Schäden für die Versicherung dokumentieren – vorher und nachher
Eine gute Schadensmeldung beginnt vor dem Ereignis: mit einer Inventarliste, Fotos jedes Raums und sicher abgelegten Belegen und Policen. Nach einem Schaden zuerst die eigene Sicherheit, dann die Versicherung früh informieren, alles fotografieren, bevor aufgeräumt wird, weitere Schäden in vertretbarem Rahmen verhindern und jede Ausgabe und jedes Gespräch festhalten.
- Inventar 2–4 Stunden; nach Schaden laufend

Einfach erklärt
Stell dir vor, bei einem Unwetter geht dein Fahrrad kaputt, und jemand soll dir ein neues bezahlen. Diese Person wird fragen: „Welches Fahrrad war es? Kannst du zeigen, dass es dir gehört hat und wie es vorher aussah?“ Genauso funktioniert eine Versicherung. Sie bezahlt, was du belegen kannst. Darum ist es klug, schon vorher Fotos von deinen Sachen zu machen und Rechnungen aufzuheben.
Wenn dann wirklich etwas passiert ist, zum Beispiel durch Hochwasser, Sturm, Hagel oder Feuer, kommt zuerst deine Sicherheit. Danach informierst du die Versicherung und fotografierst alles, bevor du aufräumst – denn nach dem Aufräumen sieht man die Schäden nicht mehr. Außerdem schreibst du auf, mit wem du wann gesprochen hast.
Das Wichtigste: Fotos können warten. Riechst du Gas, siehst du große Risse in Wänden oder steht Wasser in der Nähe von Strom, bleibst du draußen.
Warum Dokumentation so viel ausmacht
Versicherungen erstatten Schäden, die sich belegen lassen. Dafür brauchen sie drei Dinge: den Nachweis, dass ein Gegenstand vorhanden war, eine Vorstellung von seinem Wert und einen Beleg für Umfang und Ursache des Schadens. Fotos und Videos von vorher erfüllen die ersten beiden Punkte, Fotos von nachher den dritten.
Nach einer Katastrophe sind viele Menschen erschöpft und wollen nur aufräumen. Das ist verständlich, aber wer zuerst den Schlamm hinausschaufelt und danach fotografiert, hat oft keine Bilder mehr davon, wie hoch das Wasser stand oder welche Möbel betroffen waren. Deshalb gilt: erst dokumentieren, dann beseitigen – sofern keine Gefahr besteht.
Eine gute Dokumentation führt in der Regel zu einer schnelleren und vollständigeren Regulierung und zu weniger Streit. Sie kann außerdem bei Hilfsprogrammen oder Steuerfragen nützlich sein. Welche Schäden versichert sind und welche Pflichten du hast, regeln aber dein Vertrag und das nationale Recht. Dieser Eintrag ist keine Rechts- oder Versicherungsberatung.
Vorher: ein Inventar anlegen
Ein Inventar klingt nach viel Arbeit, ist aber in wenigen Stunden erledigt. Geh mit dem Handy durch jeden Raum und filme oder fotografiere alles – auch mit geöffneten Schränken und Schubladen. Sprich beim Filmen ruhig dazu, was du siehst, etwa „Fernseher, vor drei Jahren gekauft“. Bei wertvollen Geräten fotografierst du zusätzlich das Typenschild mit der Seriennummer.
Sammle Kaufbelege, Rechnungen und Garantiekarten, zumindest für teurere Dinge. Auch Fotos von Schmuck, Kunst, Fahrrädern oder Werkzeug helfen. Vergiss Keller, Dachboden, Garage und Gartenhaus nicht – dort entstehen bei Hochwasser und Sturm oft die ersten Schäden.
Sieh außerdem in deinen Vertrag, welche Gefahren versichert sind. Elementarschäden wie Hochwasser oder Starkregen sind je nach Land und Vertrag oft gesondert geregelt. Wenn du unsicher bist, fragst du beim Versicherer nach – vor dem Schaden ist dafür der beste Zeitpunkt.
Sicher aufbewahren
Das beste Inventar nützt nichts, wenn es zusammen mit dem Haus untergeht. Darum bewahrst du Inventar, Policen und wichtige Belege doppelt auf: zum Beispiel eine Kopie außer Haus bei Verwandten und eine verschlüsselte digitale Kopie. Ein häufiger Fehler ist, alle Unterlagen nur im betroffenen Haus aufzubewahren.
Einmal im Jahr aktualisierst du das Inventar – neue Anschaffungen dazu, verkaufte Dinge raus. Ein fester Termin hilft, etwa der Jahreswechsel oder ein Warntag. Notiere dir auch die Kontaktdaten deiner Versicherung und deine Vertragsnummer an einer Stelle, die du im Notfall erreichst.
Nachher: Schritt für Schritt
Melde den Schaden so bald wie möglich. Notiere dir die Schadensnummer und den Namen deiner Ansprechperson und frag nach dem weiteren Vorgehen: Kommt jemand zur Besichtigung? Was darfst du schon entsorgen? Halte dich an die Fristen in deinem Vertrag.
Dann fotografierst du – Übersichtsbilder jedes Raums und Detailbilder einzelner Schäden, Wasserstandsmarken an den Wänden und beschädigte Gegenstände mit Typenschild. Leg eine Liste der beschädigten Dinge an. Gegenstände entsorgst du erst, wenn das mit der Versicherung geklärt ist oder wenn sie gesundheitlich gefährlich sind, etwa verdorbene Lebensmittel oder verschimmelte Matratzen – dann aber vorher fotografieren.
Soweit es sicher möglich ist, verhinderst du weitere Schäden: ein Loch im Dach mit einer Plane abdecken lassen, Wasser abpumpen lassen, lüften und trocknen. Bewahre die Belege für solche Notmaßnahmen auf. Und schreib zu jedem Gespräch Datum, Gesprächspartner und Inhalt auf und behalte Kopien aller Schreiben.
Sicherheit und Vorsicht vor Betrug
Beschädigte Gebäude betrittst du nur, wenn sie freigegeben sind. Bei Gasgeruch, Rissen in tragenden Teilen oder Wasser in der Nähe von Elektrik bleibst du draußen – Fotos kannst du auch später machen, oder du fotografierst von außen. Bei Hochwasserschäden trägst du Handschuhe und feste Schuhe, weil Schlamm verunreinigt sein kann.
Nach Katastrophen tauchen leider auch unseriöse Handwerker und Betrüger auf, die schnelle Hilfe versprechen. Zahl keine Vorkasse an Unbekannte, lass dir Angebote schriftlich geben und frag im Zweifel bei deiner Versicherung nach, bevor du etwas unterschreibst.
Wenn du zur Miete wohnst, meldest du Schäden am Gebäude dem Vermieter und Schäden an deinem eigenen Hausrat deiner eigenen Versicherung. Beides dokumentierst du gleich sorgfältig.
Schritt für Schritt
Vorher: Inventar anlegen
Jeden Raum mit Video oder Fotos aufnehmen, Schränke geöffnet, Typenschilder und Seriennummern wertvoller Geräte fotografieren, Kaufbelege sammeln.
- 1
Vorher: Inventar anlegen
Jeden Raum mit Video oder Fotos aufnehmen, Schränke geöffnet, Typenschilder und Seriennummern wertvoller Geräte fotografieren, Kaufbelege sammeln.
- 2
Sicher ablegen
Inventar, Policen und Belege doppelt sichern: Kopie außer Haus oder verschlüsselt digital. Jährlich aktualisieren.
- 3
Deckung kennen
Prüfen, welche Gefahren versichert sind. Elementarschäden wie Hochwasser sind je nach Land und Vertrag oft gesondert geregelt – beim Versicherer nachfragen.
- 4
Nachher: früh melden
Den Schaden so bald wie möglich melden, Schadensnummer und Ansprechpartner notieren und nach dem weiteren Vorgehen fragen.
- 5
Vor dem Aufräumen fotografieren
Übersichts- und Detailfotos, Wasserstandsmarken an Wänden, beschädigte Gegenstände mit Typenschild. Liste der beschädigten Dinge anlegen; Gegenstände erst entsorgen, wenn das mit der Versicherung geklärt ist oder sie gesundheitlich gefährlich sind.
- 6
Weitere Schäden verhindern
Soweit sicher möglich: Dach mit Plane abdecken, Wasser abpumpen lassen, lüften und trocknen. Belege für Notmaßnahmen aufbewahren.
- 7
Alles festhalten
Datum, Gesprächspartner und Inhalt jedes Gesprächs notieren, Kopien aller Schreiben behalten.
Häufige Fehler
- Erst aufräumen, dann fotografieren
- Kein Inventar von vorher
- Belege nur im betroffenen Haus aufbewahren
- Vorkasse an unbekannte Handwerker
- Gespräche nicht dokumentieren
Kurzüberblick
Material
Mobiltelefon
Fotos und Videos mit Datum
Akku leert sich bei Kälte und bei Dauernutzung von Display und GPS schnell.
Nicht als einziges Navigations- oder Notrufmittel einplanen.
Dokumentenmappe (wasserdicht)
Sicher aufbewahren – enthält sensible persönliche Daten.
Verschlüsselter Datenträger
Ohne Passwort sind die Daten auch für dich verloren – Passwort sicher und getrennt aufbewahren.
Datenträger altern; Sicherung regelmäßig testen und erneuern.
Notizbuch und Bleistift
Geeignet für
- Hochwasser-, Sturm-, Hagel- und Brandschäden
- Mieter und Eigentümer
- Vorbereitung im Rahmen der Haushaltsvorsorge
Ungeeignet für
- Rechts- oder Versicherungsberatung im Einzelfall
Voraussetzungen
- Versicherungspolicen und Kontaktdaten griffbereit
Sicherheit
- Nach Katastrophen treten unseriöse Handwerker und Betrüger auf. Keine Vorkasse an Unbekannte, Angebote schriftlich, im Zweifel bei der Versicherung nachfragen.
- Bei Hochwasserschäden Handschuhe und feste Schuhe tragen; Schlamm kann verunreinigt sein.
So funktioniert es
Versicherungen erstatten, was sich belegen lässt. Ein Inventar mit Fotos von vorher macht Wert und Vorhandensein plausibel; Fotos von nachher zeigen Umfang und Ursache. Weil Schäden nach dem Aufräumen nicht mehr sichtbar sind, kommt die Dokumentation vor der Beseitigung – sofern keine Gefahr besteht.
Vorteile
- Schnellere und vollständigere Regulierung
- Weniger Streit
- Hilft auch bei Hilfsprogrammen und Steuerfragen
Nachteile
- Inventar kostet einmalig Zeit
- Muss gepflegt werden
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Ready.gov empfiehlt im Rahmen der finanziellen Vorsorge, Versicherungsunterlagen und ein Inventar sicher aufzubewahren, und rät nach einem Ereignis, Schäden zu fotografieren und die Versicherung zu kontaktieren.
Welche Schäden versichert sind und welche Pflichten Versicherte haben, regeln Vertrag und nationales Recht.
Varianten
- Mieterinnen und Mieter
- Schäden am Gebäude dem Vermieter melden, Schäden am eigenen Hausrat der eigenen Versicherung. Beides dokumentieren.
Häufige Fehler
- Erst aufräumen, dann fotografieren
- Kein Inventar von vorher
- Belege nur im betroffenen Haus aufbewahren
- Vorkasse an unbekannte Handwerker
- Gespräche nicht dokumentieren
Grenzen und Risiken
- Keine Rechts- oder Versicherungsberatung
- Vertragliche Pflichten und Fristen im eigenen Vertrag prüfen
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Mobiltelefon
- Stirnlampe / Taschenlampe, Batterie-Laterne / LED-Leuchte
- Dokumentenmappe (wasserdicht)
- Tarp / Plane, Kunststofffolie / großer Müllsack (Reißt leicht, nicht über den Kopf ziehen (Erstickungsgefahr).), Rettungsdecke (Reißt an Löchern leicht weiter; als Unterkunft nur kurzfristig.), Regenponcho (Als Unterkunft genutzt, fehlt er als Regenschutz am Körper.), Biwaksack (Gesicht nie vollständig verschließen.), Zelt (Nicht im Zelt kochen oder heizen (Brand- und Kohlenmonoxidgefahr).), Reißfester Müllsack (groß) (Erstickungsgefahr: Plastiksäcke nie über Kopf oder Gesicht ziehen und von Kleinkindern fernhalten.), Gruppenbiwaksack (Luftdicht – regelmäßig lüften.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Financial Preparedness
Versicherungsunterlagen und Inventar sicher aufbewahren
Ready.gov – U.S. Federal Emergency Management Agency (FEMA): Recovering from Disaster
Nach dem Ereignis Schäden fotografieren und Versicherung kontaktieren