Tee aus Brombeer-, Himbeer- und Erdbeerblättern – auch fermentiert
Aus den Blättern von Brombeere, Himbeere und Walderdbeere lässt sich ein milder Haustee machen – frisch, getrocknet oder fermentiert wie Schwarztee. Ein warmes Getränk tut in der Kälte gut und macht abgekochtes Wasser schmackhafter. Hier lernst du, welche Blätter du nimmst, wann du sie erntest, wie du sie welkst, rollst, fermentierst und trocknest, und warum Blätter von Kirsche und Pflaume nicht in den Teetopf gehören.
- Pflücken 15 Minuten; Fermentieren 1–3 Tage; Trocknen einige Tage
Einfach erklärt
Aus den Blättern von Brombeeren, Himbeeren und Walderdbeeren kann man Tee machen. Er schmeckt mild und ein bisschen wie Schwarztee, wenn man die Blätter vorher fermentiert.
Fermentieren klingt kompliziert, ist aber einfach: Blätter welken lassen, zwischen den Händen rollen, bis sie dunkel werden, ein bis drei Tage in einem Glas warm stehen lassen und dann trocknen.
Blätter von Kirschen und Pflaumen nimmst du nie für Tee, denn daraus kann beim Welken Gift entstehen. Und wenn etwas schimmelt, wirfst du es weg.
Wie es funktioniert
In jedem Blatt stecken Enzyme, die normalerweise von den Stoffen getrennt sind, auf die sie wirken. Beim Rollen werden die Zellen verletzt, Enzyme und Inhaltsstoffe kommen zusammen und reagieren. Dabei werden Gerbstoffe umgewandelt, das Blatt wird braun und bildet neue Aromen.
Genau so entsteht aus grünen Teeblättern Schwarztee. Bei Brombeer- und Erdbeerblättern ist das Ergebnis milder, aber deutlich runder als einfach getrocknete Blätter.
Trocknen stoppt die Enzyme und entzieht den Keimen das Wasser, das sie zum Wachsen brauchen. Darum halten gut getrocknete Blätter in einem dichten Glas lange.
Worauf es ankommt
Junge, gesunde Blätter von sauberen Standorten. Die zarten Blätter an den Triebspitzen geben den besten Tee. Fleckige, angefressene oder von Pilzen befallene Blätter lässt du hängen.
Beim Fermentieren auf Geruch und Aussehen achten. Ein fruchtiger, an Tee erinnernder Duft ist gut. Muffiger Geruch oder Belag heißt: Schimmel – alles wegwerfen.
Gründlich trocknen. Erst wenn die Blätter rascheln und brechen, kommen sie ins Glas. Restfeuchte führt zu Schimmel.
Sicherheit: darauf musst du achten
Kirsche, Pflaume, Schlehe, Pfirsich und Kirschlorbeer gehören zur selben großen Familie wie Brombeere und Himbeere, aber ihre Blätter enthalten Stoffe, aus denen Blausäure entstehen kann. Sie haben im Tee nichts verloren.
Nimm nur Blätter, die du sicher erkannt hast. Am einfachsten ist es, wenn am selben Strauch Blüten oder Beeren hängen.
Blättertee ist ein Genussgetränk, kein Heilmittel. Für Krankheiten gehört man zu einer Ärztin oder einem Arzt.
Schritt für Schritt
Die richtigen Blätter wählen
Brombeerblätter bestehen aus 3 bis 5 gezähnten Blättchen an stacheligen Ranken. Himbeerblätter haben 3 bis 7 Blättchen mit weißlich-filziger Unterseite. Walderdbeeren haben drei gezähnte Blättchen dicht am Boden. Am sichersten erntest du, wenn Blüten oder Beeren am selben Strauch zu sehen sind.
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Die richtigen Blätter wählen
Brombeerblätter bestehen aus 3 bis 5 gezähnten Blättchen an stacheligen Ranken. Himbeerblätter haben 3 bis 7 Blättchen mit weißlich-filziger Unterseite. Walderdbeeren haben drei gezähnte Blättchen dicht am Boden. Am sichersten erntest du, wenn Blüten oder Beeren am selben Strauch zu sehen sind.
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Junge Blätter ernten
Pflück im späten Frühling und Frühsommer junge, hellgrüne, gesunde Blätter von den Triebspitzen, an einem trockenen Vormittag. Ältere, fleckige oder angefressene Blätter lässt du hängen. Zieh Handschuhe an, Brombeeren und Himbeeren stechen.
- 3
Welken lassen
Breite die Blätter auf einem Tuch aus und lass sie einige Stunden bis einen halben Tag im Schatten welken, bis sie weich und biegsam sind. Willst du einfachen getrockneten Tee, überspringst du die nächsten Schritte und trocknest gleich weiter.
- 4
Rollen und fermentieren
Roll die welken Blätter zwischen den Handflächen, bis sie dunkler werden und Saft austritt. Drück sie fest in ein sauberes Glas, deck es mit einem feuchten Tuch ab und stell es warm, etwa ein bis drei Tage. Die Blätter werden braun und riechen fruchtig, ähnlich wie Schwarztee.
Riecht es muffig oder siehst du Schimmel: wegwerfen.
- 5
Gründlich trocknen
Zupf die Blätter auseinander und trockne sie locker ausgebreitet an einem luftigen, warmen, schattigen Ort, bis sie rascheln und brechen. Trocken in einem dichten Glas dunkel aufbewahren.
- 6
Aufbrühen
Für eine Tasse nimmst du etwa einen Teelöffel bis einen Esslöffel getrocknete Blätter, übergießt sie mit kochendem Wasser und lässt sie 5 bis 10 Minuten ziehen. Fermentierter Tee schmeckt kräftiger und runder, einfach getrockneter milder und grüner. Mit Hagebutten, Lindenblüten oder Minze lässt er sich mischen.
Häufige Fehler
- Kirsch- oder Pflaumenblätter mitnehmen
- Kranke oder fleckige Blätter verwenden
- Zu feucht lagern
- Schimmel übersehen
- An Straßen pflücken
Kurzüberblick
Material
Robuste Arbeitshandschuhe
Gegen Stacheln
Bei Kontakt mit Hochwasserschlamm oder Chemikalien zusätzlich wasserdichte Handschuhe tragen.
Luftiger Sammelbeutel oder Korb
Jede Pflanzenart getrennt sammeln, damit sich nichts Unbekanntes untermischt
Keine Plastiktüten für längere Zeit – Grünzeug schwitzt und verdirbt
Gärglas oder Gärtopf
Zum Fermentieren
Nur lebensmittelechte Gefäße aus Glas, glasiertem Steinzeug für Lebensmittel oder lebensmittelechtem Kunststoff verwenden – keine Metallgefäße für saure Lebensmittel.
Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)
Zum Aufbrühen
Heiß – Verbrühungsgefahr.
Geeignet für
- Mai bis Juli: junge Blätter
- Warmes Getränk ohne gekauften Tee
- Vorrat für den Winter
Ungeeignet für
- Welke Blätter von Kirsche, Pflaume, Schlehe oder Pfirsich
- Kranke, fleckige oder schimmlige Blätter
- Blätter von Straßenrändern
Voraussetzungen
- Brombeere, Himbeere und Walderdbeere sicher erkennen
- Saubere Standorte abseits von Straßen
- Ein trockener, luftiger Platz zum Trocknen
Sicherheit
- Nimm nur Blätter von Pflanzen, die du sicher erkannt hast – am besten, wenn du die Beeren am selben Strauch siehst. Unbekannte Blätter nicht aufbrühen.
- Beim Fermentieren und Trocknen kann Schimmel entstehen. Riechen die Blätter muffig oder siehst du weißen, grünen oder schwarzen Belag, wirf alles weg.
So funktioniert es
Junge Blätter der Rosengewächse Brombeere, Himbeere und Walderdbeere enthalten Gerbstoffe und Aromastoffe, die einen milden, leicht herben Tee ergeben. Beim Fermentieren werden die Zellen durch Rollen verletzt, und pflanzeneigene Enzyme verändern die Inhaltsstoffe – der Tee wird dunkler, runder und erinnert an Schwarztee. Trocknen stoppt den Vorgang und macht die Blätter haltbar.
Vorteile
- Leicht erkennbare, häufige Pflanzen
- Lange haltbar
- Warmes Getränk ohne gekauften Tee
- Schmackhafter als abgekochtes Wasser
Nachteile
- Kaum Kalorien
- Fermentieren braucht Geduld
- Stacheln beim Pflücken
- Schimmelgefahr bei Feuchtigkeit
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
In Zeiten, in denen echter Tee teuer oder nicht zu bekommen war, haben Menschen in Mitteleuropa „Deutschen Tee“ aus heimischen Blättern gemacht. Fermentierte Brombeer- und Erdbeerblätter galten als bester Ersatz für Schwarztee.
Die wichtigste Regel ist dieselbe wie bei allen Wildpflanzen: nur sicher Erkanntes verwenden. Dazu kommt bei Tee eine besondere Regel: Blätter von Kirsche, Pflaume und ihren Verwandten haben im Teetopf nichts verloren.
Varianten
- Frischer Blättertee
- Eine Handvoll frische, junge Blätter waschen, grob zerreißen und mit kochendem Wasser übergießen. Schmeckt grasiger als getrocknet, ist aber sofort fertig.
- Wildkräutermischung
- Getrocknete Brombeerblätter als Grundlage mit getrockneten Lindenblüten, Hagebuttenschalen oder Fichtennadeln mischen. So entsteht ein eigener Haustee.
Häufige Fehler
- Kirsch- oder Pflaumenblätter mitnehmen
- Kranke oder fleckige Blätter verwenden
- Zu feucht lagern
- Schimmel übersehen
- An Straßen pflücken
Grenzen und Risiken
- Keine Heilversprechen
- Keine Mengenangaben für medizinische Zwecke
- Gilt für Mitteleuropa
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Luftiger Sammelbeutel oder Korb
- Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan) (Heiß – Verbrühungsgefahr.), Einwandige Edelstahlflasche (Nur einwandig ohne Lack/Kunststoff erhitzen; Deckel vor dem Erhitzen abnehmen.), Doppelwandige Isolierflasche (Niemals direkt erhitzen.), PET-Flasche (klar, max. 2 Liter) (Nicht erhitzen oder ins Feuer stellen.), Lebensmittelechter Wasserkanister (Nur Behälter verwenden, die nie Chemikalien oder Kraftstoff enthalten haben.), Luftdichte, lebensmittelechte Vorratsdose (Nur sauber und vollständig trocken befüllen; keine Behälter verwenden, die vorher Chemikalien enthielten.), Faltkanister oder Wassersack (Vor spitzen Gegenständen schützen.), Messbecher, Lebensmittelechter Wasserbeutel (Nur für Trinkwasser verwenden, nie für Chemikalien oder Brennstoff.), Gärglas oder Gärtopf (Nur lebensmittelechte Gefäße aus Glas, glasiertem Steinzeug für Lebensmittel oder lebensmittelechtem Kunststoff verwenden – keine Metallgefäße für saure Lebensmittel.), Wiederverschließbare Lebensmittelbeutel (Nur Beutel verwenden, die für Lebensmittel bestimmt sind; nicht für kochendes Wasser nutzen, wenn der Hersteller es nicht ausdrücklich erlaubt.), Fester Sammelbehälter (Dose, Korb oder Becher) (Jede Art in einen eigenen Behälter – nie Unbekanntes dazumischen)
- Gärglas oder Gärtopf
- Einwandige Edelstahlflasche (Nur einwandig ohne Lack/Kunststoff erhitzen; Deckel vor dem Erhitzen abnehmen.), Doppelwandige Isolierflasche (Niemals direkt erhitzen.), PET-Flasche (klar, max. 2 Liter) (Nicht erhitzen oder ins Feuer stellen.), Lebensmittelechter Wasserkanister (Nur Behälter verwenden, die nie Chemikalien oder Kraftstoff enthalten haben.), Luftdichte, lebensmittelechte Vorratsdose (Nur sauber und vollständig trocken befüllen; keine Behälter verwenden, die vorher Chemikalien enthielten.), Faltkanister oder Wassersack (Vor spitzen Gegenständen schützen.), Lebensmittelechter Wasserbeutel (Nur für Trinkwasser verwenden, nie für Chemikalien oder Brennstoff.), Wiederverschließbare Lebensmittelbeutel (Nur Beutel verwenden, die für Lebensmittel bestimmt sind; nicht für kochendes Wasser nutzen, wenn der Hersteller es nicht ausdrücklich erlaubt.)
- Metalltopf (Edelstahl, Aluminium, Titan)
- Einwandige Edelstahlflasche (Nur einwandig ohne Lack/Kunststoff erhitzen; Deckel vor dem Erhitzen abnehmen.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen (3)
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2017): Risiko Pflanze – Einschätzung und Hinweise · Kirschlorbeer und andere Steinobstgewächse mit blausäurebildenden Stoffen
- Ray Mears und Gordon Hillman, Hodder & Stoughton (2007): Wild Food · Brombeere, Himbeere und Walderdbeere als häufige Wildpflanzen
- Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival · Tee aus Wildpflanzen nur von sicher bestimmten Pflanzen























