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Familie geht mit Rucksäcken und Tiertransportbox ruhig zu einem wartenden Bus, ein Helfer zeigt den Weg

Wir sollen unser Zuhause verlassen

Lautsprecherwagen, Warn-App, ein Klopfen an der Tür: Ihr sollt gehen. Wer jetzt zügig und geordnet aufbricht, hat später die wenigsten Sorgen.

Zuerst

  1. Die Anordnung ernst nehmen und sofort mit dem Aufbruch beginnen – nicht abwarten, wie es sich entwickelt.
  2. Notfallgepäck, Medikamente, Dokumente, Handy und Ladekabel nehmen.
  3. Nur die von den Behörden genannten Routen benutzen und Durchsagen in Radio und Warn-App verfolgen.
  4. Angehörigen sagen, wohin ihr geht, und Nachbarn fragen, ob sie Hilfe brauchen.

Notruf wählen bei

  • Jemand kann das Haus nicht selbst verlassen
  • Ihr seid eingeschlossen oder der Weg ist abgeschnitten
  • Jemand ist verletzt oder akut krank
  • Ein Feuer, Wasser oder eine andere Gefahr erreicht euch

Was gerade passiert

Evakuierungen werden angeordnet, wenn Behörden eine Gefahr erwarten oder sie schon da ist: Hochwasser, Waldbrand, ein Chemieunfall, eine Bombenentschärfung, ein drohender Hangrutsch. Manchmal bleiben Stunden, manchmal nur Minuten.

Die häufigsten Probleme entstehen durch Zögern: Menschen warten ab, ob es wirklich ernst wird, packen zu viel oder fahren eigene Routen. Dann geraten sie in Stau, Rauch oder Wasser. Behörden wie Ready.gov und das BBK raten deshalb, Anordnungen sofort zu folgen und vorbereitet zu sein.

Was mitkommt, hängt von der Zeit ab. Bei Minuten: Menschen, Tiere, Medikamente, Handy. Bei Stunden: das vorbereitete Notfallgepäck, Dokumente, Ladegeräte, Kleidung für einige Tage. Ein gepacktes Notfallgepäck spart in beiden Fällen Zeit.

Diese Seite führt durch Aufbruch, Weg und Ankunft. Die genauen Anweisungen – Routen, Sammelpunkte, Notunterkünfte – kommen immer von den Behörden vor Ort.

Schritt für Schritt

Wir sollen unser Zuhause verlassen – Phase 1 von 4Die Anordnung: sofort handeln. Durchsage, Warn-App oder Radio genau anhören: Welches Gebiet, bis wann, wohin? Alle im Haushalt informieren und Aufgaben verteilen. Wer Hilfe braucht – ältere Nachbarn, Menschen ohne Auto –, früh fragen. Nicht abwarten, ob es „wirklich“ ernst wird.
Phase 1 von 4

Phase 1 von 4

Die Anordnung: sofort handeln

Durchsage, Warn-App oder Radio genau anhören: Welches Gebiet, bis wann, wohin? Alle im Haushalt informieren und Aufgaben verteilen. Wer Hilfe braucht – ältere Nachbarn, Menschen ohne Auto –, früh fragen. Nicht abwarten, ob es „wirklich“ ernst wird.

Die Animation zeigt schematisch die wichtigsten Handlungen jeder Phase; maßgeblich ist der Text darunter.

  1. Phase 1

    Die Anordnung: sofort handeln

    • Durchsage, Warn-App oder Radio genau anhören: Welches Gebiet, bis wann, wohin?
    • Alle im Haushalt informieren und Aufgaben verteilen.
    • Wer Hilfe braucht – ältere Nachbarn, Menschen ohne Auto –, früh fragen.
    • Nicht abwarten, ob es „wirklich“ ernst wird.
  2. Phase 2

    Packen und Haus sichern

    • Notfallgepäck, Medikamente, Dokumente, Handy, Ladegerät, Bargeld, warme Kleidung.
    • Für Haustiere: Transportbox, Leine, Futter, Medikamente.
    • Fenster und Türen schließen und abschließen.
    • Strom, Gas oder Wasser nur abstellen, wenn die Behörden dazu auffordern.
  3. Phase 3

    Unterwegs

    • Nur die angegebenen Routen nehmen, keine Abkürzungen.
    • Nie durch überflutete Straßen fahren und Absperrungen nie umfahren.
    • Radio oder Warn-App weiter verfolgen – Routen können sich ändern.
    • Ohne Auto: zum angegebenen Sammelpunkt gehen oder Mitfahrt bei Nachbarn organisieren.
  4. Phase 4

    Angekommen

    • In der Notunterkunft oder bei Bekannten registrieren lassen bzw. Bescheid geben, wo ihr seid.
    • Angehörigen eine Nachricht schicken – Textnachrichten kommen in überlasteten Netzen eher durch als Anrufe.
    • Erst zurückkehren, wenn die Behörden es erlauben.
    • Auf Kinder und Ältere achten: Erschöpfung, Angst und Schlafprobleme sind normal.

★ Profi-Tipps

Was Erfahrene anders machen: bewährtes Wissen aus Bergrettung, Feuerwehr, Wasserrettung und Zivilschutz, das Anfänger selten kennen.

  1. Tank voll, sobald es brenzlig wird

    Tank das Auto oder lade es auf, sobald eine Evakuierung möglich erscheint – nicht erst, wenn sie angeordnet ist. Dann sind Tankstellen voll, und bei Stromausfall funktionieren die Zapfsäulen nicht. Im Stau verbraucht das Auto außerdem mehr als gedacht.

  2. Zettel hinterlassen

    Leg einen gut sichtbaren Zettel hin: wann du gegangen bist und wohin. Ready.gov empfiehlt das, damit Angehörige und Helfer wissen, dass niemand mehr im Haus ist. So sucht niemand unnötig nach dir.

  3. Medikamente fotografieren

    Mach Fotos von allen Medikamentenpackungen und vom Medikamentenplan. Gehen Tabletten verloren oder dauert die Evakuierung länger, kann eine Ärztin oder Apotheke damit schnell Ersatz besorgen. Denk auch an Brille, Hörgeräte und deren Ladegeräte.

  4. Ein Foto mit deinem Haustier

    Hab ein aktuelles Foto auf dem Handy, das dich zusammen mit deinem Tier zeigt. Läuft es in der Unruhe weg und wird in einem Tierheim abgegeben, kannst du damit beweisen, dass es zu dir gehört. Ein Halsband mit Telefonnummer hilft zusätzlich.

  5. Geräte ausstecken

    Zieh vor dem Gehen die Stecker von Fernseher, Computer und anderen Geräten. Kommt der Strom nach einem Ausfall zurück, können Spannungsspitzen sie beschädigen oder einen Brand auslösen, während niemand da ist. Kühlschrank und Gefriertruhe bleiben eingesteckt, außer das Haus droht unter Wasser zu stehen.

Worauf du achten musst

  • Zögern

    Wer wartet, bis er die Gefahr sieht, hat oft keine sichere Route mehr. Früh gehen ist fast immer besser als spät.

  • Eigene Routen

    Navigations-Apps kennen Sperrungen nicht immer. Die Routen der Behörden haben Vorrang.

  • Zurückgehen

    Wer vor der Freigabe zurückkehrt, um etwas zu holen, kann in die Gefahr hineinlaufen und Einsatzkräfte binden.

  • Gerüchte

    In sozialen Medien kursieren oft falsche Meldungen. Verlässlich sind die Kanäle der Behörden und der Rundfunk.

Häufige Fehler

  • Abwarten, ob es wirklich ernst wird.
  • Zu viel packen und dadurch spät aufbrechen.
  • Abkürzungen durch gesperrte Gebiete nehmen.
  • Haustiere zurücklassen, obwohl Zeit wäre.
  • Vor der Freigabe zurückkehren.

Vorher vorbereiten

  • Ein Notfallgepäck für jede Person griffbereit.
  • Kopien wichtiger Dokumente, auch digital und verschlüsselt.
  • Zwei Wege aus dem Wohnort kennen und einen Ort außerhalb, an dem ihr unterkommen könnt.
  • Warn-App installieren und Cell Broadcast am Handy zulassen.
  • Mit Nachbarn absprechen, wer wem hilft, besonders bei Älteren und Menschen ohne Auto.

Besondere Rücksicht

Menschen, die Pflege brauchen
Früh aufbrechen, Hilfsmittel und Medikamente für mehrere Tage mitnehmen und der Unterkunft sagen, was gebraucht wird.
Haustiere
Nicht alle Notunterkünfte nehmen Tiere auf. Vorher klären, wo ihr mit Tier unterkommen könnt.

Quellen

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Im Haushalt

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Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (7)
  1. [nicht aktiv] Wenn Wie viel Zeit? = Sofort, nur Minuten

    Bei sofortiger Räumung zählt nur: Menschen, Tiere, Medikamente, Handy. Nichts mehr einpacken, was Zeit kostet.

  2. [nicht aktiv] Wenn Wie viel Zeit? = Einige Stunden

    Mit etwas Zeit: Notfallgepäck vervollständigen, Haus sichern und Strom, Gas oder Wasser abstellen, wenn die Behörden dazu auffordern.

  3. [nicht aktiv] Wenn Wie kommt ihr weg? = Eigenes Auto

    Nur die angegebenen Routen fahren, keine Abkürzungen durch gesperrte Gebiete und nie durch überflutete Straßen.

  4. [nicht aktiv] Wenn Wie kommt ihr weg? = Kein Auto

    Früh fragen: Nachbarn, Familie oder die Behörden. Viele Gemeinden bieten Sammelpunkte und Transport an – die Nummern stehen in den Warnmeldungen.

  5. [nicht aktiv] Wenn Im Haushalt = Haustiere

    Haustiere mitnehmen, wenn es irgend geht: Transportbox, Leine, Futter, Medikamente. Vorher klären, welche Unterkünfte Tiere aufnehmen.

  6. [nicht aktiv] Wenn Im Haushalt = Jemand braucht Hilfe oder Pflege

    Früh aufbrechen und Hilfe organisieren. Hilfsmittel, Medikamente und Geräte mit Ladegeräten mitnehmen. Wer nicht selbst gehen kann, meldet sich bei den Behörden oder unter 112.

  7. [nicht aktiv] Wenn Im Haushalt = Kinder

    Kinder in Schule oder Kita werden oft gemeinsam in Sicherheit gebracht. Nicht dorthin fahren, wenn die Behörden das anders regeln – Treffpunkte stehen in den Meldungen.