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Wasser
Finden, aufbereiten, speichern
SurviveBetter · Stand 2026-10-12 · 48 Einträge
Sauberes Trinkwasser ist eine der ersten Prioritäten. Diese Wissenswelt trennt konsequent zwischen Klären, Filtern und Desinfizieren – denn kein einzelnes Verfahren entfernt alles.
01 · Wasserquellen finden · Fachliche Prüfung folgt
Wasserquellen finden und einschätzen
Wasser findet sich dort, wo es sich sammelt oder austritt: in Senken, Talböden, an Quellen und in Niederschlag. Jede Quelle in der Natur ist bis zum Beweis des Gegenteils als mikrobiologisch belastet zu behandeln; die Einschätzung der Umgebung entscheidet zusätzlich, ob chemische Belastung zu befürchten ist.
Klares, kaltes oder schnell fließendes Wasser ist nicht automatisch sicher. Wasser aus der Natur immer aufbereiten.
Wasser unterhalb von Industrie, Bergbau, Deponien, intensiver Landwirtschaft, Straßen oder aus Hochwasser kann Chemikalien enthalten, die keine Feldmethode zuverlässig entfernt. Eine andere Quelle wählen.
Steile Ufer, Eis, Hochwasser und Schluchten nach Regenfällen sind Unfallgefahren – Wasserholen nicht auf Kosten der eigenen Sicherheit.
Schritte
1
Karte und Gelände lesen
Suche auf der Karte Bäche, Quellen, Seen und Talböden. Im Gelände geben Senken, grüne Vegetationsinseln und zusammenlaufende Täler Hinweise.
2
Quellen nach Risiko ordnen
Bevorzuge in dieser Reihenfolge: gesammelten Niederschlag aus sauberen Auffangflächen, gefasste Quellen am Austritt, fließendes Wasser, stehendes Wasser. Meide Wasser mit Ölfilm, ungewöhnlichem Geruch, Schaum, toten Tieren oder auffälliger Färbung.
3
Umgebung prüfen
Prüfe, was oberhalb liegt: Siedlungen, Weidevieh, Straßen, Industrie, Bergbau, Felder. Bei Verdacht auf chemische Belastung eine andere Quelle suchen.
4
Sauber schöpfen
Schöpfe aus der klarsten Stelle, ohne Bodensatz aufzuwirbeln, und halte Behälter für Roh- und aufbereitetes Wasser getrennt.
Häufige Fehler
×Klares Wasser für sicher halten
×Direkt unterhalb von Weiden, Siedlungen oder Lagerplätzen schöpfen
×Den Rohwasserbehälter auch für aufbereitetes Wasser verwenden
×Kräfte für eine unsichere Quelle verbrauchen, statt eine bessere zu suchen
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keine Wasseranalyse
–Chemische Belastung ist oft weder sichtbar noch riechbar
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
[3]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
02 · Wasserquellen finden · Fachliche Prüfung folgt
Regenwasser sammeln
Mit einer Plane, Folie oder sauberen Dachfläche lässt sich bei Regen schnell viel Wasser auffangen. Regenwasser ist meist arm an Schwebstoffen, wird aber durch Auffangfläche, Rinnen und Behälter verunreinigt und muss deshalb aufbereitet werden.
Aufgefangenes Regenwasser vor dem Trinken desinfizieren: Vogelkot, Staub und Rückstände der Auffangfläche gelangen ins Wasser.
Keine Auffangflächen oder Behälter verwenden, die Chemikalien, Kraftstoff, Holzschutzmittel oder Schwermetalle abgeben können.
Baumwolltuch / T-Shirt(optional) – Als Grobfilter am Einlauf
Schritte
1
Fläche aufspannen
Spanne Plane oder Folie so auf, dass sie zu einer Ecke oder Mitte hin abfällt. Ein kleiner Stein oder eine Schnur an der tiefsten Stelle lenkt das Wasser gezielt.
2
Behälter platzieren
Stelle einen sauberen, lebensmittelechten Behälter unter den Ablauf; ein Tuch am Einlauf hält Blätter und Insekten zurück.
3
Erstes Wasser verwerfen
Lass die ersten Minuten des Regens ablaufen, ohne sie aufzufangen, oder spüle die Fläche vorher mit sauberem Wasser ab.
4
Aufbereiten und abdecken
Decke den Behälter ab und desinfiziere das Wasser vor dem Trinken, zum Beispiel durch Abkochen oder Chlorung.
03 · Wasserquellen finden · Fachliche Prüfung folgt
Wasser aus Schnee und Eis
Schnee und Eis lassen sich schmelzen, kosten dafür aber viel Brennstoff und Zeit. Gefrieren tötet Krankheitserreger nicht zuverlässig ab – Schmelzwasser muss wie jedes andere Naturwasser aufbereitet werden.
Kocher niemals im Zelt, in Schneehöhlen oder geschlossenen Unterkünften betreiben – Kohlenmonoxidvergiftung kann ohne Vorwarnung tödlich sein.
Schmelzwasser aus Schnee oder Eis vor dem Trinken desinfizieren; Gefrieren macht Wasser nicht keimfrei.
Schnee nicht in größeren Mengen essen: Er kühlt den Körper aus und ersetzt kein aufbereitetes Wasser.
Material
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)
Kocher – Nur im Freien oder gut belüftet betreiben
Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl(optional)
Trockenes Brennholz(optional)
Einwandige Edelstahlflasche(optional)
Schritte
1
Schnee oder Eis auswählen
Nimm sauberen, unverfärbten Schnee abseits von Wegen, Lagerplätzen und Tierspuren oder klares Eis. Bevorzuge Eis, wenn es sicher erreichbar ist.
Eis auf Gewässern nur betreten, wenn seine Tragfähigkeit sicher ist.
2
Mit Wasser anfangen
Gib, wenn möglich, etwas Wasser in den Topf, bevor du Schnee hinzufügst, und stelle den Kocher im Freien windgeschützt auf.
3
Nach und nach nachfüllen
Füge Schnee in kleinen Portionen hinzu und rühre um, statt den Topf auf einmal zu füllen.
4
Desinfizieren
Bringe das Schmelzwasser zum sprudelnden Kochen (siehe Abkochen) oder desinfiziere es mit einem anderen geeigneten Verfahren.
5
Vor erneutem Gefrieren schützen
Bewahre Wasser nahe am Körper oder isoliert auf; Flaschen mit dem Deckel nach unten lagern, da Wasser von oben gefriert.
Schnee schmelzen in drei Schritten – Schmelzwasser bleibt Rohwasser
Häufige Fehler
×Schnee essen statt schmelzen
×Topf mit trockenem Schnee füllen und anbrennen lassen
×Brennstoffbedarf unterschätzen
×Schmelzwasser unbehandelt trinken
×Kocher im Zelt benutzen
Grenzen und Risiken
–Ohne Brennstoff oder Sonne kaum praktikabel
–Entfernt keine Chemikalien
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel – Water Disinfection
[3]
World Health Organization, Regional Office for Europe (2010): WHO guidelines for indoor air quality: selected pollutants (carbon monoxide chapter)
04 · Wasserquellen finden · Fachliche Prüfung folgt
Wasser in trockenen Regionen: Planung und Grenzen
In Wüsten und Trockengebieten ist Wasser vor allem eine Frage der Planung: Wer unterwegs auf Quellen hofft, geht ein hohes Risiko ein. Improvisierte Methoden wie Solardestille oder Pflanzenbeutel liefern meist nur wenig. Wasserverlust zu begrenzen ist oft wirksamer, als neues Wasser zu finden.
Plane so, dass du das Ziel oder eine bekannte, verlässliche Wasserstelle mit dem mitgeführten Wasser sicher erreichst – mit Reserve. Ausgetrocknete Wasserstellen sind in Trockengebieten häufig.
Verwirrtheit, Erbrechen, Kollaps oder stark veränderte Hautwärme bei Hitze können auf eine lebensbedrohliche Hitzeerkrankung hinweisen – sofort Notruf.
Vorhandenes Wasser nicht aus Sparsamkeit bis zur Erschöpfung zurückhalten. Wasserverlust durch Schatten und Ruhe senken statt Trinkmenge so weit zu kürzen, dass Urteilsvermögen und Leistung leiden.
Kein Urin, kein Meerwasser, kein Alkohol, kein Kühlwasser aus Fahrzeugen und keine Pflanzensäfte unbekannter Pflanzen trinken.
Schritte
1
Wasser vorab planen
Ermittle vor der Tour verlässliche Wasserstellen aus aktuellen Quellen (Behörden, Parkverwaltung, Ortskundige). Plane die Tagesetappen nach dem Wasser, nicht umgekehrt, und nimm eine Reserve mit.
2
Route hinterlegen
Hinterlege Route und Rückkehrzeit bei einer verlässlichen Person. In abgelegenen Gebieten ein Kommunikationsmittel mitführen, das dort funktioniert.
3
Verlust senken
Bewege dich in den kühleren Morgen- und Abendstunden, ruhe in der Mittagshitze im Schatten und trage bedeckende, luftige Kleidung und Kopfbedeckung. Nicht direkt auf heißem Boden sitzen oder liegen.
4
Bei Fahrzeugpanne beim Fahrzeug bleiben
Ein Fahrzeug ist leichter zu finden als ein Mensch und spendet Schatten. Ohne sicheren Plan und bekannte nahe Wasserstelle das Fahrzeug nicht zu Fuß verlassen.
5
Wasser suchen mit realistischen Erwartungen
Wasser sammelt sich am ehesten an der Außenseite von Flussbiegungen trockener Täler, am Fuß von Felswänden und in schattigen Felsmulden. Jedes gefundene Wasser aufbereiten.
Häufige Fehler
×Auf unbestätigte Wasserstellen vertrauen
×Eine Solardestille oder Pflanzenbeutel als Wasserversorgung einplanen
×In der Mittagshitze laufen oder graben
×Kleidung ausziehen, um sich zu kühlen, und dadurch mehr Wasser verlieren
×Ein liegengebliebenes Fahrzeug ohne Plan verlassen
×Wasser bis zur Erschöpfung horten
Grenzen und Risiken
–Keine Literangaben für Hitze – stark individuell
–Kein Ersatz für Ortskenntnis und aktuelle Informationen
–Keine medizinische Anleitung zu Hitzeerkrankungen
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
05 · Wasserquellen finden · Fachliche Prüfung folgt
Tau, Kondensation und Pflanzenbeutel: Möglichkeiten und Grenzen
Tau aufwischen, Kondenswasser sammeln oder einen Plastikbeutel über belaubte Zweige stülpen – diese Methoden werden oft empfohlen, liefern aber meist nur kleine, unsichere Mengen. Sie können eine Notlage ergänzen, ersetzen aber keine echte Wasserquelle, und Pflanzen bergen eigene Risiken.
Pflanzenbeutel nur an Pflanzen verwenden, die sicher als ungiftig bekannt sind. Giftstoffe können ins gesammelte Wasser gelangen. Dieser Atlas gibt bewusst keine Pflanzenbestimmung.
Nicht auf diese Methoden als Hauptversorgung setzen. Der Ertrag ist oft deutlich geringer als erhofft.
Tau von Pflanzen und Oberflächen sowie Wasser aus Pflanzenbeuteln kann durch Tiere, Staub und Oberflächen verunreinigt sein. Wenn möglich aufbereiten.
Keine Pflanzensäfte, Milchsäfte oder Flüssigkeiten aus Kakteen oder unbekannten Pflanzen trinken.
Material
Kunststofffolie / großer Müllsack(optional) – Klarer, sauberer Beutel oder Folie, nie aus Chemikalien- oder Müllverpackung
Baumwolltuch / T-Shirt(optional) – Zum Aufwischen von Tau
Schritte
1
Zuerst echte Quellen prüfen
Prüfe zuerst, ob Regenwasser, Schnee oder eine Quelle erreichbar sind und der Aufwand verhältnismäßig ist.
2
Tau aufwischen
Am frühen Morgen Tau mit einem sauberen Tuch von Gras oder sauberen Oberflächen aufnehmen und in ein Gefäß auswringen. Die Sammelzeit endet, sobald die Sonne den Tau verdunstet.
3
Pflanzenbeutel nur bei sicher ungiftigen Pflanzen
Einen sauberen, klaren Beutel über einen belaubten, besonnten Zweig stülpen, die Öffnung dicht verschließen und eine Ecke tiefer hängen lassen, damit sich Wasser sammelt.
Keine Pflanzen verwenden, die nicht sicher als ungiftig bekannt sind.
4
Sammeln und aufbereiten
Wasser vorsichtig abgießen, ohne Pflanzenteile mitzunehmen. Schmeckt es bitter oder ungewöhnlich, verwerfen. Wenn möglich aufbereiten.
Häufige Fehler
×Die Methode als Hauptversorgung einplanen
×Unbekannte Pflanzen verwenden
×Gebrauchte Müllsäcke oder Chemikalienverpackungen als Beutel nehmen
×In der Hitze viel Energie für wenig Ertrag aufwenden
×Pflanzensäfte oder Kakteenflüssigkeit trinken
Grenzen und Risiken
–Keine Mengenangaben – Ertrag stark situationsabhängig
–Keine Pflanzenbestimmung
–Gesammeltes Wasser ist nicht automatisch sicher
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
06 · Wasserquellen finden · Fachliche Prüfung folgt
Wasser in trockenen Flussbetten ergraben
In ausgetrockneten Bach- und Flussbetten kann unter der Oberfläche noch Wasser im Sand oder Kies stehen – am ehesten an der Außenseite von Biegungen und an den tiefsten Stellen. Graben kostet Schweiß und bringt oft nichts; gefundenes Wasser ist Rohwasser und muss aufbereitet werden. Trockene Flussbetten sind außerdem Sturzflutgebiete.
Trockene Flussbetten können sich bei Regen weit flussaufwärts innerhalb von Minuten mit Wasser füllen – auch bei blauem Himmel vor Ort. Nie im Flussbett lagern oder schlafen; bei Rauschen, steigendem Wasser oder Gewittern sofort ans höher gelegene Ufer.
Graben in der Hitze kann mehr Wasser kosten, als das Loch liefert. Nur in kühlen Tageszeiten oder im Schatten graben und abbrechen, wenn nach angemessener Tiefe kein feuchter Boden erscheint.
Gesammeltes oder gegrabenes Wasser ist Rohwasser. Es muss vor dem Trinken desinfiziert werden – abkochen oder ein geeignetes Filter- plus Desinfektionsverfahren. Gegen Chemikalien und Salz hilft keines davon zuverlässig.
Material
Kleine Schaufel (Trowel)(optional) – Oder flacher Stein, Stock, Topfdeckel
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)(optional) – Zum Schöpfen und Abkochen
Baumwolltuch / T-Shirt(optional) – Zum Vorklären
Schritte
1
Gelände lesen
Suche die Außenseite einer Biegung, den tiefsten Punkt des Betts oder Stellen mit grüner Vegetation und dunklem, feuchtem Sand. Achte auf Tierspuren, die zu feuchten Stellen führen.
2
Wetter prüfen
Prüfe vor dem Graben, ob flussaufwärts Regen oder Gewitter möglich sind, und lege einen Fluchtweg ans hohe Ufer fest.
Bei Gewittergefahr nicht im Flussbett arbeiten.
3
Probeloch graben
Grabe ein Loch, bis der Boden deutlich feucht wird. Bleibt er trocken, an anderer Stelle versuchen oder aufgeben, statt immer tiefer zu graben. Lockere Wände nicht unterhöhlen.
4
Nachsickern lassen
Warte, bis sich Wasser im Loch sammelt und Schwebstoffe absinken. Das erste trübe Wasser kann abgeschöpft und verworfen werden.
5
Vorsichtig schöpfen
Schöpfe das obere, klarste Wasser ab, ohne den Grund aufzuwirbeln, und gieße es durch ein Tuch in einen Rohwasserbehälter.
6
Aufbereiten
Desinfiziere das Wasser: abkochen oder filtern und anschließend chemisch desinfizieren. Erst dann trinken.
Häufige Fehler
×Im Flussbett übernachten
×In der Mittagshitze graben
×Immer tiefer graben, obwohl der Boden trocken bleibt
×Das Wasser ungefiltert und ungekocht trinken
×Flussbetten unterhalb von Siedlungen oder Bergbau nutzen
Grenzen und Risiken
–Kein Wasser bei tief abgesunkenem Grundwasser
–Entfernt keine Krankheitserreger, Chemikalien oder Salz
–Wasser kann salzig oder mineralisch belastet sein
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
[3]
NOAA National Weather Service (USA): Turn Around Don't Drown
07 · Wasserquellen finden · Fachliche Prüfung folgt
Sickerbrunnen am Ufer (Uferfiltrat)
Ein Loch einige Schritte neben einem schlammigen Teich, See oder Fluss füllt sich mit Wasser, das durch den Boden gesickert ist. Es ist meist deutlich klarer als das offene Gewässer – aber nicht keimfrei und nicht chemisch gereinigt. Der Sickerbrunnen ist eine Vorklärung, keine Aufbereitung.
Klares Sickerwasser ist nicht automatisch trinkbar: Bakterien, Viren und gelöste Stoffe können den Boden passieren. Immer anschließend desinfizieren.
Bei Ölfilm, Schaum, chemischem Geruch, toten Fischen oder Industrie, Landwirtschaft oder Abwasser in der Nähe hilft auch das Uferfiltrat nicht – andere Quelle suchen.
Nicht an unterspülten oder steilen Uferkanten graben; Absturz- und Ertrinkungsgefahr.
08 · Wasserquellen finden · Fachliche Prüfung folgt
Kleine Quellen und Rinnsale sauber fassen
Aus einer schwachen Quelle oder einem Rinnsal lässt sich mit einem Blatt, einem Stück Rinde oder einem Schlauch als Ausguss sauber Wasser abfüllen, ohne Schlamm aufzuwirbeln. Quellwasser ist oft klarer als Bachwasser, aber nicht automatisch sicher – es wird wie jedes Rohwasser aufbereitet.
Auch klares, kaltes Quellwasser kann durch Oberflächenwasser, Tiere oder Menschen oberhalb verunreinigt sein. Vor dem Trinken desinfizieren.
Schilder wie ‘Kein Trinkwasser’ an Brunnen und Quellen ernst nehmen. Eingriffe in Quellen in Schutzgebieten können verboten sein – lokale Regeln prüfen.
Material
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter) – Als Rohwasserbehälter markieren
Prüfe, was oberhalb liegt: Weiden, Hütten, Wege, Straßen, Bergbau. Je mehr Nutzung oberhalb, desto wichtiger eine gründliche Aufbereitung.
2
Austritt freilegen
Entferne vorsichtig Laub und lose Erde direkt am Austritt. Warte, bis sich aufgewirbelter Schlamm abgesetzt hat.
3
Ausguss einsetzen
Drücke ein sauberes, großes Blatt, ein Stück Rinde oder einen Schlauch so in den Austritt, dass das Wasser darüber in einem Strahl abläuft. Nur bekannte, unbedenkliche Materialien nutzen.
4
Abfüllen
Halte den Rohwasserbehälter unter den Strahl, ohne Boden oder Ausguss mit der Öffnung zu berühren.
5
Aufbereiten
Desinfiziere das Wasser, bevor du es trinkst. Hinterlasse die Stelle, wie du sie vorgefunden hast.
Häufige Fehler
×Quellwasser grundsätzlich für sicher halten
×Am Austritt Schlamm aufwirbeln
×Mit dem Flaschenhals den Boden berühren
×Schilder an Brunnen ignorieren
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keine Desinfektion
–Keine Aussage über Chemikalien oder natürliche Mineralbelastung
Quellen
[1]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
09 · Wasserquellen finden · Fachliche Prüfung folgt
Süßwasser an der Küste finden
An der Küste ist Wasser überall – trinkbar ist davon fast nichts. Meerwasser darf nie getrunken werden. Süßwasser kommt hier aus Regen, aus Bächen oberhalb des Gezeiteneinflusses und manchmal aus Sickerlöchern hinter den Dünen. Brackiges, salzig schmeckendes Wasser bleibt salzig, egal wie es gefiltert wird.
Niemals Meerwasser trinken, auch nicht in kleinen Mengen oder gemischt. Es verstärkt den Wassermangel des Körpers.
Flussmündungen, Lagunen und Strandlöcher können brackig sein. Schmeckt Wasser salzig, nicht trinken. Filter, Chlor, UV und Abkochen entfernen kein Salz.
Beim Suchen und Graben am Strand auf die Flut achten – Abschneiden durch steigendes Wasser und Wellen sind eine reale Gefahr.
Spanne bei jeder Regenchance Planen oder Folien und fange Wasser in sauberen Behältern auf. Das ist an der Küste oft die beste Quelle.
2
Bäche oberhalb der Flutlinie
Folge Bächen landeinwärts über die Spuren der höchsten Flut (Treibgut, Seetanglinie) hinaus und schöpfe dort.
3
Hinter den Dünen graben
Fehlt beides, grabe in einer Senke hinter der ersten Dünenreihe, bis Wasser einsickert. Nur die obersten Zentimeter abschöpfen und Geschmack auf Salz prüfen.
Salzig schmeckendes Wasser verwerfen.
4
Aufbereiten
Desinfiziere jedes gefundene Süßwasser. Bei Verdacht auf Öl, Abwasser oder Hafenbetrieb andere Quelle suchen.
5
Verlust begrenzen
Schatten suchen, Anstrengung in kühle Zeiten legen und nicht mit Meerwasser ‘strecken’.
Häufige Fehler
×Meerwasser in kleinen Mengen trinken
×Wasser direkt an der Bachmündung schöpfen
×Filtern für Entsalzen halten
×Zu tief graben und ins Salzwasser stoßen
×Flut beim Graben vergessen
Grenzen und Risiken
–Keine Garantie auf Süßwasser hinter Dünen
–Keine Entfernung von Salz außer durch Destillation
–Küstengewässer können chemisch belastet sein
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
10 · Wasserquellen finden · Fachliche Prüfung folgt
Wasser im Gebirge: Bäche, Schmelzwasser und Gletscherabflüsse
Im Gebirge wirkt Wasser oft rein, doch Weidevieh, Wildtiere, Hütten und Menschen oberhalb können es verunreinigen. Gletscherbäche führen feinen Gesteinsmehl-Schluff, der Filter verstopft, und schwellen im Tagesverlauf an. Wasser an sicheren Stellen fassen, vorklären und aufbereiten; Gletscher und Bachbetten nur mit passender Erfahrung betreten.
Gletscher und Gletschertore sind gefährlich: Spalten, Eisschlag und plötzliche Wasserausbrüche. Für Wasser nicht auf Gletscher oder unter Eisüberhänge gehen.
Schmelzwasserbäche führen nachmittags oft deutlich mehr Wasser als morgens, Gewitter lassen sie rasch anschwellen. Nicht auf nassen Felsen am Ufer balancieren; Querungen am Morgen planen.
Auch klares Bergwasser kann Erreger enthalten. Aufbereiten – besonders unterhalb von Hütten, Almen, Weidevieh und viel begangenen Wegen.
Faltkanister oder Wassersack(optional) – Zum Absetzen von Gletscherwasser
Schritte
1
Wasserstellen planen
Markiere auf der Karte Quellen, Bäche und Hütten. Kläre, ob Hütten Trinkwasser abgeben und ob Bäche im Sommer trockenfallen.
2
Entnahmestelle wählen
Bevorzuge Quellen am Austritt oder schnell fließende Seitenbäche oberhalb von Wegen, Hütten und Weiden. Meide stehende Tümpel mit Viehspuren.
3
Sicher entnehmen
Fülle an einer flachen, standfesten Uferstelle. Nicht auf glitschigen Steinen balancieren und nie am Rand von Schneebrücken.
4
Gletscherwasser absetzen
Milchiges Gletscherwasser in einem Gefäß stehen lassen und die klarere obere Schicht abgießen, bevor es gefiltert oder desinfiziert wird.
5
Aufbereiten
Filtern und chemisch desinfizieren, mit UV (nur bei klarem Wasser) behandeln oder abkochen. In großer Höhe kocht Wasser bei niedrigerer Temperatur – Abkochhinweise der Behörden beachten.
Häufige Fehler
×Klares Bergwasser ungeprüft trinken
×Unterhalb einer Alm Wasser schöpfen
×Filter mit Gletscherschluff verstopfen
×Für Wasser auf den Gletscher gehen
×Nachmittags einen angeschwollenen Bach queren
Grenzen und Risiken
–Keine Aussage über Wasserqualität bestimmter Gebiete
–Keine Anleitung für Gletscherbegehung oder Bachquerung
–Mineralische Belastung durch Gestein ist möglich
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for Water Disinfection for Wilderness, International Travel, and Austere Situations: 2019 Update
[3]
World Health Organization (2015): Boil water – Technical brief
Trübes Wasser wird geklärt, indem man Schwebstoffe absinken lässt und das Wasser durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter gießt. Das ist eine Vorbehandlung, keine Aufbereitung: Das Wasser ist danach klarer, aber nicht sicher und muss anschließend desinfiziert werden.
Geklärtes Wasser ist nicht trinkfertig. Absetzen und Tuchfilter halten Bakterien, Viren und die meisten Protozoen nicht zuverlässig zurück – anschließend immer desinfizieren.
Tuch und Behälter für Rohwasser nicht mit aufbereitetem Wasser in Berührung bringen.
Material
Lebensmittelechter Wasserkanister – Oder ein anderer sauberer Behälter zum Absetzen
Sprudelndes Kochen tötet Bakterien, Viren und Protozoen zuverlässig ab und gilt als eines der wirksamsten Verfahren zur Entkeimung. Es entfernt jedoch weder Chemikalien noch Salz, kostet Brennstoff und schützt nicht vor erneuter Verunreinigung.
Kocher und Feuer niemals in Zelt, Fahrzeug, Unterkunft oder Innenräumen ohne ausreichende Belüftung betreiben – Kohlenmonoxid- und Brandgefahr.
Abkochen entfernt keine Chemikalien und kein Salz. Durch Verdunstung können gelöste Stoffe sogar konzentrierter werden.
Verbrühungsgefahr: Topf stabil aufstellen, Kinder fernhalten, heißes Wasser nicht in ungeeignete Kunststoffbehälter füllen.
Material
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)
Kocher – Nur im Freien oder gut belüftet
Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstahl(optional)
Trockenes Brennholz(optional)
Einwandige Edelstahlflasche(optional) – Nur einwandig, ohne Deckel erhitzen
Baumwolltuch / T-Shirt(optional) – Zum Vorklären trüben Wassers
Schritte
1
Trübes Wasser vorklären
Ist das Wasser trüb, lasse es absetzen oder gieße es durch ein sauberes Tuch oder einen Kaffeefilter.
2
Sprudelnd kochen
Erhitze das Wasser, bis es kräftig und anhaltend sprudelt – nicht nur einzelne Bläschen am Boden.
3
Kochzeit einhalten
Halte das Wasser nach Empfehlung der CDC mindestens 1 Minute sprudelnd am Kochen, oberhalb von etwa 2.000 m (6.500 ft) mindestens 3 Minuten.
4
Abgedeckt abkühlen lassen
Lass das Wasser im abgedeckten Gefäß abkühlen. Kein Eis oder Rohwasser zum Abkühlen hineingeben.
5
Sauber aufbewahren
Fülle das abgekühlte Wasser in einen sauberen, verschließbaren Behälter. Schöpfe mit sauberen Gefäßen, nicht mit den Händen.
Abkochen in drei Schritten: sprudelnd kochen, Kochzeit einhalten, abgedeckt abkühlen
Häufige Fehler
×Nur bis zu den ersten Bläschen erhitzen
×Mit Rohwasser oder Eis abkühlen
×Abgekochtes Wasser in den ungereinigten Rohwasserbehälter füllen
×Abkochen bei Chemikalienverdacht für ausreichend halten
×Kocher im Zelt betreiben
×Den Brennstoffbedarf für mehrere Tage unterschätzen
Grenzen und Risiken
–Keine Entfernung von Chemikalien, Salz oder Trübung
–Brennstoffabhängig
–Kein Restschutz
Quellen
[1]
World Health Organization (2015): Boil water – Technical brief
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
[3]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
Chlortabletten oder geeignete, unparfümierte Haushaltsbleiche töten Bakterien und Viren ab und hinterlassen einen Restschutz gegen Wiederverkeimung. Gegen Cryptosporidium wirkt Chlor in üblicher Dosierung praktisch nicht, gegen Giardia nur eingeschränkt; Trübung und Kälte schwächen die Wirkung.
Chlor in üblicher Dosierung wirkt nicht zuverlässig gegen Cryptosporidium und nur eingeschränkt gegen Giardia. Bei Verdacht (z. B. Oberflächenwasser mit Weidevieh) abkochen oder einen geeigneten Filter vorschalten.
Nur unparfümierte Bleiche ohne Zusätze und mit bekannter Konzentration verwenden, ausschließlich nach Dosierangabe der Behörde. Niemals mit anderen Reinigern mischen – giftige Gase.
Tabletten und Bleiche kindersicher, kühl und dunkel lagern; Haltbarkeitsdatum beachten – alte Bleiche verliert an Wirkung.
Material
Chlortabletten (NaDCC) zur Trinkwasserdesinfektion – Für Trinkwasser zugelassenes Produkt
Unparfümierte Haushaltsbleiche (Natriumhypochlorit)(optional) – Nur nach offizieller Behördenanleitung
Lebensmittelechter Wasserkanister
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)(optional)
Baumwolltuch / T-Shirt(optional) – Zum Vorklären
Schritte
1
Wasser klären
Lass trübes Wasser absetzen und gieße es durch ein sauberes Tuch oder einen Kaffeefilter.
2
Menge bestimmen
Bestimme die Wassermenge genau – die Dosis bezieht sich auf das Volumen.
3
Nach Anleitung dosieren
Dosiere exakt nach Herstellerangabe oder, bei Bleiche, nach der offiziellen Anleitung der Gesundheitsbehörde. Behörden nennen für trübes Wasser teils eine höhere Dosis – nur deren Angabe verwenden.
Keine Dosierungen schätzen oder improvisieren.
4
Mischen und Gewinde benetzen
Verschließe den Behälter, schüttle ihn und lass etwas Wasser über Gewinde und Deckelrand laufen, damit auch diese desinfiziert werden.
5
Einwirkzeit abwarten
Warte mindestens 30 Minuten oder die vom Hersteller angegebene längere Zeit. Bei kaltem Wasser verlängert sich die nötige Einwirkzeit.
6
Geruch prüfen
Nach der Einwirkzeit sollte ein leichter Chlorgeruch wahrnehmbar sein. Fehlt er, folge der Anleitung der Behörde bzw. des Herstellers zur Nachdosierung.
Ablauf der Chlorung – Dosis immer laut Hersteller oder Behörde
Häufige Fehler
×Die Einwirkzeit abkürzen
×Parfümierte Bleiche oder Produkte mit Zusätzen verwenden
×Trübes Wasser ohne Vorklärung behandeln
×Chlor für wirksam gegen Cryptosporidium halten
×Abgelaufene oder falsch gelagerte Produkte verwenden
×Die Wassermenge schätzen statt messen
Grenzen und Risiken
–Keine Wirkung gegen Chemikalien und Salz
–Cryptosporidium wird nicht zuverlässig inaktiviert
–Wirkung von korrekter Dosis und Einwirkzeit abhängig
Quellen
[1]
United States Environmental Protection Agency: Emergency Disinfection of Drinking Water
Chlordioxid-Tabletten oder -Tropfen wirken gegen Bakterien und Viren und – bei ausreichend langer Einwirkzeit – auch gegen Giardia und Cryptosporidium. Für Cryptosporidium geben Hersteller oft Einwirkzeiten von mehreren Stunden an; Kälte und Trübung verlängern sie.
Die Einwirkzeit für Cryptosporidium ist deutlich länger als für Bakterien und Viren. Wasser erst nach der vollständigen, vom Hersteller angegebenen Zeit trinken – bei kaltem oder trübem Wasser die längere Angabe verwenden.
Nur als Trinkwasserdesinfektion zugelassene Produkte verwenden. Chlordioxid-Präparate, die als ‘Heilmittel’ zum Einnehmen beworben werden, sind gesundheitsgefährlich und keine Wasseraufbereitung.
Tabletten trocken, kühl, lichtgeschützt und kindersicher lagern; Zwei-Komponenten-Tropfen nur nach Anleitung aktivieren.
Material
Chlordioxid-Tabletten oder -Tropfen – Zugelassenes Trinkwasserprodukt
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)
Lebensmittelechter Wasserkanister(optional)
Baumwolltuch / T-Shirt(optional) – Zum Vorklären
Schritte
1
Wasser klären
Lass trübes Wasser absetzen und gieße es durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter.
2
Exakt dosieren
Gib Tablette oder aktivierte Tropfen genau nach Herstellerangabe zur passenden Wassermenge.
3
Mischen und Gewinde benetzen
Verschließe den Behälter, schüttle ihn und benetze Gewinde und Deckelrand mit dem behandelten Wasser.
4
Volle Einwirkzeit abwarten
Warte die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit ab. Ist Cryptosporidium zu befürchten, gilt die längste angegebene Zeit; Kälte verlängert sie weiter.
Häufige Fehler
×Nach der Zeit für Bakterien trinken, obwohl Protozoen zu befürchten sind
×Tabletten teilen und Wassermenge schätzen
×Feuchte oder abgelaufene Tabletten verwenden
×Trübes Wasser unbehandelt dosieren
Grenzen und Risiken
–Keine Entfernung von Chemikalien, Salz oder Trübung
–Wirkung abhängig von Einwirkzeit, Temperatur und Trübung
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel – Water Disinfection
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
UV-Entkeimung und Solare Wasserdesinfektion (SODIS)
UV-Strahlung schädigt das Erbgut von Mikroorganismen. Batteriebetriebene UV-C-Geräte behandeln klares Wasser in kurzer Zeit nach Herstellerangabe; bei SODIS liegen klare PET-Flaschen stundenlang in der Sonne. Beide Verfahren funktionieren nur in klarem Wasser, entfernen keine Chemikalien und hinterlassen keinen Restschutz.
UV wirkt nur in klarem Wasser. Trübung schattet Erreger ab – das Wasser kann klar wirken und trotzdem unzureichend behandelt sein. Bei Zweifel vorklären oder ein anderes Verfahren wählen.
UV und SODIS hinterlassen keinen Restschutz. Behandeltes Wasser im selben sauberen Gefäß aufbewahren und bald trinken.
Keine Wirkung gegen Chemikalien, Schwermetalle oder Salz.
Material
UV-C-Entkeimungsgerät(optional) – Für die Gerätevariante
Rettungsdecke(optional) – Reflektierende Unterlage für SODIS
Baumwolltuch / T-Shirt(optional) – Zum Vorklären
Schritte
1
Klarheit sicherstellen
Lass trübes Wasser absetzen und filtere es vor. Für SODIS: Stelle die gefüllte Flasche auf eine Zeitungsüberschrift und blicke von oben hindurch; ist die Schrift nicht lesbar, ist das Wasser zu trüb.
2
UV-C-Gerät anwenden
Fülle die vom Hersteller vorgegebene Wassermenge in ein Gefäß mit passender Öffnung, tauche die Lampe ein und bewege sie für die angegebene Dauer, bis das Gerät den Abschluss anzeigt.
Bricht der Zyklus ab (z. B. leere Batterie), gilt das Wasser als unbehandelt.
3
SODIS: Flaschen füllen
Fülle klare, unbeschädigte PET-Flaschen mit höchstens 2 Litern, verschließe sie und entferne Etiketten.
4
SODIS: in die Sonne legen
Lege die Flaschen liegend auf eine reflektierende Fläche (z. B. Wellblech oder Rettungsdecke) in volle Sonne – 6 Stunden bei Sonnenschein, zwei aufeinanderfolgende Tage bei starker Bewölkung. Bei Dauerregen funktioniert SODIS nicht.
5
Aus der Flasche trinken
Trinke das Wasser direkt aus der Flasche oder fülle es in ein sauberes Gefäß; nicht mit Rohwasser mischen.
SODIS: klare PET-Flasche auf reflektierender Fläche in voller Sonne
Häufige Fehler
×Trübes Wasser bestrahlen
×Zerkratzte, gefärbte oder zu große Flaschen für SODIS verwenden
×SODIS bei Regen oder im Schatten
×Den UV-Zyklus bei schwacher Batterie für abgeschlossen halten
×Behandeltes Wasser in einen ungereinigten Behälter umfüllen
Grenzen und Risiken
–Nicht für trübes Wasser
–Keine Entfernung von Chemikalien, Salz oder Trübung
–Kein Restschutz
Quellen
[1]
Eawag – Swiss Federal Institute of Aquatic Science and Technology (2016): SODIS manual – Guidance on solar water disinfection
https://www.sodis.ch
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel – Water Disinfection
[3]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
Tragbare Hohlfaserfilter mit einer typischen Porengröße von 0,1–0,2 µm halten Bakterien und Protozoen einschließlich Giardia und Cryptosporidium zurück. Viren passieren solche Filter; Chemikalien und Salz werden nicht entfernt. Wo Viren zu erwarten sind, folgt eine chemische Desinfektion oder Abkochen.
Übliche Hohlfaserfilter (0,1–0,2 µm) halten Viren nicht zuverlässig zurück. Bei Wasser mit menschlichem Einfluss zusätzlich chemisch desinfizieren oder abkochen.
Ein einmal durchgefrorener Filter kann unsichtbar beschädigt sein und Erreger durchlassen. Bei Frost am Körper tragen; nach Frost nicht mehr vertrauen, sofern der Hersteller keinen Prüfweg angibt.
Rohwasserseite und Reinwasserseite strikt trennen; Tropfen vom Schmutzwasserbeutel am Auslass machen das Filtrat wieder unsicher.
Material
Tragbarer Wasserfilter (Hohlfaser/Membran)
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)(optional) – Als Rohwasserbehälter, wenn passend
Baumwolltuch / T-Shirt(optional) – Vorfilter gegen schnelles Verstopfen
Schritte
1
Filter prüfen
Prüfe Gehäuse, Dichtungen und Anschlüsse auf Risse und stelle sicher, dass der Filter nie gefroren war.
2
Rohwasser vorklären
Schöpfe möglichst klares Wasser und gieße trübes Wasser vorher durch ein Tuch oder lasse es absetzen.
3
Filtern
Filtere nach Herstelleranleitung (Drücken, Saugen, Schwerkraft oder Pumpen) in einen sauberen Behälter. Halte den Auslass von Rohwasser fern.
4
Bei Viren-Risiko nachbehandeln
Ist mit Viren zu rechnen, desinfiziere das Filtrat zusätzlich mit Chlor oder Chlordioxid oder koche es ab.
5
Rückspülen und trocknen
Spüle den Filter regelmäßig mit sauberem Wasser zurück und lagere ihn nach Herstelleranleitung.
Was eine Hohlfasermembran zurückhält – und was sie passieren lässt
Häufige Fehler
×Den Filter für virensicher halten
×Den Filter frieren lassen
×Mit Rohwasser zurückspülen
×Auslass mit schmutzigen Händen oder Rohwasser berühren
×Sehr trübes Wasser filtern, bis der Filter verstopft
Grenzen und Risiken
–Keine zuverlässige Virenrückhaltung bei 0,1–0,2 µm
–Keine Entfernung von Chemikalien und Salz
–Unsichtbare Schäden durch Frost oder Stöße möglich
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel – Water Disinfection
[2]
World Health Organization (2016): Results of Round I of the WHO International Scheme to Evaluate Household Water Treatment Technologies
Keramikfilter halten Protozoen und – je nach Porengröße und Qualität – Bakterien zurück und lassen sich durch Abbürsten reinigen. Viren werden nicht zuverlässig entfernt, Chemikalien und Salz nicht. Risse machen den Filter unwirksam, ohne dass man es dem Wasser ansieht.
Ein gerissenes oder abgeschlagenes Element lässt Erreger durch. Nach Stürzen und vor jeder Nutzung prüfen; im Zweifel ersetzen.
Keramikfilter halten Viren nicht zuverlässig zurück. Bei Viren-Risiko zusätzlich chemisch desinfizieren oder abkochen.
Beim Reinigen Reinwasserseite, Auslass und Hände nicht mit Rohwasser kontaminieren.
Aktivkohle bindet bestimmte gelöste Stoffe an ihrer großen inneren Oberfläche und verbessert so Geruch und Geschmack, etwa nach einer Chlorung. Sie entfernt keine Krankheitserreger zuverlässig, kein Salz und nur einen Teil der Chemikalien. Holzkohle aus dem Lagerfeuer ist keine Aktivkohle.
Aktivkohle macht Wasser nicht keimfrei. Wasser vor oder nach der Aktivkohle desinfizieren.
Holzkohle aus dem Feuer und Grillbriketts sind keine Aktivkohle; ihre Wirkung ist gering und unbekannt, Briketts können Zusatzstoffe enthalten.
Erschöpfte Kartuschen binden nichts mehr und können Keimwachstum begünstigen. Wechselintervall des Herstellers einhalten.
Material
Aktivkohle (Filterkartusche)
Lebensmittelechter Wasserkanister(optional)
Schritte
1
Mikrobiologische Sicherheit klären
Desinfiziere das Wasser vorher oder plane eine Desinfektion danach ein.
2
Durch die Kartusche leiten
Leite das Wasser nach Herstelleranleitung langsam durch die Kartusche; eine längere Kontaktzeit verbessert die Adsorption.
3
Rechtzeitig wechseln
Notiere Menge oder Zeitraum der Nutzung und wechsle die Kartusche nach Herstellerangabe – nicht erst, wenn das Wasser schlecht schmeckt.
Häufige Fehler
×Aktivkohle für ein Entkeimungsverfahren halten
×Holzkohle aus dem Feuer als Ersatz verwenden
×Kartuschen über die Kapazität hinaus nutzen
×Aktivkohle direkt nach Chlorung zu früh einsetzen und so den Restschutz entfernen, bevor die Einwirkzeit vorbei ist
Grenzen und Risiken
–Keine zuverlässige Entfernung von Bakterien, Viren oder Protozoen
–Nur teilweise Wirkung gegen Chemikalien
–Keine Salzentfernung
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel – Water Disinfection
[2]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
Ein Flaschenfilter aus Tuch, Sand und Kies zeigt anschaulich, wie Schichten Trübstoffe zurückhalten. Er reduziert nur die Trübung: Er macht Wasser nicht sicher, entfernt weder Erreger zuverlässig noch Chemikalien oder Salz. Das Filtrat muss immer desinfiziert werden.
Dieser Filter macht Wasser nicht trinkbar. Klar aussehendes Filtrat kann Bakterien, Viren und Protozoen enthalten – immer anschließend desinfizieren.
Holzkohle aus dem Feuer ist keine Aktivkohle und verbessert die Sicherheit des Wassers nicht nachweisbar; sie wird in diesem Modell bewusst nicht verwendet.
Der Filter selbst wird zur Keimquelle: Filtermaterial und Gehäuse nach Gebrauch als verunreinigt behandeln.
Schneide den Boden einer sauberen PET-Flasche ab, drehe sie um und binde ein Tuch über die Öffnung als Auslass.
2
Schichten einfüllen
Fülle von unten nach oben ein: Kies, groben Sand, feinen Sand. Lege oben ein Tuch als Vorfilter auf, damit der Sand beim Eingießen nicht aufgewirbelt wird.
3
Spülen
Gieße Wasser durch, bis das Filtrat nicht mehr durch ausgespülten Sand trüb ist. Das Spülwasser verwerfen.
4
Langsam filtern
Gieße das Rohwasser langsam ein und fange das Filtrat in einem sauberen Behälter auf.
5
Desinfizieren
Koche das Filtrat ab oder desinfiziere es chemisch nach Anleitung.
Ohne Desinfektion ist das Wasser nicht sicher.
Lehrmodell: reduziert Trübung – desinfiziert nicht
Häufige Fehler
×Klares Filtrat für trinkbar halten
×Lagerfeuerkohle als ‘Aktivkohle’ einbauen
×Den Filter zu schnell beschicken
×Den Filter für chemisch belastetes Wasser verwenden
Grenzen und Risiken
–Reduziert nur Trübung
–Keine verlässliche Wirkung gegen Bakterien, Viren, Protozoen, Chemikalien oder Salz
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
[2]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
Bei der Destillation verdunstet Wasser und kondensiert an einer kühleren Fläche; Salz, Trübstoffe und Krankheitserreger bleiben zurück. Destillation ist das einzige hier beschriebene Verfahren, das Salz entfernt. Eine Solardestille liefert jedoch meist nur kleine Mengen, und flüchtige Chemikalien können mit übergehen.
Der Ertrag einer Solardestille ist meist gering und unsicher. Nicht als einzige Wasserversorgung einplanen; Graben in der Mittagshitze kann mehr Schweiß kosten, als die Destille liefert.
Flüchtige Chemikalien wie Kraftstoffe oder Lösungsmittel können mitverdampfen und im Destillat landen. Keine verdächtigen Flüssigkeiten in die Destille geben.
Das Destillat wird durch schmutzige Folie, Auffanggefäß, Sand oder Spritzer leicht wieder verunreinigt. Bei Zweifel zusätzlich desinfizieren.
Material
Kunststofffolie / großer Müllsack – Klar oder durchscheinend, unbeschädigt
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan) – Auffanggefäß; für die Kochervariante auch zum Erhitzen
Lebensmittelechter Wasserkanister(optional)
Kocher(optional) – Für die Destillation mit Wärmequelle
Schritte
1
Standort wählen
Wähle eine sonnige Stelle mit feuchtem Boden, z. B. in einer Senke. Grabe in kühleren Tageszeiten.
2
Grube ausheben
Grabe eine Grube von etwa einem Meter Durchmesser und stelle das saubere Auffanggefäß in die Mitte des Bodens.
3
Feuchtigkeit zuführen
Gieße Meer- oder Brackwasser in die Grube um das Gefäß herum – nicht hinein.
4
Folie auflegen und abdichten
Lege die Folie über die Grube und dichte die Ränder rundum mit Erde ab. Ein kleiner Stein in der Mitte erzeugt einen Tiefpunkt direkt über dem Gefäß, ohne dass die Folie das Gefäß berührt.
5
Ernten ohne Öffnen
Öffne die Folie möglichst selten, da jedes Öffnen den Dampf entweichen lässt. Ein Trinkschlauch vom Gefäß nach außen erlaubt Trinken ohne Öffnen.
Solardestille im Schnitt
Häufige Fehler
×Den Ertrag überschätzen und andere Wassersuche einstellen
×Salzwasser ins Auffanggefäß gießen
×Folie berührt das Gefäß oder hat keinen Tiefpunkt
×Ränder nicht dicht – Dampf entweicht
×Mittags in der Hitze graben
Grenzen und Risiken
–Geringer Ertrag
–Flüchtige Chemikalien werden nicht zuverlässig abgetrennt
–Verunreinigung des Destillats möglich
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Iodtabletten oder -lösungen inaktivieren Bakterien und Viren und – bei ausreichender Einwirkzeit – teilweise Giardia, aber nicht zuverlässig Cryptosporidium. Iod ist nicht für jeden geeignet: Schwangere, Menschen mit Schilddrüsenerkrankung oder Iodallergie sollten es nur nach ärztlicher Rücksprache nutzen, und es ist nicht für den Dauergebrauch gedacht.
Bei Schwangerschaft, Stillzeit, Schilddrüsenerkrankung oder Iodallergie Iod nur nach Rücksprache mit Ärztin oder Arzt verwenden; Herstellerhinweise zu Gegenanzeigen und Höchstdauer genau lesen.
Iod wirkt nicht zuverlässig gegen Cryptosporidium. Bei Verdacht abkochen oder einen geeigneten Filter vorschalten.
Iodprodukte zur Wasserdesinfektion sind nicht in allen Ländern erhältlich oder zugelassen – lokale Regeln und Angebot prüfen.
Material
Iodtabletten zur Wasserdesinfektion – Für Trinkwasser vorgesehenes Produkt mit Anleitung
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)
Baumwolltuch / T-Shirt(optional) – Zum Vorklären
Schritte
1
Eignung prüfen
Kläre vorher, ob jemand in der Gruppe schwanger ist, stillt, eine Schilddrüsenerkrankung oder Iodallergie hat. Dann ein anderes Verfahren wählen.
2
Wasser klären
Lass trübes Wasser absetzen und gieße es durch ein Tuch.
3
Nach Anleitung dosieren
Dosiere exakt für die bekannte Wassermenge nach Herstellerangabe.
Keine Dosis schätzen.
4
Gewinde benetzen
Verschließen, schütteln, etwas Wasser über Gewinde und Deckelrand laufen lassen.
5
Einwirkzeit abwarten
Warte die volle Einwirkzeit laut Hersteller; bei kaltem Wasser die verlängerte Zeit.
6
Geschmack erst danach verbessern
Neutralisationstabletten, Vitamin C oder Getränkepulver erst nach Ablauf der Einwirkzeit zugeben – vorher stören sie die Desinfektion.
Häufige Fehler
×Iod über lange Zeit täglich nutzen
×Gegenanzeigen nicht abfragen
×Neutralisierer zu früh zugeben
×Iod für wirksam gegen Cryptosporidium halten
×Trübes Wasser ohne Vorklärung behandeln
Grenzen und Risiken
–Keine Wirkung gegen Chemikalien und Salz
–Cryptosporidium wird nicht zuverlässig inaktiviert
–Begrenzte Anwendungsdauer
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel – Water Disinfection
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for Water Disinfection for Wilderness, International Travel, and Austere Situations: 2019 Update
Beim Schwerkraftfilter hängt ein Beutel mit Rohwasser über einem Filterelement; das Wasser läuft ohne Pumpen in einen sauberen Behälter. Das ist bequem für Gruppen. Wie jeder mechanische Filter hält er je nach Element Bakterien und Protozoen zurück, in der Regel aber keine Viren und keine Chemikalien – mechanisches Filtern allein ist keine vollständige Trinkwasseraufbereitung.
Übliche Hohlfaser- und Keramikelemente halten Viren nicht zuverlässig zurück. Nahe Siedlungen, bei vielen Menschen oberhalb oder auf Reisen in Regionen mit unsicherer Hygiene zusätzlich chemisch desinfizieren oder abkochen.
Rohwasserbeutel und Auslaufschlauch strikt getrennt halten. Tropfen von der Rohwasserseite im Reinwasserbehälter machen die Filtration zunichte.
Ein möglicherweise gefrorenes Element ist nicht mehr vertrauenswürdig. Bei Frost nach Herstellerangabe schützen.
Material
Tragbarer Wasserfilter (Hohlfaser/Membran) – Schwerkraftset mit Rohwasserbeutel, Schlauch und Element
Faltkanister oder Wassersack – Separater Reinwasserbehälter
Chlortabletten (NaDCC) zur Trinkwasserdesinfektion(optional) – Zur Nachdesinfektion bei Viren-Risiko
Paracord(optional) – Zum Aufhängen
Schritte
1
Element prüfen
Prüfe Filter, Schläuche und Dichtungen auf Risse und Frostschäden; führe den Integritätstest des Herstellers durch, falls vorhanden.
2
Rohwasser füllen
Fülle den Rohwasserbeutel aus der klarsten Stelle der Quelle. Trübes Wasser vorher absetzen lassen oder durch ein Tuch gießen.
3
Aufhängen
Hänge den Beutel hoch auf, führe den Auslauf in den Reinwasserbehälter und öffne die Klemme.
4
Nachbehandeln, wo nötig
Bei Viren-Risiko das gefilterte Wasser nach Herstellerangabe chemisch desinfizieren oder abkochen.
5
Rückspülen und trocknen
Nach Gebrauch nach Herstellerangabe rückspülen, Rohwasserseite entleeren und alles getrennt trocknen lassen.
Häufige Fehler
×Schwerkraftfilter für vollständige Aufbereitung halten
×Auslaufschlauch in den Rohwasserbeutel stecken
×Trübes Wasser ungefiltert einfüllen
×Gefrorenen Filter weiterverwenden
×Beutel zu niedrig aufhängen und dann pressen
Grenzen und Risiken
–Filterleistung nur so gut wie das Element
–Viren in der Regel nicht abgedeckt
–Keine Wirkung gegen Chemikalien und Salz
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel – Water Disinfection
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for Water Disinfection for Wilderness, International Travel, and Austere Situations: 2019 Update
[3]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
Pumpfilter saugen Wasser über einen Schlauch an und drücken es durch ein Keramik-, Glasfaser- oder Hohlfaserelement. Sie erreichen auch flache Rinnsale und Löcher. Was sie zurückhalten, hängt vom Element ab; Viren, Chemikalien und Salz in der Regel nicht. Gepumptes Wasser ist gefiltert, aber noch nicht in jeder Lage trinkfertig.
Die meisten Pumpfilter halten Viren nicht zuverlässig zurück. Wo Viren zu erwarten sind, nach dem Filtern chemisch desinfizieren oder abkochen – außer das Modell ist ausdrücklich für Viren ausgewiesen.
Ansaugschlauch nie mit Ausgang oder Reinwasserbehälter in Berührung bringen; nach Gebrauch getrennt verpacken.
Wird das Pumpen plötzlich sehr leicht, kann das Element beschädigt sein. Nicht mit Gewalt gegen ein verstopftes Element pumpen – reinigen oder tauschen.
Material
Keramikfilter(optional) – Pumpfilter mit Keramikelement
Tragbarer Wasserfilter (Hohlfaser/Membran)(optional) – Pumpfilter mit Hohlfaserelement
Chlortabletten (NaDCC) zur Trinkwasserdesinfektion(optional)
Schritte
1
Prüfen
Element, Dichtungen und Schläuche auf Risse prüfen; Ansaug- und Ausgangsseite eindeutig zuordnen.
2
Ansaugen ohne Schlamm
Lege den Ansaugschlauch mit Vorfilter und Schwimmer in den klarsten Teil des Wassers, nicht auf den Grund.
3
Gleichmäßig pumpen
Halte den Ausgang in den Reinwasserbehälter und pumpe ruhig und gleichmäßig.
4
Bei Bedarf nachdesinfizieren
Bei Viren-Risiko das gefilterte Wasser nach Herstellerangabe chemisch behandeln oder abkochen.
5
Reinigen und verpacken
Element nach Herstellerangabe reinigen, Schläuche getrennt verpacken, trocken und frostfrei lagern.
Häufige Fehler
×Ansaugschlauch auf den Schlammgrund legen
×Ausgangsschlauch mit Rohwasser benetzen
×Gegen ein verstopftes Element pumpen
×Keramik fallen lassen und weiterverwenden
×Gepumptes Wasser in jeder Lage für trinkfertig halten
Grenzen und Risiken
–Filterleistung abhängig vom Element
–Keine Entfernung von Chemikalien und Salz
–Keine Restschutzwirkung
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel – Water Disinfection
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for Water Disinfection for Wilderness, International Travel, and Austere Situations: 2019 Update
Ein UV-C-Stift wird in klares Wasser getaucht und bestrahlt es für eine vom Hersteller festgelegte Zeit. Bei korrekter Anwendung inaktiviert er laut Hersteller Bakterien, Viren und Protozoen. Er braucht klares Wasser und geladene Batterien, wirkt nicht auf Gewinde und Flaschenrand und hinterlässt keinen Restschutz.
Trübung und Partikel schirmen Erreger vom UV-Licht ab. Nur klares Wasser behandeln; trübes vorher klären oder filtern.
Zeigt das Gerät einen Fehler oder bricht der Zyklus ab (z. B. leere Batterie), gilt das Wasser als unbehandelt. Kälte verkürzt die Batterieleistung – Reserve mitführen oder anderes Verfahren bereithalten.
UV-C schädigt Augen und Haut. Lampe nicht außerhalb des Wassers betreiben und nicht hineinsehen.
Material
UV-C-Entkeimungsgerät
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter) – Weithalsflasche in der vom Gerät vorgesehenen Größe
Ersatzbatterien(optional)
Kaffeefilter(optional) – Zum Klären
Schritte
1
Klarheit sicherstellen
Nur klares Wasser verwenden; trübes absetzen lassen und durch Kaffeefilter oder Tuch gießen oder vorfiltern.
2
Richtige Menge
Fülle genau die Menge ein, für die das Gerät ausgelegt ist, in eine saubere Weithalsflasche. Gewinde und Rand trocken halten.
3
Bestrahlen und bewegen
Gerät einschalten, eintauchen und nach Anleitung umrühren oder schwenken, bis der Zyklus abgeschlossen ist.
4
Erfolgsanzeige prüfen
Nur bei Erfolgsanzeige gilt das Wasser als behandelt. Bei Fehlermeldung wiederholen oder anderes Verfahren nutzen.
5
Sauber trinken
Aus einem sauberen Becher trinken oder das Gewinde vorher trocken abwischen; nicht mit Rohwasser nachfüllen.
Häufige Fehler
×Trübes Wasser bestrahlen
×Zyklus vorzeitig abbrechen
×Mehr Wasser behandeln als vorgesehen
×Nasses Gewinde mit Rohwasser vergessen
×Mit schwacher Batterie in die Kälte gehen
Grenzen und Risiken
–Keine Wirkung gegen Chemikalien und Salz
–Keine Wirkung in trübem Wasser
–Keine Restschutzwirkung
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel – Water Disinfection
[2]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for Water Disinfection for Wilderness, International Travel, and Austere Situations: 2019 Update
Kein einzelnes Feldverfahren deckt alles ab. Bewährt ist eine Kette: erst klären, dann Erreger entfernen oder abtöten, dann sauber lagern. Typisch sind ‘absetzen – filtern – chemisch desinfizieren’ oder ‘absetzen – abkochen’. Die Reihenfolge zählt, und gegen Chemikalien und Salz hilft auch die beste Kette im Feld kaum.
Keine Kombination aus Klären, Filtern, Abkochen und Desinfizieren macht chemisch belastetes Wasser zuverlässig sicher. Bei Verdacht andere Quelle oder offiziell bereitgestelltes Wasser nutzen.
Aktivkohle nach einer Chlorung entfernt den Restschutz – solches Wasser bald trinken. Geschmackszusätze erst nach der vollen Einwirkzeit zugeben.
Mechanisches Filtern allein ist keine vollständige Trinkwasseraufbereitung; wo Viren zu erwarten sind, gehört eine Desinfektion dazu.
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel – Water Disinfection
[3]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for Water Disinfection for Wilderness, International Travel, and Austere Situations: 2019 Update
Chemische Desinfektion wirkt nur, wenn Dosis und Wassermenge zusammenpassen. Wer das Volumen seiner Behälter nicht kennt, dosiert zu schwach (unwirksam) oder zu stark. Mit einer Flasche bekannter Größe lassen sich Kanister, Töpfe und Beutel einmal ausmessen und dauerhaft markieren.
Dosierungen immer der Hersteller- oder Behördenangabe entnehmen. Das Messen ersetzt nicht die Anleitung, es macht sie erst anwendbar.
Für Teilmengen keine Tabletten zerbrechen, wenn der Hersteller das nicht vorsieht – lieber die volle Menge für eine Tablette ansetzen.
Material
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter) – Mit aufgedrucktem Volumen als Maß
Beschriftungsanhänger und wasserfester Stift
Messbecher(optional)
Lebensmittelechter Wasserkanister(optional)
Schritte
1
Maßgefäß wählen
Nimm eine Flasche oder einen Messbecher mit aufgedrucktem Volumen.
2
Schrittweise füllen
Fülle den Behälter Portion für Portion und setze nach jeder Portion eine Marke außen am Behälter.
3
Beschriften
Schreibe das Gesamtvolumen und die Markierungen gut lesbar auf den Behälter. Bei undurchsichtigen Behältern Marken innen am Rand oder mit einem Messstab.
4
Nach Anleitung dosieren
Rechne die Dosis aus Hersteller- oder Behördenangabe für das gemessene Volumen aus und notiere sie gegebenenfalls auf dem Behälter.
Häufige Fehler
×Volumen nach Augenmaß schätzen
×Nennvolumen mit Füllvolumen verwechseln
×Tabletten für Teilmengen zerbrechen
×Markierungen mit nicht wasserfestem Stift
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keine Dosierangabe
–Ungenau bei verformbaren Behältern
Quellen
[1]
United States Environmental Protection Agency: Emergency Disinfection of Drinking Water
Abgekochtes Wasser schmeckt fade, gechlortes oder iodiertes Wasser chemisch – und schlecht schmeckendes Wasser wird zu wenig getrunken. Umgießen, Stehenlassen, Aktivkohle oder Getränkepulver helfen. Entscheidend ist die Reihenfolge: alles erst nach der vollen Einwirkzeit.
Vitamin C, Neutralisierer, Getränkepulver oder Aktivkohle erst nach Ablauf der vollen Einwirkzeit verwenden – vorher schwächen sie die Desinfektion.
Wer Chlorgeschmack entfernt, entfernt auch den Restschutz. Solches Wasser bald trinken und nicht ungeschützt lagern.
Material
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)
Aktivkohle (Filterkartusche)(optional)
Schritte
1
Einwirkzeit abschließen
Warte die volle Einwirkzeit des Desinfektionsmittels ab oder lass abgekochtes Wasser abgedeckt abkühlen.
2
Umgießen
Gieße abgekochtes Wasser mehrmals zwischen zwei sauberen Behältern hin und her oder schüttle die halb gefüllte Flasche.
3
Stehen lassen
Gechlortes Wasser kurz vor dem Trinken abgedeckt, aber nicht luftdicht, stehen lassen – nur, wenn es bald getrunken wird.
4
Zusätze erst jetzt
Jetzt Neutralisierer, eine Prise Vitamin-C-Pulver, Getränkepulver oder einen Aktivkohlefilter verwenden.
Häufige Fehler
×Getränkepulver direkt mit der Tablette zugeben
×Entchlortes Wasser tagelang lagern
×Schlecht schmeckendes Wasser deshalb nicht trinken
×Schmutzige Umfüllgefäße verwenden
Grenzen und Risiken
–Keine zusätzliche Desinfektion
–Restschutz geht verloren
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: CDC Yellow Book: Health Information for International Travel – Water Disinfection
Flockung: trübes Wasser mit Flockungsmitteln klären
Flockungsmittel lassen feine Schwebstoffe, die von allein kaum absinken, zu größeren Flocken zusammenklumpen, die sich absetzen. So wird sehr trübes Wasser klar genug für die Desinfektion. Flockung allein macht Wasser nicht trinkbar – es sei denn, ein zugelassenes Kombiprodukt mit Desinfektionsmittel wird genau nach Herstellerangabe verwendet.
Geklärtes Wasser ist nicht automatisch keimfrei. Nach reiner Flockung immer desinfizieren – abkochen oder chemisch desinfizieren.
Menge, Rührzeit und Absetzzeit ausschließlich nach Herstellerangabe oder Behördenanleitung. Keine selbst geschätzten Mengen von Haushalts- oder Baumarktchemikalien verwenden.
Der abgesetzte Schlamm enthält die zurückgehaltenen Schmutzstoffe und Erreger. Nicht mit abgießen und abseits von Wasserstellen entsorgen.
Material
Flockungsmittel bzw. Flockungs-Desinfektions-Beutel – Nur zugelassene Produkte für Trinkwasser
Verzinkter Eimer(optional) – Oder anderer sauberer, lebensmittelechter Eimer
Baumwolltuch / T-Shirt – Zum Abgießen der geklärten Phase
Lebensmittelechter Wasserkanister – Sauberer Behälter für das geklärte Wasser
Schritte
1
Vorbereiten
Lies die Anleitung des Produkts. Fülle die dort angegebene Wassermenge in ein sauberes Gefäß; grobe Stoffe vorher durch ein Tuch abgießen.
2
Mittel zugeben und rühren
Gib das Mittel nach Anleitung zu. Üblich ist zuerst kräftiges, dann langsames Rühren, damit sich Flocken bilden.
3
Absetzen lassen
Lass das Gefäß ruhig stehen, bis sich die Flocken am Boden gesammelt haben und das Wasser darüber klar ist.
4
Abgießen
Gieße die klare Phase vorsichtig durch ein sauberes Tuch in ein zweites Gefäß, ohne den Bodensatz aufzuwirbeln.
5
Desinfizieren
Desinfiziere das geklärte Wasser durch Abkochen oder chemisch – außer das Produkt ist ausdrücklich ein zugelassenes Flockungs-Desinfektions-Kombiprodukt und wurde genau nach Anleitung verwendet.
Im Zweifel zusätzlich abkochen.
Häufige Fehler
×Geklärtes Wasser ohne Desinfektion trinken
×Mengen schätzen statt der Anleitung zu folgen
×Den Bodensatz mit abgießen
×Zu früh abgießen, bevor sich die Flocken gesetzt haben
×Flockung bei Verdacht auf Chemikalien für ausreichend halten
Grenzen und Risiken
–Entfernt kein Salz
–Gelöste Chemikalien werden nicht zuverlässig entfernt
–Ohne Desinfektionsschritt keine sichere Entkeimung
–Wirkung hängt von Wasserbeschaffenheit und Produkt ab
Quellen
[1]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for Water Disinfection for Wilderness, International Travel, and Austere Situations: 2019 Update
[3]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
Entsalzung durch Destillation auf dem Kocher: Prinzip und Grenzen
Meer- oder Brackwasser lässt sich nur durch Destillation (oder spezielle Entsalzungsgeräte) trinkbar machen – Filter, Tabletten und Abkochen entfernen kein Salz. Mit Topf, umgedrehtem Deckel und Auffanggefäß kann man im Notfall kleine Mengen destillieren. Der Brennstoffbedarf ist hoch und der Ertrag klein. Meerwasser nie direkt trinken.
Meerwasser nicht trinken, auch nicht in kleinen Mengen oder mit Süßwasser gemischt: Es entzieht dem Körper Wasser und verschlimmert den Mangel.
Dampf, heiße Deckel und kochendes Wasser verursachen schwere Verbrühungen. Kocher und Feuer nur im Freien oder mit sehr guter Belüftung betreiben – Kohlenmonoxidgefahr.
Flüchtige Chemikalien wie Kraftstoffe können mit dem Dampf übergehen. Bei Verdacht auf Öl oder Chemikalien nicht destillieren, sondern andere Quelle suchen.
Material
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan) – Mit gewölbtem oder umdrehbarem Deckel
Fülle den Topf nur teilweise mit Salzwasser und stelle ein kleines, hitzefestes Auffanggefäß so hinein, dass es nicht umkippt und kein Salzwasser hineinspritzt – oder fange das Kondensat außen über einen Schlauch auf, falls vorhanden.
2
Deckel umdrehen
Lege den Deckel umgedreht auf, sodass seine tiefste Stelle über dem Auffanggefäß liegt. Kaltes Wasser oder Schnee auf dem Deckel verstärkt die Kondensation.
3
Sanft erhitzen
Erhitze so, dass das Wasser köchelt, aber nicht sprudelt – sonst spritzt Salzwasser ins Auffanggefäß.
Deckel und Dampf sind sehr heiß; mit Topflappen arbeiten.
4
Prüfen
Lass das Kondensat abkühlen und koste eine winzige Menge: Schmeckt es salzig, ist Salzwasser hineingespritzt – erneut destillieren.
5
Sauber lagern
Fülle das Destillat in einen sauberen Behälter. Den Salzrückstand im Topf regelmäßig entfernen.
Häufige Fehler
×Meerwasser ‘nur ein bisschen’ trinken
×Zu stark kochen, sodass Salzwasser ins Auffanggefäß spritzt
×Kocher in Zelt oder Innenraum betreiben
×Destillation für Öl- oder Kraftstoffbelastung nutzen
×Brennstoffbedarf unterschätzen
Grenzen und Risiken
–Nur kleine Mengen
–Flüchtige Chemikalien können übergehen
–Abhängig von Brennstoff
–Auffanggefäß muss sauber sein, sonst Wiederverkeimung
Quellen
[1]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[2]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
30 · Speichern und Transport · Fachliche Prüfung folgt
Wasser sicher lagern und transportieren
Aufbereitetes Wasser bleibt nur sicher, wenn Behälter sauber, lebensmittelecht und verschlossen sind und beim Entnehmen nicht verunreinigt werden. Behälter, die je Chemikalien oder Kraftstoff enthielten, sind für Trinkwasser tabu.
Niemals Behälter verwenden, die Chemikalien, Kraftstoff oder Reiniger enthielten – Rückstände lassen sich nicht zuverlässig entfernen.
Nicht mit Händen oder Bechern in den Vorrat greifen; über einen Hahn oder durch Ausgießen entnehmen.
Material
Lebensmittelechter Wasserkanister
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)(optional)
Einwandige Edelstahlflasche(optional)
Unparfümierte Haushaltsbleiche (Natriumhypochlorit)(optional) – Zur Behälterdesinfektion nur nach Behördenanleitung
Schritte
1
Behälter auswählen
Verwende lebensmittelechte, dicht verschließbare Behälter, möglichst mit enger Öffnung oder Zapfhahn.
2
Reinigen
Wasche Behälter mit Spülmittel und sauberem Wasser und spüle gründlich nach. Für die Desinfektion von Behältern geben Gesundheitsbehörden Anleitungen mit Bleichlösung – nur diese Angaben verwenden.
3
Hygienisch füllen
Fülle aufbereitetes Wasser ein, ohne Innenseite oder Gewinde mit den Fingern zu berühren, und verschließe sofort.
4
Beschriften und lagern
Beschrifte Inhalt und Datum und lagere kühl, dunkel und getrennt von Chemikalien und Kraftstoffen.
5
Regelmäßig erneuern
Erneuere selbst abgefüllte Vorräte nach den Empfehlungen der zuständigen Behörde; gekauftes Wasser nach Mindesthaltbarkeitsdatum.
Geeignete und ungeeignete Behälter für Trinkwasser
Häufige Fehler
×Alte Kraftstoff- oder Reinigerkanister verwenden
×Mit dem Becher aus dem Vorrat schöpfen
×Behälter in der Sonne oder neben Kraftstoff lagern
×Roh- und Trinkwasserbehälter verwechseln
Grenzen und Risiken
–Lagerung macht unsicheres Wasser nicht sicher
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
[2]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
https://www.bbk.bund.de
[3]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
31 · Speichern und Transport · Fachliche Prüfung folgt
Wasserhygiene und Reinigung von Behältern
Sicher aufbereitetes Wasser wird oft erst danach wieder verunreinigt: durch ungewaschene Hände, schmutzige Becher, Trinkschläuche und Behälter. Saubere Hände, getrennte Gefäße für Roh- und Trinkwasser und regelmäßig gereinigte Behälter schließen diese letzte Lücke.
Hände und Gefäße, die mit Rohwasser in Kontakt waren, können aufbereitetes Wasser sofort wieder verunreinigen. Roh- und Trinkwasser strikt trennen.
Bleiche niemals mit anderen Reinigern, insbesondere säure- oder ammoniakhaltigen, mischen – dabei können giftige Gase entstehen. Nur unparfümierte Bleiche ohne Zusätze verwenden und die Mengenangaben der Gesundheitsbehörde einhalten.
Behälter, die je Chemikalien, Kraftstoff oder Reiniger enthielten, auch nach gründlichem Waschen nicht für Trinkwasser verwenden.
Material
Lebensmittelechter Wasserkanister(optional)
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)(optional)
Unparfümierte Haushaltsbleiche (Natriumhypochlorit)(optional) – Nur unparfümiert und nur nach Behördenanleitung zur Behälterdesinfektion
Seife / Spülmittel – Für Hände und zum Auswaschen der Behälter
Schritte
1
Hände waschen
Wasche die Hände mit Seife, bevor du aufbereitetes Wasser abfüllst, Essen zubereitest oder Trinkgefäße anfasst – und immer nach dem Toilettengang. Wenn Wasser knapp ist, mit wenig Wasser einseifen und mit einem kleinen Schwall abspülen.
2
Roh- und Trinkwasser trennen
Verwende eigene, deutlich markierte Gefäße für Rohwasser und für aufbereitetes Wasser. Schöpfgefäße für Rohwasser nie in den Trinkwasservorrat tauchen.
3
Behälter mechanisch reinigen
Spüle Behälter mit warmem Wasser und Seife oder Spülmittel aus und schrubbe Innenwände, Deckel, Gewinde und Hähne mit einer Bürste. Belag und Ablagerungen vollständig entfernen.
4
Gründlich nachspülen
Spüle mehrfach mit sicherem Wasser nach, bis kein Seifenrest mehr bleibt.
5
Bei Bedarf desinfizieren
Nach Verunreinigung, nach längerer Lagerung oder vor dem ersten Gebrauch können Behälter mit einer verdünnten Bleichlösung desinfiziert werden. Verwende dafür ausschließlich die Konzentrations- und Zeitangaben einer Gesundheitsbehörde und spüle danach mit sicherem Wasser nach.
Bleiche nie mit anderen Reinigern mischen.
6
Trocknen und verschlossen lagern
Lass Behälter offen und kopfüber an einem sauberen Ort trocknen und verschließe sie dann. Trinkblasen und Schläuche möglichst offen trocknen lassen.
Häufige Fehler
×Nur ausspülen statt mechanisch schrubben
×Trinkschläuche, Mundstücke und Deckelgewinde vergessen
×Mit einem Becher in den Vorrat schöpfen
×Parfümierte Bleiche oder Bleiche mit Zusätzen verwenden
×Bleiche mit anderen Reinigern mischen
×Behälter feucht verschließen und warm lagern
Grenzen und Risiken
–Ersetzt nicht die Aufbereitung von Rohwasser
–Keine eigenen Dosierangaben – Behördenanleitung maßgeblich
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
[2]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
32 · Speichern und Transport · Fachliche Prüfung folgt
Wasser tragen und transportieren
Ein Liter Wasser wiegt rund ein Kilogramm – Wasser ist oft die schwerste Last. Mehrere kleinere Behälter statt eines großen, klare Trennung von Roh- und Trinkwasser, körpernahes Tragen und Schutz vor Hitze und Frost machen den Transport sicherer und verhindern, dass ein Leck den ganzen Vorrat kostet.
Niemals Behälter verwenden, die Kraftstoffe, Reiniger oder andere Chemikalien enthielten – auch nicht nach dem Ausspülen.
Schwere Wasserlasten belasten Rücken und Gelenke. Last verteilen, eng am Körper tragen, mit den Beinen heben und Pausen einplanen.
Roh- und Trinkwasserbehälter eindeutig kennzeichnen und nie verwechseln.
Material
Faltkanister oder Wassersack
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)
Rucksack
Lebensmittelechter Wasserkanister(optional)
Schritte
1
Menge planen
Bestimme, wie viel bis zur nächsten sicheren Quelle nötig ist, plus Reserve – und ob du das Gewicht tragen kannst.
2
Auf Behälter verteilen
Verteile das Wasser auf mehrere Behälter; markiere Rohwasser deutlich anders als Trinkwasser.
3
Körpernah packen
Schwere Behälter im Rucksack nah am Rücken und mittig; Deckel prüfen, Behälter gegen Durchstechen schützen.
4
Vor Hitze und Frost schützen
Im Sommer im Schatten bzw. im Rucksack tragen, im Winter isoliert und körpernah; Flaschen bei Frost mit dem Deckel nach unten lagern, damit der Verschluss nicht zufriert.
5
Sauber umfüllen
Beim Umfüllen Öffnungen nicht berühren und keine Rohwasserbehälter an Trinkflaschen halten.
Häufige Fehler
×Allen Vorrat in einem Behälter
×Roh- und Trinkwasser nicht kennzeichnen
×Ehemalige Chemikalienkanister nutzen
×Schwere Last weit vom Rücken tragen
×Faltbehälter mit spitzen Gegenständen packen
Grenzen und Risiken
–Tragkraft begrenzt die Menge
–Kein Ersatz für Aufbereitung
Quellen
[1]
Sphere Association (2018): The Sphere Handbook: Humanitarian Charter and Minimum Standards in Humanitarian Response
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
33 · Speichern und Transport · Fachliche Prüfung folgt
Trinken und Wasser flüssig halten bei Kälte
Bei Kälte verliert der Körper über Atmung und Schweiß weiter Wasser, aber der Durst ist oft schwächer. Gleichzeitig frieren Flaschen und Schläuche ein. Warme Getränke aus Isolierflaschen, Flaschen nah am Körper oder im Schlafsack und festes Trinken nach Plan helfen. Schnee essen ist kein Ersatz.
Schnee oder Eis nicht in größeren Mengen essen: Es kühlt den Körper aus und ist ungeschmolzen nicht aufbereitet. Schnee schmelzen und das Wasser bei unsicherer Herkunft desinfizieren.
Heiße Flaschen nur fest verschlossen und in einer Hülle in den Schlafsack legen – Verbrühungs- und Auslaufgefahr. Keine Flaschen verwenden, die für heiße Flüssigkeiten nicht geeignet sind.
Hohlfaserfilter dürfen nicht gefrieren. Ein möglicherweise gefrorener Filter ist nicht mehr vertrauenswürdig – Wasser dann abkochen oder chemisch desinfizieren.
Material
Doppelwandige Isolierflasche
Einwandige Edelstahlflasche(optional) – Kann warmes Wasser aufnehmen; Verbrühungsgefahr beachten
Kocher(optional) – Zum Schmelzen von Schnee
Schlafsack(optional)
Schritte
1
Nach Plan trinken
Trinke regelmäßig in Pausen, auch ohne Durst. Achte auf die Farbe und Häufigkeit des Urins als groben Hinweis.
2
Warm abfüllen
Fülle morgens warmes (nicht kochendes) Wasser oder Tee in Isolierflaschen. Warme Getränke werden in der Kälte eher getrunken.
3
Nah am Körper tragen
Trage eine Flasche in einer Innentasche oder isoliert im Rucksack. Trinkschläuche frieren schnell ein; nach dem Trinken Wasser in die Blase zurückblasen oder auf Flaschen ausweichen.
4
Nachts schützen
Nimm die Wasserflasche und einen Filter nachts mit in den Schlafsack oder lagere die Flasche isoliert und kopfüber, damit der Verschluss weniger schnell zufriert.
5
Rechtzeitig schmelzen
Muss Schnee geschmolzen werden, abends genug für Nacht und Morgen schmelzen. Einen Rest Wasser im Topf vorlegen, damit der Schnee nicht anbrennt.
Häufige Fehler
×Nur bei Durst trinken
×Trinkschlauch offen in der Kälte lassen
×Schnee lutschen statt schmelzen
×Wasserfilter nachts draußen lassen
×Alkohol zum Aufwärmen trinken
Grenzen und Risiken
–Kein Ersatz für Aufbereitung
–Bei sehr tiefen Temperaturen frieren auch isolierte Behälter mit der Zeit
–Keine medizinische Beratung bei Unterkühlung
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Winter Weather
[3]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for Water Disinfection for Wilderness, International Travel, and Austere Situations: 2019 Update
34 · Speichern und Transport · Fachliche Prüfung folgt
Wasser von Abgabestellen und Tankwagen holen
Fällt die Leitungsversorgung länger aus, stellen Behörden oder Versorger oft Wasser bereit: Tankwagen, Abgabestellen, Flaschenwasser oder in manchen Ländern Notbrunnen. Wichtig sind saubere, verschließbare Behälter, eine Möglichkeit zum Tragen und das Befolgen der Hinweise – etwa ob das Wasser vor dem Trinken abgekocht werden muss.
Hinweise an der Ausgabestelle beachten: Manchmal ist das Wasser nur zum Abkochen oder nur für Hygiene bestimmt. Im Zweifel nachfragen.
Nur saubere, lebensmittelechte Behälter verwenden, nie Kanister, die Kraftstoff, Chemikalien oder Reinigungsmittel enthielten. Hände und Hahn nicht in Kontakt mit dem Wasser bringen.
Volle Kanister sind schwer. Lieber mehrere kleinere Behälter, Rollwagen oder Hilfe nutzen, um Rücken- und Sturzverletzungen zu vermeiden.
Material
Lebensmittelechter Wasserkanister – Sauber, lebensmittelecht, mit Deckel
Faltkanister oder Wassersack(optional)
Lebensmittelechter Wasserbeutel(optional)
Beschriftungsanhänger und wasserfester Stift(optional)
Schritte
1
Informieren
Höre auf Radio, Warn-Apps, Lautsprecherdurchsagen und Aushänge, wo und wann Wasser ausgegeben wird und wofür es bestimmt ist.
2
Behälter vorbereiten
Reinige Behälter vorher und nimm passende Deckel mit. Beschrifte sie mit Datum und ggf. ‘Abkochen’.
3
Hygienisch abfüllen
Halte die Öffnung vom Hahn fern und berühre Innenseite und Deckel nicht. Verschließe den Behälter sofort.
4
Tragen und teilen
Transportiere das Wasser mit Rollwagen oder Rucksack und hilf Nachbarn, die nicht selbst tragen können.
5
Kühl lagern und zügig nutzen
Lagere das Wasser kühl und dunkel und verbrauche es zügig. Bei Zweifeln an der Qualität abkochen.
Häufige Fehler
×Ehemalige Kraftstoff- oder Chemikalienkanister verwenden
×Hinweise ‘Nur abgekocht trinken’ übersehen
×Zu große Kanister allein tragen
×Wasser offen transportieren
Grenzen und Risiken
–Ort, Zeit und Menge bestimmen die Behörden
–Nicht überall gibt es Notbrunnen
–Wasser kann bei falscher Lagerung wieder verkeimen
Quellen
[1]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
https://www.bbk.bund.de
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Water (emergency water supply guidance)
[3]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
35 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Wasserbedarf des Körpers
Der Wasserbedarf eines Menschen ist keine feste Zahl: Hitze, Anstrengung, Höhe, Kälte und Gesundheit verändern ihn stark. Für die Planung von Vorräten nennen Behörden Richtwerte; unterwegs zählt, Wasserverlust zu begrenzen und Wasser rechtzeitig sicher aufzubereiten.
Verwirrtheit, starke Benommenheit, kaum noch Urin oder Bewusstseinsstörungen können auf eine ernste Austrocknung oder Hitzeerkrankung hinweisen – medizinische Hilfe über den Notruf anfordern.
Durst rechtfertigt kein unbehandeltes Wasser aus unsicheren Quellen, solange eine Aufbereitung möglich ist. Durchfallerkrankungen verschärfen den Wasserverlust erheblich.
Schritte
1
Vorrat planen
Plane Trinkwasservorräte nach den Richtwerten der zuständigen Behörde. Das BBK empfiehlt für die Notfallvorsorge, pro Person und Tag rund zwei Liter einzuplanen (Trinken und einfache Zubereitung von Essen). Für Hitze, Kinder, Kranke, Stillende und Haustiere zusätzlich Reserve vorsehen.
2
Wasserverlust begrenzen
Verlege Anstrengung in kühlere Tageszeiten, bleibe im Schatten, trage bedeckende, luftige Kleidung und Kopfbedeckung. In Kälte ebenfalls trinken: Kälte dämpft das Durstgefühl, der Verlust über die Atmung bleibt.
3
Auf Warnzeichen achten
Achte auf Durst, dunklen und seltenen Urin, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel. Diese Zeichen sind ein Signal, die Wasserversorgung zur Priorität zu machen.
Häufige Fehler
×Den Vorrat nur nach Trinkmenge berechnen und Kochen, Hygiene und Reserve vergessen
×In Kälte oder Höhe zu wenig trinken, weil der Durst fehlt
×Aus Angst vor Knappheit vorhandenes sicheres Wasser zurückhalten, bis Leistungsfähigkeit und Urteilsvermögen leiden
×Alkohol als Flüssigkeitsersatz betrachten
Grenzen und Risiken
–Keine individuelle medizinische Empfehlung
–Richtwerte gelten für gesunde Erwachsene bei gemäßigten Bedingungen
Quellen
[1]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
https://www.bbk.bund.de
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
36 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Meerwasser und Salzwasser
Meerwasser darf nicht getrunken werden: Der Körper muss das Salz mit zusätzlichem Wasser ausscheiden, die Austrocknung verschlimmert sich. Abkochen, Filter, Chlor, UV und Aktivkohle entfernen kein Salz – nur Destillation oder spezielle Entsalzungsgeräte.
Kein Meerwasser trinken, auch nicht in kleinen Mengen oder mit Süßwasser gemischt, um Vorräte zu strecken.
Abkochen, Filter, Chlor, UV und Aktivkohle entfernen kein Salz. Abkochen erhöht die Salzkonzentration sogar.
37 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Häufige Fehler bei der Wasseraufbereitung
Die gefährlichsten Fehler entstehen nicht durch falsche Technik, sondern durch falsche Annahmen: dass klares Wasser sicher sei, dass ein Filter alles entferne oder dass Abkochen gegen Chemikalien helfe. Kein einzelnes Verfahren deckt alle Risiken ab.
Bei Verdacht auf chemische Belastung (Hochwasser, Industrie, Bergbau, Landwirtschaft) gibt es keine verlässliche Feldaufbereitung. Andere Quelle oder offiziell bereitgestelltes Wasser nutzen und Anweisungen der Behörden folgen.
Kein einzelnes Verfahren entfernt Trübung, alle Erreger, Chemikalien und Salz zugleich. Verfahren gezielt kombinieren.
Schritte
1
Quelle einschätzen
Frage: Ist das Wasser trüb? Gibt es Menschen oder Tiere oberhalb? Gibt es Hinweise auf Chemikalien? Ist es salzig?
2
Erst klären
Reduziere Trübung durch Absetzen und Vorfiltern, bevor du desinfizierst oder filterst.
3
Dann gezielt entkeimen
Wähle ein Verfahren oder eine Kombination, die Bakterien, Viren und Protozoen abdeckt – z. B. Abkochen, oder Filter plus chemische Desinfektion.
4
Sauber lagern
Bewahre aufbereitetes Wasser in sauberen, verschlossenen Behältern auf.
Wasser aufbereiten: Verfahren im Vergleich
Methode
Trübung
Bakterien
Viren
Protozoen (Giardia, Cryptosporidium)
Chemikalien
Salz
Wasser abkochen
○Nein
●Ja
●Ja
●Ja
○Nein
○Nein
Desinfektion mit Chlor
○Nein
●Ja
●Ja
◐Teilweise
○Nein
○Nein
Desinfektion mit Chlordioxid
○Nein
●Ja
●Ja
◇Abhängig
○Nein
○Nein
UV-Entkeimung und Solare Wasserdesinfektion (SODIS)
○Nein
●Ja
◇Abhängig
◇Abhängig
○Nein
○Nein
Hohlfaser- und Membranfilter
◐Teilweise
●Ja
○Nein
●Ja
○Nein
○Nein
Keramikfilter
◐Teilweise
●Ja
○Nein
●Ja
○Nein
○Nein
Aktivkohle
○Nein
○Nein
○Nein
○Nein
◐Teilweise
○Nein
Improvisierter Sand-Kies-Filter (Lehrmodell)
◐Teilweise
○Nein
○Nein
○Nein
○Nein
○Nein
Destillation und Solardestille
●Ja
●Ja
●Ja
●Ja
◐Teilweise
●Ja
Absetzen lassen und Vorfiltern
◐Teilweise
○Nein
○Nein
○Nein
○Nein
○Nein
● Ja◐ Teilweise◇ Abhängig○ Nein
Welches Verfahren wirkt auf welches Problem?
Häufige Fehler
×Klares, kaltes oder fließendes Wasser für sicher halten
×Tuch-, Sand- oder Kohlefilter für eine Entkeimung halten
×Hohlfaserfilter mit 0,1–0,2 µm für virensicher halten
×Chlor für wirksam gegen Cryptosporidium halten
×Einwirkzeiten verkürzen, besonders bei kaltem Wasser
×UV oder Chlor bei trübem Wasser ohne Vorklärung anwenden
×Abkochen bei Chemikalienverdacht für ausreichend halten
×Meerwasser abkochen oder filtern und für trinkbar halten
×Gefrorene Filter weiterverwenden
×Aufbereitetes Wasser mit Rohwasser, schmutzigen Händen oder Behältern wieder verunreinigen
Grenzen und Risiken
–Allgemeine Übersicht – Produktangaben und Behördenanweisungen haben Vorrang
Quellen
[1]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
38 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Chemische Verunreinigung: was sich im Feld nicht beheben lässt
Abkochen, Filtern, Chlor und UV wirken gegen Krankheitserreger – nicht zuverlässig gegen gelöste Chemikalien wie Kraftstoffe, Lösungsmittel, Pflanzenschutzmittel oder Schwermetalle. Bei Verdacht auf chemische Belastung ist die einzige sichere Feldentscheidung: eine andere Quelle nutzen.
Es gibt keine einfache Feldmethode, die Chemikalien zuverlässig entfernt. Abkochen kann manche Stoffe durch Verdunsten des Wassers sogar aufkonzentrieren.
Fehlender Geruch, fehlende Färbung oder klares Aussehen beweisen nicht, dass Wasser frei von Chemikalien ist.
Bei Verdacht auf Vergiftung nach dem Trinken den Notruf oder den Giftnotruf verständigen.
Nach Hochwasser, Industrieunfällen oder Bränden die Anweisungen der Behörden zum Trinkwasser befolgen – auch dann, wenn Leitungswasser äußerlich unverändert wirkt.
Schritte
1
Umgebung lesen
Achte oberhalb und rund um die Quelle auf Industrie, Bergbau, Halden, Deponien, Straßen, Bahnlinien, Tankstellen, intensiv bewirtschaftete Felder, Brandflächen und Unfallstellen.
2
Warnzeichen am Wasser
Ölfilm oder schillernde Oberfläche, Geruch nach Kraftstoff oder Chemikalien, ungewöhnliche Färbung, Schaum, tote Fische oder Tiere und fehlender Bewuchs am Ufer sind Gründe, die Quelle zu meiden. Ihr Fehlen ist aber kein Beweis für Unbedenklichkeit.
3
Andere Quelle wählen
Bei Verdacht nicht aufbereiten, sondern ausweichen: gelagerte Vorräte, abgefülltes Wasser, behördlich bereitgestelltes Wasser, Regenwasser von sauberen Flächen oder eine Quelle oberhalb der Belastung.
4
Behörden folgen
In Katastrophenlagen geben Wasserversorger und Behörden an, ob Leitungswasser abgekocht oder gar nicht genutzt werden soll. Ein Abkochgebot schützt vor Erregern, nicht vor Chemikalien; bei einem Nutzungsverbot hilft Abkochen nicht.
Häufige Fehler
×Wasser mit Kraftstoffgeruch abkochen und trinken
×Einem Outdoorfilter Schutz vor Chemikalien zuschreiben
×Ein Abkochgebot und ein Nutzungsverbot verwechseln
×Klares Wasser aus Bergbau- oder Industriegebieten für sicher halten
×Hochwasser als Trinkwasserquelle verwenden
Grenzen und Risiken
–Keine Analyse – nur Risikoeinschätzung anhand der Umgebung
–Natürlich vorkommende Stoffe im Grundwasser (z. B. Arsen in manchen Regionen) sind im Feld nicht erkennbar
–Keine medizinische Anleitung
Quellen
[1]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
39 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Wasser bei Naturkatastrophen und Ausfall der Versorgung
Hochwasser, Stürme, Erdbeben oder lange Stromausfälle können die Trinkwasserversorgung unterbrechen oder verunreinigen. Entscheidend sind ein vorbereiteter Vorrat, das Befolgen behördlicher Hinweise wie Abkochgebote und die Vorsicht gegenüber Hochwasser, das fast immer verunreinigt ist.
Hochwasser enthält in der Regel Abwasser, Kraftstoffe und Chemikalien. Nicht trinken, nicht zum Zähneputzen oder Zubereiten von Essen verwenden und Kontakt möglichst vermeiden.
Behördliche Hinweise zum Leitungswasser haben Vorrang. Ein Abkochgebot gilt auch für Zähneputzen, Eiswürfel und das Waschen von Lebensmitteln, die roh gegessen werden.
Kocher, Grills und Generatoren zum Abkochen nur im Freien betreiben – nie in Wohnräumen, Garagen oder Kellern (Kohlenmonoxid).
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)(optional) – Gekauftes Wasser als Vorrat
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)(optional) – Zum Abkochen, wenn Energie verfügbar ist
Chlortabletten (NaDCC) zur Trinkwasserdesinfektion(optional)
Schritte
1
Vorrat anlegen
Lege einen Trinkwasservorrat nach den Richtwerten deiner Behörde an. Das BBK nennt für die Notfallvorsorge rund zwei Liter pro Person und Tag und empfiehlt einen Vorrat für mehrere Tage; Reserve für Hygiene, Kinder, Kranke und Haustiere einplanen.
2
Warnungen verfolgen
Halte ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio und Warn-Apps bereit. Achte auf Abkochgebote, Nutzungsverbote und Ausgabestellen für Trinkwasser.
3
Vor dem Ereignis füllen
Wenn ein Ereignis angekündigt ist (Sturm, Hochwasser), saubere, lebensmittelechte Behälter mit Leitungswasser füllen, solange es noch als sicher gilt. Badewanne oder Eimer können zusätzlich Brauchwasser für die Toilettenspülung liefern – nicht als Trinkwasser.
4
Vorrat nach Zweck einteilen
Sicheres Wasser zuerst für Trinken und Essenszubereitung verwenden; für Toilettenspülung und grobe Reinigung Brauchwasser nutzen.
5
Wenn nötig aufbereiten
Wenn kein sicheres Wasser verfügbar ist und keine Chemikalien zu befürchten sind, trübes Wasser zuerst klären und dann abkochen oder nach Anleitung chemisch desinfizieren.
6
Nach Wiederherstellung
Folge den Anweisungen des Versorgers, wie Leitungen nach Aufhebung eines Abkochgebots gespült werden sollen. Eigene Brunnen nach Überflutung erst nach Prüfung bzw. nach Behördenanleitung wieder nutzen.
Häufige Fehler
×Erst bei Eintritt der Krise an einen Vorrat denken
×Hochwasser abkochen und trinken
×Ein Abkochgebot beim Zähneputzen oder für Eiswürfel ignorieren
×Brauchwasser aus Badewanne oder Eimern als Trinkwasser verwenden
×Kocher oder Generator in Innenräumen betreiben
×Einen überfluteten Brunnen ohne Prüfung weiter nutzen
Grenzen und Risiken
–Regionale Behördenempfehlungen haben Vorrang
–Keine Anleitung zur Aufbereitung chemisch belasteten Wassers
–Keine Anleitung zur Sanierung von Brunnen
Quellen
[1]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
https://www.bbk.bund.de
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
[3]
United States Environmental Protection Agency: Emergency Disinfection of Drinking Water
40 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Notwasser aus Warmwasserspeicher und Leitungen
Fällt die Versorgung aus, steckt im Haus oft noch Wasser: im Warmwasserspeicher, in den Leitungen und in Eiswürfeln. Es lässt sich sicher ablassen, wenn Strom bzw. Gas am Speicher abgeschaltet und der Zulauf geschlossen ist. Wasser aus Heizungsanlagen, Toilettenbecken, Wasserbetten oder Pools ist kein Trinkwasser.
Wasser im Speicher kann sehr heiß sein – Verbrühungsgefahr. Vor dem Ablassen abkühlen lassen.
Vor dem Ablassen Strom bzw. Gas am Warmwasserspeicher abschalten und erst wieder einschalten, wenn der Speicher vollständig gefüllt ist. Ein leer beheizter Speicher kann beschädigt werden oder einen Brand verursachen. Gasgeräte nach Herstellerangabe oder durch Fachleute wieder in Betrieb nehmen.
Kein Trinkwasser: Wasser aus Heizkörpern und Heizungsanlagen (Zusätze), Toilettenbecken und -spülkästen, Wasserbetten, Pools und Whirlpools.
Wird vor Verunreinigung des Netzes gewarnt (z. B. Rohrbruch, Hochwasser), Hauptabsperrventil schließen, damit kein verunreinigtes Wasser nachläuft – wenn die Behörde dazu rät.
Stirnlampe / Taschenlampe(optional) – Bei Stromausfall im Keller
Schritte
1
Hauptventil schließen
Schließe bei Warnungen vor verunreinigtem Wasser das Hauptabsperrventil, damit kein verunreinigtes Wasser in Leitungen und Speicher gelangt.
2
Leitungen entleeren
Öffne die höchstgelegene Zapfstelle im Haus, damit Luft nachströmt, und fange an der tiefsten Zapfstelle das Wasser in sauberen Behältern auf.
3
Speicher abschalten
Schalte Strom bzw. Gas am Warmwasserspeicher ab und lass das Wasser abkühlen.
Nie einen leeren Speicher wieder einschalten.
4
Speicher ablassen
Schließe den Kaltwasserzulauf am Speicher, öffne eine Warmwasser-Zapfstelle zur Belüftung und lass das Wasser am Entleerungshahn ab. Das erste Wasser kann Ablagerungen enthalten – absetzen lassen.
5
Bei Zweifel aufbereiten
War die Versorgung möglicherweise schon verunreinigt, das Wasser vor dem Trinken abkochen oder nach Behördenangabe desinfizieren.
6
Erst füllen, dann heizen
Nach Wiederherstellung den Speicher vollständig füllen und entlüften, bevor Strom oder Gas wieder eingeschaltet werden.
Häufige Fehler
×Heißes Wasser sofort ablassen
×Den leeren Speicher wieder einschalten
×Heizungswasser trinken
×Hauptventil bei Verunreinigungswarnung offen lassen
×Ablagerungen mittrinken
Grenzen und Risiken
–Begrenzte Menge
–Nur so sauber wie das Wasser vor dem Ausfall
–Nicht bei Durchlauferhitzern
Quellen
[1]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Water (emergency water supply guidance)
41 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Abkochgebot und Wasser bei Hochwasser
Bei einem Abkochgebot ist Leitungswasser mikrobiologisch nicht sicher; für Trinken, Zähneputzen, Eiswürfel, Säuglingsnahrung und Essenszubereitung wird abgekochtes oder abgefülltes Wasser verwendet. Bei einem Nutzungsverbot (‘nicht trinken’) hilft Abkochen nicht. Hochwasser ist fast immer mit Abwasser und Chemikalien belastet.
Auf die Art der Anordnung achten: Abkochgebot = Abkochen hilft. ‘Nicht trinken’ oder ‘nicht nutzen’ = Abkochen hilft nicht und kann Stoffe konzentrieren – nur Ersatzwasser verwenden.
Hochwasser nicht trinken und Kontakt meiden. Lebensmittel, Getränke und Behälter, die mit Hochwasser in Berührung kamen, nach Behördenangabe entsorgen oder reinigen.
Ein überfluteter Hausbrunnen gilt als verunreinigt, bis er nach Behördenangabe geprüft bzw. desinfiziert ist.
Für Säuglingsnahrung besonders sorgfältig vorgehen; Hinweise von Behörde und Kinderarzt bzw. Kinderärztin folgen.
Material
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)
Kocher(optional)
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)(optional) – Abgefülltes Wasser
Lebensmittelechter Wasserkanister(optional)
Schritte
1
Anordnung genau lesen
Prüfe über offizielle Kanäle, welche Art Anordnung gilt, für welches Gebiet und wofür das Wasser genutzt werden darf.
2
Abkochen für alles, was in den Mund kommt
Trinkwasser, Zähneputzen, Eiswürfel, Säuglingsnahrung, Waschen von roh gegessenem Obst und Gemüse sowie Kochen: abgekochtes oder abgefülltes Wasser verwenden.
3
Körperpflege nach Hinweis
Duschen und Händewaschen sind meist nach Behördenangabe möglich; kein Wasser schlucken, Kleinkinder besonders beaufsichtigen.
4
Geräte beachten
Eis aus Eiswürfelbereitern verwerfen; Geräte mit Wasseranschluss nach Behördenangabe behandeln.
5
Nach Aufhebung spülen
Nach Aufhebung die Leitungen nach Anweisung des Versorgers spülen, Eis verwerfen und Filterkartuschen ggf. tauschen.
Häufige Fehler
×Abkochgebot und Nutzungsverbot verwechseln
×Zähneputzen mit Leitungswasser
×Alte Eiswürfel verwenden
×Mit Hochwasser in Kontakt gekommene Getränke trinken
×Nach Aufhebung nicht spülen
Grenzen und Risiken
–Keine Hilfe bei chemischer Belastung
–Abhängig von verfügbarer Energie
–Gilt nur für das genannte Gebiet und die genannte Dauer
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
[2]
World Health Organization (2015): Boil water – Technical brief
[3]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
42 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Wasser in der Gruppe messen und einteilen
Wenn Wasser knapp ist, hilft ein klarer Plan: Bestand messen, Trinkwasser vor allem anderen sichern, gerecht nach Bedarf verteilen und Verluste senken. Trinkwasser selbst unter das Nötige zu kürzen, ist gefährlich – besser Schweiß, Anstrengung und Verschwendung reduzieren und früh Hilfe oder Nachschub organisieren.
Zu wenig zu trinken führt besonders bei Hitze und Anstrengung schnell zu gefährlichen Zuständen. Nicht den Trinkwasseranteil kürzen, sondern Verluste senken. Bei Verwirrtheit, starker Schwäche, Bewusstseinsstörung oder ausbleibendem Urin den Notruf wählen (112 in der EU).
Kinder, Ältere, Kranke, Schwangere und Stillende sowie körperlich Arbeitende brauchen besondere Aufmerksamkeit und oft mehr.
Knappheit ist kein Grund, unaufbereitetes Wasser zu trinken – Durchfall verschärft den Wassermangel.
Material
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter) – Markierte Flaschen pro Person
Beschriftungsanhänger und wasserfester Stift(optional)
Notizbuch und Bleistift(optional)
Schritte
1
Bestand messen
Erfasse alle Behälter mit Volumen und Inhalt (Rohwasser oder aufbereitet) und notiere die Summe.
2
Zeitraum abschätzen
Schätze, wann Nachschub oder Hilfe realistisch ist, und plane mit Reserve.
3
Prioritäten festlegen
Trinkwasser zuerst, dann Wasser für Säuglingsnahrung und Medikamente, dann Kochen, dann Hygiene. Für Hygiene gezielt sparen (z. B. Händewaschen mit wenig Wasser).
4
Messbar verteilen
Gib jedem eine markierte Flasche und fülle zu festen Zeiten nach – nach Bedarf, nicht nach Lautstärke.
5
Verluste senken
Schatten, Ruhe in der Hitze, Arbeit in kühle Tageszeiten verlegen, Alkohol meiden, salzige Speisen reduzieren, wenn Wasser knapp ist.
6
Auf Warnzeichen achten
Dunkler Urin, Kopfschmerz, Schwindel und starke Müdigkeit sind Warnsignale: Betroffene trinken lassen und Nachschub oder Hilfe priorisieren.
Häufige Fehler
×Trinkwasser stark kürzen statt Verluste zu senken
×Wasser für Hygiene und Trinken nicht trennen
×Bestand nur schätzen
×Heimliche Extraportionen dulden
×Hilfe zu spät organisieren
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keinen Nachschub
–Keine medizinische Behandlung
–Planungswerte sind keine individuellen Empfehlungen
Quellen
[1]
Sphere Association (2018): The Sphere Handbook: Humanitarian Charter and Minimum Standards in Humanitarian Response
[2]
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
[3]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Prevention and Treatment of Heat Illness: 2019 Update
43 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Wasser nach Verwendungszweck trennen: Trink-, Hygiene- und Brauchwasser
Bei knappem Wasser hilft es, Wasser in Stufen einzuteilen: sicheres Trinkwasser für Trinken, Kochen, Zähneputzen und Babynahrung; aufbereitetes oder sauberes Wasser für Händewaschen; Brauchwasser aus Badewanne, Regentonne oder Pool nur für Toilettenspülung und Putzen. Klare Kennzeichnung verhindert Verwechslungen.
Wasser aus Pools, Whirlpools, Wasserbetten, Heizungen, Toilettenbecken und Aquarien ist kein Trinkwasser und lässt sich im Haushalt nicht sicher trinkbar machen. Höchstens für die Toilettenspülung verwenden.
Behälter mit Brauchwasser deutlich als ‘Kein Trinkwasser’ kennzeichnen und getrennt von Trinkwasser lagern – besonders, wenn Kinder im Haushalt sind.
Für Händewaschen, Zähneputzen und Lebensmittel nur sicheres oder aufbereitetes Wasser verwenden. Bei Abkochgebot gilt dies auch für Zähneputzen und Eiswürfel.
Material
Lebensmittelechter Wasserkanister – Getrennte Behälter je Stufe
Beschriftungsanhänger und wasserfester Stift – Deutliche Beschriftung
Verzinkter Eimer(optional) – Für Brauchwasser zum Spülen
Weise jeder Stufe eigene Behälter zu, beschrifte sie deutlich und lagere sie an verschiedenen Orten – Trinkwasser kühl, dunkel und sauber.
3
Brauchwasser nutzen
Nutze Badewannen-, Regen- oder Poolwasser zum Spülen, indem du es direkt in das Toilettenbecken gießt. Achte bei Stromausfall in Hochhäusern und bei Hebeanlagen auf Hinweise der Hausverwaltung.
4
Alle einweisen
Erkläre allen im Haushalt, welches Wasser wofür ist. Kinder sollten Brauchwasserbehälter nicht erreichen können.
Häufige Fehler
×Brauchwasser in unbeschriftete Flaschen füllen
×Poolwasser für Trinkwasser halten, weil es gechlort ist
×Zähneputzen mit unbehandeltem Wasser
×Trink- und Brauchwasser mit derselben Schöpfkelle entnehmen
Grenzen und Risiken
–Ersetzt keinen ausreichenden Trinkwasservorrat
–Brauchwasser bleibt unsicher für Mund und Lebensmittel
–Toilettenspülung funktioniert nur, wenn das Abwassersystem intakt ist
Quellen
[1]
U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Are You Ready? An In-Depth Guide to Citizen Preparedness
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Water (emergency water supply guidance)
[3]
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Deutschland: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
44 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Wasser für Haustiere in Notlagen
Haustiere brauchen in Notlagen eigenes, sicheres Trinkwasser und gehören in die Vorratsplanung. Sie sollten kein Hochwasser, Pfützenwasser, Wasser aus Toilettenbecken oder Gewässer mit Algenblüte trinken. Die nötige Menge hängt von Tierart, Größe, Futter und Wetter ab – im Zweifel die Tierarztpraxis fragen.
Gewässer mit Algenblüte (grünliche, bläuliche oder rötliche Schlieren, Schaum, Farbteppich) können für Tiere, besonders Hunde, tödlich giftig sein. Tiere fernhalten und nicht darin baden oder daraus trinken lassen; bei Symptomen sofort tierärztliche Hilfe.
Hochwasser und Pfützen nach Überschwemmungen können Abwasser, Kraftstoff und Chemikalien enthalten. Tiere nicht trinken lassen und Fell sowie Pfoten nach Kontakt mit sauberem Wasser abwaschen.
Tiere bekommen dasselbe sichere oder aufbereitete Wasser wie Menschen. Chemisch desinfiziertes Wasser nur nach Herstellerangabe; bei Unsicherheit abgekochtes, abgekühltes Wasser verwenden und tierärztlich beraten lassen.
Material
Haustierbedarf für den Notfall
Lebensmittelechter Wasserkanister – Zusätzlicher Wasservorrat für Tiere
Faltkanister oder Wassersack(optional) – Für Evakuierung und unterwegs
Schritte
1
Bedarf erfragen
Frage in der Tierarztpraxis nach dem üblichen täglichen Wasserbedarf deines Tieres und wie sich Hitze, Futter und Aktivität auswirken.
2
Vorrat einplanen
Lege für die Tiere einen zusätzlichen Wasservorrat für dieselbe Anzahl von Tagen an wie für die Menschen und lagere ihn zusammen mit Futter und Napf.
3
Quellen kontrollieren
Halte Tiere bei Spaziergängen von Pfützen, Hochwasser und Gewässern mit Algenblüte fern. Toilettendeckel schließen, besonders wenn Reinigungsmittel im Spülkasten sind.
4
Für Evakuierung packen
Packe Wasser, Faltnapf und Futter in die Tiertasche. Bei Notunterkünften vorher klären, ob Tiere aufgenommen werden.
Häufige Fehler
×Tiere beim Wasservorrat vergessen
×Hund aus Hochwasser oder Algengewässer trinken lassen
×Offenen Toilettendeckel mit Reinigungsmitteln
×Den Wassernapf mit Brauchwasser füllen
Grenzen und Risiken
–Keine tiermedizinische Beratung
–Mengenangaben nur durch Tierarzt
–Spezialtiere (Reptilien, Fische) haben eigene Anforderungen
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Pets and animals – disaster preparedness guidance
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Floods
[3]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
45 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Eigener Brunnen nach Hochwasser
Wurde ein Hausbrunnen oder eine Zisterne überflutet, gilt das Wasser als verunreinigt, bis eine Untersuchung das Gegenteil zeigt. Nicht trinken, nicht zum Kochen oder Zähneputzen verwenden, Stromanschlüsse der Pumpe nicht unter Wasser berühren. Desinfektion und Spülung des Brunnens nach Anleitung der Behörde oder durch Fachleute, danach Wasserprobe.
Pumpen und Elektrik eines überfluteten Brunnens nicht berühren und nicht einschalten, solange sie nass sind oder im Wasser stehen – Stromschlaggefahr. Erst von Fachleuten prüfen lassen.
Bis zur Freigabe nicht trinken, nicht kochen, nicht Zähne putzen, keine Eiswürfel. Abkochen hilft nicht gegen Kraftstoffe, Öl oder Chemikalien, die mit dem Hochwasser eingetragen werden können.
Brunnendesinfektion (Schockchlorung) nur nach Anleitung der Behörde oder durch Fachleute. Keine selbst geschätzten Chlormengen; danach erst nach Laborbefund wieder nutzen.
Material
Lebensmittelechter Wasserkanister – Für Ersatzwasser während der Sperre
Einmalhandschuhe(optional)
Schritte
1
Nutzung sofort einstellen
Verwende das Brunnenwasser nicht mehr für Trinken, Kochen, Zähneputzen und Lebensmittel. Informiere alle im Haushalt und Gäste.
2
Ersatzwasser sichern
Nutze deinen Vorrat, Flaschenwasser oder behördliche Abgabestellen. Brunnenwasser nur bei ausdrücklicher Behördenanleitung aufbereitet nutzen.
3
Behörde kontaktieren
Frage beim Gesundheitsamt oder der zuständigen Stelle nach, wie Desinfektion und Probenahme ablaufen sollen und welche Labore es gibt.
4
Fachgerecht sanieren
Lass Pumpe und Elektrik prüfen und den Brunnen nach Anleitung reinigen, desinfizieren und spülen.
Nicht in Brunnenschächte steigen – Erstickungs- und Absturzgefahr.
5
Untersuchen lassen
Nutze das Wasser erst wieder, wenn eine Wasseruntersuchung es freigibt. Bei wiederholter Überflutung erneut prüfen.
Häufige Fehler
×Brunnenwasser nach dem Hochwasser einfach abkochen und trinken
×Nasse Pumpe einschalten
×In den Brunnenschacht steigen
×Chlor nach Gefühl in den Brunnen kippen
×Ohne Laborbefund wieder trinken
Grenzen und Risiken
–Keine Anleitung zur Brunnensanierung oder Dosierung
–Regionale Vorschriften gehen vor
–Chemische Belastungen erfordern Fachuntersuchung
Quellen
[1]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Floods
[2]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
[3]
United States Environmental Protection Agency: Emergency Disinfection of Drinking Water
46 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Wasser für Touren planen: Nachfüllpunkte und Reserven
Wer auf Tour Wasser plant, legt Nachfüllpunkte, Tragemengen und eine Reserve fest, bevor er losgeht. Quellen können versiegen, Hütten geschlossen sein, Brunnen ‘Kein Trinkwasser’ führen. Eine zweite Aufbereitungsmethode und ein Plan B für den Fall, dass eine Wasserstelle ausfällt, gehören dazu.
Nie mit der Annahme starten, dass eine einzelne Quelle sicher Wasser führt. Genug Reserve tragen, um bei einer versiegten Quelle umzukehren oder die nächste sichere Wasserstelle zu erreichen.
Bei Hitze steigt der Wasserbedarf stark. Anstrengende Abschnitte in die kühlen Tageszeiten legen und Tourpläne bei Hitzewarnungen anpassen.
Schilder wie ‘Kein Trinkwasser’ an Brunnen und Hütten ernst nehmen; solches Wasser höchstens aufbereitet verwenden.
Material
Topografische Karte
Faltkanister oder Wassersack(optional) – Für zusätzliche Kapazität an trockenen Abschnitten
Chlortabletten (NaDCC) zur Trinkwasserdesinfektion(optional) – Als zweite Methode
Schritte
1
Route in Abschnitte teilen
Markiere auf der Karte mögliche Wasserstellen: Hütten, Brunnen, Quellen, Bäche, Orte. Teile die Route in Abschnitte dazwischen.
2
Wasserstellen prüfen
Kläre aktuell, ob Hütten geöffnet sind, ob Brunnen Trinkwasser führen und ob Bäche in der Jahreszeit Wasser haben – z. B. über Hütten, Tourismusbüros oder aktuelle Tourenberichte.
3
Tragemengen festlegen
Schätze für jeden Abschnitt Zeit, Hitze und Anstrengung und lege eine Tragemenge mit Reserve fest. Bei unsicheren Quellen mehr tragen.
4
Aufbereitung einplanen
Nimm ein Hauptverfahren und eine Ersatzmethode mit, etwa Filter plus Tabletten.
5
Umkehrpunkt festlegen
Lege fest, wann du umkehrst oder ausweichst, wenn eine Wasserstelle ausfällt, und hinterlasse den Plan bei einer Vertrauensperson.
Häufige Fehler
×Sich auf eine einzige Quelle verlassen
×Wasser am Startpunkt sparen, um Gewicht zu reduzieren
×Keine Ersatzmethode zur Aufbereitung
×Hitze und Höhenmeter unterschätzen
×Erst bei leerer Flasche nach Wasser suchen
Grenzen und Risiken
–Keine festen Literangaben – Bedarf ist individuell
–Ersetzt keine Wüsten- oder Expeditionsplanung
–Quelleninformationen können sich kurzfristig ändern
Quellen
[1]
The Mountaineers Books (2017): Mountaineering: The Freedom of the Hills, 9th edition
[2]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Prevention and Treatment of Heat Illness: 2019 Update
[3]
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for Water Disinfection for Wilderness, International Travel, and Austere Situations: 2019 Update
47 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Blaualgen und Algenblüten: Wasser meiden
Massenvermehrungen von Cyanobakterien (‘Blaualgen’) können Gifte bilden, die weder Abkochen noch übliche Outdoorfilter oder Tabletten zuverlässig entfernen. Wasser mit grünlichen, bläulichen oder rötlichen Schlieren, Schaum oder Farbteppich nicht trinken, nicht darin baden und Tiere fernhalten. Andere Quelle suchen.
Algentoxine werden durch Abkochen nicht zerstört und können beim Kochen sogar aufkonzentriert werden. Auch Filter, Tabletten und UV entfernen sie nicht zuverlässig. Wasser mit Verdacht auf Algenblüte nicht trinken.
Hunde sind besonders gefährdet. Bei Erbrechen, Taumeln, Krämpfen oder Atemnot nach Kontakt sofort tierärztliche Hilfe. Bei Beschwerden beim Menschen ärztliche Hilfe suchen; im Notfall den örtlichen Notruf (112 in der EU).
Hautkontakt kann Reizungen verursachen. Nach Kontakt mit sauberem Wasser abwaschen und Ausrüstung spülen.
Schritte
1
Auf Zeichen achten
Achte auf grüne, blaugrüne, bräunliche oder rötliche Färbung, Schlieren wie verschüttete Farbe, Schaum, Schlieren am Ufer oder einen modrigen Geruch.
2
Warnhinweise beachten
Beachte Badeverbote und Hinweise der Behörden an Badestellen und in Apps oder Lokalmedien.
3
Meiden und ausweichen
Nicht trinken, nicht baden, Tiere anleinen. Suche eine andere Quelle – fließendes Wasser, eine Quelle oder Regenwasser – und bereite diese auf.
4
Kontakt abwaschen
Nach versehentlichem Kontakt Haut, Fell und Ausrüstung mit sauberem Wasser abspülen.
Häufige Fehler
×Algenwasser abkochen und trinken
×Dem Hund das Baden erlauben
×Annehmen, dass ein Filter Toxine entfernt
×Behördliche Badeverbote ignorieren
Grenzen und Risiken
–Keine Möglichkeit, Toxine im Feld zu entfernen
–Fehlen sichtbarer Zeichen bedeutet keine Sicherheit
–Keine medizinische Beratung
Quellen
[1]
World Health Organization (2022): Guidelines for drinking-water quality, fourth edition incorporating the first and second addenda
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for Water Disinfection for Wilderness, International Travel, and Austere Situations: 2019 Update
[3]
European Commission: 112 – the European emergency number
48 · Bedarf, Risiken und Krisen · Fachliche Prüfung folgt
Wasser für Säuglinge, Ältere und Kranke in Notlagen
Säuglinge, ältere Menschen, Schwangere und Kranke sind bei Wassermangel und verunreinigtem Wasser besonders gefährdet. Für Babynahrung nur sicheres Wasser nach Behördenhinweis verwenden, Ältere aktiv zum Trinken einladen, Medikamentenbedarf berücksichtigen. Bei Warnzeichen früh ärztliche Hilfe holen.
Für Säuglingsnahrung nur Wasser verwenden, das Behörden oder Gesundheitsdienst für Babys empfehlen. Bei Abkochgebot gilt das auch für Fläschchen. Chemisch desinfiziertes Wasser und Wasser mit Verdacht auf Chemikalien nicht ohne fachlichen Rat für Säuglinge nutzen.
Bei Verwirrtheit, Teilnahmslosigkeit, kaum Urin, trockenen Windeln über längere Zeit, eingefallener Fontanelle bei Säuglingen oder anhaltendem Durchfall und Erbrechen medizinische Hilfe holen – im Notfall den örtlichen Notruf (112 in der EU).
Manche Menschen müssen aus medizinischen Gründen ihre Trinkmenge begrenzen (z. B. bei bestimmten Herz- oder Nierenerkrankungen). Mit Ärztin oder Arzt klären, was im Notfall gilt.
Material
Babybedarf für Notfälle(optional)
Medikamentenvorrat(optional)
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)(optional) – Zum Abkochen
Schritte
1
Bedarf vorab klären
Kläre mit Kinder- oder Hausarztpraxis, welches Wasser für Babynahrung geeignet ist und ob für Angehörige Trinkbeschränkungen oder Medikamente mit besonderem Wasserbedarf gelten.
2
Sicheres Wasser reservieren
Lege einen eigenen, gekennzeichneten Vorrat an sicherem Wasser für Säuglinge und Kranke an, z. B. ungeöffnetes Flaschenwasser, sofern von Behörden für Babynahrung empfohlen.
3
Aktiv anbieten
Biete älteren und kranken Menschen regelmäßig Getränke an, statt auf Durstäußerungen zu warten. Getränke in Reichweite stellen.
4
Hygiene einhalten
Fläschchen, Sauger und Becher mit sicherem Wasser reinigen; Hände vor der Zubereitung waschen.
5
Beobachten und Hilfe holen
Achte auf Urinmenge, Verhalten und Durchfall. Bei Warnzeichen früh ärztliche Hilfe suchen.
Häufige Fehler
×Babynahrung mit unbehandeltem Leitungswasser bei Abkochgebot zubereiten
×Auf Durstäußerungen älterer Menschen warten
×Trinkbeschränkungen bei Herz- oder Nierenkranken ignorieren
×Bei anhaltendem Durchfall zu lange abwarten
Grenzen und Risiken
–Keine medizinische Behandlungsanleitung
–Behördliche und ärztliche Hinweise haben Vorrang
–Keine Mengenangaben für Säuglinge
Quellen
[1]
Centers for Disease Control and Prevention: Making Water Safe in an Emergency
[2]
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Older Adults
[3]
International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) – Global First Aid Reference Centre (2020): International First Aid, Resuscitation, and Education Guidelines 2020
[4]
European Commission: 112 – the European emergency number