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Knoten

Marlspiekerschlag (Knebelstek)

Ein schneller, vorübergehender Knoten, der einen Knebel (Stab, Marlspieker, Schraubenzieher) an einer Schnur hält. So lässt sich dünne Schnur kräftig anziehen, ohne in die Hände zu schneiden. Ohne Knebel fällt er sofort auseinander.

Schwierigkeit
Grundkenntnisse
Aufwand
wenige Sekunden
Risikostufe
Praktische Fertigkeit
Fehler melden

Einfach erklärt

Der Marlspiekerschlag ist ein Trick, um einen Griff an eine dünne Schnur zu machen. Du legst ein kleines Auge in die Schnur und steckst einen Stock so hindurch, dass er die Schnur festklemmt. Jetzt kannst du am Stock ziehen statt an der dünnen Schnur – das schneidet nicht in die Hände.

Das Besondere: Ziehst du den Stock wieder heraus, ist der Knoten einfach weg. Es bleibt keine Spur zurück. Darum ist er perfekt, wenn du beim Binden mal kurz kräftig ziehen musst, zum Beispiel beim Festziehen eines Bunds aus Schnur und Stangen.

Sicherheit: Nimm nur einen stabilen Stock. Bricht er beim Ziehen, schnellen Hände und Schnur zurück. Und zieh gleichmäßig, nicht ruckartig.

Wie es funktioniert

Du legst ein Auge in die Schnur und dieses Auge flach auf den Teil der Schnur, der zur Last führt. Dieser stehende Part ist dann durch das Auge sichtbar. Der Knebel wird über den einen Rand des Auges, unter dem stehenden Part hindurch und über den anderen Rand wieder hinausgeschoben. Der Knebel liegt also über dem Auge und unter dem stehenden Part.

Wenn jetzt gezogen wird, presst die Schnur den Knebel gegen das Auge, und das Auge klemmt den stehenden Part gegen den Knebel. Alles hält sich gegenseitig fest. Ohne den Knebel gibt es nichts, was die Schnur in Form hält – deshalb löst sich der Schlag sofort, wenn du den Stock herausziehst.

Woran du einen richtig gebundenen Schlag erkennst

Richtig sitzt der Knebel, wenn er quer über dem Auge liegt und der stehende Part sichtbar über den Knebel läuft. Wenn du den Knebel leicht anziehst, sollte sich die Schnur eng um ihn legen und er sollte sich nicht herausziehen lassen, solange Zug auf der Schnur ist. Ein „Ende“ zum Kürzen gibt es nicht; dafür sollte der Knebel auf beiden Seiten ausreichend weit über das Auge hinausragen.

Zum Setzen ziehst du langsam am Knebel, bis die Schnur fest anliegt. Dann erst kräftig ziehen. Prüfe dabei, ob der Knebel gerade bleibt und sich nicht durchbiegt. Ein Knebel, der schon bei mäßigem Zug federt, ist zu dünn.

Typische Fehler und wie der Schlag versagt

Der häufigste Fehler: Der Knebel wird nur durch das Auge gesteckt, aber nicht unter den stehenden Part. Dann ist er nicht eingeklemmt und rutscht beim ersten Zug heraus, und die Schnur zieht sich zu einer einfachen Schlinge zusammen. Der zweite Fehler ist ein zu dünner oder morscher Knebel, der unter Last bricht.

Versagen kann er auch, wenn der Knebel unter Zug verrutscht und seitlich aus dem Auge wandert. Deshalb sollte er an beiden Seiten gut überstehen. Bedenke: Der Schlag ist nur so stark wie der Knebel. Wenn du merkst, dass du sehr viel Kraft brauchst, hilft es oft mehr, die Schnur in mehreren Schritten nachzuziehen, statt alles auf einmal zu wollen.

Wann es sinnvoll ist – und wann nicht

Sein Haupteinsatz ist das Festziehen: Bei Bünden, Taklingen oder Wicklungen aus dünner Schnur kannst du jede Runde kräftiger anziehen, ohne dir die Finger einzuschneiden. Auch als Griff an einer dünnen Schnur zum Ziehen ist er praktisch. Als Sprossen einer einfachen Strickleiter für Gegenstände ist er ebenfalls bekannt – aber nicht für Personen.

Er ist keine Dauerbefestigung, denn er hält nur, solange der Knebel steckt. Für hohe Lasten, bei denen der Knebel brechen könnte, ist er ungeeignet. Und für alles, was Menschen trägt oder sichert, gilt: Lebenssichernde Anwendungen nur nach fundierter Ausbildung und mit zertifizierter Ausrüstung.

Gut zu wissen

Der Name stammt vom Marlspieker, einem spitzen Werkzeug, mit dem Seeleute Seile spleißen. Mit genau diesem Werkzeug als Knebel zogen sie dünnes Garn beim Takeln und Bekleiden von Seilen kräftig an. Im Lager ersetzt ein Stück hartes, gesundes Holz den Marlspieker; im Haushalt geht auch ein Schraubenzieher oder ein kräftiger Stift.

Wenn du kräftig ziehst, stell dich so, dass du nicht nach hinten fällst, falls der Knebel bricht oder herausrutscht, und halte dein Gesicht aus der Zugrichtung. Handschuhe schonen die Hände zusätzlich.

Schritt für Schritt

Marlspiekerschlag (Knebelstek)

Schritt 1 von 4

Auge legen

Lege in der Schnur ein Auge.

Das interaktive Diagramm für diesen Knoten ist in technischer Illustrationsprüfung und wird erst nach Freigabe gezeigt. Die Textanleitung ist verfügbar.

  1. 1

    Auge legen

    Lege in der Schnur ein Auge.

  2. 2

    Auge über den stehenden Part

    Lege das Auge flach auf den Teil der Schnur, der zur Last führt, sodass dieser durch das Auge sichtbar ist.

  3. 3

    Knebel durchstecken

    Stecke den Knebel über den einen Rand des Auges, unter dem darin liegenden stehenden Part hindurch und über den anderen Rand wieder heraus.

  4. 4

    Ziehen

    Ziehe den Knebel; die Schnur klemmt sich um ihn. Zum Lösen den Knebel herausziehen.

Für diese Technik ist noch kein geprüftes Video verfügbar.

Häufige Fehler

  • Knebel nur durch das Auge, nicht unter den stehenden Part – dann rutscht er heraus
  • Zu dünnen oder morschen Knebel verwenden

Kurzüberblick

Material

  • Dünne Schnur

    Geringe Bruchlast – nur für leichte Lasten.

  • Stabile Äste / Stangen

    Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.

  • Paracord(optional)

    Kein Kletter- oder Sicherungsseil.

Geeignet für

  • Bünde oder Takelungen kräftig festziehen
  • Griff an dünner Schnur zum Ziehen
  • Sprossen einer einfachen Strickleiter für Gegenstände (nicht für Personen)

Ungeeignet für

  • Dauerhafte Befestigung
  • Hohe Lasten, bei denen der Knebel brechen kann

Voraussetzungen

  • Auge legen

Sicherheit

  • Bricht oder rutscht der Knebel unter Zug, schnellen Hände und Schnur zurück. Nur stabile Knebel verwenden und nicht ruckartig ziehen.

So funktioniert es

Ein Auge wird über den stehenden Part gelegt und der Knebel so hindurchgesteckt, dass er den stehenden Part im Auge einklemmt. Zug presst Knebel und Schnur gegeneinander. Wird der Knebel herausgezogen, bleibt kein Knoten zurück.

Vorteile

  • Sofort lösbar
  • Schont die Hände beim Festziehen
  • Hinterlässt keinen Knoten

Nachteile

  • Hält nur, solange der Knebel steckt
  • Nicht für hohe Lasten

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Der Name kommt vom Marlspieker, einem spitzen Werkzeug der Seeleute zum Spleißen. Mit diesem Schlag konnten sie dünnes Garn beim Takeln und Bekleiden kräftig anziehen.

Im Lager ersetzt ein Stück Holz den Marlspieker, z. B. beim Festziehen von Bünden.

Häufige Fehler

  • Knebel nur durch das Auge, nicht unter den stehenden Part – dann rutscht er heraus
  • Zu dünnen oder morschen Knebel verwenden

Grenzen und Risiken

  • Nur so stark wie der Knebel.

Belastung und Grenzen

Begrenzt durch die Festigkeit des Knebels. Jeder Knoten mindert die Bruchlast eines Seils, weil das Seil in engen Bögen ungleichmäßig belastet wird. Wie stark, hängt von Seilmaterial, Machart, Durchmesser und Prüfmethode ab; verlässliche Einzelwerte werden hier bewusst nicht angegeben.

Materialalternativen

Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.

Dünne Schnur
Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.), Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.), Reepschnur (Für lebenssichernde Zwecke nur zertifizierte Schnur nach Ausbildung verwenden.), Band (Schlauchband) (Geknotete Bandschlingen vor jeder Verwendung prüfen.), Jute- oder Sisalschnur (gekauft) (Geringe Festigkeit, nimmt Wasser auf und verrottet – nur für leichte Lasten und Übung.), Baumgurte (Nur innerhalb der Herstellerangaben belasten.)
Paracord
Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.)

Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.

Quellen

  1. [1]

    Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots

    Marlspiekerschlag

  2. [2]

    Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots

    Marlspiekerschlag als Hilfe beim Festziehen

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10