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Knoten

Überhandknoten auf Slip (Slipknoten)

Ein Überhandknoten, bei dem statt des Endes eine Bucht durchgesteckt wird. Ein Zug am Ende löst ihn sofort. Ideal für alles, was schnell wieder geöffnet werden soll – nicht für Last, die sicher halten muss.

Schwierigkeit
Einsteiger
Aufwand
wenige Sekunden
Risikostufe
Praktische Fertigkeit
Fehler melden

Einfach erklärt

Der Überhandknoten auf Slip ist ein Knoten mit eingebautem „Aufmach-Knopf“. Statt das Seilende ganz durch den kleinen Kreis zu stecken, steckst du nur eine Schlaufe davon hindurch. Ziehst du später am Ende, rutscht die Schlaufe heraus – und der Knoten ist weg.

Das ist praktisch für alles, was du schnell wieder öffnen willst: einen Sack zubinden, eine Leine kurz aufräumen. Es ist ein bisschen wie bei der Schleife an deinen Schuhen, die mit einem Zug aufgeht.

Wichtig für die Sicherheit: Wenn man so eine Schlaufe falsch herum macht, kann daraus eine Schlinge werden, die sich zuzieht. Die gehört niemals um den Hals, Arm oder Bein von Menschen oder Tieren – auch nicht im Spiel.

Wie es funktioniert

Der Knoten ist ein ganz normaler Überhandknoten, nur dass statt des Endes eine kleine Bucht durch das Auge gesteckt wird. Das eigentliche Ende bleibt draußen. Solange niemand am Ende zieht, hält der Knoten wie ein Überhandknoten: Das Auge klemmt die Bucht ein.

Ziehst du am losen Ende, wird die Bucht kürzer, bis sie durch das Auge rutscht. Dann ist nichts mehr da, was das Auge festhalten könnte, und der Knoten öffnet sich vollständig. „Auf Slip legen“ ist ein allgemeines Prinzip: Viele Knoten lassen sich so abschließen und werden dadurch schnell lösbar.

Wichtig ist, welcher Strang die Bucht bildet. Wird sie aus dem losen Ende gebildet, entsteht der Slip-Knoten, der sich mit einem Zug am Ende löst. Wird sie aus dem stehenden Part gebildet, entsteht eine laufende Schlinge, die sich unter Zug zuzieht. Beide heißen umgangssprachlich oft „Slipknoten“ – deshalb lohnt es sich, genau hinzuschauen.

So erkennst du einen richtig gelegten Knoten

Ein richtig gelegter Überhandknoten auf Slip zeigt eine kleine Bucht, die aus dem Knoten herausschaut, und daneben das lose Ende, das zu dieser Bucht gehört. Der stehende Part läuft ohne Schlaufe in den Knoten hinein. Mach den Test: Ein sanfter Zug am losen Ende muss den Knoten öffnen. Zieht sich stattdessen eine Schlaufe um etwas zu, hast du eine laufende Schlinge gebunden.

Ordne den Knoten, bevor du ihn festziehst, und ziehe an Bucht und stehendem Part. Achte darauf, dass das lose Ende nicht zu kurz ist – du brauchst es ja zum Lösen – und dass es nirgends hängen bleiben kann, wo es versehentlich gezogen würde.

Sicherheit: darauf musst du achten

Eine laufende Schlinge darf nie um Hals oder Gliedmaßen von Menschen oder Tieren gelegt werden – auch nicht im Spiel, auch nicht „nur kurz“. Sie zieht sich unter Zug zu und lässt nicht von selbst wieder los. Erkläre das auch Kindern, die mit Seilen spielen.

Die zweite Gefahr ist das versehentliche Lösen. Hängt das lose Ende frei, kann es sich an einem Ast, einer Tasche oder Kleidung verhaken und den Knoten öffnen. Verwende den Slip-Knoten deshalb nur für leichte, unkritische Zwecke. Keiner der Knoten in diesem Atlas ist für lebenssichernde Zwecke gedacht – also nicht zum Klettern, Abseilen, Retten oder zum Halten und Heben von Menschen. Lebenssichernder Einsatz nur nach fachgerechter Ausbildung und mit geprüfter, zugelassener Ausrüstung.

Wann es sinnvoll ist – und wann nicht

Der Knoten spielt seine Stärke aus, wo etwas oft geöffnet und geschlossen wird: einen Sack oder Beutel zubinden, einen vorläufigen Stopper setzen, Leinen ordnen, die gleich wieder gebraucht werden. Er spart Zeit und schont die Finger, weil kein festgezogener Knoten mühsam aufgefummelt werden muss.

Ungeeignet ist er für alles, was sich nicht versehentlich lösen darf, und für Stellen, an denen sich das lose Ende verhaken oder angezogen werden kann. Für eine sichere Befestigung nimmst du einen anderen Knoten.

So übst du es

Lege ein Auge wie für einen Überhandknoten. Falte das Ende zu einer kleinen Bucht und stecke nur diese Bucht durch das Auge. Ziehe an Bucht und stehendem Part fest, dann löse den Knoten mit einem Zug am Ende. Wiederhole das ein paar Mal.

Binde danach bewusst die andere Form, bei der die Bucht aus dem stehenden Part kommt, um einen Stock (nicht um einen Körperteil) und beobachte, wie sie sich zuzieht. Wenn du beide Formen sicher unterscheiden kannst, verstehst du das Prinzip „auf Slip“ – und kannst es später bei anderen Knoten anwenden.

Schritt für Schritt

Überhandknoten auf Slip (Slipknoten)

Schritt 1 von 4

Auge legen

Auge legenLege ein Auge wie für einen Überhandknoten.

Lege ein Auge wie für einen Überhandknoten.

Überhandknoten auf Slip (Slipknoten) – Schritt 1 von 2Auge legen. Lege ein Auge wie für einen Überhandknoten.
Stehender Part Loses Ende (Arbeitsende)
Schritt 1 von 2

Schritt 1 von 2

Auge legen

Lege ein Auge wie für einen Überhandknoten.

Locker gelegt dargestellt. Vor Belastung sauber legen (dressen) und festziehen.

  1. 1

    Auge legen

    Lege ein Auge wie für einen Überhandknoten.

  2. 2

    Bucht durchstecken

    Lege das Ende zu einer kleinen Bucht und stecke nur diese Bucht durch das Auge; das eigentliche Ende bleibt außerhalb.

  3. 3

    Festziehen

    Ziehe an Bucht und stehendem Part fest.

  4. 4

    Lösen

    Zum Öffnen am losen Ende ziehen.

Für diese Technik ist noch kein geprüftes Video verfügbar.

Häufige Fehler

  • Das Ende statt einer Bucht durchstecken – dann ist es ein normaler Überhandknoten
  • Am falschen Strang ziehen, sodass sich statt des Knotens eine Schlinge zuzieht

Kurzüberblick

Material

  • Seil

    Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.

  • Dünne Schnur(optional)

    Geringe Bruchlast – nur für leichte Lasten.

Geeignet für

  • Vorübergehender, schnell lösbarer Stopper
  • Säcke oder Beutel schnell zubinden
  • Ordnen von Leinen, die gleich wieder gebraucht werden

Ungeeignet für

  • Alles, was sich nicht versehentlich lösen darf
  • Stellen, an denen sich das lose Ende verhaken oder angezogen werden kann

Voraussetzungen

  • Überhandknoten
  • Bucht

So funktioniert es

Die Bucht ersetzt das durchgesteckte Ende. Solange das lose Ende nicht gezogen wird, hält der Knoten wie ein Überhandknoten. Zieht man am losen Ende, rutscht die Bucht durch und der Knoten öffnet sich vollständig.

Vorteile

  • Sofort lösbar
  • Sehr einfach
  • Spart Zeit beim häufigen Öffnen

Nachteile

  • Löst sich versehentlich, wenn das Ende gezogen wird
  • Nicht für sichere Befestigung

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

„Auf Slip“ legen ist ein allgemeines Prinzip: Viele Knoten lassen sich mit einer Bucht statt mit dem Ende abschließen und werden so schnell lösbar. Der Überhandknoten auf Slip ist das einfachste Beispiel dafür.

Die Bezeichnungen sind in Deutsch und Englisch nicht einheitlich. Prüfe deshalb immer, welcher Strang den Knoten löst und welcher eine Schlinge zuzieht.

Varianten

Laufende Schlinge
Wird die Bucht aus dem stehenden Part statt aus dem Ende gebildet, entsteht eine Schlinge, die sich unter Zug zuzieht. Namen sind uneinheitlich; in vielen Anleitungen heißt beides „Slipknoten“. Für Bündel geeignet, nie für Lebewesen.

Häufige Fehler

  • Das Ende statt einer Bucht durchstecken – dann ist es ein normaler Überhandknoten
  • Am falschen Strang ziehen, sodass sich statt des Knotens eine Schlinge zuzieht

Grenzen und Risiken

  • Nur für leichte, unkritische Zwecke.

Belastung und Grenzen

Gedacht zum schnellen Lösen, nicht zum Halten hoher Last. Jeder Knoten mindert die Bruchlast eines Seils, weil das Seil in engen Bögen ungleichmäßig belastet wird. Wie stark, hängt von Seilmaterial, Machart, Durchmesser und Prüfmethode ab; verlässliche Einzelwerte werden hier bewusst nicht angegeben.

Materialalternativen

Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.

Seil
Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.)
Dünne Schnur
Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.), Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.), Reepschnur (Für lebenssichernde Zwecke nur zertifizierte Schnur nach Ausbildung verwenden.), Band (Schlauchband) (Geknotete Bandschlingen vor jeder Verwendung prüfen.), Jute- oder Sisalschnur (gekauft) (Geringe Festigkeit, nimmt Wasser auf und verrottet – nur für leichte Lasten und Übung.), Baumgurte (Nur innerhalb der Herstellerangaben belasten.)

Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.

Quellen

  1. [1]

    Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots

    Überhandknoten auf Slip und laufende Schlinge

  2. [2]

    Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots

    Prinzip des Slippens von Knoten

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10