Tarp als A-Frame
Ein Tarp wird symmetrisch über eine gespannte Firstleine gelegt und an allen vier Ecken abgespannt. Der A-Frame schützt von beiden Seiten vor Regen und – mit der schmalen Seite in den Wind gedreht – recht gut vor Wind.
- 15–30 Minuten, mit Übung weniger

Einfach erklärt
Ein Tarp ist eine große, wasserdichte Plane mit Ösen oder Schlaufen am Rand. Beim A-Frame spannst du eine Leine zwischen zwei Bäume und legst die Plane darüber wie eine Decke über eine Wäscheleine. Von vorn sieht das dann aus wie der Buchstabe „A“ oder wie ein Hausdach.
Regen läuft auf beiden Seiten an der Plane herunter, so wie Wasser von einem Dach. Damit sie nicht flattert, ziehst du die vier Ecken schräg nach außen und befestigst sie mit Heringen oder Stöcken im Boden. Die schmale Seite drehst du in den Wind, damit er am Tarp vorbeistreicht statt hineinzublasen.
Das Tarp schützt dich von oben, aber nicht vor dem kalten Boden – du brauchst immer noch eine Isomatte darunter. Und unter dem Tarp wird niemals gekocht oder Feuer gemacht.
Wie es funktioniert
Die gespannte Firstleine ist der Dachfirst, also die oberste Kante des Daches. Das Tarp hängt gleichmäßig darüber, und die beiden Dachflächen leiten Regen nach außen. Weil das Tarp von beiden Seiten schützt, bist du auch dann noch geschützt, wenn der Wind ein wenig dreht. Das macht den A-Frame so fehlerverzeihend.
Die Dachneigung ist ein Kompromiss. Ist das Dach steil, läuft Wasser schnell ab und der Wind findet wenig Angriffsfläche – aber du hast weniger Platz. Ist es flach, hast du mehr Raum, doch Regen kann sich in Mulden sammeln und Wind drückt stärker. Bei schlechtem Wetter spannst du tiefer und steiler, bei ruhigem Wetter höher.
Die Ausrichtung entscheidet viel. Zeigt eine schmale Seite in den Wind, strömt die Luft am Tarp entlang. Zeigt dagegen die offene Längsseite in den Wind, wirkt das Tarp wie ein Segel und Regen wird hineingedrückt.
Worauf es ankommt
Die Firstleine muss straff sein. Hängt sie durch, sackt das ganze Dach ab, und die Flächen werden faltig. Gute Knoten helfen: an einem Ende ein fester Befestigungsknoten, am anderen ein Spannknoten, mit dem du nachziehen kannst. Wichtig: Die Firstleine trägt nur das Dach – sie ist nie dafür gedacht, Personen zu sichern oder zu halten.
Faltenfreie Flächen sind kein Schönheitsdetail. In Falten und Mulden sammelt sich Regenwasser, das Gewicht zieht das Tarp weiter nach unten, und irgendwann tropft oder läuft es hinein. Zieh die Ecken diagonal nach außen, dann spannen sich die Flächen gleichmäßig.
Wasser kann auch an der Firstleine entlang unter das Tarp kriechen. Ein kurzes Schnurstück, das kurz vor dem Tarp an der Leine hängt, wirkt als Tropfstopp: Das Wasser läuft daran herunter und tropft draußen ab. Viele Tarps und Leinen dehnen sich, wenn sie nass werden – deshalb nach einiger Zeit und bei Wetterwechsel nachspannen.
Wann es sinnvoll ist – und wann nicht
Der A-Frame passt gut bei Regen mit wechselnder Windrichtung, für eine bis zwei Personen und im Wald mit geeigneten, gesunden Bäumen. Ohne Bäume kannst du ihn mit zwei Trekkingstöcken aufbauen; die Stöcke bleiben aber nur stabil, wenn die Abspannleinen in Verlängerung der Firstleine nach außen ziehen.
Weniger geeignet ist er bei Sturm in exponierter Lage, bei starkem Schneefall mit flachem Dach (Schnee ist schwer und drückt das Tarp ein) und in Gelände ohne Ankerpunkte und ohne Stöcke. Durch die offenen Enden kann Schlagregen hereinwehen.
Bei viel Wind hilft ein flacher Sturm-A-Frame: Firstleine tief, Seiten bis zum Boden. Du hast dann wenig Platz, aber das Tarp bietet dem Wind viel weniger Fläche. Ein Lean-to bietet mehr Raum, schützt aber nur aus einer Richtung.
Sicherheit: darauf musst du achten
Nutze nur gesunde, lebende Bäume als Anker und schau vor dem Aufbau nach oben. Tote Äste über dem Tarp sind die häufigste übersehene Gefahr. Bei Wind oder Schneelast brechen sie leichter.
Unter dem Tarp wird weder gekocht noch Feuer gemacht. Viele Tarpstoffe schmelzen oder brennen schon bei kurzem Kontakt mit Flammen oder Funken. Außerdem kann sich unter einer tief gespannten Plane Kohlenmonoxid sammeln, ein Gas, das man weder sieht noch riecht.
Das Tarp isoliert nicht vom Boden. Wer nur auf einer dünnen Bodenplane liegt, verliert nachts viel Wärme nach unten. Eine Isomatte oder eine dicke Schicht trockener Vegetation gehört immer dazu.
So übst du es
Bau den A-Frame zuerst im Garten oder Park bei gutem Wetter auf, ohne Zeitdruck. Übe die Knoten vorher zu Hause, bis du sie ohne Nachdenken binden kannst – mit kalten, nassen Fingern wird alles schwieriger.
Miss dann die Zeit und versuche, schneller und sauberer zu werden. Probiere verschiedene Höhen aus und lege dich jedes Mal darunter: Wie viel Platz hast du, wo würde Regen hereinwehen?
Wenn du sicher bist, übe bei leichtem Regen in der Nähe von zu Hause. So lernst du, wie sich Nässe, Dehnung und Nachspannen anfühlen, ohne dass etwas Schlimmes passieren kann.
Schritt für Schritt
Platz und Ausrichtung wählen
Einen sicheren Standort zwischen zwei tragfähigen Bäumen wählen. Die Längsachse so ausrichten, dass eine schmale Seite in den Wind zeigt.
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Platz und Ausrichtung wählen
Einen sicheren Standort zwischen zwei tragfähigen Bäumen wählen. Die Längsachse so ausrichten, dass eine schmale Seite in den Wind zeigt.
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Firstleine spannen
Die Leine an einem Baum mit einem Palstek oder Mastwurf befestigen, am anderen Ende mit einem Spannschlag oder zwei halben Schlägen straff spannen. Die Höhe so wählen, dass man darunter sitzen kann, bei Wind niedriger.
Die Firstleine dient nur als Dachfirst – nie zum Sichern oder Halten von Personen.
- 3
Tarp auflegen
Das Tarp mittig über die Leine legen, sodass beide Seiten gleich weit herunterhängen. Vorhandene Mittelschlaufen an der Firstleine befestigen.
- 4
Ecken abspannen
Die vier Ecken diagonal nach außen ziehen und mit Heringen oder angespitzten Stöcken abspannen. Abspannleinen mit Spannschlag nachspannbar machen.
- 5
Faltenfrei spannen
Die Dachflächen so spannen, dass keine Mulden entstehen, in denen sich Wasser sammelt. Seitenkanten bei Regen tiefer abspannen.
- 6
Tropfstopp und Boden
Ein kurzes Schnurstück an der Firstleine kurz vor dem Tarp herabhängen lassen, damit an der Leine entlanglaufendes Wasser dort abtropft. Isomatte oder Unterlage unter das Tarp legen.
- 7
Nachspannen
Nach einiger Zeit und bei Wetterwechsel nachspannen – nasse Leinen und Tarps dehnen sich.
Häufige Fehler
- Breitseite in den Wind drehen
- Firstleine zu hoch spannen, sodass Regen seitlich hereintreibt
- Locker gespannte Flächen, auf denen sich Wasser sammelt
- Unter toten Ästen aufbauen
- Auf eine Bodenisolierung verzichten
Kurzüberblick
Material
Tarp / Plane
Paracord
Für Firstleine und Abspannleinen
Kein Kletter- oder Sicherungsseil.
Seil
Alternative zur Paracord-Firstleine
Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.
Heringe
Stabile Äste / Stangen
Als Ersatz für Heringe
Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.
Trekkingstöcke
Als Stützen, wenn keine Bäume vorhanden sind
Isomatte
Das Tarp isoliert nicht vom Boden
Geeignet für
- Regen mit wechselnder Windrichtung
- Übernachtung für eine bis zwei Personen
- Wald mit geeigneten Bäumen
Ungeeignet für
- Sturm in exponierter Lage
- Starker Schneefall ohne steile Dachneigung
- Gelände ohne Ankerpunkte und ohne Stöcke
Voraussetzungen
- Spannknoten (z. B. Spannschlag) und ein Befestigungsknoten
- Zwei tragfähige Ankerpunkte im passenden Abstand oder Stöcke
Sicherheit
- Nur gesunde, lebende Bäume als Anker nutzen und vor dem Aufbau nach toten Ästen darüber schauen.
- Keinen Kocher und kein Feuer unter dem Tarp betreiben – Brand- und Kohlenmonoxidgefahr.
So funktioniert es
Die gespannte Firstleine trägt das Tarp wie ein Dachfirst; die beiden Dachflächen leiten Regen nach außen ab. Je steiler die Dachneigung, desto besser läuft Wasser ab und desto weniger Fläche bietet das Tarp dem Wind, allerdings auf Kosten des Innenraums. Die schmale, geschlossenere Seite in den Wind gedreht, strömt der Wind am Tarp entlang statt hinein.
Vorteile
- Schutz von beiden Seiten
- Toleriert wechselnde Windrichtung besser als ein Lean-to
- Gute Belüftung an den offenen Enden
Nachteile
- Weniger nutzbarer Raum als ein Lean-to
- Offene Enden lassen Schlagregen herein
- Braucht Ankerpunkte oder Stöcke
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Der A-Frame ist die klassische Grundform des Tarp-Aufbaus und ein guter Ausgangspunkt, weil er Fehler verzeiht: Dreht der Wind, ist man immer noch von zwei Seiten geschützt. Viele andere Formen – etwa geschlossene Enden durch Einschlagen der Ecken – sind Abwandlungen davon.
Die Qualität des Aufbaus hängt weniger vom Tarp ab als von Standort, Firstleinenhöhe und Spannung. Eine straffe Firstleine, faltenfreie Flächen und eine dem Wetter angepasste Höhe bringen mehr als ein größeres Tarp. Das Tarp selbst schützt nicht vor Bodenkälte; eine Isomatte oder eine andere Isolierschicht ist immer zusätzlich nötig.
Varianten
- Mit Trekkingstöcken statt Bäumen
- Zwei Trekkingstöcke an den Enden aufstellen und die Firstleine über sie hinweg nach außen abspannen. Die Stöcke stehen nur unter Druck, wenn die Abspannung in Verlängerung der Firstleine zieht.
- Flacher Sturm-A-Frame
- Firstleine niedrig spannen und die Seiten bis zum Boden abspannen. Weniger Raum, aber deutlich weniger Angriffsfläche für Wind.
Häufige Fehler
- Breitseite in den Wind drehen
- Firstleine zu hoch spannen, sodass Regen seitlich hereintreibt
- Locker gespannte Flächen, auf denen sich Wasser sammelt
- Unter toten Ästen aufbauen
- Auf eine Bodenisolierung verzichten
Grenzen und Risiken
- Kein Schutz vor Bodenkälte
- Begrenzter Schutz bei Sturm und Schlagregen
- Keine Insektenabwehr
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Tarp / Plane
- Kunststofffolie / großer Müllsack (Reißt leicht, nicht über den Kopf ziehen (Erstickungsgefahr).), Rettungsdecke (Reißt an Löchern leicht weiter; als Unterkunft nur kurzfristig.), Dokumentenmappe (wasserdicht) (Sicher aufbewahren – enthält sensible persönliche Daten.), Regenponcho (Als Unterkunft genutzt, fehlt er als Regenschutz am Körper.), Biwaksack (Gesicht nie vollständig verschließen.), Zelt (Nicht im Zelt kochen oder heizen (Brand- und Kohlenmonoxidgefahr).), Reißfester Müllsack (groß) (Erstickungsgefahr: Plastiksäcke nie über Kopf oder Gesicht ziehen und von Kleinkindern fernhalten.), Gruppenbiwaksack (Luftdicht – regelmäßig lüften.)
- Paracord
- Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.)
- Seil
- Paracord (Kein Kletter- oder Sicherungsseil.)
- Heringe
- Stabile Äste / Stangen (Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.)
- Trekkingstöcke
- Stabile Äste / Stangen (Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.), Reparaturhülse für Zeltstangen (Nur als Provisorium – gebrochene Segmente zu Hause ersetzen lassen.)
- Isomatte
- Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Trockene Wechselkleidung (Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.), Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Aufbau einfacher Unterkünfte aus Planen und Leinen