Blasen an den Füßen versorgen
Blasen entstehen durch Reibung und können eine Wanderung schnell beenden. Am besten reagierst du schon beim ersten Brennen. Ist die Blase da, bleibt sie möglichst geschlossen: Die Haut darüber schützt vor Keimen. Hier lernst du, wie du eine Blase abpolsterst, was du tust, wenn sie aufgegangen ist, und woran du eine Entzündung erkennst.
- 5–10 Minuten
Einfach erklärt
Eine Blase entsteht, wenn der Schuh immer wieder an derselben Stelle reibt. Unter der Haut sammelt sich Flüssigkeit, und es tut weh.
Die Haut über der Blase ist wie ein eigenes Pflaster und schützt vor Schmutz. Darum stichst du die Blase nicht auf, sondern klebst ein weiches Blasenpflaster darüber.
Am besten hältst du schon an, wenn es zum ersten Mal brennt. Dann kannst du die Stelle abkleben, bevor überhaupt eine Blase entsteht.
Wie es funktioniert
Reibung und Feuchtigkeit lösen die oberste Hautschicht von der darunter. Der Körper füllt den Spalt mit Gewebeflüssigkeit – das polstert und schützt die verletzte Haut.
Ein Blasenpflaster wirkt wie eine zweite Haut: Es dämpft den Druck und hält die Stelle sauber und feucht, damit sie darunter heilen kann.
Worauf es ankommt
Früh reagieren: Druckstellen abkleben, bevor eine Blase entsteht.
Saubere, trockene Haut, damit das Pflaster hält.
Ist die Blase aufgegangen: Hautdecke drauflassen, abspülen, abdecken.
Sicherheit: darauf musst du achten
Rötung, Wärme, Eiter, rote Streifen oder Fieber sind Zeichen einer Entzündung – dann ärztlich ansehen lassen.
Menschen mit Diabetes zeigen Fußwunden immer früh ärztlich.
Ein Erste-Hilfe-Kurs beim Roten Kreuz oder einer anderen Hilfsorganisation zeigt dir das alles in der Praxis. Im Notfall: 112 (in Österreich auch 144).
Schritt für Schritt
- 1
Beim ersten Brennen anhalten
Brennt oder drückt es, sofort Pause machen, Schuh und Socke ausziehen und nachsehen. Eine rote Druckstelle kannst du jetzt noch abkleben, bevor eine Blase entsteht.
- 2
Hände und Haut säubern
Hände waschen oder desinfizieren. Die Haut um die Blase vorsichtig mit sauberem Wasser abwischen und gut trocknen lassen.
- 3
Blasenpflaster aufkleben
Das Pflaster in der Hand kurz anwärmen und faltenfrei über die geschlossene Blase kleben. Es bleibt drauf, bis es von selbst abgeht.
- 4
Wenn die Blase aufgegangen ist
Die Hautdecke nicht abziehen. Die Stelle mit sauberem Trinkwasser abspülen und mit einem Blasenpflaster oder einer sterilen Wundauflage abdecken.
Hautdecke drauflassen.
- 5
Trocken weitergehen
Trockene Socken anziehen, Schnürung prüfen, langsamer gehen. Nasse Socken weichen die Haut auf und machen neue Blasen.
- 6
Täglich nachsehen
Schau dir die Stelle jeden Abend an. Wird sie rot, heiß, eitrig oder bekommst du Fieber, lass sie ärztlich ansehen.
Häufige Fehler
- Geschlossene Blase aufstechen
- Hautdecke abziehen
- Pflaster auf feuchte Haut kleben
- Mit Druckstelle weiterlaufen, bis es blutet
- Nasse Socken anbehalten
Kurzüberblick
Material
Blasenpflaster
Nur auf saubere, trockene Haut kleben; Ablaufdatum beachten.
Sterile Wundauflagen und Verbandmaterial
Für eine aufgegangene Blase
Sterilverpackung erst unmittelbar vor Gebrauch öffnen; Ablaufdatum beachten.
PET-Flasche (klar, max. 2 Liter)
Sauberes Trinkwasser zum Abspülen
Nicht erhitzen oder ins Feuer stellen.
Wander- und Trekkingsocken
Trockenes Ersatzpaar
Geeignet für
- Blasen an Fersen, Zehen und Ballen
- Druckstellen, bevor eine Blase entsteht
Ungeeignet für
- Blasen durch Verbrennungen oder Erfrierungen – siehe dort
- Entzündete Blasen – dann ärztlich ansehen lassen
- Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen – Fußwunden früh ärztlich zeigen
Voraussetzungen
- Saubere Hände
- Pflaster im Gepäck
Sicherheit
- Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lernt man durch praktisches Üben unter Anleitung. Im Notfall immer professionelle Hilfe rufen – über die lokale Notrufnummer (in der EU 112) – und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
- Ärztliche Hilfe holen, wenn die Haut rundherum rot, heiß und geschwollen wird, sich Eiter bildet, rote Streifen entstehen oder Fieber dazukommt.
- Eine geschlossene Blase nicht aufstechen. Die Haut darüber ist der beste Schutz vor Keimen.
So funktioniert es
Reibt der Schuh immer wieder an derselben Stelle, lösen sich die oberen Hautschichten voneinander, und dazwischen sammelt sich Flüssigkeit. Die abgehobene Haut ist wie ein natürliches Pflaster. Ein Blasenpflaster polstert die Stelle, verteilt den Druck und hält sie feucht und sauber, so dass sie darunter heilen kann.
Vorteile
- Einfach und schnell
- Verhindert oft das Ende der Tour
Nachteile
- Große Blasen heilen langsam
- Pflaster halten auf nasser Haut schlecht
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Blasen gehören zu den häufigsten Beschwerden auf Wanderungen und Pilgerwegen. Erste-Hilfe-Organisationen raten, Blasen geschlossen zu lassen und abzudecken; das Aufstechen bleibt Fachleuten vorbehalten.
Varianten
- Ohne Blasenpflaster
- Fehlt ein Blasenpflaster, polsterst du die Stelle mit einer sterilen Wundauflage und klebst sie mit Tape fest, ohne die Blase selbst mit Klebstoff zu bekleben.
Häufige Fehler
- Geschlossene Blase aufstechen
- Hautdecke abziehen
- Pflaster auf feuchte Haut kleben
- Mit Druckstelle weiterlaufen, bis es blutet
- Nasse Socken anbehalten
Grenzen und Risiken
- Ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs
- Keine Medikamente oder Salben
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Sterile Wundauflagen und Verbandmaterial
- Baumwolltuch / T-Shirt (Filtert nur grobe Partikel – keine Entkeimung.), Moskitonetz (Brennbar – von Flammen fernhalten.), Feines Tuch oder Mullnetz gegen Fliegen (Sauber und trocken halten; nicht ins Feuer hängen.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen (2)
- International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) – Global First Aid Reference Centre (2020): International First Aid, Resuscitation, and Education Guidelines 2020 · Blasen: geschlossen lassen, abdecken, Entzündungszeichen beachten
- Deutsches Rotes Kreuz (DRK): Erste Hilfe – Informationen und Kurse · Wundversorgung durch Laien























