Tarp als C-Fly (Pultdach mit Bodenplane)
Beim C-Fly hängt das Tarp über einer Firstleine: Ein kurzer Teil bildet vorn ein Vordach, der lange Teil läuft hinten zum Boden und wird darunter als Bodenplane nach vorn umgeschlagen. Im Profil ähnelt das einem „C“. Der Aufbau schützt den Rücken vor Wind, hält den Boden trocken und bleibt vorn offen.
- Etwa 15–25 Minuten

Einfach erklärt
Beim C-Fly macht ein einziges großes Tarp gleich drei Dinge auf einmal: Es ist Dach, Rückwand und Boden. Du hängst die Plane über eine Leine zwischen zwei Bäumen. Vorn hängt nur ein kleines Stück herunter, wie der Schirm einer Mütze. Hinten läuft die Plane schräg bis zum Boden – und das restliche Stück klappst du nach vorn unter dich, als Bodenplane.
Von der Seite sieht das aus wie der Buchstabe „C“. Der Wind kommt von hinten und prallt an der Rückwand ab, vorn bleibt alles offen, und du sitzt oder liegst auf trockenem Untergrund.
Aber Achtung: Die Bodenplane hält nur Nässe ab, nicht die Kälte. Eine Isomatte brauchst du trotzdem. Und weil die Vorderseite offen ist, funktioniert der C-Fly nur, wenn der Wind wirklich von hinten kommt.
Wie es funktioniert
Die Firstleine verläuft quer zur Windrichtung zwischen zwei Bäumen, etwa in Brust- bis Schulterhöhe. Das Tarp liegt ungleich darüber: Vorn hängt ein kurzes Vordach, hinten fällt der lange Teil steil zum Boden. Diese Rückwand leitet Regen nach hinten ab und hält den Wind vom Rücken fern.
Am Boden wird die Rückwand straff abgespannt. Der Rest der Plane wird nach vorn unter das Dach geschlagen und bildet die Bodenplane. Sie trennt Schlafplatz und Ausrüstung vom feuchten Untergrund. Im Profil – also von der Seite gesehen – ergibt das die Form eines „C“.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Nässeschutz und Isolierung: Die Bodenplane hält Feuchtigkeit fern, aber sie ist viel zu dünn, um Luft einzuschließen. Gegen die Kälte des Bodens hilft sie nicht. Dafür brauchst du eine Isomatte oder eine andere Isolierschicht.
Worauf es ankommt
Die Rückwand muss steil abfallen. Ist sie zu flach, sammelt sich Regen in Mulden auf der Plane, das Gewicht zieht sie weiter herunter, und Wasser kann hineinlaufen. Spanne die Rückwand an der Bodenlinie straff ab.
Achte besonders auf die Faltkante zwischen Rückwand und Bodenplane. Sie sollte leicht erhöht liegen, damit Regenwasser, das an der Rückwand herunterläuft, nicht auf die Bodenplane fließt. Wähle einen ebenen Platz: An einem Hang läuft Wasser unter die Bodenplane oder sogar darauf.
Das kurze Vordach spannst du mit zwei Leinen nach vorn und unten ab. Es schützt den Eingangsbereich vor Regen von oben. Bei einem kleinen Tarp kann das Vordach entfallen; der Aufbau entspricht dann einem Pultdach mit umgeschlagener Bodenplane.
Wann es sinnvoll ist – und wann nicht
Der C-Fly eignet sich für ein bis zwei Personen ohne separate Bodenplane, bei gleichmäßigem Wind von hinten und als Rastplatz am Tag mit Blick nach vorn. Er bietet viel Platz zum Sitzen und eine gute Belüftung; Kondenswasser bildet sich durch die offene Front kaum.
Ungeeignet ist er bei drehendem Wind oder Schlagregen von vorn, an Hängen und mit kleinen Tarps. Weil die Vorderseite offen ist, wird sie bei einem Windwechsel zur Angriffsfläche.
Wie beim einfachen Lean-to gilt: Wenn der Wind dreht, musst du umbauen. Bei unsicherer Wetterlage ist ein A-Frame oder ein geschlossener Aufbau meist robuster.
Sicherheit: darauf musst du achten
Schau vor dem Aufbau nach oben und nutze nur gesunde, lebende Bäume als Anker. Tote Bäume oder hängende Äste können bei Wind, Schnee- oder Eislast herabfallen.
Die offene Front lädt dazu ein, ein Feuer davor zu machen. Aber kein Kocher, keine Kerze und kein Feuer unter oder direkt neben dem Tarp: Kunststoff schmilzt und brennt leicht, und unter der Plane kann sich Kohlenmonoxid sammeln. Wo Feuer überhaupt erlaubt ist, gelten die örtlichen Regeln und Feuerverbote.
Prüfe auch die Regeln zu Wildcampen und Biwakieren, beschädige keine lebenden Bäume und verlass den Platz ohne Spuren. Und denk daran: Die Bodenplane schützt nicht vor Bodenkälte – eine Isomatte gehört in jede Nacht.
So übst du es
Der C-Fly braucht ein ausreichend großes Tarp, denn es muss für Dach, Rückwand und Boden reichen. Probiere zu Hause aus, ob dein Tarp lang genug ist: Leg es gedanklich in drei Teile – kurzes Vordach, Rückwand, Bodenplane – und schau, ob du darauf liegen kannst.
Übe den Aufbau dann im Garten oder Park. Achte besonders auf die Faltkante und darauf, wie steil die Rückwand ist. Gieß zur Probe etwas Wasser auf die Rückwand und beobachte, wohin es läuft.
Übe auch den Umbau zum A-Frame. Wenn du weißt, wie du schnell wechseln kannst, bist du für einen Windwechsel in der Nacht gut vorbereitet.
Schritt für Schritt
Firstleine spannen
Spanne eine Leine zwischen zwei Bäumen auf etwa Brust- bis Schulterhöhe, quer zur Windrichtung.
- 1
Firstleine spannen
Spanne eine Leine zwischen zwei Bäumen auf etwa Brust- bis Schulterhöhe, quer zur Windrichtung.
- 2
Tarp ungleich auflegen
Lege das Tarp so über die Leine, dass vorn nur ein kurzes Vordach überhängt und hinten der lange Teil zum Boden reicht.
- 3
Rückwand abspannen
Stecke die Rückwand an der Bodenlinie straff ab, sodass sie steil abfällt.
- 4
Boden umschlagen
Schlage den Rest des Tarps nach vorn unter das Dach als Bodenplane. Die Faltkante sollte leicht erhöht liegen, damit Regenwasser nicht hineinläuft.
- 5
Vordach abspannen
Spanne das kurze Vordach mit zwei Leinen nach vorn und unten ab.
Häufige Fehler
- Offene Seite in den Wind gedreht
- Bodenplane am Hang – Wasser läuft darunter oder darauf
- Rückwand zu flach – Regen sammelt sich in Mulden
- Bodenplane mit Isolierung verwechselt
Kurzüberblick
Material
Tarp / Plane
Ausreichend lang für Dach, Rückwand und Boden
Paracord
Firstleine und Abspannungen
Kein Kletter- oder Sicherungsseil.
Heringe
Isomatte
Geeignet für
- Ein bis zwei Personen ohne separate Bodenplane
- Gleichmäßiger Wind von hinten
- Rastplatz am Tag mit Blick nach vorn
Ungeeignet für
- Drehender Wind oder Schlagregen von vorn
- Hanglagen, an denen Wasser unter die Bodenplane läuft
- Kleine Tarps
Voraussetzungen
- Zwei Ankerpunkte für die Firstleine
- Spannknoten und eine Methode, die Firstleine zu befestigen
Sicherheit
- Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.
So funktioniert es
Ein einziges Tarp übernimmt drei Aufgaben: Dach, Windwand und Boden. Die Rückwand fällt steil vom First zum Boden und leitet Regen nach hinten ab; der umgeschlagene Teil trennt Schlafplatz und feuchten Boden. Die Bodenplane ersetzt keine Isolierung – sie hält nur Nässe fern.
Vorteile
- Bodenplane ohne Zusatzgewicht
- Gute Sicht und Belüftung nach vorn
- Viel Raum zum Sitzen
Nachteile
- Nach vorn offen
- Braucht ein großes Tarp
- Empfindlich gegen drehenden Wind
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Der C-Fly ist eine Weiterentwicklung des Pultdachs, wie sie in Bushcraft- und Tarp-Anleitungen verbreitet ist. Er nutzt die Fläche eines größeren Tarps maximal aus, setzt aber eine verlässliche Windrichtung voraus.
Wie beim einfachen Lean-to gilt: Wenn der Wind dreht, muss umgebaut werden. Bei unsicherer Wetterlage ist ein A-Frame oder ein geschlossener Aufbau meist robuster.
Varianten
- Ohne Vordach
- Bei kleinem Tarp entfällt das Vordach; der Aufbau entspricht dann einem Pultdach mit umgeschlagener Bodenplane.
Häufige Fehler
- Offene Seite in den Wind gedreht
- Bodenplane am Hang – Wasser läuft darunter oder darauf
- Rückwand zu flach – Regen sammelt sich in Mulden
- Bodenplane mit Isolierung verwechselt
Grenzen und Risiken
- Bodenplane schützt nicht vor Bodenkälte
- Keine Maßangaben – hängen von Tarpgröße ab
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Tarp / Plane
- Kunststofffolie / großer Müllsack (Reißt leicht, nicht über den Kopf ziehen (Erstickungsgefahr).), Rettungsdecke (Reißt an Löchern leicht weiter; als Unterkunft nur kurzfristig.), Dokumentenmappe (wasserdicht) (Sicher aufbewahren – enthält sensible persönliche Daten.), Regenponcho (Als Unterkunft genutzt, fehlt er als Regenschutz am Körper.), Biwaksack (Gesicht nie vollständig verschließen.), Zelt (Nicht im Zelt kochen oder heizen (Brand- und Kohlenmonoxidgefahr).), Reißfester Müllsack (groß) (Erstickungsgefahr: Plastiksäcke nie über Kopf oder Gesicht ziehen und von Kleinkindern fernhalten.), Gruppenbiwaksack (Luftdicht – regelmäßig lüften.)
- Paracord
- Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.)
- Heringe
- Stabile Äste / Stangen (Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.)
- Isomatte
- Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Trockene Wechselkleidung (Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.), Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Grundsätze improvisierter Unterkünfte, Standortwahl und Schutzbauten
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Wind, Nässe und Bodenkontakt als Faktoren der Unterkühlung