Kienspan und harzreiches Holz nutzen
Kienspan ist stark mit Harz durchtränktes Holz, das man vor allem in alten, abgestorbenen Kiefernstümpfen und deren Wurzelansätzen findet. Es riecht stark nach Harz, ist schwer und brennt auch leicht feucht mit heißer, rußender Flamme. Nur totes Holz nutzen und nur dort sammeln, wo es erlaubt ist.
- Suchen und Spalten: je nach Gelände Minuten bis länger

Einfach erklärt
Kienspan ist Holz, das ganz mit Harz vollgesogen ist – wie ein Schwamm, der statt Wasser klebriges Baumharz aufgenommen hat. Man findet es vor allem in alten, abgestorbenen Nadelbaumstümpfen und an ihren Wurzelansätzen. Es ist schwer, riecht stark nach Harz und sieht oft bernsteinfarben und glänzend aus.
Harz brennt sehr gut und lässt kein Wasser hinein. Darum brennt Kienspan auch dann, wenn draußen alles feucht ist. Schon ein paar feine Späne davon reichen, um ein Feuer zu starten.
Wichtig: Nur totes Holz nehmen und nur dort sammeln, wo es erlaubt ist. Lebende Bäume werden nie angeritzt oder beschädigt.
Wie es funktioniert
Harz ist ein natürlicher, brennbarer Stoff mit viel Energie. Bäume bilden es unter anderem, um Wunden zu verschließen. In manchen alten Stümpfen und Wurzelansätzen ist das Holz so stark damit getränkt, dass es sich fast wie Wachs anfühlt. Dieses harzreiche Holz bleibt oft noch lange erhalten, wenn das übrige Holz drumherum schon morsch geworden ist.
Weil Harz Wasser abweist, kann Feuchtigkeit kaum eindringen. Wird Kienspan erhitzt, verdampfen die brennbaren Bestandteile des Harzes und brennen mit einer heißen, hellen, stark rußenden Flamme. Diese Flamme ist kräftig genug, um auch etwas feuchtes Anzündholz zu trocknen und zu entzünden.
Worauf es ankommt
Kienspan erkennst du nicht an einer bestimmten Baumart – dieser Atlas beschreibt keine Baumbestimmung –, sondern an drei Merkmalen: Er riecht deutlich nach Harz, er ist für seine Größe auffallend schwer, und frisch gespalten sieht er glänzend, klebrig und oft rötlich bis bernsteinfarben durchscheinend aus. Morsches, leichtes, krümeliges Holz ist kein Kienspan, auch wenn es aus einem Stumpf stammt.
Für die Zündung brauchst du sehr feines Material. Schabe mit dem Messerrücken oder der Klinge feine Späne und Schabsel ab und forme daraus ein kleines Häufchen. Diese fangen Funken eines Feuerstahls oder die Flamme eines Streichholzes. Dünne, gespaltene Stäbchen dienen danach als Anzündholz.
Lege nicht zu früh zu große Stücke auf. Auch Kienspan braucht die Treppe von fein zu grob. Ein faustgroßes Stück Kienspan kann für viele Feuer reichen, wenn du es sparsam in Späne und Stäbchen aufteilst.
Sicherheit und Rücksicht
Sammle Kienspan nur aus totem Holz und nur dort, wo das Sammeln erlaubt ist. In Schutzgebieten, Nationalparks und vielen Wäldern ist das Herausbrechen von Holz aus Stümpfen nicht gestattet. Lebende Bäume werden nie angeritzt, um Harz zu gewinnen. Nimm nur so viel, wie du wirklich brauchst.
Beim Spalten und Schaben gelten die üblichen Messerregeln: immer vom Körper weg arbeiten, sicher sitzen, das Werkstück auf einer festen Unterlage abstützen. Harzreiches Holz ist hart und manchmal zäh – die Klinge kann plötzlich durchrutschen. Mit einem Beil nur arbeiten, wenn du das sicher beherrschst.
Kienspan brennt mit viel Ruß und kann Funken werfen. Halte Abstand zu Zelt, Plane und Ausrüstung. Koche nicht direkt über der rußenden Flamme, denn Ruß schwärzt Töpfe und schmeckt unangenehm. Nutze Kienspan zum Anzünden und koche später auf der Glut von normalem Holz. Prüfe vor jedem Feuer die örtlichen Regeln.
Wann es sinnvoll ist – und wann nicht
Kienspan ist besonders wertvoll bei Nässe, im Winter und bei der Zündung mit einem Feuerstahl, der nur Funken und keine Flamme liefert. Ein kleiner Vorrat im Notfallset oder Rucksack ist leicht, hält sehr lange und macht dich unabhängiger vom Wetter.
Er ersetzt aber keinen Vorrat an trockenem Brennholz. Kienspan hilft nur beim Start. Ob du überhaupt welchen findest, hängt stark von der Region ab – in manchen Wäldern ist er häufig, in anderen fast nie zu finden. Plane deshalb nicht damit, ihn unterwegs zu entdecken, sondern nimm im Zweifel etwas mit.
Gut zu wissen
Früher dienten Kienspäne auch als Licht: In Häusern ohne Kerzen oder Lampen steckte man brennende Späne in Halterungen, um abends etwas zu sehen. Harzreiches Anzündholz wird bis heute im Handel angeboten.
Ein kleiner Test zu Hause: Halte ein Stück Kienspan und ein gleich großes Stück gewöhnliches trockenes Holz nacheinander kurz an eine Streichholzflamme. Der Unterschied ist meist deutlich – der Kienspan fängt schneller und brennt kräftiger. So bekommst du ein Gefühl dafür, wonach du suchst.
Schritt für Schritt
Suchen
Alte, abgestorbene Nadelholzstümpfe, Wurzelansätze und Astansätze an abgestorbenem Holz prüfen. Kienspan ist schwer, oft bernsteinfarben bis rötlich durchscheinend und riecht deutlich nach Harz.
- 1
Suchen
Alte, abgestorbene Nadelholzstümpfe, Wurzelansätze und Astansätze an abgestorbenem Holz prüfen. Kienspan ist schwer, oft bernsteinfarben bis rötlich durchscheinend und riecht deutlich nach Harz.
- 2
Herauslösen
Mit Messer oder Beil kleine Stücke abspalten. Nur so viel nehmen wie nötig.
- 3
Späne schaben
Feine Späne oder Schabsel abschaben; sie fangen Funken eines Feuerstahls.
- 4
Einsetzen
Späne als Zunder, dünne Stäbe als Anzündholz verwenden. Restliche Stücke trocken als Vorrat mitnehmen.
Häufige Fehler
- Lebende Bäume verletzen
- Morsches, harzarmes Holz für Kienspan halten
- Zu große Stücke zu früh auflegen
Kurzüberblick
Material
Kienspan (harzreiches Holz)
Nur totes Holz sammeln, wo erlaubt.
Rußt stark.
Messer (feststehend oder feststellbar)
Vom Körper weg schneiden.
Regeln zum Mitführen von Messern unterscheiden sich je nach Region – örtliche Regeln prüfen.
Beil oder kleine Axt
Nur mit fest sitzendem Kopf und intaktem Stiel verwenden; bei Nichtgebrauch Schneidenschutz aufsetzen.
Regeln zum Mitführen und zum Holzschlag unterscheiden sich je nach Region – örtliche Regeln prüfen.
Geeignet für
- Feuer bei Nässe
- Zündung mit Feuerstahl über Späne
- Vorrat im Notfallset
Ungeeignet für
- Schutzgebiete und lebende Bäume
- Kochen direkt über der rußenden Flamme
Voraussetzungen
- Erlaubnis zum Sammeln
- Werkzeug zum Spalten
Sicherheit
- Keine lebenden Bäume anritzen oder beschädigen. Nur abgestorbenes Material sammeln, wo es erlaubt ist.
- Beim Schnitzen und Kerben immer vom Körper weg arbeiten und sicher sitzen. Ermüdung erhöht das Verletzungsrisiko.
- Harzreiches Holz rußt stark und kann Funken werfen. Abstand zu Zelt und Ausrüstung halten.
So funktioniert es
Harz ist ein brennbarer Stoff mit hohem Energiegehalt, der Wasser abweist. Ist das Holz damit durchtränkt, entzündet es sich leicht und brennt auch dann, wenn die Oberfläche feucht ist.
Vorteile
- Brennt auch leicht feucht
- Lange lagerfähig
- Wenig Material genügt
Nachteile
- Nicht überall zu finden
- Rußt stark
- Sammeln oft eingeschränkt
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Kienspäne dienten früher auch als Leuchtmittel. Im Handel wird harzreiches Anzündholz bis heute angeboten.
Dieser Atlas beschreibt keine Baumartenbestimmung. Ob Holz harzreich ist, erkennt man am Geruch, Gewicht und am klebrigen, glänzenden Erscheinungsbild.
Häufige Fehler
- Lebende Bäume verletzen
- Morsches, harzarmes Holz für Kienspan halten
- Zu große Stücke zu früh auflegen
Grenzen und Risiken
- Vorkommen regional sehr unterschiedlich
- Ersetzt keine trockenen Brennholzvorräte
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Kienspan (harzreiches Holz)
- Trockenes Brennholz (Nur dort sammeln, wo es erlaubt ist.), Zunder (Wasserdicht verpackt mitführen.), Zunderstoff (verkohlte Baumwolle) (Trocken in einer Dose lagern.), Feinste Stahlwolle (Getrennt von Batterien lagern – Brandgefahr.), Kocherbrennstoff (Kartusche, Benzin, Spiritus) (Brennstoffe getrennt von Lebensmitteln und in Originalbehältern bzw. dafür vorgesehenen Flaschen lagern.), Watte mit Vaseline (Nur reine Baumwolle verwenden.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Ray Mears – Hodder & Stoughton (2002): Bushcraft
Harzreiches Holz als Anzündmaterial
Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: The Seven Principles of Leave No Trace (Principle 5: Minimize Campfire Impacts)
Keine lebenden Bäume schädigen