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Knoten

Achterknoten

Ein Stopperknoten in Form einer Acht. Er ist dicker als der Überhandknoten, leicht auf Richtigkeit zu prüfen und lässt sich nach Belastung meist wieder lösen.

Schwierigkeit
Einsteiger
Aufwand
wenige Sekunden
Risikostufe
Praktische Fertigkeit
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Einfach erklärt

Der Achterknoten heißt so, weil er aussieht wie die Zahl 8. Er ist der große Bruder des Überhandknotens: Das Seilende macht eine Runde mehr, bevor es durchgesteckt wird. Dadurch wird der Knoten dicker und lässt sich hinterher meistens leichter wieder öffnen.

Seeleute machen ihn an das Ende von Leinen, damit sie nicht durch eine Rolle rutschen und verloren gehen. Stell dir vor, du ziehst eine Kordel durch den Tunnel einer Kapuze. Ein Achterknoten am Ende sorgt dafür, dass sie drinbleibt.

Das Schöne am Achter: Man sieht sofort, ob er richtig ist. Siehst du eine klare 8, stimmt er. Siehst du nur einen kleinen Klumpen, fehlt eine Runde. Auch der Achter ist kein Knoten, an dem Menschen hängen dürfen.

Wie es funktioniert

Beim Achterknoten bildet das lose Ende zuerst ein Auge, läuft dann einmal ganz um den stehenden Part herum und wird erst danach durch das Auge gesteckt. Diese zusätzliche Runde ist der ganze Unterschied zum Überhandknoten. Sie macht den Knoten länger und dicker und verteilt die Biegung des Seils auf mehrere sanftere Bögen.

Weil die Bögen weniger eng sind, presst sich der Knoten unter Last nicht so stark zusammen. Deshalb klemmt er weniger fest als der Überhandknoten und lässt sich nach Belastung meist mit etwas Biegen wieder lösen. Gleichzeitig ist er als Stopper wirkungsvoller, weil er mehr Masse hat, die sich vor eine Öffnung legt.

So erkennst du einen richtig gelegten Achter

Ein korrekt gelegter, geordneter Achterknoten zeigt eine deutliche Acht: zwei Bögen, die sich in der Mitte kreuzen, und das Ende, das auf der dem stehenden Part gegenüberliegenden Seite austritt. Sieht der Knoten dagegen klein und kompakt aus wie eine Brezel mit nur einem Bogen, hast du wahrscheinlich die Runde um den stehenden Part vergessen – dann ist es ein Überhandknoten.

Ordne den Knoten vor dem Festziehen, bis die Acht klar erkennbar ist und keine Windung verdreht liegt. Ziehe dann gleichmäßig an stehendem Part und Ende. Ein locker gelassener Achter kann sich in glatter Schnur durch Rütteln lösen; ein fest gesetzter bleibt in Form.

Lass ein ausreichend langes Ende überstehen – mehrere Seildurchmesser. Prüfe nach dem ersten Belasten noch einmal, ob die Acht ihre Form behalten hat und das Ende nicht kürzer geworden ist.

Wann es sinnvoll ist – und wann nicht

Der Achter ist der richtige Stopper, wenn das Seilende später wieder gelöst werden soll: am Ende einer Abspannleine hinter einem Spannknoten, an einer Leine, die durch eine Rolle oder Öse läuft, am Ende eines Seils, das du wieder aufschießen willst. Er braucht nur wenig mehr Seil als der Überhandknoten.

In sehr dünner, glatter Schnur kann er sich lockern; dort ist ein doppelter Überhandknoten oft zuverlässiger. Und er ist ein Stopper, keine Schlaufe und kein Befestigungsknoten. Für eine Schlaufe gibt es die Achterschlaufe, die auf derselben Form beruht.

Sicherheit: darauf musst du achten

Der Achterknoten ist eng verwandt mit Knoten, die beim Klettern verwendet werden. Das verleitet manche dazu, ihn für sicherer zu halten, als er in einer bestimmten Anwendung ist. Ein Stopperknoten am Seilende ist aber etwas ganz anderes als eine Sicherung für Menschen. Keiner der Knoten in diesem Atlas ist für lebenssichernde Zwecke gedacht – also nicht zum Klettern, Abseilen, Retten oder zum Halten und Heben von Menschen. Lebenssichernder Einsatz nur nach fachgerechter Ausbildung und mit geprüfter, zugelassener Ausrüstung.

Auch im Alltag gilt: Ein Stopper verhindert nur, dass ein Seil durch eine Öffnung rutscht, die deutlich kleiner ist als der Knoten. Ist die Öffnung zu groß oder die Kante scharf, kann er hindurchgezogen oder beschädigt werden. Prüfe also die Öffnung, nicht nur den Knoten.

So übst du es – und gut zu wissen

Lege zuerst langsam nach dem Diagramm: Auge bilden, mit dem Ende hinter dem stehenden Part herum, dann von vorn durch das Auge. Sag dir dabei die Schritte halblaut vor. Binde dann abwechselnd einen Überhandknoten und einen Achter und vergleiche beide – so lernst du, sie auf einen Blick zu unterscheiden.

In der Seefahrt ist der Achter der klassische Stopper an den Enden von Schoten, damit sie nicht durch die Blöcke ausrauschen. Auf Englisch heißt er auch „Flemish knot“. Wenn dir ein Achter zu klein ist, gibt es den Stauerknoten mit einer zusätzlichen Windung – wer den Achter kann, lernt ihn in einer Minute.

Schritt für Schritt

Achterknoten

Schritt 1 von 6

Stehenden Part auslegen

Stehenden Part auslegenLege den stehenden Part (sandfarben) aus, er kommt von links.

Lege den stehenden Part (sandfarben) aus, er kommt von links.

Achterknoten – Schritt 1 von 5Stehenden Part auslegen. Lege den stehenden Part (sandfarben) aus, er kommt von links.
Stehender Part Loses Ende (Arbeitsende)
Schritt 1 von 5

Schritt 1 von 5

Stehenden Part auslegen

Lege den stehenden Part (sandfarben) aus, er kommt von links.

Locker gelegt dargestellt. Vor Belastung sauber legen (dressen) und festziehen.

  1. 1

    Stehenden Part auslegen

    Lege den stehenden Part (sandfarben) aus, er kommt von links.

  2. 2

    Auge bilden

    Führe das lose Ende (orange) nach rechts weiter, dann in einem Bogen nach oben und zurück nach links. Lass es nach unten laufen und ÜBER den stehenden Part kreuzen – es entsteht ein Auge.

  3. 3

    Um den stehenden Part führen

    Führe das Ende nach unten, links herum und wieder nach oben, dabei UNTER (hinter) dem stehenden Part hindurch. Das Ende umrundet so den stehenden Part.

  4. 4

    Durch das Auge stecken

    Führe das Ende nach rechts, kreuze dabei ÜBER die linke Seite des Auges in das Auge hinein und führe es dann nach unten UNTER dem stehenden Part hindurch – also durch das Auge.

  5. 5

    Ende herausführen

    Führe das Ende nach rechts aus dem Knoten heraus.

  6. 6

    Ordnen und festziehen

    Ordne den Knoten, bis die Acht klar erkennbar ist und keine Windung verdreht liegt, dann ziehe stehenden Part und Ende gleichmäßig fest. Lass ein ausreichend langes Ende überstehen.

Für diese Technik ist noch kein geprüftes Video verfügbar.

Häufige Fehler

  • Nur einen Überhandknoten legen, weil die Runde um den stehenden Part fehlt
  • Knoten nicht festziehen – ein lockerer Achter kann sich in glatter Schnur lösen
  • Zu kurzes Ende

Kurzüberblick

Material

  • Seil

    Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.

  • Paracord(optional)

    Kein Kletter- oder Sicherungsseil.

Geeignet für

  • Stopper am Seilende, der später wieder gelöst werden soll
  • Verhindern, dass ein Seil durch eine Rolle, Öse oder einen Spannknoten rutscht

Ungeeignet für

  • Sehr dünne, glatte Schnur, in der er sich lösen kann
  • Ersatz für eine Schlaufe oder einen Befestigungsknoten

Voraussetzungen

  • Stehenden Part und loses Ende unterscheiden

So funktioniert es

Das lose Ende umrundet den stehenden Part und läuft dann durch das zuvor gebildete Auge. Dadurch entsteht ein Knoten mit einer zusätzlichen Windung gegenüber dem Überhandknoten: Er ist dicker, klemmt weniger stark fest und zeigt seine korrekte Form als deutliche Acht.

Vorteile

  • Leicht zu prüfen
  • Meist wieder lösbar
  • Dicker als der Überhandknoten

Nachteile

  • Etwas mehr Seil nötig als beim Überhandknoten
  • Kann sich in sehr glatter Schnur lockern

Hintergrundwissen

Fachlicher Hintergrund

Der Achterknoten ist der klassische Stopper in der Seefahrt, etwa an den Enden von Schoten, damit sie nicht durch Blöcke ausrauschen. Seine Form ist charakteristisch: Ein korrekt gelegter Achter lässt sich auf einen Blick vom Überhandknoten unterscheiden.

Soll ein Stopper noch dicker sein, gibt es spezialisierte Knoten (etwa den Stevedore-Knoten), die hier nicht behandelt werden.

Varianten

Achterschlaufe
Wird der Achter mit einer doppelt gelegten Bucht geknotet, entsteht eine feste Schlaufe. Im Bergsport wird eine gesteckte Variante verwendet; das setzt dort Ausbildung und geprüfte Ausrüstung voraus und ist nicht Gegenstand dieses Artikels.

Häufige Fehler

  • Nur einen Überhandknoten legen, weil die Runde um den stehenden Part fehlt
  • Knoten nicht festziehen – ein lockerer Achter kann sich in glatter Schnur lösen
  • Zu kurzes Ende

Grenzen und Risiken

  • Als Stopper gedacht; die Schlaufenvarianten für Personensicherung gehören in eine fachliche Ausbildung.

Belastung und Grenzen

Als Stopper am unbelasteten Seilende spielt die Festigkeitsminderung meist keine Rolle. Jeder Knoten mindert die Bruchlast eines Seils, weil das Seil in engen Bögen ungleichmäßig belastet wird. Wie stark, hängt von Seilmaterial, Machart, Durchmesser und Prüfmethode ab; verlässliche Einzelwerte werden hier bewusst nicht angegeben.

Materialalternativen

Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.

Seil
Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.)
Paracord
Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.)

Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.

Quellen

  1. [1]

    Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots

    Achterknoten als Stopper und seine Seilführung

  2. [2]

    Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots

    Achterknoten und Achterschlaufe

Rev. 1 · Aktualisiert 2026-10-10