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Dichte Menschenmenge vor einer Bühne in der Dämmerung, Ränder und Ausgänge sichtbar

Das Gedränge in der Menschenmenge wird gefährlich

Auf einem Konzert, Fest oder Bahnsteig wird die Menge so dicht, dass du dich nicht mehr frei bewegen kannst und von Wellen geschoben wirst.

Zuerst

  1. Früh reagieren: diagonal zum Strom Richtung Rand bewegen, nicht dagegen ankämpfen.
  2. Arme angewinkelt vor der Brust halten, um Atemraum zu bewahren; ruhig bleiben und Kräfte sparen.
  3. Anweisungen von Ordnern und Durchsagen folgen; Engstellen, Treppen und Absperrungen meiden.
  4. Stürzt jemand oder bekommt keine Luft: Ordner alarmieren und lokale Notrufnummer (in der EU 112) wählen.

Notruf wählen bei

  • Jemand ist gestürzt, eingeklemmt oder bekommt keine Luft
  • Bewusstlosigkeit oder fehlende normale Atmung
  • Verletzte nach dem Gedränge
  • Ein Kind wird vermisst

Was gerade passiert

Ein Gedränge entwickelt sich oft schleichend: Mehr Menschen strömen in einen Bereich, als hinausgehen können – vor einer Bühne, an einem Ausgang, auf einer Treppe oder in einer engen Straße. Zuerst kannst du dich noch seitlich bewegen. Dann berühren dich Menschen von allen Seiten, du kannst die Arme nicht mehr frei bewegen, und die Menge beginnt, in Wellen hin und her zu schwanken.

Ab einem bestimmten Punkt bewegst du dich nicht mehr selbst, sondern wirst bewegt. Druck von hinten, von dem die Menschen weiter hinten oft nichts wissen, pflanzt sich nach vorn fort. Die meisten Todesfälle bei solchen Unglücken entstehen dadurch, dass Menschen – oft im Stehen – so stark zusammengedrückt werden, dass sie nicht mehr atmen können; nicht in erster Linie durch Niedertrampeln.

Häufig wird von „Massenpanik“ gesprochen, doch die Ursache ist meist zu hohe Dichte an Engstellen, nicht kopfloses Verhalten. Viele Menschen in einem Gedränge verhalten sich hilfsbereit. Der typische Fehler des Einzelnen ist, zu lange zu bleiben – weil die Band gleich kommt, weil man den Platz nicht aufgeben will oder weil man die Warnzeichen nicht erkennt.

Was zählt: Warnzeichen früh ernst nehmen und den Bereich verlassen, solange es noch geht; sich mit dem Strom diagonal zum Rand bewegen statt dagegen; Atemraum mit angewinkelten Armen schützen; auf den Beinen bleiben; und Ordner sowie Notruf alarmieren, wenn jemand stürzt oder keine Luft bekommt.

Schritt für Schritt

  1. Phase 1

    Bei ersten Warnzeichen

    • Warnzeichen erkennen: Du berührst ständig andere, kannst nicht mehr frei gehen oder die Arme bewegen, die Menge schwankt.
    • Jetzt gehen – nicht abwarten, ob es besser wird.
    • Den Weg zum Rand oder zu offenen Flächen wählen, weg von Bühne, Ausgängen, Treppen und Absperrungen.
    • Gruppe kurz informieren und Treffpunkt nennen, falls ihr getrennt werdet.
  2. Phase 2

    Mitten im Gedränge

    • Arme angewinkelt vor der Brust halten, wie ein Boxer, um Atemraum zu schützen.
    • Nicht gegen den Druck ankämpfen, sondern mitgehen und in Pausen zwischen den Wellen schräg Richtung Rand treten.
    • Füße schulterbreit, Knie leicht gebeugt, um stabil zu stehen.
    • Ruhig atmen und Kräfte sparen – Schreien kostet Luft und Kraft.
    • Nichts aufheben, was herunterfällt – Handy und Taschen sind ersetzbar.
  3. Phase 3

    Wenn du oder jemand anderes stürzt

    • Selbst gestürzt: sofort versuchen, wieder aufzustehen.
    • Gelingt das nicht: auf die Seite legen, zusammenrollen, Kopf mit den Armen schützen und bei der nächsten Lücke aufstehen.
    • Neben dir stürzt jemand: wenn möglich hochziehen und laut auf die Stelle aufmerksam machen.
    • Ordner alarmieren und die lokale Notrufnummer (in der EU 112) wählen, wenn jemand nicht aufsteht oder keine Luft bekommt.
  4. Phase 4

    Danach

    • Zum vereinbarten Treffpunkt gehen und erreichbar bleiben; Vermisste Ordnern oder Polizei melden.
    • Nicht gegen den Strom zurückdrängen, um andere zu suchen.
    • Wer starke Brust- oder Atembeschwerden hat oder kurz bewusstlos war, braucht ärztliche Hilfe.
    • Verletzte nur bewegen, wenn sie in akuter Gefahr sind; bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung liegen lassen und Hilfe holen.
    • Belastende Bilder und Schlafprobleme sind danach häufig; darüber zu sprechen hilft, bei anhaltenden Beschwerden Unterstützung suchen.

Worauf du achten musst

  • Engstellen, Treppen, Barrieren

    An Ausgängen, Treppen, Absperrgittern und Wänden kann Druck dich einklemmen oder zu Fall bringen. Halte dich von ihnen fern, solange es geht.

  • Wellen in der Menge

    Schwankt die Menge sichtbar hin und her oder wirst du mehrere Schritte ungewollt geschoben, ist die Dichte gefährlich hoch. Das ist das Signal, den Bereich zu verlassen.

  • Druck von hinten ist unsichtbar

    Menschen weiter hinten merken oft nicht, was vorne passiert. Wenn du hinten stehst und vorne Schreie hörst oder Hände siehst, die hochgehen: nicht nachdrängen, sondern Abstand schaffen.

  • Durchsagen und Ordner

    Ordner und Durchsagen haben oft einen besseren Überblick als du. Folge ihren Anweisungen, auch wenn sie dich vom gewünschten Ziel wegführen.

  • Hitze, Alkohol und Erschöpfung

    Hitze, wenig Trinken und Alkohol schwächen dich und machen Stürze wahrscheinlicher. Gerade bei langen Veranstaltungen Pausen am Rand einplanen.

Häufige Fehler

  • Trotz Warnzeichen bleiben, um den guten Platz zu halten.
  • Gegen den Strom ankämpfen oder sich zurück durch die Menge drängen.
  • Sich nach heruntergefallenen Gegenständen bücken.
  • Sich an Gittern, Wänden oder Säulen festhalten, wo man eingeklemmt werden kann.
  • Kleine Kinder auf den Schultern durch eine sehr dichte Menge tragen, wo ein Sturz beide gefährdet.
  • Ohne Treffpunkt in die Menge gehen.

Vorher vorbereiten

  • Beim Ankommen Ausgänge, Notausgänge und Sanitätsposten ansehen.
  • Einen Treffpunkt vereinbaren, der nicht im dichtesten Bereich liegt.
  • Eher am Rand stehen als vorne an der Bühne oder in der Mitte.
  • Früh kommen oder etwas später gehen, um die Spitzen beim Ein- und Auslass zu meiden.
  • Handy laden, Wasser trinken und auf Alkohol weitgehend verzichten.
  • Kindern Telefonnummer und Treffpunkt mitgeben.

Besondere Rücksicht

Kinder und kleine Menschen
Kinder und kleinere Menschen bekommen im Gedränge zuerst keine Luft und sehen nichts. Mit Kindern sehr dichte Bereiche ganz meiden und früh gehen.
Rollstuhl und eingeschränkte Mobilität
Viele Veranstaltungen haben eigene Bereiche oder Wege für Menschen mit Behinderung. Nutze sie und frag Ordner schon bei der Ankunft nach dem Evakuierungsweg.

Quellen

  • Introduction to Crowd Science · G. Keith Still – CRC Press, 2014
  • 112 – the European emergency number · European Commission
  • Psychological first aid: Guide for field workers · World Health Organization, War Trauma Foundation and World Vision International, 2011

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  1. [nicht aktiv] Wenn Lage = Es wird enger

    Jetzt gehen, solange es noch geht. Zögern macht es nur schwerer, die Menge zu verlassen.

  2. [nicht aktiv] Wenn Lage = Wellenbewegungen, man wird geschoben

    Mit dem Strom gehen und in Pausen zwischen den Wellen seitlich Schritte zum Rand machen. Auf den Beinen bleiben hat Vorrang vor Gegenständen.

  3. [nicht aktiv] Wenn Lage = Draußen, Gruppe getrennt

    Zum vereinbarten Treffpunkt gehen, Ordner oder Polizei über Vermisste informieren und erreichbar bleiben.

  4. [nicht aktiv] Wenn Mit dabei = Kinder

    Kinder fest an der Hand halten oder hochnehmen, wenn das sicher geht. Kinder vorher mit Telefonnummer und Treffpunkt ausstatten.

  5. [nicht aktiv] Wenn Mit dabei = Erwachsene Gruppe

    Treffpunkt festlegen, falls man getrennt wird; nicht gegen den Strom zurück, um andere zu suchen.