Kettenmethode (Luftmaschenkette, Chain Sinnet)
Ein langes Seil wird mit einer Folge von Schlaufen, die ineinander gezogen werden, zu einer kurzen, dicken Kette verkürzt. Verheddert sich nicht, lässt sich sekundenschnell wieder ausziehen und eignet sich zum Lagern und Transportieren von Leinen.
- ein bis drei Minuten
Einfach erklärt
Die Kettenmethode ist ein Trick, um ein langes Seil kurz und ordentlich zu verstauen. Du machst eine Schlaufe, greifst durch sie hindurch, ziehst eine neue Schlaufe durch die alte, und dann wieder eine neue durch diese – immer weiter. Wenn du schon einmal gehäkelt hast: Es ist genau wie eine Luftmaschenkette, nur mit einem Seil statt Wolle.
Heraus kommt eine dicke, kurze Kette, die sich nicht verheddert. Das Tolle daran: Wenn du das Seil wieder brauchst, ziehst du das Ende aus der letzten Schlaufe, ziehst am Seil – und die ganze Kette löst sich in Sekunden auf, wie ein Reißverschluss, der aufgeht.
Die Kette ist nur zum Aufbewahren und Tragen gedacht. Wenn das Seil etwas halten soll, ziehst du die Kette vorher ganz aus.
Wie es funktioniert
Jede neue Bucht wird durch die vorherige Schlaufe gezogen und hält diese dadurch fest. Die vorherige Schlaufe wiederum umschließt die neue Bucht. So entsteht eine Reihe ineinandergehängter Schlaufen, bei der jede nur von der nächsten gehalten wird – eine Kette, die genau so lange zusammenhält, wie die letzte Schlaufe gesichert ist.
Steckst du zum Schluss das Ende durch die letzte Schlaufe, ist die Kette verriegelt. Ziehst du das Ende wieder heraus und am Seil, gleitet eine Schlaufe nach der anderen heraus, und das Seil liegt in kurzer Zeit wieder gerade vor dir. Weil dabei nichts gewickelt wird, entsteht kaum Drall, und das Seil verheddert sich nicht.
So erkennst du eine gut gemachte Kette
Eine gute Kette sieht gleichmäßig aus, fast wie ein dicker Zopf. Die Schlaufen sind ungefähr gleich groß, und jede liegt flach in der nächsten. Am Ende steckt das Seilende durch die letzte Schlaufe. Wenn die Kette an einer Stelle einen Knubbel oder einen echten Knoten hat, wurde dort meist eine Bucht von der falschen Seite durchgezogen.
Ziehe jede neue Schlaufe nur so weit an, dass die vorherige sich anlegt, aber nicht festgewürgt wird. Zu fest gezogene Ketten lassen sich schwerer auflösen. Mache zum Schluss den Test: Ende herausziehen, am Seil ziehen – die Kette sollte ohne Haken und ohne Knoten aufgehen. Wenn nicht, war irgendwo eine Schlaufe falsch herum.
Wann sie sinnvoll ist – und wann nicht
Die Kettenmethode ist ideal, um Paracord, Abspannleinen oder Schnüre knotenfrei zu lagern und im Rucksack zu verstauen. Sie eignet sich auch, um lange Abspannleinen verkürzt am Zelt oder Tarp hängen zu lassen, damit sie nicht über den Boden schleifen. Weil sie sich so schnell auflöst, ist das Seil im Bedarfsfall sofort einsatzbereit.
Sie verkürzt das Seil deutlich, aber nicht beliebig – bei sehr langen Seilen bleibt die Kette ziemlich lang, und bei dicken Seilen wird sie sperrig. Dann ist die Schmetterlingsmethode oft besser. Für sehr steife Seile ist sie ungeeignet, weil sich die Schlaufen nicht schön legen. Und sie ist keine Methode, um ein Seil zu verkürzen, das gleichzeitig Last tragen soll.
Sicherheit und typische Fehler
Die Kette ist eine Aufbewahrungsform. Unter Last kann sie sich ungleichmäßig zusammenziehen, und eine nicht gesicherte Kette läuft von selbst auf. Ziehe das Seil deshalb vollständig aus, bevor du es zum Halten oder Ziehen verwendest. Typische Fehler sind eine ungesicherte letzte Schlaufe, sehr ungleich große Schlaufen und Buchten, die von der falschen Seite durchgezogen werden, sodass echte Knoten entstehen.
Beim Ausziehen solltest du das Seil einmal durch die Hände laufen lassen und auf Schäden achten – das ist eine gute Gelegenheit für eine kurze Sichtprüfung. Lebenssichernde Verwendung von Seilen und Knoten nur nach fachlicher Ausbildung mit zertifizierter Ausrüstung.
Gut zu wissen
Die Kettenmethode ist ein altes Seemannsgeflecht, das in Knotenbüchern auch als Zierknoten geführt wird. Auf Englisch heißt sie „chain sinnet“ oder „daisy chain“; „sinnet“ ist ein altes Wort für geflochtene Schnur. Heute kennt man sie vor allem als ordentliche Art, Leinen und Schnüre zu verstauen.
Im Lager ist sie die zuverlässigere Alternative zum Trompetenstek, wenn eine Leine nur vorübergehend kürzer sein soll. Zum Üben reichen ein paar Meter Schnur: Mache eine Kette, löse sie, mache sie wieder. Nach ein paar Durchgängen geht es fast ohne Hinschauen.
Schritt für Schritt
- 1
Anfangsschlaufe
Binde nahe einem Ende eine Schlaufe auf Slip.
- 2
Bucht durchziehen
Greife durch die Schlaufe, fasse das Seil dahinter und ziehe eine neue Bucht hindurch.
- 3
Wiederholen
Wiederhole das immer mit der neuesten Schlaufe, bis das Seil kurz genug ist. Gleich große Schlaufen ergeben eine ordentliche Kette.
- 4
Sichern
Stecke das Ende durch die letzte Schlaufe und ziehe leicht an. Zum Lösen Ende herausziehen und am Seil ziehen.
Häufige Fehler
- Letzte Schlaufe nicht sichern – die Kette läuft von selbst auf
- Schlaufen sehr ungleich groß
- Bucht von der falschen Seite durchziehen, sodass sich Knoten bilden
Kurzüberblick
Material
Seil
Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.
Paracord
Kein Kletter- oder Sicherungsseil.
Geeignet für
- Paracord oder Leinen knotenfrei lagern
- Lange Abspannleinen verkürzt am Zelt lassen
- Verlängerungskabel oder Gartenschläuche ordentlich aufbewahren (gleiches Prinzip)
Ungeeignet für
- Verkürzen eines Seils, das gleichzeitig Last trägt
- Sehr steife Seile
Voraussetzungen
- Bucht
- Überhandknoten auf Slip
Sicherheit
- Die Kette ist eine Aufbewahrungsform. Unter Last kann sie sich ungleichmäßig zusammenziehen; zum Tragen von Last das Seil vorher ausziehen.
So funktioniert es
Jede neue Bucht wird durch die vorherige Schlaufe gezogen, wie bei einer gehäkelten Luftmaschenkette. Steckt man zum Schluss das Ende durch die letzte Schlaufe, ist die Kette gesichert; zieht man das Ende wieder heraus und am Seil, löst sich alles der Reihe nach.
Vorteile
- Kein Verheddern
- Sehr schnell wieder einsatzbereit
- Kein zusätzliches Material
Nachteile
- Verkürzt nur etwa auf ein Drittel bis Viertel – bei sehr langen Seilen bleibt die Kette lang
- Für dicke Seile wird sie sperrig
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Die Kettenmethode (Chain Sinnet) ist ein alter Seemannsflechtknoten, der in Knotenbüchern auch als Zierknoten beschrieben wird. Bekannt ist sie heute vor allem als Methode, um Leinen und Kabel ordentlich zu verstauen.
Im Lager ist sie die sicherere Alternative zum Trompetenstek, wenn eine Leine nur vorübergehend kürzer sein soll.
Häufige Fehler
- Letzte Schlaufe nicht sichern – die Kette läuft von selbst auf
- Schlaufen sehr ungleich groß
- Bucht von der falschen Seite durchziehen, sodass sich Knoten bilden
Grenzen und Risiken
- Aufbewahrungs- und Verkürzungsform, kein tragender Knoten.
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Seil
- Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.)
- Paracord
- Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
Kettenmethode (Chain Sinnet)
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Kettenmethode zum Verkürzen und Verstauen