Organization (2020): Doing What Matters in Times of Stress: An Illustrated Guide

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-loneliness-isolation

23 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Humor und Moral in der Gruppe: Lachen, Rituale, kleine Erfolge

Gemeinsames Lachen, kleine Rituale und das Feiern kleiner Erfolge halten eine Gruppe in langen Belastungen zusammen. Humor darf die Lage nicht verharmlosen und nie auf Kosten Einzelner gehen. Wer Stimmung bewusst pflegt – Mahlzeiten gemeinsam, Tagesabschluss, Dank aussprechen – stärkt Zusammenhalt und Durchhaltevermögen.

Humor auf Kosten von Verletzten, Trauernden oder Außenseitern verletzt und spaltet die Gruppe. Im Zweifel über die Situation lachen, nicht über Menschen.

Diese Hinweise ersetzen keine psychologische oder ärztliche Hilfe. Wenn Belastungen über Wochen anhalten oder den Alltag lähmen, Hausarzt, Beratungsstelle oder psychologische Fachleute einbeziehen.

Schritte

  1. 1

    Rituale einführen

    Feste gemeinsame Momente: Mahlzeit, Tee am Abend, kurze Morgenrunde mit Tagesplan.

  2. 2

    Kleine Erfolge sichtbar machen

    Am Abend kurz sammeln: Was hat heute geklappt? Erledigtes abhaken, Dank aussprechen.

  3. 3

    Raum für Leichtes

    Spiele, Geschichten, Musik oder Erinnerungen einplanen; jeder darf etwas beitragen.

  4. 4

    Stimmung lesen

    Nicht jeder ist zum Scherzen aufgelegt. Wer still oder traurig ist, braucht eher Nähe als Witze.

Häufige Fehler

  • Zwangsfröhlichkeit verordnen
  • Witze über Betroffene
  • Sorgen weglachen statt ernst nehmen
  • Rituale ausfallen lassen, „weil gerade keine Zeit ist“

Grenzen und Risiken

  • Keine Behandlung von Niedergeschlagenheit oder Depression

Quellen

  1. [1]

    Hobfoll, S. E. et al. – Psychiatry: Interpersonal and Biological Processes (2007): Five essential elements of immediate and mid-term mass trauma intervention: empirical evidence

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-humour-morale

24 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Wenn Nachbarn Hilfe ablehnen: respektvoll anbieten, Tür offen lassen

Manche Menschen lehnen Hilfe ab – aus Stolz, Scham, Misstrauen oder weil sie selbstständig bleiben wollen. Das ist ihr Recht. Konkrete, kleine Angebote, ein ruhiger Ton und regelmäßiges Nachfragen wirken besser als Druck. Bei akuter Lebensgefahr – etwa wenn jemand eine angeordnete Evakuierung verweigert oder hilflos wirkt – die Behörden oder die lokale Notrufnummer informieren.

Wirkt jemand verwirrt, schwer krank, unterkühlt oder überhitzt oder reagiert nicht mehr: die lokale Notrufnummer (in der EU 112) anrufen. Verweigert jemand eine behördlich angeordnete Evakuierung, Einsatzkräfte informieren, statt selbst zu zwingen.

Nicht wiederholt in Gefahrenbereiche gehen, um jemanden umzustimmen.

Schritte

  1. 1

    Fragen statt bestimmen

    „Brauchen Sie etwas?“ ist leichter abzulehnen als ein konkretes Angebot. Besser: „Ich gehe einkaufen – soll ich Wasser mitbringen?“

  2. 2

    Klein und gegenseitig

    Kleine Hilfen anbieten oder um eine Gegenleistung bitten (Rat, Werkzeug leihen) – das wahrt die Würde.

  3. 3

    Nein akzeptieren

    Ablehnung ohne Vorwürfe akzeptieren und sagen, wann man wieder vorbeischaut oder wie man erreichbar ist.

  4. 4

    Regelmäßig nachfragen

    Kurze, verabredete Kontakte (Klingeln, Anruf, Zeichen am Fenster), besonders bei Hitze, Kälte oder Stromausfall.

  5. 5

    Bei Gefahr eskalieren

    Wenn Lebensgefahr erkennbar ist, Notruf oder zuständige Stellen informieren – auch gegen den Wunsch der Person.

Häufige Fehler

  • Druck, Schuldgefühle oder Drohungen
  • Über den Kopf hinweg entscheiden
  • Nach dem ersten Nein den Kontakt abbrechen
  • Gefahr verschweigen, um niemanden zu „verpetzen“

Grenzen und Risiken

  • Keine rechtlichen Angaben zu Zwangsmaßnahmen
  • Keine Pflege- oder Medizinberatung

Quellen

  1. [1]

    World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International (2011): Psychological first aid: Guide for field workers

  2. [2]

    European Commission: 112 – the European emergency number

    https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/112

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-neighbours-refusing-help

25 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Spielen in der Krise: Kindern Raum und Normalität geben

Spielen ist für Kinder der wichtigste Weg, Erlebtes zu verarbeiten und Normalität zu spüren – auch in Notunterkunft, Stromausfall oder Evakuierung. Ein sicherer Spielplatz, feste Spielzeiten, einfache Materialien und eine ruhige erwachsene Begleitung genügen. Wenn Kinder die Katastrophe nachspielen, ist das meist normal; Sorgen machen sollten anhaltende, sehr belastete oder starre Spiele.

Spielorte auf Gefahren prüfen: Trümmer, Glas, Hochwasser, Stromleitungen, Verkehr, Generatorabgase. Kinder nicht unbeaufsichtigt in fremder Umgebung spielen lassen.

Diese Hinweise ersetzen keine psychologische oder ärztliche Hilfe. Wenn Belastungen über Wochen anhalten oder den Alltag lähmen, Hausarzt, Beratungsstelle oder psychologische Fachleute einbeziehen.

Material

  • Trost- und Beschäftigungssachen für Kinder(optional)
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)

Schritte

  1. 1

    Sicheren Platz schaffen

    Eine ruhige Ecke oder einen abgegrenzten Bereich festlegen, möglichst immer derselbe.

  2. 2

    Einfaches Material

    Papier, Stifte, Karten, Würfel, Bälle, Kartons, Bücher, Lieblingsspielzeug – mehr braucht es nicht.

  3. 3

    Feste Spielzeiten

    Spielen in den Tagesablauf einbauen, im Wechsel mit ruhigen und bewegten Spielen.

  4. 4

    Begleiten, nicht lenken

    Kinder spielen lassen, was sie möchten; zuhören, wenn sie erzählen; Fragen ehrlich und kindgerecht beantworten.

  5. 5

    Beobachten

    Spielt ein Kind über lange Zeit immer dieselbe belastende Szene, wirkt dabei verzweifelt oder spielt gar nicht mehr, Fachleute (Kinderarzt, Beratungsstelle) einbeziehen.

Häufige Fehler

  • Spielen als unpassend verbieten
  • Katastrophenspiele unterbinden oder bestrafen
  • Kinder dauerhaft mit Bildschirmen beschäftigen
  • Kinder Nachrichten und Erwachsenengespräche mithören lassen

Grenzen und Risiken

  • Keine Spieltherapie
  • Keine Diagnostik kindlicher Belastung

Quellen

  1. [1]

    Inter-Agency Standing Committee (IASC) (2007): IASC Guidelines on Mental Health and Psychosocial Support in Emergency Settings

  2. [2]

    National Child Traumatic Stress Network and National Center for PTSD (USA) (2006): Psychological First Aid: Field Operations Guide, 2nd Edition

  3. [3]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Ready Kids

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-children-play-crisis

26 · Körper und Gruppe · Fachliche Prüfung folgt

Gemeinschaft stärken: Nachbarschaft als Schutzfaktor

Nachbarschaften, die sich kennen, informieren und unterstützen einander in Krisen schneller als jede Behörde. Kleine Schritte vor der Krise – Kontaktliste, Treffpunkt, wer braucht Hilfe, wer kann was – und gemeinsame Aktivitäten danach stärken das Gefühl, gemeinsam etwas bewirken zu können. Alle sollten einbezogen werden, auch Ältere, Neue und Menschen mit Einschränkungen.

Nachbarschaftshilfe ersetzt keine Einsatzkräfte. Nicht in Gefahrenbereiche gehen, Anweisungen der Behörden befolgen und bei Notfällen die lokale Notrufnummer (in der EU 112) wählen.

Kontaktlisten nur mit Einverständnis führen und sicher aufbewahren; Gesundheitsangaben nur, wenn Betroffene das ausdrücklich wollen.

Schritte

  1. 1

    Kennenlernen

    Anlass schaffen: Hoffest, Aushang, Treffen im Treppenhaus. Ziel ist Kontakt, nicht sofort ein Notfallplan.

  2. 2

    Bedarfe und Fähigkeiten sammeln

    Freiwillig erfassen: Wer braucht im Notfall Unterstützung? Wer hat Erste-Hilfe-Kenntnisse, Werkzeug, Kocher, Sprachkenntnisse?

  3. 3

    Einfache Absprachen

    Treffpunkt, Kontaktkette, Aushangort für Informationen, wer bei wem nachschaut.

  4. 4

    Üben und pflegen

    Liste jährlich aktualisieren, gelegentlich etwas gemeinsam tun (Vorratstausch, Erste-Hilfe-Kurs, Gemeinschaftsgarten).

  5. 5

    Nach einem Ereignis

    Gemeinsam aufräumen, informieren, gedenken und feiern, was gelungen ist; offizielle Hilfsangebote weitergeben.

Häufige Fehler

  • Nur „Krisenvorsorge“ als Thema – schreckt viele ab
  • Einzelne ausschließen
  • Sensible Daten offen aushängen
  • Alles an eine engagierte Person hängen

Grenzen und Risiken

  • Keine rechtliche Beratung zu Vereinen oder Datenschutz

Quellen

  1. [1]

    Hobfoll, S. E. et al. – Psychiatry: Interpersonal and Biological Processes (2007): Five essential elements of immediate and mid-term mass trauma intervention: empirical evidence

  2. [2]

    Inter-Agency Standing Committee (IASC) (2007): IASC Guidelines on Mental Health and Psychosocial Support in Emergency Settings

  3. [3]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/psychology/psy-community-resilience