Kreuzknoten
Ein flacher Bindeknoten, der die beiden Enden einer Schnur um ein Bündel zusammenknotet. Er ist kein sicherer Verbindungsknoten: Als Verbindung zweier belasteter Seile kann er kentern und aufgehen.
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Einfach erklärt
Den Kreuzknoten kennst du vielleicht schon, ohne es zu wissen: Die Schleife an deinen Schuhen ist ein Kreuzknoten mit zwei „Ohren“. Man macht ihn, indem man zweimal einen halben Knoten legt – erst rechts über links, dann links über rechts. Dann liegt er schön flach.
Er ist zum Zubinden gedacht: ein Paket, ein Bündel Stöcke, eine aufgerollte Plane. Dort drückt das Bündel von innen gegen den Knoten, und genau das hält ihn zusammen.
Ganz wichtig: Der Kreuzknoten ist nicht dafür da, zwei Seile zu verbinden, an denen dann gezogen wird. Dann kann er umkippen und ganz aufgehen. Zum Verbinden von zwei Seilen gibt es einen anderen Knoten, den Schotstek.
Wie es funktioniert
Der Kreuzknoten besteht aus zwei halben Knoten, die in entgegengesetzter Richtung gelegt sind. Dadurch greifen zwei Buchten ineinander wie zwei verhakte Finger. Jedes Ende tritt auf derselben Seite aus dem Knoten wie sein eigener stehender Part. Das Ergebnis ist ein flacher, symmetrischer Knoten, der gut an einem Bündel anliegt.
Gehalten wird er vor allem von dem, was er umschließt. Das Bündel drückt von innen gegen den Knoten, die beiden Buchten pressen sich gegeneinander und können nicht verrutschen. Fehlt dieser Gegendruck – etwa wenn zwei Seile damit verbunden und auseinandergezogen werden –, verliert der Knoten seine Stabilität.
Zieht man an einem Ende und dem daneben liegenden stehenden Part auseinander, kentert der Kreuzknoten: Er kippt in zwei Ankerstiche, die frei am Seil entlanggleiten. Seeleute nutzen das bewusst, um ihn schnell zu lösen. Bei zwei belasteten Seilen ist genau dieses Kentern gefährlich.
So erkennst du einen richtigen Kreuzknoten
Ein richtiger Kreuzknoten liegt flach und symmetrisch. Jedes kurze Ende liegt parallel neben seinem eigenen stehenden Part, beide Enden kommen also auf derselben Seite des Knotens heraus wie die zugehörigen Stränge. Von oben sieht man zwei saubere, ineinandergreifende Buchten.
Stehen die Enden dagegen schräg ab und wirkt der Knoten verdreht und klobig, ist ein Altweiberknoten entstanden: Beide halben Knoten wurden in dieselbe Richtung gelegt. Der Altweiberknoten rutscht oder klemmt und ist auch als Bindeknoten unzuverlässig – neu knoten. Die Merkhilfe lautet: „Rechts über links, dann links über rechts.“
Zum Festziehen ziehst du gleichmäßig an allen vier Strängen, bis der Knoten fest am Bündel anliegt. Lass die Enden lang genug, dass du sie gut greifen kannst.
Sicherheit: warum er kein Verbindungsknoten ist
Die wichtigste Regel zu diesem Knoten: Verwende ihn nie, um zwei Seile zu verbinden, die belastet werden. Er kann kentern – besonders bei Seilen unterschiedlicher Dicke oder Steifigkeit oder wenn an einem Ende ruckartig gezogen wird – und sich dann vollständig lösen. Standardwerke der Knotenkunde warnen ausdrücklich vor dieser Verwendung.
Zum Verbinden zweier Seile ist der Schotstek gedacht, der auch bei unterschiedlichen Durchmessern funktioniert. Auch in glatter Kunstfaserschnur unter Last ist der Kreuzknoten unzuverlässig. Keiner der Knoten in diesem Atlas ist für lebenssichernde Zwecke gedacht – also nicht zum Klettern, Abseilen, Retten oder zum Halten und Heben von Menschen. Lebenssichernder Einsatz nur nach fachgerechter Ausbildung und mit geprüfter, zugelassener Ausrüstung.
Wann es sinnvoll ist
Als Bindeknoten ist der Kreuzknoten ausgezeichnet: zum Zubinden eines Pakets, eines Bündels Feuerholz oder Stangen, einer aufgerollten Plane oder Isomatte. Er liegt flach, drückt nicht und lässt sich gezielt lösen, indem man ihn kentert. Als Schleife mit zwei Buchten (wie beim Schuh) geht er mit einem Zug am Ende auf.
Auch in der Ersten Hilfe wird er traditionell zum Verknoten eines Dreieckstuchs gelehrt, weil er flach anliegt. Dort gilt aber: Für die Erste Hilfe zählt ein ordentlicher Kurs, nicht ein Knotenbuch.
So übst du es – und gut zu wissen
Binde eine Schnur um ein Buch. Lege den ersten halben Knoten rechts über links, den zweiten links über rechts, und vergleiche mit dem Bild: Liegen die Enden neben ihren Strängen? Dann binde absichtlich einen Altweiberknoten daneben und vergleiche beide. Zum Schluss: Zieh an einem Ende und dem benachbarten stehenden Part auseinander und sieh zu, wie der Knoten kentert – dann verstehst du die Warnung von selbst.
Seinen englischen Namen („reef knot“) hat der Knoten vom Reffen der Segel: Mit ihm wurden die Reffbändsel um das zusammengelegte Segeltuch gebunden. Dort drückt das Tuch von innen gegen den Knoten – genau die Situation, für die er gemacht ist. Im amerikanischen Englisch heißt er auch „square knot“.
Schritt für Schritt
Um das Bündel legen
Lege die Schnur von unten um das Bündel und führe beide Enden oben zusammen. In der Zeichnung ist das Bündel von der Seite zu sehen: Das linke Ende läuft vor dem Bündel nach oben, das rechte dahinter.
Locker gelegt dargestellt. Vor Belastung sauber legen (dressen) und festziehen.
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Um das Bündel legen
Lege die Schnur von unten um das Bündel und führe beide Enden oben zusammen. In der Zeichnung ist das Bündel von der Seite zu sehen: Das linke Ende läuft vor dem Bündel nach oben, das rechte dahinter.
- 2
Erster halber Knoten: rechts über links
Lege das rechte Ende über das linke. Führe es dann unterhalb dieser Kreuzung hinter dem linken Ende herum und rechts über seinen eigenen Strang wieder nach oben. Leicht anziehen.
- 3
Zweiter halber Knoten: links über rechts
Jetzt genau umgekehrt: Lege das Ende, das links liegt, über das rechte. Führe es unterhalb dieser neuen Kreuzung hinter dem rechten Ende herum und links über seinen eigenen Strang wieder nach oben.
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Form prüfen
Beide Enden und beide stehenden Parts treten jeweils auf derselben Seite aus dem Knoten aus; der Knoten liegt flach und symmetrisch. Stehen die Enden schräg ab, ist ein Altweiberknoten entstanden – neu knoten.
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Festziehen
Ziehe an allen vier Strängen gleichmäßig an, bis der Knoten fest am Bündel anliegt.
Häufige Fehler
- Zweimal in dieselbe Richtung kreuzen (Altweiberknoten) – rutscht oder klemmt
- Als Verbindung zweier belasteter Seile verwenden
- Seile unterschiedlicher Dicke damit verbinden
Kurzüberblick
Material
Dünne Schnur
Geringe Bruchlast – nur für leichte Lasten.
Paracord
Kein Kletter- oder Sicherungsseil.
Seil
Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.
Geeignet für
- Zusammenbinden eines Bündels, Pakets oder einer aufgerollten Plane
- Bindungen, die flach anliegen sollen
- Schleife zum schnellen Öffnen (als Slip-Variante)
Ungeeignet für
- Verbinden zweier Seile, die belastet werden
- Seile unterschiedlicher Dicke oder Steifigkeit verbinden
- Glatte Kunstfaserschnur unter Last
Voraussetzungen
- Überhandknoten (halber Knoten)
So funktioniert es
Zwei halbe Knoten in entgegengesetzter Richtung bilden zwei ineinandergreifende Buchten. Drückt etwas von innen gegen den Knoten (das Bündel), klemmt er flach und hält. Zieht man dagegen an einem Ende und dem benachbarten stehenden Part auseinander, kentert er zu zwei Ankerstichen, die frei am Seil entlanggleiten.
Vorteile
- Sehr einfach
- Liegt flach an
- Lässt sich durch gezieltes Kentern leicht öffnen
Nachteile
- Unsicher als Verbindungsknoten
- Leicht mit dem Altweiberknoten zu verwechseln
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Seinen englischen Namen hat der Knoten vom Reffen der Segel: Mit ihm wurden die Reffbändsel um das aufgetuchte Segel gebunden. Dort drückt das Segeltuch von innen gegen den Knoten – genau die Situation, für die er gemacht ist. Gelöst wird er, indem man an einem Ende zieht; er kentert und gleitet ab.
Diese gewollte Eigenschaft macht ihn als Verbindungsknoten gefährlich. Standardwerke der Knotenkunde warnen ausdrücklich davor, ihn zum Verbinden zweier Seile zu verwenden; zahlreiche Unfälle werden darauf zurückgeführt. Für diesen Zweck ist der Schotstek gedacht.
Varianten
- Schleife (doppelt gesteckter Kreuzknoten)
- Beim zweiten halben Knoten werden Buchten statt der Enden verwendet – die Schleife, wie bei Schnürsenkeln. Zug an einem Ende öffnet sie sofort.
Häufige Fehler
- Zweimal in dieselbe Richtung kreuzen (Altweiberknoten) – rutscht oder klemmt
- Als Verbindung zweier belasteter Seile verwenden
- Seile unterschiedlicher Dicke damit verbinden
Grenzen und Risiken
- Nur als Bindeknoten um einen Gegenstand verwenden.
- Kein Verbindungsknoten für belastete Seile.
Belastung und Grenzen
Als Bindeknoten um ein Bündel ausreichend; als Verbindung zweier belasteter Seile unzuverlässig, weil er kentern kann. Jeder Knoten mindert die Bruchlast eines Seils, weil das Seil in engen Bögen ungleichmäßig belastet wird. Wie stark, hängt von Seilmaterial, Machart, Durchmesser und Prüfmethode ab; verlässliche Einzelwerte werden hier bewusst nicht angegeben.
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Dünne Schnur
- Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.), Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.), Reepschnur (Für lebenssichernde Zwecke nur zertifizierte Schnur nach Ausbildung verwenden.), Band (Schlauchband) (Geknotete Bandschlingen vor jeder Verwendung prüfen.), Jute- oder Sisalschnur (gekauft) (Geringe Festigkeit, nimmt Wasser auf und verrottet – nur für leichte Lasten und Übung.), Baumgurte (Nur innerhalb der Herstellerangaben belasten.)
- Paracord
- Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.)
- Seil
- Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Clifford W. Ashley – Doubleday, Doran & Co. (1944): The Ashley Book of Knots
Kreuzknoten als Bindeknoten und Warnung vor seiner Verwendung als Verbindungsknoten
Geoffrey Budworth (1997): The Complete Book of Knots
Kentern des Kreuzknotens und Unterschied zum Altweiberknoten