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Kleinstadt in der Dämmerung mit Sirene auf einem Dach, eine Person geht mit Kind ins Haus

Sirenen heulen oder die Warn-App meldet Gefahr

Ein auf- und abschwellender Ton über der Stadt, das Handy schrillt laut. Die Sirene sagt nicht, was los ist – sie sagt: rein und informieren.

Zuerst

  1. Ruhig bleiben und in ein festes Gebäude gehen. Kinder und Haustiere hereinholen.
  2. Fenster und Türen schließen.
  3. Radio (Regionalsender), Warn-App oder die Warnmeldung auf dem Handy lesen: Was ist los, für welches Gebiet, was sollst du tun?
  4. Den Anweisungen der Behörden folgen. Den Notruf nur wählen, wenn du selbst in Not bist – nicht, um nach dem Grund der Sirene zu fragen.

Notruf wählen bei

  • Du oder andere seid in akuter Gefahr (Feuer, Wasser, Einsturz)
  • Jemand hat nach Kontakt mit Rauch oder Gasen Atemnot oder brennende Augen
  • Jemand kann einer Anweisung nicht folgen und braucht Hilfe, z. B. beim Verlassen des Gebiets
  • Schwere Verletzung oder Bewusstlosigkeit

Was gerade passiert

Sirenen, Warn-Apps, Warnmeldungen direkt aufs Handy (Cell Broadcast), Radio, Fernsehen und Lautsprecherwagen sollen Menschen schnell auf eine Gefahr aufmerksam machen: ein Großbrand mit Rauch, ein Chemieunfall, Hochwasser, ein Unwetter, ein Stromausfall. Das BBK nennt für Deutschland unter anderem die Warn-Apps NINA, KATWARN und BIWAPP sowie Cell Broadcast.

Eine Sirene kann nur wenige Signalfolgen senden und keinen Inhalt. Sie ist ein Weckreiz: Achtung, jetzt nachsehen. Was passiert ist, für welches Gebiet die Warnung gilt und was du tun sollst – drinnen bleiben, Lüftung ausschalten oder das Gebiet verlassen –, steht in der Meldung im Radio, in der App oder auf dem Handy.

Die Signale unterscheiden sich von Land zu Land. In Deutschland beschreibt das BBK einen einminütigen auf- und abschwellenden Heulton als Warnung und einen einminütigen Dauerton als Entwarnung. In Österreich nennt der Zivilschutzverband drei Signale: Warnung (drei Minuten gleichbleibender Dauerton – eine Gefahr kommt näher, Radio einschalten), Alarm (eine Minute auf- und abschwellender Heulton – akute Gefahr, schützende Räume aufsuchen) und Entwarnung (eine Minute gleichbleibender Dauerton). Signale können sich ändern; maßgeblich ist, was deine Gemeinde angibt.

Der häufigste Fehler ist, nichts zu tun, weil man draußen nichts sieht oder riecht. Der zweithäufigste ist, den Notruf zu wählen, um nach dem Grund zu fragen – damit blockiert man Leitungen für Menschen in echter Not.

Schritt für Schritt

Sirenen heulen oder die Warn-App meldet Gefahr – Phase 1 von 4Die ersten Minuten: rein und informieren. In ein festes Gebäude gehen – nach Hause, in ein Geschäft, ein Amt, einen Hauseingang. Kinder, Haustiere und Menschen in der Nähe mitnehmen. Fenster und Türen schließen. Radio auf den Regionalsender stellen, Warn-App öffnen oder die Warnmeldung auf dem Handy lesen. Nicht 112 wählen, nur um nach dem Grund der Sirene zu fragen.
Phase 1 von 4

Phase 1 von 4

Die ersten Minuten: rein und informieren

In ein festes Gebäude gehen – nach Hause, in ein Geschäft, ein Amt, einen Hauseingang. Kinder, Haustiere und Menschen in der Nähe mitnehmen. Fenster und Türen schließen. Radio auf den Regionalsender stellen, Warn-App öffnen oder die Warnmeldung auf dem Handy lesen. Nicht 112 wählen, nur um nach dem Grund der Sirene zu fragen.

Die Animation zeigt schematisch die wichtigsten Handlungen jeder Phase; maßgeblich ist der Text darunter.

  1. Phase 1

    Die ersten Minuten: rein und informieren

    • In ein festes Gebäude gehen – nach Hause, in ein Geschäft, ein Amt, einen Hauseingang.
    • Kinder, Haustiere und Menschen in der Nähe mitnehmen.
    • Fenster und Türen schließen.
    • Radio auf den Regionalsender stellen, Warn-App öffnen oder die Warnmeldung auf dem Handy lesen.
    • Nicht 112 wählen, nur um nach dem Grund der Sirene zu fragen.
  2. Phase 2

    Die Meldung lesen und handeln

    • Drei Fragen klären: Was ist passiert? Für welches Gebiet? Was soll ich tun?
    • Genau das tun, was dort steht: drinnen bleiben, Lüftung und Klimaanlage aus, oder das Gebiet auf den genannten Wegen verlassen.
    • Nicht ins Freie gehen, um nachzusehen.
    • Kinder in Schule oder Kita nur abholen, wenn die Behörden es sagen – meist werden sie dort geschützt.
  3. Phase 3

    Drinnen abwarten

    • Radio oder App weiter verfolgen – Anweisungen können sich ändern.
    • Nachbarn, die schlecht hören oder kein Smartphone haben, anrufen oder bei ihnen klingeln.
    • Nur offizielle Inhalte weitergeben, keine Gerüchte.
    • Telefonieren kurz halten, damit Notrufe durchkommen.
  4. Phase 4

    Entwarnung und danach

    • Erst handeln, wenn die Entwarnung über Radio, App oder Sirene kommt.
    • Hinweise für danach befolgen, etwa zum Lüften, zu Obst und Gemüse aus dem Garten oder zum Trinkwasser.
    • Angehörigen Bescheid geben, dass es euch gut geht.
    • Im Haushalt kurz besprechen, was gut lief und was ihr beim nächsten Mal anders macht.

★ Profi-Tipps

Was Erfahrene anders machen: bewährtes Wissen aus Bergrettung, Feuerwehr, Wasserrettung und Zivilschutz, das Anfänger selten kennen.

  1. Im Auto: Fenster zu, Lüftung auf Umluft

    Erwischt dich die Warnung im Auto, schließ Fenster und Schiebedach und stell die Lüftung auf Umluft oder ganz aus. Schalt das Radio auf den regionalen Sender. So ziehst du keinen Rauch oder Gase von draußen ins Auto.

  2. In der Warn-App mehrere Orte eintragen

    Warn-Apps wie NINA erlauben, neben dem aktuellen Standort weitere Orte zu beobachten. Trag zum Beispiel den Wohnort deiner Eltern oder die Schule deiner Kinder ein. Dann weißt du auch, ob dort gewarnt wird.

  3. Ritzen mit feuchten Tüchern abdichten

    Heißt es „Fenster und Türen geschlossen halten“, dichte zusätzlich Türritzen mit feuchten Handtüchern ab. Schalt Klimaanlage und Lüftung aus. So kommt deutlich weniger Rauch oder Gas in die Wohnung.

  4. Bei Chemie-Warnung nicht in den Keller

    Viele gefährliche Gase sind schwerer als Luft und sammeln sich unten. Wenn die Durchsage nichts anderes sagt, ist ein innenliegender Raum über dem Erdgeschoss mit wenigen Fenstern eine gute Wahl. Folge aber immer genau der Anweisung in der Warnmeldung.

Worauf du achten musst

  • Die Sirene sagt nicht, was los ist

    Sirenen tragen keinen Inhalt. Ob du drinnen bleiben oder gehen sollst, steht erst in der Meldung. Darum gehört zur Sirene immer der zweite Schritt: Radio, App oder Handy.

  • Gleicher Ton, andere Bedeutung

    Ein Dauerton bedeutet in Deutschland nach dem BBK Entwarnung, in Österreich ist ein dreiminütiger Dauerton dagegen eine Warnung. Auf Reisen und nach einem Umzug deshalb nachlesen, was vor Ort gilt.

  • Unsichtbare Gefahren

    Rauch, Gase oder eine Flutwelle flussaufwärts sind oft weder zu sehen noch zu riechen, wenn die Warnung kommt. „Draußen ist doch nichts“ ist kein Grund, die Warnung zu ignorieren.

  • Feuerwehrsignal ist kein Bevölkerungsalarm

    In Österreich alarmiert ein eigenes Signal die Feuerwehr (dreimal 15 Sekunden mit Pausen). Es richtet sich an die Einsatzkräfte, nicht an die Bevölkerung. Im Zweifel trotzdem Radio oder App prüfen.

  • Nur ein Kanal ist zu wenig

    Sirenen gibt es nicht überall, das Handy braucht Netz und Akku, und eine App muss installiert sein. Ein Batterieradio funktioniert auch bei Stromausfall.

Häufige Fehler

  • Die Sirene ignorieren, weil draußen nichts zu sehen ist.
  • Den Notruf wählen, um nach dem Grund zu fragen.
  • Hinausgehen, um nachzusehen, oder zum Ort des Geschehens fahren.
  • Kinder auf eigene Faust aus Schule oder Kita holen und dabei durch die Gefahr fahren.
  • Gerüchte aus sozialen Medien weiterleiten.
  • Vor der Entwarnung Fenster öffnen oder zurückkehren.

Vorher vorbereiten

  • Cell Broadcast im Handy aktiviert lassen und eine offizielle Warn-App installieren, solange das Netz funktioniert.
  • Ein Radio mit Batterien oder Kurbel bereithalten und die Frequenz des Regionalsenders notieren.
  • Bei der Gemeinde nachlesen, welche Sirenensignale bei dir gelten.
  • Probealarme nutzen (in Deutschland der bundesweite Warntag, in Österreich der Zivilschutz-Probealarm am ersten Samstag im Oktober): Hörst du die Sirene in der Wohnung? Klingelt das Handy?
  • Im Haushalt absprechen, wer Fenster schließt, wo das Radio liegt und wer ältere Angehörige anruft.

Besondere Rücksicht

Kinder
Kinder verstehen Sirenen besser, wenn man es ihnen vorher erklärt: Der Ton heißt „Achtung, wir gehen rein und hören nach“, nicht „gleich passiert etwas Schlimmes“. Beim Probealarm gemeinsam zuhören.
Menschen, die schlecht hören oder kein Smartphone haben
Sie bekommen Warnungen oft nicht mit. Absprechen, wer sie im Ernstfall anruft oder vorbeigeht, und nur offizielle Inhalte weitergeben.
Haustiere
Tiere bei einer Warnung hereinholen. Bei Rauch oder Gasen gilt für sie dasselbe wie für Menschen: drinnen, Fenster zu.

Quellen

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Grundlagen für diese Situation

Warum: Gilt immer für diese Situation – unabhängig von deinen Angaben.

Alle Regeln dieser Situation (7)
  1. [nicht aktiv] Wenn Wo bist du gerade? = Draußen zu Fuß oder mit dem Rad

    Das nächste feste Gebäude aufsuchen – ein Geschäft, ein Amt, ein Hauseingang. Erst drinnen in Ruhe die Meldung lesen.

  2. [nicht aktiv] Wenn Wo bist du gerade? = Im Auto

    Autoradio einschalten. Nicht während der Fahrt aufs Handy schauen – erst sicher anhalten. Sagen die Behörden, dass man in Gebäude gehen soll, bietet ein festes Gebäude mehr Schutz als das Auto.

  3. [nicht aktiv] Wenn Was hast du bekommen? = Nur die Sirene, keine weitere Information

    Die Sirene sagt nur: Achtung, informier dich! Was los ist und was zu tun ist, erfährst du über Radio, Warn-App oder die Warnmeldung auf dem Handy.

  4. [nicht aktiv] Wenn Was hast du bekommen? = Eine Meldung mit Text (App, Handy, Radio)

    Genau das tun, was in der Meldung steht: drinnen bleiben und Lüftung aus, oder das Gebiet verlassen. Die Meldung gilt für ein bestimmtes Gebiet – prüfe, ob du dazugehörst.

  5. [nicht aktiv] Wenn Was hast du bekommen? = Unsicher, ob es ein Probealarm ist

    Probealarme werden vorher angekündigt, etwa der bundesweite Warntag in Deutschland oder der Zivilschutz-Probealarm in Österreich. Im Zweifel behandle die Sirene wie eine echte Warnung, bis Radio oder App es klären.

  6. [nicht aktiv] Wenn Wer ist bei dir? = Kinder

    Kindern in einfachen Worten sagen, was die Sirene bedeutet: „Wir gehen rein und hören nach, was los ist.“ Ruhe und feste Aufgaben helfen mehr als viele Erklärungen.

  7. [nicht aktiv] Wenn Wer ist bei dir? = Ältere oder pflegebedürftige Menschen, Nachbarn ohne Smartphone

    Menschen, die schlecht hören oder kein Smartphone haben, bekommen Warnungen oft nicht mit. Klingeln oder anrufen und nur weitergeben, was die Behörden sagen.