Tarpzelt mit geschlossener Rückwand
Eine Abwandlung des A-Frames, bei der ein Ende des Tarps eingeschlagen und abgespannt wird, sodass die Wetterseite geschlossen ist. Das Ergebnis ähnelt einem kleinen Zelt mit einem offenen Eingang im Windschatten. Der Aufbau ist kürzer als ein normaler A-Frame und verlangt etwas Übung beim Falten.
- Etwa 20–30 Minuten mit Übung

Einfach erklärt
Ein Tarp ist eine große, wasserdichte Plane mit Schlaufen am Rand. Spannst du es wie ein Dach über eine Leine, entsteht ein kleines Zelt mit zwei offenen Enden – wie ein Tunnel. Durch so einen Tunnel pfeift der Wind aber hindurch, und schräger Regen weht hinein.
Beim Tarp mit geschlossenem Ende faltest du eine Seite der Plane nach innen und pflockst sie am Boden fest. Dann ist das Ende, aus dem das Wetter kommt, zu – wie eine Tür, die du hinter dir schließt. Offen bleibt nur der Eingang auf der windabgewandten Seite.
Ganz wichtig: Schau vor dem Aufbau nach oben. Tote Bäume und abgebrochene Äste können herunterfallen. Und lass immer etwas Luft hinein, sonst wird es innen feucht.
Wie es funktioniert
Ein offenes A-Frame verliert an beiden Enden Wärme, weil Wind hindurchströmt und die angewärmte Luft mitnimmt. Schließt du eine Seite, kann der Wind nur noch von vorne hinein – und dort ist der Eingang auf der windabgewandten Seite, der sogenannten Lee-Seite. Die Luft im Inneren bleibt dadurch ruhiger, und du fühlst dich deutlich wärmer, obwohl die Plane selbst nicht isoliert.
Das Schließen geschieht durch Falten: Das hintere Ende der Plane wird zu einem Dreieck eingeschlagen, sodass die beiden Seitenteile hinten zusammenkommen. Die gefalteten Ecken werden am Boden fixiert. Die Firstlinie fällt dabei zum geschlossenen Ende hin ab, oft bis auf den Boden. So entsteht eine Form, die ein wenig an ein kleines Zelt erinnert.
Der Preis dafür: Durch das Falten geht Länge verloren, und weil weniger Luft zirkuliert, bildet sich mehr Kondenswasser. Das ist Feuchtigkeit aus deinem Atem und deinem Körper, die sich an der kühlen Plane niederschlägt.
Worauf es ankommt
Die wichtigste Entscheidung fällt vor dem ersten Hering: Woher kommen Wind und Regen? Genau dorthin muss das geschlossene Ende zeigen. Steht das Tarp falsch herum, hast du einen Trichter gebaut, der das Wetter direkt zu dir leitet. Achte auf Baumwipfel, Grashalme oder Rauch, um die Windrichtung zu erkennen, und denke daran, dass der Wind nachts drehen kann.
Prüfe die Länge, bevor du alles festziehst. Leg dich probeweise hinein: Ragen Füße oder Kopf hinaus, ist das Tarp für diese Form zu klein, oder die Firstlinie muss etwas höher. Sehr kleine Tarps eignen sich deshalb kaum.
Die gefalteten Ecken sind der Schwachpunkt. Wenn sie nicht sauber fixiert sind, reißt der Wind sie auf, und die Form fällt in sich zusammen. Spanne zuerst die Ecken, dann die Mitten der Seiten. Gleichmäßige Spannung verhindert Flattern und lässt Regen besser ablaufen.
Sicherheit: darauf musst du achten
Schau vor dem Aufbau immer nach oben. Tote Bäume, abgebrochene oder hängende Äste können bei Wind oder unter Schnee- und Eislast ohne Vorwarnung herunterfallen. Eine dünne Plane schützt davor überhaupt nicht.
Unter oder direkt neben dem Tarp haben Kocher, Kerzen und Feuer nichts zu suchen. Kunststoffplanen schmelzen und brennen schnell, und in einem teilweise geschlossenen Raum kann sich Kohlenmonoxid sammeln – ein Gas, das man weder sieht noch riecht. Koche draußen, mit Abstand.
Je geschlossener die Form, desto mehr Kondenswasser. Lass den Eingang oder eine Lüftungsöffnung offen. Und denke an die Regeln: Wildcampen, Biwakieren und das Sammeln von Material sind je nach Region sehr unterschiedlich geregelt. Prüfe die örtlichen Vorschriften und hinterlasse den Platz ohne Spuren.
Wann es sinnvoll ist – und wann nicht
Das geschlossene Ende lohnt sich, wenn Wind und Regen aus einer recht stabilen Richtung kommen und du mehr Schutz willst als bei einem offenen A-Frame, ohne ein Zelt dabeizuhaben. Für eine Nacht in wechselhaftem, kühlem Wetter ist das eine gute Lösung.
Es ist aber kein sturmfestes Zelt. Bei sehr starkem Wind kann jede Tarpform an ihre Grenzen kommen. Gegen Mücken hilft es nur mit einem zusätzlichen Netz, und in warmen, feuchten Nächten ist eine offenere Form angenehmer. Wer im Dunkeln und mit kalten Händen zum ersten Mal falten will, scheitert oft – dann ist ein einfaches A-Frame die bessere Wahl.
So übst du es
Übe die Faltung bei gutem Wetter im Garten oder an einem erlaubten Platz. Baue zuerst ein normales A-Frame und verwandle dann ein Ende Schritt für Schritt in die geschlossene Form. So verstehst du, welche Ecke wohin gehört.
Mach dir Notizen oder Fotos: Welche Schlaufen nutzt du, wie hoch hängt die Firstlinie, wie viele Heringe brauchst du? Wenn du die Form einige Male aufgebaut hast, gelingt sie auch bei Regen deutlich schneller. Eine Probenacht in Hausnähe zeigt dir außerdem, wie viel Kondenswasser bei deinem Tarp entsteht.
Schritt für Schritt
Wetterseite festlegen
Bestimme, aus welcher Richtung Wind und Regen kommen. Diese Seite wird geschlossen.
- 1
Wetterseite festlegen
Bestimme, aus welcher Richtung Wind und Regen kommen. Diese Seite wird geschlossen.
- 2
Firstleine niedrig spannen
Spanne eine Firstleine oder stelle einen Stock am Eingang auf. Zum geschlossenen Ende hin kann der First bis zum Boden abfallen.
- 3
Ende einschlagen
Falte das hintere Ende des Tarps zu einem Dreieck ein, sodass die Stirnseite geschlossen ist, und stecke die Faltecken ab.
- 4
Seiten abspannen
Spanne die Seiten straff und gleichmäßig ab; zuerst die Ecken, dann die Mittelpunkte.
- 5
Innenraum prüfen
Hineinlegen, Länge prüfen, Lüftung am Eingang sicherstellen, nach Regen und Wind nachspannen.
Häufige Fehler
- Geschlossene Seite nicht zur Wetterseite
- Innenraum zu kurz nach dem Einschlagen
- Komplett geschlossen – starke Kondensation
- Faltecken nicht gesichert, Wind reißt sie auf
Kurzüberblick
Material
Tarp / Plane
Quadratische Tarps eignen sich besonders, viele Ösen sind hilfreich
Paracord
Kein Kletter- oder Sicherungsseil.
Heringe
Mehr Heringe als für den A-Frame
Trekkingstöcke
Isomatte
Geeignet für
- Wind und Regen aus einer Hauptrichtung
- Kalte Nächte, in denen offene Enden zu viel Wärme kosten
- Exponiertere Plätze oberhalb dichter Wälder
Ungeeignet für
- Hitze und Mücken ohne Netz
- Sehr kleine Tarps
- Ungeübte bei Dunkelheit
Voraussetzungen
- Erfahrung mit dem Tarp-A-Frame
- Tarp mit Abspannpunkten an den Kanten
Sicherheit
- Je geschlossener der Aufbau, desto mehr Kondenswasser. Den Eingang oder eine Lüftungsöffnung offen lassen.
- Wildcampen, Biwakieren, das Sammeln von Material und Feuer sind regional sehr unterschiedlich geregelt. Lokale Regeln prüfen, keine lebenden Bäume beschädigen und den Platz spurlos verlassen.
So funktioniert es
Ein offener A-Frame verliert an beiden Enden Wärme und lässt Schlagregen hinein. Wird eine Stirnseite durch Einschlagen des Tarps geschlossen, bleibt nur eine Öffnung im Windschatten. Dadurch verbessert sich der Wind- und Regenschutz deutlich, die Belüftung nimmt aber ab.
Vorteile
- Deutlich besserer Wind- und Regenschutz als der offene A-Frame
- Nur ein Tarp nötig
- Wärmer in kalten Nächten
Nachteile
- Mehr Kondenswasser
- Weniger Platz
- Aufwendiger und fehleranfälliger
Hintergrundwissen
Fachlicher Hintergrund
Geschlossene Tarp-Aufbauten werden in der Outdoor-Literatur unter vielen Namen beschrieben. Gemeinsam ist ihnen, dass sie die Wetterseite schließen und so mehr Schutz bieten, ohne ein Zelt zu brauchen.
Am besten übt man diesen Aufbau bei gutem Wetter: Mit kalten Händen und im Dunkeln ist das korrekte Falten schwer.
Varianten
- Halbpyramide mit Stock
- Ein Stock in der Mitte der Eingangskante, Rückseite zum Boden: weniger Raum, dafür sehr windstabil.
Häufige Fehler
- Geschlossene Seite nicht zur Wetterseite
- Innenraum zu kurz nach dem Einschlagen
- Komplett geschlossen – starke Kondensation
- Faltecken nicht gesichert, Wind reißt sie auf
Grenzen und Risiken
- Kein Ersatz für ein sturmfestes Zelt
- Schutz vor Insekten nur mit zusätzlichem Netz
Materialalternativen
Abgeleitet aus Materialeigenschaften: Ein Ersatz muss alle relevanten Eigenschaften besitzen. Hinweise zum Ersatzmaterial beachten.
- Tarp / Plane
- Kunststofffolie / großer Müllsack (Reißt leicht, nicht über den Kopf ziehen (Erstickungsgefahr).), Rettungsdecke (Reißt an Löchern leicht weiter; als Unterkunft nur kurzfristig.), Dokumentenmappe (wasserdicht) (Sicher aufbewahren – enthält sensible persönliche Daten.), Regenponcho (Als Unterkunft genutzt, fehlt er als Regenschutz am Körper.), Biwaksack (Gesicht nie vollständig verschließen.), Zelt (Nicht im Zelt kochen oder heizen (Brand- und Kohlenmonoxidgefahr).), Reißfester Müllsack (groß) (Erstickungsgefahr: Plastiksäcke nie über Kopf oder Gesicht ziehen und von Kleinkindern fernhalten.), Gruppenbiwaksack (Luftdicht – regelmäßig lüften.)
- Paracord
- Seil (Unbekannte oder beschädigte Seile nie für lebenssichernde Zwecke verwenden.)
- Heringe
- Stabile Äste / Stangen (Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.)
- Trekkingstöcke
- Stabile Äste / Stangen (Kein frisches Holz von lebenden Bäumen schneiden, wo das verboten ist.), Reparaturhülse für Zeltstangen (Nur als Provisorium – gebrochene Segmente zu Hause ersetzen lassen.)
- Isomatte
- Trockenes Laub, Gras oder Fichtenzweige (Nur sammeln, wo erlaubt; keine geschützten Pflanzen. Auf Zecken und Insekten achten.), Rucksack, Trockene Wechselkleidung (Wasserdicht verpackt mitführen – nasse Kleidung isoliert kaum.), Wolldecke / Bettdecke (Von Kerzen, Öfen und Heizgeräten fernhalten.), Kühlbox (isoliert) (Hält Kälte nur eine begrenzte Zeit; ohne Kühlakku oder Eis ist sie kein Kühlschrank.), Schlafsack (Nicht dauerhaft komprimiert lagern; feucht nicht einpacken.), Zeitungspapier und Karton (Brennbar – von Kerzen, Öfen, Heizgeräten und Glut fernhalten.), Isolierte Kochkiste (Kochkiste, Thermokocher) (Kein offenes Feuer und keine Glut hineinlegen – nur den heißen, geschlossenen Topf.)
Ergebnisse stammen ausschließlich aus strukturierten Einträgen. Es werden keine improvisierten Anleitungen erzeugt.
Quellen
Headquarters, Department of the Army (USA) (2002): FM 3-05.70 Survival
Grundsätze improvisierter Unterkünfte, Standortwahl und Schutzbauten
Wilderness & Environmental Medicine (Wilderness Medical Society) (2019): Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Out-of-Hospital Evaluation and Treatment of Accidental Hypothermia: 2019 Update
Wind, Nässe und Bodenkontakt als Faktoren der Unterkühlung