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Unterkunft und Schutz
Wind, Nässe, Kälte und Hitze abhalten
SurviveBetter · Stand 2026-10-12 · 43 Einträge
Eine Unterkunft schützt vor Wärmeverlust, Nässe und Sonne. Standortwahl und Bodenisolierung sind oft wichtiger als die Konstruktion selbst.
01 · Grundlagen und Standort · Fachliche Prüfung folgt
Wie der Körper Wärme verliert
Der Körper gibt Wärme auf vier Wegen ab: Leitung, Konvektion, Strahlung und Verdunstung. Eine Unterkunft ist nur so gut, wie sie diese Wege unterbricht – Dach und Wände allein genügen nicht, wenn der Boden die Wärme abzieht oder die Kleidung nass ist.
Unterkühlung kann auch bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt entstehen, besonders bei Nässe und Wind. Starkes Zittern, Verwirrtheit, ungeschickte Bewegungen oder Schläfrigkeit sind Warnzeichen: Schutz vor Wind und Nässe suchen und bei Verschlechterung den Notruf wählen.
Nasse Kleidung verliert einen Großteil ihrer Isolation, und Wasser leitet Wärme deutlich besser als Luft. Trocken bleiben hat Vorrang vor fast allem anderen.
Schritte
1
Leitung unterbrechen
Nie direkt auf Boden, Schnee oder Fels sitzen oder liegen. Isomatte, trockene Vegetation oder Rucksack dazwischenlegen.
2
Konvektion bremsen
Windgeschützten Platz wählen, die geschlossene Seite der Unterkunft in den Wind drehen und eine winddichte Außenschicht tragen.
3
Strahlung abschirmen
Ein Dach über dem Schlafplatz verringert die Abstrahlung an den klaren Nachthimmel. Mütze und Kapuze schützen den Kopf.
4
Verdunstung begrenzen
Vor dem Schwitzen Schichten ablegen, nasse Kleidung wechseln, sobald trockene vorhanden ist, und Regenschutz früh anziehen.
Leitung in den Boden – und wie eine Isolierschicht sie unterbricht
Die vier Wege des Wärmeverlusts – und was jeweils hilft
Häufige Fehler
×Nur an ein Dach denken und den Boden vergessen
×In schweißnasser Kleidung zur Ruhe kommen
×Wind unterschätzen, weil die Lufttemperatur mild erscheint
×Erst reagieren, wenn bereits starkes Zittern eingesetzt hat
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keine Erste-Hilfe-Ausbildung
–Keine Aussage zu Hitzeschutz und Überhitzung
Quellen
[1]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
02 · Grundlagen und Standort · Fachliche Prüfung folgt
Standortwahl für die Unterkunft
Der Standort entscheidet oft mehr über eine sichere Nacht als die Konstruktion. Ein guter Platz ist leicht erhöht, eben, windgeschützt und frei von Gefahren von oben, von unten und von der Seite.
Nie unter toten Ästen oder abgestorbenen, schief stehenden Bäumen lagern. Sie können ohne Vorwarnung fallen, besonders bei Wind, Nässe oder Schneelast.
Trockene Bachbetten, Rinnen und Uferbereiche können sich bei Regen – auch weiter oberhalb – schnell mit Wasser füllen. Dort nie übernachten.
Exponierte Grate, Gipfel und einzeln stehende Bäume bei Gewittergefahr meiden.
Schritte
1
Früh suchen
Den Platz bei Tageslicht wählen. Im Dunkeln werden Gefahren über dem Kopf und Wasserläufe leicht übersehen.
2
Nach oben schauen
Bäume, Äste und Hänge über dem Platz prüfen: tote Äste, abgestorbene Bäume, lose Steine, Steinschlagspuren am Hangfuß.
3
Nach unten schauen
Senken, Rinnen, Bachbetten und Spülsäume meiden. Den Untergrund auf Nässe, Wurzeln, Steine, Ameisennester prüfen.
4
Wind einschätzen
Windrichtung bestimmen und natürlichen Schutz durch Gelände, Felsen oder dichten Bewuchs nutzen, ohne in eine Kaltluftsenke zu geraten.
5
Ebene Liegefläche finden
Eine ebene, leicht erhöhte Fläche wählen, auf der Regenwasser abläuft statt sich zu sammeln. Bei leichter Neigung mit dem Kopf nach oben liegen.
6
Regeln beachten
Örtliche Vorschriften zu Übernachten, Feuer und Schutzgebieten beachten – sie unterscheiden sich stark zwischen Ländern und Regionen.
Gefahren in der Landschaft und ein geeigneter Platz
Häufige Fehler
×Im tiefsten, scheinbar windstillen Punkt einer Senke lagern
×Ein trockenes Bachbett als bequemen ebenen Platz nutzen
×Erst bei Dunkelheit mit der Suche beginnen
×Nicht nach oben schauen
Grenzen und Risiken
–Keine Bewertung von Lawinen- oder Hochwassergefahr im Detail
–Rechtliche Lage muss vor Ort geklärt werden
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
03 · Grundlagen und Standort · Fachliche Prüfung folgt
Baumlöcher im Tiefschnee: Gefahr statt Unterschlupf
Um Nadelbäume bildet sich im Tiefschnee oft ein Trichter aus lockerem Schnee, weil die Äste den Schneefall abschirmen. Wer kopfüber hineinfällt, kann sich nicht selbst befreien und ersticken. Ältere Handbücher beschreiben Baumlöcher als Unterschlupf – im lockeren Tiefschnee überwiegt die Gefahr.
Ein Sturz kopfüber in ein Baumloch kann zum Ersticken im Schnee führen. Abstand zu Bäumen im Tiefschnee halten, nie allein im Tiefschnee-Wald unterwegs sein und Begleitung immer in Sichtweite halten.
Wenn jemand verschwunden ist: sofort die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen lassen und gleichzeitig suchen. Atemwege freizulegen hat Vorrang; mit Schaufel von der Seite her zum Kopf graben, nicht von oben nachtreten.
Schnee auf den Ästen kann herabfallen und ein Baumloch oder eine Unterkunft darunter verschütten.
Schritte
1
Erkennen
Bei viel Neuschnee und dichtem Nadelwald mit Baumlöchern rechnen, auch wenn keine Mulde sichtbar ist.
2
Abstand halten
Im Tiefschnee möglichst weiten Abstand zu Stämmen halten, vor allem bei Abfahrten.
3
Partner in Sicht
Zu zweit oder in der Gruppe so unterwegs sein, dass man sich gegenseitig sieht und hört.
4
Wenn du fällst
Wenn möglich an Ästen oder Stamm festhalten, Hände vor dem Gesicht einen Atemraum schaffen, ruhig bleiben, um nicht tiefer einzusinken, und Hilfe rufen oder pfeifen.
5
Als Unterschlupf meiden
Für ein Notbiwak einen Platz im Windschatten neben dem Baum wählen, nicht im Trichter, und auf Schnee in den Ästen darüber achten.
Häufige Fehler
×Dicht an Bäumen vorbeifahren
×Allein im Tiefschnee-Wald
×Baumloch als bequemen Schlafplatz nutzen
Grenzen und Risiken
–Keine Rettungs- oder Behandlungsanleitung über Grundsätze hinaus
–Keine Statistik
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2021): European Resuscitation Council Guidelines 2021: First Aid
Felsüberhänge, umgestürzte Bäume oder Geländekanten können schnell Schutz vor Regen und Wind bieten, ohne viel zu bauen. Jeder natürliche Unterstand muss aber auf Steinschlag, Hochwasser, instabile Wurzelteller, Tiere und Blitzgefahr geprüft werden. Höhlen und Stollen nie über den vorderen Überhang hinaus betreten.
Unter Überhängen auf Steinschlag achten: frische Bruchstellen, Steine am Boden und lose Blöcke sind Warnzeichen. Bei Frost-Tau-Wechsel und Regen ist Steinschlag häufiger.
Höhlen und Stollen nicht betreten: Einsturz, Orientierungsverlust, schlechte Luft, Wasser und Schächte. Nur der vordere, offene Bereich eines Überhangs kommt in Frage.
Flache Überhänge und Höhleneingänge schützen nicht vor Blitzschlag. Bei Gewitter gibt es im Freien keinen sicheren Ort; exponierte Stellen meiden und rechtzeitig in Gebäude oder Fahrzeuge.
Überhänge an Bachläufen und in Trockentälern können bei Starkregen überflutet werden. Hochwassermarken wie Treibgut beachten.
Aufgestellte Wurzelteller umgestürzter Bäume können zurückkippen. Nicht darunter oder direkt dahinter lagern.
Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.
Material
Isomatte – Fels zieht viel Wärme ab
Tarp / Plane(optional) – Zum Schließen der offenen Seite
Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
Schritte
1
Nach oben prüfen
Fels auf Risse, lose Blöcke und frische Bruchstellen prüfen; am Boden nach heruntergefallenen Steinen schauen.
2
Wasserwege prüfen
Nicht in Rinnen, Bachbetten oder Senken lagern; nach Treibgut und Schwemmlinien suchen.
3
Auf Tiere achten
Spuren, Kot oder Nester sind ein Zeichen, dass der Platz bereits genutzt wird – dann weiterziehen.
4
Nur vorderen Bereich nutzen
Unter dem offenen Überhang bleiben, nicht in dunkle Bereiche oder Stollen vordringen.
5
Isolieren und schließen
Isomatte oder trockenes Material unterlegen; die offene Seite mit Tarp, Rucksack oder Rettungsdecke gegen Wind schließen.
Häufige Fehler
×Steinschlagspuren übersehen
×In Trockentälern bei Regen lagern
×Höhle tiefer erkundet
×Ohne Isolierung direkt auf Fels liegen
×Feuer unter dem Überhang (Rauch, Schäden am Fels, oft verboten)
Grenzen und Risiken
–Keine geologische Beurteilung
–Kein Schutz vor Blitz
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
NOAA National Weather Service (USA): Lightning Safety
Ein Tarp wird symmetrisch über eine gespannte Firstleine gelegt und an allen vier Ecken abgespannt. Der A-Frame schützt von beiden Seiten vor Regen und – mit der schmalen Seite in den Wind gedreht – recht gut vor Wind.
Nur gesunde, lebende Bäume als Anker nutzen und vor dem Aufbau nach toten Ästen darüber schauen.
Keinen Kocher und kein Feuer unter dem Tarp betreiben – Brand- und Kohlenmonoxidgefahr.
Material
Tarp / Plane
Paracord – Für Firstleine und Abspannleinen
Seil(optional) – Alternative zur Paracord-Firstleine
Heringe
Stabile Äste / Stangen(optional) – Als Ersatz für Heringe
Trekkingstöcke(optional) – Als Stützen, wenn keine Bäume vorhanden sind
Isomatte – Das Tarp isoliert nicht vom Boden
Schritte
1
Platz und Ausrichtung wählen
Einen sicheren Standort zwischen zwei tragfähigen Bäumen wählen. Die Längsachse so ausrichten, dass eine schmale Seite in den Wind zeigt.
2
Firstleine spannen
Die Leine an einem Baum mit einem Palstek oder Mastwurf befestigen, am anderen Ende mit einem Spannschlag oder zwei halben Schlägen straff spannen. Die Höhe so wählen, dass man darunter sitzen kann, bei Wind niedriger.
Die Firstleine dient nur als Dachfirst – nie zum Sichern oder Halten von Personen.
3
Tarp auflegen
Das Tarp mittig über die Leine legen, sodass beide Seiten gleich weit herunterhängen. Vorhandene Mittelschlaufen an der Firstleine befestigen.
4
Ecken abspannen
Die vier Ecken diagonal nach außen ziehen und mit Heringen oder angespitzten Stöcken abspannen. Abspannleinen mit Spannschlag nachspannbar machen.
5
Faltenfrei spannen
Die Dachflächen so spannen, dass keine Mulden entstehen, in denen sich Wasser sammelt. Seitenkanten bei Regen tiefer abspannen.
6
Tropfstopp und Boden
Ein kurzes Schnurstück an der Firstleine kurz vor dem Tarp herabhängen lassen, damit an der Leine entlanglaufendes Wasser dort abtropft. Isomatte oder Unterlage unter das Tarp legen.
7
Nachspannen
Nach einiger Zeit und bei Wetterwechsel nachspannen – nasse Leinen und Tarps dehnen sich.
A-Frame: schmale Seite in den Wind
Häufige Fehler
×Breitseite in den Wind drehen
×Firstleine zu hoch spannen, sodass Regen seitlich hereintreibt
×Locker gespannte Flächen, auf denen sich Wasser sammelt
×Unter toten Ästen aufbauen
×Auf eine Bodenisolierung verzichten
Grenzen und Risiken
–Kein Schutz vor Bodenkälte
–Begrenzter Schutz bei Sturm und Schlagregen
–Keine Insektenabwehr
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Eine Kante des Tarps wird an einer Firstleine hochgehängt, die gegenüberliegende Kante auf der Windseite am Boden abgespannt. Das Lean-to bietet viel Raum und einen offenen Blick, schützt aber nur, solange der Wind aus der erwarteten Richtung kommt.
Nur gesunde, lebende Bäume als Anker nutzen und vor dem Aufbau nach toten Ästen darüber schauen.
Ein Feuer vor der offenen Seite kann Funkenflug und Rauch ins Tarp tragen; viele Tarpmaterialien schmelzen oder brennen. Keinen Kocher unter dem Tarp betreiben und örtliche Feuerverbote beachten.
Material
Tarp / Plane
Paracord – Für Firstleine und Abspannleinen
Seil(optional) – Alternative zur Paracord-Firstleine
Heringe
Stabile Äste / Stangen(optional) – Als Ersatz für Heringe oder als Stützen
Trekkingstöcke(optional) – Als Stützen für die hohe Kante
Isomatte – Das Tarp isoliert nicht vom Boden
Schritte
1
Windrichtung bestimmen
Windrichtung prüfen und abschätzen, ob sie stabil bleibt. Den Standort so wählen, dass die Rückseite des Tarps in den Wind zeigt.
2
Firstleine spannen
Die Leine zwischen zwei Bäumen quer zur Windrichtung spannen, an einem Ende mit Palstek oder Mastwurf, am anderen mit Spannschlag oder zwei halben Schlägen.
Die Firstleine dient nur als Dachfirst – nie zum Sichern oder Halten von Personen.
3
Hohe Kante befestigen
Eine lange Kante des Tarps an der Firstleine befestigen, die Ecken mit kurzen Leinen an der Leine oder den Bäumen sichern.
4
Windseite abspannen
Die gegenüberliegende Kante auf der Windseite straff zum Boden ziehen und mit Heringen oder Stöcken befestigen. Je flacher der Winkel, desto besser der Windschutz und desto weniger Raum.
5
Kante abdichten und Boden
Die bodennahe Kante möglichst lückenlos abspannen, damit kein Wind darunter hindurchzieht. Isomatte oder Unterlage unter den geschützten Bereich legen.
6
Wetter beobachten
Bei drehendem Wind rechtzeitig umbauen – etwa zum A-Frame –, statt in der Nacht davon überrascht zu werden.
Lean-to: Rücken zum Wind
Häufige Fehler
×Offene Seite in den Wind drehen
×Windrichtung nur einmal prüfen
×Lücken unter der bodennahen Kante lassen
×Feuer zu nah an der offenen Seite
Grenzen und Risiken
–Kein Schutz vor Bodenkälte
–Kein Schutz bei drehendem Wind
–Keine Insektenabwehr
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Ein quadratisches Tarp wird an einer Ecke hochgezogen und an den drei übrigen Ecken abgespannt. Es entsteht ein keilförmiger Einpersonen-Unterschlupf mit nur einem Stock oder Baum, der mit der niedrigen Spitze gegen den Wind gut abschirmt. Die Bezeichnungen „Diamond“ und „Plow Point“ werden in der Literatur nicht einheitlich verwendet.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Kein Kocher, keine Kerze und kein Feuer unter oder direkt neben dem Tarp: Kunststoff schmilzt und brennt, und in geschlossenen Bereichen kann sich Kohlenmonoxid sammeln.
Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.
Material
Tarp / Plane – Quadratisches Tarp funktioniert am besten
Paracord – Für die hohe Ecke und Abspannleinen
Heringe – Drei oder mehr; ersatzweise Stöcke oder Steine
Trekkingstöcke(optional) – Ersatz für einen Baum an der hohen Ecke
Isomatte
Schritte
1
Windrichtung bestimmen
Lege fest, aus welcher Richtung Wind und Regen kommen. Die niedrige Ecke zeigt dorthin.
2
Niedrige Ecke fixieren
Stecke die Ecke, die in den Wind zeigt, fest in den Boden.
3
Hohe Ecke anheben
Binde die gegenüberliegende Ecke an Baum oder Stock auf etwa Sitz- bis Brusthöhe. Je tiefer, desto geschützter, desto enger.
4
Seitenecken abspannen
Spanne beide Seitenecken nach außen und leicht nach hinten ab, bis die Flächen glatt sind.
5
Nachspannen und prüfen
Falten glätten, Spannknoten nachziehen, unter das Tarp legen und prüfen, ob Füße und Kopf geschützt sind.
Häufige Fehler
×Spitze nicht in den Wind gedreht
×Hohe Ecke zu hoch – Regen weht hinein
×Tarp zu klein für die Körperlänge auf der Diagonale
×Pfütze unter der Liegefläche nicht bedacht
Grenzen und Risiken
–Keine Maßangabe zur Tarpgröße – hängt von Körpergröße und Tarpform ab
–Bei Sturm aus wechselnden Richtungen ungeeignet
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Beim C-Fly hängt das Tarp über einer Firstleine: Ein kurzer Teil bildet vorn ein Vordach, der lange Teil läuft hinten zum Boden und wird darunter als Bodenplane nach vorn umgeschlagen. Im Profil ähnelt das einem „C“. Der Aufbau schützt den Rücken vor Wind, hält den Boden trocken und bleibt vorn offen.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Kein Kocher, keine Kerze und kein Feuer unter oder direkt neben dem Tarp: Kunststoff schmilzt und brennt, und in geschlossenen Bereichen kann sich Kohlenmonoxid sammeln.
Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.
Material
Tarp / Plane – Ausreichend lang für Dach, Rückwand und Boden
Paracord – Firstleine und Abspannungen
Heringe
Isomatte
Schritte
1
Firstleine spannen
Spanne eine Leine zwischen zwei Bäumen auf etwa Brust- bis Schulterhöhe, quer zur Windrichtung.
2
Tarp ungleich auflegen
Lege das Tarp so über die Leine, dass vorn nur ein kurzes Vordach überhängt und hinten der lange Teil zum Boden reicht.
3
Rückwand abspannen
Stecke die Rückwand an der Bodenlinie straff ab, sodass sie steil abfällt.
4
Boden umschlagen
Schlage den Rest des Tarps nach vorn unter das Dach als Bodenplane. Die Faltkante sollte leicht erhöht liegen, damit Regenwasser nicht hineinläuft.
5
Vordach abspannen
Spanne das kurze Vordach mit zwei Leinen nach vorn und unten ab.
Häufige Fehler
×Offene Seite in den Wind gedreht
×Bodenplane am Hang – Wasser läuft darunter oder darauf
×Rückwand zu flach – Regen sammelt sich in Mulden
×Bodenplane mit Isolierung verwechselt
Grenzen und Risiken
–Bodenplane schützt nicht vor Bodenkälte
–Keine Maßangaben – hängen von Tarpgröße ab
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Eine Abwandlung des A-Frames, bei der ein Ende des Tarps eingeschlagen und abgespannt wird, sodass die Wetterseite geschlossen ist. Das Ergebnis ähnelt einem kleinen Zelt mit einem offenen Eingang im Windschatten. Der Aufbau ist kürzer als ein normaler A-Frame und verlangt etwas Übung beim Falten.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Kein Kocher, keine Kerze und kein Feuer unter oder direkt neben dem Tarp: Kunststoff schmilzt und brennt, und in geschlossenen Bereichen kann sich Kohlenmonoxid sammeln.
Je geschlossener der Aufbau, desto mehr Kondenswasser. Den Eingang oder eine Lüftungsöffnung offen lassen.
Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.
Material
Tarp / Plane – Quadratische Tarps eignen sich besonders, viele Ösen sind hilfreich
Paracord
Heringe – Mehr Heringe als für den A-Frame
Trekkingstöcke(optional)
Isomatte
Schritte
1
Wetterseite festlegen
Bestimme, aus welcher Richtung Wind und Regen kommen. Diese Seite wird geschlossen.
2
Firstleine niedrig spannen
Spanne eine Firstleine oder stelle einen Stock am Eingang auf. Zum geschlossenen Ende hin kann der First bis zum Boden abfallen.
3
Ende einschlagen
Falte das hintere Ende des Tarps zu einem Dreieck ein, sodass die Stirnseite geschlossen ist, und stecke die Faltecken ab.
4
Seiten abspannen
Spanne die Seiten straff und gleichmäßig ab; zuerst die Ecken, dann die Mittelpunkte.
5
Innenraum prüfen
Hineinlegen, Länge prüfen, Lüftung am Eingang sicherstellen, nach Regen und Wind nachspannen.
Häufige Fehler
×Geschlossene Seite nicht zur Wetterseite
×Innenraum zu kurz nach dem Einschlagen
×Komplett geschlossen – starke Kondensation
×Faltecken nicht gesichert, Wind reißt sie auf
Grenzen und Risiken
–Kein Ersatz für ein sturmfestes Zelt
–Schutz vor Insekten nur mit zusätzlichem Netz
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Das Adirondack ist ein Pultdach, dessen Seiten heruntergezogen werden, sodass ein dreiseitig geschlossener Unterstand mit offener Front entsteht. Es ist geräumig, gut belüftet und schützt besser vor Seitenwind als ein einfaches Lean-to.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Kein Kocher, keine Kerze und kein Feuer unter oder direkt neben dem Tarp: Kunststoff schmilzt und brennt, und in geschlossenen Bereichen kann sich Kohlenmonoxid sammeln.
Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.
Material
Tarp / Plane – Größeres Tarp, damit Dach und Seitenwände reichen
Paracord
Heringe
Isomatte
Schritte
1
Firstleine spannen
Firstleine zwischen zwei Bäumen auf Brust- bis Kopfhöhe spannen, Rücken zum Wind.
2
Tarp versetzt auflegen
Tarp so über die Leine legen, dass hinten genug Fläche für Rückwand und an den Seiten genug für Wände bleibt.
3
Rückwand abspannen
Rückseite straff zum Boden abspannen.
4
Seitenwände herunterziehen
Die seitlichen Ecken nach vorn unten ziehen und abspannen, sodass die Seiten geschlossen sind.
5
Front sichern
Vordere Kante mit Leinen leicht nach vorn abspannen, damit sie nicht flattert.
Häufige Fehler
×Front zum Wind gedreht
×Seitenwände zu lose – Flattern
×Tarp zu klein für drei Wände
Grenzen und Risiken
–Bei Wind von vorn wirkungslos
–Keine Bodenisolierung
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Eine Hängematte zwischen zwei gesunden Bäumen mit einem Tarp darüber hält vom nassen, unebenen oder belebten Boden fern. Weil von unten kalte Luft vorbeistreicht, braucht sie fast immer Isolierung unter dem Körper. Breite Baumgurte schützen die Rinde; in manchen Gebieten sind Hängematten an Bäumen nicht erlaubt.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Hängematte nur so hoch aufhängen, dass man im Sitzen den Boden erreicht; Aufhängung und Bäume vor dem Hineinlegen belasten und prüfen.
Ein Schlafsack wird unter dem Körper zusammengedrückt und isoliert dort kaum. Ohne Isomatte oder Unterquilt kann man auch bei milden Temperaturen auskühlen.
Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.
Material
Hängematte
Tarp / Plane – Länger als die Hängematte
Paracord
Isomatte – Oder Unterquilt gegen Kälte von unten
Heringe
Schlafsack
Schritte
1
Bäume wählen
Zwei gesunde, lebende Bäume ohne tote Äste darüber wählen. Breite Gurte statt dünner Schnur verwenden, um die Rinde zu schonen.
2
Hängematte aufhängen
Mit leichtem Durchhang aufhängen; zu straff gespannte Hängematten sind unbequem und belasten Bäume und Aufhängung stärker.
3
Tarp darüber spannen
Firstleine über der Hängematte spannen, Tarp als A-Frame oder Diamant abspannen, sodass beide Enden überdeckt sind.
4
Tropfschnüre anbringen
Kurze Schnüre an den Aufhängungen verhindern, dass Regenwasser entlang der Gurte in die Hängematte läuft.
5
Unterseite isolieren
Isomatte in die Hängematte legen oder Unterquilt anbringen, dann erst den Schlafsack.
6
Testen
Vorsichtig belasten, diagonal hineinlegen (liegt flacher) und prüfen, ob das Tarp ausreichend überdeckt.
Häufige Fehler
×Ohne Unterisolierung schlafen
×Zu hoch aufgehängt
×Dünne Schnur um die Bäume – Rindenschäden
×Tote Bäume als Anker
×Keine Tropfschnüre
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu Tragfähigkeit von Bäumen oder Aufhängungen
–Rechtliche Lage regional unterschiedlich
Quellen
[1]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
https://lnt.org
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Ein Biwaksack ist eine wasserdichte bzw. wasserabweisende Hülle für Schlafsack und Isomatte. Für eine geplante Nacht ist er die leichteste Unterkunft, schützt aber nur den Körper, nicht Ausrüstung oder Bewegungsraum. Atmungsaktive Modelle verringern Kondenswasser, beseitigen es aber nicht.
Gesicht und Atemöffnung nie vollständig verschließen. Einen Biwaksack nie über den Kopf zuziehen, wenn er nicht dafür gebaut ist; Plastiksäcke niemals über den Kopf.
Innen bildet sich Feuchtigkeit, die Daunenschlafsäcke durchfeuchten kann. Morgens auslüften und bei mehrtägigen Touren den Schlafsack trocknen.
Liegeplatz nicht in Rinnen oder Senken wählen; ein Biwaksack schützt nicht gegen fließendes Wasser von unten.
Material
Biwaksack
Isomatte
Schlafsack
Tarp / Plane(optional) – Kleines Tarp über dem Kopfbereich für Regen
Packsack (wasserdicht)(optional) – Für Ausrüstung
Schritte
1
Platz wählen
Ebener, leicht erhöhter Platz im Windschatten, ohne Steinschlag- oder Astbruchgefahr, nicht in Senken.
2
Isomatte einlegen
Isomatte in den Biwaksack oder darunter legen, dann den Schlafsack hinein.
3
Ausrüstung sichern
Schuhe und Ausrüstung trocken in Packsack oder Rucksack verstauen, Lampe griffbereit.
4
Öffnung einstellen
Kopföffnung so einstellen, dass Regen abgehalten wird, aber frische Luft zum Gesicht gelangt.
5
Morgens auslüften
Biwaksack und Schlafsack auslüften und bei Gelegenheit trocknen.
Häufige Fehler
×Gesicht ganz verschlossen
×In einer Senke gelegen
×Isomatte rutscht heraus
×Schlafsack über Tage nicht getrocknet
Grenzen und Risiken
–Keine Aussagen über Atmungsaktivität bestimmter Materialien
–Kein Ersatz für ein Zelt bei Dauerregen
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Bei Sturm und Regen entscheiden Standort, Reihenfolge und Abspannung, ob ein Zelt hält. Windschatten suchen, das niedrige Ende in den Wind stellen, das Zelt beim Aufbau nie loslassen und alle Abspannleinen nutzen. Bei Gewitter oder Sturm in exponierter Lage ist ein Rückzug oft klüger als jeder Aufbau.
Ein Zelt schützt nicht vor Blitzen. Bei Gewitter Grate, Gipfel, einzelne Bäume und offene Flächen meiden und rechtzeitig in Gebäude oder Fahrzeuge ausweichen.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Bei Regen nicht im Zelt oder in der geschlossenen Apsis kochen: Brand- und Kohlenmonoxidgefahr.
Nicht in Senken, ausgetrockneten Bachbetten oder direkt am Ufer zelten – bei Starkregen kann Wasser schnell steigen.
Material
Zelt
Heringe – Alle Heringe plus Reserve
Paracord(optional) – Zusätzliche Abspannleinen
Isomatte
Schritte
1
Geschützten Platz suchen
Natürlichen Windschatten nutzen, aber keine Senke; nach oben auf tote Äste schauen.
2
Ausrichten
Das niedrige oder schmale Ende in den Wind, Eingang auf die windabgewandte Seite.
3
Zuerst windseitig sichern
Das Zelt liegend ausbreiten und die windzugewandten Ecken zuerst abspannen; das Zelt nie loslassen.
4
Gestänge einsetzen
Gestänge einziehen und aufrichten. Bei Zelten, die Außenzelt zuerst erlauben, das Außenzelt zuerst stellen, damit das Innenzelt trocken bleibt.
5
Alle Leinen abspannen
Alle Abspannleinen nutzen und straffen; Heringe schräg vom Zelt weg setzen, in weichem Boden mit Steinen oder als vergrabene Anker sichern.
6
Lüften und Abstand
Lüfter offen halten, Innenzelt darf das Außenzelt nicht berühren.
7
Nachts kontrollieren
Bei zunehmendem Wind Leinen nachspannen; Schnee vom Außenzelt klopfen.
Häufige Fehler
×Breitseite in den Wind
×Zelt beim Aufbau losgelassen
×Abspannleinen nicht genutzt
×Innenzelt berührt Außenzelt
×In der Senke gezeltet
×Im Zelt gekocht
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zur Windfestigkeit bestimmter Zelte
–Kein Blitzschutz
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
NOAA National Weather Service (USA): Lightning Safety
Ob eine Hängematte bequem und sicher ist, entscheidet vor allem die Aufhängung: gesunde Bäume, breite Baumgurte, ein nicht zu straffer Durchhang, geringe Höhe über dem Boden und eine diagonale Liegeposition. Isolierung unter dem Körper ist fast immer nötig, weil die Hängematte von unten auskühlt.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Nur so hoch hängen, dass man bequem darin sitzen kann – ein Sturz aus großer Höhe kann schwere Verletzungen verursachen. Keine Felskanten, Steine oder Äste direkt darunter.
Gurte, Karabiner und Hängematte nur innerhalb der Herstellerangaben belasten und vor jeder Nutzung auf Abrieb prüfen. Vor dem Hineinlegen mit dem Körpergewicht testen.
Wildcampen, Biwakieren, Hängematten an Bäumen und das Sammeln von Material sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen und den Platz spurlos verlassen.
Material
Hängematte
Baumgurte – Breit genug, um die Rinde zu schonen
Isomatte – Oder ein Unterquilt als Isolierung von unten
Tarp / Plane(optional) – Als Regendach darüber
Schritte
1
Bäume prüfen
Zwei lebende, gesunde Bäume ohne tote Äste darüber wählen. Keine jungen Bäume, abgestorbenen Stämme oder Pfosten unbekannter Stabilität.
2
Baumgurte anlegen
Breite Gurte etwa auf Kopfhöhe um die Stämme legen. Dünne Schnur direkt um den Stamm schneidet in die Rinde.
3
Durchhang einstellen
Hängematte mit deutlichem Durchhang einhängen statt straff zu spannen; die Aufhängung soll schräg nach unten laufen.
4
Höhe prüfen
Belastet sollte die Hängematte etwa auf Sitzhöhe hängen. Mit dem Körpergewicht vorsichtig testen, bevor man sich hineinlegt.
5
Von unten isolieren
Unterquilt außen anbringen oder eine Isomatte in die Hängematte legen.
6
Diagonal liegen
Schräg in die Hängematte legen – Kopf etwas links oder rechts der Mitte, Füße zur anderen Seite. So liegt man flacher.
Häufige Fehler
×Zu straff gespannt – hohe Kräfte und „Bananenlage“
×Zu hoch aufgehängt
×Dünne Schnur direkt um die Rinde
×Ohne Isolierung von unten in kühler Nacht
×Nicht vor dem Hineinlegen getestet
Grenzen und Risiken
–Der 30-Grad-Winkel ist eine Faustregel, kein Messwert
–Keine Angaben zu Baumdurchmessern oder Bruchlasten
Quellen
[1]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
https://lnt.org
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Ein Zelt steht nur so gut, wie Platz, Heringe und Abspannung es zulassen. Wer den Aufbau zu Hause geübt hat, den Platz vor dem Auspacken prüft, die Heringe richtig setzt und alle Leinen gleichmäßig spannt, hat abends weniger Stress und nachts ein trockeneres, ruhigeres Zelt.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Kocher, Heizgeräte, Grills und Kerzen nie im Zelt, Vorzelt oder einer geschlossenen Unterkunft betreiben – Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Wildcampen, Biwakieren, Hängematten an Bäumen und das Sammeln von Material sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen und den Platz spurlos verlassen.
Material
Zelt
Heringe
Kunststofffolie / großer Müllsack(optional) – Unterlage, die nicht über das Außenzelt hinausragt
Isomatte
Schritte
1
Platz prüfen
Eben, leicht erhöht, frei von Steinen und Wurzeln, nicht in einer Senke oder einem Bachbett, keine toten Äste darüber. Eingang vom Wind abwenden.
2
Auslegen
Unterlage und Zelt auslegen; die Unterlage darf nicht über den Zeltrand hinausragen, sonst sammelt sie Regen unter dem Boden.
3
Heringe setzen
Heringe senkrecht oder leicht vom Zelt weg geneigt einsetzen, die Leine im rechten Winkel zum Hering. Zuerst die Ecken an der Windseite.
4
Stangen und Zelt aufstellen
Stangen nach Anleitung einführen; Steckverbindungen vollständig schließen, damit sie nicht splittern.
5
Abspannen
Alle Leinen anbringen und gleichmäßig spannen, bis das Außenzelt faltenfrei ist und das Innenzelt nicht berührt.
6
Lüftung öffnen
Lüftungsöffnungen öffnen, auch bei kühlem Wetter, um Kondenswasser zu verringern.
7
Nachspannen
Nach einer Stunde und vor dem Schlafen nachspannen – viele Zeltstoffe dehnen sich bei Nässe und Kälte.
Häufige Fehler
×Erstaufbau erst im Dunkeln auf Tour
×Unterlage ragt hinaus und sammelt Wasser
×Leinen nicht benutzt
×Außenzelt berührt Innenzelt
×In einer Senke aufgebaut
Grenzen und Risiken
–Allgemeiner Ablauf; Herstelleranleitung hat Vorrang
–Für Sturm siehe gesonderten Eintrag
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Auf Schnee halten normale Heringe kaum. Man tritt eine ebene Plattform fest, verankert Leinen mit eingegrabenen Gegenständen (Totmannanker) oder breiten Schneeheringen und hält Lüftungen und Eingang über Nacht schneefrei. Lawinengelände ist ausgeschlossen.
Lawinengelände ist nicht Gegenstand dieses Eintrags. Nie an oder unter Hängen, Wechten oder in Rinnen lagern. Wer sich in steilem Schneegelände bewegt, braucht eine lawinenkundliche Ausbildung und den aktuellen Lawinenlagebericht.
Kocher, Heizgeräte, Grills und Kerzen nie im Zelt, Vorzelt oder einer geschlossenen Unterkunft betreiben – Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Schneefall und Verwehungen können das Zelt eindrücken und Lüftungen verschließen. Nachts regelmäßig von außen abklopfen bzw. freischaufeln.
Starkes Zittern, Verwirrtheit, Ungeschicklichkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit können Zeichen einer Unterkühlung sein. Dann nicht abwarten: die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen und die Person vor weiterem Wärmeverlust schützen.
Material
Zelt
Schneeschaufel
Stabile Äste / Stangen – Oder Stuffsäcke mit Schnee, Ski, Stöcke als Totmannanker
Paracord – Zusätzliche Leinen zum Verlängern
Isomatte – Zwei Matten auf Schnee empfehlenswert
Schritte
1
Sicheren Platz wählen
Flaches Gelände abseits von Hängen, Hangfüßen, Wechten und Bäumen mit Schneelast.
2
Plattform festtreten
Mit Ski oder Schneeschuhen eine Fläche größer als das Zelt eben festtreten und kurz ruhen lassen, wenn Zeit ist.
3
Anker vorbereiten
Leinen an Stöcken, Ski, Stöcken oder mit Schnee gefüllten Säcken befestigen und diese quer zur Zugrichtung eingraben.
4
Zelt aufstellen
Zelt gegen Wegwehen sichern (immer festhalten oder anbinden), Windseite zuerst verankern, dann aufstellen und alle Leinen spannen.
5
Vorzelt ausheben
Im Vorzelt eine Grube ausheben – erleichtert Sitzen und Schuhe anziehen. Kocher trotzdem nur im Freien betreiben.
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Tarp als offenes Dach (Flachdach / Gemeinschaftsdach)
Ein Tarp wird an allen Ecken erhöht abgespannt und bildet ein offenes Dach über Kochstelle, Sitzplatz oder Gepäck. Es schützt mehrere Personen vor Regen und Sonne, bietet aber kaum Windschutz. Damit sich kein Wasser sammelt, muss das Dach Gefälle haben oder in der Mitte angehoben sein.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Kocher und Feuer nur mit großem Abstand zum Tarp und nur, wo erlaubt – heiße Luft steigt auf und kann das Material schmelzen oder entzünden.
Ein hohes Flachdach wirkt wie ein Segel. Bei aufkommendem Wind absenken oder abbauen, bevor Stangen umkippen oder Ösen reißen.
Wildcampen, Biwakieren, Hängematten an Bäumen und das Sammeln von Material sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen und den Platz spurlos verlassen.
Material
Tarp / Plane – Großes Tarp mit vielen Ösen
Paracord
Trekkingstöcke(optional) – Oder Stangen als Stützen
Heringe
Schritte
1
Platz wählen
Windgeschützt, ohne tote Äste, mit Ankerpunkten in passendem Abstand.
2
Ecken anheben
Ecken an Bäumen oder mit Stangen und je zwei Abspannleinen befestigen.
3
Gefälle einbauen
Eine Seite tiefer abspannen als die andere, damit Regen in eine Richtung abläuft – nicht auf den Weg oder in den Sitzbereich.
4
Mitte anheben
Bei großen Tarps die Mitte mit einer Stange oder einer Leine nach oben anheben, damit keine Wassersäcke entstehen.
5
Spannen und prüfen
Gleichmäßig nachspannen und bei Regen prüfen, ob sich irgendwo Wasser sammelt.
Häufige Fehler
×Dach völlig waagerecht
×Ablaufendes Wasser in den Sitzbereich geleitet
×Zu hoch bei Wind
×Kochstelle direkt darunter
Grenzen und Risiken
–Keine Maße oder Windgrenzen
–Für Schlafplätze nur bei ruhigem Wetter
Quellen
[1]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Ein Tarp lässt sich – anders als ein Zelt – in der Nacht umbauen: Firstleine absenken, Wetterseite bis zum Boden ziehen, zusätzliche Leinen setzen und nachspannen. Wer die Grundform so wählt, dass sie sich leicht anpassen lässt, und rechtzeitig handelt, bleibt bei aufziehendem Wind und Regen trocken. Bei Sturm oder Gewitter an exponierten Stellen ist Rückzug wichtiger als jeder Umbau.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Bei Gewitter oder Sturm in exponiertem Gelände ist Rückzug an einen sichereren Ort wichtiger als der Umbau. Im Wald bei Sturm auf umstürzende Bäume und herabfallende Äste achten.
Starkes Zittern, Verwirrtheit, Ungeschicklichkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit können Zeichen einer Unterkühlung sein. Dann nicht abwarten: die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen und die Person vor weiterem Wärmeverlust schützen.
Material
Tarp / Plane
Paracord – Zusätzliche Leinen griffbereit
Heringe – Ein paar mehr als nötig
Stirnlampe / Taschenlampe
Schritte
1
Wetter beobachten
Vor dem Schlafen Wolken, Windrichtung und Vorhersage prüfen; Ausrüstung so legen, dass sie im Dunkeln greifbar ist.
2
Früh reagieren
Bei den ersten Böen oder Tropfen handeln, nicht erst, wenn der Schlafsack nass ist.
3
Absenken
Firstleine tiefer setzen oder Stangen kürzen; die Fläche wird steiler und kleiner.
4
Wetterseite schließen
Die Seite zum Wind bis auf den Boden abspannen, ein Ende einschlagen oder auf eine geschlossene Form umbauen.
5
Zusätzlich abspannen
Leinen an mittleren Abspannpunkten setzen und alle Knoten nachspannen.
6
Nachts kontrollieren
Bei Regen gelegentlich prüfen, ob sich Wasser sammelt oder Leinen nachgeben.
Häufige Fehler
×Zu spät reagiert
×Keine Ersatzleinen griffbereit
×Hohe offene Form im Sturm beibehalten
×Nylon-Tarp nach Regen nicht nachgespannt
Grenzen und Risiken
–Keine Windgeschwindigkeiten oder Belastungsgrenzen
–Gewitterverhalten siehe gesonderten Eintrag
Quellen
[1]
Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Notbiwak mit Rettungsdecke, Biwaksack oder Müllsack
Eine Rettungsdecke, ein Biwaksack oder ein großer Müllsack kann bei einer ungeplanten Nacht oder beim Warten auf Hilfe kurzfristig vor Wind und Nässe schützen. Entscheidend sind dabei ein geschützter Platz und eine Isolierung vom Boden. Ein Notbiwak ersetzt keine richtige Ausrüstung.
Niemals einen Kunststoffsack oder eine Folie über den Kopf ziehen – Erstickungsgefahr. Für das Gesicht immer eine Öffnung lassen; bei einem Müllsack ein Loch für das Gesicht schneiden, nicht für den Kopf darunter kriechen.
Ein Notbiwak ist nur eine kurzfristige Notlösung und ersetzt keine richtige Ausrüstung. Bei Unterkühlungszeichen oder wenn die Lage sich verschlechtert, frühzeitig den Notruf wählen.
Rettungsdecken sind elektrisch leitfähig – nicht in der Nähe von Stromleitungen verwenden.
Material
Rettungsdecke(optional)
Kunststofffolie / großer Müllsack(optional) – Großer, stabiler Müllsack – nie über den Kopf ziehen
Isomatte(optional)
Rucksack(optional) – Als Bodenisolierung
Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige(optional) – Als Bodenisolierung
Stirnlampe / Taschenlampe(optional) – Um gesehen zu werden und sich zu orientieren
Schritte
1
Früh entscheiden
Wenn absehbar ist, dass das Ziel nicht sicher erreicht wird, früh anhalten, solange noch Tageslicht, Kraft und trockene Kleidung vorhanden sind. Wenn möglich Hilfe verständigen.
2
Geschützten Platz suchen
Windschatten hinter Felsen, Gelände oder dichtem Bewuchs nutzen, aber Senken, Rinnen und Gefahren von oben meiden.
3
Vom Boden isolieren
Auf Isomatte, Rucksack, Seil oder einer dicken Schicht trockener Vegetation sitzen oder liegen – nie direkt auf dem Boden. Sitzen in Hockhaltung auf dem Rucksack verringert die Kontaktfläche.
4
Alle Kleidung anziehen
Trockene Reservekleidung, Mütze und Handschuhe anziehen, bevor die Hülle geschlossen wird. Nasse Schichten möglichst gegen trockene tauschen.
5
Hülle anlegen
In Biwaksack oder Müllsack bis zu den Schultern hineinsteigen oder die Rettungsdecke eng um den Körper wickeln. Das Gesicht bleibt immer frei.
Nie den Kopf in einen Kunststoffsack stecken.
6
Zusammenrücken und sichtbar bleiben
In der Gruppe eng zusammenrücken. Stirnlampe und auffällige Farben nutzen, um für Rettungskräfte sichtbar zu sein.
7
Zustand beobachten
Sich gegenseitig auf Zittern, Verwirrtheit und Schläfrigkeit beobachten und bei Verschlechterung den Notruf wählen.
Häufige Fehler
×Die Rettungsdecke für eine vollwertige Unterkunft halten
×Ohne Bodenisolierung auf kaltem Boden liegen
×Zu spät anhalten, wenn Kleidung schon nass und Kraft verbraucht ist
×Die Folie über den Kopf ziehen
×Die Rettungsdecke im Wind lose flattern lassen, bis sie reißt
Grenzen und Risiken
–Nur für kurze Zeit gedacht
–Kein Ersatz für Schlafsack, Isomatte und Zelt oder Tarp
–Kein Schutz vor Bodenkälte ohne zusätzliche Isolierschicht
Quellen
[1]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Eine Laubhütte ist ein enger, keilförmiger Unterschlupf aus einem Firststamm, angelehnten Ästen und einer sehr dicken Schicht aus trockenem Laub. Sie isoliert, wenn sie dick genug gedeckt ist, kostet aber Stunden Arbeit und viel Material – und ist nur dort zulässig, wo das Sammeln erlaubt ist.
Der Firststamm muss das Gewicht der Deckschicht sicher tragen und an beiden Enden fest aufliegen. Vor dem Hineinkriechen die Stabilität prüfen. Keine morschen Stämme verwenden.
Nicht unter toten Bäumen oder abgebrochenen, hängenden Ästen bauen – sie können bei Wind herabfallen.
Laub und trockene Äste brennen sehr leicht. Kein Feuer in oder dicht an der Hütte; Kerzen und Kocher darin sind tabu.
Der Bau ist körperlich anstrengend. Schichten ablegen, um nicht durchzuschwitzen, und rechtzeitig beginnen.
Laub kann Zecken, Insekten und andere Tiere enthalten. Danach Körper und Kleidung absuchen.
Material
Stabile Äste / Stangen – Ein stabiler Firststamm und viele Äste für das Gerippe
Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige – Große Mengen trockenes Laub als Isolierung und Bodenschicht
Kunststofffolie / großer Müllsack(optional) – Als zusätzlicher Regenschutz auf der Laubschicht
Schritte
1
Standort wählen
Wähle einen ebenen, trockenen, leicht erhöhten Platz in der Nähe von viel Laub und Totholz, abseits von Senken, Bachläufen und Totholz über dir.
2
Firststamm auflegen
Lege einen stabilen Stamm, etwas länger als deine Körpergröße, mit einem Ende auf einen sicheren Auflagepunkt (z. B. Baumstumpf oder Astgabel) in etwa Hüfthöhe und mit dem anderen Ende auf den Boden.
Auflage auf Stabilität prüfen – der Stamm darf nicht abrutschen.
3
Größe prüfen
Lege dich probehalber darunter. Der Innenraum soll gerade so groß sein, dass du dich darin drehen kannst – jeder zusätzliche Raum muss mit Körperwärme gefüllt werden.
4
Rippen anlehnen
Lehne zu beiden Seiten dicht nebeneinander Äste steil an den Firststamm. Lass am hohen Ende eine kleine Einstiegsöffnung.
5
Dick mit Laub decken
Häufe trockenes Laub sehr dick über das Gerippe; eine dünne Schicht reicht nicht. Feine Zweige obenauf verhindern, dass Wind das Laub abträgt.
6
Boden isolieren
Fülle den Innenraum mit einer dicken Schicht trockenen Laubs, die unter dem Körpergewicht nicht vollständig zusammengedrückt wird.
7
Eingang verschließen
Ein Laubhaufen oder Rucksack vor der Öffnung, den du von innen heranziehen kannst, hält Wind ab.
Häufige Fehler
×Zu spät am Tag beginnen
×Zu große Hütte bauen, die der Körper nicht erwärmen kann
×Deckschicht zu dünn
×Nasses Laub verwenden
×Bodenschicht vergessen
×Unter toten Bäumen bauen
×Beim Bau durchschwitzen
Grenzen und Risiken
–Keine Maßangaben für die Laubschicht – Bedarf hängt von Kälte und Material ab
–Nicht für Starkregen ohne zusätzliche Folie
–Rechtliche Lage regional unterschiedlich
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Schnee isoliert gut, und eine Schneehöhle oder ein Graben kann Schutz vor Wind und Kälte bieten. Der Bau erfordert aber Übung, eine Schaufel, viel Zeit und Kraft – und birgt Risiken wie Einsturz, Durchnässung, Ersticken und Kohlenmonoxid. Dieser Eintrag behandelt nur Grundprinzipien; Lawinengelände ist ausdrücklich ausgeschlossen.
Lawinengelände ist nicht Gegenstand dieses Eintrags. Unterkünfte nie an oder unter Hängen, Wechten oder in Rinnen anlegen. Wer sich in steilem Schneegelände bewegt, braucht eine lawinenkundliche Ausbildung und aktuelle Lawinenwarnungen.
Schneedecken können einstürzen und Menschen begraben. Nur mit Übung bauen, nie allein in eine Schneehöhle graben, und Schaufel immer mit nach innen nehmen.
Kocher, Kerzen und Brenner in einer Schneeunterkunft können tödliche Mengen Kohlenmonoxid erzeugen, und der Sauerstoff wird verbraucht. Eine freie Lüftungsöffnung ist Pflicht; Kocher grundsätzlich nur im Freien betreiben.
Graben im Schnee macht nass und schweißnass. Durchnässte Kleidung kann eine Unterkühlung auslösen. Schichten ablegen, langsam arbeiten und bei Unterkühlungszeichen den Notruf wählen.
Eingang und Standort gut sichtbar markieren, damit die Unterkunft gefunden wird und niemand auf das Dach tritt.
Material
Schneeschaufel – Praktisch unverzichtbar
Isomatte – Isolierung gegen den Schneeboden
Stabile Äste / Stangen(optional) – Zum Markieren des Eingangs und als Lüftungsstab
Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
Schritte
1
Abwägen, ob ein Bau sinnvoll ist
Prüfe zuerst Alternativen: Rückkehr, Hütte, Fahrzeug, Notbiwak im Windschatten. Ein Schneebau lohnt sich nur mit Schaufel, Übung, genug Zeit und Kraft sowie trockener Kleidung.
2
Sicheren Platz wählen
Nur flaches oder sehr sanft geneigtes Gelände ohne Hänge, Wechten oder Rinnen darüber. Ausreichend tiefen, tragfähigen Schnee wählen; abseits von Wegen, Pisten und Fahrspuren.
3
Vor dem Graben Schichten ablegen
Isolierende Schichten vor dem Graben ausziehen und trocken verstauen, wasserdichte Außenschicht anlassen. Langsam arbeiten, um wenig zu schwitzen.
4
Einfachste Form wählen
Ein einfacher Graben im Schnee, abgedeckt mit Tarp, Folie oder Schneeblöcken, ist meist schneller und weniger einsturzgefährdet als eine gegrabene Höhle. Komplexere Bauten nur nach Übung unter Anleitung.
5
Lüftung sicherstellen
Eine Lüftungsöffnung im Dach anlegen und regelmäßig freihalten, etwa mit einem Stock. Eingang nicht vollständig verschließen.
Kein Kocher, keine Kerze im geschlossenen Raum.
6
Vom Schnee isolieren
Auf Isomatte, Rucksack oder anderer Isolierung liegen, nie direkt auf Schnee. Schaufel und Ausrüstung mit hineinnehmen.
7
Markieren und Bescheid geben
Eingang und Dach außen markieren und, wenn möglich, Standort an Rettungskräfte oder Kontaktpersonen übermitteln.
Häufige Fehler
×In Hangnähe oder unter Wechten bauen
×Ohne Schaufel oder Übung eine Höhle graben wollen
×Beim Graben die Isolationsschichten durchnässen
×Lüftungsöffnung vergessen oder zuschneien lassen
×Kocher oder Kerze im Inneren betreiben
×Schaufel draußen lassen
×Allein graben, ohne dass jemand den Standort kennt
Grenzen und Risiken
–Keine Bauanleitung für Schneehöhlen oder Iglus – nur Grundprinzipien
–Keine Aussagen zu Lawinengefahr
–Keine Maßangaben für Wand- und Deckenstärken
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)
[3]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Wenn die Heizung ausfällt: warm bleiben in der Wohnung
Bei Stromausfall, Gasmangel oder Heizungsschaden kühlt eine Wohnung im Winter allmählich aus. Am sichersten ist es, einen Raum warm zu halten, sich warm anzuziehen und Hilfe von außen zu nutzen. Die größte Gefahr sind improvisierte Heizquellen: Grills, Gaskocher und Generatoren in Innenräumen können tödliches Kohlenmonoxid erzeugen.
Niemals Holzkohle- oder Gasgrills, Campingkocher, Heizpilze, Terrassenheizer oder Stromgeneratoren in Wohnung, Keller, Garage oder Zelt betreiben – auch nicht bei offenem Fenster. Kohlenmonoxid ist unsichtbar und geruchlos und kann tödlich sein.
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Benommenheit bei mehreren Personen im selben Raum können auf Kohlenmonoxid hindeuten: Sofort an die frische Luft und den Notruf wählen.
Kerzen und Teelichter nie unbeaufsichtigt lassen und nicht in der Nähe von Vorhängen, Decken oder Kindern verwenden. Batterieleuchten sind sicherer.
Den Gasherd oder Backofen nicht als Raumheizung verwenden.
Ältere Menschen, Säuglinge und Kranke kühlen schneller aus und bemerken es oft spät. Regelmäßig nachsehen und bei Bedarf früh in eine warme Unterkunft wechseln.
Über Radio, Warn-Apps oder Behördenseiten klären, wie lange der Ausfall voraussichtlich dauert und ob es Wärmestuben, Notunterkünfte oder Anlaufstellen gibt.
2
Einen Raum wählen
Einen kleinen Raum möglichst ohne viele Außenwände und Fenster als gemeinsamen Aufenthaltsraum nutzen. Türen zu ungenutzten Räumen schließen.
3
Zugluft reduzieren
Vorhänge schließen, besonders nachts, und Zugluft an Türspalten mit Decken oder Handtüchern verringern. Kurz und gezielt lüften statt Fenster dauerhaft zu kippen.
4
Schichten tragen
Mehrere Lagen Kleidung, Mütze, Socken und Hausschuhe tragen. Feuchte Kleidung wechseln. Auf Matten oder Teppichen statt auf kaltem Boden sitzen und schlafen.
5
Warm schlafen
Schlafsäcke und mehrere Decken nutzen, Betten nicht an kalte Außenwände stellen. Mehrere Personen können im selben Raum schlafen.
6
Essen und trinken
Regelmäßig essen und warme Getränke aus Thermoskannen trinken, solange sie verfügbar sind.
7
Nachbarn und gefährdete Personen
Bei älteren oder allein lebenden Nachbarn nachfragen. Wenn die Wohnung zu kalt wird oder jemand Warnzeichen einer Unterkühlung zeigt, frühzeitig in eine warme Unterkunft wechseln oder den Notruf wählen.
Häufige Fehler
×Grill, Campingkocher oder Generator in Innenräumen betreiben
×Gasherd oder Backofen als Heizung nutzen
×Kerzen unbeaufsichtigt brennen lassen
×Die ganze Wohnung statt eines Raums warm halten wollen
×Zu lange warten, bevor eine warme Unterkunft aufgesucht wird
×Gefährdete Angehörige und Nachbarn nicht im Blick behalten
Grenzen und Risiken
–Keine Anleitung zum Betrieb von Öfen oder Heizgeräten
–Keine Aussagen zu Gebäudeschäden wie eingefrorenen Leitungen
–Keine medizinische Anleitung
Quellen
[1]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
https://www.bbk.bund.de
[2]
World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)
[3]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Ein Regenponcho mit Ösen lässt sich als kleines Pultdach oder Mini-A-Frame abspannen. Das ist eine Notlösung für eine Person, die vor Regen schützt – der Poncho fehlt dann aber als Regenkleidung, und die Fläche ist klein.
Die Kapuzenöffnung ist ein Leck: Kapuze fest zuziehen und nach innen oder nach oben abbinden.
Ein Poncho isoliert nicht. Bei Kälte schützt er nur vor Nässe – Isolierung vom Boden und trockene Kleidung sind entscheidend. Bei Unterkühlungszeichen die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Material
Regenponcho
Paracord – Mehrere Stücke für First und Ecken
Stabile Äste / Stangen – Als Heringe oder Stütze
Isomatte(optional)
Schritte
1
Windschatten suchen
Platz hinter Felsen, Gelände oder dichtem Bewuchs wählen; nach oben auf tote Äste achten.
2
Kapuze verschließen
Kapuze fest zuziehen und abbinden, damit kein Wasser durchläuft.
3
Hohe Kante befestigen
Für ein Pultdach eine lange Kante an einer Leine zwischen zwei Bäumen oder Stöcken befestigen.
4
Untere Kante abspannen
Die gegenüberliegende Kante zur Wetterseite hin am Boden fixieren.
5
Boden isolieren
Isomatte, Rucksack oder trockenes Pflanzenmaterial unterlegen.
Häufige Fehler
×Kapuze offen gelassen
×Offene Seite zum Wind
×Ohne Bodenisolierung liegen
×Poncho abgebaut zurückgelassen oder beschädigt
Grenzen und Risiken
–Nur für eine Person
–Nicht für längere Aufenthalte geeignet
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Ein Pultdach aus Stangen und dichter Abdeckung aus Zweigen oder Laub, vor dem ein kleines Feuer brennt; eine Wand aus Holz oder Steinen hinter dem Feuer wirft Strahlungswärme zurück. Der Aufbau ist aufwendig, braucht ständige Feueraufsicht und ist nur dort zulässig, wo Feuer und Materialsammeln erlaubt sind.
Das Dach aus trockenem Material brennt sehr leicht. Ausreichend Abstand zwischen Feuer und Unterstand halten, Funkenflug beachten, Feuer nie unbeaufsichtigt lassen und Löschmittel bereithalten.
Bei Trockenheit, Wind oder Waldbrandwarnung kein Feuer. Feuerverbote und lokale Regeln haben Vorrang.
Rauch kann sich unter dem Dach sammeln. Bei Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit an die frische Luft gehen.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Material
Stabile Äste / Stangen – Firststange, Dachstangen, Holz für den Reflektor
Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige – Zum Decken des Dachs
Trockenes Brennholz – Ausreichend für die ganze Nacht, vor Dunkelheit gesammelt
Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl
Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf) – Löschwasser oder Erde bereithalten
Kunststofffolie / großer Müllsack(optional)
Schritte
1
Erlaubnis und Risiko prüfen
Nur bauen, wo Feuer und Materialsammeln erlaubt sind. Bei Trockenheit oder Wind auf Feuer verzichten.
2
Gerüst errichten
Eine stabile Firststange zwischen zwei Bäume oder Astgabeln legen und Dachstangen schräg nach hinten zum Boden anlehnen, Rücken zum Wind.
3
Dicht decken
Von unten nach oben dachziegelartig mit Zweigen oder Laub decken, damit Regen abläuft. Totholz und loses Material verwenden.
4
Feuerstelle anlegen
Feuerstelle mit Abstand vor dem Unterstand auf freiem mineralischem Boden anlegen, Umgebung von brennbarem Material befreien.
5
Reflektor bauen
Hinter dem Feuer eine Wand aus aufgeschichteten Stämmen oder Steinen errichten, die die Wärme zum Unterstand zurückwirft.
6
Feuerwache und Löschen
Feuer klein halten und ständig beaufsichtigen. Wer schläft, muss das Feuer vorher vollständig löschen oder eine Wache einteilen.
Glut kann lange nachglimmen – vollständig ablöschen.
Häufige Fehler
×Feuer zu nah am Dach
×Zu großes Feuer
×Zu wenig Brennholz für die Nacht
×Lebende Bäume beschädigt
×Unbeaufsichtigtes Feuer beim Einschlafen
Grenzen und Risiken
–Keine Abstandsangaben – abhängig von Feuergröße, Wind und Material
–Rechtliche Lage regional sehr unterschiedlich
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)
https://smokeybear.com
[3]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Ein Satteldach aus Firststange, Zweibeinen oder Astgabeln und angelehnten Stangen, gedeckt mit Zweigen, Rinde von Totholz oder Laub. Größer als die enge Laubhütte und für ein bis zwei Personen gedacht, schützt er vor allem vor Regen und Wind – warm hält er nur mit guter Bodenisolierung und Schlafsack.
Firststange und Stützen müssen das Gewicht der Deckschicht sicher tragen. Keine morschen Stangen verwenden, Stabilität vor dem Hineinlegen prüfen.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Säge und Beil nur mit sicherer Technik verwenden; viele Verletzungen beim Unterstandsbau entstehen durch Werkzeug.
Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.
Material
Stabile Äste / Stangen – Firststange, Stützen und viele Dachstangen aus Totholz
Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige – Zum Decken und als Bodenschicht
Dünne Schnur(optional) – Zum Binden der Stützen
Kunststofffolie / großer Müllsack(optional) – Unter der Deckschicht für besseren Regenschutz
Schritte
1
Standort wählen
Ebener, trockener Platz, keine Senke, keine toten Bäume darüber, Totholz in der Nähe.
2
Stützen errichten
An beiden Enden je ein Zweibein aus zwei gekreuzten, oben verbundenen Stangen aufstellen – oder Astgabeln bzw. einen stabilen Baumstumpf nutzen.
3
Firststange auflegen
Stabile Firststange in die Gabeln legen und sichern.
4
Dachstangen anlehnen
Auf beiden Seiten Stangen dicht und steil anlehnen.
5
Decken
Von unten nach oben überlappend mit Zweigen, Rindenstücken von Totholz oder Laub decken; wenn vorhanden, eine Folie unter der äußeren Schicht.
6
Boden isolieren
Eine dicke Schicht aus trockenem Material oder eine Isomatte als Liegefläche.
Häufige Fehler
×Dach zu flach – es tropft durch
×Material nicht überlappend gelegt
×Zu groß gebaut
×Lebende Bäume entastet
×Kein Rückbau nach Übungen
Grenzen und Risiken
–Keine Maßangaben für Dachneigung oder Schichtdicke
–Ohne Folie bei Dauerregen nur begrenzt dicht
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Mehrere Stangen werden kegelförmig gegeneinander gelehnt und oben verbunden; das Gerüst wird mit einer Plane, Rinde von Totholz, Zweigen oder Laub gedeckt. Die Form ist stabil, braucht keinen Baum als Ankerpunkt und bietet Sitzhöhe – aber viel Material und Zeit.
Die Spitze muss fest gebunden und die Stangen gleichmäßig verteilt sein; ein umkippendes Gerüst kann verletzen. Stabilität vor dem Decken prüfen.
Kein offenes Feuer und kein Kocher in improvisierten Kegelbauten: Brand- und Kohlenmonoxidgefahr. Traditionelle Tipis mit Rauchabzug erfordern Erfahrung und sind etwas anderes als ein Notbau.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.
Material
Stabile Äste / Stangen – Drei kräftige Hauptstangen und viele weitere Stangen
Paracord – Zum Binden der Spitze
Tarp / Plane(optional) – Schnellste Abdeckung
Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige(optional)
Schritte
1
Dreibein aufstellen
Drei Hauptstangen am oberen Ende zusammenbinden, aufrichten und die Füße gleichmäßig spreizen.
2
Weitere Stangen anlehnen
Weitere Stangen in die Gabel an der Spitze lehnen; einen Eingang auf der windabgewandten Seite freilassen.
3
Decken
Mit Tarp umwickeln oder von unten nach oben dachziegelartig mit Naturmaterial decken.
4
Lüftung offen lassen
Spitze und Eingang nicht völlig verschließen, um Kondenswasser zu verringern.
5
Boden isolieren
Isomatte oder dicke trockene Schicht auslegen.
Häufige Fehler
×Spitze nur lose zusammengelegt
×Stangen ungleich verteilt
×Eingang zum Wind
×Feuer im Inneren
Grenzen und Risiken
–Keine Maßangaben zu Stangenlänge und Neigung
–Nicht für Feuer im Inneren gedacht
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Ein körperlanger, schmaler Graben im Schnee, abgedeckt mit Tarp, Folie, Skiern mit Plane oder Schneeblöcken. Er ist von den Schneeunterkünften meist die schnellste und am wenigsten einsturzgefährdete Form und daher in Notlagen oft der Höhle vorzuziehen – aber nur in flachem Gelände ohne Lawinengefahr.
Lawinengelände ist nicht Gegenstand dieses Eintrags. Nie an oder unter Hängen, Wechten oder in Rinnen bauen. Wer sich in steilem Schneegelände bewegt, braucht eine lawinenkundliche Ausbildung und den aktuellen Lawinenlagebericht.
Kocher, Kerzen und Brenner in einer Schneeunterkunft können tödliche Mengen Kohlenmonoxid erzeugen und Sauerstoff verbrauchen. Eine freie Lüftungsöffnung ist Pflicht; Kocher grundsätzlich draußen betreiben.
Graben im Schnee macht nass und verschwitzt. Durchnässte Kleidung kann eine Unterkühlung auslösen. Isolierende Schichten vorher ablegen, langsam arbeiten und bei Unterkühlungszeichen die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen.
Neuschnee und Schneeverwehungen belasten eine Planenabdeckung. Nachts regelmäßig abklopfen und die Lüftung freihalten.
Graben und Umgebung gut sichtbar markieren, damit niemand darauf tritt oder darüberfährt und Rettungskräfte ihn finden.
Material
Schneeschaufel – Praktisch unverzichtbar
Tarp / Plane – Oder Folie, Rettungsdecke bzw. Schneeblöcke als Dach
Isomatte – Isolierung gegen den Schneeboden
Trekkingstöcke(optional) – Oder Ski als Dachträger
Trockene Wechselkleidung
Schritte
1
Abwägen
Prüfe Alternativen wie Rückkehr, Hütte, Fahrzeug oder Notbiwak im Windschatten. Graben nur mit Schaufel, Zeit und trockener Kleidung.
2
Sicheren Platz wählen
Flaches Gelände ohne Hänge, Wechten oder Rinnen darüber; abseits von Pisten, Loipen und Fahrspuren.
Einen schmalen Graben, etwas länger als die Körperlänge, ausheben. Schmal halten – je breiter, desto schwerer lässt er sich abdecken.
5
Abdecken
Plane über den Graben legen und an den Rändern mit Schnee beschweren, Stöcke oder Ski als Träger nutzen; alternativ Schneeblöcke giebelförmig gegeneinanderlehnen.
6
Lüftung und Eingang
Eine Lüftungsöffnung freihalten und den Eingang nicht vollständig verschließen.
Kein Kocher und keine Kerze im Graben.
7
Isolieren und markieren
Auf Isomatte oder Rucksack liegen, Schaufel mit hineinnehmen, Standort außen markieren.
Häufige Fehler
×Graben zu breit
×Plane ohne Träger – sie sackt unter Schneelast durch
×Lüftung vergessen
×Schaufel draußen liegen lassen
×Am Hang gebaut
Grenzen und Risiken
–Keine Maßangaben zu Tiefe oder Wandstärke
–Keine Aussagen zu Lawinengefahr
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[3]
World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)
[4]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Ein großer Haufen aus aufgeschaufeltem Schnee wird gesetzt gelassen und dann ausgehöhlt. Das funktioniert auch bei wenig Schneehöhe, kostet aber viel Zeit und Kraft und birgt Einsturz-, Erstickungs- und Kohlenmonoxidgefahr. Nur zu zweit oder mehr, mit Übung und nie in Lawinengelände.
Nie allein bauen oder aushöhlen. Eine Person gräbt, die andere bleibt draußen und kann bei einem Einsturz sofort helfen. Schaufel immer griffbereit, auch im Inneren.
Zu dünne Wände oder Decken und Tauwetter führen zum Einsturz. Dickenmarker nutzen, nicht weitergraben, sobald ein Marker erreicht ist, und bei Tauwetter oder Regen nicht darin schlafen.
Kocher, Kerzen und Brenner in einer Schneeunterkunft können tödliche Mengen Kohlenmonoxid erzeugen und Sauerstoff verbrauchen. Eine freie Lüftungsöffnung ist Pflicht; Kocher grundsätzlich draußen betreiben.
Graben im Schnee macht nass und verschwitzt. Durchnässte Kleidung kann eine Unterkühlung auslösen. Isolierende Schichten vorher ablegen, langsam arbeiten und bei Unterkühlungszeichen die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen.
Lawinengelände ist nicht Gegenstand dieses Eintrags. Nie an oder unter Hängen, Wechten oder in Rinnen bauen. Wer sich in steilem Schneegelände bewegt, braucht eine lawinenkundliche Ausbildung und den aktuellen Lawinenlagebericht.
Material
Schneeschaufel – Mindestens eine, besser zwei
Stabile Äste / Stangen – Gleich lange Stöcke als Dickenmarker
Isomatte
Trockene Wechselkleidung
Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
Schritte
1
Sicheren Platz wählen
Flaches Gelände ohne Hänge darüber, keine Bäume mit Schneelast direkt darüber.
2
Schnee aufhäufen
Schnee zu einem großen, runden Haufen aufschaufeln und dabei umschichten. Schichten ablegen, um nicht zu schwitzen.
3
Dickenmarker setzen
Gleich lange Stöcke rundum senkrecht in den Haufen stecken, bis sie bündig mit der Oberfläche sind.
4
Setzen lassen
Den Haufen eine Weile ruhen lassen. Die nötige Zeit hängt von Schnee und Temperatur ab; in dieser Zeit warm und trocken bleiben.
5
Aushöhlen – zu zweit
Einen niedrigen Eingang graben und von innen aushöhlen. Sobald ein Stockende sichtbar wird, an dieser Stelle aufhören. Die zweite Person bleibt draußen.
Bei Rissen, Absacken oder Tropfen sofort hinaus.
6
Lüftung und Liegefläche
Eine Lüftungsöffnung schräg durch die Decke stechen, die Liegefläche höher als den Eingang anlegen und die Decke innen glätten, damit Tropfwasser abläuft.
7
Nacht und Markierung
Schaufel innen behalten, Lüftung regelmäßig freihalten, Eingang nicht ganz verschließen, Standort außen markieren.
Häufige Fehler
×Allein gegraben
×Nicht lange genug gesetzt
×Ohne Dickenmarker gegraben – Decke zu dünn
×Keine Lüftungsöffnung
×Kocher oder Kerze im Inneren
×Durchgeschwitzt
Grenzen und Risiken
–Keine Angabe von Wandstärken oder Wartezeiten – stark schneeabhängig
–Keine Aussagen zu Lawinengefahr
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)
[3]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Eine in eine tiefe, verfestigte Schneewehe gegrabene Höhle isoliert von den Schneebauten am besten. Sie braucht aber sehr tiefen Schnee, Schaufel, Übung und viel Zeit – und Schneewehen liegen oft genau dort, wo Lawinen- und Wechtengefahr besteht. In Notlagen ist ein Schneegraben meist die sicherere Wahl.
Schneewehen bilden sich häufig an Leehängen – genau dort, wo Triebschnee und Lawinengefahr entstehen. Ohne lawinenkundliche Ausbildung keine Schneehöhle an Hängen graben; im Zweifel einen Graben in flachem Gelände wählen.
Nie allein graben. Eine Person bleibt draußen, die Schaufel ist immer griffbereit, auch nachts im Inneren.
Kocher, Kerzen und Brenner in einer Schneeunterkunft können tödliche Mengen Kohlenmonoxid erzeugen und Sauerstoff verbrauchen. Eine freie Lüftungsöffnung ist Pflicht; Kocher grundsätzlich draußen betreiben.
Graben im Schnee macht nass und verschwitzt. Durchnässte Kleidung kann eine Unterkühlung auslösen. Isolierende Schichten vorher ablegen, langsam arbeiten und bei Unterkühlungszeichen die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen.
Material
Schneeschaufel
Isomatte
Stabile Äste / Stangen – Lüftungsstab und Markierung
Trockene Wechselkleidung
Stirnlampe / Taschenlampe(optional)
Schritte
1
Gelände beurteilen
Nur mit Ausbildung und Lawinenlagebericht. Kein Graben unter Wechten, in Rinnen oder steilen Leehängen. Wenn Unsicherheit besteht: Schneegraben in flachem Gelände.
2
Eingang und Raum graben
Einen Eingangstunnel graben, dann den Raum nach oben erweitern, sodass die Liegefläche höher liegt als der Eingang. Langsam arbeiten, Schichten ablegen.
3
Decke wölben und glätten
Die Decke gewölbt und glatt formen, damit Schmelzwasser an den Wänden abläuft statt zu tropfen.
4
Lüftung anlegen
Eine Lüftungsöffnung durch die Decke stechen und mit einem Stock regelmäßig freihalten.
Kein Kocher, keine Kerze im geschlossenen Raum.
5
Ausrüstung und Markierung
Schaufel innen, Eingang nicht ganz verschließen, Standort außen deutlich markieren.
Häufige Fehler
×In Lawinen- oder Wechtengelände gegraben
×Decke zu flach oder zu dünn
×Lüftung zugeschneit
×Allein gegraben
×Liegefläche tiefer als Eingang
Grenzen und Risiken
–Keine Bauanleitung mit Maßen
–Keine Beurteilung von Lawinengelände
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[3]
European Avalanche Warning Services (EAWS): European Avalanche Danger Scale
[4]
World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)
Wer im Schnee steckenbleibt, ist im Fahrzeug meist besser geschützt als zu Fuß draußen und wird dort leichter gefunden. Lebenswichtig ist, den Auspuff von Schnee freizuhalten und den Motor nur zeitweise laufen zu lassen, weil sonst Kohlenmonoxid in den Innenraum gelangen kann.
Auspuff regelmäßig von Schnee freihalten. Ein zugeschneiter Auspuff kann Kohlenmonoxid in den Innenraum leiten – geruchlos und tödlich. Motor nur zeitweise laufen lassen und dabei ein Fenster einen Spalt öffnen.
Beim Fahrzeug bleiben, außer Hilfe ist sicher in unmittelbarer Nähe sichtbar. Zu Fuß im Schneesturm verliert man schnell die Orientierung und kühlt aus.
Örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen, Standort angeben und Akku sparen.
Beim Aussteigen auf Verkehr achten, Warnweste tragen und das Fahrzeug absichern, soweit gefahrlos möglich.
Material
Notfallausstattung im Auto
Wolldecke / Bettdecke – Oder Schlafsack
Rettungsdecke
Schneeschaufel(optional) – Zum Freihalten des Auspuffs
Warnweste(optional)
Mobiltelefon
Schritte
1
Notruf und Standort
Notruf absetzen, Standort durchgeben, dann Telefon sparsam nutzen.
2
Sichtbar machen
Warnblinker bei Bedarf, auffälliges Tuch an Antenne oder Fenster; nachts Innenlicht zeitweise einschalten, wenn der Motor läuft.
3
Auspuff freihalten
Vor jedem Motorstart und regelmäßig prüfen, ob der Auspuff frei ist.
4
Motor zeitweise
Motor und Heizung nur für kurze Zeit laufen lassen, dabei ein Fenster leicht öffnen. Offizielle Ratgeber nennen etwa zehn Minuten pro Stunde.
5
Warm halten
Alle Kleidungsschichten anziehen, Decken und Rettungsdecken nutzen, eng zusammenrücken, Füße vom kalten Boden isolieren, leicht bewegen, genug trinken.
6
Abwechselnd wach bleiben
In Gruppen abwechselnd wach bleiben, besonders während der Motor läuft.
Häufige Fehler
×Auspuff nicht kontrolliert
×Motor dauerhaft laufen lassen und eingeschlafen
×Fahrzeug im Schneesturm zu Fuß verlassen
×Ohne Winterausrüstung losgefahren
Grenzen und Risiken
–Keine Treibstoff- oder Akkureichweiten
–Kein Rat für Hitze – Fahrzeuge in der Sonne sind gefährlich
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Winter Weather
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
[3]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Wer in der Stadt durch einen Notfall ohne warme Unterkunft dasteht – etwa nach einem Gebäudeschaden, bei einem Stromausfall oder auf Reisen – sollte zuerst offizielle Notunterkünfte und Wärmestuben suchen. Zur Überbrückung helfen Karton und Zeitungspapier als Bodenisolierung, Windschutz durch Gebäude und trockene Schichten. Beschädigte Gebäude und unsichere Orte sind tabu.
Nach Erdbeben, Explosionen, Bränden oder Hochwasser keine beschädigten Gebäude betreten. Absperrungen und Anweisungen der Einsatzkräfte befolgen.
Keine Grills, Gaskocher, Generatoren oder offenen Feuer in Räumen, Zelten, Garagen oder Durchgängen zum Heizen – Kohlenmonoxid- und Brandgefahr. Karton und Zeitungen sind leicht entflammbar.
Bei Zittern, Verwirrtheit oder Teilnahmslosigkeit die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen. Ältere Menschen, Kinder und Kranke sind besonders gefährdet.
Privates Eigentum und Hausrecht respektieren; lokale Regeln und Hinweise der Behörden beachten.
Material
Zeitungspapier und Karton – Als Bodenisolierung und Windschutz
Kunststofffolie / großer Müllsack(optional) – Gegen Nässe, nie über den Kopf
Rettungsdecke(optional)
Wolldecke / Bettdecke(optional)
Mobiltelefon
Schritte
1
Offizielle Hilfe suchen
Über Radio, Warn-App, Behörden, Einsatzkräfte oder Hilfsorganisationen nach Notunterkünften, Wärmestuben oder Sammelstellen fragen.
2
Öffentliche warme Orte
Zur Überbrückung Bahnhöfe, Einkaufszentren, Bibliotheken oder andere geöffnete öffentliche Gebäude nutzen, soweit zugänglich und erlaubt.
3
Vom Boden isolieren
Mehrere Lagen Karton oder Zeitungen unter den Körper legen, nie direkt auf Beton oder Stein sitzen.
4
Wind und Nässe abhalten
Windgeschützte Seite von Gebäuden wählen, Karton als Windwand, Folie gegen Regen – Gesicht frei lassen.
5
Schichten und Gruppe
Trockene Schichten anziehen, Kopf und Hände bedecken, mit anderen zusammenbleiben und auf Schwächere achten.
Häufige Fehler
×Offizielle Notunterkünfte nicht gesucht
×Direkt auf kaltem Boden gesessen
×In beschädigten Gebäuden Schutz gesucht
×Mit Grill oder Gaskocher in Innenräumen geheizt
×Allein geblieben
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu konkreten Notunterkünften – regional verschieden
–Keine Rechtsberatung
Quellen
[1]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
https://www.bbk.bund.de
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Power Outages
[3]
Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance
Ein Gruppen- oder Notbiwaksack („Bothy Bag“) ist eine leichte Hülle ohne Stangen, die sich mehrere Personen über Kopf und Körper ziehen und dann darauf sitzen. In Minuten entsteht ein windgeschützter Raum, in dem Körperwärme die Luft erwärmt. Er dient zum Warten und Versorgen, nicht als Zelt für die Nacht.
Der Sack ist meist luftdicht: regelmäßig lüften, eine Öffnung frei halten, bei Kopfschmerzen oder Atemnot sofort öffnen. Nie Kocher oder Kerzen darin betreiben.
Starkes Zittern, Verwirrtheit, Ungeschicklichkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit können Zeichen einer Unterkühlung sein. Dann nicht abwarten: die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen und die Person vor weiterem Wärmeverlust schützen.
Sitzen auf kaltem Untergrund kühlt aus – Rucksäcke, Matten oder Seile unterlegen.
Material
Gruppenbiwaksack
Isomatte(optional) – Oder Rucksäcke als Sitzunterlage
Trockene Wechselkleidung
Schritte
1
Früh entscheiden
Den Gruppensack einsetzen, bevor alle frieren – nicht erst, wenn jemand nicht mehr weiter kann.
2
Platz wählen
Möglichst windgeschützt, sicher vor Steinschlag und Absturz, auf ebener Fläche.
3
Überziehen
Alle stellen sich eng zusammen, ziehen die Hülle über die Köpfe und setzen sich auf Rucksäcke oder Matten, den Rand unter den Körper geklemmt.
4
Lüftungsöffnung
Eine Lüftungs- oder Sichtöffnung frei halten; regelmäßig kurz lüften.
5
Gefährdete in die Mitte
Kälteempfindliche, verletzte oder erschöpfte Personen in die Mitte setzen, isolieren und mit Essen und warmen Getränken versorgen, falls vorhanden.
6
Hilfe und Sichtbarkeit
Bei Notlage Notruf absetzen. Ein farbiger Sack ist von außen gut sichtbar.
Häufige Fehler
×Zu spät eingesetzt
×Direkt auf Schnee oder Fels gesessen
×Ohne Lüftung
×Sack zu klein für die Gruppe
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu Temperaturgewinn im Sack
–Kein Ersatz für Zelt oder Hütte über Nacht
Quellen
[1]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
[2]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
Wenn man unterwegs ungeplant warten muss – im Nebel, nach Einbruch der Dunkelheit oder bis Hilfe kommt – kann ein Sitzbiwak schnell schützen: auf Rucksack oder Matte sitzen, Rücken an Fels oder Baum im Windschatten, alle Kleidung an, Kapuze auf, Beine in den leeren Rucksack. So bleibt die Kontaktfläche zum Boden klein.
Starkes Zittern, Verwirrtheit, Ungeschicklichkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit können Zeichen einer Unterkühlung sein. Dann nicht abwarten: die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen und die Person vor weiterem Wärmeverlust schützen.
Plastikfolie, Müllsäcke und Rettungsdecken nie über Kopf oder Gesicht ziehen und nicht von Kindern unbeaufsichtigt benutzen lassen – Erstickungsgefahr.
Rückenlehne nur an stabilem Fels ohne Steinschlag von oben; nicht unter toten Bäumen.
Material
Rucksack
Regen- und Windjacke
Trockene Wechselkleidung
Rettungsdecke(optional)
Reißfester Müllsack (groß)(optional) – Über Beine und Rucksack, nie über den Kopf
Stirnlampe / Taschenlampe
Schritte
1
Rechtzeitig anhalten
Wenn Weiterlaufen gefährlich wird, bewusst anhalten, Position merken und – wenn nötig – Hilfe rufen.
2
Windschatten suchen
Felsblock, Baumstamm, Mulde ohne Wasserlauf oder Gebüsch auf der windabgewandten Seite.
3
Alles anziehen
Trockene Schichten unter die Regenkleidung, Mütze, Handschuhe, Kapuze auf.
4
Isoliert sitzen
Auf Matte, Seil oder Kleidungsrolle sitzen; Rucksack leeren und die Beine hineinstecken.
5
Hülle ergänzen
Rettungsdecke oder Müllsack um Körper und Beine legen, Gesicht frei lassen.
6
Aktiv warten
Etwas essen, zeitweise Muskeln anspannen, Lampe bereithalten, regelmäßig auf Signale achten.
Häufige Fehler
×Direkt auf Fels oder Schnee gesessen
×Zu spät angehalten und durchgeschwitzt
×Kopf ungeschützt
×Müllsack über das Gesicht gezogen
Grenzen und Risiken
–Notlösung für Stunden, nicht für Tage
–Keine Aussage über überlebbare Temperaturen
Quellen
[1]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
[2]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
Ein Schlauchzelt ist ein Kunststoffschlauch, durch den eine Leine gezogen und zwischen zwei Bäumen gespannt wird. Das Körpergewicht hält den Boden unten, sodass ein einfaches Dreieckzelt mit offenen Enden entsteht. Es ist billig und leicht, aber kondensanfällig und windempfindlich – eine Notlösung.
Plastikfolie, Müllsäcke und Rettungsdecken nie über Kopf oder Gesicht ziehen und nicht von Kindern unbeaufsichtigt benutzen lassen – Erstickungsgefahr.
Kein Kocher, keine Kerze und kein Feuer unter Tarp, Plane oder im Zelt: Kunststoff schmilzt und brennt, und in geschlossenen Bereichen kann sich Kohlenmonoxid sammeln.
Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.
Material
Kunststofffolie / großer Müllsack – Als Schlauch gefertigt oder improvisiert aus einer langen Folie
Paracord
Isomatte
Schritte
1
Platz wählen
Ebener Platz quer zum Wind oder mit einem Ende in den Wind, keine Senke, keine toten Äste.
2
Leine einziehen
Die Leine durch den Schlauch ziehen und an beiden Bäumen etwa auf Hüft- bis Brusthöhe straff befestigen.
3
Boden beschweren
Matte und Ausrüstung in die Ecken legen, damit der Boden flach liegt und der Wind nicht unter die Folie greift.
4
Enden offen lassen
Beide Enden zumindest teilweise offen lassen, damit Feuchtigkeit entweichen kann.
Häufige Fehler
×Enden ganz verschlossen – nasses Inneres
×In einer Senke aufgebaut – Wasser läuft hinein
×Leine zu tief – Folie liegt auf dem Gesicht
Grenzen und Risiken
–Keine Angaben zu Folienstärken
–Nur für kurze Notfälle gedacht
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Öffentliche Notunterkünfte, Wärme- und Kühlstellen nutzen
Bei Evakuierung, Hitzewellen, Kältewellen oder langen Stromausfällen richten Behörden und Hilfsorganisationen oft Notunterkünfte, Wärmestuben oder Kühlräume ein. Wo und wann, erfahren Sie über offizielle Warnkanäle, Radio und die Gemeinde. Wer dorthin geht, bringt Medikamente, Dokumente, Schlafsachen und Grundbedarf mit und folgt den Anweisungen vor Ort.
Nur Informationen aus offiziellen Quellen folgen; Gerüchte in sozialen Medien können falsch sein. Anweisungen zu Evakuierungsrouten und Sperrungen beachten.
Bei akuter Gefahr, Atemnot, Verwirrtheit durch Kälte oder Hitze oder Kohlenmonoxidverdacht die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen.
Ob Haustiere mitgebracht werden dürfen, ist unterschiedlich geregelt – vorab bei der Gemeinde oder in den Ansagen nachfragen.
Material
Medikamentenvorrat – Für mehrere Tage
Dokumentenmappe (wasserdicht)
Schlafsack(optional)
Batterie- oder Kurbelradio(optional)
Haustierbedarf für den Notfall(optional)
Schritte
1
Informieren
Warn-App, Radio, Gemeinde-Webseite oder Aushänge verfolgen: Wo gibt es Notunterkünfte, Wärme- oder Kühlstellen, zu welchen Zeiten?
2
Rechtzeitig entscheiden
Bei Evakuierungsanordnung sofort gehen. Bei Kälte oder Hitze nicht warten, bis die Wohnung gefährlich wird – besonders mit Kindern, Älteren oder Kranken.
3
Tasche packen
Medikamente, Dokumente, Ladegerät, Brille, Hygieneartikel, Wechselkleidung, Decke oder Schlafsack, Snacks, ggf. Babybedarf und Tierbedarf.
4
Wohnung sichern
Nach Anweisung Geräte ausschalten, Fenster und Türen schließen und Angehörigen mitteilen, wohin man geht.
5
Vor Ort anmelden
Bei der Ankunft anmelden, damit Angehörige und Behörden Sie finden; besondere Bedürfnisse (Medikamente, Behinderung) mitteilen.
6
Andere mitnehmen
Nachbarn, die allein leben oder nicht mobil sind, ansprechen und Hilfe anbieten.
Häufige Fehler
×Zu lange in einer kalten oder überhitzten Wohnung geblieben
×Medikamente vergessen
×Gerüchten statt offiziellen Angaben gefolgt
×Niemandem Bescheid gesagt
Grenzen und Risiken
–Verfügbarkeit hängt von Ort und Lage ab – lokale Angaben prüfen
–Keine rechtlichen Aussagen zu Evakuierungspflichten
Quellen
[1]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
https://www.bbk.bund.de
[2]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness
36 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt
Isolierung gegen Bodenkälte
Der Boden entzieht einem liegenden Körper durch Leitung ständig Wärme. Eine Isolierschicht aus Isomatte, trockener Vegetation oder Ausrüstung unterbricht diesen Wärmefluss und ist bei jeder Übernachtung ebenso wichtig wie ein Dach.
Beim Sammeln von Pflanzenmaterial Schutzgebietsregeln beachten und nur lose, trockene Biomasse wie Laub oder Nadelstreu verwenden.
Auf Schnee und gefrorenem Boden reicht eine dünne Matte oft nicht. Mehrere Lagen kombinieren und nie direkt auf Schnee sitzen oder liegen.
Material
Isomatte
Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige(optional) – Nur trocken und in dicker Schicht wirksam
Rucksack(optional) – Unter Oberkörper oder Beine legen
Schritte
1
Isomatte als Basis
Wenn vorhanden, immer eine Isomatte nutzen. Bei Kälte eine Schaumstoffmatte unter eine Luftmatte legen – das schützt auch bei einem Defekt der Luftmatte.
2
Ausrüstung ergänzen
Leeren Rucksack, Seil oder Kleidung, die man nicht trägt, unter Rumpf und Beine legen. Der Rumpf hat Vorrang.
3
Naturmaterial sammeln
Ohne Matte trockenes Laub, Nadelstreu oder Gras sammeln – deutlich mehr, als zunächst nötig scheint, denn die Schicht wird unter dem Körper stark zusammengedrückt.
4
Gegen Feuchtigkeit sperren
Auf nassem Boden eine Folie oder Plane unter die Isolierschicht legen, damit diese trocken bleibt.
5
Probeliegen und nachbessern
Probeliegen: Wo Kälte durchdringt, besonders an Hüfte und Schultern, Material nachlegen.
Häufige Fehler
×Sich auf den Schlafsack als Bodenisolierung verlassen
×Zu dünne Schicht Naturmaterial
×Feuchtes Laub verwenden
×Nur den Oberkörper, nicht aber die Hüfte isolieren
Grenzen und Risiken
–Naturmaterial ist bei Nässe kaum wirksam
–Ersetzt nicht Wind- und Nässeschutz
Quellen
[1]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
37 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt
Kondenswasser und Belüftung
Atem und Körper geben nachts viel Feuchtigkeit ab, die sich an kalten Innenflächen von Tarp, Zelt oder Biwaksack niederschlägt. Belüftung führt die feuchte Luft ab, bevor sie kondensiert, und hält so Schlafsack und Kleidung trockener.
Unterkünfte nie luftdicht verschließen, um es wärmer zu haben, und darin nie Kocher, Grill oder Feuer betreiben – Kohlenmonoxid- und Erstickungsgefahr.
Über mehrere Nächte durchfeuchtet Kondenswasser die Isolierung des Schlafsacks schleichend und senkt seine Wärmeleistung.
Material
Tarp / Plane(optional)
Stabile Äste / Stangen(optional) – Zum Offenhalten von Lüftungsöffnungen
Schritte
1
Standort beachten
Senken, Ufernähe und dichte, windstille Stellen meiden, wo sich nachts feuchte Kaltluft sammelt. Ein leichter Luftzug hilft.
2
Unten und oben öffnen
Lüftungsöffnungen des Zelts öffnen bzw. beim Tarp einen Spalt zwischen Kante und Boden lassen und die Enden offen halten.
3
Nasses draußen lassen
Nasse Kleidung und Ausrüstung möglichst nicht im Innenraum trocknen und im Innenraum nicht kochen.
4
Nicht in den Schlafsack atmen
Mund und Nase außerhalb des Schlafsacks halten, damit die Atemfeuchte nicht in die Isolierung gelangt.
5
Morgens abwischen und trocknen
Kondenswasser morgens abwischen und Schlafsack sowie Unterkunft bei Gelegenheit in Sonne oder Wind trocknen.
Feuchte Luft kondensiert an der kalten Innenfläche – Öffnungen unten und oben führen sie ab
Häufige Fehler
×Alle Öffnungen schließen, um es wärmer zu haben
×Kondenswasser für ein Leck halten
×Im Innenraum kochen
×Nasse Kleidung im Zelt aufhängen
Grenzen und Risiken
–Kondensation lässt sich meist nur verringern, nicht verhindern
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
38 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt
Kohlenmonoxid in Zelt und Unterkunft
Kocher, Grills, Generatoren, Holzkohle und Feuer erzeugen Kohlenmonoxid (CO) – ein Gas, das man weder sehen, riechen noch schmecken kann. In Zelten, Unterkünften und geschlossenen Räumen kann es sich unbemerkt zu tödlichen Konzentrationen anreichern. Diese Geräte deshalb nie in solchen Räumen betreiben.
Niemals Kocher, Grill, Generator, Holzkohle oder Feuer in Zelt, Vorzelt, Schneehöhle, Unterkunft, Fahrzeug oder einem anderen geschlossenen Raum betreiben – auch nicht kurz, zum Aufwärmen oder bei geöffnetem Eingang.
Auch abkühlende Holzkohle oder Glut gibt weiter CO ab. Nie einen Grill oder Glutreste zum Wärmen in Zelt oder Raum holen.
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schwäche, Verwirrtheit oder Schläfrigkeit – besonders wenn mehrere Personen betroffen sind – können auf CO hindeuten: sofort an die frische Luft und den Notruf wählen.
Material
Kocher – Nur im Freien betreiben
Schritte
1
Nur im Freien betreiben
Kocher, Grills, Generatoren und Feuer ausschließlich im Freien und mit Abstand zu Zelten, Unterkünften, Fenstern und Lüftungsöffnungen betreiben.
2
Wärme anders sichern
Kälte nicht mit Verbrennung im Innenraum bekämpfen, sondern mit Kleidung, Schlafsack, Bodenisolierung und warmen Getränken, die draußen zubereitet wurden.
3
Warnzeichen ernst nehmen
Bei Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder ungewöhnlicher Schläfrigkeit in der Nähe einer Verbrennungsquelle an CO denken.
4
Frische Luft und Notruf
Sofort an die frische Luft gehen, Betroffene mitnehmen, ohne sich selbst länger der Gefahr auszusetzen, und den Notruf wählen.
Nie im Zelt verbrennen – Kocher nur im Freien, Wärme durch Isolierung
Häufige Fehler
×Glauben, ein offener Eingang oder ein Lüftungsschlitz mache den Betrieb im Zelt sicher
×Einen abkühlenden Grill zum Wärmen ins Zelt holen
×Symptome für Erschöpfung, Höhenbeschwerden oder eine Erkältung halten
×Sich auf den Geruch verlassen
Grenzen und Risiken
–Enthält keine Behandlungsanweisungen
–Keine Grenzwerte oder Expositionszeiten – diese gehören in die Fachliteratur
Quellen
[1]
World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)
[2]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
39 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt
Warm durch die Nacht: Schichten, trockene Kleidung, Schlafsystem
Ob eine Nacht im Freien erträglich ist, entscheidet selten ein einzelnes Ausrüstungsteil, sondern das Zusammenspiel aus Bodenisolierung, Schlafsack, trockener Kleidung, Kopfbedeckung und einem warm begonnenen Abend. Wer trocken und vom Boden isoliert ins Bett geht, schläft deutlich wärmer.
Starkes, anhaltendes Zittern, Verwirrtheit, undeutliche Sprache oder Schläfrigkeit sind Warnzeichen einer Unterkühlung. Nicht abwarten, sondern Schutz suchen, andere wecken und bei Verschlechterung den Notruf wählen.
Keine Kocher, Grills, Holzkohle oder Gasheizer im Zelt oder in der Unterkunft zum Aufwärmen betreiben – Kohlenmonoxid- und Brandgefahr.
Wer eine Flasche mit heißem Wasser als Wärmflasche nutzt: nur dicht schließende, dafür geeignete Flaschen, in Stoff eingewickelt, nie direkt auf der Haut – Verbrühungs- und Verbrennungsgefahr, besonders bei Kindern und Menschen mit vermindertem Empfinden.
Doppelwandige Isolierflasche(optional) – Für ein warmes Getränk
Rettungsdecke(optional)
Rucksack(optional) – Als zusätzliche Isolierung unter den Beinen
Schritte
1
Boden zuerst
Isomatte auf ebenem, trockenem Untergrund auslegen. Bei Kälte zusätzliche Isolierung unter Hüfte und Schultern legen, etwa Rucksack oder zweite Matte.
2
Trockene Kleidung anziehen
Feuchte oder verschwitzte Kleidung vor dem Schlafen gegen trockene Schlafkleidung und trockene Socken tauschen. Mütze aufsetzen.
3
Warm ins Bett gehen
Vor dem Hineinlegen etwas essen und trinken, gegebenenfalls ein warmes Getränk, und sich mit leichter Bewegung aufwärmen, ohne zu schwitzen. Vor dem Schlafen die Blase entleeren.
4
Schichten sinnvoll einsetzen
Trockene isolierende Kleidung kann im Schlafsack getragen werden. Nicht so viel anziehen, dass der Schlafsack eng wird und seine Füllung zusammengedrückt wird. Nasse Jacken bleiben außerhalb.
5
Nicht in den Schlafsack atmen
Kapuze zuziehen, aber Mund und Nase draußen lassen – Atemfeuchtigkeit durchnässt die Isolierung. Für etwas Belüftung der Unterkunft sorgen.
6
In der Nacht nachsteuern
Wird es kalt, eine Schicht ergänzen oder kurz Muskeln anspannen. Wer schwitzt, eine Schicht ablegen. In der Gruppe aufeinander achten.
7
Morgens trocknen
Schlafsack bei Gelegenheit lüften und trocknen, damit er in der nächsten Nacht wieder voll isoliert.
Häufige Fehler
×Dicken Schlafsack, aber dünne oder keine Isomatte
×In verschwitzter Tageskleidung schlafen
×Ausgekühlt in den Schlafsack steigen
×Den Kopf in den Schlafsack stecken und hineinatmen
×Schlafsack mit zu viel Kleidung vollstopfen
×Zum Aufwärmen einen Kocher im Zelt betreiben
Grenzen und Risiken
–Kein Ersatz für ausreichende Ausrüstung
–Keine Temperaturangaben – zu stark von Person und Ausrüstung abhängig
–Keine Behandlung von Unterkühlung
Quellen
[1]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[3]
World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)
40 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt
Schutz vor Hitze und Sonne
In Hitze schützt eine Unterkunft vor allem vor direkter Sonne und heißem Boden. Schatten mit Luftzirkulation, Abstand vom aufgeheizten Untergrund und Ruhe in der Mittagszeit senken Wärmebelastung und Wasserverlust. Ein geschlossenes, dunkles Zelt in der Sonne kann dagegen gefährlich heiß werden.
Verwirrtheit, Kollaps, Krampfanfälle oder heiße Haut bei starker Hitzebelastung können auf einen Hitzschlag hinweisen – ein lebensbedrohlicher Notfall. Sofort den Notruf wählen.
Geschlossene Zelte und Fahrzeuge heizen sich in der Sonne stark auf. Kinder, gefährdete Personen und Tiere nie darin zurücklassen.
Trockene Flussbetten und Senken können bei Gewittern – auch weit entfernten – plötzlich überflutet werden. Dort keinen Schatten- oder Schlafplatz einrichten.
Material
Tarp / Plane – Möglichst hell oder reflektierend nach oben
Paracord – Zum Abspannen
Trekkingstöcke(optional)
Stabile Äste / Stangen(optional)
Rettungsdecke(optional) – Als zusätzliche reflektierende Lage
Isomatte(optional) – Als Unterlage gegen heißen Boden
Schritte
1
Früh handeln
Schatten einrichten, bevor die Mittagshitze einsetzt. In der heißesten Tageszeit ruhen und Anstrengung in die kühleren Stunden verlegen.
2
Platz wählen
Natürlichen Schatten nutzen, wenn vorhanden. Sonst einen Platz mit etwas Luftbewegung wählen, abseits von Senken und trockenen Flussbetten.
3
Sonnendach spannen
Tarp oder Tuch so hoch und geneigt spannen, dass es Schatten auf den Liegeplatz wirft und Luft darunter durchziehen kann. Die Seiten offen lassen.
4
Wenn möglich doppelt
Mit zweitem Tuch oder Rettungsdecke eine zweite Lage mit Luftspalt darüber oder darunter spannen.
5
Vom heißen Boden fernhalten
Nicht direkt auf heißem Sand oder Fels liegen. Isomatte, Rucksack oder Kleidung unterlegen; tiefere, schattige Bodenschichten sind kühler als die Oberfläche.
6
Körper schützen
Kopfbedeckung und bedeckende, luftige Kleidung tragen. Wasser regelmäßig trinken und Warnzeichen bei sich und anderen beobachten.
7
Schatten nachführen
Der Schatten wandert mit der Sonne. Ausrichtung oder Liegeplatz im Lauf des Tages anpassen.
Häufige Fehler
×Das Tarp flach und tief über dem Körper spannen, sodass sich Hitze staut
×Im geschlossenen Zelt in der Sonne ruhen
×Direkt auf heißem Sand oder Fels liegen
×In trockenen Flussbetten Schatten suchen
×Erst bei starker Erschöpfung Schatten einrichten
×Kleidung ablegen und dadurch mehr Sonne und Wasserverlust riskieren
Grenzen und Risiken
–Keine Temperaturangaben zur Schattenwirkung
–Keine Behandlung von Hitzeerkrankungen
–Kein Ersatz für ausreichend Wasser
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
41 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt
Schlafen auf Schnee: Isolierung von unten
Auf Schnee entzieht der Boden dem Körper die ganze Nacht Wärme. Entscheidend sind zwei Matten oder eine Matte für Winterbedingungen, trockene Kleidung, Schuhinnenschuhe und Trinkflasche vor dem Frost geschützt und ein Schlafsystem, das man vorher getestet hat.
Starkes Zittern, Verwirrtheit, Ungeschicklichkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit können Zeichen einer Unterkühlung sein. Dann nicht abwarten: die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen und die Person vor weiterem Wärmeverlust schützen.
Eine aufblasbare Matte kann nachts Luft verlieren; eine Schaummatte darunter isoliert auch dann weiter. Ein Reparaturset gehört dazu.
Kocher, Heizgeräte, Grills und Kerzen nie im Zelt, Vorzelt oder einer geschlossenen Unterkunft betreiben – Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Material
Isomatte – Am besten eine geschlossenzellige Schaummatte unter einer aufblasbaren
Schlafsack
Trockene Wechselkleidung
Rucksack(optional) – Unter die Füße als zusätzliche Isolierung
Schritte
1
Unterlage glätten
Liegefläche festtreten und glätten, damit keine Mulden und Kanten entstehen.
2
Matten stapeln
Schaummatte unten, aufblasbare Matte oben. Rucksack oder Seil unter die Füße legen, wenn die Matten kurz sind.
3
Trockene Schlafkleidung
Vor dem Schlafen in trockene Kleidung wechseln, Mütze aufsetzen; feuchte Socken nicht im Schlafsack tragen.
4
Gegenstände vor Frost schützen
Innenschuhe, Batterien und eine Flasche mit Wasser in den Schlafsack oder in den Fußbereich nehmen, damit sie nicht einfrieren.
5
Warm ins Bett
Vor dem Hinlegen essen und sich kurz bewegen, ohne ins Schwitzen zu kommen.
6
Nachts nachsteuern
Wer friert, legt zusätzliche Kleidung unter oder über sich und prüft, ob die Matte noch Luft hat.
Häufige Fehler
×Nur eine dünne Matte
×Feuchte Kleidung im Schlafsack
×Trinkflasche draußen gelassen – morgens gefroren
×Mit dem Gesicht in den Schlafsack geatmet
×Matte erst auf Tour kennengelernt
Grenzen und Risiken
–Keine Empfehlung konkreter R-Werte für bestimmte Temperaturen
–Kein Ersatz für Erfahrung im Winterbiwak
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
42 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt
Trocken bleiben im Dauerregen: Nass- und Trockenzone
Bei mehreren Regentagen entscheidet die Routine, ob Schlafsack und Schlafkleidung trocken bleiben. Grundregel: eine konsequente Trennung von nasser Ausrüstung (Vorzelt, außen) und trockenem Schlafsystem (innen, verpackt), ein Satz Kleidung nur für die Nacht und Packsäcke für alles, was trocken bleiben muss.
Starkes Zittern, Verwirrtheit, Ungeschicklichkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit können Zeichen einer Unterkühlung sein. Dann nicht abwarten: die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen und die Person vor weiterem Wärmeverlust schützen.
Kocher, Heizgeräte, Grills und Kerzen nie im Zelt, Vorzelt oder einer geschlossenen Unterkunft betreiben – Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Bei anhaltendem Regen steigen Bäche schnell. Nicht in Rinnen, Senken oder Bachnähe lagern und Hochwasserwarnungen beachten.
Material
Packsack (wasserdicht) – Für Schlafsack und Schlafkleidung
Reißfester Müllsack (groß)(optional) – Als Rucksack-Innensack
Regen- und Windjacke
Tarp / Plane(optional) – Als zusätzliches Dach für Kochen und Packen im Freien
Schritte
1
Innen wasserdicht packen
Schlafsack, Schlafkleidung und Elektronik in Packsäcke oder einen Innensack; der Rucksack selbst ist nicht wasserdicht.
2
Schnell und überlegt aufbauen
Wenn möglich zuerst Tarp oder Außenzelt aufbauen, dann darunter auspacken.
3
Zonen festlegen
Vorzelt bzw. Rand unter dem Tarp ist die nasse Zone (Schuhe, Regenjacke, nasser Rucksack). Innen ist die trockene Zone.
4
Kleidung wechseln
Nasse Tageskleidung ausziehen, Schlafkleidung anziehen. Morgens wieder in die (feuchte) Tageskleidung – die Schlafkleidung bleibt trocken verpackt.
5
Lüften
Lüftungen offen halten und Kondenswasser mit einem Tuch abwischen, bevor es tropft.
6
Trockenpausen nutzen
Regenpausen und Wind nutzen, um Schlafsack und Kleidung auszulüften.
Häufige Fehler
×Nasse Kleidung mit ins Innenzelt
×Schlafkleidung tagsüber getragen
×Schlafsack ohne Packsack im Rucksack
×Lager in einer Senke
Grenzen und Risiken
–Keine Aussagen zur Wasserdichtheit bestimmter Produkte
–Ersetzt nicht den Rückzug bei Unwetter
Quellen
[1]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
43 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt
Schutz vor Stechmücken: Moskitonetz über dem Schlafplatz
In Gebieten mit vielen Stechmücken oder mit durch Insekten übertragenen Krankheiten ist ein Moskitonetz über dem Schlafplatz ein wichtiger Schutz. Es wird an einer Leine oder einem Punkt aufgehängt, ohne Lücken unter Matte oder Bodenplane eingeschlagen und darf den Körper nicht berühren, weil Mücken durch das Netz stechen können.
In Gebieten mit Malaria, Dengue oder anderen durch Insekten übertragenen Krankheiten vor der Reise reisemedizinischen Rat einholen. Bei Fieber nach einem Aufenthalt dort ärztliche Hilfe suchen und die Reise erwähnen.
Netze sind brennbar: keine Kerzen, Räucherspiralen oder Kocher in der Nähe.
Insektenschutzmittel und imprägnierte Netze nur nach Herstellerangabe verwenden; bei Kindern und in der Schwangerschaft die Hinweise besonders beachten.
Material
Moskitonetz
Paracord – Aufhängeleine
Tarp / Plane(optional) – Regendach über dem Netz
Schritte
1
Netz prüfen
Auf Löcher prüfen und kleine Risse mit Klebeband oder Nadel und Faden schließen.
2
Aufhängen
An einer Leine, am Tarpfirst oder an einem Ast aufhängen, sodass es weit genug über dem Gesicht hängt.
3
Einschlagen
Die Ränder rundum unter Matte oder Bodenplane einschlagen oder beschweren – ohne Lücken.
4
Schnell hinein
Vor dem Hineingehen nach Insekten im Netz suchen, schnell hineinschlüpfen und sofort schließen.
5
Abstand halten
Darauf achten, dass Arme und Füße das Netz nachts nicht berühren.
Häufige Fehler
×Netz berührt die Haut
×Ränder nicht eingeschlagen
×Netz erst nach Einbruch der Dämmerung aufgehängt
×Löcher ignoriert
Grenzen und Risiken
–Keine medizinische Beratung zu Prophylaxe oder Mitteln
–Keine Angaben zu Maschenweiten
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel