Zum Inhalt springen
Im NotfallÖsterreichNotrufnummern →
SurviveBetter

Tipp: Im Druckdialog „Als PDF speichern“ wählen. Kostenlos, ohne Konto.

Handbuch zum Ausdrucken

Unterkunft und Schutz

Wind, Nässe, Kälte und Hitze abhalten

SurviveBetter · Stand 2026-10-12 · 43 Einträge

Eine Unterkunft schützt vor Wärmeverlust, Nässe und Sonne. Standortwahl und Bodenisolierung sind oft wichtiger als die Konstruktion selbst.

01 · Grundlagen und Standort · Fachliche Prüfung folgt

Wie der Körper Wärme verliert

Der Körper gibt Wärme auf vier Wegen ab: Leitung, Konvektion, Strahlung und Verdunstung. Eine Unterkunft ist nur so gut, wie sie diese Wege unterbricht – Dach und Wände allein genügen nicht, wenn der Boden die Wärme abzieht oder die Kleidung nass ist.

Unterkühlung kann auch bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt entstehen, besonders bei Nässe und Wind. Starkes Zittern, Verwirrtheit, ungeschickte Bewegungen oder Schläfrigkeit sind Warnzeichen: Schutz vor Wind und Nässe suchen und bei Verschlechterung den Notruf wählen.

Nasse Kleidung verliert einen Großteil ihrer Isolation, und Wasser leitet Wärme deutlich besser als Luft. Trocken bleiben hat Vorrang vor fast allem anderen.

Schritte

  1. 1

    Leitung unterbrechen

    Nie direkt auf Boden, Schnee oder Fels sitzen oder liegen. Isomatte, trockene Vegetation oder Rucksack dazwischenlegen.

  2. 2

    Konvektion bremsen

    Windgeschützten Platz wählen, die geschlossene Seite der Unterkunft in den Wind drehen und eine winddichte Außenschicht tragen.

  3. 3

    Strahlung abschirmen

    Ein Dach über dem Schlafplatz verringert die Abstrahlung an den klaren Nachthimmel. Mütze und Kapuze schützen den Kopf.

  4. 4

    Verdunstung begrenzen

    Vor dem Schwitzen Schichten ablegen, nasse Kleidung wechseln, sobald trockene vorhanden ist, und Regenschutz früh anziehen.

Leitung in den Boden – und wie eine Isolierschicht sie unterbrichtQuerschnitt einer auf dem Boden liegenden Person. Pfeile zeigen den Wärmefluss durch Leitung vom Körper in den Boden; eine Isolierschicht aus Isomatte, trockener Vegetation oder Rucksack unterbricht diesen Fluss.OHNE ISOLIERUNGMIT ISOLIERSCHICHTWärmeleitung in den kalten Boden1Matte / trockenes Laub / Rucksack
Leitung in den Boden – und wie eine Isolierschicht sie unterbricht
Die vier Wege des Wärmeverlusts – und was jeweils hilftSchema einer Person, die direkt auf kaltem Boden sitzt. Pfeile zeigen: 1 Leitung in den Boden, 2 Konvektion durch Wind, der Wärme fortträgt, 3 Strahlung an den kalten Nachthimmel, 4 Verdunstung von Schweiß und Nässe. Legende mit Gegenmaßnahmen: Isomatte, Laub oder Rucksack unterlegen; Windschatten, geschlossene Seite in den Wind, winddichte Schicht; Dach über dem Schlafplatz, Mütze und Kapuze; trocken bleiben und Schichten vor dem Schwitzen ablegen. Nässe verstärkt jeden dieser Wege.Wind1Leitung2Konvektion3Strahlung4VerdunstungWEG → GEGENMASSNAHME1LeitungIsomatte, Laub oder Rucksackunterlegen2KonvektionWindschatten, geschlossene Seitein den Wind, winddichte Schicht3StrahlungDach über dem Schlafplatz,Mütze und Kapuze4VerdunstungTrocken bleiben, Schichten vordem Schwitzen ablegenNässe verstärkt jeden dieser Wege:trocken bleiben hat Vorrang.Schema · nicht maßstäblich
Die vier Wege des Wärmeverlusts – und was jeweils hilft

Häufige Fehler

  • Nur an ein Dach denken und den Boden vergessen
  • In schweißnasser Kleidung zur Ruhe kommen
  • Wind unterschätzen, weil die Lufttemperatur mild erscheint
  • Erst reagieren, wenn bereits starkes Zittern eingesetzt hat

Grenzen und Risiken

  • Ersetzt keine Erste-Hilfe-Ausbildung
  • Keine Aussage zu Hitzeschutz und Überhitzung

Quellen

  1. [1]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

  2. [2]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-heat-loss

02 · Grundlagen und Standort · Fachliche Prüfung folgt

Standortwahl für die Unterkunft

Der Standort entscheidet oft mehr über eine sichere Nacht als die Konstruktion. Ein guter Platz ist leicht erhöht, eben, windgeschützt und frei von Gefahren von oben, von unten und von der Seite.

Nie unter toten Ästen oder abgestorbenen, schief stehenden Bäumen lagern. Sie können ohne Vorwarnung fallen, besonders bei Wind, Nässe oder Schneelast.

Trockene Bachbetten, Rinnen und Uferbereiche können sich bei Regen – auch weiter oberhalb – schnell mit Wasser füllen. Dort nie übernachten.

Exponierte Grate, Gipfel und einzeln stehende Bäume bei Gewittergefahr meiden.

Schritte

  1. 1

    Früh suchen

    Den Platz bei Tageslicht wählen. Im Dunkeln werden Gefahren über dem Kopf und Wasserläufe leicht übersehen.

  2. 2

    Nach oben schauen

    Bäume, Äste und Hänge über dem Platz prüfen: tote Äste, abgestorbene Bäume, lose Steine, Steinschlagspuren am Hangfuß.

  3. 3

    Nach unten schauen

    Senken, Rinnen, Bachbetten und Spülsäume meiden. Den Untergrund auf Nässe, Wurzeln, Steine, Ameisennester prüfen.

  4. 4

    Wind einschätzen

    Windrichtung bestimmen und natürlichen Schutz durch Gelände, Felsen oder dichten Bewuchs nutzen, ohne in eine Kaltluftsenke zu geraten.

  5. 5

    Ebene Liegefläche finden

    Eine ebene, leicht erhöhte Fläche wählen, auf der Regenwasser abläuft statt sich zu sammeln. Bei leichter Neigung mit dem Kopf nach oben liegen.

  6. 6

    Regeln beachten

    Örtliche Vorschriften zu Übernachten, Feuer und Schutzgebieten beachten – sie unterscheiden sich stark zwischen Ländern und Regionen.

Gefahren in der Landschaft und ein geeigneter PlatzBeschriftete Landschaft mit typischen Gefahren: tote Äste über dem Lagerplatz, trockenes Bachbett als Überflutungszone, Senke mit sich sammelnder Kaltluft, Steinschlaghang und exponierter Grat. Empfohlen ist ein leicht erhöhter, ebener, windgeschützter Platz.kalte Luft1Steinschlag-Hang2Trockenes Bachbett: Hochwasser3Senke: Kaltluft, Nässe4Tote Äste über dem Lager5Exponierter Grat: Wind6Empfohlen: leicht erhöht, eben
Gefahren in der Landschaft und ein geeigneter Platz

Häufige Fehler

  • Im tiefsten, scheinbar windstillen Punkt einer Senke lagern
  • Ein trockenes Bachbett als bequemen ebenen Platz nutzen
  • Erst bei Dunkelheit mit der Suche beginnen
  • Nicht nach oben schauen

Grenzen und Risiken

  • Keine Bewertung von Lawinen- oder Hochwassergefahr im Detail
  • Rechtliche Lage muss vor Ort geklärt werden

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-site-selection

03 · Grundlagen und Standort · Fachliche Prüfung folgt

Baumlöcher im Tiefschnee: Gefahr statt Unterschlupf

Um Nadelbäume bildet sich im Tiefschnee oft ein Trichter aus lockerem Schnee, weil die Äste den Schneefall abschirmen. Wer kopfüber hineinfällt, kann sich nicht selbst befreien und ersticken. Ältere Handbücher beschreiben Baumlöcher als Unterschlupf – im lockeren Tiefschnee überwiegt die Gefahr.

Ein Sturz kopfüber in ein Baumloch kann zum Ersticken im Schnee führen. Abstand zu Bäumen im Tiefschnee halten, nie allein im Tiefschnee-Wald unterwegs sein und Begleitung immer in Sichtweite halten.

Wenn jemand verschwunden ist: sofort die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen lassen und gleichzeitig suchen. Atemwege freizulegen hat Vorrang; mit Schaufel von der Seite her zum Kopf graben, nicht von oben nachtreten.

Schnee auf den Ästen kann herabfallen und ein Baumloch oder eine Unterkunft darunter verschütten.

Schritte

  1. 1

    Erkennen

    Bei viel Neuschnee und dichtem Nadelwald mit Baumlöchern rechnen, auch wenn keine Mulde sichtbar ist.

  2. 2

    Abstand halten

    Im Tiefschnee möglichst weiten Abstand zu Stämmen halten, vor allem bei Abfahrten.

  3. 3

    Partner in Sicht

    Zu zweit oder in der Gruppe so unterwegs sein, dass man sich gegenseitig sieht und hört.

  4. 4

    Wenn du fällst

    Wenn möglich an Ästen oder Stamm festhalten, Hände vor dem Gesicht einen Atemraum schaffen, ruhig bleiben, um nicht tiefer einzusinken, und Hilfe rufen oder pfeifen.

  5. 5

    Als Unterschlupf meiden

    Für ein Notbiwak einen Platz im Windschatten neben dem Baum wählen, nicht im Trichter, und auf Schnee in den Ästen darüber achten.

Häufige Fehler

  • Dicht an Bäumen vorbeifahren
  • Allein im Tiefschnee-Wald
  • Baumloch als bequemen Schlafplatz nutzen

Grenzen und Risiken

  • Keine Rettungs- oder Behandlungsanleitung über Grundsätze hinaus
  • Keine Statistik

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    European Resuscitation Council – Resuscitation (journal) (2021): European Resuscitation Council Guidelines 2021: First Aid

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tree-well-hazard

04 · Grundlagen und Standort · Fachliche Prüfung folgt

Natürliche Unterstände: Felsüberhang, Wurzelteller, Geländekante

Felsüberhänge, umgestürzte Bäume oder Geländekanten können schnell Schutz vor Regen und Wind bieten, ohne viel zu bauen. Jeder natürliche Unterstand muss aber auf Steinschlag, Hochwasser, instabile Wurzelteller, Tiere und Blitzgefahr geprüft werden. Höhlen und Stollen nie über den vorderen Überhang hinaus betreten.

Unter Überhängen auf Steinschlag achten: frische Bruchstellen, Steine am Boden und lose Blöcke sind Warnzeichen. Bei Frost-Tau-Wechsel und Regen ist Steinschlag häufiger.

Höhlen und Stollen nicht betreten: Einsturz, Orientierungsverlust, schlechte Luft, Wasser und Schächte. Nur der vordere, offene Bereich eines Überhangs kommt in Frage.

Flache Überhänge und Höhleneingänge schützen nicht vor Blitzschlag. Bei Gewitter gibt es im Freien keinen sicheren Ort; exponierte Stellen meiden und rechtzeitig in Gebäude oder Fahrzeuge.

Überhänge an Bachläufen und in Trockentälern können bei Starkregen überflutet werden. Hochwassermarken wie Treibgut beachten.

Aufgestellte Wurzelteller umgestürzter Bäume können zurückkippen. Nicht darunter oder direkt dahinter lagern.

Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.

Material

  • Isomatte – Fels zieht viel Wärme ab
  • Tarp / Plane(optional) – Zum Schließen der offenen Seite
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)

Schritte

  1. 1

    Nach oben prüfen

    Fels auf Risse, lose Blöcke und frische Bruchstellen prüfen; am Boden nach heruntergefallenen Steinen schauen.

  2. 2

    Wasserwege prüfen

    Nicht in Rinnen, Bachbetten oder Senken lagern; nach Treibgut und Schwemmlinien suchen.

  3. 3

    Auf Tiere achten

    Spuren, Kot oder Nester sind ein Zeichen, dass der Platz bereits genutzt wird – dann weiterziehen.

  4. 4

    Nur vorderen Bereich nutzen

    Unter dem offenen Überhang bleiben, nicht in dunkle Bereiche oder Stollen vordringen.

  5. 5

    Isolieren und schließen

    Isomatte oder trockenes Material unterlegen; die offene Seite mit Tarp, Rucksack oder Rettungsdecke gegen Wind schließen.

Häufige Fehler

  • Steinschlagspuren übersehen
  • In Trockentälern bei Regen lagern
  • Höhle tiefer erkundet
  • Ohne Isolierung direkt auf Fels liegen
  • Feuer unter dem Überhang (Rauch, Schäden am Fels, oft verboten)

Grenzen und Risiken

  • Keine geologische Beurteilung
  • Kein Schutz vor Blitz

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    NOAA National Weather Service (USA): Lightning Safety

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-rock-overhang

05 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Tarp als A-Frame

Ein Tarp wird symmetrisch über eine gespannte Firstleine gelegt und an allen vier Ecken abgespannt. Der A-Frame schützt von beiden Seiten vor Regen und – mit der schmalen Seite in den Wind gedreht – recht gut vor Wind.

Nur gesunde, lebende Bäume als Anker nutzen und vor dem Aufbau nach toten Ästen darüber schauen.

Keinen Kocher und kein Feuer unter dem Tarp betreiben – Brand- und Kohlenmonoxidgefahr.

Material

  • Tarp / Plane
  • Paracord – Für Firstleine und Abspannleinen
  • Seil(optional) – Alternative zur Paracord-Firstleine
  • Heringe
  • Stabile Äste / Stangen(optional) – Als Ersatz für Heringe
  • Trekkingstöcke(optional) – Als Stützen, wenn keine Bäume vorhanden sind
  • Isomatte – Das Tarp isoliert nicht vom Boden

Schritte

  1. 1

    Platz und Ausrichtung wählen

    Einen sicheren Standort zwischen zwei tragfähigen Bäumen wählen. Die Längsachse so ausrichten, dass eine schmale Seite in den Wind zeigt.

  2. 2

    Firstleine spannen

    Die Leine an einem Baum mit einem Palstek oder Mastwurf befestigen, am anderen Ende mit einem Spannschlag oder zwei halben Schlägen straff spannen. Die Höhe so wählen, dass man darunter sitzen kann, bei Wind niedriger.

    Die Firstleine dient nur als Dachfirst – nie zum Sichern oder Halten von Personen.

  3. 3

    Tarp auflegen

    Das Tarp mittig über die Leine legen, sodass beide Seiten gleich weit herunterhängen. Vorhandene Mittelschlaufen an der Firstleine befestigen.

  4. 4

    Ecken abspannen

    Die vier Ecken diagonal nach außen ziehen und mit Heringen oder angespitzten Stöcken abspannen. Abspannleinen mit Spannschlag nachspannbar machen.

  5. 5

    Faltenfrei spannen

    Die Dachflächen so spannen, dass keine Mulden entstehen, in denen sich Wasser sammelt. Seitenkanten bei Regen tiefer abspannen.

  6. 6

    Tropfstopp und Boden

    Ein kurzes Schnurstück an der Firstleine kurz vor dem Tarp herabhängen lassen, damit an der Leine entlanglaufendes Wasser dort abtropft. Isomatte oder Unterlage unter das Tarp legen.

  7. 7

    Nachspannen

    Nach einiger Zeit und bei Wetterwechsel nachspannen – nasse Leinen und Tarps dehnen sich.

A-Frame: schmale Seite in den WindFirstleine zwischen zwei Bäumen, darüber symmetrisch ein Tarp, dessen vier Ecken mit Heringen und Abspannleinen am Boden fixiert sind. Darunter liegt eine Bodenplane. Die schmale Seite zeigt in den Wind.Wind1Firstleine zwischen zwei Bäumen2Schmale Seite in den Wind3Ecken abgespannt (Heringe)4Bodenplane innerhalb der Traufe
A-Frame: schmale Seite in den Wind

Häufige Fehler

  • Breitseite in den Wind drehen
  • Firstleine zu hoch spannen, sodass Regen seitlich hereintreibt
  • Locker gespannte Flächen, auf denen sich Wasser sammelt
  • Unter toten Ästen aufbauen
  • Auf eine Bodenisolierung verzichten

Grenzen und Risiken

  • Kein Schutz vor Bodenkälte
  • Begrenzter Schutz bei Sturm und Schlagregen
  • Keine Insektenabwehr

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tarp-a-frame

06 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Tarp als Lean-to (Pultdach)

Eine Kante des Tarps wird an einer Firstleine hochgehängt, die gegenüberliegende Kante auf der Windseite am Boden abgespannt. Das Lean-to bietet viel Raum und einen offenen Blick, schützt aber nur, solange der Wind aus der erwarteten Richtung kommt.

Nur gesunde, lebende Bäume als Anker nutzen und vor dem Aufbau nach toten Ästen darüber schauen.

Ein Feuer vor der offenen Seite kann Funkenflug und Rauch ins Tarp tragen; viele Tarpmaterialien schmelzen oder brennen. Keinen Kocher unter dem Tarp betreiben und örtliche Feuerverbote beachten.

Material

  • Tarp / Plane
  • Paracord – Für Firstleine und Abspannleinen
  • Seil(optional) – Alternative zur Paracord-Firstleine
  • Heringe
  • Stabile Äste / Stangen(optional) – Als Ersatz für Heringe oder als Stützen
  • Trekkingstöcke(optional) – Als Stützen für die hohe Kante
  • Isomatte – Das Tarp isoliert nicht vom Boden

Schritte

  1. 1

    Windrichtung bestimmen

    Windrichtung prüfen und abschätzen, ob sie stabil bleibt. Den Standort so wählen, dass die Rückseite des Tarps in den Wind zeigt.

  2. 2

    Firstleine spannen

    Die Leine zwischen zwei Bäumen quer zur Windrichtung spannen, an einem Ende mit Palstek oder Mastwurf, am anderen mit Spannschlag oder zwei halben Schlägen.

    Die Firstleine dient nur als Dachfirst – nie zum Sichern oder Halten von Personen.

  3. 3

    Hohe Kante befestigen

    Eine lange Kante des Tarps an der Firstleine befestigen, die Ecken mit kurzen Leinen an der Leine oder den Bäumen sichern.

  4. 4

    Windseite abspannen

    Die gegenüberliegende Kante auf der Windseite straff zum Boden ziehen und mit Heringen oder Stöcken befestigen. Je flacher der Winkel, desto besser der Windschutz und desto weniger Raum.

  5. 5

    Kante abdichten und Boden

    Die bodennahe Kante möglichst lückenlos abspannen, damit kein Wind darunter hindurchzieht. Isomatte oder Unterlage unter den geschützten Bereich legen.

  6. 6

    Wetter beobachten

    Bei drehendem Wind rechtzeitig umbauen – etwa zum A-Frame –, statt in der Nacht davon überrascht zu werden.

Lean-to: Rücken zum WindFirstleine zwischen zwei Bäumen. Eine Kante des Tarps ist an der Firstleine hochgehängt, die andere ist auf der Windseite am Boden abgespannt, sodass die Rückseite der Unterkunft dem Wind zugewandt ist.Wind1Hohe Kante an der Firstleine2Rückseite in den Wind3Kante am Boden abgespannt4Isolierung vom Bodenoffene Seite
Lean-to: Rücken zum Wind

Häufige Fehler

  • Offene Seite in den Wind drehen
  • Windrichtung nur einmal prüfen
  • Lücken unter der bodennahen Kante lassen
  • Feuer zu nah an der offenen Seite

Grenzen und Risiken

  • Kein Schutz vor Bodenkälte
  • Kein Schutz bei drehendem Wind
  • Keine Insektenabwehr

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tarp-lean-to

07 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Tarp als Diamant / Pflugspitze (eine Ecke hoch)

Ein quadratisches Tarp wird an einer Ecke hochgezogen und an den drei übrigen Ecken abgespannt. Es entsteht ein keilförmiger Einpersonen-Unterschlupf mit nur einem Stock oder Baum, der mit der niedrigen Spitze gegen den Wind gut abschirmt. Die Bezeichnungen „Diamond“ und „Plow Point“ werden in der Literatur nicht einheitlich verwendet.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Kein Kocher, keine Kerze und kein Feuer unter oder direkt neben dem Tarp: Kunststoff schmilzt und brennt, und in geschlossenen Bereichen kann sich Kohlenmonoxid sammeln.

Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.

Material

  • Tarp / Plane – Quadratisches Tarp funktioniert am besten
  • Paracord – Für die hohe Ecke und Abspannleinen
  • Heringe – Drei oder mehr; ersatzweise Stöcke oder Steine
  • Trekkingstöcke(optional) – Ersatz für einen Baum an der hohen Ecke
  • Isomatte

Schritte

  1. 1

    Windrichtung bestimmen

    Lege fest, aus welcher Richtung Wind und Regen kommen. Die niedrige Ecke zeigt dorthin.

  2. 2

    Niedrige Ecke fixieren

    Stecke die Ecke, die in den Wind zeigt, fest in den Boden.

  3. 3

    Hohe Ecke anheben

    Binde die gegenüberliegende Ecke an Baum oder Stock auf etwa Sitz- bis Brusthöhe. Je tiefer, desto geschützter, desto enger.

  4. 4

    Seitenecken abspannen

    Spanne beide Seitenecken nach außen und leicht nach hinten ab, bis die Flächen glatt sind.

  5. 5

    Nachspannen und prüfen

    Falten glätten, Spannknoten nachziehen, unter das Tarp legen und prüfen, ob Füße und Kopf geschützt sind.

Häufige Fehler

  • Spitze nicht in den Wind gedreht
  • Hohe Ecke zu hoch – Regen weht hinein
  • Tarp zu klein für die Körperlänge auf der Diagonale
  • Pfütze unter der Liegefläche nicht bedacht

Grenzen und Risiken

  • Keine Maßangabe zur Tarpgröße – hängt von Körpergröße und Tarpform ab
  • Bei Sturm aus wechselnden Richtungen ungeeignet

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tarp-diamond

08 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Tarp als C-Fly (Pultdach mit Bodenplane)

Beim C-Fly hängt das Tarp über einer Firstleine: Ein kurzer Teil bildet vorn ein Vordach, der lange Teil läuft hinten zum Boden und wird darunter als Bodenplane nach vorn umgeschlagen. Im Profil ähnelt das einem „C“. Der Aufbau schützt den Rücken vor Wind, hält den Boden trocken und bleibt vorn offen.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Kein Kocher, keine Kerze und kein Feuer unter oder direkt neben dem Tarp: Kunststoff schmilzt und brennt, und in geschlossenen Bereichen kann sich Kohlenmonoxid sammeln.

Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.

Material

  • Tarp / Plane – Ausreichend lang für Dach, Rückwand und Boden
  • Paracord – Firstleine und Abspannungen
  • Heringe
  • Isomatte

Schritte

  1. 1

    Firstleine spannen

    Spanne eine Leine zwischen zwei Bäumen auf etwa Brust- bis Schulterhöhe, quer zur Windrichtung.

  2. 2

    Tarp ungleich auflegen

    Lege das Tarp so über die Leine, dass vorn nur ein kurzes Vordach überhängt und hinten der lange Teil zum Boden reicht.

  3. 3

    Rückwand abspannen

    Stecke die Rückwand an der Bodenlinie straff ab, sodass sie steil abfällt.

  4. 4

    Boden umschlagen

    Schlage den Rest des Tarps nach vorn unter das Dach als Bodenplane. Die Faltkante sollte leicht erhöht liegen, damit Regenwasser nicht hineinläuft.

  5. 5

    Vordach abspannen

    Spanne das kurze Vordach mit zwei Leinen nach vorn und unten ab.

Häufige Fehler

  • Offene Seite in den Wind gedreht
  • Bodenplane am Hang – Wasser läuft darunter oder darauf
  • Rückwand zu flach – Regen sammelt sich in Mulden
  • Bodenplane mit Isolierung verwechselt

Grenzen und Risiken

  • Bodenplane schützt nicht vor Bodenkälte
  • Keine Maßangaben – hängen von Tarpgröße ab

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tarp-c-fly

09 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Tarpzelt mit geschlossener Rückwand

Eine Abwandlung des A-Frames, bei der ein Ende des Tarps eingeschlagen und abgespannt wird, sodass die Wetterseite geschlossen ist. Das Ergebnis ähnelt einem kleinen Zelt mit einem offenen Eingang im Windschatten. Der Aufbau ist kürzer als ein normaler A-Frame und verlangt etwas Übung beim Falten.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Kein Kocher, keine Kerze und kein Feuer unter oder direkt neben dem Tarp: Kunststoff schmilzt und brennt, und in geschlossenen Bereichen kann sich Kohlenmonoxid sammeln.

Je geschlossener der Aufbau, desto mehr Kondenswasser. Den Eingang oder eine Lüftungsöffnung offen lassen.

Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.

Material

  • Tarp / Plane – Quadratische Tarps eignen sich besonders, viele Ösen sind hilfreich
  • Paracord
  • Heringe – Mehr Heringe als für den A-Frame
  • Trekkingstöcke(optional)
  • Isomatte

Schritte

  1. 1

    Wetterseite festlegen

    Bestimme, aus welcher Richtung Wind und Regen kommen. Diese Seite wird geschlossen.

  2. 2

    Firstleine niedrig spannen

    Spanne eine Firstleine oder stelle einen Stock am Eingang auf. Zum geschlossenen Ende hin kann der First bis zum Boden abfallen.

  3. 3

    Ende einschlagen

    Falte das hintere Ende des Tarps zu einem Dreieck ein, sodass die Stirnseite geschlossen ist, und stecke die Faltecken ab.

  4. 4

    Seiten abspannen

    Spanne die Seiten straff und gleichmäßig ab; zuerst die Ecken, dann die Mittelpunkte.

  5. 5

    Innenraum prüfen

    Hineinlegen, Länge prüfen, Lüftung am Eingang sicherstellen, nach Regen und Wind nachspannen.

Häufige Fehler

  • Geschlossene Seite nicht zur Wetterseite
  • Innenraum zu kurz nach dem Einschlagen
  • Komplett geschlossen – starke Kondensation
  • Faltecken nicht gesichert, Wind reißt sie auf

Grenzen und Risiken

  • Kein Ersatz für ein sturmfestes Zelt
  • Schutz vor Insekten nur mit zusätzlichem Netz

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tarp-closed-end

10 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Tarp als Adirondack (Pultdach mit Seitenwänden)

Das Adirondack ist ein Pultdach, dessen Seiten heruntergezogen werden, sodass ein dreiseitig geschlossener Unterstand mit offener Front entsteht. Es ist geräumig, gut belüftet und schützt besser vor Seitenwind als ein einfaches Lean-to.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Kein Kocher, keine Kerze und kein Feuer unter oder direkt neben dem Tarp: Kunststoff schmilzt und brennt, und in geschlossenen Bereichen kann sich Kohlenmonoxid sammeln.

Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.

Material

  • Tarp / Plane – Größeres Tarp, damit Dach und Seitenwände reichen
  • Paracord
  • Heringe
  • Isomatte

Schritte

  1. 1

    Firstleine spannen

    Firstleine zwischen zwei Bäumen auf Brust- bis Kopfhöhe spannen, Rücken zum Wind.

  2. 2

    Tarp versetzt auflegen

    Tarp so über die Leine legen, dass hinten genug Fläche für Rückwand und an den Seiten genug für Wände bleibt.

  3. 3

    Rückwand abspannen

    Rückseite straff zum Boden abspannen.

  4. 4

    Seitenwände herunterziehen

    Die seitlichen Ecken nach vorn unten ziehen und abspannen, sodass die Seiten geschlossen sind.

  5. 5

    Front sichern

    Vordere Kante mit Leinen leicht nach vorn abspannen, damit sie nicht flattert.

Häufige Fehler

  • Front zum Wind gedreht
  • Seitenwände zu lose – Flattern
  • Tarp zu klein für drei Wände

Grenzen und Risiken

  • Bei Wind von vorn wirkungslos
  • Keine Bodenisolierung

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tarp-adirondack

11 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Hängematte mit Tarp

Eine Hängematte zwischen zwei gesunden Bäumen mit einem Tarp darüber hält vom nassen, unebenen oder belebten Boden fern. Weil von unten kalte Luft vorbeistreicht, braucht sie fast immer Isolierung unter dem Körper. Breite Baumgurte schützen die Rinde; in manchen Gebieten sind Hängematten an Bäumen nicht erlaubt.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Hängematte nur so hoch aufhängen, dass man im Sitzen den Boden erreicht; Aufhängung und Bäume vor dem Hineinlegen belasten und prüfen.

Ein Schlafsack wird unter dem Körper zusammengedrückt und isoliert dort kaum. Ohne Isomatte oder Unterquilt kann man auch bei milden Temperaturen auskühlen.

Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.

Material

  • Hängematte
  • Tarp / Plane – Länger als die Hängematte
  • Paracord
  • Isomatte – Oder Unterquilt gegen Kälte von unten
  • Heringe
  • Schlafsack

Schritte

  1. 1

    Bäume wählen

    Zwei gesunde, lebende Bäume ohne tote Äste darüber wählen. Breite Gurte statt dünner Schnur verwenden, um die Rinde zu schonen.

  2. 2

    Hängematte aufhängen

    Mit leichtem Durchhang aufhängen; zu straff gespannte Hängematten sind unbequem und belasten Bäume und Aufhängung stärker.

  3. 3

    Tarp darüber spannen

    Firstleine über der Hängematte spannen, Tarp als A-Frame oder Diamant abspannen, sodass beide Enden überdeckt sind.

  4. 4

    Tropfschnüre anbringen

    Kurze Schnüre an den Aufhängungen verhindern, dass Regenwasser entlang der Gurte in die Hängematte läuft.

  5. 5

    Unterseite isolieren

    Isomatte in die Hängematte legen oder Unterquilt anbringen, dann erst den Schlafsack.

  6. 6

    Testen

    Vorsichtig belasten, diagonal hineinlegen (liegt flacher) und prüfen, ob das Tarp ausreichend überdeckt.

Häufige Fehler

  • Ohne Unterisolierung schlafen
  • Zu hoch aufgehängt
  • Dünne Schnur um die Bäume – Rindenschäden
  • Tote Bäume als Anker
  • Keine Tropfschnüre

Grenzen und Risiken

  • Keine Angaben zu Tragfähigkeit von Bäumen oder Aufhängungen
  • Rechtliche Lage regional unterschiedlich

Quellen

  1. [1]

    Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)

    https://lnt.org

  2. [2]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-hammock-tarp

12 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Geplantes Biwak im Biwaksack

Ein Biwaksack ist eine wasserdichte bzw. wasserabweisende Hülle für Schlafsack und Isomatte. Für eine geplante Nacht ist er die leichteste Unterkunft, schützt aber nur den Körper, nicht Ausrüstung oder Bewegungsraum. Atmungsaktive Modelle verringern Kondenswasser, beseitigen es aber nicht.

Gesicht und Atemöffnung nie vollständig verschließen. Einen Biwaksack nie über den Kopf zuziehen, wenn er nicht dafür gebaut ist; Plastiksäcke niemals über den Kopf.

Innen bildet sich Feuchtigkeit, die Daunenschlafsäcke durchfeuchten kann. Morgens auslüften und bei mehrtägigen Touren den Schlafsack trocknen.

Liegeplatz nicht in Rinnen oder Senken wählen; ein Biwaksack schützt nicht gegen fließendes Wasser von unten.

Material

  • Biwaksack
  • Isomatte
  • Schlafsack
  • Tarp / Plane(optional) – Kleines Tarp über dem Kopfbereich für Regen
  • Packsack (wasserdicht)(optional) – Für Ausrüstung

Schritte

  1. 1

    Platz wählen

    Ebener, leicht erhöhter Platz im Windschatten, ohne Steinschlag- oder Astbruchgefahr, nicht in Senken.

  2. 2

    Isomatte einlegen

    Isomatte in den Biwaksack oder darunter legen, dann den Schlafsack hinein.

  3. 3

    Ausrüstung sichern

    Schuhe und Ausrüstung trocken in Packsack oder Rucksack verstauen, Lampe griffbereit.

  4. 4

    Öffnung einstellen

    Kopföffnung so einstellen, dass Regen abgehalten wird, aber frische Luft zum Gesicht gelangt.

  5. 5

    Morgens auslüften

    Biwaksack und Schlafsack auslüften und bei Gelegenheit trocknen.

Häufige Fehler

  • Gesicht ganz verschlossen
  • In einer Senke gelegen
  • Isomatte rutscht heraus
  • Schlafsack über Tage nicht getrocknet

Grenzen und Risiken

  • Keine Aussagen über Atmungsaktivität bestimmter Materialien
  • Kein Ersatz für ein Zelt bei Dauerregen

Quellen

  1. [1]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

  2. [2]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-bivy-bag

13 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Zelt aufbauen bei Wind und Regen

Bei Sturm und Regen entscheiden Standort, Reihenfolge und Abspannung, ob ein Zelt hält. Windschatten suchen, das niedrige Ende in den Wind stellen, das Zelt beim Aufbau nie loslassen und alle Abspannleinen nutzen. Bei Gewitter oder Sturm in exponierter Lage ist ein Rückzug oft klüger als jeder Aufbau.

Ein Zelt schützt nicht vor Blitzen. Bei Gewitter Grate, Gipfel, einzelne Bäume und offene Flächen meiden und rechtzeitig in Gebäude oder Fahrzeuge ausweichen.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Bei Regen nicht im Zelt oder in der geschlossenen Apsis kochen: Brand- und Kohlenmonoxidgefahr.

Nicht in Senken, ausgetrockneten Bachbetten oder direkt am Ufer zelten – bei Starkregen kann Wasser schnell steigen.

Material

  • Zelt
  • Heringe – Alle Heringe plus Reserve
  • Paracord(optional) – Zusätzliche Abspannleinen
  • Isomatte

Schritte

  1. 1

    Geschützten Platz suchen

    Natürlichen Windschatten nutzen, aber keine Senke; nach oben auf tote Äste schauen.

  2. 2

    Ausrichten

    Das niedrige oder schmale Ende in den Wind, Eingang auf die windabgewandte Seite.

  3. 3

    Zuerst windseitig sichern

    Das Zelt liegend ausbreiten und die windzugewandten Ecken zuerst abspannen; das Zelt nie loslassen.

  4. 4

    Gestänge einsetzen

    Gestänge einziehen und aufrichten. Bei Zelten, die Außenzelt zuerst erlauben, das Außenzelt zuerst stellen, damit das Innenzelt trocken bleibt.

  5. 5

    Alle Leinen abspannen

    Alle Abspannleinen nutzen und straffen; Heringe schräg vom Zelt weg setzen, in weichem Boden mit Steinen oder als vergrabene Anker sichern.

  6. 6

    Lüften und Abstand

    Lüfter offen halten, Innenzelt darf das Außenzelt nicht berühren.

  7. 7

    Nachts kontrollieren

    Bei zunehmendem Wind Leinen nachspannen; Schnee vom Außenzelt klopfen.

Häufige Fehler

  • Breitseite in den Wind
  • Zelt beim Aufbau losgelassen
  • Abspannleinen nicht genutzt
  • Innenzelt berührt Außenzelt
  • In der Senke gezeltet
  • Im Zelt gekocht

Grenzen und Risiken

  • Keine Angaben zur Windfestigkeit bestimmter Zelte
  • Kein Blitzschutz

Quellen

  1. [1]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

  2. [2]

    NOAA National Weather Service (USA): Lightning Safety

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tent-wind-rain

14 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Hängematte richtig aufhängen: Gurte, Winkel, Liegeposition

Ob eine Hängematte bequem und sicher ist, entscheidet vor allem die Aufhängung: gesunde Bäume, breite Baumgurte, ein nicht zu straffer Durchhang, geringe Höhe über dem Boden und eine diagonale Liegeposition. Isolierung unter dem Körper ist fast immer nötig, weil die Hängematte von unten auskühlt.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Nur so hoch hängen, dass man bequem darin sitzen kann – ein Sturz aus großer Höhe kann schwere Verletzungen verursachen. Keine Felskanten, Steine oder Äste direkt darunter.

Gurte, Karabiner und Hängematte nur innerhalb der Herstellerangaben belasten und vor jeder Nutzung auf Abrieb prüfen. Vor dem Hineinlegen mit dem Körpergewicht testen.

Wildcampen, Biwakieren, Hängematten an Bäumen und das Sammeln von Material sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen und den Platz spurlos verlassen.

Material

  • Hängematte
  • Baumgurte – Breit genug, um die Rinde zu schonen
  • Isomatte – Oder ein Unterquilt als Isolierung von unten
  • Tarp / Plane(optional) – Als Regendach darüber

Schritte

  1. 1

    Bäume prüfen

    Zwei lebende, gesunde Bäume ohne tote Äste darüber wählen. Keine jungen Bäume, abgestorbenen Stämme oder Pfosten unbekannter Stabilität.

  2. 2

    Baumgurte anlegen

    Breite Gurte etwa auf Kopfhöhe um die Stämme legen. Dünne Schnur direkt um den Stamm schneidet in die Rinde.

  3. 3

    Durchhang einstellen

    Hängematte mit deutlichem Durchhang einhängen statt straff zu spannen; die Aufhängung soll schräg nach unten laufen.

  4. 4

    Höhe prüfen

    Belastet sollte die Hängematte etwa auf Sitzhöhe hängen. Mit dem Körpergewicht vorsichtig testen, bevor man sich hineinlegt.

  5. 5

    Von unten isolieren

    Unterquilt außen anbringen oder eine Isomatte in die Hängematte legen.

  6. 6

    Diagonal liegen

    Schräg in die Hängematte legen – Kopf etwas links oder rechts der Mitte, Füße zur anderen Seite. So liegt man flacher.

Häufige Fehler

  • Zu straff gespannt – hohe Kräfte und „Bananenlage“
  • Zu hoch aufgehängt
  • Dünne Schnur direkt um die Rinde
  • Ohne Isolierung von unten in kühler Nacht
  • Nicht vor dem Hineinlegen getestet

Grenzen und Risiken

  • Der 30-Grad-Winkel ist eine Faustregel, kein Messwert
  • Keine Angaben zu Baumdurchmessern oder Bruchlasten

Quellen

  1. [1]

    Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)

    https://lnt.org

  2. [2]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-hammock-hang

15 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Zelt aufbauen: Grundablauf bei ruhigem Wetter

Ein Zelt steht nur so gut, wie Platz, Heringe und Abspannung es zulassen. Wer den Aufbau zu Hause geübt hat, den Platz vor dem Auspacken prüft, die Heringe richtig setzt und alle Leinen gleichmäßig spannt, hat abends weniger Stress und nachts ein trockeneres, ruhigeres Zelt.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Kocher, Heizgeräte, Grills und Kerzen nie im Zelt, Vorzelt oder einer geschlossenen Unterkunft betreiben – Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.

Wildcampen, Biwakieren, Hängematten an Bäumen und das Sammeln von Material sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen und den Platz spurlos verlassen.

Material

  • Zelt
  • Heringe
  • Kunststofffolie / großer Müllsack(optional) – Unterlage, die nicht über das Außenzelt hinausragt
  • Isomatte

Schritte

  1. 1

    Platz prüfen

    Eben, leicht erhöht, frei von Steinen und Wurzeln, nicht in einer Senke oder einem Bachbett, keine toten Äste darüber. Eingang vom Wind abwenden.

  2. 2

    Auslegen

    Unterlage und Zelt auslegen; die Unterlage darf nicht über den Zeltrand hinausragen, sonst sammelt sie Regen unter dem Boden.

  3. 3

    Heringe setzen

    Heringe senkrecht oder leicht vom Zelt weg geneigt einsetzen, die Leine im rechten Winkel zum Hering. Zuerst die Ecken an der Windseite.

  4. 4

    Stangen und Zelt aufstellen

    Stangen nach Anleitung einführen; Steckverbindungen vollständig schließen, damit sie nicht splittern.

  5. 5

    Abspannen

    Alle Leinen anbringen und gleichmäßig spannen, bis das Außenzelt faltenfrei ist und das Innenzelt nicht berührt.

  6. 6

    Lüftung öffnen

    Lüftungsöffnungen öffnen, auch bei kühlem Wetter, um Kondenswasser zu verringern.

  7. 7

    Nachspannen

    Nach einer Stunde und vor dem Schlafen nachspannen – viele Zeltstoffe dehnen sich bei Nässe und Kälte.

Häufige Fehler

  • Erstaufbau erst im Dunkeln auf Tour
  • Unterlage ragt hinaus und sammelt Wasser
  • Leinen nicht benutzt
  • Außenzelt berührt Innenzelt
  • In einer Senke aufgebaut

Grenzen und Risiken

  • Allgemeiner Ablauf; Herstelleranleitung hat Vorrang
  • Für Sturm siehe gesonderten Eintrag

Quellen

  1. [1]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

  2. [2]

    Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)

    https://lnt.org

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tent-pitching-basics

16 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Zelt auf Schnee aufbauen

Auf Schnee halten normale Heringe kaum. Man tritt eine ebene Plattform fest, verankert Leinen mit eingegrabenen Gegenständen (Totmannanker) oder breiten Schneeheringen und hält Lüftungen und Eingang über Nacht schneefrei. Lawinengelände ist ausgeschlossen.

Lawinengelände ist nicht Gegenstand dieses Eintrags. Nie an oder unter Hängen, Wechten oder in Rinnen lagern. Wer sich in steilem Schneegelände bewegt, braucht eine lawinenkundliche Ausbildung und den aktuellen Lawinenlagebericht.

Kocher, Heizgeräte, Grills und Kerzen nie im Zelt, Vorzelt oder einer geschlossenen Unterkunft betreiben – Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.

Schneefall und Verwehungen können das Zelt eindrücken und Lüftungen verschließen. Nachts regelmäßig von außen abklopfen bzw. freischaufeln.

Starkes Zittern, Verwirrtheit, Ungeschicklichkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit können Zeichen einer Unterkühlung sein. Dann nicht abwarten: die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen und die Person vor weiterem Wärmeverlust schützen.

Material

  • Zelt
  • Schneeschaufel
  • Stabile Äste / Stangen – Oder Stuffsäcke mit Schnee, Ski, Stöcke als Totmannanker
  • Paracord – Zusätzliche Leinen zum Verlängern
  • Isomatte – Zwei Matten auf Schnee empfehlenswert

Schritte

  1. 1

    Sicheren Platz wählen

    Flaches Gelände abseits von Hängen, Hangfüßen, Wechten und Bäumen mit Schneelast.

  2. 2

    Plattform festtreten

    Mit Ski oder Schneeschuhen eine Fläche größer als das Zelt eben festtreten und kurz ruhen lassen, wenn Zeit ist.

  3. 3

    Anker vorbereiten

    Leinen an Stöcken, Ski, Stöcken oder mit Schnee gefüllten Säcken befestigen und diese quer zur Zugrichtung eingraben.

  4. 4

    Zelt aufstellen

    Zelt gegen Wegwehen sichern (immer festhalten oder anbinden), Windseite zuerst verankern, dann aufstellen und alle Leinen spannen.

  5. 5

    Vorzelt ausheben

    Im Vorzelt eine Grube ausheben – erleichtert Sitzen und Schuhe anziehen. Kocher trotzdem nur im Freien betreiben.

  6. 6

    Nachts kontrollieren

    Lüftungen offen halten, Schneelast abklopfen, Leinen nachspannen.

Häufige Fehler

  • Normale Heringe in lockerem Schnee
  • Zelt beim Aufbau losgelassen
  • Am Hangfuß aufgebaut
  • Kocher im Vorzelt
  • Lüftung zugeschneit

Grenzen und Risiken

  • Lawinenkunde ist nicht Teil dieses Eintrags
  • Keine Angaben zur Haltekraft von Ankern

Quellen

  1. [1]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

  2. [2]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tent-on-snow

17 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Tarp als offenes Dach (Flachdach / Gemeinschaftsdach)

Ein Tarp wird an allen Ecken erhöht abgespannt und bildet ein offenes Dach über Kochstelle, Sitzplatz oder Gepäck. Es schützt mehrere Personen vor Regen und Sonne, bietet aber kaum Windschutz. Damit sich kein Wasser sammelt, muss das Dach Gefälle haben oder in der Mitte angehoben sein.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Kocher und Feuer nur mit großem Abstand zum Tarp und nur, wo erlaubt – heiße Luft steigt auf und kann das Material schmelzen oder entzünden.

Ein hohes Flachdach wirkt wie ein Segel. Bei aufkommendem Wind absenken oder abbauen, bevor Stangen umkippen oder Ösen reißen.

Wildcampen, Biwakieren, Hängematten an Bäumen und das Sammeln von Material sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen und den Platz spurlos verlassen.

Material

  • Tarp / Plane – Großes Tarp mit vielen Ösen
  • Paracord
  • Trekkingstöcke(optional) – Oder Stangen als Stützen
  • Heringe

Schritte

  1. 1

    Platz wählen

    Windgeschützt, ohne tote Äste, mit Ankerpunkten in passendem Abstand.

  2. 2

    Ecken anheben

    Ecken an Bäumen oder mit Stangen und je zwei Abspannleinen befestigen.

  3. 3

    Gefälle einbauen

    Eine Seite tiefer abspannen als die andere, damit Regen in eine Richtung abläuft – nicht auf den Weg oder in den Sitzbereich.

  4. 4

    Mitte anheben

    Bei großen Tarps die Mitte mit einer Stange oder einer Leine nach oben anheben, damit keine Wassersäcke entstehen.

  5. 5

    Spannen und prüfen

    Gleichmäßig nachspannen und bei Regen prüfen, ob sich irgendwo Wasser sammelt.

Häufige Fehler

  • Dach völlig waagerecht
  • Ablaufendes Wasser in den Sitzbereich geleitet
  • Zu hoch bei Wind
  • Kochstelle direkt darunter

Grenzen und Risiken

  • Keine Maße oder Windgrenzen
  • Für Schlafplätze nur bei ruhigem Wetter

Quellen

  1. [1]

    Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival

  2. [2]

    Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)

    https://lnt.org

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tarp-flat-fly

18 · Tarp und Zelt · Fachliche Prüfung folgt

Tarp bei Wetterumschwung anpassen

Ein Tarp lässt sich – anders als ein Zelt – in der Nacht umbauen: Firstleine absenken, Wetterseite bis zum Boden ziehen, zusätzliche Leinen setzen und nachspannen. Wer die Grundform so wählt, dass sie sich leicht anpassen lässt, und rechtzeitig handelt, bleibt bei aufziehendem Wind und Regen trocken. Bei Sturm oder Gewitter an exponierten Stellen ist Rückzug wichtiger als jeder Umbau.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Bei Gewitter oder Sturm in exponiertem Gelände ist Rückzug an einen sichereren Ort wichtiger als der Umbau. Im Wald bei Sturm auf umstürzende Bäume und herabfallende Äste achten.

Starkes Zittern, Verwirrtheit, Ungeschicklichkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit können Zeichen einer Unterkühlung sein. Dann nicht abwarten: die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen und die Person vor weiterem Wärmeverlust schützen.

Material

  • Tarp / Plane
  • Paracord – Zusätzliche Leinen griffbereit
  • Heringe – Ein paar mehr als nötig
  • Stirnlampe / Taschenlampe

Schritte

  1. 1

    Wetter beobachten

    Vor dem Schlafen Wolken, Windrichtung und Vorhersage prüfen; Ausrüstung so legen, dass sie im Dunkeln greifbar ist.

  2. 2

    Früh reagieren

    Bei den ersten Böen oder Tropfen handeln, nicht erst, wenn der Schlafsack nass ist.

  3. 3

    Absenken

    Firstleine tiefer setzen oder Stangen kürzen; die Fläche wird steiler und kleiner.

  4. 4

    Wetterseite schließen

    Die Seite zum Wind bis auf den Boden abspannen, ein Ende einschlagen oder auf eine geschlossene Form umbauen.

  5. 5

    Zusätzlich abspannen

    Leinen an mittleren Abspannpunkten setzen und alle Knoten nachspannen.

  6. 6

    Nachts kontrollieren

    Bei Regen gelegentlich prüfen, ob sich Wasser sammelt oder Leinen nachgeben.

Häufige Fehler

  • Zu spät reagiert
  • Keine Ersatzleinen griffbereit
  • Hohe offene Form im Sturm beibehalten
  • Nylon-Tarp nach Regen nicht nachgespannt

Grenzen und Risiken

  • Keine Windgeschwindigkeiten oder Belastungsgrenzen
  • Gewitterverhalten siehe gesonderten Eintrag

Quellen

  1. [1]

    Mors L. Kochanski – Lone Pine Publishing: Bushcraft: Outdoor Skills and Wilderness Survival

  2. [2]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tarp-weather-change

19 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Notbiwak mit Rettungsdecke, Biwaksack oder Müllsack

Eine Rettungsdecke, ein Biwaksack oder ein großer Müllsack kann bei einer ungeplanten Nacht oder beim Warten auf Hilfe kurzfristig vor Wind und Nässe schützen. Entscheidend sind dabei ein geschützter Platz und eine Isolierung vom Boden. Ein Notbiwak ersetzt keine richtige Ausrüstung.

Niemals einen Kunststoffsack oder eine Folie über den Kopf ziehen – Erstickungsgefahr. Für das Gesicht immer eine Öffnung lassen; bei einem Müllsack ein Loch für das Gesicht schneiden, nicht für den Kopf darunter kriechen.

Ein Notbiwak ist nur eine kurzfristige Notlösung und ersetzt keine richtige Ausrüstung. Bei Unterkühlungszeichen oder wenn die Lage sich verschlechtert, frühzeitig den Notruf wählen.

Rettungsdecken sind elektrisch leitfähig – nicht in der Nähe von Stromleitungen verwenden.

Material

  • Rettungsdecke(optional)
  • Kunststofffolie / großer Müllsack(optional) – Großer, stabiler Müllsack – nie über den Kopf ziehen
  • Isomatte(optional)
  • Rucksack(optional) – Als Bodenisolierung
  • Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige(optional) – Als Bodenisolierung
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional) – Um gesehen zu werden und sich zu orientieren

Schritte

  1. 1

    Früh entscheiden

    Wenn absehbar ist, dass das Ziel nicht sicher erreicht wird, früh anhalten, solange noch Tageslicht, Kraft und trockene Kleidung vorhanden sind. Wenn möglich Hilfe verständigen.

  2. 2

    Geschützten Platz suchen

    Windschatten hinter Felsen, Gelände oder dichtem Bewuchs nutzen, aber Senken, Rinnen und Gefahren von oben meiden.

  3. 3

    Vom Boden isolieren

    Auf Isomatte, Rucksack, Seil oder einer dicken Schicht trockener Vegetation sitzen oder liegen – nie direkt auf dem Boden. Sitzen in Hockhaltung auf dem Rucksack verringert die Kontaktfläche.

  4. 4

    Alle Kleidung anziehen

    Trockene Reservekleidung, Mütze und Handschuhe anziehen, bevor die Hülle geschlossen wird. Nasse Schichten möglichst gegen trockene tauschen.

  5. 5

    Hülle anlegen

    In Biwaksack oder Müllsack bis zu den Schultern hineinsteigen oder die Rettungsdecke eng um den Körper wickeln. Das Gesicht bleibt immer frei.

    Nie den Kopf in einen Kunststoffsack stecken.

  6. 6

    Zusammenrücken und sichtbar bleiben

    In der Gruppe eng zusammenrücken. Stirnlampe und auffällige Farben nutzen, um für Rettungskräfte sichtbar zu sein.

  7. 7

    Zustand beobachten

    Sich gegenseitig auf Zittern, Verwirrtheit und Schläfrigkeit beobachten und bei Verschlechterung den Notruf wählen.

Häufige Fehler

  • Die Rettungsdecke für eine vollwertige Unterkunft halten
  • Ohne Bodenisolierung auf kaltem Boden liegen
  • Zu spät anhalten, wenn Kleidung schon nass und Kraft verbraucht ist
  • Die Folie über den Kopf ziehen
  • Die Rettungsdecke im Wind lose flattern lassen, bis sie reißt

Grenzen und Risiken

  • Nur für kurze Zeit gedacht
  • Kein Ersatz für Schlafsack, Isomatte und Zelt oder Tarp
  • Kein Schutz vor Bodenkälte ohne zusätzliche Isolierschicht

Quellen

  1. [1]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

  2. [2]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-emergency-bivouac

20 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Laubhütte aus Naturmaterialien

Eine Laubhütte ist ein enger, keilförmiger Unterschlupf aus einem Firststamm, angelehnten Ästen und einer sehr dicken Schicht aus trockenem Laub. Sie isoliert, wenn sie dick genug gedeckt ist, kostet aber Stunden Arbeit und viel Material – und ist nur dort zulässig, wo das Sammeln erlaubt ist.

Der Firststamm muss das Gewicht der Deckschicht sicher tragen und an beiden Enden fest aufliegen. Vor dem Hineinkriechen die Stabilität prüfen. Keine morschen Stämme verwenden.

Nicht unter toten Bäumen oder abgebrochenen, hängenden Ästen bauen – sie können bei Wind herabfallen.

Laub und trockene Äste brennen sehr leicht. Kein Feuer in oder dicht an der Hütte; Kerzen und Kocher darin sind tabu.

Der Bau ist körperlich anstrengend. Schichten ablegen, um nicht durchzuschwitzen, und rechtzeitig beginnen.

Laub kann Zecken, Insekten und andere Tiere enthalten. Danach Körper und Kleidung absuchen.

Material

  • Stabile Äste / Stangen – Ein stabiler Firststamm und viele Äste für das Gerippe
  • Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige – Große Mengen trockenes Laub als Isolierung und Bodenschicht
  • Kunststofffolie / großer Müllsack(optional) – Als zusätzlicher Regenschutz auf der Laubschicht

Schritte

  1. 1

    Standort wählen

    Wähle einen ebenen, trockenen, leicht erhöhten Platz in der Nähe von viel Laub und Totholz, abseits von Senken, Bachläufen und Totholz über dir.

  2. 2

    Firststamm auflegen

    Lege einen stabilen Stamm, etwas länger als deine Körpergröße, mit einem Ende auf einen sicheren Auflagepunkt (z. B. Baumstumpf oder Astgabel) in etwa Hüfthöhe und mit dem anderen Ende auf den Boden.

    Auflage auf Stabilität prüfen – der Stamm darf nicht abrutschen.

  3. 3

    Größe prüfen

    Lege dich probehalber darunter. Der Innenraum soll gerade so groß sein, dass du dich darin drehen kannst – jeder zusätzliche Raum muss mit Körperwärme gefüllt werden.

  4. 4

    Rippen anlehnen

    Lehne zu beiden Seiten dicht nebeneinander Äste steil an den Firststamm. Lass am hohen Ende eine kleine Einstiegsöffnung.

  5. 5

    Dick mit Laub decken

    Häufe trockenes Laub sehr dick über das Gerippe; eine dünne Schicht reicht nicht. Feine Zweige obenauf verhindern, dass Wind das Laub abträgt.

  6. 6

    Boden isolieren

    Fülle den Innenraum mit einer dicken Schicht trockenen Laubs, die unter dem Körpergewicht nicht vollständig zusammengedrückt wird.

  7. 7

    Eingang verschließen

    Ein Laubhaufen oder Rucksack vor der Öffnung, den du von innen heranziehen kannst, hält Wind ab.

Häufige Fehler

  • Zu spät am Tag beginnen
  • Zu große Hütte bauen, die der Körper nicht erwärmen kann
  • Deckschicht zu dünn
  • Nasses Laub verwenden
  • Bodenschicht vergessen
  • Unter toten Bäumen bauen
  • Beim Bau durchschwitzen

Grenzen und Risiken

  • Keine Maßangaben für die Laubschicht – Bedarf hängt von Kälte und Material ab
  • Nicht für Starkregen ohne zusätzliche Folie
  • Rechtliche Lage regional unterschiedlich

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-debris-hut

21 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Schnee als Schutz: Grundlagen und Grenzen

Schnee isoliert gut, und eine Schneehöhle oder ein Graben kann Schutz vor Wind und Kälte bieten. Der Bau erfordert aber Übung, eine Schaufel, viel Zeit und Kraft – und birgt Risiken wie Einsturz, Durchnässung, Ersticken und Kohlenmonoxid. Dieser Eintrag behandelt nur Grundprinzipien; Lawinengelände ist ausdrücklich ausgeschlossen.

Lawinengelände ist nicht Gegenstand dieses Eintrags. Unterkünfte nie an oder unter Hängen, Wechten oder in Rinnen anlegen. Wer sich in steilem Schneegelände bewegt, braucht eine lawinenkundliche Ausbildung und aktuelle Lawinenwarnungen.

Schneedecken können einstürzen und Menschen begraben. Nur mit Übung bauen, nie allein in eine Schneehöhle graben, und Schaufel immer mit nach innen nehmen.

Kocher, Kerzen und Brenner in einer Schneeunterkunft können tödliche Mengen Kohlenmonoxid erzeugen, und der Sauerstoff wird verbraucht. Eine freie Lüftungsöffnung ist Pflicht; Kocher grundsätzlich nur im Freien betreiben.

Graben im Schnee macht nass und schweißnass. Durchnässte Kleidung kann eine Unterkühlung auslösen. Schichten ablegen, langsam arbeiten und bei Unterkühlungszeichen den Notruf wählen.

Eingang und Standort gut sichtbar markieren, damit die Unterkunft gefunden wird und niemand auf das Dach tritt.

Material

  • Schneeschaufel – Praktisch unverzichtbar
  • Isomatte – Isolierung gegen den Schneeboden
  • Stabile Äste / Stangen(optional) – Zum Markieren des Eingangs und als Lüftungsstab
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)

Schritte

  1. 1

    Abwägen, ob ein Bau sinnvoll ist

    Prüfe zuerst Alternativen: Rückkehr, Hütte, Fahrzeug, Notbiwak im Windschatten. Ein Schneebau lohnt sich nur mit Schaufel, Übung, genug Zeit und Kraft sowie trockener Kleidung.

  2. 2

    Sicheren Platz wählen

    Nur flaches oder sehr sanft geneigtes Gelände ohne Hänge, Wechten oder Rinnen darüber. Ausreichend tiefen, tragfähigen Schnee wählen; abseits von Wegen, Pisten und Fahrspuren.

  3. 3

    Vor dem Graben Schichten ablegen

    Isolierende Schichten vor dem Graben ausziehen und trocken verstauen, wasserdichte Außenschicht anlassen. Langsam arbeiten, um wenig zu schwitzen.

  4. 4

    Einfachste Form wählen

    Ein einfacher Graben im Schnee, abgedeckt mit Tarp, Folie oder Schneeblöcken, ist meist schneller und weniger einsturzgefährdet als eine gegrabene Höhle. Komplexere Bauten nur nach Übung unter Anleitung.

  5. 5

    Lüftung sicherstellen

    Eine Lüftungsöffnung im Dach anlegen und regelmäßig freihalten, etwa mit einem Stock. Eingang nicht vollständig verschließen.

    Kein Kocher, keine Kerze im geschlossenen Raum.

  6. 6

    Vom Schnee isolieren

    Auf Isomatte, Rucksack oder anderer Isolierung liegen, nie direkt auf Schnee. Schaufel und Ausrüstung mit hineinnehmen.

  7. 7

    Markieren und Bescheid geben

    Eingang und Dach außen markieren und, wenn möglich, Standort an Rettungskräfte oder Kontaktpersonen übermitteln.

Häufige Fehler

  • In Hangnähe oder unter Wechten bauen
  • Ohne Schaufel oder Übung eine Höhle graben wollen
  • Beim Graben die Isolationsschichten durchnässen
  • Lüftungsöffnung vergessen oder zuschneien lassen
  • Kocher oder Kerze im Inneren betreiben
  • Schaufel draußen lassen
  • Allein graben, ohne dass jemand den Standort kennt

Grenzen und Risiken

  • Keine Bauanleitung für Schneehöhlen oder Iglus – nur Grundprinzipien
  • Keine Aussagen zu Lawinengefahr
  • Keine Maßangaben für Wand- und Deckenstärken

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)

  3. [3]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-snow-basics

22 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Wenn die Heizung ausfällt: warm bleiben in der Wohnung

Bei Stromausfall, Gasmangel oder Heizungsschaden kühlt eine Wohnung im Winter allmählich aus. Am sichersten ist es, einen Raum warm zu halten, sich warm anzuziehen und Hilfe von außen zu nutzen. Die größte Gefahr sind improvisierte Heizquellen: Grills, Gaskocher und Generatoren in Innenräumen können tödliches Kohlenmonoxid erzeugen.

Niemals Holzkohle- oder Gasgrills, Campingkocher, Heizpilze, Terrassenheizer oder Stromgeneratoren in Wohnung, Keller, Garage oder Zelt betreiben – auch nicht bei offenem Fenster. Kohlenmonoxid ist unsichtbar und geruchlos und kann tödlich sein.

Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Benommenheit bei mehreren Personen im selben Raum können auf Kohlenmonoxid hindeuten: Sofort an die frische Luft und den Notruf wählen.

Kerzen und Teelichter nie unbeaufsichtigt lassen und nicht in der Nähe von Vorhängen, Decken oder Kindern verwenden. Batterieleuchten sind sicherer.

Den Gasherd oder Backofen nicht als Raumheizung verwenden.

Ältere Menschen, Säuglinge und Kranke kühlen schneller aus und bemerken es oft spät. Regelmäßig nachsehen und bei Bedarf früh in eine warme Unterkunft wechseln.

Material

  • Wolldecke / Bettdecke – Wolldecken, Bettdecken, Schlafsäcke
  • Trockene Wechselkleidung – Mehrere Schichten, Mütze, Socken
  • Stirnlampe / Taschenlampe – Statt Kerzen, wo möglich
  • Doppelwandige Isolierflasche(optional) – Warme Getränke warm halten
  • Isomatte(optional) – Gegen kalte Böden

Schritte

  1. 1

    Informieren

    Über Radio, Warn-Apps oder Behördenseiten klären, wie lange der Ausfall voraussichtlich dauert und ob es Wärmestuben, Notunterkünfte oder Anlaufstellen gibt.

  2. 2

    Einen Raum wählen

    Einen kleinen Raum möglichst ohne viele Außenwände und Fenster als gemeinsamen Aufenthaltsraum nutzen. Türen zu ungenutzten Räumen schließen.

  3. 3

    Zugluft reduzieren

    Vorhänge schließen, besonders nachts, und Zugluft an Türspalten mit Decken oder Handtüchern verringern. Kurz und gezielt lüften statt Fenster dauerhaft zu kippen.

  4. 4

    Schichten tragen

    Mehrere Lagen Kleidung, Mütze, Socken und Hausschuhe tragen. Feuchte Kleidung wechseln. Auf Matten oder Teppichen statt auf kaltem Boden sitzen und schlafen.

  5. 5

    Warm schlafen

    Schlafsäcke und mehrere Decken nutzen, Betten nicht an kalte Außenwände stellen. Mehrere Personen können im selben Raum schlafen.

  6. 6

    Essen und trinken

    Regelmäßig essen und warme Getränke aus Thermoskannen trinken, solange sie verfügbar sind.

  7. 7

    Nachbarn und gefährdete Personen

    Bei älteren oder allein lebenden Nachbarn nachfragen. Wenn die Wohnung zu kalt wird oder jemand Warnzeichen einer Unterkühlung zeigt, frühzeitig in eine warme Unterkunft wechseln oder den Notruf wählen.

Häufige Fehler

  • Grill, Campingkocher oder Generator in Innenräumen betreiben
  • Gasherd oder Backofen als Heizung nutzen
  • Kerzen unbeaufsichtigt brennen lassen
  • Die ganze Wohnung statt eines Raums warm halten wollen
  • Zu lange warten, bevor eine warme Unterkunft aufgesucht wird
  • Gefährdete Angehörige und Nachbarn nicht im Blick behalten

Grenzen und Risiken

  • Keine Anleitung zum Betrieb von Öfen oder Heizgeräten
  • Keine Aussagen zu Gebäudeschäden wie eingefrorenen Leitungen
  • Keine medizinische Anleitung

Quellen

  1. [1]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

  2. [2]

    World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)

  3. [3]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-home-heating-failure

23 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Poncho als Notunterkunft

Ein Regenponcho mit Ösen lässt sich als kleines Pultdach oder Mini-A-Frame abspannen. Das ist eine Notlösung für eine Person, die vor Regen schützt – der Poncho fehlt dann aber als Regenkleidung, und die Fläche ist klein.

Die Kapuzenöffnung ist ein Leck: Kapuze fest zuziehen und nach innen oder nach oben abbinden.

Ein Poncho isoliert nicht. Bei Kälte schützt er nur vor Nässe – Isolierung vom Boden und trockene Kleidung sind entscheidend. Bei Unterkühlungszeichen die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Material

  • Regenponcho
  • Paracord – Mehrere Stücke für First und Ecken
  • Stabile Äste / Stangen – Als Heringe oder Stütze
  • Isomatte(optional)

Schritte

  1. 1

    Windschatten suchen

    Platz hinter Felsen, Gelände oder dichtem Bewuchs wählen; nach oben auf tote Äste achten.

  2. 2

    Kapuze verschließen

    Kapuze fest zuziehen und abbinden, damit kein Wasser durchläuft.

  3. 3

    Hohe Kante befestigen

    Für ein Pultdach eine lange Kante an einer Leine zwischen zwei Bäumen oder Stöcken befestigen.

  4. 4

    Untere Kante abspannen

    Die gegenüberliegende Kante zur Wetterseite hin am Boden fixieren.

  5. 5

    Boden isolieren

    Isomatte, Rucksack oder trockenes Pflanzenmaterial unterlegen.

Häufige Fehler

  • Kapuze offen gelassen
  • Offene Seite zum Wind
  • Ohne Bodenisolierung liegen
  • Poncho abgebaut zurückgelassen oder beschädigt

Grenzen und Risiken

  • Nur für eine Person
  • Nicht für längere Aufenthalte geeignet

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-poncho

24 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Pultdach aus Naturmaterial mit Feuerreflektor

Ein Pultdach aus Stangen und dichter Abdeckung aus Zweigen oder Laub, vor dem ein kleines Feuer brennt; eine Wand aus Holz oder Steinen hinter dem Feuer wirft Strahlungswärme zurück. Der Aufbau ist aufwendig, braucht ständige Feueraufsicht und ist nur dort zulässig, wo Feuer und Materialsammeln erlaubt sind.

Das Dach aus trockenem Material brennt sehr leicht. Ausreichend Abstand zwischen Feuer und Unterstand halten, Funkenflug beachten, Feuer nie unbeaufsichtigt lassen und Löschmittel bereithalten.

Bei Trockenheit, Wind oder Waldbrandwarnung kein Feuer. Feuerverbote und lokale Regeln haben Vorrang.

Rauch kann sich unter dem Dach sammeln. Bei Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit an die frische Luft gehen.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Material

  • Stabile Äste / Stangen – Firststange, Dachstangen, Holz für den Reflektor
  • Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige – Zum Decken des Dachs
  • Trockenes Brennholz – Ausreichend für die ganze Nacht, vor Dunkelheit gesammelt
  • Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl
  • Löschwasser (Eimer, Kanister oder Topf) – Löschwasser oder Erde bereithalten
  • Kunststofffolie / großer Müllsack(optional)

Schritte

  1. 1

    Erlaubnis und Risiko prüfen

    Nur bauen, wo Feuer und Materialsammeln erlaubt sind. Bei Trockenheit oder Wind auf Feuer verzichten.

  2. 2

    Gerüst errichten

    Eine stabile Firststange zwischen zwei Bäume oder Astgabeln legen und Dachstangen schräg nach hinten zum Boden anlehnen, Rücken zum Wind.

  3. 3

    Dicht decken

    Von unten nach oben dachziegelartig mit Zweigen oder Laub decken, damit Regen abläuft. Totholz und loses Material verwenden.

  4. 4

    Feuerstelle anlegen

    Feuerstelle mit Abstand vor dem Unterstand auf freiem mineralischem Boden anlegen, Umgebung von brennbarem Material befreien.

  5. 5

    Reflektor bauen

    Hinter dem Feuer eine Wand aus aufgeschichteten Stämmen oder Steinen errichten, die die Wärme zum Unterstand zurückwirft.

  6. 6

    Feuerwache und Löschen

    Feuer klein halten und ständig beaufsichtigen. Wer schläft, muss das Feuer vorher vollständig löschen oder eine Wache einteilen.

    Glut kann lange nachglimmen – vollständig ablöschen.

Häufige Fehler

  • Feuer zu nah am Dach
  • Zu großes Feuer
  • Zu wenig Brennholz für die Nacht
  • Lebende Bäume beschädigt
  • Unbeaufsichtigtes Feuer beim Einschlafen

Grenzen und Risiken

  • Keine Abstandsangaben – abhängig von Feuergröße, Wind und Material
  • Rechtliche Lage regional sehr unterschiedlich

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    USDA Forest Service / Ad Council / National Association of State Foresters: Campfire Safety (Smokey Bear wildfire prevention campaign)

    https://smokeybear.com

  3. [3]

    Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)

    https://lnt.org

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-debris-lean-to-reflector

25 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

A-Frame-Unterstand aus Naturmaterial

Ein Satteldach aus Firststange, Zweibeinen oder Astgabeln und angelehnten Stangen, gedeckt mit Zweigen, Rinde von Totholz oder Laub. Größer als die enge Laubhütte und für ein bis zwei Personen gedacht, schützt er vor allem vor Regen und Wind – warm hält er nur mit guter Bodenisolierung und Schlafsack.

Firststange und Stützen müssen das Gewicht der Deckschicht sicher tragen. Keine morschen Stangen verwenden, Stabilität vor dem Hineinlegen prüfen.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Säge und Beil nur mit sicherer Technik verwenden; viele Verletzungen beim Unterstandsbau entstehen durch Werkzeug.

Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.

Material

  • Stabile Äste / Stangen – Firststange, Stützen und viele Dachstangen aus Totholz
  • Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige – Zum Decken und als Bodenschicht
  • Dünne Schnur(optional) – Zum Binden der Stützen
  • Kunststofffolie / großer Müllsack(optional) – Unter der Deckschicht für besseren Regenschutz

Schritte

  1. 1

    Standort wählen

    Ebener, trockener Platz, keine Senke, keine toten Bäume darüber, Totholz in der Nähe.

  2. 2

    Stützen errichten

    An beiden Enden je ein Zweibein aus zwei gekreuzten, oben verbundenen Stangen aufstellen – oder Astgabeln bzw. einen stabilen Baumstumpf nutzen.

  3. 3

    Firststange auflegen

    Stabile Firststange in die Gabeln legen und sichern.

  4. 4

    Dachstangen anlehnen

    Auf beiden Seiten Stangen dicht und steil anlehnen.

  5. 5

    Decken

    Von unten nach oben überlappend mit Zweigen, Rindenstücken von Totholz oder Laub decken; wenn vorhanden, eine Folie unter der äußeren Schicht.

  6. 6

    Boden isolieren

    Eine dicke Schicht aus trockenem Material oder eine Isomatte als Liegefläche.

Häufige Fehler

  • Dach zu flach – es tropft durch
  • Material nicht überlappend gelegt
  • Zu groß gebaut
  • Lebende Bäume entastet
  • Kein Rückbau nach Übungen

Grenzen und Risiken

  • Keine Maßangaben für Dachneigung oder Schichtdicke
  • Ohne Folie bei Dauerregen nur begrenzt dicht

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)

    https://lnt.org

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-natural-a-frame

26 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Kegelgerüst (Tipi-/Wickiup-Form)

Mehrere Stangen werden kegelförmig gegeneinander gelehnt und oben verbunden; das Gerüst wird mit einer Plane, Rinde von Totholz, Zweigen oder Laub gedeckt. Die Form ist stabil, braucht keinen Baum als Ankerpunkt und bietet Sitzhöhe – aber viel Material und Zeit.

Die Spitze muss fest gebunden und die Stangen gleichmäßig verteilt sein; ein umkippendes Gerüst kann verletzen. Stabilität vor dem Decken prüfen.

Kein offenes Feuer und kein Kocher in improvisierten Kegelbauten: Brand- und Kohlenmonoxidgefahr. Traditionelle Tipis mit Rauchabzug erfordern Erfahrung und sind etwas anderes als ein Notbau.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.

Material

  • Stabile Äste / Stangen – Drei kräftige Hauptstangen und viele weitere Stangen
  • Paracord – Zum Binden der Spitze
  • Tarp / Plane(optional) – Schnellste Abdeckung
  • Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige(optional)

Schritte

  1. 1

    Dreibein aufstellen

    Drei Hauptstangen am oberen Ende zusammenbinden, aufrichten und die Füße gleichmäßig spreizen.

  2. 2

    Weitere Stangen anlehnen

    Weitere Stangen in die Gabel an der Spitze lehnen; einen Eingang auf der windabgewandten Seite freilassen.

  3. 3

    Decken

    Mit Tarp umwickeln oder von unten nach oben dachziegelartig mit Naturmaterial decken.

  4. 4

    Lüftung offen lassen

    Spitze und Eingang nicht völlig verschließen, um Kondenswasser zu verringern.

  5. 5

    Boden isolieren

    Isomatte oder dicke trockene Schicht auslegen.

Häufige Fehler

  • Spitze nur lose zusammengelegt
  • Stangen ungleich verteilt
  • Eingang zum Wind
  • Feuer im Inneren

Grenzen und Risiken

  • Keine Maßangaben zu Stangenlänge und Neigung
  • Nicht für Feuer im Inneren gedacht

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)

    https://lnt.org

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-wickiup-frame

27 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Schneegraben mit Abdeckung

Ein körperlanger, schmaler Graben im Schnee, abgedeckt mit Tarp, Folie, Skiern mit Plane oder Schneeblöcken. Er ist von den Schneeunterkünften meist die schnellste und am wenigsten einsturzgefährdete Form und daher in Notlagen oft der Höhle vorzuziehen – aber nur in flachem Gelände ohne Lawinengefahr.

Lawinengelände ist nicht Gegenstand dieses Eintrags. Nie an oder unter Hängen, Wechten oder in Rinnen bauen. Wer sich in steilem Schneegelände bewegt, braucht eine lawinenkundliche Ausbildung und den aktuellen Lawinenlagebericht.

Kocher, Kerzen und Brenner in einer Schneeunterkunft können tödliche Mengen Kohlenmonoxid erzeugen und Sauerstoff verbrauchen. Eine freie Lüftungsöffnung ist Pflicht; Kocher grundsätzlich draußen betreiben.

Graben im Schnee macht nass und verschwitzt. Durchnässte Kleidung kann eine Unterkühlung auslösen. Isolierende Schichten vorher ablegen, langsam arbeiten und bei Unterkühlungszeichen die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen.

Neuschnee und Schneeverwehungen belasten eine Planenabdeckung. Nachts regelmäßig abklopfen und die Lüftung freihalten.

Graben und Umgebung gut sichtbar markieren, damit niemand darauf tritt oder darüberfährt und Rettungskräfte ihn finden.

Material

  • Schneeschaufel – Praktisch unverzichtbar
  • Tarp / Plane – Oder Folie, Rettungsdecke bzw. Schneeblöcke als Dach
  • Isomatte – Isolierung gegen den Schneeboden
  • Trekkingstöcke(optional) – Oder Ski als Dachträger
  • Trockene Wechselkleidung

Schritte

  1. 1

    Abwägen

    Prüfe Alternativen wie Rückkehr, Hütte, Fahrzeug oder Notbiwak im Windschatten. Graben nur mit Schaufel, Zeit und trockener Kleidung.

  2. 2

    Sicheren Platz wählen

    Flaches Gelände ohne Hänge, Wechten oder Rinnen darüber; abseits von Pisten, Loipen und Fahrspuren.

  3. 3

    Schichten ablegen

    Isolierende Kleidung trocken verstauen, wasserdichte Außenschicht anlassen, langsam arbeiten.

  4. 4

    Graben ausheben

    Einen schmalen Graben, etwas länger als die Körperlänge, ausheben. Schmal halten – je breiter, desto schwerer lässt er sich abdecken.

  5. 5

    Abdecken

    Plane über den Graben legen und an den Rändern mit Schnee beschweren, Stöcke oder Ski als Träger nutzen; alternativ Schneeblöcke giebelförmig gegeneinanderlehnen.

  6. 6

    Lüftung und Eingang

    Eine Lüftungsöffnung freihalten und den Eingang nicht vollständig verschließen.

    Kein Kocher und keine Kerze im Graben.

  7. 7

    Isolieren und markieren

    Auf Isomatte oder Rucksack liegen, Schaufel mit hineinnehmen, Standort außen markieren.

Häufige Fehler

  • Graben zu breit
  • Plane ohne Träger – sie sackt unter Schneelast durch
  • Lüftung vergessen
  • Schaufel draußen liegen lassen
  • Am Hang gebaut

Grenzen und Risiken

  • Keine Maßangaben zu Tiefe oder Wandstärke
  • Keine Aussagen zu Lawinengefahr

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

  3. [3]

    World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)

  4. [4]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-snow-trench

28 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Quinzhee (ausgehöhlter Schneehaufen)

Ein großer Haufen aus aufgeschaufeltem Schnee wird gesetzt gelassen und dann ausgehöhlt. Das funktioniert auch bei wenig Schneehöhe, kostet aber viel Zeit und Kraft und birgt Einsturz-, Erstickungs- und Kohlenmonoxidgefahr. Nur zu zweit oder mehr, mit Übung und nie in Lawinengelände.

Nie allein bauen oder aushöhlen. Eine Person gräbt, die andere bleibt draußen und kann bei einem Einsturz sofort helfen. Schaufel immer griffbereit, auch im Inneren.

Zu dünne Wände oder Decken und Tauwetter führen zum Einsturz. Dickenmarker nutzen, nicht weitergraben, sobald ein Marker erreicht ist, und bei Tauwetter oder Regen nicht darin schlafen.

Kocher, Kerzen und Brenner in einer Schneeunterkunft können tödliche Mengen Kohlenmonoxid erzeugen und Sauerstoff verbrauchen. Eine freie Lüftungsöffnung ist Pflicht; Kocher grundsätzlich draußen betreiben.

Graben im Schnee macht nass und verschwitzt. Durchnässte Kleidung kann eine Unterkühlung auslösen. Isolierende Schichten vorher ablegen, langsam arbeiten und bei Unterkühlungszeichen die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen.

Lawinengelände ist nicht Gegenstand dieses Eintrags. Nie an oder unter Hängen, Wechten oder in Rinnen bauen. Wer sich in steilem Schneegelände bewegt, braucht eine lawinenkundliche Ausbildung und den aktuellen Lawinenlagebericht.

Material

  • Schneeschaufel – Mindestens eine, besser zwei
  • Stabile Äste / Stangen – Gleich lange Stöcke als Dickenmarker
  • Isomatte
  • Trockene Wechselkleidung
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)

Schritte

  1. 1

    Sicheren Platz wählen

    Flaches Gelände ohne Hänge darüber, keine Bäume mit Schneelast direkt darüber.

  2. 2

    Schnee aufhäufen

    Schnee zu einem großen, runden Haufen aufschaufeln und dabei umschichten. Schichten ablegen, um nicht zu schwitzen.

  3. 3

    Dickenmarker setzen

    Gleich lange Stöcke rundum senkrecht in den Haufen stecken, bis sie bündig mit der Oberfläche sind.

  4. 4

    Setzen lassen

    Den Haufen eine Weile ruhen lassen. Die nötige Zeit hängt von Schnee und Temperatur ab; in dieser Zeit warm und trocken bleiben.

  5. 5

    Aushöhlen – zu zweit

    Einen niedrigen Eingang graben und von innen aushöhlen. Sobald ein Stockende sichtbar wird, an dieser Stelle aufhören. Die zweite Person bleibt draußen.

    Bei Rissen, Absacken oder Tropfen sofort hinaus.

  6. 6

    Lüftung und Liegefläche

    Eine Lüftungsöffnung schräg durch die Decke stechen, die Liegefläche höher als den Eingang anlegen und die Decke innen glätten, damit Tropfwasser abläuft.

  7. 7

    Nacht und Markierung

    Schaufel innen behalten, Lüftung regelmäßig freihalten, Eingang nicht ganz verschließen, Standort außen markieren.

Häufige Fehler

  • Allein gegraben
  • Nicht lange genug gesetzt
  • Ohne Dickenmarker gegraben – Decke zu dünn
  • Keine Lüftungsöffnung
  • Kocher oder Kerze im Inneren
  • Durchgeschwitzt

Grenzen und Risiken

  • Keine Angabe von Wandstärken oder Wartezeiten – stark schneeabhängig
  • Keine Aussagen zu Lawinengefahr

Quellen

  1. [1]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

  2. [2]

    World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)

  3. [3]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-quinzhee

29 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Schneehöhle in einer Schneewehe

Eine in eine tiefe, verfestigte Schneewehe gegrabene Höhle isoliert von den Schneebauten am besten. Sie braucht aber sehr tiefen Schnee, Schaufel, Übung und viel Zeit – und Schneewehen liegen oft genau dort, wo Lawinen- und Wechtengefahr besteht. In Notlagen ist ein Schneegraben meist die sicherere Wahl.

Schneewehen bilden sich häufig an Leehängen – genau dort, wo Triebschnee und Lawinengefahr entstehen. Ohne lawinenkundliche Ausbildung keine Schneehöhle an Hängen graben; im Zweifel einen Graben in flachem Gelände wählen.

Nie allein graben. Eine Person bleibt draußen, die Schaufel ist immer griffbereit, auch nachts im Inneren.

Kocher, Kerzen und Brenner in einer Schneeunterkunft können tödliche Mengen Kohlenmonoxid erzeugen und Sauerstoff verbrauchen. Eine freie Lüftungsöffnung ist Pflicht; Kocher grundsätzlich draußen betreiben.

Graben im Schnee macht nass und verschwitzt. Durchnässte Kleidung kann eine Unterkühlung auslösen. Isolierende Schichten vorher ablegen, langsam arbeiten und bei Unterkühlungszeichen die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen.

Material

  • Schneeschaufel
  • Isomatte
  • Stabile Äste / Stangen – Lüftungsstab und Markierung
  • Trockene Wechselkleidung
  • Stirnlampe / Taschenlampe(optional)

Schritte

  1. 1

    Gelände beurteilen

    Nur mit Ausbildung und Lawinenlagebericht. Kein Graben unter Wechten, in Rinnen oder steilen Leehängen. Wenn Unsicherheit besteht: Schneegraben in flachem Gelände.

  2. 2

    Eingang und Raum graben

    Einen Eingangstunnel graben, dann den Raum nach oben erweitern, sodass die Liegefläche höher liegt als der Eingang. Langsam arbeiten, Schichten ablegen.

  3. 3

    Decke wölben und glätten

    Die Decke gewölbt und glatt formen, damit Schmelzwasser an den Wänden abläuft statt zu tropfen.

  4. 4

    Lüftung anlegen

    Eine Lüftungsöffnung durch die Decke stechen und mit einem Stock regelmäßig freihalten.

    Kein Kocher, keine Kerze im geschlossenen Raum.

  5. 5

    Ausrüstung und Markierung

    Schaufel innen, Eingang nicht ganz verschließen, Standort außen deutlich markieren.

Häufige Fehler

  • In Lawinen- oder Wechtengelände gegraben
  • Decke zu flach oder zu dünn
  • Lüftung zugeschneit
  • Allein gegraben
  • Liegefläche tiefer als Eingang

Grenzen und Risiken

  • Keine Bauanleitung mit Maßen
  • Keine Beurteilung von Lawinengelände

Quellen

  1. [1]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

  2. [2]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  3. [3]

    European Avalanche Warning Services (EAWS): European Avalanche Danger Scale

  4. [4]

    World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-snow-cave

30 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Das Auto als Notunterkunft im Winter

Wer im Schnee steckenbleibt, ist im Fahrzeug meist besser geschützt als zu Fuß draußen und wird dort leichter gefunden. Lebenswichtig ist, den Auspuff von Schnee freizuhalten und den Motor nur zeitweise laufen zu lassen, weil sonst Kohlenmonoxid in den Innenraum gelangen kann.

Auspuff regelmäßig von Schnee freihalten. Ein zugeschneiter Auspuff kann Kohlenmonoxid in den Innenraum leiten – geruchlos und tödlich. Motor nur zeitweise laufen lassen und dabei ein Fenster einen Spalt öffnen.

Beim Fahrzeug bleiben, außer Hilfe ist sicher in unmittelbarer Nähe sichtbar. Zu Fuß im Schneesturm verliert man schnell die Orientierung und kühlt aus.

Örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen, Standort angeben und Akku sparen.

Beim Aussteigen auf Verkehr achten, Warnweste tragen und das Fahrzeug absichern, soweit gefahrlos möglich.

Material

  • Notfallausstattung im Auto
  • Wolldecke / Bettdecke – Oder Schlafsack
  • Rettungsdecke
  • Schneeschaufel(optional) – Zum Freihalten des Auspuffs
  • Warnweste(optional)
  • Mobiltelefon

Schritte

  1. 1

    Notruf und Standort

    Notruf absetzen, Standort durchgeben, dann Telefon sparsam nutzen.

  2. 2

    Sichtbar machen

    Warnblinker bei Bedarf, auffälliges Tuch an Antenne oder Fenster; nachts Innenlicht zeitweise einschalten, wenn der Motor läuft.

  3. 3

    Auspuff freihalten

    Vor jedem Motorstart und regelmäßig prüfen, ob der Auspuff frei ist.

  4. 4

    Motor zeitweise

    Motor und Heizung nur für kurze Zeit laufen lassen, dabei ein Fenster leicht öffnen. Offizielle Ratgeber nennen etwa zehn Minuten pro Stunde.

  5. 5

    Warm halten

    Alle Kleidungsschichten anziehen, Decken und Rettungsdecken nutzen, eng zusammenrücken, Füße vom kalten Boden isolieren, leicht bewegen, genug trinken.

  6. 6

    Abwechselnd wach bleiben

    In Gruppen abwechselnd wach bleiben, besonders während der Motor läuft.

Häufige Fehler

  • Auspuff nicht kontrolliert
  • Motor dauerhaft laufen lassen und eingeschlafen
  • Fahrzeug im Schneesturm zu Fuß verlassen
  • Ohne Winterausrüstung losgefahren

Grenzen und Risiken

  • Keine Treibstoff- oder Akkureichweiten
  • Kein Rat für Hitze – Fahrzeuge in der Sonne sind gefährlich

Quellen

  1. [1]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Winter Weather

  2. [2]

    Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance

  3. [3]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-vehicle-emergency

31 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Improvisierter Kälteschutz in der Stadt

Wer in der Stadt durch einen Notfall ohne warme Unterkunft dasteht – etwa nach einem Gebäudeschaden, bei einem Stromausfall oder auf Reisen – sollte zuerst offizielle Notunterkünfte und Wärmestuben suchen. Zur Überbrückung helfen Karton und Zeitungspapier als Bodenisolierung, Windschutz durch Gebäude und trockene Schichten. Beschädigte Gebäude und unsichere Orte sind tabu.

Nach Erdbeben, Explosionen, Bränden oder Hochwasser keine beschädigten Gebäude betreten. Absperrungen und Anweisungen der Einsatzkräfte befolgen.

Keine Grills, Gaskocher, Generatoren oder offenen Feuer in Räumen, Zelten, Garagen oder Durchgängen zum Heizen – Kohlenmonoxid- und Brandgefahr. Karton und Zeitungen sind leicht entflammbar.

Bei Zittern, Verwirrtheit oder Teilnahmslosigkeit die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen. Ältere Menschen, Kinder und Kranke sind besonders gefährdet.

Privates Eigentum und Hausrecht respektieren; lokale Regeln und Hinweise der Behörden beachten.

Material

  • Zeitungspapier und Karton – Als Bodenisolierung und Windschutz
  • Kunststofffolie / großer Müllsack(optional) – Gegen Nässe, nie über den Kopf
  • Rettungsdecke(optional)
  • Wolldecke / Bettdecke(optional)
  • Mobiltelefon

Schritte

  1. 1

    Offizielle Hilfe suchen

    Über Radio, Warn-App, Behörden, Einsatzkräfte oder Hilfsorganisationen nach Notunterkünften, Wärmestuben oder Sammelstellen fragen.

  2. 2

    Öffentliche warme Orte

    Zur Überbrückung Bahnhöfe, Einkaufszentren, Bibliotheken oder andere geöffnete öffentliche Gebäude nutzen, soweit zugänglich und erlaubt.

  3. 3

    Vom Boden isolieren

    Mehrere Lagen Karton oder Zeitungen unter den Körper legen, nie direkt auf Beton oder Stein sitzen.

  4. 4

    Wind und Nässe abhalten

    Windgeschützte Seite von Gebäuden wählen, Karton als Windwand, Folie gegen Regen – Gesicht frei lassen.

  5. 5

    Schichten und Gruppe

    Trockene Schichten anziehen, Kopf und Hände bedecken, mit anderen zusammenbleiben und auf Schwächere achten.

Häufige Fehler

  • Offizielle Notunterkünfte nicht gesucht
  • Direkt auf kaltem Boden gesessen
  • In beschädigten Gebäuden Schutz gesucht
  • Mit Grill oder Gaskocher in Innenräumen geheizt
  • Allein geblieben

Grenzen und Risiken

  • Keine Angaben zu konkreten Notunterkünften – regional verschieden
  • Keine Rechtsberatung

Quellen

  1. [1]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

  2. [2]

    Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Power Outages

  3. [3]

    Centers for Disease Control and Prevention: Carbon Monoxide Poisoning – Prevention guidance

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-urban-improvised

32 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Gruppenbiwaksack und Zusammenrücken

Ein Gruppen- oder Notbiwaksack („Bothy Bag“) ist eine leichte Hülle ohne Stangen, die sich mehrere Personen über Kopf und Körper ziehen und dann darauf sitzen. In Minuten entsteht ein windgeschützter Raum, in dem Körperwärme die Luft erwärmt. Er dient zum Warten und Versorgen, nicht als Zelt für die Nacht.

Der Sack ist meist luftdicht: regelmäßig lüften, eine Öffnung frei halten, bei Kopfschmerzen oder Atemnot sofort öffnen. Nie Kocher oder Kerzen darin betreiben.

Starkes Zittern, Verwirrtheit, Ungeschicklichkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit können Zeichen einer Unterkühlung sein. Dann nicht abwarten: die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen und die Person vor weiterem Wärmeverlust schützen.

Sitzen auf kaltem Untergrund kühlt aus – Rucksäcke, Matten oder Seile unterlegen.

Material

  • Gruppenbiwaksack
  • Isomatte(optional) – Oder Rucksäcke als Sitzunterlage
  • Trockene Wechselkleidung

Schritte

  1. 1

    Früh entscheiden

    Den Gruppensack einsetzen, bevor alle frieren – nicht erst, wenn jemand nicht mehr weiter kann.

  2. 2

    Platz wählen

    Möglichst windgeschützt, sicher vor Steinschlag und Absturz, auf ebener Fläche.

  3. 3

    Überziehen

    Alle stellen sich eng zusammen, ziehen die Hülle über die Köpfe und setzen sich auf Rucksäcke oder Matten, den Rand unter den Körper geklemmt.

  4. 4

    Lüftungsöffnung

    Eine Lüftungs- oder Sichtöffnung frei halten; regelmäßig kurz lüften.

  5. 5

    Gefährdete in die Mitte

    Kälteempfindliche, verletzte oder erschöpfte Personen in die Mitte setzen, isolieren und mit Essen und warmen Getränken versorgen, falls vorhanden.

  6. 6

    Hilfe und Sichtbarkeit

    Bei Notlage Notruf absetzen. Ein farbiger Sack ist von außen gut sichtbar.

Häufige Fehler

  • Zu spät eingesetzt
  • Direkt auf Schnee oder Fels gesessen
  • Ohne Lüftung
  • Sack zu klein für die Gruppe

Grenzen und Risiken

  • Keine Angaben zu Temperaturgewinn im Sack
  • Kein Ersatz für Zelt oder Hütte über Nacht

Quellen

  1. [1]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

  2. [2]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-group-shelter-bag

33 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Sitzbiwak mit Rucksack und Regenkleidung

Wenn man unterwegs ungeplant warten muss – im Nebel, nach Einbruch der Dunkelheit oder bis Hilfe kommt – kann ein Sitzbiwak schnell schützen: auf Rucksack oder Matte sitzen, Rücken an Fels oder Baum im Windschatten, alle Kleidung an, Kapuze auf, Beine in den leeren Rucksack. So bleibt die Kontaktfläche zum Boden klein.

Starkes Zittern, Verwirrtheit, Ungeschicklichkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit können Zeichen einer Unterkühlung sein. Dann nicht abwarten: die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen und die Person vor weiterem Wärmeverlust schützen.

Plastikfolie, Müllsäcke und Rettungsdecken nie über Kopf oder Gesicht ziehen und nicht von Kindern unbeaufsichtigt benutzen lassen – Erstickungsgefahr.

Rückenlehne nur an stabilem Fels ohne Steinschlag von oben; nicht unter toten Bäumen.

Material

  • Rucksack
  • Regen- und Windjacke
  • Trockene Wechselkleidung
  • Rettungsdecke(optional)
  • Reißfester Müllsack (groß)(optional) – Über Beine und Rucksack, nie über den Kopf
  • Stirnlampe / Taschenlampe

Schritte

  1. 1

    Rechtzeitig anhalten

    Wenn Weiterlaufen gefährlich wird, bewusst anhalten, Position merken und – wenn nötig – Hilfe rufen.

  2. 2

    Windschatten suchen

    Felsblock, Baumstamm, Mulde ohne Wasserlauf oder Gebüsch auf der windabgewandten Seite.

  3. 3

    Alles anziehen

    Trockene Schichten unter die Regenkleidung, Mütze, Handschuhe, Kapuze auf.

  4. 4

    Isoliert sitzen

    Auf Matte, Seil oder Kleidungsrolle sitzen; Rucksack leeren und die Beine hineinstecken.

  5. 5

    Hülle ergänzen

    Rettungsdecke oder Müllsack um Körper und Beine legen, Gesicht frei lassen.

  6. 6

    Aktiv warten

    Etwas essen, zeitweise Muskeln anspannen, Lampe bereithalten, regelmäßig auf Signale achten.

Häufige Fehler

  • Direkt auf Fels oder Schnee gesessen
  • Zu spät angehalten und durchgeschwitzt
  • Kopf ungeschützt
  • Müllsack über das Gesicht gezogen

Grenzen und Risiken

  • Notlösung für Stunden, nicht für Tage
  • Keine Aussage über überlebbare Temperaturen

Quellen

  1. [1]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

  2. [2]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-sitting-bivouac

34 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Schlauchzelt aus Folie (Tube Tent)

Ein Schlauchzelt ist ein Kunststoffschlauch, durch den eine Leine gezogen und zwischen zwei Bäumen gespannt wird. Das Körpergewicht hält den Boden unten, sodass ein einfaches Dreieckzelt mit offenen Enden entsteht. Es ist billig und leicht, aber kondensanfällig und windempfindlich – eine Notlösung.

Plastikfolie, Müllsäcke und Rettungsdecken nie über Kopf oder Gesicht ziehen und nicht von Kindern unbeaufsichtigt benutzen lassen – Erstickungsgefahr.

Kein Kocher, keine Kerze und kein Feuer unter Tarp, Plane oder im Zelt: Kunststoff schmilzt und brennt, und in geschlossenen Bereichen kann sich Kohlenmonoxid sammeln.

Nicht unter toten Bäumen, abgebrochenen oder hängenden Ästen aufbauen – sie können bei Wind, Schnee- oder Eislast ohne Vorwarnung herabfallen. Vor dem Aufbau nach oben schauen.

Material

  • Kunststofffolie / großer Müllsack – Als Schlauch gefertigt oder improvisiert aus einer langen Folie
  • Paracord
  • Isomatte

Schritte

  1. 1

    Platz wählen

    Ebener Platz quer zum Wind oder mit einem Ende in den Wind, keine Senke, keine toten Äste.

  2. 2

    Leine einziehen

    Die Leine durch den Schlauch ziehen und an beiden Bäumen etwa auf Hüft- bis Brusthöhe straff befestigen.

  3. 3

    Boden beschweren

    Matte und Ausrüstung in die Ecken legen, damit der Boden flach liegt und der Wind nicht unter die Folie greift.

  4. 4

    Enden offen lassen

    Beide Enden zumindest teilweise offen lassen, damit Feuchtigkeit entweichen kann.

Häufige Fehler

  • Enden ganz verschlossen – nasses Inneres
  • In einer Senke aufgebaut – Wasser läuft hinein
  • Leine zu tief – Folie liegt auf dem Gesicht

Grenzen und Risiken

  • Keine Angaben zu Folienstärken
  • Nur für kurze Notfälle gedacht

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  2. [2]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-tube-tent

35 · Notunterkünfte · Fachliche Prüfung folgt

Öffentliche Notunterkünfte, Wärme- und Kühlstellen nutzen

Bei Evakuierung, Hitzewellen, Kältewellen oder langen Stromausfällen richten Behörden und Hilfsorganisationen oft Notunterkünfte, Wärmestuben oder Kühlräume ein. Wo und wann, erfahren Sie über offizielle Warnkanäle, Radio und die Gemeinde. Wer dorthin geht, bringt Medikamente, Dokumente, Schlafsachen und Grundbedarf mit und folgt den Anweisungen vor Ort.

Nur Informationen aus offiziellen Quellen folgen; Gerüchte in sozialen Medien können falsch sein. Anweisungen zu Evakuierungsrouten und Sperrungen beachten.

Bei akuter Gefahr, Atemnot, Verwirrtheit durch Kälte oder Hitze oder Kohlenmonoxidverdacht die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen.

Ob Haustiere mitgebracht werden dürfen, ist unterschiedlich geregelt – vorab bei der Gemeinde oder in den Ansagen nachfragen.

Material

  • Medikamentenvorrat – Für mehrere Tage
  • Dokumentenmappe (wasserdicht)
  • Schlafsack(optional)
  • Batterie- oder Kurbelradio(optional)
  • Haustierbedarf für den Notfall(optional)

Schritte

  1. 1

    Informieren

    Warn-App, Radio, Gemeinde-Webseite oder Aushänge verfolgen: Wo gibt es Notunterkünfte, Wärme- oder Kühlstellen, zu welchen Zeiten?

  2. 2

    Rechtzeitig entscheiden

    Bei Evakuierungsanordnung sofort gehen. Bei Kälte oder Hitze nicht warten, bis die Wohnung gefährlich wird – besonders mit Kindern, Älteren oder Kranken.

  3. 3

    Tasche packen

    Medikamente, Dokumente, Ladegerät, Brille, Hygieneartikel, Wechselkleidung, Decke oder Schlafsack, Snacks, ggf. Babybedarf und Tierbedarf.

  4. 4

    Wohnung sichern

    Nach Anweisung Geräte ausschalten, Fenster und Türen schließen und Angehörigen mitteilen, wohin man geht.

  5. 5

    Vor Ort anmelden

    Bei der Ankunft anmelden, damit Angehörige und Behörden Sie finden; besondere Bedürfnisse (Medikamente, Behinderung) mitteilen.

  6. 6

    Andere mitnehmen

    Nachbarn, die allein leben oder nicht mobil sind, ansprechen und Hilfe anbieten.

Häufige Fehler

  • Zu lange in einer kalten oder überhitzten Wohnung geblieben
  • Medikamente vergessen
  • Gerüchten statt offiziellen Angaben gefolgt
  • Niemandem Bescheid gesagt

Grenzen und Risiken

  • Verfügbarkeit hängt von Ort und Lage ab – lokale Angaben prüfen
  • Keine rechtlichen Aussagen zu Evakuierungspflichten

Quellen

  1. [1]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

  2. [2]

    U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-public-emergency-shelters

36 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt

Isolierung gegen Bodenkälte

Der Boden entzieht einem liegenden Körper durch Leitung ständig Wärme. Eine Isolierschicht aus Isomatte, trockener Vegetation oder Ausrüstung unterbricht diesen Wärmefluss und ist bei jeder Übernachtung ebenso wichtig wie ein Dach.

Beim Sammeln von Pflanzenmaterial Schutzgebietsregeln beachten und nur lose, trockene Biomasse wie Laub oder Nadelstreu verwenden.

Auf Schnee und gefrorenem Boden reicht eine dünne Matte oft nicht. Mehrere Lagen kombinieren und nie direkt auf Schnee sitzen oder liegen.

Material

  • Isomatte
  • Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige(optional) – Nur trocken und in dicker Schicht wirksam
  • Rucksack(optional) – Unter Oberkörper oder Beine legen

Schritte

  1. 1

    Isomatte als Basis

    Wenn vorhanden, immer eine Isomatte nutzen. Bei Kälte eine Schaumstoffmatte unter eine Luftmatte legen – das schützt auch bei einem Defekt der Luftmatte.

  2. 2

    Ausrüstung ergänzen

    Leeren Rucksack, Seil oder Kleidung, die man nicht trägt, unter Rumpf und Beine legen. Der Rumpf hat Vorrang.

  3. 3

    Naturmaterial sammeln

    Ohne Matte trockenes Laub, Nadelstreu oder Gras sammeln – deutlich mehr, als zunächst nötig scheint, denn die Schicht wird unter dem Körper stark zusammengedrückt.

  4. 4

    Gegen Feuchtigkeit sperren

    Auf nassem Boden eine Folie oder Plane unter die Isolierschicht legen, damit diese trocken bleibt.

  5. 5

    Probeliegen und nachbessern

    Probeliegen: Wo Kälte durchdringt, besonders an Hüfte und Schultern, Material nachlegen.

Häufige Fehler

  • Sich auf den Schlafsack als Bodenisolierung verlassen
  • Zu dünne Schicht Naturmaterial
  • Feuchtes Laub verwenden
  • Nur den Oberkörper, nicht aber die Hüfte isolieren

Grenzen und Risiken

  • Naturmaterial ist bei Nässe kaum wirksam
  • Ersetzt nicht Wind- und Nässeschutz

Quellen

  1. [1]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

  2. [2]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-ground-insulation

37 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt

Kondenswasser und Belüftung

Atem und Körper geben nachts viel Feuchtigkeit ab, die sich an kalten Innenflächen von Tarp, Zelt oder Biwaksack niederschlägt. Belüftung führt die feuchte Luft ab, bevor sie kondensiert, und hält so Schlafsack und Kleidung trockener.

Unterkünfte nie luftdicht verschließen, um es wärmer zu haben, und darin nie Kocher, Grill oder Feuer betreiben – Kohlenmonoxid- und Erstickungsgefahr.

Über mehrere Nächte durchfeuchtet Kondenswasser die Isolierung des Schlafsacks schleichend und senkt seine Wärmeleistung.

Material

  • Tarp / Plane(optional)
  • Stabile Äste / Stangen(optional) – Zum Offenhalten von Lüftungsöffnungen

Schritte

  1. 1

    Standort beachten

    Senken, Ufernähe und dichte, windstille Stellen meiden, wo sich nachts feuchte Kaltluft sammelt. Ein leichter Luftzug hilft.

  2. 2

    Unten und oben öffnen

    Lüftungsöffnungen des Zelts öffnen bzw. beim Tarp einen Spalt zwischen Kante und Boden lassen und die Enden offen halten.

  3. 3

    Nasses draußen lassen

    Nasse Kleidung und Ausrüstung möglichst nicht im Innenraum trocknen und im Innenraum nicht kochen.

  4. 4

    Nicht in den Schlafsack atmen

    Mund und Nase außerhalb des Schlafsacks halten, damit die Atemfeuchte nicht in die Isolierung gelangt.

  5. 5

    Morgens abwischen und trocknen

    Kondenswasser morgens abwischen und Schlafsack sowie Unterkunft bei Gelegenheit in Sonne oder Wind trocknen.

Feuchte Luft kondensiert an der kalten Innenfläche – Öffnungen unten und oben führen sie abQuerschnitt eines Tarps oder Zelts. Warme, feuchte Luft steigt auf und kondensiert an der kalten Innenfläche. Lüftungsöffnungen unten und oben ermöglichen einen Luftstrom, der die Feuchtigkeit abführt.Lüftung obenZuluft unten1Kondensat an kalter Innenseite2Warme, feuchte Atemluft
Feuchte Luft kondensiert an der kalten Innenfläche – Öffnungen unten und oben führen sie ab

Häufige Fehler

  • Alle Öffnungen schließen, um es wärmer zu haben
  • Kondenswasser für ein Leck halten
  • Im Innenraum kochen
  • Nasse Kleidung im Zelt aufhängen

Grenzen und Risiken

  • Kondensation lässt sich meist nur verringern, nicht verhindern

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-condensation-ventilation

38 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt

Kohlenmonoxid in Zelt und Unterkunft

Kocher, Grills, Generatoren, Holzkohle und Feuer erzeugen Kohlenmonoxid (CO) – ein Gas, das man weder sehen, riechen noch schmecken kann. In Zelten, Unterkünften und geschlossenen Räumen kann es sich unbemerkt zu tödlichen Konzentrationen anreichern. Diese Geräte deshalb nie in solchen Räumen betreiben.

Niemals Kocher, Grill, Generator, Holzkohle oder Feuer in Zelt, Vorzelt, Schneehöhle, Unterkunft, Fahrzeug oder einem anderen geschlossenen Raum betreiben – auch nicht kurz, zum Aufwärmen oder bei geöffnetem Eingang.

Auch abkühlende Holzkohle oder Glut gibt weiter CO ab. Nie einen Grill oder Glutreste zum Wärmen in Zelt oder Raum holen.

Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schwäche, Verwirrtheit oder Schläfrigkeit – besonders wenn mehrere Personen betroffen sind – können auf CO hindeuten: sofort an die frische Luft und den Notruf wählen.

Material

  • Kocher – Nur im Freien betreiben

Schritte

  1. 1

    Nur im Freien betreiben

    Kocher, Grills, Generatoren und Feuer ausschließlich im Freien und mit Abstand zu Zelten, Unterkünften, Fenstern und Lüftungsöffnungen betreiben.

  2. 2

    Wärme anders sichern

    Kälte nicht mit Verbrennung im Innenraum bekämpfen, sondern mit Kleidung, Schlafsack, Bodenisolierung und warmen Getränken, die draußen zubereitet wurden.

  3. 3

    Warnzeichen ernst nehmen

    Bei Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder ungewöhnlicher Schläfrigkeit in der Nähe einer Verbrennungsquelle an CO denken.

  4. 4

    Frische Luft und Notruf

    Sofort an die frische Luft gehen, Betroffene mitnehmen, ohne sich selbst länger der Gefahr auszusetzen, und den Notruf wählen.

Nie im Zelt verbrennen – Kocher nur im Freien, Wärme durch IsolierungLinks durchgestrichen: ein Kocher in einem Zelt, das sich mit unsichtbarem Kohlenmonoxid füllt – auch bei offenem Eingang. Text: Kocher, Grill, Glut und Generator nie in Zelt, Vorzelt, Schneehöhle, Unterkunft oder Fahrzeug. Rechts: geschlossenes Zelt mit Person in Schlafsack auf Isolierung; der Kocher steht mit Abstand im Freien. Warnkasten: CO ist unsichtbar und geruchlos; bei Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit oder Schläfrigkeit sofort an die frische Luft und den Notruf wählen.NIE SOSOCOCOCOCOCOCOCO1auch bei offenem EingangKocher, Grill, Glut, Generator: nie in Zelt,Vorzelt, Schneehöhle, Unterkunft oder Fahrzeug.Abstand2Schlafsack + IsolierungKocher nur im Freien, mit Abstand zuZelt, Fenstern und Lüftungsöffnungen.Wärme durch Kleidung, Schlafsack,Bodenisolierung.CO: UNSICHTBAR, GERUCHLOS – WARNZEICHENKopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Schläfrigkeit → sofort an die frische Luft, Notruf.
Nie im Zelt verbrennen – Kocher nur im Freien, Wärme durch Isolierung

Häufige Fehler

  • Glauben, ein offener Eingang oder ein Lüftungsschlitz mache den Betrieb im Zelt sicher
  • Einen abkühlenden Grill zum Wärmen ins Zelt holen
  • Symptome für Erschöpfung, Höhenbeschwerden oder eine Erkältung halten
  • Sich auf den Geruch verlassen

Grenzen und Risiken

  • Enthält keine Behandlungsanweisungen
  • Keine Grenzwerte oder Expositionszeiten – diese gehören in die Fachliteratur

Quellen

  1. [1]

    World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)

  2. [2]

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

    https://www.bbk.bund.de

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-carbon-monoxide

39 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt

Warm durch die Nacht: Schichten, trockene Kleidung, Schlafsystem

Ob eine Nacht im Freien erträglich ist, entscheidet selten ein einzelnes Ausrüstungsteil, sondern das Zusammenspiel aus Bodenisolierung, Schlafsack, trockener Kleidung, Kopfbedeckung und einem warm begonnenen Abend. Wer trocken und vom Boden isoliert ins Bett geht, schläft deutlich wärmer.

Starkes, anhaltendes Zittern, Verwirrtheit, undeutliche Sprache oder Schläfrigkeit sind Warnzeichen einer Unterkühlung. Nicht abwarten, sondern Schutz suchen, andere wecken und bei Verschlechterung den Notruf wählen.

Keine Kocher, Grills, Holzkohle oder Gasheizer im Zelt oder in der Unterkunft zum Aufwärmen betreiben – Kohlenmonoxid- und Brandgefahr.

Wer eine Flasche mit heißem Wasser als Wärmflasche nutzt: nur dicht schließende, dafür geeignete Flaschen, in Stoff eingewickelt, nie direkt auf der Haut – Verbrühungs- und Verbrennungsgefahr, besonders bei Kindern und Menschen mit vermindertem Empfinden.

Material

  • Isomatte – Wichtiger als oft angenommen
  • Trockene Wechselkleidung – Trockene Schlafkleidung, Socken, Mütze
  • Doppelwandige Isolierflasche(optional) – Für ein warmes Getränk
  • Rettungsdecke(optional)
  • Rucksack(optional) – Als zusätzliche Isolierung unter den Beinen

Schritte

  1. 1

    Boden zuerst

    Isomatte auf ebenem, trockenem Untergrund auslegen. Bei Kälte zusätzliche Isolierung unter Hüfte und Schultern legen, etwa Rucksack oder zweite Matte.

  2. 2

    Trockene Kleidung anziehen

    Feuchte oder verschwitzte Kleidung vor dem Schlafen gegen trockene Schlafkleidung und trockene Socken tauschen. Mütze aufsetzen.

  3. 3

    Warm ins Bett gehen

    Vor dem Hineinlegen etwas essen und trinken, gegebenenfalls ein warmes Getränk, und sich mit leichter Bewegung aufwärmen, ohne zu schwitzen. Vor dem Schlafen die Blase entleeren.

  4. 4

    Schichten sinnvoll einsetzen

    Trockene isolierende Kleidung kann im Schlafsack getragen werden. Nicht so viel anziehen, dass der Schlafsack eng wird und seine Füllung zusammengedrückt wird. Nasse Jacken bleiben außerhalb.

  5. 5

    Nicht in den Schlafsack atmen

    Kapuze zuziehen, aber Mund und Nase draußen lassen – Atemfeuchtigkeit durchnässt die Isolierung. Für etwas Belüftung der Unterkunft sorgen.

  6. 6

    In der Nacht nachsteuern

    Wird es kalt, eine Schicht ergänzen oder kurz Muskeln anspannen. Wer schwitzt, eine Schicht ablegen. In der Gruppe aufeinander achten.

  7. 7

    Morgens trocknen

    Schlafsack bei Gelegenheit lüften und trocknen, damit er in der nächsten Nacht wieder voll isoliert.

Häufige Fehler

  • Dicken Schlafsack, aber dünne oder keine Isomatte
  • In verschwitzter Tageskleidung schlafen
  • Ausgekühlt in den Schlafsack steigen
  • Den Kopf in den Schlafsack stecken und hineinatmen
  • Schlafsack mit zu viel Kleidung vollstopfen
  • Zum Aufwärmen einen Kocher im Zelt betreiben

Grenzen und Risiken

  • Kein Ersatz für ausreichende Ausrüstung
  • Keine Temperaturangaben – zu stark von Person und Ausrüstung abhängig
  • Keine Behandlung von Unterkühlung

Quellen

  1. [1]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

  2. [2]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

  3. [3]

    World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-staying-warm-overnight

40 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt

Schutz vor Hitze und Sonne

In Hitze schützt eine Unterkunft vor allem vor direkter Sonne und heißem Boden. Schatten mit Luftzirkulation, Abstand vom aufgeheizten Untergrund und Ruhe in der Mittagszeit senken Wärmebelastung und Wasserverlust. Ein geschlossenes, dunkles Zelt in der Sonne kann dagegen gefährlich heiß werden.

Verwirrtheit, Kollaps, Krampfanfälle oder heiße Haut bei starker Hitzebelastung können auf einen Hitzschlag hinweisen – ein lebensbedrohlicher Notfall. Sofort den Notruf wählen.

Geschlossene Zelte und Fahrzeuge heizen sich in der Sonne stark auf. Kinder, gefährdete Personen und Tiere nie darin zurücklassen.

Trockene Flussbetten und Senken können bei Gewittern – auch weit entfernten – plötzlich überflutet werden. Dort keinen Schatten- oder Schlafplatz einrichten.

Material

  • Tarp / Plane – Möglichst hell oder reflektierend nach oben
  • Paracord – Zum Abspannen
  • Trekkingstöcke(optional)
  • Stabile Äste / Stangen(optional)
  • Rettungsdecke(optional) – Als zusätzliche reflektierende Lage
  • Isomatte(optional) – Als Unterlage gegen heißen Boden

Schritte

  1. 1

    Früh handeln

    Schatten einrichten, bevor die Mittagshitze einsetzt. In der heißesten Tageszeit ruhen und Anstrengung in die kühleren Stunden verlegen.

  2. 2

    Platz wählen

    Natürlichen Schatten nutzen, wenn vorhanden. Sonst einen Platz mit etwas Luftbewegung wählen, abseits von Senken und trockenen Flussbetten.

  3. 3

    Sonnendach spannen

    Tarp oder Tuch so hoch und geneigt spannen, dass es Schatten auf den Liegeplatz wirft und Luft darunter durchziehen kann. Die Seiten offen lassen.

  4. 4

    Wenn möglich doppelt

    Mit zweitem Tuch oder Rettungsdecke eine zweite Lage mit Luftspalt darüber oder darunter spannen.

  5. 5

    Vom heißen Boden fernhalten

    Nicht direkt auf heißem Sand oder Fels liegen. Isomatte, Rucksack oder Kleidung unterlegen; tiefere, schattige Bodenschichten sind kühler als die Oberfläche.

  6. 6

    Körper schützen

    Kopfbedeckung und bedeckende, luftige Kleidung tragen. Wasser regelmäßig trinken und Warnzeichen bei sich und anderen beobachten.

  7. 7

    Schatten nachführen

    Der Schatten wandert mit der Sonne. Ausrichtung oder Liegeplatz im Lauf des Tages anpassen.

Häufige Fehler

  • Das Tarp flach und tief über dem Körper spannen, sodass sich Hitze staut
  • Im geschlossenen Zelt in der Sonne ruhen
  • Direkt auf heißem Sand oder Fels liegen
  • In trockenen Flussbetten Schatten suchen
  • Erst bei starker Erschöpfung Schatten einrichten
  • Kleidung ablegen und dadurch mehr Sonne und Wasserverlust riskieren

Grenzen und Risiken

  • Keine Temperaturangaben zur Schattenwirkung
  • Keine Behandlung von Hitzeerkrankungen
  • Kein Ersatz für ausreichend Wasser

Quellen

  1. [1]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-heat-protection

41 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt

Schlafen auf Schnee: Isolierung von unten

Auf Schnee entzieht der Boden dem Körper die ganze Nacht Wärme. Entscheidend sind zwei Matten oder eine Matte für Winterbedingungen, trockene Kleidung, Schuhinnenschuhe und Trinkflasche vor dem Frost geschützt und ein Schlafsystem, das man vorher getestet hat.

Starkes Zittern, Verwirrtheit, Ungeschicklichkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit können Zeichen einer Unterkühlung sein. Dann nicht abwarten: die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen und die Person vor weiterem Wärmeverlust schützen.

Eine aufblasbare Matte kann nachts Luft verlieren; eine Schaummatte darunter isoliert auch dann weiter. Ein Reparaturset gehört dazu.

Kocher, Heizgeräte, Grills und Kerzen nie im Zelt, Vorzelt oder einer geschlossenen Unterkunft betreiben – Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.

Material

  • Isomatte – Am besten eine geschlossenzellige Schaummatte unter einer aufblasbaren
  • Schlafsack
  • Trockene Wechselkleidung
  • Rucksack(optional) – Unter die Füße als zusätzliche Isolierung

Schritte

  1. 1

    Unterlage glätten

    Liegefläche festtreten und glätten, damit keine Mulden und Kanten entstehen.

  2. 2

    Matten stapeln

    Schaummatte unten, aufblasbare Matte oben. Rucksack oder Seil unter die Füße legen, wenn die Matten kurz sind.

  3. 3

    Trockene Schlafkleidung

    Vor dem Schlafen in trockene Kleidung wechseln, Mütze aufsetzen; feuchte Socken nicht im Schlafsack tragen.

  4. 4

    Gegenstände vor Frost schützen

    Innenschuhe, Batterien und eine Flasche mit Wasser in den Schlafsack oder in den Fußbereich nehmen, damit sie nicht einfrieren.

  5. 5

    Warm ins Bett

    Vor dem Hinlegen essen und sich kurz bewegen, ohne ins Schwitzen zu kommen.

  6. 6

    Nachts nachsteuern

    Wer friert, legt zusätzliche Kleidung unter oder über sich und prüft, ob die Matte noch Luft hat.

Häufige Fehler

  • Nur eine dünne Matte
  • Feuchte Kleidung im Schlafsack
  • Trinkflasche draußen gelassen – morgens gefroren
  • Mit dem Gesicht in den Schlafsack geatmet
  • Matte erst auf Tour kennengelernt

Grenzen und Risiken

  • Keine Empfehlung konkreter R-Werte für bestimmte Temperaturen
  • Kein Ersatz für Erfahrung im Winterbiwak

Quellen

  1. [1]

    The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition

  2. [2]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-sleeping-on-snow

42 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt

Trocken bleiben im Dauerregen: Nass- und Trockenzone

Bei mehreren Regentagen entscheidet die Routine, ob Schlafsack und Schlafkleidung trocken bleiben. Grundregel: eine konsequente Trennung von nasser Ausrüstung (Vorzelt, außen) und trockenem Schlafsystem (innen, verpackt), ein Satz Kleidung nur für die Nacht und Packsäcke für alles, was trocken bleiben muss.

Starkes Zittern, Verwirrtheit, Ungeschicklichkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit können Zeichen einer Unterkühlung sein. Dann nicht abwarten: die örtliche Notrufnummer (112 in der EU) wählen und die Person vor weiterem Wärmeverlust schützen.

Kocher, Heizgeräte, Grills und Kerzen nie im Zelt, Vorzelt oder einer geschlossenen Unterkunft betreiben – Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.

Bei anhaltendem Regen steigen Bäche schnell. Nicht in Rinnen, Senken oder Bachnähe lagern und Hochwasserwarnungen beachten.

Material

  • Packsack (wasserdicht) – Für Schlafsack und Schlafkleidung
  • Reißfester Müllsack (groß)(optional) – Als Rucksack-Innensack
  • Regen- und Windjacke
  • Tarp / Plane(optional) – Als zusätzliches Dach für Kochen und Packen im Freien

Schritte

  1. 1

    Innen wasserdicht packen

    Schlafsack, Schlafkleidung und Elektronik in Packsäcke oder einen Innensack; der Rucksack selbst ist nicht wasserdicht.

  2. 2

    Schnell und überlegt aufbauen

    Wenn möglich zuerst Tarp oder Außenzelt aufbauen, dann darunter auspacken.

  3. 3

    Zonen festlegen

    Vorzelt bzw. Rand unter dem Tarp ist die nasse Zone (Schuhe, Regenjacke, nasser Rucksack). Innen ist die trockene Zone.

  4. 4

    Kleidung wechseln

    Nasse Tageskleidung ausziehen, Schlafkleidung anziehen. Morgens wieder in die (feuchte) Tageskleidung – die Schlafkleidung bleibt trocken verpackt.

  5. 5

    Lüften

    Lüftungen offen halten und Kondenswasser mit einem Tuch abwischen, bevor es tropft.

  6. 6

    Trockenpausen nutzen

    Regenpausen und Wind nutzen, um Schlafsack und Kleidung auszulüften.

Häufige Fehler

  • Nasse Kleidung mit ins Innenzelt
  • Schlafkleidung tagsüber getragen
  • Schlafsack ohne Packsack im Rucksack
  • Lager in einer Senke

Grenzen und Risiken

  • Keine Aussagen zur Wasserdichtheit bestimmter Produkte
  • Ersetzt nicht den Rückzug bei Unwetter

Quellen

  1. [1]

    Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update

  2. [2]

    Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-wet-camp

43 · Klima in der Unterkunft · Fachliche Prüfung folgt

Schutz vor Stechmücken: Moskitonetz über dem Schlafplatz

In Gebieten mit vielen Stechmücken oder mit durch Insekten übertragenen Krankheiten ist ein Moskitonetz über dem Schlafplatz ein wichtiger Schutz. Es wird an einer Leine oder einem Punkt aufgehängt, ohne Lücken unter Matte oder Bodenplane eingeschlagen und darf den Körper nicht berühren, weil Mücken durch das Netz stechen können.

In Gebieten mit Malaria, Dengue oder anderen durch Insekten übertragenen Krankheiten vor der Reise reisemedizinischen Rat einholen. Bei Fieber nach einem Aufenthalt dort ärztliche Hilfe suchen und die Reise erwähnen.

Netze sind brennbar: keine Kerzen, Räucherspiralen oder Kocher in der Nähe.

Insektenschutzmittel und imprägnierte Netze nur nach Herstellerangabe verwenden; bei Kindern und in der Schwangerschaft die Hinweise besonders beachten.

Material

  • Moskitonetz
  • Paracord – Aufhängeleine
  • Tarp / Plane(optional) – Regendach über dem Netz

Schritte

  1. 1

    Netz prüfen

    Auf Löcher prüfen und kleine Risse mit Klebeband oder Nadel und Faden schließen.

  2. 2

    Aufhängen

    An einer Leine, am Tarpfirst oder an einem Ast aufhängen, sodass es weit genug über dem Gesicht hängt.

  3. 3

    Einschlagen

    Die Ränder rundum unter Matte oder Bodenplane einschlagen oder beschweren – ohne Lücken.

  4. 4

    Schnell hinein

    Vor dem Hineingehen nach Insekten im Netz suchen, schnell hineinschlüpfen und sofort schließen.

  5. 5

    Abstand halten

    Darauf achten, dass Arme und Füße das Netz nachts nicht berühren.

Häufige Fehler

  • Netz berührt die Haut
  • Ränder nicht eingeschlagen
  • Netz erst nach Einbruch der Dämmerung aufgehängt
  • Löcher ignoriert

Grenzen und Risiken

  • Keine medizinische Beratung zu Prophylaxe oder Mitteln
  • Keine Angaben zu Maschenweiten

Quellen

  1. [1]

    Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel

Rev. 1 · Online-Fassung: https://survivebetter.com/de/explore/shelter/shelter-insect-net